Mittwoch, 06.05.2015

re:publica 2015: Wenn Youtuber von früher erzählen

Erkenntnis des Mittwochs auf der re:publica: Die Youtuber-Szene in Deutschland ist in zwei Lager geteilt, man könnte auch Generationen sagen, das wurde in den verschiedenen Vorträgen rund um das Thema Online-Video klar. Da sind diejenigen, die irgendwann mal angefangen haben, aus Spaß ihre Videos ins Netz zu stellen und da ist die neue Generation, die "das Ganze schon sehr viel strategischer angeht" wie Christoph Krachten, Gründer des Videovermarkters Mediakraft in seiner Session zu neuen Talenten erklärt. Für sie sei die Aussicht berühmt zu werden und Geld mit ihren Videos zu verdienen, keine Utopie mehr, schließlich gebe es mittlerweile genügend Beispiele, bei denen das funktioniere. 


Als Beispiele für eine Youtuberin dieser zweiten Generation nennt er Julia Beautx, eine 15-Jährige, die zwar gerne ihren Kanal persönlich vorgestellt hätte, aber nicht frei bekommen hat, sie geht noch zur Schule.

LeFloid will nichts in die Kamera halten

Die Oldschool-Youtuber sehen die Entwicklung ihres Mediums allerdings kritisch. Besonders, was die Zusammenarbeit mit Unternehmen angeht, bei denen Youtuber als Werbeträger dienen sollen. So berichtet LeFloid, in der Session "Making Money on Youtube", dass 90 Prozent der Kooperationsanfragen, die bei ihm eingingen "so plump" seien, dass er sie umgehend ablehnen würde. "Da soll man 30 Sekunden irgendwas in die Kamera halten und dafür Geld bekommen." Er mache so etwas nicht, es gebe aber andere, die da nicht zimperlich seien. Zu seinem persönlichen Youtube-Stil würde das nicht passen, aber Youtube sei schließlich ein Soziales Netzwerk, da könne jeder machen, was er wolle.

Alexander Giesecke vom Youtube-Kanal "WWW: TheSimpleMaths" findet, dass die Aussicht auf "Fame" (Ruhm) beim Start eines eigenen Youtube-Kanals nicht im Vordergrund stehen dürfe. Das ganze müsse authentisch sein, "wobei 'authentisch' in letzter Zeit auch oft als Entschuldigung für schlechte Videoqualität herhalten muss."

Der Youtube-Algorithmus

Noch etwas, das früher anscheinend besser war: Der Youtube-Algorithmus. Inzwischen seien regelmäßig veröffentlichende Youtuber deutlich besser auffindbar, als jene, die nur selten ein neues Werk veröffentlichten. Das führe dazu, dass gerade die benachteiligt würden, die sehr viel Arbeit in ihre Filme steckten und deswegen nicht so einen hohen Output hätten, sagt Marie Meimberg vom Youtuber-Netzwerk 301+.

Die Sicht der Werber

Interessant war die Sicht der Werbewirtschaft auf die Youtuber. Xi Chen von der Berliner Werbeagentur TLGG, zögerte zunächst etwas, sprach es dann aber doch aus: "Aus Marketingperspektive, seid ihr einfach nur ein Tool." Jens-Uwe Bornemann von der Produktionsfirma Fremantle sagte, dass seine Kollegen, Youtube und seine Protagonisten zwar analysiert hätten, es aber kein Rezept für einen erfolgreichen Kanal gäbe. Beeindruckend sei aus seiner Sicht aber die Werbewirkung: Bis zu 30 Prozent derjenigen, die ein Onlinevideo mit einer Produkvorstellung sähen und daraufhin einen verlinkten Online-Shop besuchten, würden auch tatsächlich etwas kaufen.

Tipps rund um Youtube

Zum Schluss noch ein paar gesammelte Tipps zu Youtube aus den heutigen re:publica-Sessions:

  • Für Zuschauer über 30: Bitte daran denken, dass sich viele Videos - wie beispielsweise das oben verlinkte von Julia Beautx  - an deutlich jüngere Menschen richten. 
  • Erfolgreiche Youtuber veröffentlichen regelmäßig an festgelegten Tagen und zu festgelegten Zeiten.
  • Technische Qualität ist wichtig, weil die Zuschauer es so gewohnt sind und ein Clip ohne verständlichen Ton oft keinen Wert hat. Die Technik dafür ist nicht teuer.
  • "Ich muss nicht mehr arbeiten, ich lebe von Youtube" ist Blödsinn sagt LeFloid. Er hat nach eigenen Angaben eine 70-Stunden-Woche.
  • Alle Youtuber haben dazu geraten, mit den Zuschauern zu kommunizieren und auf Themenwünsche zu reagieren.

Es gibt halt noch genug Verdummte, die nicht bemerken, dass sie von den Medien ausspioniert werden. Diese als Journalisten getarnte Medienverbrecher faseln immer von Toleranz, Zusammenhalt und Kulturbereicherer - ein Schlag ins Gesicht eines jeden ehrlichen und offenen Menschen! Medien=verabscheuungswürdige, menschenverachtende Steigbügelhalter der Globalisierungsmafia!

Gehlen am 7.05.15 11:37

Ach Gehlen, man muss nicht alles schwarzsehen. Ein You Tube hit lancieren, gut verdienen und Ideen bewegen!

LiFe am 7.05.15 13:16

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Mittwoch, 06.05.2015

Sind wir bereit für die neue Arbeit?

Das „neue" Arbeiten, die digitale Transformation der Arbeitswelt - ein wiederkehrendes Thema auf der re:publica. Die meisten, die sich hier rumtreiben, sind mittendrin. Zwei Veranstaltungen zum Thema am zweiten re:publica-Tag (06.05.2015) sind rappelvoll.

Microsoft schmückt sich hier wiederholt mit dem Label des visionären Arbeitgebers, präsentiert gleich mehrere Veranstaltungen zum Thema. WWW: Thorsten Hübschen (von Microsoft) berichtet im Panel „WWW: Neues Europa, neue Arbeitswelt - wie, wann und wo passiert das" von progressiven neuen Büros, deren Zentrum die Menschen darin sind und nicht ihre Schreibtische.

Hübschen selbst veröffentlichte 2014 gemeinsam mit dem Autor Markus Albers das „Manifest für ein neues Arbeiten". Die Berufswelt müsse viel unternehmerischer, eigenverantwortlicher werden, fordert er. In Deutschland, der Satz fällt heute so oder so ähnlich gleich mehrfach, in Deutschland dreht sich alles immer noch um die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Hübschen sagt: „Dabei gibt heute erst Veränderung Sicherheit."

Aufbruchstimmung beobachtet

Leute sitzen bei republica im Sand, Rechte: WDR/Domke
Flexible Arbeit - flexible Arbeitsorte?

Mit der Bereitschaft zur Veränderung müsse auch die Arbeit selbst flexibler werden, stimmt Panel-Speakerin WWW: Jana Tepe zu. „Aber das muss auch mit konkreten Ansätzen ins Handeln umgesetzt werden. Jobsharing kann zum Beispiel eine Lösung sein." WWW: Max Neufeind beobachtet eine Aufbruchsstimmung, Unternehmer experimentierten mit neuen Formen der Arbeit und der Beteiligung. Er selbst verfolge eine Vision der „Arbeitswelt, die durch die Innovation des Technischen wieder humaner wird." Das klingt gut, aber nun wieder deutlich weniger konkret.

Es sei wichtig, nach seinen eigenen Ideen zu arbeiten. „Ich bin Volloptimistin für die Selbständigkeit. Die neuen Technologien bevorzugen generell den selbständigen Lebensentwurf," erklärt WWW: Catharina Bruns.

Träumereien, Illusionen? Unerträglich für einige

Das reicht. Jedenfalls meinem Sitznachbarn. „Ich muss gehen, das ist nicht zu ertragen", raunt er mir beim Aufstehen und an mir Vorbeidrängeln zu. Sein grauer Vollbart ist echt, den trägt er nicht erst seit dem Neukölln-Besuch. Ich fühle mich erinnert an ähnliche Auftritte von ebenfalls ergrauten Theaterzuschauern, die protestierend eine Vorstellung verließen. Ist das wirklich so ein Generationending, warum dieses Unverständnis?

„Es muss normal sein, dass es viele Formen der Arbeit gibt. Wer Ideen hat, hat heute riesige Chancen", fährt Catharina Bruns auf dem Podium unbeirrt fort. „Aber kann das ein Lebensmodell für alle sein, Catharina? Auch für die Kassiererin?", fragt WWW: Moderator Richard Gutjahr. „Ich mag diese Kategorien wie Putzfrau nicht. Sie putzt vielleicht gerade, aber sie kann noch tausend andere Sachen machen. Wir müssen neue Unternehmen gründen, in denen das selbstverständlich ist", antwortet sie.

Veränderung auf allen Ebenen

Frau auf republica allein mit Laptop; Rechte: WDR/Domke
Als Arbeitnehmer und Selbständiger braucht man vor allem Ideen

Arbeitnehmer, Selbständige, Unternehmen - die Veränderung, die Transformation muss sich auf allen Ebenen vollziehen, da sind sich alle auf dem Podium einig. „Viele große Unternehmen sind einfach zu erfolgreich in ihren alten Strukturen gewesen und können sich nicht so schnell ändern", wirft Moderator Gutjahr ein. Es geht um das gute Arbeitsklima, wie Unternehmen Teamwork fördern können.

„Aber ist denn bei aller Automatisierung und Effizienzsteigerung in 20 bis 30 Jahren überhaupt noch genug Arbeit für alle da?", fragt er in die Runde. Max Neufeind antwortet: „Technologische Innovation hat immer Arbeitsplätze vernichtet und neue geschaffen." Ein wichtiges Ziel könne nur sein, Menschen dabei zu unterstützen, auch in Umbruchsphasen kreativ zu bleiben. „Arbeit kann man sich selbst erfinden."

Die Angst nehmen

Catharina Bruns nickt. „Es geht auch darum, Menschen die Angst zu nehmen, damit sie den Switch in die Selbständigkeit schaffen können. Sicher ist man nur, wenn man sich selbst sicher ist. Das Sicherheitsdenken in Deutschland ist vollkommen überzogen." Auch aus der Vollzeit-Anstellung heraus ließen sich schon Projekte testen, wenn nicht als Haupteinkommen, dann vielleicht als dauerhafter Nebenerwerb oder einfach als andere Form der Anerkennung. Sie arbeite nach Möglichkeit nur mit Menschen, die ihre Arbeit wirklich lieben.

Die beiden schwarzgekleideten bärtigen jungen Männer, die inzwischen neben mir sitzen, brummen hörbar zustimmend. Klischee?

„Ihr werft ein Systemproblem auf, ja. Aber checkt auch mal eure, unsere Privilegien! In so einer Arbeitswelt werden einige ganz sicher durchfallen!" Ja, es droht durchaus eine wachsende Kluft zwischen den smarten Wissensarbeitern und dem Prekariat, antwortet Max Neufeind. Seine Antwort: „Umverteilung sozialer Absicherung" - das klingt nicht nach einer Adhoc-Lösung.

Speed of Wandlungsprozesse

Panel Arbeit neu erfinden; Rechte: WDR/Domke
Viel Interesse beim Panel zur Neuerfindung der Arbeit

Aber wer redet auch von Schnelligkeit, wenn es teil- oder gesamtgesellschaftliche Wandlungsprozesse geht? „WWW: Arbeit neu erfinden" heißt ein Panel am frühen Nachmittag. „Nein, wir werden nicht von Microsoft präsentiert, das war ein Missverständnis in einer Ankündigung", erklärt Moderatorin WWW: Kathrin Kaufmann gleich zu Anfang. In der Runde wird es schon deutlich konkreter mit dem neuen Arbeiten. Es geht um die Einteilung einer relativ freien Arbeitszeit, Einheitslöhne, aber auch um Missverständnisse und Herausforderungen bei der Pluralität der Kommunikationswege: Whatsapp, Facebook, Twitter, E-mail oder auch das Telefon. Es geht um virtuelle Teams, ein Recht auf Homeoffice wie in den Niederlanden, und vollkommen neue Hierachie- und Führungskonzepte.

Und dann wird Richard Gutjahrs Frage aus dem Vormittagspanel beantwortet: „Manche Unternehmen sind noch nicht bereit für die digitale Transformation. Wenn das Neue dort noch nicht passt, muss man es auch lassen", sagt Panel-Speakerin WWW: Christiane Brandes-Visbeck. „Es gibt auch Arbeitnehmer, die nicht gern selbst entscheiden." Und einige, sagt WWW: Martina Pickhardt (wieder Microsoft), „arbeiten am liebsten nine to five und liefern dabei verdammt gute Arbeit ab".

WWW: tl;dr

Was man aus diesen beispielhaften Veranstaltungen zum neuen Arbeiten ziehen kann? Wir müssen zunächst einmal für uns selbst rausfinden, wie wir arbeiten wollen. Die Antwort darauf ist individuell. Arbeit kann man sich sogar selbst erfinden. Besonders leicht, wenn man ausreichende Bildung genossen hat. In Deutschland versteifen sich viele auf die Utopie des sicheren, festen Arbeitsplatzes. Angst vor Veränderung lähmt. Selbständigkeit ist kein Allheilmittel gegen Arbeitsunzufriedenheit, aber kann auch als Konzept neben der Festanstellung getestet werden. Viele, besonders große Unternehmen sind noch nicht bereit für eine digitale Transformation, das könnte noch dauern. Eine Aufbruchstimmung gibt es aber.

Ich denke Neue Ideen schaffen neue Arbeit. Das Problem ist wie es immer war nur im 21. Jahrhundert noch schwieriger denn je: die Umsetzung.

LiFe am 7.05.15 15:49

Ich denke ausschließlich Neue Ideen schaffen neue zusätzliche Arbeit. Ideen sind nicht ausgeschöpft. Das Problem ist wie es immer war nur im 21. Jahrhundert noch schwieriger denn je: die Umsetzung. Es bedarf starke Nerven, Humor und eine große Portion Geduld.

LiFe am 7.05.15 16:18

Was die Wirtschaft mit Strukturwandel versteht, hat sie uns doch schon gezeigt. Die Fa. Evonik z.B. (deren Hauptaktionär die RAG ist, die ja für den Strukturwandel im Ruhrgebiet verantwortlich zeichnet) hat 2008 angekündigt, das sie ihre Personalkosten von 4 Mrd. Euro um 25% senken will. Wie nacht man sowas. Nun, man stellt keine Industriefacharbeiter mit Monatslöhnen von 3000 bis 3500 Euro/Monat ein. sondern vergibt die Arbeiten an Subunternehmer, die sich dann über Zeitarbeiter mit Stundenlöhnen kleiner 12 Euro (was einem Monatslohn von 1800 Euro entspricht). Da im Tarifvertrag Branchenzuschläge vereinbart werden, die aber nicht für Handwerkbetriebe gelten sollen, sind die Subunternehmer alle als handwerksähnliche Betriebe in der Handwerksrolle eingetragen. So läuft eine erfolgreicher Strukturwandel. Die Folge ist, das Kaufkraft für eine ganze Region verloren geht. Aber das sind Mißverständnisse, und die Betroffenen sind nur zu wenig transformiert, um die Vorteile zusehn.

HerbertH am 7.05.15 16:31

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Dienstag, 05.05.2015

re:publica 2015: Es geht ums Geschäft

Es sind auch die kleinen Dinge, die den Wandel der re:publica deutlich machen: Google hat 2015 hier einen eigenen Stand. Das ist thematisch natürlich nicht überraschend, wohl aber mit Blick auf die vergangenen Jahre interessant, in denen das Unternehmen der größten Internetkonferenz Deutschlands fern blieb. Die Veranstalter freut das so sehr, dass der Google-Stand bei der Eröffnungsveranstaltung eigens erwähnt wird. Bedeutet das, dass die re:publica jetzt erwachsen geworden ist?

Früher gerne mal als "Bloggertreffen" bezeichnet ist die neunte re:publica auch eine Businesskonferenz. Start-ups mit den verschiedensten Geschäftsideen versuchen Kontakte zu knüpfen, Anbieter von Bezahlsystemen für Blogger präsentieren sich und viele große Unternehmen sind als Sponsoren dabei oder zeigen ihre Produkte.

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Große Frage auf der re:publica: Wie können Blogs finanziert werden?

IBM wertet Tweets aus

Das führt bisweilen zu kuriosen Situationen: Während Markus Beckedahl am Morgen noch vehement für Privatsphäre und den Schutz vor Massenüberwachung eintritt, preist ein Vertreter von IBM zwei Stunden später die Vorteile der neuen Eigenentwicklung an: Mit dieser Cloudlösung sollen vorhandene Daten einfacher miteinander kombiniert werden können und so für Unternehmen "wertvoller" werden. Außerdem gebe es durch eine neue Kooperation mit Twitter auch die Möglichkeit zu analysieren, was die Kunden über die Produkte eines Unternehmens posten würden. Toll, für Menschen, die sich für die Analyse sozialer Medien interessieren. Datenschützer bekommen bei solchen Datenkraken aber Bauchschmerzen.

Netflix-Gründer Reed Hastings räumt am Dienstagnachmittag auf der großen Bühne auch ein, dass die Möglichkeiten von "Big Data" manchmal "frightening" (beängstigend) seien. Netflix setze aber auf die Auswertung von Nutzerdaten, um das Filmangebot an die Wünsche der Kunden anzupassen. Das schöne am Internet sei eben, dass alles personalisierbar sei.

Schleichwerbung

Bei der Session "Schleichwerbung - Geld vs. Recht und Moral" geht es dann eher ums kleinere Business, aber doch auch ums Business. Rechtsanwalt Thomas Schwenke erklärt den Besuchern, wie sie Hinweise auf Sponsoren oder kostenlos erhaltene Produkte in ihrem Blog so formulieren, dass sie rechtlich nicht angreifbar, aber eben auch nicht zu auffällig sind. Zu deutliche Hinweise schreckten Leser ab, die nicht glauben würden, "dass man unabhängig schreiben kann, wenn man von einem Unternehmen Geld dafür bekommen hat." Der launige Vortrag gefällt den Besuchern im überfüllten Saal. Über das Thema Moral wird am Ende leider nicht mehr gesprochen.

"Transformation" ist schon immer eines der Themen der re:publica. Meist geht es darum, wie die Gesellschaft sich durch das Netz verändert, aber auch die re:publica selbst wandelt sich. In Zeiten, in denen "Geld verdienen im Internet" schon länger keine Zukunftsvision mehr ist, scheint das ein logischer Schritt zu sein.

Ja, es geht ums Geschäft. Das verwundert nicht. Aber es wundert mich, dass das so viele Menschen so toll finden. Alle diese digitalen "Heinzelmännchen" sind nicht unsere Heinzelmännchen. Sie sind nicht um unser Wohl besorgt, sondern sie wollen im Auftrag der Anbieter aggressiv verkaufen! Die "Personalisierung" der Angebote geschieht aus der Sicht der Anbieter, wird nicht von uns programmiert. Das Ziel ist nicht, uns zufriedenzustellen. Das Ziel ist, unser Geld auf die Konten der Anbieter zu bekommen!

Das ist zwar nicht neu. Jeder Supermarkt, jedes Kaufhaus funktioniert im Prinzip genauso. Aber Werbung ist trickreicher und aggressiver geworden. Vor einigen Jahrzehnten hat man die Tricks der Werbung noch thematisiert. Heute gilt die Regel: Wer reinfällt, ist selbst schuld. Verbrauchersendungen waren bissiger. Heute erklärt man den Leuten nur, wo sie bei Verträgen aufpassen müssen. Bin ich der Letzte, den das Abgreifen von Daten und aggressive Werbung stört?

Bertram in Mainz am 6.05.15 12:33

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