Montag, 13.07.2015

Digitale Postkarten real verschicken

Ich habe eine ganze Kiste voller Postkarten. Manche sind wunderschön, haben tolle Panorama- oder Tierbilder auf der Vorderseite und einen persönlichen Text. Manche Motive und Grußzeilen gehen gar nicht. Manchmal kann man den Text nicht mehr lesen, weil Regen die Schrift verwischt hat. Wasserflecken vom Meer, ein Ring von der Kaffeetasse oder Eselsohren bringen die meisten Karten aber erst richtig zum Leben. Mittlerweile kriege ich nicht mehr so viele Postkarten. Eher sind es Fotos per WhatsApp oder Einträge bei Facebook, die ich zufällig sehe. Wieso nicht einfach beides miteinander verbinden: Ein eigenes Handyfoto mit einer einer echten Postkarte?

Postkartensammlung; Rechte: WDR/Horn
Meine geliebte Postkartensammlung

Mit Postkarten-Apps geht das. So umgeht man auch das Problem mit den hässlichen Motiven und muss weder einen Laden mit Karten noch einen Briefkasten suchen. Aber macht digitales Schreiben genauso viel Spaß? Wie teuer ist die moderne Urlaubspost und wann kommt sie beim Empfänger an?

Ich lade mir drei Apps zum Testen im heimischen WLAN runter: Urlaubsgruß, Trapoca und Pocamax. Es gibt noch diverse weitere Angebote, sowohl für Android-Telefone als auch für iPhones. Am besten räumt man aber vor dem Download ein wenig sein Handy auf, damit genug Platz für die App und für neue Urlaubsbilder da ist. Und schon geht's los: App öffnen, ein oder mehrere Fotos auf die Vorderseite laden, Karte virtuell umdrehen, Text eintippen, Adresse eintragen, zahlen und schon geht die Karte auf Reisen.

Postkarten-Apps; Rechte: Google Play Store/iTunes/Horn
Postkarten-Apps gibt es wie Sand am Meer

Wer seine Kontakte im Handy inklusive Adresse gespeichert hat, kann bei den meisten Apps Name und Adresse des Empfängers importieren. Ich muss und möchte sie von Hand eintippen. Bei Pokamax geht das zum Beispiel erst, wenn ich ein Kundenkonto angelegt habe. Die App Urlaubsgruß erlaubt mir die Gestaltung auch erstmal ohne Login. Sie ist intuitiv, nett aufgebaut und am Ende kann ich per Touchscreen eine handgemachte Unterschrift oder einen Smiley einfügen. So bekommt die Karte eine halbwegs "echte" Note. Im Warenkorb liegt nun mein fertiges Werk. Ich muss nur noch per Kreditkarte oder Online-Banking bezahlen. Und dabei zögere ich kurz.

Postkarten-Apps Collage; Rechte: Google Play Store/iTunes/Horn
Drei Apps, drei Preise für den Versand

Der Spaß soll mich 1,69 Euro plus Kreditkartengebühr kosten. Knapp zwei Euro für Etwas, das ich vorher nicht einmal in der Hand halte? Ich will den Vorgang abbrechen, aber dann entscheide ich mich doch dafür. Denn mal ehrlich, eine hässliche Postkarte, die seit gefühlt fünf Jahren im Kartenständer steht, kostet auch oft einen Euro. Plus Briefmarke. Plus Rennerei. Also klicke ich auf Kaufen und Senden. Immerhin bekommt jetzt jeder ein persönliches Motiv. Ich kann die Karte jederzeit vorbereiten - im Bus, am Strand - und im Hostel schicke ich sie dann per WLAN ab. Den Text speichere ich übrigens als Vorlage, statt mir zehn Mal mit den gleichen Sätzen die Finger wundzuschreiben. So spare ich eben Zeit statt Geld. Im Urlaub ist jede Sekunde zur Entspannung wichtig. Ich muss nur aufpassen, dass ich beim Copy & Paste keinen Fehler mache und den Text für meinen Freund auf die Karte an Mama und Papa drucken lasse.

Wetter gut, Essen lecker, ich schicke euch Sonne, liebe Grüße.

Trapoca will ich auch noch kurz ausprobieren. Ich knipse ein neues Bild von meiner Aussicht und bekomme dabei den Hinweis, im Querformat zu fotografieren. Klick, Bild im Kasten. Aber eine rote Ampel warnt mich, dass die Druckqualität des Foto nicht gut ist. Also ändere ich in den Einstellungen zunächst die Bildqualität und drücke nochmal auf den Auslöser. Ampel grün, perfekt. Ich kann zum Schluss sogar das Versanddatum festlegen. Theoretisch könnte ich also schon vor dem Urlaub die Karten vorbereiten, der Versand würde dann automatisch laufen. Praktisch, aber gemogelt. Für mich ein No-Go.

Tipps für den Versand von digitalen Postkarten:
1. Apps zu Hause downloaden, vergleichen und schon einmal registrieren
2. Vorher den Handyspeicher aufräumen, um Platz für neue Fotos zu haben
3. Fotoqualität in den Einstellungen auf die höchsten Pixel stellen
3. Die Adressen der Empfänger im Handy speichern oder notieren
4. Beim Fotografieren auf die Motivauswahl achten.

Die aktuelle Diskussion um die Panoramafreiheit zeigt, dass nicht jedes Gebäude und jede Sehenswürdigkeit, wie zum Beispiel der Eiffelturm in Paris, fotografiert, veröffentlicht und dann weiterverwendet werden darf. Das Gute bei den digitalen Postkarten ist aber, dass sie in Papierform beim Empfänger landen, ihren Sammlerwert damit behalten und die Fotos ansonsten auf dem Handy des Machers bleiben (sollten).

Panoramafreiheit_in_Europa; Rechte: Maximilian Dörrbecker/Chumwa/Commons/Wikimedia
Panoramafreiheit in Europa; Rechte: Maximilian Dörrbecker/Chumwa

Ich freue mich schon auf meine nächste Postkarte. Die erste digital erschaffene, von mir selbst, an mich selbst. Ich bin gespannt, wann sie hier ankommt. Vielleicht bin ich dann schon im Urlaub ...

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Audio: Radio.

Da sehe ich noch ein Problem: Man gibt dem Anbieter Namen mit Adressen der Empfänger. Vielleicht mag das mancher Empfänger gar nicht. Kann man sich darauf verlassen, dass Namen plus Adressen nicht an die Werbewirtschaft verkauft werden?

Es ginge auch so: Bild im passenden Format im Fotogeschäft ausdrucken und als ganz normale Postkarte verschicken. Hoffentlich hält der Kleber der Marke auf diesem speziellen Untergrund. Also erst noch testen, besser gleich Klebestift verwenden, dann testen. Aber das alles wollte man ja vermeiden ...

Also doch ganz altmodisch Bilder in passender Dateigröße als E-Mail-Anhang verschicken. Eigentlich ist das gar nicht altmodisch, sondern richtig praktisch. Wenn aber Oma keine E-Mail-Adresse hat? Au weia!

Bertram in Mainz am 13.07.15 20:28

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Digitale Postkarten real verschicken

Zum Anfang dieses Eintrags

Montag, 13.07.2015

Hier könnt ihr einer Website dabei zugucken, wie sie sich selbst programmiert

Der Programmierer Jake Albough hat WWW: eine Website ins Netz gestellt, die sich Zeile für Zeile selbst aufbaut. Während der Code immer weiter wächst, ändert sich auch das Design der Seite.

CSS-Design; Rechte: Jake Albough
Ein Herz für CSS - die Sprache fürs Webdesign

Grundlage ist die "Designsprache" CSS, die im Hintergrund fast aller Websites für deren Gestaltung sorgt. Das nenne ich mal ganz große Nerdunterhaltung!

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Hier könnt ihr einer Website dabei zugucken, wie sie sich selbst programmiert

Zum Anfang dieses Eintrags

Sonntag, 12.07.2015

Elf Jahre Mars-Rover in acht Minuten

Noch hat kein Mensch einen Fuß auf den Mars gesetzt. Aber immerhin ist ein von Menschenhand gebautes Gefährt über den Marsboden gerollt - und hat eifrig Fotos und Videos zur Erde gefunkt. Der Mars Rover hat über die Jahre eine Strecke von 42 Kilometern zurückgelegt. 2004 hat die Reise begonnen. Am 15. April ist sie zu Ende gegangen. Für diese kleine Strecke brauchte der Rover stolze elf Jahre.

Jetzt hat die Nasa aus dem gemächlichen Rover-Trip ein spannendes Zeitraffer-Video angefertigt: Elf Jahre Mars Rover, zusammengefasst in acht Minuten. Beeindruckend. Doch die Reise des Mars-Rover ist damit nach wie vor nicht beendet. Die Nasa will das kleine Mobil in ein sonniges Tal namens "Marathon Valley" steuern. Hier verbringt das Mobil den Winter. Anschließend soll der Rover zu neuen geologischen Untersuchungen aufbrechen.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Elf Jahre Mars-Rover in acht Minuten

Zum Anfang dieses Eintrags

 
 

Juli 2015

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/