Montag, 16.03.2015

Youtube jetzt mit 360° Videos

Youtube kann jetzt Videos mit Rundumblick abspielen. Angekündigt war dieses neue Feature schon länger, am Freitag ist es relativ leise an den Start gegangen. In einem WWW: Blogeintrag beschreibt YouTube-Manager Sanjeev Verma kurz den aktuellen Stand: Videos mit 360°-Funktion laufen derzeit auf Desktop-PCs mit Chrome-Browser und mit einer Android-App, andere Systeme sollen folgen.

Hier ein Beispiel: Wer sich in dem Video bewegen möchte, klickt mit der linken Maustaste auf das Video und bewegt den Bildausschnitt in jede beliebige Richtung. (Das ganze scheint zurzeit wirklich nur mit dem Chrome-Browser zu laufen - ich freue mich über Erfolgs- und Misserfolgsmeldungen in den Kommentaren)

So richtig geschmeidig läuft das ganze aus meiner Sicht noch nicht und auch wenn man die Bildqualität auf HD umstellt, ist sie nicht so richtig begeisternd. Aber: das kommt bestimmt noch.

2010 haben wir beim WDR schon einmal mit 360° Videos experimentiert, damals haben wir den Day of Song in der Arena auf Schalke gefilmt. Das Video selbst ist leider mittlerweile depubliziert, es gibt aber noch eine WDR: Bildergalerie zur Produktion des Videos.

Damals gab es weltweit nur sehr wenige Firmen, die solche Videos mit selbstgebastelter Technik aufnehmen konnten. Auch das Hosting, also das Bereitstellen des Videos für die Nutzer, war hakelig, aufwändig und lief nicht immer ganz fehlerfrei. Mit der Unterstützung von Youtube kann nun jeder ein 360°-Video anbieten und die Aufzeichnung funktioniert auch immer einfacher. Statt Bastellösungen sind für dieses Jahr von verschiedenen Anbietern einfach bedienbare 360°-Kameras für ein paar hundert Euro angekündigt. In den kommenden Monaten wird es mit Sicherheit viele spektakuläre Videos mit Rundumblick geben.

Absolut richtig, läuft nur mit Chrome. Aber sie wären ja schön blöd, wenn sie es dabei belassen würden.

Kamerakind am 16.03.15 10:24

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Sonntag, 15.03.2015

Ich liebe meine Kritiker!

Bewertungsportale sind beliebt: Hier kann man nachschauen, welche Erfahrungen andere User mit Produkten, Firmen, Dienstleistungen oder Onlinediensten gemacht haben. Das kann hilfreich sein - oder nicht. Das kann fair sein - oder nicht. Kommt immer auch ein bisschen auf die Perspektive an. Wer zum Beispiel ein Restaurant betreibt und sich eine virtuelle Watsche einfängt, weil ein Gast eine schlechte Kritik schreibt, der wird in aller Regel nicht sonderlich begeistert sein. Denn eine schlechte Bewertung ist nicht nur wenig schmeichelhaft fürs Ego, sondern schadet auch dem Geschäft. Wenn andere das lesen, bleiben sie vielleicht weg.

Aber was macht man mit einer schlechten Bewertung? Man kann sie öffentlich vorlesen. Das amerikanische Kochportal WWW: FoodBeast nimmt die Dinge generell nicht so ernst und hat drei Köche gebeten, die schlechtesten Bewertungen ihrer Restaurants vorzulesen. Das alles wurde aufgezeichnet - und auf Youtube gestellt. Herausgekommen ist ein amüsantes Video, das zeigt: Wer gelassen und sogar ein bisschen humorvoll mit schlechten Bewertungen umgeht, kann Punkte machen.


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Donnerstag, 12.03.2015

Halbherziger WLAN-Ausbau

Offenes WLAN? Finde ich immer gut. Ich sitze gerade am Flughafen Düsseldorf und nutze das kostenlos kredenzte WLAN. Ein guter Zeitpunkt, um über offenes WLAN nachzudenken. Denn eins steht fest: Menschen aus dem Ausland, die in Deutschland ankommen und nach einem offenen WLAN suchen, sind immer wieder erstaunt, wie schwierig es ist, hierzulande eins zu finden.

Denn: Deutschland ist extrem rückständig in dieser Angelegenheit. Es gibt kaum offene WLANs, die jeder einfach so unkompliziert nutzen kann. In anderen Ländern ist das anders. Im Silicon Valley gibt es ganze Städte, die mit WLAN versorgt sind. Und bei uns? Hier muss man sie mit der Lupe suchen. Natürlich - wie sollte es anders sein? - aus juristischen Gründen. "Störerhaftung" ist das Zauberwort. Wer ein WLAN betreibt, der haftet für jeden Unsinn, der darüber angestellt wird.

Logo WLAN; Rechte: WDR
WLAN Access überall? Will die Bundesregierung gar nicht...


User müssen erklären: Wir sind artig
Ein Risiko, das viele nicht eingehen wollen, verständlicherweise. Das will die regierende Koalition in Berlin jetzt ändern. Das Wirtschaftsministerium hat heute (12.03.2015) einen Gesetzentwurf vorgelegt, der für "mehr Rechtssicherheit sorgen" soll. Das Ziel: Wer ein offenes WLAN betreibt, soll nicht gleich mit einem Bein im Knast stehen, weil die User vielleicht Musik verteilen. Dazu muss die Störungshaftung aber gelockert werden. Sinnvoll, denn vor allem Betreiber von Hotspots an öffentlichen Orten wie Cafés oder Restaurants wollen das Risiko nicht eingehen.

Das neue Gesetz sieht vor, dass die Betreiber solcher Hotspots künftig ihren Hotspot teilen dürfen, wenn der Besucher artig vorher bestätigt, keinen Unsinn anstellen zu wollen. Persönliche Daten wie Name oder Mail-Adresse müssen nicht hinterlassen werden. Das ist schon mal zu begrüßen, denn das wäre nicht nur ein administrativer Aufwand, sondern auch keine sonderlich vertrauensbildende Maßnahme. Da würden nicht nur ausländische User wenig Verständnis für aufbringen.


ICE; Rechte: picture-alliance/dpa/Rolf Vennenbernd
Künftig soll es mehr Hotspots geben - zumindest an öffentlichen Plätzen


Die Bundesregierung will den Ausbau öffentlicher WLAN-Netzwerke in Städten vorantreiben, heißt es. Aber nicht wirklich entschlossen. Denn während Betreiber von Cafés, Restaurants oder Hotels künftig rechtlich besser aufgestellt sind, gelten diese Privilegien für Privatleute nicht. Die müssen auf Nachfrage die Namen aller User nennen können, die sich in ihrem WLAN tummeln. Undenkbar also die Idee, dass jemand seinen WLAN-Hotspot aus Freundlichkeit für die Allgemeinheit öffnet. Für Privatleute bleibt die Störerhaftung.

Das kann man ja so machen, wenn man möchte, dass es einfacher ist, über offene WLANs begangene Straftaten verfolgen zu können. Aber dann soll man nicht so tun, als wäre man besonders innovationsfreundlich. Schon gar nicht soll man behaupten, man wolle offene WLANs in Städten vorantreiben. Das will man nämlich nicht. Oder bestenfalls nur ein bisschen. Und das ist - Entschuldigung! - armselig.

Ich setze mich für "Freifunk" ein und finde den Gesetzentwurf als Rückschritt. Wir Computerfreunde-Niederrhein wollen z.B. das Flüchtlingswohnheim per Freifunk ans Internet bringen. Durch die Unsicherheit, die für Privatpersonen bleibt, werden wir wohl nur sehr schwierig Mitstreiter finden, die ihr eigenes Internet mit dem Freifunk-Netz verbinden wollen.

Rainer Liewer am 12.03.15 19:30


Solche Fragen sind immer auch ein Machtkampf. Ich hoffe, es gibt genügend Proteste! Es wäre schlimm, wenn Initiativen wie "Freifunk" an solchen Gesetzen scheitern würden. Für die Fachjournalisten heißt das: dranbleiben am Thema!

Bertram in Mainz am 13.03.15 23:17

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