Samstag, 23.08.2014

Ello: Du bist kein Produkt

Mangelnden Erfolg kann man Facebook sicher nicht vorwerfen. Mark Zuckerbergs Social Network sammelt Heerscharen neuer User ein. 1,4 Milliarden Mitglieder hat das Netzwerk mittlerweile. Tendenz: Steigend. Und das trotz aller berechtigten Kritik, die es an Facebook gibt. Datenschutz und Privatsphäre jedenfalls spielen keine besonders große Rolle in der Welt von Mark Zuckerberg. Wie auch: Das Sammeln von Daten und das Auswerten derselben ist das Geschäftsmodell von Facebook. Jetzt kündigt sich mit WWW: Ello eine radikale Alternative an.

Homepage Ello; Rechte: WDR/Schieb
Ello: Noch in Closed Beta - Mitmachen nur auf Einladung

Datenschutz hat höchste Priorität
"Du bist kein Produkt", so lautet das Motto der Ello-Macher, und so kann man es auch in ihrem WWW: Manifest nachlesen. Hier werden die konkreten Probleme der aktuell erfolgreichen sozialen Netzwerke wie Facebook oder Google+ konkret angesprochen: Sie seien dominiert von der Werbeindustrie. Die Betreiber werteten jede Regung aus. Jeder Post, jeder Kontakt, jeder Link werde getrackt, gespeichert und ausgewertet. Genau damit soll Schluss sein: Ello möchte ein Netzwerk sein, das die Privatsphäre schützt und das Erlebnis des sozialen Vernetzens im Internet in den Vordergrund rückt - ohne die Nachteile der kommerziellen Verwertung.

"We believe there is a better way. We believe in audacity. We believe in beauty, simplicity and transparency. We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership. We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce and manipulate - but a place to connect, create and celebrate life."

Ello verzichtet auf Anzeigen - und erklärt das auch ausdrücklich auf seiner Homepage. Ello soll von Anfang an kostenfrei sein und es auch bleiben. Das haben zwar auch schon andere behauptet, aber die Ello-Gründer scheinen es ernst zu meinen.


Ello Manifest: Computerstimme erklärt das Konzept


Finanzierung noch nicht geklärt
Noch kann Ello nicht sonderlich viel. Aber die Entwickler arbeiten mit Hochdruck daran, Webseite und Apps zu erweitern. Das kostet eine Menge Geld. Trotzdem soll das nicht mit Werbung eingespielt werden, auch nicht mit Nutzungsgebühren. Den Machern schwebt ein Premium-Modell vor: Gelegentlich sollen besondere Funktionen oder Angebote Geld kosten. Niemand wird gezwungen, diese Angebote zu nutzen. Was konkret angeboten werden soll, ist noch nicht bekannt.

Aber das kennt man aus anderen Netzwerken wie Stayfriends: Gold-Mitglieder können hier mehr machen als reguläre Mitglieder. Kommentare, Reposting, Bookmarking, private Nachrichten, eine Chrome-Extension und vieles mehr soll jedenfalls in den nächsten acht bis zehn Wochen für alle kommen.

Noch kann man nicht einfach so Mitglied bei Ello werden, denn Ello befindet sich in Closed Beta. Das bedeutet: Man kann auf der Homepage eine Einladung beantragen. Nach und nach werden immer mehr User zugelassen. Ist man an der Reihe, bekommt man per E-Mail die entsprechende Einladung und kann dann auch gleich loslegen. Auf diese Weise wächst die Community kontrolliert. Da sich das Netzwerk noch in der Entwicklung befindet, ist das sehr wichtig.

Auf dem Papier (respektive Schirm) liest sich das Konzept gut. Wird es eingehalten und durchgehalten, könnte Ello ein interessantes Social Network werden. Erfolg stellt sich aber nur bei Erfolg ein: Nur wenn möglichst viele Leute mitmachen, macht es Sinn, bei Ello vertreten zu sein. Ob das gelingen kann, wird sich erst zeigen.

Nochmal Korrekturlesen? ;)

Finanierung? am 24.08.14 12:10

Wenn ELLO an den Start geht, gibt es vielleicht mal eine Alternative zu diesem ganzen gleichgeschalteten Müll.
Bin seit Jahren bei FB und nutze es immer weniger, bei Google+ hab' ich mich kürzlich noch geärgert, die restriktive Einschränkung, wenn man kein Mitglied mehr sein will, kann man dieses und jenes nicht mehr, auch wenn das mal ohne Mitgliedschaft ging.
Ich wäre sogar bereit eine kleine Summe (monatlich 1-2 €) zu zahlen, wenn es dann dafür ein cooles, offenes soziales Netzwerk gibt.
Es ist eigentlich nur zu verstehen, wenn man so denkt:"Alle sind da und ich muss auch da sein" aber ansonsten gibt es keine vernünftigen Gründe bei FB oder Google+ zu sein.
Wenn man sich individuell im Internet präsentieren will, ist das doch unterste Schublade.
Wer nicht gerade einen Blog oder eine eigene Webseite an den Start bringen will, braucht eine Alternative, denn eins ist sicher:
"Ohne Netz geht es nicht!"

Robert B. am 24.08.14 12:28

Randgruppennetzwerk!
Eine hehre Idee, genauso wie alle "sicheren" Alternativen zu Google, Whatsapp u.a., leider zum Scheitern verurteilt.

Klaus am 24.08.14 12:47

Finan-z-ierung - aber ja! Danke :-)

WDR.de am 24.08.14 13:36

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Freitag, 22.08.2014

Tetris im Sechseck

Ich sehe es als meine Aufgabe, heute bewusst einen Kontrapunkt zum Hype um WDR: "Swing Copters" zu setzen, dem Flappy-Bird-Nachfolger. Wenn schon ein Geschicklichkeitsspiel, dann doch bitte eins, wegen dem man nicht nach ein paar Minuten hochgefrustet das Smartphone zum Fenster rauswirft. Deshalb empfehle ich: Hextris (WWW: Web, WWW: Android, WWW: iOS).

Hextris; Rechte: Hextris
Drei gleichfarbige Balken übereinander - und es entsteht wieder Platz rund ums Sechseck.

Das Spiel basiert auf dem Tetris-Prinzip: Mit euren Pfeiltasten dreht ihr das Sechseck in der Mitte nach links und rechts, während von außen ständig neue farbige Balken darauf zusteuern. Liegen drei gleichfarbige Balken übereinander, verschwinden sie. Großartig!

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Freitag, 22.08.2014

Werbung in der Tonwolke

Früher oder später musste es sicher passieren: Ab sofort gibt es auch in der populären WWW: Soundcloud Werbung. Nicht in Form von Bannern auf der Webseite, sondern hörbare Reklame. Werbeclips. Der nun "On Soundcloud" getaufte Dienst führt Werbe-Unterbrechungen ein. Künstler, die auf Soundcloud ihre Musik anbieten, werden an den Werbeeinnahmen beteiligt. Darüber hinaus ist ein Abodienst geplant. Damit ist auch Soundcloud keine Insel der Glückseligen mehr, sondern in der Wirklichkeit angekommen.

Soundcloud Logo mit InEar; Rechte: dpa/Picture Alliance
Soundcloud: Ab sofort können Künstler hier Geld verdienen


Moneten für Musiker
Soundcloud ist zwar populär, doch längst nicht jeder kennt das Portal. Man kann das Prinzip am einfachsten so erklären: Was Youtube für Videos ist, das ist Soundcloud für Audios. Nutzer können dort Songs oder andere Audios hochladen, anhören und kommentieren. Ob private Aufzeichnungen, Podcasts oder Musik: In der Soundcloud gibt es so ziemlich alles, was man sich anhören kann. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Musik. Viele Musiker Indie-Labels verteilen einzelne Songs, manche sogar komplette Alben auf Soundcloud. Bislang konnte man die Soundcloud kostenlos und werbefrei nutzen. Das ändert sich jetzt. Wer sich in der Soundcloud Musik oder Audios anhört, wird sich an Unterbrechungen gewöhnen müssen.

Aber wie das mit Musik so ist: Die Sache mit den Rechten ist immer sehr schwierig. Denn wie lässt sich sicherstellen, dass der Künstler daran verdient, wenn seine Musik auf Soundcloud angeboten und angehört wird? Wenn er selbst die Musik hochlädt, mag das noch klappen, wenn andere User die Musik hochladen, wird es schon schwierig. Doch jetzt hat Soundcloud Verträge mit mehreren Musikfirmen geschlossen, darunter auch so große Anbieter wie BMG. Während es mit Warner, Sony und Universal noch keine Vereinbarungen gibt, ist der Onlinedienst mit anderen großen Labels und Künstlern im Gespräch.

Soundcloud; Rechte: WDR
Soundcloud: Musik, Audios und Podcasts bis zum Abwinken

Werbung erst mal nur in den USA
Deutsche Soundcloud-Fans müssen nicht gleich aufgeschreckt sein, denn erst mal wird es die Werbung nur in den USA geben (obwohl Soundcloud ein Portal mit deutschen Wurzeln ist). Auch soll es Bezahlangebot von Soundcloud geben. Ein Abomodell für alle User, die Soundcloud nutzen wollen, ohne Werbung anhören zu müssen. Vor allem kleine Künstler, die ohne eigenes Label auskommen, dürften sich über diese Neuigkeit freuen. Denn Soundcloud spült ihnen künftig Geld in die Kassen. Das ist allerdings derzeit nur in den USA und auch nur auf Einladung möglich. Aber: Es ist ein Anfang.

Zweifellos wird es Soundcloud-User geben, die sich von dem Portal abwenden, denn Werbung stört viele - und viele sind auch nicht bereit, für Content zu zahlen. Allerdings setzt sich das Bezahlmodell immer weiter durch, denn irgendwie müssen Künstler, Autoren und alle Schaffenden etwas verdienen, die ihre Inhalte ins Netz stellen. Es wird daher künftig ganz generell immer öfter darauf hinaus laufen, dass ein Teil werbefinanziert zur Verfügung steht - und spezielle Inhalte (Premium Content) nur gegen Bezahlung gelesen, gehört oder angeschaut werden kann - oder dass Werbung gegen Bezahlung verschwindet. wie jetzt bei Soundcloud oder vor WWW: kurzem auch bei Golem.

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