Zugegeben, auch ich war ein wenig betroffen. Und ich will jetzt gar nicht so tun, als wäre ich ein Fan von Michael Jackson, aber irgendwie war der Typ seit meiner Kindheit präsent. Oh, mit solchen Formulierung sollte man im Kontext von ihm besser aufpassen. Nein, ich möchte mich nicht über den Elvis unserer Generation lustig machen.
Gegen 19 Uhr New York Zeit am Donnerstagabend gibt CNN bekannt: "Micheal Jackson has died." Ein paar Stunden früher ist Farrah Fawcett gestorben. So richtig interessiert sich dafür an dem Tag niemand länger, denn Jacko war der größere Star. Und Freak. Aber das spielt nun auch keine Rolle mehr bzw. so lange nicht, bis sich die ersten Kinder aus dem Dunstkreis um MJ für ein exklusives Interview zu Wort melden und danach bis ans Ende ihrer Tage finanziell ausgesorgt haben. Wir werden es erleben.
Am Freitag gab es seit langem wieder ein Konsensthema auf der ersten Seite wirklich jeder amerikanischen Tageszeitung: Der Tod des King Of Pop. Sein Körper ist noch keine 24 Stunden kalt und schon sind die ersten Leichenfledderer am Start. Bei mir um die Ecke auf der Bedford Avenue hier in Brooklyn gibt es "R.I.P. Michael"-T-Shirts und andere fragwürdige Andenken zu kaufen. Am Abend des 25. Juni trauert Amerika allerdings noch um einen ihrer ganz Großen. Aus wirklich jedem zweiten Auto ist "Thriller" zu hören. Und egal welche Bar in der Nacht in der Stadt besucht wird, die musikalische Beschallung ist überall die gleiche. Michael Jackson auf Endlosrotation. Die Gespräche drehen sich an diesem Abend nur um ihn. Trauer auf der einen Seite, Michael-Jackson-Witze auf der anderen. Und dann sind da noch die, die zu wissen glauben, dass Michael gar nicht gestorben ist, sondern wie Elvis irgendwo anonym weiterlebt. Ist klar.
Es muss weitergehen. Und dass es ziemlich schnell weitergeht, spürt man hier in New York. Also, die Pflicht ruft. Zusammen mit Sam Fogarino, dem Schlagzeuger der Band
Interpol , habe ich etwas gemacht, das auch Micheal Jackson früher viel Spaß bereitet hat: ein Besuch im Zoo. Wie das da war, ist auch bald in 1LIVE Plan B zu hören. Sam war jedenfalls von den Affen begeistert. Ich dagegen habe mich im Vogelhaus überraschend wohlgefühlt.
Für alle Interpol-Fans gibt es übrigens gute Nachrichten, denn im Frühjahr 2010 darf mit einem neuen Album gerechnet werden. Im August geht die Band im New Yorker Greenwich Village ins Studio. Und das, was sie da aufnehmen, unterscheidet sich deutlich von der letzten Platte. Die ersten Demoaufnahmen sind überraschend experimentell. Für Leute, die sich ein wenig mit David Bowies Diskographie auskennen: Interpols viertes Album könnte so etwas wie Bowies "Low" werden. Seite A durchaus voll mit vertrauten Songs, Seite B dagegen überraschend anders, eben sehr experimentell und weit weg von Pop und Post-Punk. Bis das Album fertig ist, sollten Freunde dieser tollen Band das Solodebüt des Interpol-Sängers Paul Banks hören. Unter dem Pseudonym
Julian Plenti veröffentlich er Ende Juli die Platte "Julian Plenti Is Skyscraper".
Ich habe ja
letztens versprochen, hier mitzuteilen, wie denn der Film "Tetro" war. Mein Urteil: gut. Sehr tolle Bilder, eine interessante Geschichte und der Gegenüber von Vincent Gallo, Alden Ehrenreich, könnte bald zum absoluten Superstar avancieren. Reingehen lohnt wirklich.
In den letzten Tagen habe ich wieder keinen Superstar in New York City gesehen. Meine Mitbewohnerin dafür gleich zwei, die selbst ich erkannt hätte. Einmal Rihanna beim Shoppen mit einem unbekannten Typ an ihrer Seite und dann noch Johnny Depp. Umringt von Paparazzi und Mädchen nahe der Ohnmacht. Falls die Elvis-Jackson-Verschwörungstheoretiker recht haben sollten und mir Michael hier über den Weg läuft, ihr erfahrt es sofort.
Tagestipp heute: Governors Island (nur am Wochenende). Eine kleine Insel in der Bucht vor der Südspitze Manhattans. Von dort sieht man die Freiheitsstatue (ein Besuch dieser Insel lohnt meiner Meinung nach überhaupt nicht), Downtown Manhattan und die Hafenanlagen von Brooklyn. Da ist es wirklich schön und man hat das Gefühl, irgendwo in einer amerikanischen Kleinstadt gelandet zu sein. Wäre da eben nicht diese Skyline im Hintergrund. Neben vielen Grünflächen gibt es auf Governors Island auch ein altes Kino und Minigolf. Am besten von Brooklyn aus mit dem Schiff fahren. Die Fahrt ist gratis und dauert ca. fünf Minuten. Los geht es direkt unter der Brooklyn Bridge. Und über die Brücke sollte man sowieso mal gelaufen sein.
von Manuel Möglich um 21:32
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Anna am 28.07.09 11:29
klabauterfrau am 8.07.09 22:34
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