Samstag, 16.08.2014

Handy auf Kommando aus: Der Kill Switch kommt

Handys und vor allem Smartphones sind begehrt - auch bei denen, die sich gerne die Sachen anderer Leute aneignen. Allein in Deutschland werden 3,5 Millionen Geräte im Jahr geklaut. Jeder WWW: zehnte Deutsche verliert sein Handy. Das ist im Rest der Welt nicht anders. Im US-Bundesstaat Kalifornien, wo die iPhone-Dichte besonders hoch sein dürfte, tritt deshalb aller Voraussicht nach am 1. Juli 2015 ein neues Gesetz im Kraft (es muss noch unterschrieben werden). Und das schreibt für alle neu verkauften Geräte den so genannten WWW: Kill Switch vor.

Notschalter; Rechte: dpa/Picture Alliance
Notschalter: Das Handy aus der Ferne deaktivieren


Notschalter fürs Handy
Konkret schreibt das WWW: Gesetz SB-962 vor, dass jedes ab Juli 2015 verkaufte Handy durch entsprechende Software und/oder Hardware mit einer Funktion ausgerüstet sein muss, die eine Art Notstopp erlaubt. Dadurch soll das Gerät nach einem Diebstahl unbrauchbar gemacht werden können. Der rechtmäßige Besitzer kann sein Gerät bei Verlust oder Diebstahl aus der Ferne deaktivieren, etwa über eine Website oder SMS. Ganz wichtig: Persönliche Daten werden gelöscht.

Wer jetzt denkt: Kenne ich doch von Apple, Samsung oder einigen Apps - stimmt! Wer will, kann sein verloren gegangenes iPhone über iCloud unbrauchbar machen und die im Gerät gespeicherten Daten wegschließen. Allerdings nur, wenn die Funktion vorher auch aktiviert wurde (Opt-In). Samsung bietet für seine Luxus-Geräte eine ähnliche Funktion. Der Kill Switch soll jedoch demnächst in Kalifornien zwingend vorgeschrieben sein - nur wer sie ausdrücklich nicht will, kann sie abschalten (Opt-Out). Außerdem darf sich Kill Switch nicht durch Einsetzen einer neuen SIM-Karte oder durch Resetten des Geräts aushebeln lassen. Da haben die Entwickler noch einige Arbeit vor sich.

iPhone Suche; Rechte: WDR/Schieb
Geräte lassen sich lokalisieren - und abschalten


Was, wenn die Falschen ausknipsen?
Bis hierhin klingt alles plausibel und gut. Doch auch über die mögliche missbräuchliche Verwendung muss man sich Gedanken machen. So lassen sich Webseiten oder Zugangsdaten hacken, die genutzt werden, um Geräte zu sperren. Außerdem könnten sich auch Behörden Zugang zur Schnittstelle verschaffen wollen. Das ist in Kalifornien sogar ausdrücklich vorgesehen: Hier können sich Behörden im Rahmen des WWW: Public Utility Code Zugang zum Kill Switch verschaffen.

Denkbar wäre also, dass Behörden hingehen und einzelne Smartphones ausknipsen - etwa auf einer Demo. Das würde dann den Austausch über soziale Netzwerke erschweren. Man kann sich leicht vorstellen, in welchen Ländern eine solche Möglichkeit gerne auch im großen Stil ausgenutzt würde. Aber auch bei uns im Westen ist nichts mehr undenkbar. Ob wir das wollen, dass Behörden früher oder später Smartphones ausschalten können, sollten wir diskutieren - bevor es zu spät ist. Denn eins dürfte sicher sein: Mit dem Argument, den Diebstahl von Handy unattraktiver zu machen, dürfte der Kill Switch früher oder später auch bei uns in Europa Thema sein. Wenn die Hersteller doch sowieso schon alles vorbereitet haben.


Hallo,

warum so eine komplizierte Lösung, die dann nicht für alle Geräte verfügbar wäre.
Man könnte doch die Provider gesetzlich verpflichten alle IMEI Nummern zu sperren oder auf Antrag zu melden, wenn diese als gestohlen gemeldet wurden und sich mit einer neuen SIM melden.

MfG

Herwig Ebeling am 16.08.14 16:06

Die Begruendung(en)fuer den "Kill switch"sindnur vorgeschoben.Tatsaechlich geht es darum das die Regierungen eine einfach Loesung fuer das Massenweise deaktivieren von Cellphones in einer bestimmten Region haben wollen.Bspw. fuer Faelle wie die in Ferguson.Die eigene Kommunikation funktioniert,aber die "Anderen"koennen nicht mehr connecten.

Robin am 16.08.14 21:05

Ach ja-am "kill switch"fuer KfZ(Polizei schaltet Motor aus per remote)wird gerade kraeftig in Bruessel"gearbeitet".

Robin am 17.08.14 9:32

Auch nach 10 Stunden noch nicht bemerkt, dass der Link von den Skulpturenselfies hierher führt und der eigentliche Artikel nicht lesbar ist! Naja, verständlich, ist ja zwangsgebührenfinanziert, da kriegt man auch ohne Leistung Geld. Hätte ich als Elektriker eure Bude installiert und ihr hättet seit 10 Stunden keinen Strom, weil ich meinen Job nicht beherrsche, dann....

Jürgen am 17.08.14 23:20

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Freitag, 15.08.2014

SimCity im Browser

Eine der tollsten Fundgruben, auf die ich in letzter Zeit im Netz gestoßen bin, sind die WWW: Chrome Experiments von Google. Diese Seite steht unter dem Titel "Celebrating creative code for the web" und trägt lauter Experimente und Fingerübungen zusammen, die in HTML5 und JavaScript sowie mit offenen Technologien gebaut wurden.

3D City; Rechte: Lo Th
"3D City" ist ein Klon des Spieleklassikers "SimCity".

Hin und weg bin ich zum Beispiel von WWW: "3D City", einem SimCity-Klon, der ausschließlich im Browser läuft. Er kommt zwar nicht an die Funktionsgewalt aktueller SimCity-Spiele heran, ist aber trotzdem großartig, wenn ihr gerade ein bisschen Zeit zu vergeuden habt. Und auch viele andere Links in den Chrome Experiments machen großen Spaß.

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Freitag, 15.08.2014

Schönheit aus der Tube braucht keiner mehr, da gibt es eine App für!

Ein #Selfie hier, ein Statusupdate da, ein Check-In dort - nennt es, wie ihr möchtet: Facebook, Instagram, Foursquare und auch Twitter erziehen uns langsam aber sicher zu Selbstdarstellern par excellence. Na und, was macht das schon? Solange es Spaß macht und sich andere tatsächlich dafür interessieren, was man gerade gegessen hat, wie man im Fahrstuhl aussieht und wo man seinen Kaffee trinkt, ist doch alles in Ordnung. Finde ich auch und praktiziere es ebenso.

"Alles aus dem Gesicht gefallen" ist mir dann heute aber doch, als ich über die folgende App gestolpert bin: Perfect365. Sinn und Zweck: vollkommene Schönheit jeden Tag im Jahr - zumindest in Bezug auf die Selfies. Da ist es auch kein Problem, dass ich angesichts dieser App mal eben meine Gesichtszüge "verloren" habe, denn diese lassen sich mit Perfect365 doch viel besser konstruieren. Einen kleinen Überblick über die App, die sich rühmt über 40 Millionen Benutzer zu haben, darum hier:

perfect365_start.png

Nachdem man die Schlüsselpunkte "zur Identifizierung der primären Gesichtsmerkmale" festgelegt hat - so die App-Herrsteller von ArcSoft, Inc. - kann man loslegen, sich richtig aufzuhübschen.
Das habe ich natürlich ausprobiert und möchte euch die Ergebnisse nicht vorenthalten. Zunächst habe ich mich an die "Hot Styles" begeben.

perfect365_wm.jpg

Mit diesem Style wäre ich zum Beispiel bei der Fußball-WM bestimmt ganz weit vorne gewesen.

perfect365_twilight.jpg

Und so hätte ich bestimmt auch als Vampir in Twilight eine Rolle bekommen.
Aber mal Spaß beiseite: Von diesen "Hot Styles" würde ich persönlich ganz bestimmt die Finger lassen.

Nachdem mich diese Ergebnisse eher abgeschreckt haben, wollte ich zumindest die übrigen Funktionen noch in Augenschein nehmen. Aber auch dort muss ich leider sagen, bleibe ich bei meinen nächsten Selfies lieber "unperfekt".
Ein kleiner Einblick in die Ergebnisse, wie man mit schmalerem Gesicht, höheren Wangenknochen, definierter Nase, breiterem Grinsen und weißeren Zähnen aussieht:

perfect365_ende.png

So "perfekt" und dabei "natürlich" zeigt man sich doch gerne seinem Netzwerk auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. ... NICHT!

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