Montag, 24.03.2014

25 Jahre WWW | 2007: Spam wird zum Problem

Die ersten 400 Spam-E-Mails wurden schon vor mehr als 30 Jahren verschickt, genauer: am 3. Mai 1978. Dumm damals: WWW: flog der Versender gleich auf. Dumm heute: ist es für E-Mail-Empfänger nicht mehr ganz so einfach.

Spam nervt. Erklären muss man das wohl nicht. Durch den massenhaften Versand von unerwünschten, meist werblichen E-Mails nimmt die weltweite elektronische Kommunikation Schaden. Datenwege werden verstopft, (Arbeits-)Zeit geht verloren.

Anzeige eines Spam-Ordners; Rechte: WDR/Moog Spam-Filter mildern das Problem zumindest etwas

2007 vermeldeten gleich WWW: mehrere WWW: Entwickler von Spamfilter-Software: Der Anteil von Spam am gesamten weltweiten E-Mail-Aufkommen habe die 90 Prozent überschritten. Der Mail-Versand drohe zum Glücksspiel zu verkommen, WWW: warnten damals schon Experten.

Spam wird meist über WWW: Bot-Netze verbreitet, ganze Armeen von mit Malware infizierten Rechnern also, die von dem Spammer kontrolliert und instrumentalisiert werden können. Ein solches Bot-Netz aufzulösen, kann je nach Größe so auch messbare Auswirkungen auf das Spam Aufkommen haben. Das Storm Botnet WWW: soll 2007 beispielsweise bis zu zehn Millionen Rechner umfasst haben und für rund zwanzig Prozent des Spam-Aufkommens weltweit verantwortlich gewesen sein - bis Microsoft im Herbst 2007 Software zur Entfernung des Virus zur Verfügung stellte.

Schon im Juli 2005 hatte das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) im Verbund mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband eine Beschwerdestelle zur Bekämpfung von Spam gestartet. User konnten per Mail unerwünschte Werbemails weiterleiten. Die Verbraucherzentrale überprüfte daraufhin die Fälle und ging - wenn möglich - juristisch gegen Spam-Versender und deren Auftraggeber vor. Ende 2006 wurde das Projekt wieder eingestellt. Seit dem 1. Januar 2007 hat diese Aufgabe die WWW: Internet-Beschwerdestelle übernommen, ein Projekt der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft. Auch dort kann man WWW: Spam-Mails melden.

Spam verstößt gegen geltendes Recht, nachzulesen ebenfalls seit 2007 im Telemediengesetz, WWW: die zentrale Vorschrift ist § 6 Abs. 2 TMG: Danach darf in der Kopf- und Betreffzeile der E-Mail-Werbung weder der Absender noch der kommerzielle Charakter der Nachricht verschleiert oder verheimlicht werden. So soll der Empfänger frei darüber entscheiden können, wie er mit der E-Mail umgeht, ohne sie erst öffnen zu müssen. Dem Absender droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Und heute? Im Vergleich zum Vorjahr ist das Spam-Aufkommen 2013 minimal gesunken, WWW: berichtete der Sicherheitssoftware-Entwickler Kaspersky Lab im Januar. Weniger erfreulich: Deutschland gehört neben den USA und Großbritannien zu den drei Ländern, in die am häufigsten Schadprogramme versendet wurden. Laut Kaspersky hatten 2013 etwa drei Prozent der verschickten Spammails solche Malware im Gepäck.

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag 25 Jahre WWW | 2007: Spam wird zum Problem

Zum Anfang dieses Eintrags

Sonntag, 23.03.2014

25 Jahre WWW | 2006: Twitter gegründet

Kurze Statusmeldungen an viele verschicken können - mobil. Das war 2006 die Idee von Jack Dorsey, Softwareentwickler. Zusammen mit seinen Kollegen Biz Stone und Evan Williams programmierte er "Twitter". Innerhalb von 14 Tagen, heißt es. Und das war er, der erste Tweet überhaupt:

Dass hinter dieser Idee mehr steckte, wurde dem Trio um Dorsay schnell klar. Ein Jahr nach dem ersten Tweet machten sie sich selbständig, um weiter an ihrer Microblogging-Software zu arbeiten. Um Twitter von unterwegs nutzen zu können, brauchte man ein Mobiltelefon. Per SMS ließen sich die auf 140 Zeichen begrenzten Tweets, Twitter-Kurznachrichten, absetzen und empfangen - zumindest theoretisch. Nicht in jedem Land klappte etwa das Empfangen von Twitter-Nachrichten via SMS (auf 160 Zeichen begrenzt). Zuerst musste man dafür Handy und Twitteraccount verbinden. Wer damals keinen Mobilfunkvertrag mit Inklusiv-SMS hatte, musste auch für jede SMS aka jeden Tweet blechen. Um per SMS nicht nur zu tweeten, sondern auch Direktnachrichten zu senden, anderen Twitterern zu folgen oder sie zu entfolgen, gab es Kurzbefehle. Ein @ am Anfang eines Tweets bedeutete etwa, auf den Tweet eines anderen zu antworten, Follow/leave, die News eines anderen Users zu abonnieren oder nicht mehr zu erhalten. WWW: Hashtags tauchten im Twitter-Universum erst 2007 auf. SMS in Verbindung mit Twitter-Kommunikationscodes - das war alles schon sehr nerdig damals, die zugehörige Website sah 2006 so aus:

Twitter-Screenshot von 2006, Quelle: ipadtreat.com Eine einfache Frage: Was tust du gerade? (2006)

Zum ersten Mal konnte man via Handy mit Bekannten und Unbekannten gleichzeitig kommunizieren, international, und ein bisschen wie in einer verschworenen Gemeinschaft. Einfacher wurde es für Nutzer mit einem internetfähigen Handy, sie konnten von unterwegs auf die mobile Seite von Twitter zurückgreifen. Mit den Smartphones kamen dann schnell verschiedene Apps, über die man Twitter seitdem noch viel besser bedienen konnte. Seit August 2011 kann man via App oder Desktop-Version auch Bilder twittern, vorher hatten das externe Dienste übernommen - unter teils WWW: fragwürdigen Bedingungen.

Smartphone mit Twitter-App; Rechte: WDR/Moog Twitter-App heute

Banal, platt, überflüssig? Nicht jeder war von dem Nutzen dieses Dienstes gleich hingerissen. Unbestritten aber spielte Twitter sowohl bei popkulturellen wie auch bei politischen Ereignissen eine große Rolle. Barack Obama, damals noch WWW: US-Präsidentschaftskandidat, nutzte den Dienst 2008 intensiv für seinen Wahlkampf, Nicht-Prominente WWW: twitterten von Ereignissen, schneller als jedes Medium berichten konnte, WWW: unvorsichtige Politiker verrieten Noch-Geheimnisse und Revolutionäre des Arabischen Frühlings organisierten sich via Netzwerk und berichteten unmittelbar - in 140 Zeichen und mit Bildern. Die meisten Follower haben im Netzwerk neben WWW: Barack Obama primär Popstars - ein Indiz dafür, dass ein Großteil der Twitter-User vor allem jung Fan ist, siehe WWW: @katyperry, WWW: @justinbieber oder WWW: @ladygaga.

Ob mancher Deutscher erst in Zusammenhang mit WWW: #aufschrei und dem davon ausgelösten Medienecho von Twitter erfahren hat? Ausgangspunkt waren Ende Januar 2013 Sexismus-Vorwürfe einer Journalistin gegen Rainer Brüderle, Twitter-Nutzerinnen reagierten darauf mit Schilderungen von persönlichen Erlebnissen zum Thema Alltagssexismus. Anne Wizorek (WWW: @marthadear war es dann, die dem ganzen das Hashtag #aufschrei gab, das sich schnell verbreitete. #Aufschrei ist das erste preisgekrönte Hashtag überhaupt.

Gefloppt ist dagegen die Mitte April 2013 veröffentlichte Musik-App #Music. Nutzer sollten damit auf Basis von Netzwerkaktivitäten und Twitter-Trends auf neue Musik und Künstler stoßen. Nach umjubeltem Start verlor sich die App schon bald in der Bedeutungslosigkeit. Ende Oktober kamen dann auch WWW: erste Gerüchte über die Abschaltung von #Music auf. Noch (Stand März 2014) gibt es sie.

Inzwischen ist Twitter in der Wallstreet angekommen. Obwohl sich CEO Dick Costolo WWW: seit 2010 genau darum bemüht, kommentierten WWW: Finanzexperten den Twitter-Börsengang im November 2013 so: "Das Geschäftsmodell ist noch nicht so klar." Immerhin, man hielt Twitter dennoch für wertvoll, sehr wertvoll - 35 Milliarden Dollar in Zahlen. Und das, obwohl das Unternehmen bisher nur Verluste einfuhr. Tweets sind für Nutzer kostenlos, der Betrieb von Serverparks aber keineswegs. Der Einbruch kam dann mit der Verkündigung der ersten Quartalszahlen Anfang Februar 2014,
WWW: 241 Millionen monatliche Twitter-Nutzer, also nur 30 Prozent Zuwachs im ersten Vierteljahr nach dem Börsenstart - zwischen 2011 und 2013 hatte sich die Nutzerzahl verdoppelt. Die Aktie fiel um mehr als 15 Prozent, bedeutet 600 Millionen Dollar Verlust für das Unternehmen. Puh.

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag 25 Jahre WWW | 2006: Twitter gegründet

Zum Anfang dieses Eintrags

Samstag, 22.03.2014

25 Jahre WWW | 2005: Youtube sorgt für Webvideos

Als Tim Berners-Lee sich Blog: 1989 das World Wide Web ausgedacht hat, war an Videos im Netz nicht zu denken. Das hätten die damals üblichen Bandbreiten nicht mal im Traum zugelassen. Doch über die Jahre sind die Internetleitungen Blog: immer schneller geworden - und auch für Privatleute bezahlbar.

2005 war es dann so weit: Mit Youtube ist das erste große Videoportal gestartet. Zum ersten Mal konnten Menschen kostenlos ihre eigenen Videos ins Netz laden und anderen zeigen. Youtube ist ein Wortspiel aus "You" (Du) und "Tube" (Röhre, Bildschirm). Youtube bedeutet also so viel wie "Du sendest". Die Idee hat sofort begeistert. Auch wenn die Bildqualität damals noch eher grottig war, wie das Anfang 2005 auch auf Youtube kursierende Blog: Numa-Numa-Video zeigt: Bewegtbilder im Netz war von Anfang an das große Ding.


Die ersten Jahre von Youtube in der Rückschau


Nach gerade mal 18 Monaten 1,3 Mrd. Dollar wert
Offiziell gestartet ist Youtube mit der eigenen Domain am 14. Februar 2005. Google hat davon Wind bekommen und bereits wenige Tage vorher, noch im Januar 2005, den Onlinedienst Google Video gestartet. Doch von Anfang an haben sich die Leute für Youtube entschieden - und gegen Google Video. Deshalb hat Google im Oktober 2006 Youtube gekauft - für damals unglaubliche 1,31 Milliarden Dollar. Die drei Youtube-Gründer waren plötzlich reich, Youtube gehörte ab da zu Google und Google Video wurde wenig später eingestellt. Heute ist Youtube eine Institution, die Plattform für Videos im Netz. Jede einzelne Minute laden die User über 100 Stunden Videomaterial hoch.

Während man anfangs Videos in eher schlechter Bildqualität zu sehen bekam, dominieren heute Videos in HD-Qualität. Selbst das neue Videoformat 4k, das eine abermals vierfach höhere Auflösung erlaubt, wird von Youtube schon eine ganze Weile unterstützt. Ein Erfolgsrezept von Google war von Anfang an, dass man Videos nicht nur auf der Youtube-Seite anschauen, sondern auch in andere Webseiten integrieren (embedden) kann, so wie in diesem Blog hier. Die Videos liegen bei Youtube - und können in der Seite abgespielt werden, ohne Youtube selbst besuchen zu müssen.


Das musikalische Jahr 2013 in der Rückschau

Eigener Sender und auf dem Fernseher
Heute ist Youtube mehr als nur ein Videoportal - Youtube verdient richtig Geld, durch Werbeeinblendungen auf der Portalseite sowie kurzen Videoclips vor den eigentlichen Videos. Viele Künstler können damit bereits ganz gutes Geld verdienen, zumindest wenn sie mit ihren Werken (Videos) eine große Reichweite erzielen. Längst hat Youtube damit begonnen, auch Blog: selbst Inhalte herzustellen. Eigene kleine Fernsehsendungen zu relevanten Themengebieten wie Sport, Entertainment, Mode oder Fitness.

Aber damit ist noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Google will mit Youtube in die Wohnzimmer. Viele Smart-TVs bieten mittlerweile die Möglichkeit, Youtube-Videos abzuspielen. Und mit Erweiterungen wie Blog: Chromecast lässt sich jeder Fernseher im Handumdrehen Youtube-tauglich machen. Das Ziel ist klar: Mit anspruchsvollen Formaten Geld zu verdienen. Auch bezahlte Leihvideos werden bei Youtube schon bald üblich sein. Die Reichweite hat Google mittlerweile - jetzt wird kassiert. Doch ein Verdienst bleibt: Youtube hat das World Wide Web um Video bereichert.

chromecast.jpg
Chromecast: Wie einen USB-Stick auf die HDMI-Buchse stecken - fertig


25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

womit denn mal wieder bewiesen wäre, dass der Affe vom Mensch abstammt - Youtube, Facebook usw. - dabei ist der Deutsche ein Vorzeigeaffe!

Gehlen am 23.03.14 10:58

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag 25 Jahre WWW | 2005: Youtube sorgt für Webvideos

Zum Anfang dieses Eintrags

April 2014

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/