Dienstag, 11.11.2014

Ein bewegendes Kriegsspiel: This War of Mine

Egoshooter wie WWW: Call of Duty sind absolute Umsatzkracher. Sie spülen den Herstellern Unsummen in die Kassen. Mit Call of Duty wurden bereits mehr als drei Milliarden Dollar verdient. Warum? Weil sich Millionen Menschen in aller Welt nur zu gerne in die Heldenrolle begeben. Weil in solchen Spielen Konflikte mit Waffengewalt gelöst werden. Und weil sie das Kriegsgeschehen möglichst realistisch darstellen - in Bild und Sound. Das hier soll kein Blogpost gegen Egoshooter werden. Aber ein paar Gedanken, wieso eigentlich immer nur das Heldenepos dargestellt wird, sind wohl schon erlaubt.


This War of Mine: Ein Kriegsspiel ganz anderer Art


Ein Spiel, das unweigerlich berührt
Denn es geht auch anders. Das Computerspiel "WWW: This War of Mine" zeigt den Krieg aus einer völlig anderen Perspektive, nämlich aus der Perspektive der Opfer. Das Spiel will nicht unterhalten und niedere Instinkte ansprechen, sondern soll berühren. Und das gelingt auch. Wer sich das Video zum Spiel anschaut, das am 14. November erscheinen soll, der kann nicht anders als berührt sein. Wir sehen hier Menschen, die in Kriegsgebieten ums nackte Überleben kämpfen - und leiden. Sie sind es, die hinter den effektvoll dargestellten Staubwolken zurückgelassen werden.

Es gibt keine Levels, kein Highscore - und nur ein Ziel: Die durch den Spieler kontrollierten Figuren müssen überleben. Es geht also nicht um Gut gegen Böse, um wir gegen die. Es geht darum, den nächsten Tag zu erleben - und zwar aus der Sicht von Zivilisten aus den Kriegsgebieten. Dazu müssen die Spieler Ressourcen sichern, Nahrungsmittel vor allem. Nicht einfach, in einem total zerbombten Gebiet, in dem keine Regeln mehr gelten. Die polnischen Entwickler wollen den Spieler zum Nachdenken anregen. Und wer kein Herz aus Stein hat und den Kopf nur auf dem Hals, damit es nicht reinregnet, der wird nachdenken.


Kommentiertes Gameplay


Erinnerungen von Kriegsopfern
This War of Mine stellt kein spezifisches Kriegsszenario nach, doch die Macher des Spiels haben sich an realen Konflikten orientiert, vor allem an den Auseinandersetzungen in Bosnien, im Irak und in Syrien. Doch es wurden auch Erinnerungen von Menschen aus dem Zweiten Weltkriegs ausgewertet, etwa Tagebücher von Juden im Warschauer Ghetto. Vermutlich sind es genau diese authentischen Aspekte, die das Spiel so berührend werden lassen. Und jeder Spieler merkt nach kürzester Zeit, wie aussichtslos der Kampf ums Überleben scheint.

Der Spieler wird Lebensmittel klauen und anderen schaden, er wird Wache stehen und Ressourcen suchen. Immer wieder muss er sich moralische Fragen stellen: Schade ich jemand anderem, um selbst zu überleben? Acht bis zwölf Stunden dauert das Spiel, dann ist im Spiel der Krieg vorbei. Am 14. November erscheint das Spiel und soll rund 20 Dollar kosten (16 EUR).

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Dienstag, 11.11.2014

Kölle Applaaf

Heute ist der 11.11. und in Köln, Düsseldorf sowie einigen anderen Städten in NRW herrscht Ausnahmezustand. Aber warum eigentlich immer nur sich selbst verkleiden? Ich versuche es heute mal mit einem Kostüm für meine eigene Stimme.

Stimmverzerr-App; Rechte: WDR/Horn

Mit Stimmverzerrer-Apps oder sogenannten Voice Changern kann ich mir Effekte auferlegen, damit ich nach Helium, Höhle oder Monster klinge. So kann ich einigen Freunden bestimmt einen gehörigen Schrecken einjagen. Oder zumindest einen Lachanfall.

Beim Helium-Effekt wird die Stimme gepitcht, so dass sogar die harten Jungs von der Kölsch-Rock-Band "Aach und Kraach" plötzlich klingen wie Micky-Mäuse. Hier wird also die Tonhöhe verändert, ohne die Abspielgeschwindigkeit zu beeinflussen.

Blech-Sound statt Heavy Metal, aber auf jeden Fall lustig. Die "Höhle" entsteht, indem das Frequenzspektrum mit einem Equalizer beschnitten wird, so dass nur noch die Mitten und Höhen übrig bleiben. Dann wird das Signal mit einem mittelschnellen Delay zeitlich verzögert und wiederholt. Durch einen zusätzlichen Hall klinge ich dann weit, weit weg. Ein bisschen, als würde ich durch einen Lautsprecher rufen. Egal ob Roboter, Alien, Unterwasser-Effekt oder Schlumpfstimme - einige Varianten sind völlig unverständlich, einige witzig. Ich kann die aufgenommenen Dateien speichern und als Sprachnachrichten verschicken oder auch in meinen sozialen Netzwerken teilen.

SMS-Lese-App; Rechte: WDR/Horn

Übrigens kann man auch anderen Leuten eine andere Stimme verpassen - und zwar indem man sich eingehende Nachrichten von speziellen Apps vorlesen lässt. Die SMS-Reader sind allerdings eine Wissenschaft für sich. Unbekannte Wörter werden nicht mit vorgelesen, so dass Lücken im Text entstehen - wenn man ihn überhaupt versteht. Denn viele SMS-Reader basieren auf der englischen Sprache und lesen deutsche Texte mit einem fürchterlichen Akzent vor. Wer einen SMS-Reader nutzen will, sollte also auf die angebotene Offlineline-Sprachsynthese, also die richtige Sprachausgabe achten.

Problem 2: die SMS wird sofort vorgelesen - auch wenn ich gerade im Büro, im Zug oder im Restaurant bin. Das ist sicher nicht immer erwünscht. Für meinen Test hatte ich außerdem zwei Apps installiert - und beide Apps haben nicht nur ungefragt, sondern auch gleichzeitig die eingehenden Nachrichten vorgelesen. Kauderwelsch hoch zehn.

Bei manchen Apps kann man Geschwindigkeit und Stimme einstellen. Den wenigsten Programmen kann man aber Dinge neu beibringen, zum Beispiel die Erkennung von Smileys. Ein :-D wird nur als "D" vorgelesen. Der gängigste Smiley :-) wird immerhin "lachendes Gesicht" genannt. Allerdings können Whats App- und Facebook-Nachrichten nicht vorgelesen werden. Nur die klassischen SMS funktionieren. Und wer kriegt schon nur noch SMS?

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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Dienstag, 11.11.2014

Geschichten aus Einkaufszetteln

Für solche Dinge liebe ich das Internet: Jan Uhing veröffentlicht WWW: in seinem Flickr-Profil zusammen mit Freunden Geschichten aus Einkaufszetteln, die achtlos weggeworfen wurden - egal, ob aus Supermarkt, Fast-Food-Restaurant oder Drogeriemarkt.

Kunst aus Einkaufszetteln; Rechte: Flickr/Jan Uhing
Jan Uhing macht aus Einkaufszetteln Kunst.

Hinter jedem Bild steckt die Frage: Wer ist die Person, die diese Dinge eingekauft hat - und was stellt sie damit wohl an? Großartig, wie viel man aus diesen kleinen Zetteln, die sonst immer direkt im Müll verschwinden, noch rausholen kann.

Und hier gibt es die komplette Sammlung an Einkaufszettel-Kunst zu bewundern:
https://www.flickr.com/groups/2621101@N25/pool/

Jan Uhing am 14.11.14 8:50

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