Von Sektor zu Sektor - das hatten wir uns zum Ziel gesetzt. Wir wollten 20 Jahre nach dem Mauerfall die andere Hälfte Deutschlands erkunden, die Vorurteile checken, unseren Beitrag gegen die vorherrschende Unkenntnis über den Osten leisten.
3.291 Kilometer haben wir dabei in zwei Wochen zurück gelegt, haben täglich mehrfach berichtet - on air und online. Und jetzt, zum Schluss unserer Tour, heißt es: Fazit ziehen. Und Abschied nehmen.
Ich für meinen Teil werde den Osten nicht vermissen, weil ich ab jetzt immer und immer wieder in den Osten fahren werde. Dresden und Leipzig, Warnemünde und die Ostsee - ich habe ein schlechtes Gewissen, dass ich offenbar doch so westdeutsch bin, dass ein Kurztrip dorthin bisher überhaupt nicht zur Diskussion stand. Und das obwohl es hier in ganz vielen Städten die ganz wichtige Kombination aus guter Kultur, viel Geschichte, ausgeprägtem Nachtleben und (nicht zu vergessen) verdammt
leckerer Currywurst gibt.
In Erinnerung bleiben werden mir die Gespräche mit Gleichaltrigen. "Ost- oder westdeutsch, ganz ehrlich das interessiert mich nicht. Wir haben hier ganz andere Probleme." Diesen Satz haben wir sehr oft gehört. Tatsächlich bestimmen Arbeits- und Ausländerlosigkeit vielerorts das Leben im Osten Deutschlands.
Wenn ich die gesamte Tour mit einem Wort beschreiben müsste, wäre es: beeindruckend! Und deshalb bleibe ich bei unserer Forderung, die wir irgendwann auf der Tour im Auto hatten: Schluss mit den Klassenfahrten nach Rom, Paris oder London! Wir fordern Abschlussfahrten nach Dresden, Leipzig oder zu den
Sorben! Ihre Geschichte war eben auch ausgesprochen beeindruckend!
Vielen Dank euch für eure Aufmerksamkeit und eure Kommentare! Einige von euch waren uns über die gesamte Tour hinweg treu. Tausend Dank an Jan, den weltbesten Reisebegleiter, für die beiden unvergesslichen Wochen. Unsere nächste Tour haben wir im übrigen auch schon geplant: Zwei Wochen Iran. Nach der Wende. Hoffentlich nicht erst in 20 Jahren.
vor 10 jahren bin ich von dortmund in den wilden osten gegangen. um genau zu sein: leipzig. war die beste entscheidung meines lebens. das ruhrreihngebiet werde ich immer lieben und ich komme gern dort fuer´n kurztrip zurueck ;-)
wie alle hatte ich gute vorurteile: werd ich dort mit heil hitler begruesst? alles grau und daemlich....usw. mitlerweile waren nicht nur meine freunde alle da, sondern aufgrund meiner schwaermerei auch deren eltern. unwissenheit laesst eben immer wieder gruessen bei "uns" altbundeslaenderdeutschen. ost, nord sued oder west, mir wurscht. gibt geniale leute und gegenden hier in Leipzig.... genauso wie in dortmund oder koelle. dummfaschos leider auch.... wie damals im dortmunder norden bei mir umme ecke auch.... leider!
lasst´s euch gut gehen. L.E. rules
Michael am 27.07.09 9:25
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