Donnerstag, 23.07.2015

Wenn Hacker Autos fernsteuern

Manche Meldung liest sich, als wäre sie in Hollywood erfunden worden. Doch diese ist Realität: IT-Experten ist es gelungen, ein handelsübliches Auto zu hacken. Ganz ohne Kabel. Die auf IT-Sicherheit spezialisierten Fachleute haben eine Schwachstelle im Infotainment-System des Autos ausgenutzt und den Jeep Cherokee danach aus der Ferne gesteuert.

Der (in diesem konkreten Fall eingeweihte) Fahrer konnte rein gar nichts dagegen unternehmen. Die Hacker hatten aus der Ferne die Kontrolle über Bremsen, Beschleunigung, Türverriegelung, Klimaanlage und Scheibenwischer. Wird der Rückwärtsgang eingelegt, soll sich sogar das Lenkrad fernsteuern lassen. Eine Szene wie aus einem Kinofilm - aber eben Realität.

Über das Infotainmentsystem in die Elektronik des Autos gehackt; Rechte: dpa/Picture Alliance
Über das Infotainmentsystem in die Elektronik des Autos gehackt


Hacker wollen Autoindustrie wachrütteln
Den Jeep haben "gute" Hacker gehackt: Sie wollen die Autoindustrie wachrütteln. Sie wollen demonstrieren, wie gigantisch die Sicherheitslecks sind, die in vielen Fahrzeugen klaffen - und welche enormen Risiken damit verbunden sind. Allerdings rütteln sie damit nicht in erster Linie die Autoindustrie auf, sondern verunsichern zig Millionen Autofahrer, die fortan bei jedem Ruckeln im Auto befürchten müssen - und befürchten werden -, es könnte sich um einen Hackangriff handeln. So wie bei jedem ungewöhnlichen Verhalten im Rechner reflexartig ein Virus oder Wurm verantwortlich gemacht wird.

Dass es tatsächlich möglich ist, über ein Infotainment-System in die Kontrollebene eines Fahrzeugs zu gelangen, ist beängstigend. Eigentlich sollten diese Systeme komplett voneinander abgeschirmt sein, nichts miteinander verbinden. Doch die Realität sieht offensichtlich anders aus - und das ist beschämend für die Autohersteller, die gerne mit Sicherheit werben. Außerdem erinnert mich das an einen ARD: Hackversuch im Flugzeug: Auch da soll es gelungen sein, über das bordeigene Infosystem in die Kontrollebene des Flugzeugs zu gelangen. Nicht auszumalen, wenn das zutreffen sollte.

Aktuelle Gefahr - wie abwehren?
Möglich wurde der konkrete Hack, weil das Infotainment-System in den USA über den Mobilfunkanbieter Sprint online geht. Wie das genau funktioniert, demonstrieren die Experten auf der Blackhat-Konferenz, die ab 1. August in Las Vegas stattfindet. Da dürften Autobauer aus der ganzen Welt anreisen und die Ohren spitzen. Denn alle setzen derzeit auf digitale Systeme, alle bauen immer intelligentere Systeme in ihre Fahrzeuge ein, oft auch mit Android-Betriebssystem, um Fahrer und Beifahrern ein Höchstmaß an Komfort und auch Onlinezugang bieten zu können. Doch das Risiko ist groß, wie man sieht.

Unter diesem Aspekt erscheinen auch Blog: selbstfahrende Autos, an denen nicht nur Google, sondern auch die meisten Autohersteller arbeiten, in einem ganz anderen Licht. Denn bei selbstfahrenden Autos kann niemand mehr eingreifen. Hier ist der Grad der Technisierung systembedingt noch höher - entsprechend größer ist auch das Risiko, Ziel von Hackangriffen zu werden.

Im Grunde genommen müsste nun auch die Politik eingreifen. Da sie wohl kaum die IT-Systeme auf Sicherheit wird überprüfen lassen wollen, hilft nur eins, um die Sicherheit zu erhöhen: Der Gesetzgeber sollte eine Haftung einführen. Passiert etwas, weil ein System nicht funktioniert, weil es kompromittiert werden kann - muss der Hersteller haften. Vollumfänglich. Dann würde auch strenger kontrolliert. Mit Sicherheit.


Ach Herr Schieb. Erst Panik machen, nicht genau auf den Hack eingehen und dann auch noch falsche Informationen verbreiten. In Ihrem Blog und im Kukident TV mag es Ihnen vielleicht gelingen ein paar Renter mit "Experten Tipps" zu beeindrucken.

Aber das alles würde mich nicht weiter stören. Sie schreiben es sei möglich gewesen die Kontrolle über ein Flugzeug zu übernehemen? Nunja, starkes stück. Dummerweise widerlegt der verlinkte Tagesschau Artikel (http://www.tagesschau.de/ausland/lot-hacker-101.html) genau das und spricht von einen Hacker Angriff auf den Flughafen. Im Audio wird dann sogar ausdrücklich gesagt, dass es kein Sicherheitsproblem im Flugzeug gab.

Ich erwarte dazu von Ihnen, dass Sie entweder einen entsprechenden Link einfügen, oder aber eine Korrektur, nein besser eine Richtigstellung vornehmen.

Das Captcha hier im Blog ist übrigens Quatsch! Ich Frage mich immer noch, warum der WDR so dumme Fragen stellt.

SmartNOOB am 24.07.15 1:19

Im Kukident TV!!!! Hahaha....soweit sind wir schon? Köstlich!

LiFe am 26.07.15 0:27

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Mittwoch, 22.07.2015

Google Glass am Arbeitsplatz

Selbst wenn Googles Aktienkurs gerade wegen explodierender Werbeumsätze Kapriolen schlägt: Auch der Onlineriese muss gelegentlich Schlappen einstecken. Die Blog: Google Glass getaufte Datenbrille zum Beispiel war bislang kein großer Erfolg. Daran haben auch die vielen Millionen Dollar nichts geändert, die Google in die Entwicklung und vor allem in die Vermarktung der Datenbrille gesteckt hat.

So faszinierend es ist, dank Datenbrille auf der Nase jederzeit Daten aus dem Netz abrufen zu können - die meisten von uns wollen das nicht. Erst recht wollen wir aber nicht, dass uns jemand gegenüber sitzt, der so eine Hightechbrille trägt. Stichwort: Blog: Sei kein Glasshole. Schon allein, weil man damit unbemerkt Fotos oder Videos machen kann.

Google Glass geht in die nächste Runde: Jetzt für den Arbeitsplatz; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google Glass geht in die nächste Runde: Jetzt für den Arbeitsplatz


Jetzt erst mal nur am Arbeitsplatz
Vor einigen Monaten hat Google deshalb sein Blog: Glass-Projekt auf Eis gelegt. Jetzt steht fest: Eine Konsumerversion von Google Glass wird es wohl erstmal nicht geben. Zu groß sind die Widerstände im Alltag. Auch der Preis ist zu hoch. Doch ein Ende für Googles Datenbrille bedeutet das nicht. Google will eine Enterprise Edition von Google Glass anbieten. Die Datenbrille soll im Arbeitsleben zum Einsatz kommen - und das kann durchaus sinnvoll und nützlich sein.

Schon tüfteln Entwickler an entsprechenden Apps. WWW: Google Glass at Work nennt sich die Entwicklungsumgebung. Natürlich sieht die zweite Generation der Brille auch anders aus, denn am Arbeitsplatz steht nicht Chic im Focus, sondern Funktionalität. Die Enterprise-Edition der Brille lässt sich offensichtlich zusammenklappen wie eine normale Brille. Außerdem soll das Hightech-Gerät auch stoßfest sein und den ein oder anderen Sturz überstehen. Selbst wasserdicht soll sie sein.


Sinnvoller Einsatz von Google Glass im Lager


Jetzt erst mal nur am Arbeitsplatz
Weil niemand seine Datenbrille im Arbeitsalltag alle zwei Stunden neu aufladen kann, hat Google die Akkuleistung der Brille erhöht - sie soll einen Arbeitstag durchhalten. Ein größeres Display sorgt dafür, dass sich angezeigte Informationen besser ablesen lassen. Beispielsweise konkrete Angaben, wo sich ein bestimmtes Produkt im Lager befindet. Erste Prototypen der Enterprise-Edition sollen bereits im Einsatz sein. Google meint es also ernst. Verkauft werden soll die neue Brille dann nicht mehr online, sondern über entsprechende Partner, die auf Arbeitsgeräte spezialisiert sind.

Google betritt damit ein Gebiet, in das sich bislang noch keiner der großen IT-Anbieter gewagt hat: Google will Geräte und Lösungen in die reale Arbeitswelt verkaufen. Das dürfte allerdings Sicherheitsbedenken mit sich bringen. Denn wer möchte schon, dass Lagerbestände ausgekundschaftet, Patientendaten mitgelesen oder Bewegungsprofile von Mitarbeitern erstellt werden - bloß, weil sie eine Google-Brille auf der Nase haben? Der durch die NSA verursachte Schaden wird hier noch sehr deutlich werden.

Aha, am Arbeitsplatz.....Angaben, wo sich ein bestimmtes Produkt im Lager befindet. Picking for advantages?

LiFe am 22.07.15 20:01

Ich wüsste ebenso nicht, warum ein Produkt, welches im Endkunden-Consumer-Markt an massiven Sicherheitsbedenken scheitert, plötzlich ohne sicherheitspolitischen Widerstand in Firmen Einzug halten könnte.

Somit haben sowohl Apple mit der Watch als auch Google mit Glass ihre Megaflops hingelegt. "Wearable" und "Augmented Reality" scheiden also als Zugpferde für dumpfe Marketeers und Beutelschneider in Zukunft aus. Mal was Positives...

vaikl am 22.07.15 22:45

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Mittwoch, 22.07.2015

Wo Sie surfen, bestimmen immer noch wir!

Man nehme: Ein Tablet, eine SIM-Datenkarte und einen richtig schönen LTE-Tarif. Stolze 30 GB Datenvolumen monatlich inklusive. Und weil ich mit bis zu 100 MBit/Sekunde surfen möchte - ich bin ein ungeduldiger Mensch -, zahle ich 69,99 EUR im Monat für die WWW: MobileInternet Flat 100 von Vodafone.

Normalerweise bin ich auch recht zufrieden damit. Das Tempo stimmt. Mit dem Volumen komme ich prima aus - obwohl ich viel unterwegs bin und oft recht üppige HD-Videos hochlade, zum Beispiel für dieses Blog. Aber das mit dem viel unterwegs ist ein wichtiges Stichwort. Denn Vodafone möchte offensichtlich nicht, dass ich mit meinem Tablet das schöne Deutschland verlasse.

Weltweit schnell - aber nicht weltweit zu nutzen; Rechte: dpa/Picture Alliance
Weltweit schnell - aber nicht weltweit zu nutzen


Kein Roaming - nicht mal gegen Aufpreis
Bei meinem letzten Aufenthalt in Spanien wollte ich die Daten-Flat in meinem Tablet nutzen. Allerdings: Es wollte partout nicht funktionieren. Kein Einbuchen ins lokale Vodafone-Netz. Also habe ich den Support kontaktiert. Und der hat mir eröffnet: Es gibt für mich kein Roaming. Nicht mal gegen den sonst bei Vodafone üblichen Aufpreis von 2,99 EUR. So viel zahle ich täglich auf meinem Smartphone, um meine Tarife im EU-Ausland nutzen zu können. Aber bei meinem LTE-Tarif geht gar nichts. Der Support schreibt mir:

"Ihre Verärgerung über die nicht mögliche Nutzung des Internets in Spanien mit Ihrer Rufnummer 0173-xxx xx xx kann ich verstehen. Für die Unannehmlichkeiten entschuldige ich mich bei Ihnen. Leider ist die Nutzung der Vodafone EasyTravel Flat für Ihren Vertrag mit der Rufnummer 0173-xxx xx xx nicht vorgesehen. Sie können lediglich Vodafone WebSessions international für 24 Stunden buchen. Mit dieser Option haben Sie 100 MB zur Verfügung und zahlen 2,99 Euro."

Meine Fassungslosigkeit war entsprechend groß: Ein sündhaft teurer LTE-Tarif für Business-Kunden - aber man kann ihn im EU-Ausland nicht nutzen? Nicht mal gegen Aufpreis? In solchen Situationen fühlt man sich als Konsument ohnmächtig und ausgeliefert. Da wünscht man sich eine noch tatkräftigere, strammer zupackende EU-Kommission, die da mal richtig aufräumt. Denn wie ist es im Jahr 2015 möglich, dass ein EU-weit operierendes Mobilfunkunternehmen seinen Kunden im Ausland die Nutzung seines Mobiltarifs verweigert? Eine Zumutung.

Roaming einschalten kann ich - aber es bringt nichts; Rechte: WDR/Schieb
Roaming einschalten kann ich - aber es bringt nichts


Noch bis 2017 auf Besserung warten?
Ähnliche Tarifungeheuerlichkeiten finden sich bei anderen Mobilfunkanbietern zweifellos auch. Aber das macht die Sache nicht besser, sondern schlimmer. Ein in nahezu der gesamten EU operierender Provider sollte willens und in der Lage sein, seinen Kunden auch im EU-Ausland die Nutzung eines gebuchten LTE-Tarifs zu ermöglichen. Es wird wirklich Zeit, dass das ein Ende hat. Wer einen Tarif bucht, sollte den auch in ganz Europa ohne Aufschläge nutzen können. Das gilt sogar ganz besonders für Datentarife.

Mag sein, dass das für die Anbieter unerfreulich ist. Aber auch die müssen mit der Zeit gehen. Jetzt haben sie uns so weit, dass wir nicht nur im Smartphone eine SIM-Karte stecken haben, sondern auch im Tablet und in anderen Geräten - da ist es zwingend erforderlich, dass wir diese Geräte innerhalb von Europa auch frei nutzen können. Doch die WWW: lästigen Aufschläge werden erst 2017 abgeschafft. Noch zwei Jahre rumärgern - blöd.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Eurem Provider beim Roaming gemacht?


Ber der Terrorkom kann ich jetzt für 5€ aufpreis im Ausland meinen Datentarif mit der Volumen Limitierung die ich im Inland auch habe nutzen...

Dieter am 22.07.15 8:58

Nee, ist klar.
Meckern über GCHQ&Co., aber diesen Anbieter unterstützen.
Google: "*fone-Tochter soll für Spähauftrag abkassiert haben"
Sehr konsistent. :)

Carsten am 22.07.15 13:26

Nee, ist klar.
Meckern über GCHQ&Co., aber diesen Anbieter unterstützen.
Google: "*fone-Tochter soll für Spähauftrag abkassiert haben"
Sehr konsistent. :)

Carsten am 22.07.15 13:26

Eingentlich sind es zwei völlig unterschiedliche Firmen, einerseits Mannesmann Mobilfunk D2 in Deutschland und Airtel Móvil in Spanien, die beide von Vodafone aufgekauft wurden. Sie werden auch heute noch getrennte Buchhaltungen haben und lediglich den Gewinn an die Muttergesellschaft auf der Insel abführen müssen. Ach ja, außerhalb Deutschlands suche ich mir für Datenübertragung lieber ein WLAN-Netz. Das sollte der Fachmann Jörg Schieb aber wissen ;-)

Der Alte am 22.07.15 15:36

@deralte: Natürlich - aber da wo ich war, gab es kein WLAN. Zumindest kein öffentliches. Und das eine, das ich entdeckt habe, hatte ein Upload von 100 KBit/Sekunde. Keine Alternative.

jörg schieb am 22.07.15 15:51

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