Donnerstag, 16.10.2014

Neuer Password Manager Encryptr

Die Spielregeln für ein gutes Passwort kennt mittlerweile jeder: Ein gutes Passwort besteht aus Klein- und Großbuchstaben, es enthält Ziffern und mindestens ein Sonderzeichen. Außerdem sollte man bei jedem Onlinedienst ein anderes Passwort verwenden. Wer das macht, der ist zwar nicht vollkommen sicher vor Hackangriffen, muss sich aber zumindest keine Gedanken machen, dass sein WDR: Dropbox-Konto geknackt werden kann, weil ein ganz anderer Onlinedienst gerade Ziel von Hackattacken war.

Allerdings gehen viel zu viele User den bequemen Weg und verwenden überall dasselbe Passwort. Dabei könnten sie sich von Password Managern helfen lassen: Man muss sich keine Passwörter mehr merken, denn die werden automatisch von der Software erzeugt und in die Login-Formulare eingetragen. Auch ganz lange Passwörter, die allen Ansprüchen an ein gutes Passwort genügen.

encryptr.png
Encryptr ist kostenlos und OpenSource


Encryptr kommt von den Machern von Spideroak
Doch viele vertrauen den einschlägig bekannten Password Managern nicht, so komfortabel sie auch sein mögen. Denn wer seine Passwörter synct, also auf unterschiedlichen Geräten verfügbar haben will, der speichert die Passwörter in der Cloud zwischen. Wer will da kontrollieren, auf welche Weise die Passwörter übertragen werden, ob sie hinreichend verschlüsselt sind und ob die Software alles richtig macht? Richtig: Niemand - denn in den Quellcode der Password Manager kann man in der Regel nicht reinschauen.

Anders beim nagelneuen Password Manager WWW: Encryptr, der von den Machern des Cloud-Dienstes Spideroak kommt. Spideroak habe ich Blog: hier bereits vorgestellt: Die Macher setzen auf ein Konzept namens "Zero Knowledge", die Daten werden bereits im Endgerät verschlüsselt und auch verschlüsselt übertragen. Sogar die Datenstruktur ist verschlüsselt und für Dritte - ohne den Schlüssel! - absolut uneinsehbar. Nach demselben Prinzip funktioniert auch der neue Password Manager Encryptr, der auf das WWW: OpenSource-Framework Crypton setzt.

Passwörter in Encryptr; Rechte: WDR
Daten lassen sich frei eingeben und speichern


Transparenz da komplett OpenSource
Auch bei der kostenlos erhältlichen Software Encryptr weiß der Betreiber nichts vom Benutzer. Nur der Benutzer selbst verfügt über den Schlüssel. Passwörter und andere sensible Daten wie etwa Kreditkartendaten, die man mit Hilfe von Encryptr speichern und bei Bedarf über die Zwischenablage in Webformulare eintragen kann, werden verschlüsselt gespeichert und übertragen. Da die Software komplett OpenSource ist, kann sich davon jeder selbst überzeugen. Das schafft Vertrauen.

Es gibt Encryptr derzeit für WWW: Windows, Mac OS und Linux - kostenlos. Auch für Android wird eine Version angeboten, für iOS bislang nicht. Encryptr speichert die Zugangsdaten in der Cloud, daher kann man von allen Geräten bequem darauf zugreifen. Da die Software noch relativ neu ist, kann sie in punkto Bedienkomfort noch längst nicht mit traditionsreichen Passwort Managern wie Lastpass oder Keepass mithalten. Diese Programme bieten beim Einrichten, Pflegen und Übernehmen der Zugangsdaten deutlich mehr Komfort. Aber in punkto Transparenz (OpenSource) und Sicherheit (Zero Knowledge) ist Encryptr ganz weit vorne.

also das, was KeePass schon seit Jahren macht

Olly am 17.10.14 6:40

SpiderOak mit Sitz in den USA (National Security Letter), daher besonders sicher.

macert am 17.10.14 7:17

@Olly-genau daran musste ich auch denken,als ich dies las.@macert-da Open source ist das Risiko von einer"versehentlicher"fehlerbehafteten Implementierung der Verschluesselungsalgorithmen doch recht gering.Ziehe allerdings auch lieber KeePassX vor.Storage sowieso nur unter meiner vollen Kontrolle!

Jo am 17.10.14 8:06

KeyPass?
Erhältlich für Spielzeug wie:

Win 2000
Win XP
Win 2003 Server
Windows Vista
Windows 7
Windows 8

Verpeilter am 19.10.14 10:20

Passwörter in der Cloud, sehr lecker. Naja, wem's schmeckt ..

Dr. Nase am 22.10.14 1:25

@Verpeilter
Das Programm heißt nicht KeyPass sondern KeePass und das gibt's schon seit 2003. Ursprünglich wohl nur für für Windows gebaut, läuft es jetzt mit Mono auch unter Linux, Mac OS X, BSD.

Alternativ gibt's auch noch, wie oben schon genannt, seit 2006 die Variante KeePassX, die eine Portierung von KeePass ist.

Da ist für jede Büchse was dabei.

john doe am 22.10.14 16:19

Ich bin kein Fachmann. Aber OpenSource bedeutet für mich, dass da sehr viele Entwickler mitgearbeitet haben. Wer garantiert, dass nich einer davon sich ein "Hintertürchen" eingebaut hat, um daraus Daten abzugreifen?

Arnold Schwin n am 22.10.14 16:39

@arnold
OpenSource heißt nur offener Quellcode, das kann ein Entwickler sein oder viele Tausende, genau wie auch bei ClosedSource.
Der große Vorteil von OpenSource ist aber, dass jeder Entwickler auf der Welt, der in der Lage ist, die entsprechende Programmiersprache zu lesen, nach einer Analyse des Codes Programmierfehler und Hintertürchen erkennen kann.
Das ist bei ClosedSource Programmen so nicht möglich ist, weswegen die Wahrscheinlichkeit, dass dort Hintertürchen gefunden werden, deutlich kleiner ist.

john doe am 22.10.14 17:08

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Dienstag, 14.10.2014

Whatsapp kommt mit VoIP

Whatsapp scheint nichts aufzuhalten. Während Anfang des Jahres noch rund 500 Millionen Menschen weltweit regelmäßig Whatsapp genutzt haben (mindestens einmal im Monat), waren es im August bereits 600 Millionen. Ein rasantes Wachstum, das dem neuen Whatsapp-Besitzer Facebook nicht nur viel Geld, sondern auf Dauer auch jede Menge zusätzlicher Daten in die Arme treibt. Doch wie Insider von WWW: Geektime berichten, plant Whatsapp bereits den nächsten Coup: VoIP.

whatsapplogo.png
Whatsapp plant Telefondienste übers Netz - kostenlos


Kostenlose Telefongespräche übers Internet
Whatsapp plant demnach, Telefongespräche übers Internet anzubieten - Voice over IP genannt. Und weil selbst Whatsapp-Benutzer nicht immer zu erreichen sind, bekommt jeder User außerdem einen digitalen Anrufbeantworter spendiert. Dort können Anrufer dann Nachrichten hinterlassen. Das klingt erst mal nicht sonderlich aufregend, denn Dienste wie Facebook, Skype, Viber oder Google Hangout bieten bereits VoIP. Wer Zugang zu einem Breitband-Netzwerk hat, kann kostenlos telefonieren. Im WLAN klappt das eigentlich immer.

Doch keiner der anderen Dienste hat so viele und vor allem treue User wie Whatsapp. Deshalb könnte die VoIP-Funktion in Whatsapp deutlich mehr Leute ansprechen. In diesem Zusammenhang ist der geplante Anrufbeantworter in Whatsapp nicht unwichtig, denn den bieten nicht alle anderen Dienste an. Im Grunde genommen muss Whatsapp gar nicht viel machen. Denn schon jetzt kann man Sprachnachrichten aufnehmen und per Whatsapp verschicken. Der Anrufbeantworter funktioniert nicht viel anders. Hier wird der Anrufer lediglich gebeten, eine Nachricht zu hinterlassen. Technisch gesehen nahezu dasselbe.

skypen.png
Auch Skype bietet VoIP zum Nulltarif


Whatsapp kann Telefongespräche aufzeichnen
Doch Whatsapp geht wohl noch einen Schritt weiter und bietet auch die Möglichkeit, über die VoIP-Funktion von Whatsapp geführt Telefongespräche mitzuschneiden. Skype und Google Voice bieten zwar auch eine vergleichbare Funktion, aber nur als Add-On. Derart komfortabel und selbstverständlich wie in Whatsapp gibt es diese Funktion nirgendwo. Doch das Mitschneiden von Telefongesprächen ist heikel, denn es ist verboten, ein Gespräch aufzuzeichnen, wenn nicht beide Gesprächspartner davon wissen. Schon jetzt dürfte klar sein, dass die Record-Funktion einigen Ärger verursachen wird.

Whatsapp hat eine treue User-Basis. Deshalb wird es Whatsapp sicher gelingen, die VoIP-Funktion erfolgreich einzuführen. Einige Mobilfunkanbieter blockieren VoIP - und schalten die Funktion gegen Gebühr oder in einem Premium-Tarif frei. Andere Provider werden Whatsapp als Bestandtteil ihres Tarifs anbieten und so extra verdienen - und Whatsapp möglicherweise finanziell beteiligen. Für Whatsapp und damit Facebook sicher ein einträgliches Geschäft.


Sprachnachrichten in Whatsapp

Ausgerechnet via datenkrake telephonieren?Dabei gibt es laengts Sachen wie Mumble,Bleep,Linphone,oder auch Tox.Alle besser und vor allen Dingen sicherer!

Ach je am 15.10.14 8:44

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Dienstag, 14.10.2014

Die Neunziger haben angerufen...

...sie werfen Konfetti. WWW: Einfach mal was hochladen, Ideen teilen, Freunde treffen, Spaß haben. Bumsegal, ob irgendwelche User-Daten generiert werden, die man für jede Menge Kohle an irgendwelche Unternehmen verkaufen könnte. Das ist WWW: tilde.club.

tilde.club Rechte: tilde.club
Retro! So sieht die Startseite von tilde.club aus.

Die Idee für tilde.club kommt von Paul Ford. Nachts, mehr oder weniger betrunken. Und WWW: wenn man seine Geschichte liest, erfährt man: tilde.club ist keine Konkurrenz für facebook oder twitter - sondern eine große Nerdparty! Eine Art Liebeserklärung an das Internet der 90er Jahre, aus dem eben auch das Tilde-Zeichen kommt. Eine Liebe, die viele teilen. Gerade kann tilde.club keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen. WWW: Es gibt eine Warteliste.

tilde.club2 Rechte: tilde.club tilde.club zeigt: Wir sind keine bräsig-passiven Konsumenten. Wir haben uns nicht ergeben. Und: hey! Wir stricken wieder, auch wenn wir keine einsamen Katzenomis sind. Wir bauen Kartoffeln an, auch wenn wir in einem schicken Großstadtloft wohnen. Warum also keinen Server anmieten und digitale Kleingärten verteilen, in denen Menschen sich austoben können. ~liebe!

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