Bald kenne ich die ehemalige DDR wie meine Ostentasche. Dieser Spitzenwitz kommt von meinem Cousin Magnus, der sich (wie wahrscheinlich alle internetfähigen Mitglieder meiner West/Ost/Ostost-Großfamilie) heute auf dieses Blog verirrte. Grund war mein hier von Schiwa ja bereits ausführlich dokumentierter Besuch bei meiner Großtante Gisela in Neubrandenburg. Die neugierige aber kluge Sippschaft konnte dank Internet mal schnell nachgucken, wie es dem entfernten Tantchen so geht und braucht sich jetzt nicht selbst erkundigen oder gar vorbeifahren.
Mal fürs Protokoll: Mein Vater ist Westdeutscher, meine Mutter eine im heutigen Polen geborene Deutsche, ein paar Verwandte sind auf der Nachkriegsreise in den Westen in der DDR hängengeblieben, andere sind gar nicht erst aus Polen abgehauen und die ärmsten Säue der Riesenfamilie hat es nach Köln verschlagen. Liebe Leser, jetzt wisst Ihr, ich bin ein gesamtdeutsches, ja beinahe
gesamteuropäisches Menschenkind. Ich habe also qua Geburt das Recht dazu, mich über Ossi und Wessi lustig zu machen, wie ich will. Ich bin irgendwie immer auch selbst damit gemeint. Schnarch…
Wenn sich "lustige" "Künstler" selbst erklären, muss ich kotzen.
Darum schnell zurück zum gewohnt überheblichen Sarkasmus! Ost-Ostdeutschland ist so dünn mit Menschen besiedelt wie der Intimbereich einiger Teilnehmer der journalistisch hochwertigen, "
großen BILD-Umfrage zum Rotwerden" mit Haaren. Oder das neue ZDF-Nachrichtenstudio mit Leben und Charme. Kurz: Es ist nichts los hier, menschlich. Auf unserer zweistündigen E-Klasse-Odyssee von Neubrandenburg (Tante Gisela) nach Templin (Tante Angela) haben Schiwa und ich ungelogen vielleicht vier Ureinwohner gesehen. Die haben uns mürrisch angeguckt und hätten uns sicherlich 100 Begrüßungshiebe mit ihren Ureinwohnerkeulen verpasst, wenn wir in unserer Wessi-Schüssel nicht so schnell gewesen wären: 40 Stundenkilometer. Schneller ging nicht, Unwetter und beschissene Landstraßenverhältnisse – sagen wir es ruhig mal, so wie es ist – haben uns einen schief in die Fahrbahnmitte gepinselten Strich durch die Rechnung gemacht. Manchmal ist der Osten Deutschlands eben auch und noch DDR.
Aufs Stichwort: Jetzt logieren Schiwa und ich im Templiner Seehotel. Auch ein Stück gute, alte DDR. Die beiden Bilder dieses Blogeintrags zeigen unsere Unterkunft von innen. Oben sieht man den vom Hotel organisierten "Tanz ins Wochenende" und unten das, was die Gäste des Hauses stattdessen machen.
Am Samstag ist Templin, der Heimatort von Geburtstagskind Angela Merkel, der allerbeste Ort im allerbesten Samstag auf 1LIVE. Hoffentlich wird das Wetter besser. Nass macht der landschaftlich bezauberndste Teil des Ostsektors bestimmt nicht mehr Spaß.
Folgende küchensoziologische Theorien möchte ich am Ende dieses ungemütlichen Unwettertages aufstellen:
1. Der Osten wäre noch gastlicher und noch weltoffener, wenn hier mehr Besucher aus dem Westen vorbeikämen! Bitte gerne auch recht viele "Menschen mit Migrationshintergrund", das täte den Ossis gut.
2. DDR-Hotels sind deshalb so hellhörig, damit die Stasi bei der Installation von Abhörtechnik sparen konnte.
3. Angela Merkel ist das personifizierte Templin.
Achja, bitte "followed" mich nicht bei Twitter. Das ist nämlich voll uncool.
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Der heutige Nachmittag steht ganz im Zeichen der Familie. Die Schwester von Jans Oma, Tante Gisela, lebt hier in Neubrandenburg - und wir haben uns zum spontanten Kaffeeklatsch angemeldet.
Herzlich werden wir empfangen. Tante Gisela hat extra Kirschkuchen gebacken. Sehr lecker. Ausgesprochen nett. Und dann vergeht der Nachmittag wie er immer vergeht, wenn man bei der Familie zu Besuch ist. Es fallen alle möglichen Namen von Verwandten mit der Erklärung, was aus ihnen geworden ist. Vor allem aber werden Anekdoten von früh augetauscht - ohne Rücksicht auf Verluste. Und so erfahre ich einiges mehr über Jan, mit dem ich ja schon seit Montag ununterbrochen zusammen bin. Ich muss ja noch eine Woche mit ihm klar kommen - deshalb sei hier nur so viel verraten: Er soll schon als Kind total unterhaltsam gewesen sein. Er soll auf Familienfeiern gezaubert haben. Herrlich. Wieso nur kann ich mir das nur so super vorstellen?
Jan meldet sich aus Tante Giselas Wohnzimmer [1LIVE | 17.07.2009 | 17:10 Uhr]
Schönes Foto von Euch .Gut ,dass Tante
Gisela nicht alle Sachen von Jan kennt!!Das wirkliche "Unterhaltungsopfer" von Jan ist die Erfinderin der "Ei-Pott"-Postkarte,
eine "freie "Lebensküntlerin aus Bremen-Vegesack, die viele "unwitzige"
Scherze aushalten musste.Jan gehört
zu den sich nie langweilenden,immer am "wuseln"!Aber wir lieben Ihn.!!
Margarete Böhmermann am 17.07.09 18:36
Hi, wohne in Neubrandenburg und habs leider verpasst, dich zu hören. Gestern um 17:10 war Weltuntergangsstimmung hier in NB. Hoffe, du bist trocken geblieben.
Jojo am 18.07.09 12:15
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