Als wir
unsere zweiwöchige Tour durch den Osten vorbereiten, gibt es ein Thema, das mich direkt begeistert: die Sorben. Die Sorben sind eine westslawisches Volk, das nicht im Sorbenland oder Sorbistan sondern in der Lausitz lebt. Eine ethnische Minderheit mit eigener Sprache, eigener Kultur, eigener Identität, aber eben keinem eigenen Land. Ihre Zahl wird auf bis zu 60.000 geschätzt.
Jadwiga, Marco und Florian sind Sorben. Wir treffen sie in Sachsen, unweit von Dresden im Kreis Bautzen, genauer gesagt in Ostro - "das Zuhause von vielen Sorben". Dass dieses idyllische Dorf anders ist als die meisten deutschen Städte wird uns direkt am Ortseingang bewusst. Hier - wie auch in der Umgebung - sind die Straßenschilder zweisprachig. Es gibt einen Kindergarten, in dem man nicht deutsch sondern sorbisch spricht, eine sorbische Schule und sorbische Medien - inklusive Radio- und Fernsehprogramm.
Wenn Jadwiga, Marco und Florian mit einander reden, sprechen sie natürlich auch sorbisch. Wenn sie das nicht tun, unterscheidet sie auf dem ersten Blick nichts von typisch deutschen Twens. Sie studieren, gehen einer Ausbildung nach und vertreiben ihre freie Zeit mit Freunden im Jugendzentrum. Hier haben Marco und Florian ihren Proberaum. Sie sind Teil einer Metalband, in der sorbisch gesungen wird.
Metal und sorbisch - das ist nicht für jeden die perfekte Kombination. Die Idylle in Ostro wirkt traditionell, und die Sorben sind streng katholisch. "Was heißt streng, wir wissen, was uns die Religion bedeutet", sagt Marco. Mittlerweile sind wir mit ihm und seinen Freunden im Proberaum angekommen, wo Florian und Marco einen Song anstimmen.
Die drei (die ersten Sorben, die ich in meinem Leben kennen gelernt habe) faszinieren mich. Sie scheinen zwei Dinge zu vereinbaren, die man normalerweise nicht gut vereinbaren kann: Tradition und Moderne. Zu großen Feiertagen trägt Jadwiga natürlich Tracht. Jetzt dagegen steht sie im modernen Outfit vor einem. Sie fühlen sich als Sorben, sind aber gegen jegliche Autnomiebestrebungen. Sie sind stolz auf ihre Herkunft und pflegen ihre Kultur, sind dabei aber sehr offen. Sie wirken in keinem Moment altmodisch, konservativ oder aufgesetzt. Ganz im Gegenteil. Sie kommen sogar cool rüber, weil sie so offen und selbstbewusst mit ihrem Anders-Sein umgehen. Großartig heißt wulkotny. Wulkotny!
Auf den Seiten der Kollegen vom rbb könnt ihr hören, wie sorbisch klingt. Bei den Kollegen des MDR erfahrt ihr mehr
über die Geschichte der Sorben.
Jan zu Gast bei den Sorben - Teil 1 [1LIVE | 21.07.2009 | 05:30 Uhr]
Jan zu Gast bei den Sorben - Teil 2 [1LIVE | 21.07.2009 | 07:20 Uhr]
Jan zu Gast bei den Sorben - Teil 3 [1LIVE | 21.07.2009 | 08:45 Uhr]
Hallo ihr beiden!
als ich das heute Morgen mit einem Ohr gehört hab, hab ich gedacht, ihr wollt mich auf die Schippe nehmen. Echt spannend, was es in Deutschland alles gibt!
Tom am 21.07.09 12:56
Witaje - Willkommen!
Wir laden jeden herzlich ein uns Sorben zu besuchen und unsere Sprache und Kultur kennenzulernen!
virtuell unter:
http://www.interserb.de/viewforum.php?f=65&sid=53b965c82ca75c6839bf793807813295
studivz - Gruppe: Sorben in der Welt
Božemje - Auf Wiedersehen!
der marco
marco am 21.07.09 14:08
... ej, in der Lausitz bei uns Sorben ist euer Bericht der Renner! Superpeppig und endlich mal coole Berichterstattung über uns!
Vielen Dank dafür
postrowi z Łužicy,
miliduch (-;
miliduch am 21.07.09 14:57
Fahrt ihr eigentlich noch an Görlitz vorbei? Als Exil-Lipper wäre das für mich noch spannend.
Christian am 21.07.09 15:41
@ Christian: Ja, wir fahren nach Görlitz! Was genau sollen wir uns denn da anschauen?
Schiwa am 21.07.09 19:07
Meine Eltern sind in Köln meinen Bruder besuchen, und haben den ersten Beitrag im Radio gehört. Wir wohnen in Ostro und mein Bruder in Leverkusen.
Tja, so klein ist die Welt. :-)
bluti am 21.07.09 21:19
Hallo. Wohne seit ca 2Monaten im Sektor bei Münster und hab euern Bericht von den Sorben mit verfolgt, fand es cool das ihr in Ostro gewesen seit, habe im Nachbarort in Kriepitz vorher knapp 25 Jahre meines lebens verbracht, war echt schön, aber im Sektor gefällt es mir auch... Habt ihr da auch Herrn Stanislaw Tillich getroffen, ist doch Sachsens Ministerpräsident und Sorbe, der wohnt doch in Panschwitz-Kuckau liegt auch neben Ostro. Gruß Karsten
Karsten Haase am 21.07.09 23:24
Ein toller Bericht. Dieses kleine Volk fasziniert mich. Mehr davon!
Thorsten S. am 22.07.09 9:02
Bin Sorbe und lebe im Sektor (Bielefeld). Habe mir den Beitrag angehört und finde dass es nicht genug Berichte dieser Art über die Sorben geben kann. 1Live bleibt mein Lieblingssender im Sektor!
Stephan am 22.07.09 16:22
Und schön, dass wieder ein paar mehr Leute wissen, dass es uns gibt. :o)
Danke für Euren Bericht!
Meine gesamte Umgebung hier im Sektor informiere ich auch immer fleißig...
Postrowy z Šwabskeho kraja!
Grüße aus dem Schwabenländle!
Jana am 25.07.09 10:48
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum Seitenanfang
Es fällt uns schwer, verdammt schwer. Aber wir müssen uns von Warnemünde verabschieden. Die nächste Station unserer Tour wartet rund 450 Kilometer und damit rund fünf Auto-Stunden entfernt. Wir fahren einmal quer durch den Osten runter in die Nähe von Dresden, an die deutsch-tschechisch-polnische Grenze.
Vorher meldet sich Jan beim Sender und damit auch euch. Unsere Message: Vergesst Paris, Rom und London in der Oberstufe! Alle Abschlussklassen aus Nordrhein-Westfalen sollten ihre Klassenfahrt in den Osten verlegen. Urlauber sowieso!
Urlaubsparadies Ostsee | 1LIVE | 20.07.2009 | nachmittags]
Jan meldet sich von der Autofahrt [1LIVE | 20.07.2009 | später Nachmittag]
Hi,
ich habe mich gerade köstlich über die drei Beiträge amüsiert, bei denen es sich um die Sorben handelt. Meine Eltern waren zu Besuch bei meinem Bruder in Leverkusen und haben die Beiträge zufällig im Radio gehört. Wir kommen auch aus Ostro, umso schöner ist es, bekannte Stimmen zu hören.
seit lieb gegrüßt ^^
Mariana Krautschick am 21.07.09 21:21
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum Seitenanfang
1. Junggesellenabschiede sind überall gleich.
2. Diese beiden Damen waren Jan nicht gut genug.
3. Man muss nur "Hey, Girls" rufen, schon hat man mit Jule, Steffi und Tina drei reizende Rostocker Perlen am Start - zumindest, wenn man Jan Böhmermann ist.
P.S: Die auf dem letzten Foto ist Jule, aber von ihr erzählt euch Jan besser selbst. Gute N8!
Jan über seine "biene" Tour mit Jule, Steffi und Tina [1LIVE | 20.07.2009 | gegen halb 9]
Schön das ihr über das Nachtleben in Rostock berichtet! Ich werde
höchstwahrscheinlich in 2 Monaten Westfalen verlassen um in Warnemünde zu
studieren! Besten Dank also für die guten Aussichten :P
Malwina am 20.07.09 9:18
Hallihallo,
ich komm aus Rostock. Ich hab auch schon paar Jahre in Dortmund gewohnt, bin aber zurück, weil Rostock einfach eine soooo tolle Stadt ist :)
Coole Aktion, dass ihr hierhergefahren seid um mal das Nachtleben zu testen, aber ihr hättet euch mal Samstag aussuchen sollen, da ist hier mehr los. ^_^
Aber ganz ehrlich... "biene" sagt hier eigentlich keiner. Vielleicht n Insider unter den Mädels.. ;)
In welchen Clubs/Bars ward ihr denn eigentlich genau? :)
Anike am 20.07.09 11:12
Endlich geht das Kind mal aus.Und dann
die vielen schönen Mädchen in Rostock!!
Dank dem Internet,weiß ich was mein Kind macht!!Von wegen ,Mutti versteht nichts von Compuern!!Viele Küsse und Grüsse an alle netten Leute
Jans Mutti
Margarete Böhmermann am 20.07.09 19:00
Ich komme auch aus Rostock, wohne jetzt aber leider der Arbeit wegen in Frankfurt am Main...
Als ich anfangs von diesem Sektor zu Sektor gehört habe, war ich ziemlich sauer, denn ich dachte, dass wir eigentlich "darüber" hinweg sein sollten...Manche Fragen könnte man sich wirklich klemmen..."Gibts auch Südfrüchte???"
Aber wenigstens kommt ihr zu dem Urteil, dass es sich auch "hinter der Mauer" leben oder zumindest Urlaub machen lässt...denn mit Arbeit ist ja wirklich nicht so doll...
tine am 29.07.09 12:09
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum SeitenanfangPermanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/einslive-osttour/archives/2009/07/20/
Der WDR ist nicht für Inhalte fremder Seiten verantwortlich, die über einen Link erreicht werden.