Freitag, 23.01.2015

Windows künftig kostenlos

Als Microsoft diese Woche in den USA das ARD: neue Windows 10 offiziell vorgestellt hat, gab es durchaus einige Überraschungen. Diskutiert wurde zum Beispiel, ob der neue Blog: Microsoft-Browser Spartan den Internet Explorer nun ersetzt oder ergänzt (erst mal wird es beide Browser geben). Auch wird hitzig darüber debattiert, wie sinnvoll wohl eine WWW: Hologramm-Brille wie HoloLens ist, die mit Windows 10 wunderbar funktionieren soll. Außerdem wird Windows 10 Blog: dank Cortana durch Sprachbefehle zu steuern sein. Alles interessant - doch die eigentliche Neuerung wurde nicht wirklich bemerkt.

mshololens.png
Microsoft Hololens: Windows 10 mit Virtual Reality


SaaS: Software as a Service
Was wirklich interessant ist: Windows 10 wird im ersten Jahr kostenlos sein. Man muss für das Update nichts bezahlen. Außerdem können zum ersten Mal User der Vorgänger- und der Vorvorgängerversion umsteigen. Völlig egal also, ob Windows 7, Windows 8 oder Windows 8.1 im Einsatz ist: Der Umstieg auf Windows 10 wird nichts kosten. Einzige Ausnahme sind Benutzer eines Tablets. Da wird es nicht so ohne weiteres ein Update geben, aber das hat auch technischen Gründen. Alle anderen können gratis umsteigen. Das ist für Microsoft eine Novität. Bislang wurde an Updates immer gut verdient. Ab Windows 10 nicht mehr.

Windows wird als "Software as a Service" verstanden, wie die Fachleute sagen. Man bekommt einen Service geboten und arbeitet stets mit der aktuellsten Software, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen. So ist das bei Office 365 zum Beispiel. Aber selbstverständlich auch bei so ziemlich allen Onlinediensten. Kein User weiß, welche Software im Hintergrund die Suchanfragen beantwortet oder welche Version gerade die Mails anzeigt. Das ist Software as a Service - und soll nun auch bei Windows so sein. Kleinere und größere Neuerungen kommen automatisch aus dem Netz, ohne Mehrkosten.

win10all.png
Windows 10 läuft auf allen möglichen Geräten


SaaS: Software as a Service
Wenn Microsoft Windows 10 im ersten Jahr kostenlos anbietet und auch Updates gratis einspielt, dann wird es auch dabei bleiben. Denn natürlich kann Microsoft nicht nach einem Jahr Windows 10 hingehen und sagen: OK, das reicht jetzt aber, ab sofort zahlt Ihr uns 10 EUR im Monat für die Benutzung von Windows. Das würde nicht funktionieren. Die Ankündigung, dass Windows 10 im ersten Jahr kostenlos ist, bedeutet gleichzeitig: Windows 10 ist ab sofort komplett kostenlos. So wie bei Linux. Und im Grunde auch wie bei Apple. Die Updates bei Mac OS X kosten schon lange kein Geld mehr. Kleiner Unterschied: Hier hat Apple an der Hardware verdient. Diesen Luxus hat Microsoft in der Regel nicht.

Verdient werden soll mit Pro-Diensten. Mit dem Blog: kostenpflichtigen Office 365 zum Beispiel. Oder mit kostenpflichtigen Extradiensten in der Cloud. Außerdem verdient Microsoft auch an der Suchmaschine Bing, die häufiger genutzt wird, wenn Windows 10 noch öfter Bing befragt, etwa bei der Bedienung mit dem Sprachassistenten Cortana. Für Microsoft wird sich der Schritt also vermutlich lohnen, denn es erhöht die Akzeptanz für Windows. Für User ist dieser strategische Wandel auch gut. Es spart schlichtweg Geld - und ist zeitgemäß.

Aufpassen muss man aber trotzdem. Denn bekanntlich wollen auch kostenlose Dienste bezahlt werden. Meist mit Daten.

Wann steht denn die endgültige Fassung von WIN 10 zur Verfügung?
Oder lohnt eine Vorabversion? Und ist in der dann auch Spartan enthalten?

Tom Selve am 23.01.15 16:14


Windows 10 auf Dauer kostenlos, jedenfalls in der Basisversion? Wir werden sehen. Mir stellt sich eine Frage, die vielleicht schon woanders beantwortet ist: Was bedeutet "im ersten Jahr kostenlos"?

Möglichkeit 1: Wer im ersten Jahr nach Erscheinen Windows 10 installiert, kann das Windows auf Dauer kostenlos verwenden. Wer später kommt, zahlt den Kaufpreis oder Mietpreis.
Möglichkeit 2: Wer Windows 10 irgendwann installiert, kann es 1 Jahr lang kostenlos nutzen, danach muss er kaufen oder mieten.

Dann gibt es noch ein paar Fragen: Muss aktiviert werden, obwohl es kostenlos ist, einfach um die "Schäfchen" ein bisschen zu beobachten? Läuft Windows nur mit Microsoft-Account? Welche Daten muss man angeben? Läuft Windows 10 wenigstens in der Basisversion auch komplett offline? Oder ist Online-Anbindung Pflicht?

Dass Microsoft einfach so was verschenkt, ist nicht anzunehmen. Was steckt hinter dem Köder?

Bertram in Mainz am 23.01.15 17:35

Doch nicht ganz kostenlos, ein kostenloses Upgrade. Linux ist ganz kostenlos als Betriebssystem aber auf einen leeren PC kann man kein Windows 10 installieren. Für die Windows 7 und 8 User wird nur ein Upgrade nachgeschoben und nicht jeder will unbedingt Bing. Das nervt schon bei Freewaredownload-und Installation wenn man nicht genau aufpasst. Ich habe die Befürchtung mit Windows 10 wird etwas nachgeschoben oder sagen wir untergeschoben. Ein faules Ei vielleicht ?

MG am 23.01.15 19:05

Wie kommt man auf die Idee das es dann immer kostenlos bleibt? Ich mein man hat doch den Kunden an den "Balls" wenns irgendwann heißt, die wenigesten haben denke ich die lust nach 1 Jahr dann Linux zu Lernen oder sich nen teuren Mac zu kaufen, die werden einfach Zahlen aus Faulheit...

Dieter am 24.01.15 9:35

Für mich stellt sich die Frage, ob mit Windows 10 weiterhin die Benutzung von Software anderer Entwickler möglich ist. Beispiel Office: dem Office 365 stehen ja drei andere kostenlosen Suiten gegenüber, die mit Microsoft Office Dokumenten umgehen können: Libre Office, Open Office und Softmaker Office (eine ältere Version wird gratis vom Hersteller angeboten). Alle drei reichen für den Privatanwender vollkommen. Brauche ich einen Windows Media Player, wenn ich den VLC oder SM Player bevorzuge? Dass man bei Win 10 ständig online sein muss, das glaube ich nicht. Dagegen spricht, dass man beim mobilen Surfen auch mal in Funklöcher geraten kann oder es gibt Unternehmen, die zur Steuerung ihrer Geräte über Windows Software kein Internet benötigen. Also, wenn es keinen Zwang gibt (wie bisher) Windows Komponenten oder die Cloud zu benutzen, dann steige ich im Laufe des 1. kostenlosen Jahrs um, wenn die Kritiken positiv sind.

Ralph am 24.01.15 10:09


@Dieter am 24.01.15 9:35
Ist wie beim Fernsehen mit HD+, das ist auch "im ersten Jahr kostenlos". Dann wird aus Bequemlichkeit verlängert. Inzwischen dürfen Smart-TVs gar "nach Hause telefonieren", und niemanden juckt es. Das wird schon spannend, was man mit "im ersten Jahr kostenlos" wirklich meint.

Laut einer Meldung bei Heise-Online vom 23.01.2015 gibt es jetzt eine Vorabversion, die den User aggressiv trackt. Ich könnte mir denken, dass man mit dem Preis tatsächlich runter geht. Da ist der Kunde empfindlich. Dass man aber immer aggressiver den User beobachtet. Die Wenigsten interessiert das. Mich schon!

Bertram in Mainz am 24.01.15 10:33

Das Internet ist wie ein großer Staubsauger und irgendwann fragt man/frau sich: In welchem Film bin ich eigentlich ...

DollyToll am 24.01.15 15:12

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Freitag, 23.01.2015

CloudConvert wandelt alles in alles

Es gibt ja diese Momente, in denen allein die Existenz verschiedener Dateiformate zu Wutanfällen, Schreikrämpfen und Mordgelüsten führt. Dateien zu konvertieren, ist nicht immer einfach. Deshalb halte ich den Onlinedienst WWW: CloudConvert des Münchener Startups Lunaweb für ein spannendes Angebot: Dort könnt ihr über 200 Formate wandeln, von Audios und E-Books über Bilder und Präsentationen bis zu Videos und Websites.

CloudConvert; Rechte: Lunaweb
MP3-Dateien aus Videos extrahieren oder E-Book-Formate in PDF-Dateien wandeln - CloudConvert bietet da unzählige Möglichkeiten.

Die Dateien, die ihr konvertieren möchtet, ladet ihr hoch oder übertragt sie von einem eurer Cloudspeicher. Sobald die Umwandlung beendet ist, bekommt ihr einen Downloadlink per E-Mail - oder CloudConvert legt euch die Datei wieder bei Dropbox, Google Drive und Co. ab. Die kostenfreie Version von CloudConvert erlaubt mit Nutzeraccount bis zu 25 Umwandlungen mit insgesamt 1 GB pro Tag.

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Donnerstag, 22.01.2015

Whatsapp jetzt auch im Browser

Bislang gibt es Whatsapp nur fürs Smartphone. Selbst auf dem Tablet kann man Whatsapp offiziell nicht benutzen. Der mit über 700 Millionen Usern beliebteste Kommunikationsdienst hat eben strikte Regeln. Trotzdem würden sich viele User wünschen, sie könnten auch am Desktop Whatsapp-Nachrichten schreiben. Ist manchmal bequemer.

Apple hat es vorgemacht: Im neuen WWW: Mac OS X Yosemite kann man seinen Mac-Rechner mit dem iPhone oder iPad verbinden und sowohl iMessages wie SMS-Nachrichten austauschen. Lesen und Schreiben am Desktop - beides möglich. Diesem Vorbild will Whatsapp nacheifern. Unter ganz bestimmten Umständen kann man Whatsapp ab sofort auch im Web nutzen.

whatsapp_aktivieren.png
Whatsapp muss im Web erst mal aktiviert werden


Die Web-Version von Whatsapp
Mit dem neuen WWW: WhatsApp Web lässt sich das Whatsapp im Smartphone quasi fernbedienen. Ab sofort kann man Textnachrichten, Fotos, Videos und Sprachnachrichten auch vom Desktop-Rechner versenden. Extra Software ist dafür nicht nötig, läuft alles im Browser ab. Für alle, die auch am Arbeitsplatz gerne mal Whatsapp nutzen, aber nicht ständig zum Smartphone greifen wollen, eine gute Lösung. Um den Dienst nutzen zu können, braucht man allerdings ein bereits aktives Whatsapp-Konto - und das muss mit dem Desktop verbunden werden.

Dazu erscheint auf der Webseite von Whatsapp ein QR-Code. Den muss man mit dem Smartphone scannen, um eine Verbindung herzustellen. Chats und Nachrichten werden dann ab sofort synchronisiert: Neue Nachrichten erscheinen auf dem Smartphone und auf dem Desktop. Ob man etwas auf dem Smartphone eingibt oder auf dem Desktop, ist egal. Voraussetzung ist allerdings, dass Desktop und Smartphone online sind, anderenfalls wird die Verbindung sofort abgebrochen.

Whatsapp mit dem Desktop verbinden; Rechte: Whatsapp
Das Smartphone muss online sein


Kein iPhone und nur Chrome
Jetzt die bittere Pille für alle mit iPhone: Apple wird WWW: bislang nicht unterstützt. Alle anderen Welten wie Android, Windows und Blackberry allerdings sehr wohl. Und: Man muss Google Chrome verwenden. Whatsapp Web funktioniert derzeit nur mit dem Google-Browser. Das aber wirklich gut: Die Handhabung ist einfach, unkompliziert und komfortabel. Die aktuelle Version der Whatsapp-App braucht man dafür allerdings auch. Nur die ist in der Lage, sich mit Whatsapp Web zu synchronisieren.

Die Web-Version ist keine Spielerei von Whatsapp, sondern dürfte ein klares Ziel verfolgen: Geld verdienen. Denn auf dem Smartphone ist Whatsapp werbefrei und wird es sicher auch bleiben. Doch im Web gelten andere Spielregeln. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Mehr an Anzeigefläche auf dem Desktop früher oder später für Reklame genutzt wird, etwa für Videospots. Facebook braucht ständig neue Einnahmequellen - das könnte eine sein.

https://www.youtube.com/watch?v=2NTEBK8erAQ

Hans Peter am 22.01.15 11:22

Was für eine Spielerei! ;o)

Im Ernst:
Hier handelt es sich nicht um einen Web-Client für WhatsApp, sondern nur um einen sehr eingeschränkten Remotezugriff auf das eigene Smartphone.
Solche Anwendungen gibt es schon lange (und auch noch besser und universeller)!
Also wieder mal eine peinliche Aktion von Zuckerberg und co....

Jost Schwider am 22.01.15 12:45

Was für eine Spielerei! ;o)

Im Ernst:
Hier handelt es sich nicht um einen Web-Client für WhatsApp, sondern nur um einen sehr eingeschränkten Remotezugriff auf das eigene Smartphone.
Solche Anwendungen gibt es schon lange (und auch noch besser und universeller)!
Also wieder mal eine peinliche Aktion von Zuckerberg und co....

Jost Schwider am 22.01.15 12:46

Na das wurde doch auch Zeit, dass Whatsapp diesen Schritt geht. Zu dumm, dann ich nun das iphone verkaufen muss. Beste Grüße

Bodo Oerder am 22.01.15 17:29

Na das ist doch mal der nächste logische (lange erwartete) Schritt von Whatsapp. Zu dimm, dass das nicht auf iOS läuft. Beste Grüße

Bodo am 22.01.15 17:31

Es gibt noch weitere Messenger-Dienste die das ebenfalls können. So zum Beispiel Telegram. Dieser Dienst hat bereits in der letzten Woche den Web-Client und die Desktop-Version herausgebracht.

Thomas Bolder am 23.01.15 8:00

Es gibt noch weitere Messenger-Dienste die das ebenfalls können. So zum Beispiel Telegram. Dieser Dienst hat bereits in der letzten Woche den Web-Client und die Desktop-Version herausgebracht.

Thomas Bolder am 23.01.15 8:02

Es gibt noch weitere Messenger-Dienste die das ebenfalls können. So zum Beispiel Telegram. Dieser Dienst hat bereits in der letzten Woche den Web-Client und die Desktop-Version herausgebracht.

Thomas Bolder am 23.01.15 8:02

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