Samstag, 29.03.2014

25 Jahre WWW | 2012: Wearables

Ich muss zugeben, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann ob das ultra mobile Internet, das wir zum Beispiel ums Handgelenk in einem Armband, oder in einer Uhr mit Internetfunktion tragen, wirklich ein Meilenstein der letzten 25 Jahre WWW ist. Das muss sich nämlich erst noch zeigen. Aber Tech-Firmen wie Google oder Apple und auch Sportausstatter wie Nike glauben dran.

Der erste große Wearable-Player: Google

2012 jedenfalls war es, als mit Google zum ersten mal ein richtig großer Player angekündigte auf Wearables zu setzen. Die sogenannte Datenbrille Google WWW: Glass soll uns einen permanenten Blick auf das WWW möglich machen. Weggucken, oder zumindest in die Hosentasche stecken: unmöglich! Bislang gibt es Google Glass noch nicht im freien Verkauf, nur Entwickler und Journalisten können die Brille ausprobieren.

So sieht Google Glass aus; Rechte: Alex Nieschwietz
Ein Mini-Bildschirm am Gestell von Google Glass zeigt Informationen an

Dabei fällt vor allem auf: Google Glass ist hässlich und kann nichts revolutionär Neues. Da hilft auch die Nachricht nicht, dass Google sich, was das Brillen-Design angeht, jetzt vom Luxus-Brillenlabel Ray Ban WWW: helfen lassen will: Denn für das stylistische Opfer das bringe, wenn ich Google Glass trage, möchte ich wenigsten mit unschlagbaren Apps entschädigt werden. Apps, die einen permanenten Mini-Bildschirm vor dem Gesicht rechtfertigen. Sonst glaube ich nicht daran, dass Google Glass ein Meilenstein wird.

Wearables bislang: Vor allem für Sportler

Dann schon eher Fitnessbänder. Denn eigentlich ist die Idee gar nicht schlecht: Ein unauffälliges Armband zählt Schritte, misst den Puls, oder sogar den Kalorienverbrauch. Am Ende wird das ganze mit einem Smartphone synchronisiert und kann dem User sagen, ob er sich gesund ernährt, oder mehr bewegen muss. Mit Fitnessbändern wie dem Jawbone Up oder dem Nike Fuelband funktioniert das auch schon ganz gut.

Fitnessband Jawbone Up!; Rechte: Alex Nieschwietz
In den Fitnessbändern sind Sensoren eingebaut, die z.B. Bewegungsdaten sammeln


Allerdings sind solche Fitnessbänder vor allem etwas für (Freizeit-)Sportler. Deshalb glaube ich, dass in Zukunft die Wearables einschlagen werden, die uns mehr Freizeit von anderen Bildschirmen verschaffen werden. Das mag auf den ersten Blick seltsam klingen, aber wie wäre ein Armband, dass uns per Vibration sagt, ob eine neue Facebook-Nachricht oder E-Mail im Posteingang ist? Es würde uns mehr Freizeit vom Smartphone verschaffen und bei wichtigen Besprechungen oder Verabredungen mit Freunden nicht ablenken. Und es würde den Griff in die Jeanstasche überflüssig machen, genau wie ein ständig griffbereit liegendes Smartphone. Das ist eine - wie ich finde - tolle Vorstellung.

Mehr Bildschirm-freie Zeit durch Wearables?

In diese Richtung geht das, was Samsung mit seinen Smartwatches vor hat, und auch bei Apple WWW: vermutet das Netz schon seit Monaten, wie eine iWatch aussehen könnte, die möglicherweise noch dieses Jahr auf den Markt kommt. Dabei ist klar: Sie soll Funktionen des Smartphones auslagern, auf einen kleinen Bildschirm am Handgelenk. Und somit wären Wearables ein Meilenstein in der Geschichte des WWW: Nämlich die ersten Geräte die dafür gemacht sind, uns Abstand von Bildschirmen zu verschaffen, weil das WWW sowieso schon überall um uns herum ist.

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

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Freitag, 28.03.2014

25 Jahre WWW | 2011: Minecraft und Nyan Cat

Alle paar Jahre gelingt Spieleentwicklern der ganz große Wurf. Sie bringen dann ein Spiel auf den Markt, an das man sich noch lange erinnert und jede Menge Nachahmer findet. Ein prägendes Spiel im besten Sinne. Dazu gehört definitiv das Open World Game WWW: Minecraft. Im November 2011 ist das Spiel auf dem PC an den Start gegangen - und ist eingeschlagen wie eine Bombe. Mittlerweile gibt es auch Versionen für Android, iOS und Raspberry Pi, eine Version für die Xbox 360 ist in Planung. Über 33 Millionen Mal soll sich Minecraft mittlerweile verkauft haben.

Dabei ist Minecraft erfrischend anders. Der Spieler muss mit Hilfe von würfelförmigen Blöcken Konstruktionen in einer virtuellen Welt bauen, im weitesten Sinne wie mit Lego-Steinen. Doch das ist nur der konstruierende Teil. Der Spieler kann die virtuelle Welt auch erkunden, er kann und muss gegen Monster kämpfen und Ressourcen sammeln. Außerdem lassen sich seine Blockkunstruktionen zu anderen Gegenständen verarbeiten. Und das alles ohne ein fest vorgegebenes Spielziel. Noch heute kann man Minecraft spielen - selbstverständlich vor allem über das Internet. Denn insbesondere das Miteinander macht den Reiz von Minecraft aus.


Überaus erfolgreich trotz Klötzchengrafik

2011 ist aber auch das Jahr, in dem im Web zum ersten Mal WWW: Nyan Cat aufgetaucht ist. Übersetzt bedeutet "Nyan Cat" so viel wie Miau-Katze. Ein Internet-Phänomen und längst Teil der Netzkultur. Nyan Cat ist eine aus zwölf Einzelbildern (Frames) bestenede 8-Bit-GIF-Animation einer fliegenden Katze, die einen Regenbogen hinter sich her zieht. Später ist die Katze noch mit einem nervigen Sound unterlegt worden und auf verschiedenen Webseiten aufgetaucht. Wer gar nicht genug bekommen kann von Nyan Cat, kann sich auch ein zehnstündiges(!) Youtube-Video anschauen. Damit lässt sich also locker jeder Arbeitstag überbrücken...


Nyan Cat: 10 Stunden nonstop Nyan, Nyan, Nyan...

Was den ungeheuren Erfolg von Nyan Cat ausmacht, die WWW: hier zum ersten Mal veröffentlicht wurde, lässt sich eigentlich gar nicht sagen. Der Sound ist nur nervig, die 8-Bit-Grafik hässlich, einen tieferen Sinn gibt es nicht. Aber genau das sind vielleicht die besten Voraussetzungen dafür, um Kultstatus zu erlangen.

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Donnerstag, 27.03.2014

25 Jahre WWW | 2010: Knipsen mit Instagram

Praktisch jedes Smartphone hat eine eingebaute Kamera, die meisten sogar mit einer ziemlich guten Auflösung. Damit etwas Sinnvolles anzustellen, vor allem das Fotografieren mit dem Smartphone schicker und schneller zu machen, das war die Idee von Kevin Systrom und Mike Krieger aus San Francisco. Die beiden wollten einen einfachen und vor allem schnellen Weg anbieten, wie man Schnappschüsse mit Freunden teilt. Dabei herausgekommen: WWW: Instagram. Im Oktober 2010 ist die App in den App-Store von Apple gestellt worden. Seitdem kann man Fotos mit Instagram nachbearbeiten und online stellen - innerhalb von Sekunden.

instagramandroid.png
Instagram für Android gibt es erst seit April 2012


Schnappschüsse in Sekunden mit Freunden teilen
Die Idee hat zweifellos einen Nerv getroffen. Zwar konnte man auch vorher schon Fotos verteilen, per E-Mail etwa oder auch über das ein oder andere Chat-System oder in sozialen Netzwerken. Aber so richtig einfach und bequem war das nicht. Instagram hat das Foto in den Vordergrund gestellt: Mit der App ein Foto zu machen, durch einen der gut ein Dutzend Filter zu jagen und aufzuhübschen und dann dem eigenen Freundeskreis zu zeigen ist bei Instagram nur eine Sache weniger Sekunden. Die App ist dann auch eingeschlagen wie eine Bombe.

Erst im April 2012 ist auch eine Android-Version von Instagram erschienen, bis dahin funktionierte Instagram nur auf dem Apple iPhone. Mittlerweile gibt es Instagram für alle wichtigen Plattformen - und mittlerweile gibt es nicht nur diverse Nachahmer, die ähnlich funktionieren wie Instagram. Auch die Großen der Branche wie Facebook, Google+ oder Twitter haben mehr Fotofunktionen in ihre Apps eingebaut. Im April 2012 hat Facebook den Fotodienst Instagram für eine Milliarde Dollar gekauft. Und das, obwohl Instagram bis dahin noch keinen einzigen Dollar verdient und lediglich 12 Mitarbeiter beschäftigt hat.


Webseiten mit Fotos kamen erst später
Kaum zu glauben: Erst im November 2012 hat sich Instagram auch im Web geöffnet. Bis dahin waren Instagram-Fotos ausschließlich auf Mobilgeräten zu bewundern. Doch im November 2012 hat Instagram die Webprofile eingeführt. Seitdem kann jeder Instagram-Nutzer ein eigenes Webprofil präsentieren - mit eigenen Fotos. Das ist mein WWW: Webprofil bei Instagram. Neue Fotos landen auf Wunsch auch auf der Webseite. Großer Vorteil: So können auch Leute die Fotos sehen, die über kein Mobilgerät verfügen oder Instagram nicht nutzen. Eine Funktion, die der neue Besitzer Facebook zweifellos irgendwann nutzen will.

Mittlerweile wird mit Instagram durchaus auch Geld verdient. In der Timeline der User tauchen zuweilen Fotos auf, die nicht von Freunden stammen, sondern von Sponsoren. Die besondere Kunst ist nun, den User allein anhand des Fotos oder Videos anzusprechen, das über Instagram verteilt wird. Da muss man sich schon was einfallen lassen, etwa Blog: Darth Vader präsentieren. Aber: So etwas funktioniert und sorgt für Aufmerksamkeit.

darthvader.jpg
Darth Vader mischt jetzt bei Instagram mit: Sein Gesicht zeigt er trotzdem nicht her

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

Haha, der Darth...ein schöner Beitrag, vielen Dank!

Sven Kalbitzer am 27.03.14 17:00

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