Dienstag, 18.11.2014

Nokia baut jetzt auch Tablets

Sonderlich erfolgreich war Nokia zuletzt nicht mehr mit seinen Smartphones. Die stolzen Zeiten, in denen sich Nokia als Marktführer bezeichnen konnte, sind längst vorbei. Mittlerweile gibt es keine Nokia-Smartphones mehr, die werden jetzt alle von Blog: Microsoft gebaut und heißen Microsoft Lumia. Allerdings gibt es Nokia immer noch. Heute haben sich die Finnen auf dem WWW: Slush-Festival in Helsinki mit einer kleinen Überraschung zu Wort gemeldet: Mit dem WWW: Tablet N1 will Nokia sich als Tablet-Hersteller empfehlen und im Markt der Mobilgeräte wieder eine größere Rolle spielen.

Nokia N1; Rechte: Nokia
Nokia stellt sein erstes Tablet vor: Das N1 ist eine Mini-Tablet


Schickes Design und hochwertige Verarbeitung
Smartphones darf Nokia nicht mehr bauen, Tablets jedoch sehr wohl. Und das Thema gehen die Finnen jetzt entschlossen an, habe ich den Eindruck. Das vorgestellte Nokia-Gerät wirkt hochwertig und schick in edlem Design. Ein vergleichsweise kleines Tablet, das am ehesten mit dem iPad Mini konkurriert. Es hat ein 7,9 Zoll Display mit IPS-Touchscreen und einer Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixel im 4:3-Verhältnis, was eine Pixeldichte von stolzen 324 ppi ergibt - wie beim Apple iPad Mini. Gorilla Glass schützt das rund 250 Euro teure und 6,9 Millimeter flache Gerät vor Kratzern.

Technisch ist das N1 hochwertig ausgestattet, da kann man wirklich nicht meckern - und dafür ist der Preis vergleichsweise niedrig. Das aktuelle Apple iPad Mini 3 fängt preislich bei 389 EUR an. Die Vorgängermodelle gibt es aber auch günstiger. Optisch erinnert das N1 an das neue iPhone 6. In Nokias Promovideo ist nicht auf Anhieb zu erkennen, ob einem da ein iPhone 6 oder ein N1 entgegen fliegt. Doch die Unterschiede sind schnell zu erkennen, denn das N1 wird mit dem neuen Android 5.0 Lollipop betrieben. Zu kaufen gibt es das N1 allerdings noch nicht. In China geht's im Februar los, Europa und andere Märkte sollen später folgen.


Promovideo von Nokia: Wenig über Funktionen, viel über Design


Wer punkten will, darf nicht lahmen
Alles richtig gemacht, möchte man meinen. Allerdings: Erst im Februar auf den Markt zu kommen, nach dem wichtigen Weihnachtsgeschäft und dann auch zuerst in China, das ist nicht nur eine Enttäuschung, sondern lässt auch große Fragezeichen aufkommen, ob das N1 ein Erfolg werden kann. Bis dahin vergeht noch eine Menge Zeit. Die Preise werden fallen, der Markt ist weiter gesättigt, neue Modelle kommen raus. Wer als Newcomer punkten will - und im Tablet-Markt ist Nokia nun mal ein Newcomer -, der muss Tempo vorlegen. Traben, nicht lahmen - das wäre das Motto.

Grundsätzlich hat Nokia das Zeug dazu, mit einem schicken, erschwinglichen Tablet am Markt eine Rolle zu spielen, zumal das N1 mit aktueller Technik und Software ausgestattet ist. Aber noch drei, vier Monate verstreichen zu lassen, ist sträflich. So sind die Wettbewerber nur gewarnt - und nichts ist gewonnen. Schade.

NOKIA hat wie so viele andere Unternehmen KEINE Visionäre mehr, sdr. dümpelt durch die Masse der rein verwaltenden Mänädscher-Kaste erfolglos vor sich hin. Damals hatte man sich "getraut" neben der immer schwächer werdenden TV-Geräteproduktion fast pionierhaft auf Mobiltelefone zu setzen, mit großem Erfolg.

Heute bringt NOKIA ein Tablet heraus. Huch, wie interessant...
Innovativ geht anders, Verwalter braucht der Markt nicht. Doch genau diese "Verwaltmänädscher" haben die Marke NOKIA in Grund und Boden gewirtschaftet, nicht mehr, nicht weniger.

Philosophikus am 18.11.14 18:01

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Dienstag, 18.11.2014

Dummheiten und Fehltritte - und warum wir lernen sollten, damit zu leben

Wenn wir über Toleranz sprechen, gehört für mich auch die Toleranz dazu, Menschen im Netz ihr Leben leben zu lassen. Sich bei Facebook der Welt mitzuteilen. Schritte, Puls und Blutdruck aufzuzeichnen und online zu archivieren. Und, ja: auch den Speicherplatz in der Cloud zu nutzen, um die eigenen Nacktfotos zu speichern. Sollen sie doch.

Günther Oettinger; Rechte: picture-alliance/dpa/EPA/Olivier Hoslet
Nacktfotos in der Cloud? Für EU-Kommissar Oettinger eine Dummheit.

Es gibt in diesem Zusammenhang wenige Aussagen, die mich so auf die Palme gebracht haben wie die des neuen EU-Kommissars fürs Digitale Günther Oettinger: "Wenn jemand so blöd ist und als Promi ein Nacktfoto von sich selbst macht und ins Netz stellt, hat er doch nicht von uns zu erwarten, dass wir ihn schützen. Also, vor Dummheit kann man die Menschen auch nicht oder nur eingeschränkt bewahren."

Für Digitalkommissar Oettinger ist die Sache also klar: Wer Dinge ins Netz stellt, die nicht an die Öffentlichkeit gehören, ist selbst schuld. Dabei waren es Kriminelle, die vor kurzem die Onlinekonten von Hollywood-Stars angegriffen, den Passwortschutz umgangen, sich dort Nacktfotos besorgt und diese dann veröffentlicht haben. Oettinger scheint das nicht begriffen zu haben. WWW: Für ihn sind die Opfer die Täter.

Es ist keine Dummheit, sein Leben zu leben. Auch im "echten Leben", wie es immer so schön genannt wird, leisten sich Menschen Dinge, die von anderen als Fehltritte angesehen werden. Fast jeder schlägt einmal über die Stränge, hat Jugendsünden auf seiner Liste und war nicht immer nur freundlich zu seinen Mitmenschen. Je mehr sich unser Leben im Netz abbildet, desto öfter schlagen sich diese Dinge dort auch nieder.

Dennis Horn als Graffitientferner; Rechte: WDR/Frank Dunski
Das Netz vergisst nie, sagt man. Soll es doch einmal etwas vergessen, wird es manchmal so mühsam, als habe man es mit einem digitalen Graffiti zu tun.

Der Unterschied ist: Was wir im echten Leben tun, wird nicht direkt für alle festgehalten. Im Netz haben wir Zuschauer, die unsere Fehltritte oft konsumieren, mal kommentieren, im schlimmsten Fall kopieren. Facebook, Google und andere bieten mir die Möglichkeit, Fotos, Videos oder Statusmeldungen zu löschen oder zu melden - und reagieren dann auch recht schnell, WDR: wie wir auch bei Planet Schule und in der WDR Servicezeit zeigen. Wenn von diesen Inhalten aber schon Kopien in der Welt sind, bringt das nichts mehr - es gibt genug Orte im Netz, an denen ich keinen Einfluss mehr darauf habe.

Dass das WWW: "Recht auf Vergessenwerden" oder besser Blog: Recht auf Unterschlagung hilft, dieses Problem zu beseitigen, bezweifele ich. Mittlerweile lassen sich zwar WWW: auf Antrag Links in den Google-Suchergebnissen verbergen. Aber die eigentlichen Seiten, auf denen diese Informationen enthalten sind, bleiben online - erst recht, wenn Website-Betreiber in anderen Ländern sitzen und es rechtlich kaum möglich ist, gegen sie vorzugehen.

Ist das überhaupt der richtige Weg - mit dem Internet so zu umzugehen, als könnte man die Daten löschen und als wären sie dann wirklich weg? Wo sie sich doch so einfach kopieren lassen? Und da wir wissen: Egal, welch guten Leumund die Menschen haben - sie alle hatten auch Stunden in ihrem Leben, die nicht ganz so vorzeigbar sind?

Google-Formular zum Recht auf Vergessenwerden; Rechte: WDR/Frank Dunski
Weit über 150.000 Anträge sind bisher bei Google eingegangen - von Menschen, die fordern, unliebsame Links in den Suchergebnissen zu verbergen.

Natürlich ist es sinnvoll, dass wir als Nutzer endlich unsere Privatsphäre-Einstellungen ernstnehmen - und WDR: zum Beispiel bei Facebook genau regeln, dass jeder nur die Dinge sieht, die er auch sehen soll. Genauso sinnvoll wäre es aber, Menschen nicht mehr dafür abzustrafen, dass ihr Profil im Netz nicht so perfekt ist wie im digitalen Bilderbuch.

Dass zum Beispiel jeder Arbeitgeber erst einmal die Facebook-Profile seiner Bewerber checkt, mag sein. Aber welcher Bewerber ist der bessere? Derjenige, der gelebt hat? Oder derjenige, der ein seltsam steriles Profil hat - also vielleicht auch etwas verbirgt?

Niemand ist perfekt - auch nicht im Netz.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Ist ja schön und gut... und jetzt?
Netter Appell, aber noch keine Lösung. Ist vielleicht aber auch zuviel verlangt...

uugee am 19.11.14 0:32

Dass derjenige "selber schuld ist", der "Dinge ins Netz" stellt hat Oettinger gar nicht gesagt. Es ist - im Netz - wie man sieht auch ein Leichtes, Wortfetzen von Menschen in eigener Art und Weise auszulegen und einer breiten Öffentlichkeit als gegeben zu präsentieren. Genau solche Typen gehen mir seit anbeginn des Internets gehörig auf den Keks. Und ich war schon surfend unterwegs, da war der Autor noch nicht mal erdacht. Leider kann heutzutage jeder seinen Senf abgeben und das halte ich für viel gefährlicher. Und ja: wer in Kenntnis der Unsicherheit des Internets Nacktbilder auf einem anderen Computer speichert (Cloud), also bei einem Dritten über dessen Sicherheit er gar nichts weißt, der ist nicht nur dumm sondern, wie Oettinger bereits sagte, selber schuld.

Modem am 19.11.14 9:15

Irgendwie hatte ich ja gehofft, dass der Umstand, dass irgendwann JEDE/R irgendwo etwas "Verwertbares" über sich herumliegen hat, zu einer gewissen Gelassenheit im Umgang mit Nacktbildern, blödsinnigen Blogeinträgen, gedankenlosen Tweets und ähnlichem führt. So wie ich mit Einführung diverser Rechtschreibreformen und der damit verbundenen allgemeinen Unsicherheit, die dazu führt, dass JEDE/R nach irgendeiner Regel "falsch" schreibt, gehofft hatte, dass die Orthografie nicht mehr so überbewertet wird und ein Bewerber z.B. nicht als "dumm" abgestempelt wird, weil er "daß" mit Doppel-S schreibt. Beide Hoffnungen haben sich bisher leider zerschlagen. Beim Umgang mit Peinlichkeiten und Fehlern anderer kann ich aber nur den Grundsatz empfehlen: "Ein jeder kehr' vor seiner Tür, es liegt genügend Dreck davür!"

Herbert Kaiser am 19.11.14 9:41

Herr Öttinger selber ist doch der beste Beweis dafür, dass jeder einmal Blödsinn macht. Seine schreckliche englische Rede findet sich ja auch noch überall im Internet. Da kann man dann auch nur sagen: Wenn jemand so blöd ist, in der Öffentlichkeit Englisch zu sprechen, obwohl er es nicht kann, ist er selber Schuld, wenn sich andere anschließend darüber lustig machen.

Frank am 19.11.14 9:55

"Das Netz vergisst nichts", ist ein Mythos. Das mag bei prominenten Inhalten stimmen, bei der Masse aber nicht. Versuchen Sie doch mal, 10 Jahre altes Wissen aufzurufen, die meisten Links werden tot sein, bzw. findet man sie einfach nicht mehr. Oder die unzähligen Einträge bei Schüler- oder StuiVZ, Yahoo usw. - alles weg.
Sobald ein Dienst, ein Server oder eine Website abgeschaltet wird, sind die meisten Inhalte weg, weil lange nicht alles kopiert oder repostet wird.
Ansonsten gilt: Was nicht an die Öffentlichkeit soll, bleibt offline!

Sven am 19.11.14 10:01

@Sven,

dann googeln Sie mal nach "wayback machine"..... Dort sind noch meine alten Privaten Webseiten zu finden die seit einigen Jahren längst nicht mehr existieren.......
Das zum Thema "...alles weg..."

Martin am 19.11.14 11:21

@Modem: Sie behaupten zu Beginn Ihres Kommentars, Oettinger habe gar nicht gesagt, dass derjenige die Schuld trägt, der die Dinge ins Netz stellt, um am Ende zu schreiben, Oettinger habe es doch gesagt? Nun ja.

Dennis Horn am 19.11.14 21:38

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Sonntag, 16.11.2014

Eichhörnchen klaut Gopro-Kamera

Oh, es gibt sie mittlerweile zuhauf im Web: Videos, in denen alle möglichen Tiere (angeblich) ein Smartphone, eine Webcam oder eine Gopro-Kamera stehlen und abhauen. Das sieht meist lustig aus, wenn man die Tiere herannahen und dann wieder abhauen sieht. WWW: Adler haben das schon gemacht, WWW: Tauben und viele andere Tiere. Jetzt ist ein WWW: Video aufgetaucht, in dem sehen wir ein Eichhörnchen, das eine herrenlose Gopro-Kamera packt, einen Baum hochkrabbelt und die Kamera am Ende wieder fallen lässt.

Was beweist: An den Kameras haben die Tiere nun wirklich kein gesteigertes Interesse. Im Fall des Eichhörnchen ist es so, dass ein Stück Brot auf der Kamera montiert war. Ein Lockmittel. Der Besitzer der Kamera wollte, dass die Kamera gemopst und transportiert wird - um ein weiteres niedliches Tier-klaut-Kamera-Video für Youtube zu haben. Einmal hat ein Eichhörnchen die Kamera nicht wieder runtergeworfen, sondern oben auf dem Baum behalten. Das war ein guter Trick, denn da musste Herrchen extra hoch klettern, wie man WWW: hier sehr schön sehen kann. Rache ist süß.


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