Freitag, 10.04.2015

Wir brauchen keine internationalen Sperrlisten

Das Netz hat tatsächlich ein Problem. Es wirkt wie ein Katalysator auf alles, was wir tun. Dinge werden heute in Echtzeit verhandelt. Es bleibt nicht mehr nur bei der Nachricht über einen Flugzeugabsturz. Fast gleichzeitig bekommen wir es mit den Reaktionen, mit Erklärungsversuchen, Verschwörungstheorien, Mutmaßungen, Metadiskussionen zu tun. Und Dinge werden heute überall verhandelt. Wir halsen uns die Themen der ganzen Welt auf. Nichts erscheint uns heute noch weit entfernt. Alles hat mit Allem zu tun.

Fernsehstudio von TV5MONDE; Rechte: picture-alliance/AA/Geoffroy van der Hasselt
Der französische Sender TV5MONDE ist Ziel eines Angriffs geworden. Mitglieder der Terrormiliz "Islamischer Staat" sollen Website und Profile in sozialen Netzwerken gekapert und das Fernsehprogramm zum Ausfall gebracht haben.

Wie sehr die Welt durch das Netz zusammengewachsen ist, zeigt der Angriff auf TV5MONDE: Mutmaßliche Angreifer des "Islamischen Staats" haben islamistische Propaganda auf der Website und in den Social-Media-Profilen des französischen Senders untergebracht. Das Programm von TV5MONDE fiel stundenlang aus. Ein über 4.000 Kilometer entfernter Konflikt sorgt also dafür, dass in Frankreich Bildschirme schwarz bleiben.

Solche Momente sind gefährlich: Es sind die Momente der reflexhaften Reaktionen. Der Forderung nach einer Vorratsdatenspeicherung zum Beispiel - die es in Frankreich gibt, die den Angriff aber auch nicht verhindern konnte. Dem Versprechen über 500 neue Stellen für den Geheimdienst - so nun angekündigt von Frankreichs Innenminister Cazeneuve. Oder den Gedanken darüber, ob es nicht doch richtig wäre, Inhalte im Netz zu sperren statt sie zu löschen - Blog: so geschehen gestern hier in Digitalistan.

Die Frage, ob sich der Angriff auf TV5MONDE mit Sperrlisten hätte verhindern lassen, halte ich für mindestens rhetorisch. Denn ein paar geknackte Passwörter reichen in der Regel nicht aus, um einen kompletten Fernsehsender lahmzulegen. WWW: Da muss mehr passiert sein - möglicherweise gezielte Sabotage, speziell zugeschnitten auf die technische Infrastruktur des französischen Senders, vielleicht als Auftragsarbeit.

T-Shirt mit Zensursula-Aufdruck; Rechte: picture-alliance/dpa/Wolfram Steinberg
"Zensursula" hieß die Kampagne gegen die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen, die mit Internetsperren Kinderpornografie im Netz eindämmen wollte.

Abgesehen von islamistischer Propaganda, schreibt Digitalistan-Autor Jörg Schieb, gebe es aber leider auch "jede Menge krimineller Aktivitäten im Netz, ob Volksverhetzung, Kinderpornografie oder Datendiebstahl". Und fügt hinzu: "Es wäre an der Zeit, sich einzugestehen, dass ein freies Internet eben auch bedeutet, dass selbst die irrsten Gedanken und gefährlichsten Inhalte sich frei bewegen können. Ohne Entdeckung oder Ahndung fürchten zu müssen."

Das sollten wir uns tatsächlich eingestehen - und wir müssen Wege finden, mit solchen weltweit verfügbaren Inhalten umzugehen. Aber wären Netzsperren im Jahr sechs nach Zensursula der richtige Weg? Die Bundesregierung selbst WWW: hat mittlerweile eingeräumt, dass sie nicht nötig sind: Kinderpornografische und damit klar rechtswidrige Inhalte lassen sich problemlos löschen. Die Löschquote lag in Deutschland nach einer Woche zuletzt bei 99 Prozent, im Ausland nach vier Wochen bei 94 Prozent.

Mal abgesehen davon, dass sich das von Jörg Schieb vorgeschlagene "international besetzte Panel" niemals auf weltweite Standards einigen könnte. Die USA mögen keine blanken Brüste, in Deutschland ist neonazistische Propaganda verboten, muslimisch geprägte Menschen wollen keine Mohammed-Karikaturen online sehen. Wie um alles in der Welt soll man sich da einigen? Schmeißen wir alles in einen Topf - und gesperrt wird alles auf einmal? Schwer vorstellbar. Zählt der kleinste gemeinsame Nenner - und wir landen wieder nur bei der Kinderpornografie? Dann bräuchten wir den ganzen Unsinn nicht.


Rund um den Protest gegen das "Zugangserschwerungsgesetz" 2009 hat der Elektrische Reporter gezeigt, wie fragwürdig Netzsperren rechtsstaatlich und technisch wären.

Und dann wäre da noch die Frage, wie verantwortlich Netzsperren rechtsstaatlich sind. Unser Rechts- und Wertesystem kennt die Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und der Subsidiarität. Seiten zu sperren, ist ein verhältnismäßig harter Schritt, vor dem erst einmal alle anderen Mittel ausgeschöpft werden sollten. Dazu gehört auch der Versuch, die Inhalte erst einmal zu löschen, bevor man sie sperrt - das Mittel übrigens, dessen Opfer im Gegensatz zu Netzsperren die Verursacher sind, nicht die Konsumenten.

Wollen wir wirklich eine technische Infrastruktur schaffen, die dazu geeignet wäre, jede Form von Inhalt zu sperren? Wo doch bekannt ist, dass technische Möglichkeiten, die einmal vorhanden sind, oft auch für mehr eingesetzt werden - und dann nicht mehr nur gegen Kinderpornos, islamistische Propaganda oder andere kriminelle Inhalte. Sondern vielleicht auch gegen Urheberrechtsverletzungen, Beleidigungen und andere Delikte.

Sieht man einmal von allem ab, was tatsächlich strafbar ist und damit ganz einfach gelöscht gehört: Es gibt einen Grund, warum die für Jörg Schieb "irrsten Gedanken und gefährlichsten Inhalte" frei durchs Netz geistern. Er nennt sich: Meinungsfreiheit - die ja bekanntlich erst dann ihre Wirkung entfaltet, wenn sie uns auch wehtut.

Lieber Herr Horn, gehören auch Sie etwa zu den Leuten, die vom Artikel 5 unseres Grundgesetzes immer nur den ersten Absatz lesen und zitieren können, weil er so schön bequem zum eigenen Rechtsunwissen passt?

Klaus Lohmann am 10.04.15 10:25


Man kann solche Fragen nicht losgelöst vom gesellschaftlichen Hintergrund beantworten. Wohin geht der Grundtrend? Wir sind auf dem Weg in einen globalen Obrigkeitsstaat!

Hätten wir weltweit eine stabile liberale Gesellschaft, dann wäre eine spezielle ausnahmsweise eingeführte Einschränkung nicht so gefährlich. Vielleicht sollte man trotzdem den Anfängen wehren. Aber die Liberalität wäre kaum in Gefahr.

Es gilt jedoch das Gegenteil. Unsere heutige Liberalität ist historisch gesehen und aktuell global gesehen die extreme Ausnahme. Wir sind jetzt hier in Europa eine Insel der Seligen. Wie lange noch? Vor diesem Hintergrund sollten wir lieber ein bisschen zu viel Freiheit zulassen und die Nebenwirkungen hinnehmen.

Vielleicht steht in 50 Jahren die Zeit der Demokratien und der freien Information in den Geschichtsbüchern als Zeit der Instabilität und des Chaos. Hoffentlich nicht!

Bertram in Mainz am 10.04.15 10:46

@Klaus Lohmann: Nein. Aber erläutern Sie mir gern, was Sie damit meinen.

Dennis Horn am 10.04.15 12:10

Ist nun mal so-Herr Schieb steht auf tracken und NSA Methoden.Kann man nur den Kopf schuetteln.

Achje am 10.04.15 13:19

Herr Horn, ganz einfach, die "irrsten und gefährlichsten Gedanken" und deren Verbreitung im Netz sind eben nicht durch die Meinungsfreiheit geschützt, wenn man den Art. 5 - und dessen Intention - richtig kennt.

Klaus Lohmann am 10.04.15 13:48

@Klaus Lohmann: Der ist mir bekannt. Was Sie mir da ankreiden, machen Sie selbst nicht anders: Sie nehmen sich einen Satz aus dem gesamten Artikel raus. Selbstverständlich gibt es Inhalte, die klar gelöscht werden müssen - darum geht es ja ein paar Absätze vorher. Aber einige der vom Kollegen Schieb angesprochenen Inhalte sind von der Meinungsfreiheit eben doch geschützt - das müssen wir aus meiner Sicht aushalten.

Dennis Horn am 10.04.15 13:57

@achje, wohl eher nicht. Dass ich strikt etwas gegen staatliche Schnüffelei und NSA habe, das habe ich hier im Blog wohl glaube ich hinreichend deutlich gemacht. Bitte googeln. :) Aber Sperrlisten, die von mir aus auch FREIWILLIG von den Großen respektiert werden, ist KEINE Zensur. Es gibt auch noch andere Werte neben dem Recht auf freie Meinungsäußerung, das ist ausdrücklich sehr hoch einschätze, das aber eben nicht missbraucht werden darf.

Jörg Schieb am 10.04.15 16:47

Wie kann das Recht auf FREIE(sic!)Meinungsaeusserung "missbraucht"werden?Wer beurteilt den"Missbrauch"?Richtig typen die NSA&Co. geschaffen haben! Sie wollen also eine"Freie"Meinungsaeusserung-solange die geaeusserte Meinung ihrem Geschmack entspricht.Sorry-das ist eben keine Freie Meinungsaeusserung.

Ach je am 10.04.15 17:00

Vor einigen Jahren machte ich einen Computerkurs und in der letzten Reihe - wohl nicht zufällig - wurden Seiten mit Nazi-Embleme durchstöbert ...
Vor dem gestrigen Jahrestag stößt mir dieser Vorgang immer noch übel auf!

Als 4-Jähriger bin ich sexuell von einem damals ca. 15-Jährigem missbraucht worden ... Heute mit Web-Cam ... ??? Toll!

Das Internet ist Neuland - ja Frau Bundeskanzlerin - und Sie erlauben in Deutschland mit Ihrem Kanzleramt und dem BND 'für unsere Freunde' Wirtschaftsspionage!

Zählt dieser wirtschaftliche Schaden auch zur 'Meinungsfreiheit' ???

Wie meinte jemand vor Tagen im Radio: 90 Prozent des Internets ist Sch ....

Guten Tag!

DollyToll am 13.04.15 12:59

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Donnerstag, 09.04.2015

Wir brauchen internationale Sperrlisten

Wenn in der Türkei (oder sonstwo in der Welt) per Federstrich komplette Dienste wie YouTube oder Twitter vom Netz genommen werden, damit unliebsame Inhalte unsichtbar werden, dann regen wir uns auf. Völlig zu Recht, denn staatliche Zensur ist nicht gut. Doch wenn unser Netz missbraucht wird für Propaganda, Agitation oder kriegerische Aktivitäten, dann halten wir das für einen unvermeidbaren Kollateralschaden und schweigen. Ein unhaltbarer Zustand.

Immer öfter missbrauchen Verrückte wie der IS die Möglichkeiten des Internet, um Propaganda für ihre Sache zu machen oder um "gegnerische" Webseiten zu hacken. Sie nutzen geschickt die Freiheit des Systems, das sie so vehement bekämpfen. Sie nutzen die Meinungsfreiheit, um Meinungsfreiheit zu ersticken. Solche Taten sind keine Banalität, sie sind elementar. Abgesehen davon gibt es leider jede Menge krimineller Aktivitäten im Netz, ob Volksverhetzung, Kinderpornografie oder Datendiebstahl, um nur einige Beispiele zu nennen. Tatenlos zuzusehen, halte ich für einen schweren Fehler.

Der französische Sender TV5 wurde von IS-Hackern angegriffen; Rechte: dpa/Picture Alliance
Der französische Sender TV5 wurde von IS-Hackern angegriffen


Terroristen kapern das Internet
Allein innerhalb der letzten Tage haben Hacker mehrfach israelische Server lahmgelegt. Jetzt hat der IS den ARD: Sendebetrieb von TV5 Monde gestört. Das sind keine Streiche, sondern glasklar kriegerische Akte. Schließlich wollen die Täter keinen wirtschaftlichen Schaden anrichten, sie erpressen auch niemanden, sondern sie wollen dem System schaden. Uns allen. Unsere Freiheit beschneiden. Das machen die Täter immer routinierter - und erfolgreicher.

An schreckliche Propagandavideos im Netz haben wir uns fast schon gewöhnt. Wir kommentieren achselzuckend, es sei eben so: Was einmal im Netz ist, das verschwinde nicht mehr. Aber warum ist das eigentlich so? Richtig: Weil wir es so wollen. Und es wäre an der Zeit, sich einzugestehen, dass ein völlig freies Internet eben auch bedeutet, dass selbst die irrsten Gedanken und gefährlichsten Inhalte sich frei bewegen können. Ohne Entdeckung oder gar Ahndung fürchten zu müssen.

Hacker greifen immer gezielter systemrelevante Ziele an; Rechte: dpa/Picture Alliance
Hacker greifen immer gezielter systemrelevante Ziele an


Sperrlisten könnten gröbsten Schaden abwenden

Ganz ehrlich: Das kann doch so nicht weiter gehen. Cyber-Angriffe lassen sich schwer abwehren, da muss jeder seine eigene Infrastruktur schützen. Doch vor schädlichen Inhalten dürfen wir nicht kapitulieren. Es darf nicht sein, dass Inhalte vollkommen unkontrolliert durchs Netz schwirren. Einmal irgendwo eingestellt, geistern Fotos, Videos oder Audios für immer im Netz herum. Mein Vorschlag sind Sperrlisten. Eine auf zentralen Servern abgelegte Datenbank mit Fingerprints von Fotos, Videos und Audios, die im Netz unsichtbar zu sein haben.

Ein international besetztes Panel entscheidet, was auf solche Listen kommt. Nach strengen Kriterien: Kinderpornografie, Volksverhetzung, extreme Gewalt, Propaganda. Es kann keinen vernünftigen Grund geben, wieso solche Inhalte frei im Netz herumgeistern dürfen. Wenn sich alle großen Portale an diese Sperrlisten halten, haben solche Inhalte auch keine Chance mehr, sich im Netz zu verbreiten. Technisch wäre das mit überschaubarem Aufwand verbunden - aber äußerst effektiv. Zum Schutze aller. Auch und vor allem zum Schutze unserer Werte.

Wie oft soll diese Sau noch durchs Dorf getrieben werden bis auch der letzte Digitaliban es kapiert? Man KANN Internetseiten nicht erfolgreich sperren, das hilft ungefähr so viel wie Augen zuhalten vor Verbrechen schützt.

Und "International" kann man schon gar nichts sperren, denn jedes Land definiert Pornographie und Propaganda anders. In den USA dürfen keine Brustwarzen gezeigt werden, in Japan keine Schamhaare, in der Türkei darf der Völkermord an den Armeniern nicht erwähnt werden - also soll das alles auch in Deutschland gesperrt werden? Oder umgekehrt - nur das sperren was nirgendwo erlaubt ist? Das wäre wenigstens eine eher kurze Liste...

Juergen am 9.04.15 17:07

> Fingerprints von Fotos, Videos und Audios, die im Netz unsichtbar zu sein
> haben.

Äh, aber Sie wissen schon, daß es https gibt?
*kopfschüttel*

Rainer S. am 9.04.15 17:21


Die Motive für eine solche Sperre sind sicher ehrenwert. Trotzdem sollten wir damit gar nicht erst beginnen. Wer soll diese Sperrlisten festlegen? Wo soll man die Grenze ziehen? Ist Aufruf zu Widerstand gegen Antiterrorgesetze selbst schon Förderung des Terrorismus? Macht wird immer missbraucht! Da ist mit das unzensierte Internet doch lieber.

Was ist z.B. mit Aufruf zu gesundheitsschädlichem Verhalten? Radikale Impfgegner sind sicher gefährliche Spinner. Aber wo soll man die Grenze ziehen? Ganz sicher werden Großmächte ihre Interessen durchsetzen wollen, wirtschaftlich wie militärisch. Würde man Proteste gegen zweifelhafte Wirtschaftsabkommen oder gegen Waffenstationierungen einfach so ungeschoren lassen?

Die heutigen Freiheiten mussten so unglaublich mühsam erkämpft werden, gegen die Mächtigen, gegen Interessen, gegen Religionen, gegen Ideologien! Der jetzige Trend geht wieder in Richtung Obrigkeitsstaat! Grenzt man diese Freiheit ein, gibt es sicher bald weitergehende Forderungen.

Bertram in Mainz am 9.04.15 20:57

Der TV5-Hack ist zweifelsohne ein krimineller Akt. Gerade so etwas wird sich mit Sperrlisten nicht verhindern lassen. Aber er zeigt ein ganz anderes Problem. Es ist diese unselige Sucht, alles mit dem Internet zu verbinden! Man muss noch froh sein für diesen Angriff. Vielleicht wachen jetzt die Verantwortlichen auf! Dass man die Internet-Präsenz hacken kann, ist nie ganz zu vermeiden.

Wieso aber kann man den laufenden Betrieb derart stören? Es hätte auch ein Kraftwerk oder eine Industrieanlage sein können! In Zukunft eine Vielzahl von vernetzten Fahrzeugen oder eine große Zahl von Smart-Home-Anlagen. Oder man zerstört die Dokumente von Firmenservern oder von Behörden. Backup? Wollten wir am nächsten Montag machen ;-(

Und was ist mit der Kommunikation zwischen Kriminellen? Die lässt sich gar nicht verhindern. Dafür müsste man die Kriminellen ja schon kennen. Außerdem gibt es Kryptografie und Steganografie. Verbieten? Bloß das nicht! Aber solche Forderungen gibt es ja.

Bertram in Mainz am 9.04.15 21:23

Sperrlisten werden niemanden davon abhalten seine "Informationen" trotzdem loszuwerden! Was viele nicht wissen: Deutschland hat bereits diverse Filter im Internet welche User vor unliebsamen Inhalten schützen sollen. Man merkt dies wenn man einmal im Ausland ins Internet geht. Ich habe gestaunt was man da alles zu sehen bekommt!...Die Forderung nach weiteren Sperrlisten halte ich für engstirnigen Aktionismus und die ausufernde Regulierungswut geht mir mittlerweile mächtig auf die Nerven.

Wolfgang am 10.04.15 8:27

Nein, nein und nochmals nein! Ich halte es für äußerst gefährlich, das Internet zu beschneiden, nur um bestimmte Inhalte nicht weiter zu verbreiten. Ich kann ja verstehen, dass besorgte Eltern nicht wollen, dass ihre lieben Kleinen beim Surfen nicht auf unliebsame Inhalte stoßen sollen, aber das darf nicht auf Kosten der Informationsfreiheit gehen. Krasses Beispiel: wenn im 3. Reich die deutsche Bevölkerung umfangreich von den Ermordungen Unschuldiger in KZs gewusst hätte, wäre der gesamte WK2 höchstwahrscheinlich anders verlaufen. Oder um es in die heutige Zeit zu bringen: wenn man die gesamten Gräueltaten z.B. eines IS aus dem Internet ausblendet, wird dieser aus dem Bewusstsein der Menschen verschwinden. Wir bauen uns eine heile Welt, die nicht der Realität entspricht. Bis wir dann plötzlich von Anschlägen vor unserer eigenen Haustür wach gerüttelt werden und sich alle fragen, was denn gerade passiert.

Sven am 10.04.15 9:16

Na da ist ein Journalist mal wieder voll auf Linie.
So ein Schwachsinn.

Ben am 10.04.15 9:46

Lieber Herr Schieb, bevor Sie hier reaktionären Unsinn verbreiten, könnten Sie uns doch eher erklären, was der IS-Hack bei TV5MONDE jetzt genau mit "schädlichen Inhalten" zu tun haben soll.

Das Problem mit der Glaubwürdigkeit von Politik und Journalismus liegt immer noch hauptsächlich darin begründet, dass man dort gern mal völlig unpassende Dinge gründlich durcheinander mischt und damit dann Meinung schindet.

Klaus Lohmann am 10.04.15 10:38

Herr Schieb geht schon in die richtige Richtung:
- weg mit dem Schmutz und Dreck, bei uns in Europa könnte die EU über gesperrte Seiten entscheiden..
- das internet ist nicht frei; sondern die Freiheit wird durch die Kriminalität der Terroristen , Betrüger und Besessenen beschnitten - weg mit diesem Dreck!

asaph am 10.04.15 12:25

Wie alt sind Sie Herr Schieb?3 Jahre?Nach dem Motto"ich halte mir die augen zu und jetzt kannst du mich nicht mehr sehen?"Es hat noch nie irgend jemandem geholfen eine unliebsame meinung zu verbieten.Statt sich mit dem Schundbuch"Mein Krampf"auseinandezusetzen hat man es verboten(in Deutschland).Was hat es genutzt?Richtig-absolut nichts!Immer noch sind ~ 25% der Bevoelkerung Xenophob und Antisemitisch!Abgesehen davon vermengen sie cracken von Servern mit der Unterdrueckung von ihnen als"gefaehrlich"erscheindendem gedankengut-daseben nicht verschwindet wenn man eine web preasenz sperrt(nur fuer dummerles).

Ach je am 10.04.15 12:50

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Donnerstag, 09.04.2015

Das komplette Netz - auf einen Schlag kommentierbar

Browser gibt es jetzt seit über 25 Jahren. Aber eine Funktion habe ich immer vermisst: das Netz mit Anmerkungen versehen zu können. Klar bieten Blogs wie dieses und viele andere Webseiten Kommentarspalten. Aber bestimmte Passagen mit Kommentaren, Kontext und Links versehen zu können, ähnlich wie man es aus der Textverarbeitung kennt, fehlt als Funktion. Die Macher von Genius wollen das jetzt ändern.

Textanmerkung; Rechte: WDR/Genius
Jörg Schiebs Digitalistan-Artikel zu Boxcryptor - kommentiert per Genius.

Nach der WWW: Anmeldung zur Betaphase bei Genius könnt ihr jede Webseite kommentieren, indem ihr ein genius.com/ voranstellt. Statt http://www.wdrblog.de/digitalistan heißt es dann also http://genius.com/www.wdrblog.de/digitalistan. Oder ihr nutzt das Bookmarklet oder das Genius-Plug-in für den Chrome-Browser. Anmerkungen könnt ihr dann einfach hinzufügen, indem ihr die gewünschte Textpassage markiert.

...oder ich warte einfach bis Windows 10 erscheint, nutze 'Project Spartan' und kann das auch, ohne etwas vor die URL tippen zu müssen.

Sven am 9.04.15 10:14

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