Samstag, 15.08.2015

Fuchteln statt Klicken

Vor dem Bildschirm rumhüpfen und ein Spiel mit Gesten steuern? Bei modernen Spielekonsolen schon lange möglich. Auch einige Fernsehgeräte aus Asien lassen sich schon lange per Gesten bedienen. Sieht zwar mitunter komisch aus, wenn man mit den Händen im Raum herumfuchtelt, um nach virtuellen Dingen zu greifen, ist aber sehr effektiv.

Doch was bislang eher eine Randerscheinung war, beginnt sich zu einem Massenphänomen auszuwachsen. Wer sich das WWW: Promotionvideo von Microsoft zur Datenbrille Hololens anschaut, könnte meinen, die Leute befinden sich auf dem Holodeck. Sie fuchteln mit den Fingern in der Luft herum - und steuern so holografische Benutzeroberflächen oder lassen Objekte durch die Gegend wirbeln.

Holografische Anwendungen per Gesten steuern; Rechte: Microsoft
Holografische Anwendungen per Gesten steuern


Holografische Benutzeroberflächen
Schon bald wird die Blog: Hololens zu haben sein - und dann geht es los. Dann wird man nicht nur das holografisch in den Raum projizierte Windows 10 bedienen können, sondern auch mit Apps virtuelle Objekte steuern. Microsoft zeigt in Werbefilmchen glückliche User, die mit der Hololens-Brille auf der Nase durch die Wohnung laufen und virtuelle Windows-10-Tafeln bedienen - oder konzentriert an Motorrad-Design-Studien arbeiten. Wie das in der Praxis funktionieren soll, ohne dabei über Stühle oder krabbelnde Kleinkinder zu stolpern, ist mir schleierhaft.

Und das ist erst der Anfang: Auch die Hersteller der immer populärer werdenden Blog: Virtual-Reality-Brillen setzen auf Gestensteuerung. Marktführer Ocolus tüftelt an einem Modell, das genau mitbekommt, ob man in die Knie geht oder sich im Raum bewegt. Die meisten VR-Brillen bekommen das nicht mit, sie registrieren lediglich, in welche Richtung man gerade schaut und setzen das entsprechend um. Oder der Spieler nimmt spezielle Controller in die Hand, damit das System jede Handbewegung erkennt. Gestensteuerung spielt also in der Welt der VR-Spiele künftig eine noch größere Rolle als bisher ohnehin schon.

Touchjet Wave: Nachrüst-Bausatz für jeden Fernseher; Rechte; Touchjet
Touchjet Wave: Nachrüst-Bausatz für jeden Fernseher


Den Fernseher nachrüsten
Interessant auch die WWW: RealSense-Kamera von Intel. Eine 3D-Kamera, die in der Lage ist, die Tiefe im Raum zu erfassen und somit auch Gesten erkennen kann. Wer Windows 10 benutzt, kann sich mit einer solchen Kamera nur mit Blog: seinem Gesicht einloggen. Aber die Kamera erlaubt auch Gestensteuerung. In den ersten Notebooks und All-in-One-Geräten sind die 3D-Kameras bereits eingebaut - und es werden bald mehr Modelle sein. Das wird dafür sorgen, dass immer mehr Menschen ihren Rechner mit Gesten werden steuern wollen.

Wer nicht so lange warten will und seinen Fernseher im Wohnzimmer gerne per Handbewegung steuern möchte, der kann sein TV-Gerät schon bald aufrüsten: Im Frühjahr 2016 wird es das WWW: Touchjet Wave Set zu kaufen geben. Durch eine oberhalb des Schirms angebrachte Kamera wird jeder Fernseher zum Touchscreen. Das System erkennt auch kleinere Gesten. Außerdem wird Android mitgeliefert. Auf dem Fernseher zu Hause lassen sich dann auch Android-Apps laden und benutzen - und eben durch Gesten steuern. Und das alles für rund 300 Dollar.

An Menschen in der Öffentlichkeit, die mit Geistern zu reden scheinen, aber in Wirklichkeit mit einer Freisprecheinrichtung telefonieren haben wir uns einigermaßen gewöhnt. Demnächst werden wir uns an den Anblick von Menschen gewöhnen müssen, die Dinge zu greifen scheinen, die wir nicht sehen. Leicht wird das nicht.

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Freitag, 14.08.2015

Mehr Sicherheit durch U2F

Benutzername und Passwort: Dieses Doppel zum Login ist zwar immer noch beherrschend, aber wie wir alle wissen nicht besonders sicher. Immer wieder greifen Angreifer im großen Stil Passwörter und Zugangsdaten ab - und die Benutzer sind die Gelackmeierten, müssen ihre Passwörter wieder ändern und darum bangen, dass ihre Zugangsdaten nicht längst missbraucht wurden.

Deshalb wird händeringend nach Alternativen gesucht. Nach Möglichkeiten, das Login komfortabler und möglichst gleichzeitig sicherer zu machen. Die mittlerweile durchaus weit verbreitete Blog: Zwei Faktor Authentifizierung ist ein durchaus gangbarer Weg: Da muss der Benutzer neben Benutzername und Passwort auch noch einen Code eingeben, der im Smartphone erzeugt oder per SMS zugeschickt wird. Das ist deutlich sicherer - aber nicht bequemer.

U2F-Keys erzeugen Zugangscodes automatisch; Rechte: Yubico
U2F-Keys erzeugen Zugangscodes automatisch


Gesichtserkennung und Co.
Auch biometrische Verfahren kommen verstärkt zum Einsatz. Das neue Windows 10 zum Beispiel unterstützt serienmäßig das Blog: Einloggen mit Gesichtserkennung, Fingerabdruck oder Iris-Scan. Man mag das ein wenig spooky finden. Aber gute 3D-Kameras vorausgesetzt, funktioniert zumindest der WDR: Login mit dem eigenen Gesicht schon sehr gut. Austricksen fasst unmöglich. Und: Kein Hacker kann diese Informationen entwenden. Selbst wenn Kriminelle den Hashcode (mathematisches Verfahren zur Beschreibung des Gesichts) entwenden sollten, lässt sich das System trotzdem nicht austricksen. Ohne Gesicht, Fingerabdruck oder Iris kein Zugang.

Bei Fingerabdrücken ist das anders. Weil die meisten Smartphones ziemlich simple Sensoren eingebaut haben, lassen sich sich vergleichsweise leicht überlisten. Bei guten Sensoren, die lebende von unlebendigen Fingern unterscheiden können, ist das nicht so. Doch damit freunden sich nur die wenigsten Konsumenten an. Sie haben Sorge, dass ihre Daten bei der NSA landen oder missbraucht werden. Und wer wollte ihnen diese Sorge angesichts der Dimensionen der NSA-Schnüffeleien (und der Untätigkeit der deutschen Politik) ernsthaft verübeln?


Fotos funktionieren nicht, nur echte Gesichter


U2F ist komfortabel und sicher zugleich
Ein vergleichsweise neues Verfahren ist WWW: U2F (Universal Second Factor). Hier hat man einen kleinen Schlüssel zur Hand, den man auf eine USB-Buchse steckt. Der Schlüssel generiert den erforderlichen Code, um sich bei einem Online-Dienst anzumelden. Benutzername und Passwort werden durch den Code ergänzt. Vorteil gegenüber der Zwei Faktor Authentifizierung: Man muss keinen Code vom Handydisplay ablesen. Einmal den Key aufgesteckt, ist alles erledigt. Und Hacker haben keine Chance: Wer den Key nicht hat, der kann sich auch nicht einloggen.

Google und Google Chrome unterstützen U2F schon etwas länger. Jetzt hat auch Dropbox aufgerüstet: Ab sofort kann man auch seine Dropbox-Daten mit U2F absichern (WWW: hier steht mehr dazu). Dropbox setzt wie Google auf die Public-Key-Infrastruktur der FIDO Alliance. Hier müssen wirklich gar keine Codes mehr eingetippt werden, der USB-Stick ist der Schlüssel. Solche Sticks gibt es in unterschiedlichen Arten. Die einfacheren bekommt man schon für unter 20 Euro bei Onlinehändlern. Und auf Geräten ohne USB-Buchse kann man trotzdem an sein Konto ran: Indem man sich eine SMS schicken lässt oder den Code im Smartphone generiert.

Ich kann nur dringend dazu raten, solche Möglichkeiten zu nutzen. Die Zwei Faktor Authentifizierung macht Onlinekonten deutlich sicherer, ohne großen Mehraufwand. Und mit einem U2F-Key hat man mehr Sicherheit ohne jeden zusätzlichen Aufwand. Das ist es wert.


Hier mache ich gerade aus der Karte einen USB-U2F-Key

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Freitag, 14.08.2015

Emojis in echt

Mittlerweile gehören sie zum Alltag, wenn es um die Kommunikation per Smartphone geht: so ganz ohne Emojis kommen immer weniger aus, schließlich sagen sie manchmal die Dinge aus, für die wir sonst tausend Worte bräuchten. Die Fotografin Liza Nelson aus den USA hat ein paar der Emojis nun WWW: zum Leben erweckt und fotografiert.

Emojis in echt; Rechte: Liza Nelson
"EMOJI IRL.LOL." heißt das Fotoprojekt von Liza Nelson.

Großartig vor allem: die pinke Lady mit unsichtbarem Tablett auf der Hand. Oder der Mustache-Mann. Und vor allem: der lachende Hundehaufen. Tolle Fotos! Wobei es bisher leider nur 16 Stück geworden sind - von insgesamt Hunderten. Her damit!

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