Freitag, 10.10.2014

Sobooks will das Lesen verändern

Auf der Sonntag zu Ende gehenden WWW: Buchmesse in Frankfurt wird auch viel über eBooks diskutiert. Irgendwie wollen wir Deutschen uns nicht so recht mit den digitalen Büchern anfreunden. Nur fünf Prozent der Deutschen WWW: besitzen einen eBook Reader. In den USA ist das anders. Da verdienen Verlage bei vielen Titeln bereits mehr mit dem eBook als mit dem gedruckten Pendant. Bei uns in Deutschland ist das längst noch nicht so. Aber: Es kommt trotzdem Bewegung in den Markt. Amazon hat mit WWW: Kindle Unlimited eine eBook-Flatrate gestartet, WWW: Readfy bietet kostenloses Lesevergnügen - und Sascha Lobo hat sich die Social Books ausgedacht.

eBooks werden immer wichtiger; Rechte: dpa/Picture Alliance
eBooks werden immer wichtiger - wenn auch nur langsam


Social Books: Nicht nur lesen, sondern mitmachen
Ganz neu sind die Social Books nicht. Bereits vor einem Jahr hat Lobo sein Portal WWW: sobooks.de vorgestellt, das ich Blog: hier bereits vorgestellt habe. Seitdem ist ein Jahr vergangen, in dem Sobooks eifrig getestet und weiter entwickelt wurde. Ein Jahr Betaphase - das muss man sich auch leisten können. Seit heute (10.10.2014) ist Sobooks nun offiziell geöffnet, jeder kann sich einloggen, im Angebot stöbern und auch eBooks kaufen.

Anders als andere Anbieter setzt Sobooks nicht konsequent auf Tablets oder Smartphones. Sobooks kann man problemlos auch am PC nutzen und in den eBooks lesen. Von jedem eBook kann man sich bis zu acht Seiten kostenlos anschauen. Welche Seiten, das kann jeder selbst entscheiden. Nachdem man acht Seiten in der Preview gelesen hat, bekommt man nur noch einen Buchstabenmatsch zu sehen - und wird aufgefordert, das eBook zu kaufen. Vorzugsweise via Paypal.

Portal Sobooks; Rechte: WDR
Sobooks: Bücher lesen, liken und kommentieren


Austausch mit anderen
Die große Stärke von Sobooks ist zweifellos, dass man nicht nur komplette eBooks empfehlen, sondern auch Textstellen liken, weitergeben oder kommentieren kann. Bei Sobooks können sich Hunderte von Lesern treffen und über einen Absatz oder auch nur einen Satz diskutieren, wenn sie wollen. Wer sich an solchen Diskussionen nicht beteiligen möchte - auch kein Problem. Dann wird der soziale Aspekt einfach ausgeblendet. Aber die Möglichkeit, derart frei mit den Texten von Autoren umgehen zu können, das ist ein Alleinstellungsmerkmal von Sobooks, das mir sehr gut gefällt.

Sascha Lobo ist es gelungen, die FAZ mit ins Boot zu holen. Demnächst startet bei FAZ.net gemeinsam mit Sobooks der "WWW: digitale Lesesaal". Redakteure der FAZ sollen einzelne Bücher vorstellen und mit Lesern diskutieren - über ganze Bücher, aber auch über bestimmte Passagen. Sobooks bietet dafür die passende Plattform, FAZ.net die passende Klientel. Die zu diskutierenden Passagen des Buchs sind dann kostenlos und frei im Lesesaal zugänglich. Facebook, Twitter und Google+ sind angebunden und sorgen für kostenlose PR. Wer mehr lesen will, kann und soll die eBooks bei Sobooks kaufen. Ein insgesamt gelungenes Konzept.

Die Titelauswahl ist bei Sobooks derzeit noch recht bescheiden. Aber die Anbindung an die FAZ, das für anspruchsvolle Literatur zweifellos wichtigste Forum, dürfte so manchen Verleger weich werden lassen. Sicher werden viele eBooks (auch) bei Sobooks erscheinen: Gerade deutsche Verleger suchen nach Möglichkeiten, dem immer größer werdenden Onlineriesen Amazon die Stirn zu bieten. Und tatsächlich ist es wichtig, für Alternativen zu sorgen. Sobooks ist eine solche Alternative. Leider bislang die einzige.

Was ich lese und_wie_ich lese,das geht nur mich an.Maximal noch meinen Buchahendler-aber das war es dann schon auch.Da brauche ich keine Schueffelkonzerne dazwischen mir und meinen Buechern-deren Buecher ich ja dann auch nur"ausleihe"(Nutzungsrecht auf..)wuerde!Lobo die Knalltuete kann sich das sonstwohin stecken.Gibt das eigendlich irgendwelche Vorteile,wenn man als Journalist derartiges hyped-statt mal seinen Kopf zu benutzen?

pruust ;) am 10.10.14 19:57

Natürlich gibt es Alternativen zu Amazon: einfach das gedruckte Buch beim Buchhändler um die Ecke kaufen. Da kann ich lesen, was jemand verfasst hat, der wirklich schreiben kann und muss mir nicht die hohlen Kommentare der manischen Allestwitterer über jeden Absatz oder gar jeden Satz antun.

Felix H am 11.10.14 0:44


Solche Projekte sollten möglichst unter Open-Source-Lizenz laufen! Wenn die Verlage solche neuen Produkte erst mal an sich gerissen haben, wird der Wechsel so schwierig wie bei der Software die Abkehr von Microsoft.

Gerade bei Lehrmaterialien mit Grundlagen sollte man sich von kommerziellen Anbietern ganz verabschieden. Schulbücher, die von den Schülern und Studenten weiterentwickelt werden wie Wikipedia. Das fände ich toll! Und Wikipedia kann auch gleich als Startmaterial herhalten. Von Zeit zu Zeit wird die jeweilige Version fixiert und als offizielles Lehrbuch in den Unterricht eingeführt.

Bezahlte Werke mag es zusätzlich geben. Aber mit drastisch verkürzter Laufzeit der Urheberrechte!

Bertram in Mainz am 13.10.14 0:48

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Donnerstag, 09.10.2014

Snowball sorgt für Durchblick

Eine kurze Nachricht verschicken? Früher hat man da eine SMS geschrieben. Heute hat man die Qual der Wahl, wie man seine Freunde und Kontakte anpingt. Es gibt so viele Möglichkeiten: Facebook Messenger, Twitter, WhatsApp, Snapchat oder eben SMS. Wer überall dabei ist, der muss nicht nur überlegen, welcher Kommunikationskanal gerade der richtige ist, er muss auch auf allen Kanälen lauschen. Wer weiß, auf welchem Weg sich die anderen melden? Gar nicht so einfach - das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Homepage Snowball; Rechte: WDR
Snowball: Die App gibt es derzeit nur für Google Android.


Alle Nachrichten in einer Inbox
Deshalb gefällt mir die Idee von WWW: Snowball. Das ist eine neue App, die Nachrichten aus den unterschiedlichsten Quellen vereint. Egal ob Twitter, WhatsApp, Facebook Messenger, Snapchat, Google Hangouts, Line, WeChat, Slack oder eben die gute alte SMS: Alles, was an Nachrichten reinkommt, wird von der App entgegengenommen, verarbeitet und übersichtlich präsentiert. Ich muss nur noch in einer Inbox nachschauen, ob es neue Nachrichten gibt, auf die ich reagieren muss. Ich kann mir auch alle Nachrichten von einer Person zeigen lassen, egal, aus welchem Kanal sie kommen.

Snowball-Benutzer können auf jede eingehende Nachricht antworten - und die Antwort nimmt denselben Weg zurück, verwendet automatich denselben Kommunikationskanal, über den die eingehende Nachricht gekommen ist. Hat man Snowball erst mal eingerichtet, also alle Konten mit Snowball verknüpft, muss man sich über so etwas keine Gedanken mehr machen.

Nicht für Apple- und Windows-Smartphones
Derzeit gibt es Snowball ausschließlich für Google Android - kostenlos. Das hat nicht allein technische Gründe. Einer der Investoren von Snowball ist Google Ventures, und die investieren verständlicherweise in erster Linie in Android-Lösungen und nicht in iOS-Apps. Wenn Snowball erfolgreich wird - und das könnte ich mir gut vorstellen -, dann sind zwei Dinge denkbar. Entweder, Snowball wird in Android integriert, damit Googles Kommunikationsdienste verstärkt genutzt werden. Oder es wird auch eine Version für iOS und Windows Phone geben, um aus Snowball eine Standard-App zu machen, für die man möglicherweise sogar einen kleinen Betrag nehmen kann.

Eins lässt sich aber jetzt schon über Snowball sagen: Die Idee ist gut - und die App überzeugt.

Wie üblich ist das Problem: Will man einer App alle Konten geben und ihr mitteilen, welche Konten zu welcher Person gehören? Denn das ist ein gefundenes Fressen für Datensammler. Bei einer kostenlosen App wäre ich da sehr, sehr misstrauisch. Sowas wirkt immer eher wie ein leckerer Köder am Haken als ein kostenloses tolles Essen...

Für iOS wird es sowas in dieser Ausprägung nicht geben, weil Dritt-Apps dort überhaupt nicht auf empfangene SMS zugreifen dürfen und auch keine SMS verschicken können (für iMessage gilt dasselbe).

joh am 9.10.14 16:25

Das passt doch bestens bei nsgooglea.Die haben doch gerade erst einen neuen service gestartet der den user an offene Rechnungen erinnert.“Show me my bills”..Zustimmungsrate 99% ROFL

hehe am 9.10.14 18:17

mach ich was falsch oder ist die App in Deutschland nicht verfügbar??

Flo am 10.10.14 8:44

Warum nicht in Deutschland verfügbar? Da wird was interessantes vorgestellt und nix is schade!

Tom am 10.10.14 11:57

Die App gibt es nur für Android-Geräte - aber auch da nicht für alle. Mit Samsung Galaxy 3 oder 5 z.B. guckt man noch in die Röhre. Schade.
Prinzipeill aber freue ich mich sehr, wenn man nicht alle Social Networks einzeln absurfen muss, sondern mal alles an einer Stelle beokmmt. Gibt es noch weitere Möglichkeiten dieser Art? Die jetzt auch schon fu nktionieren?

Argulator am 10.10.14 14:26

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Mittwoch, 08.10.2014

Musikstars im Sekundentakt

Was hilft, um eine neue Marke bekannt zu machen? Werbung, logisch. Z.B. mit einem aufwändig produzierten Videoclip. Oder mit einem prominenten Gesicht. Oder durch eine eingängige Melodie. Und wenn dann noch viele Menschen erreicht werden...
OK, haben sich die Köpfe hinter WWW: BBC Music, gedacht, warum machen wir nicht alles auf einmal?
Mein Tipp: Beim ersten Durch-Gucken und -Hören gar nicht erst den Versuch starten, alle Künstler zu identifizieren - es sind zu viele.


BBC-Music-Clip: "God Only Knows"

Gestern Abend feierte diese einzigartige Version des alten Beachboy-Songs "God Only Knows" ihre Premiere. Und zwar zeitgleich auf allen weltweit ausgestrahlten BBC-Kanälen im TV, Radio und Internet. Der Name für diese Staransammlung über alle Musikgenre-Grenzen hinweg könnt passender kaum sein: "The Impossible Orchestra".

Wer Hilfe beim Erkennen der insgesamt 27 Top-Stars braucht, WWW: klickt bitte hier. Laut WWW: diesem Blogeintrag des BBC-Music-Chefs fließen alle Einnahmen des Spots in das gemeinnützige WWW: BBC-Projekt Children in need.

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