Freitag, 26.06.2015

Leckere Häkelhüte

Viel verrückter geht's nicht mehr: Der Australier Phil Ferguson häkelt Hüte in Form von Lebensmitteln - und stellt die Fotos davon in seinen Instagram-Account.


Phil Ferguson heißt als Hüte-Häkel-Künstler "ChiliPhilly" und gewährt WWW: auf seiner eigenen Facebook-Seite mehr Einblicke in seine Kunst.

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Donnerstag, 25.06.2015

Aufpassen beim Knipsen

Es gibt Dinge, die kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass es in einigen Ländern Europas - darunter Frankreich und Italien - nicht erlaubt ist, öffentlich zugängliche Gebäude zu fotografieren, ohne den Architekten um Erlaubnis zu fragen. Zumindest, wenn die Fotos kommerziell verwertet werden sollen. In Frankreich, Italien und einigen anderen EU-Ländern ist es nämlich wirklich so, dass das Urheberrecht auch auf Gebäude und Skulpturen angewendet wird. Sofern der Architekt oder Künstler noch lebt oder vor weniger als 70 Jahren verstorben ist, muss man hier mächtig aufpassen.

In Frankreich dürfen nicht alle Gebäude fotografiert werden, der Eiffelturm aber schon; Rechte: dpa/Picture Alliance
Vorsicht beim Fotografieren von Gebäuden in Frankreich


Urheberrecht gilt in einigen Ländern auch für Gebäude
Den Eiffelturm darf man fotografieren, weil Gustave Eiffel 1923 verstorben ist. Doch die Lichtkunst, die nachts am Eiffelturm blitzt, funkelt und blinkt, die ist in Frankreich urheberrechtlich geschützt und darf deshalb nicht ohne Weiteres fotografiert oder gefilmt werden. Zumindest nicht für kommerzielle Projekte. Und hier ist das Problem: Wer mit dem Smartphone eine Aufnahme macht und das Foto oder Video bei Facebook postet, der überträgt Facebook reichlich Nutzungsrechte, auch die der kommerziellen Verwertung. Das könnte zur Stolperfalle werden - und mühelos mehrere hundert Euro Lizenz zuzüglich Abmahnkosten verursachen.

Was sagt einem da der gesunde Menschenverstand? Richtig: Derartige Gesetze gehören in den Orkus. Hat sich auch WWW: Julia Reda gedacht, Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie wollte sich dafür einsetzen, dass in ganz Europa das Recht der WWW: Panoramafreiheit gilt - wie bei uns in Deutschland. Das sieht vor, dass urheberrechtlich geschützte Werke frei fotofrafiert werden dürfen, wenn sie von öffentlichen Wegen aus frei einsehbar und erkennbar sind. Das entspricht dem gesunden Menschenverstand, würde ich sagen. Denn wie sollte man von ganz normalen Menschen erwarten können, dass sie bei Aufnahmen in der Öffentlichkeit aufpassen, ob sie eine Skulptur oder ein junges Gebäude im Bildausschnitt haben?

No Photos: Nicht alle Gebäude dürfen in Europa fotografiert werden; Rechte: dpa/Picture Alliance
No Photos: Nicht alle Gebäude dürfen in Europa fotografiert werden


Urheberrecht gilt in einigen Ländern auch für Gebäude
Doch die Politik funktioniert anders. Plötzlich steht nicht der übertrieben wirkende Urheberschutz, sondern die Panoramafreiheit auf dem Prüfstand. Am 9. Juli will das EU-Parlament darüber verhandeln, ob die Panoramafreiheit nicht besser abgeschafft wird - in ganz Europa. Also ziemlich genau das Gegenteil dessen, was vernünftig wäre. Erst Recht im Zeitalter von Smartphones und Social Media, in denen es praktisch unvermeidlich ist, dass Gebäude oder Kunstwerke mit auf einem Bild zu sehen sind - und im Netz landen.

Mittlerweile wurde eine WWW: Online-Petition Save the Freedom of Photography gestartet. Sie soll verhindern, dass die Panoramafreiheit weiter eingeschränkt wird. Anderenfalls müssten wohl schon bald Apps entwickelt werden, die einen warnen, wenn man beim Fotografieren irgendetwas im Hintergrund sieht, was urheberrechtlich geschützt ist. Sowie Apps, die nicht störende Personen im Vordergrund wegretuschieren, sondern - im Gegenteil - Gebäude oder Skulpturen verschwinden lassen. Denn Abmahn-Anwälte gibt es genügend. Leider.

Also ist es für Google-Freund Jörg Schieb damit beschlossene Sache, dass eben z.B. Google mit den unentgeltlichen Gebäudeaufnahmen in StreetView kommerziell richtig Asche machen darf, während Klein-Erna für jeden Furz im Netz Abmahnungen bekommt?? Einfach und plump "Nö!"-Petitionen stricken, funzt hier nicht, da die Diskussionen und strittigen Fragen über StreetView weder beendet noch beantwortet wurden.

vaikl am 25.06.15 17:57

Den Eiffelturm darf man fotografieren, weil Gustave Eiffel 1923 verstorben ist. Im Prinzip müsste nur jemand auf die Idee kommen und den Eiffelturm kaufen und hop kann er sein Urheberrecht geltend machen. Pourquoi non?

LiFe am 25.06.15 20:04


Der Kampf ums Urheberrecht ist ein reiner Machtkampf der Lobbyisten. Die weinerlichen Sprüche vom "armen Künstler" können wir vergessen. Zumal der "arme Künstler" (oder der Architekt) sein Urheberrecht an mächtige Konzerne abgetreten hat. Wenn wir uns nicht wehren, nimmt man uns immer mehr Rechte einfach weg. Der Normalbürger wird gar nicht gefragt, und er interessiert sich auch nicht dafür. Verbraucherberatung war früher bissiger, kritischer. Heute erklärt man uns bloß noch, wo wir aufpassen müssen.

Hoffen wir in diesem Fall jetzt, dass Berufsverbände z.B. der Fotografen das Schlimmste verhindern. Dass der Normalbürger sich doch noch wehrt, darauf hoffe ich nicht mehr. Julia Reda ist für die Piratenpartei im Parlament. Warum hat die trotz wichtiger Themen nicht bessere Umfragewerte?

Bertram in Mainz am 25.06.15 22:29

Kreativität scheint zu verkümmern. So gesehen, wenn das Urheberrecht auf Gebäude und Skulpturen angewendet wird, dann wittere ich mögliche Einnahmen. Hm, es werden soooo viele Fotos gemacht und soooo viele verschickt. Vielleichtet wartet jemand auf die richtige Aufnahme, die ein Gebäude, das zufällig Ähnlichkeit mit einem urheberrechtlich geschützten zeigt und endlich könnte dieser jemand den ahnungslosen Besitzer ausfindig machen, um ihn wegen PLAGIAT zu belangen!

LiFe am 26.06.15 0:51

Was ich auch noch nicht so recht verstehe. Wenn ich ein Foto auf Facebook hochlade stimme ich ja (angeblich, hab eben nicht nachgelesen) laut den agb zu, dass das Fotos von fb auch kommerziell genutzt werden darf. Schon und gut, (mal ganz abgesehen dass ich mich frage ob so eine Klausel überhaupt zulässig ist aber dann kommt vermutlich eh "du musst fb ja nicht nutzen wenn du das nicht willst) aber wieso kann ich als Nutzer anscheinend abgemahnt werden wenn fb die Fotos kommerziell nutzen möchte und nicht ich?

Vermutlich läuft nur darauf hinaus, das fb sich ja wehren könnte....

Daniel am 26.06.15 9:16

Tagsüber darf der Eiffelturm wohl fotografiert werden, urheberrechtlich geschützt ist die Nachtbeleuchtung.

Benno Kurze am 26.06.15 9:36

@vaikl: So richtig verstehe ich den Kommentar nicht. Es ist richtig, dass ich Google Streetview für ein legitimes und gutes Onlineprojekt halte und die Kritik daran nicht nachvollziehen kann, im Gegenteil. Konsequenterweise bin ich daher FÜR Panoramaschutz in Europa. Also wäre Klein-Erna geschützt, nicht gebeutelt.

jörg schieb am 26.06.15 14:07

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Mittwoch, 24.06.2015

Rückhol-Service für E-Mails

Google Mail hat eine neue Funktion im Angebot: Bei Bedarf lassen sich E-Mails wieder zurückholen. Das kann ganz schön praktisch sein. Denn wie schnell hat man einen falschen Adressaten eingetragen, auf die falsche E-Mail geklickt oder eine Person zu viel in der Adressliste stehen lassen? Und schon bekommt jemand zu lesen, was gar nicht für seine Augen bestimmt ist. Im Zeitalter der Blitz-Klickerei ist das schneller passiert als man "Autsch!" sagen kann. Von daher ist das Angebot von Google, versehentlich verschickte Mail wieder zurückholen zu können, durchaus verlockend.

Gmail führt neue Funktion ein - versteckt sie aber; Rechte: dpa/Picture Alliance
Gmail führt neue Funktion ein - versteckt sie aber


Rückrufen nur innerhalb von 30 Sekunden
Allerdings klappt das nur, wenn man das als Gmail-User in seinen Einstellungen auch vorgesehen hat. Dazu muss man in die Einstellungen gehen und die Option "Versand rückgängig machen" aktivieren. Außerdem muss man einstellen, wie viele Sekunden das Undo möglich sein soll - maximal 30 Sekunden WWW: sind vorgesehen. Erst danach verschickt Google Mail Nachrichten zeitversetzt. Gmail-User haben dann die eingestellte Zahl von Sekunden Zeit, eine verschickte E-Mail zurückzuholen. Oder besser: Gmail anzuweisen, die Mail doch nicht zu verschicken.

Das ist schön und gut. Allerdings bringt das nicht sonderlich viel. Sinnvoll und auch beeindruckend wäre es gewesen, wenn Google seinen Mail-Dienst derart erweitert hätte, dass man E-Mails so lange zurückrufen kann, so lange der Empfänger sie noch nicht geöffnet hat. In vielen internen Netzwerken ist das durchaus möglich, also wenn man Kollegen schreibt. Es wäre auch innerhalb von Gmail gar kein Problem. Da Gmail einer der ganz großen Mail-Anbieter weltweit ist, hätte das einen tatsächlichen Nutzen. Allerdings könnte man dann auch sehen, ob der Empfänger die Mail bereits gelesen hat, was wiederum manche Datenschützer beunruhigen dürfte.

Die Unfo-Funktion muss in Gmail ausdrücklich aktiviert werden; Rechte: WDR
Die Undo-Funktion muss in Gmail ausdrücklich aktiviert werden


Mehr Frieden in der Welt durch Undo
Die E-Mail für den Ehemann, die versehentlich an den Boss geht. Die E-Mail an die Frau, die im Posteingang der Schwiegermutter landet. Oder die schlimmste Sünde von allen: Ein "Allen Antworten" mit einem belanglosen Inhalt. Versehentlich oder irrtümlich verschickte E-Mails haben schon viel Kummer verursacht. Von daher ist es wirklich keine schlechte Idee, für eine Lösung zu sorgen. Google sollte seine im Grunde gute Idee daher konsequent ausbauen. Erst innerhalb von Gmail - und später dann auch über die Grenzen des eigenen Mail-Servers hinaus.

Das setzt allerdings Standards voraus. Alle Mail-Provider müssten im Protokoll die Möglichkeit vorsehen, eine E-Mail auch wieder zurückzuholen. Wieso nicht? Es ist schon Gehirnschmalz für dümmere Ideen verschwendet worden. Daher mein Wunsch an die Entwickler bei Gmail und an die Verantwortlichen bei den Mail-Anbietern der Welt: Führt gemeinsam eine Unsend-Funktion ein, die auch wirklich funktioniert.

Äh, sorry Herr Schieb, aber haben Sie sich irgendwann mal mit den technischen Grundlagen von EMail beschäftigt?? Ich schätze: nein, denn der technische Aufwand, um zwischen unterschiedlichen MailTransferAgents unter Nutzung unterschiedlicher MailUser- und MailDeliveryAgents eine konsistente Lösch-Policy für schon versendete (und damit vom Empfangs-MTA an den jeweiligen MDA schon übermittelte) Mails durchzusetzen, ist unvergleichbar höher als ein simpler Lotus Notes- oder MS Exchange-Ansatz mit serverseitig/IMAP-seitig gespeicherten proprietären Docs, die höchstens vom Namen her "Mails" sein wollen. Da kann Google noch so einen geilen Ar... haben, die Standards lassen solche "Träumereien" höchstens im eigenen GMail-Universum gedeihen. Aber Google-Fanboys werden natürlich wie immer jubeln...

vaikl am 25.06.15 0:56

ich habe Ende der 80er im Usenet angefangen und in den verschiedenen Gruppen und privat diskutiert. Die Telefongebühren für die Datenübertragung per Modem waren nachts niedriger, das führte zur Entwicklung der Points. Man las und schrieb nicht mehr online in der Mailbox, beim Anruf wurden Nachrichten und Mails gepackt verschickt. Also las und schrieb man tagsüber, wenn es abends billiger wurde, ging der erste Rutsch Antworten raus, morgens, bevor es teurer wurde natürlich der zweite. Nicht ohne vorher nochmal zu prüfen, was man denn da geantwortet hatte, und das war eine Korrekturgelegenheit, die sich bewährt hat... nicht jede Antwort wird besser dadurch, daß sie innerhalb weniger Sekunden zugestellt wird.

blaumann am 25.06.15 1:54

Ich weiß nicht, was der Jubel soll. Bei AOL gab es diese Funktion schon vor über 10 Jahren. Soetwas Besonderes ist das nun auch wieder nicht. Es wird allerhöchste Zeit, diese Funktion auch bei GMail und anderen Anbietern einzuführen.

Köppi am 25.06.15 7:50

Bei AOL gab es diese Funktion bereits vor über 10 Jahren. Soetwas Revoluzionäres/Neues ist das also nicht. Es wird Zeit, dass auch andere Anbieter diese Funktion einführen.

Köppi am 25.06.15 7:58

Es ist alleine schon schade, dass eine deutsche, öffentlich-rechtliche Einrichtung in der Post-Snowden-Ära Werbung für einen NSA-Helfershelfer macht.

Der Vorschlag, innerhalb von Google Mail eine dauerhafte „Rückhol-Funktion“ bis zum Lesen der Nachricht anzubieten, ist Unsinn. Es wäre zwar technisch sicher möglich, aber bringt nichts oder wäre sogar schädlich. Im Zeitalter des Smartphones erhält der Empfänger sofort eine Benachrichtigung auf seinem Handy. Welchen ebenfalls peinlichen Eindruck macht das denn, wenn die Nachricht dann plötzlich wieder verschwindet?

Die 30 Sekunden Zeitversetzung bringen auch nichts. Dieses Feature ist ein reiner Marketing-Gag, der den Vendor-Lockin für Google erweitert. Der Vorschlag des Autors würde das noch verschlimmern.

Liebes WDR2-Team, wir brauchen dezentrale, vielfältige Maildienste im Netz, keine Datenkraken mit homöopathischen Marketing-Gags!

Dominik George am 25.06.15 10:08

Das ist ja toll… Man klickt auf "Kommentar abschicken", der HTTP-Request wird nie beantwortet, obwohl er verarbeitet wurde und der Kommentar publiziert ist.

Vielleicht solltet ihr einfach Radio und kein Internet machen ☺!

Dominik George am 25.06.15 10:11

Die beschriebene Option "Versand rückgängig machen" in Gmail ist keinesfalls neu. Das nutze ich in Gmail bereits seit Jahren.

Brunello am 25.06.15 10:49

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