Freitag, 20.02.2015

Geheimdienste brechen alle Tabus

NSA und GCHQ haben sich die Schlüssel von SIM- und Chip-Karten unter den Nagel gerissen. Vor einigen Jahren schon. Wer anlässlich der ARD: jüngsten Enthüllungen des Online-Portals WWW: The Intercept nur mit den Achseln zuckt, dem ist entweder alles egal - oder er hat die Konsequenzen nicht verstanden. Denn wer den Schlüssel einer SIM- oder Chip-Karte hat, der kann mit der Karte machen, was er will. Er kann nicht nur Daten auslesen - er kann auch Daten schreiben, die Karte manipulieren. Die Geheimdienste können damit Gott spielen. Sie kriegen alles mit - und können nicht erwischt werden.

SIM-Karte; Rechte: dpa/Picture Alliance
SIM-Karten haben einen Schlüssel - und der wurde gehackt


Keine Tabus: Die Welt ist nicht genug
Damit das geht, haben NSA und GCHQ gezielt Firmen angegriffen, die solche Chips herstellen, etwa den Marktführer Gemalto aus den Niederlanden. Sie haben sich Zugang zu ihren internen Kommunikationsnetzwerken verschafft. Natürlich illegal - um dort die individuellen Schlüssel zu den hergestellten SIM-Karten abzugreifen. Nicht von einzelnen Karten, wohlgemerkt, sondern von allen! Jede SIM-Karte hat einen individuellen Schlüssel. Eigentlich sollten nur die Mobilfunkanbieter diesen Schlüssel kennen. Doch die Schlüssel sind in der Hand von Geheimdiensten.

Die Folge: Egal, welchen Mobilfunkanbieter man auch benutzt, die Geheimdienste können alles mitlesen und belauschen. Sie haben ja die Schlüssel und müssen niemanden fragen. Das geht live - oder rückwirkend. Wannimmer die Datenkriminellen bei NSA und GCHQ es wollen. Ohne richterlichen Beschluss - versteht sich. Überall auf der Welt. Und wenn sie bei den Marktführern für solche Chip-Produktionen eingedrungen sind, dann sicher auch bei kleineren Anbietern. Doch die Geheimdienstler können nicht nur Daten lesen: Sie können auch Daten manipulieren. Denn wer den Schlüssel hat, der kann eine SIM-Karte vervielfältigen und nutzen.

Wegweiser auf dem NSA-Gelände; Rechte: dpa/Picture Alliance
Beschnittene Befugnisse: Die NSA soll nicht mehr alles dürfen


Auch Manipulationen möglich
Während die meisten von uns sich darüber Gedanken machen, was die Geheimdienste alles mitbekommen und welche Erkenntnisse sie daraus ziehen könnten, denken nur wenige daran, was NSA und Co. noch so alles damit anstellen können. Und was sie können, das machen sie auch - das bezeugen ihre Taten eindrucksvoll. NSA und GCHQ können selbstverständlich auch Daten manipulieren. Sie könnten im Namen von dritten SMS-Nachrichten verschicken, Telefongespräche führen oder chatten. SIM-Karten können sie kopieren und bei den Providern die Spuren verwischen. Alles kein Thema.

Das ist nicht nur ein Eingriff in unsere Privatsphäre, das ist ein Eingriff in unser Leben. Rechtfertigen müssen sich die Geheimdienste ja nicht. Sie dürfen jedes Gesetz der Welt brechen - folgenlos. Sie erheben sich: Geheimdienste halten sich für was Besseres. Sie stehen über dem Gesetz. Folgen einer übergeordneten Moral. Sind allmächtig. Leider nicht übertrieben. Es gibt keine Strafen, keine Folgen. Es ist widerlich.

Ich frage mich nun, was denn die Befürworter zur Vorratsdatenspeicherung dazu sagen. Denn im Grunde genommen kann man mit denselben Argumenten, mit denen man die Vorratsdatenspeicherung fordert, auch die jüngst bekannt gewordenen Aktivitäten von NSA und GCHQ rechtfertigen. Dient alles der Verbrechensaufklärung. Oder nicht?

Machen wir uns doch nichts vor. Ein Geheimdienst der sich an all die Gesetze und Vorlagen halten würde, wäre im Ergebnis eine Lachnummer. Viele Erkenntnisse kommen nun einmal nur durch "illegale" Praktiken zur Auswertung. Sicherlich nicht schön, aber wenn es denn auch funktionell sein soll, geht es anders nun einmal nicht.

Ulli Zauner am 20.02.15 11:32

Da hilft nur noch eines: Der Fisch stinkt vom Kopf und der Kopf muss ab.
Wie ist bei solchen Zuständen schon fast egal.

antonia am 20.02.15 12:27

Da hilft nur noch eines: Der Fisch stinkt vom Kopf und der Kopf muss ab.
Wie ist bei solchen Zuständen schon fast egal.

marietta am 20.02.15 12:28

Hallo Herr Schieb, hier ein Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Leider ist ihre Schlußfolgerung im letzten Absatz nicht logisch und folgerichtig. Die Vorratsdatenspeicherung ist für die Verbrechensbekämpfung erforderlich. Jetzt möge mir keiner erklären, dass stimmt nicht, ich spreche aus 11-jähriger Erfahrung in dem Bereich und weiss wovon ich rede. Rechtsstaatliche Maßnahmen die durch ein Gesetz mit Richtervorbehalt geregelt werden haben mit den hier beschriebenen Aktionen nichts zu tun und ich verbitte mir auch den Vergleich. Aber wer inszeniert den solche Geheimdienstaktionen. Es sind Politiker, die Gesetze zulassen, dass die Geheimdienste sich der richterlichen Kontrolle entziehen. Aus eigennützigen Gründen. Die Geheimdienste versorgen die Politik mit Informationen. Informationen sind Macht. Deshalb favorisieren sie Politiker dieses System. Selbstverständlich kann man auch geheimdienstliche Maßnahmen unter einen Richtervorbehalt stellen. Aber politisch ist es nicht gewollt.

Franz Stein am 20.02.15 12:30

Hmm... Vielleicht sollte man sich entsprechenden Standards zu SIM-Karten durchlesen, bevor man dubiose Behauptungen veröffentlicht.

Dann würde man verstehen, dass eine SIM unterschiedliche Schlüssel besitzt.

Wenn ich den Intercept-Bericht richtig verstanden habe, wurde der KI-Schlüssel im großen Maßstab gestohlen. Dieser ist aber für sich erstmal unbrauchbar. Theoretisch könnte man damit Gespräche entschlüsseln oder sogar SIM-Karten klonen. ABER: Warum sollte ich den KI hierfür nutzen, wenn das wesentlich einfacher über das Transport-Protokoll geht - und diesen Zugang haben die Geheimdienste ja. Hier muss ich auch nicht wissen, welche SIM an welchen Kunden ging.

Um die Karte per OTA zu verändern oder gar auszulesen, braucht man hingegen noch ganz andere Schlüssel. Dazu kommt noch, dass viele Netzbetreiber solche OTA-Anfragen von "aussen" einfach abblocken, also nie an die SIM ausliefern.

Da Zucke ich doch lieber mit den Achseln, anstelle in Unnötige Panik zu verfallen.

DanielH am 20.02.15 12:41

Wem jetzt immer noch nicht klar ist, dass Politik und Wirtschaft von menschenverachtenden Verbrechern betrieben werden, dem ist nicht mehr zu helfen. Doch das deutsche Volk schaut weiter dumm und feige zu und läßt sich gängeln und benutzen!

Agent am 20.02.15 12:44

Mir fehlt nach wie vor ein stichhaltiger Nachweis, dass die VDS tatsächlich bei der Aufklärung von Straftaten hilft. Soweit mir bekannt weisen sämtliche Studien in die gegenteilige Richtung. Kann die Polizeibeamten gut verstehen, warum sie VDS wollen. Ist ja auch viel cooler, wenn man wie in "Criminal Minds" im Hinterzimmer den Hacker sitzen hat, der einem auf Zuruf sofort Name und Adresse des Täters nennt, und man den nur noch verhaften muss.

Und dann erschliesst sich mir nicht, wie man den folgenden Punkt denn rational erklären soll, wenn man VDS will: Wenn man, wie in den Datensätzen, die Nadel im Heuhaufen sucht, wieso wird die Suche einfacher, wenn man noch ein paar Tonnen Heu zusätzlich auf den Haufen wirft.

Vorratsdatenspeicherung... am 20.02.15 12:49

Was für ein Käse! Jetzt kann ich ich meine Verbrechen und Terroranschläge gar nicht mehr über mein Smartphone planen :-( Muss ich mir eben etwas anderes einfallen lassen: Quitschmaus1 an Bratwurst5: jdin5JKHRe9mmm_-_ernkvj::erfdkrdoedeleruschwanzuslongusldlfjbndfhs.---"

Bomby am 20.02.15 15:39

Wenn der Fisch stinkt, muß nicht nur der Kopf weg, sondern der ganze Fisch!

ein Opfer am 20.02.15 17:15

Na und ? Dann horchen und schnüffeln sie eben. Laßt sie doch einfach mal machen ! Ich freue mich jetzt schon auf den Tag, da die Presse endlich vermelden kann, daß einer von diesen hirnverbrannten Islamterroristen von seinem Händi erschossen worden ist... das wäre doch echt mal ein Dienst an der Menschheit !

Prof. Balthasar am 20.02.15 19:28


Inzwischen fordern Politiker ganz offen den staatlichen Zugriff auf verschlüsselte Inhalte. Ich fürchte, die Überwachung ist von der Bevölkerung schon akzeptiert. Politiker sind gedanklich bereits einen Schritt weiter.

Noch nie hat ein Staat seine Macht freiwillig beschränkt! Noch nie hat man mit Überwachung wirklich nur Verbrecher gejagt! Wir steuern auf eine Kontrolle durch die Obrigkeit zu und finden das auch noch toll. Die Meisten interessiert das Thema leider gar nicht.

Wenn wir in Deutschland nur ein oder zwei spektakuläre Verbrechen bekommen wie den Anschlag in Frankreich, gibt es kein Halten mehr. Dann gibt es auch keine Hemmungen mehr beim Einsatz von Schnüffeltechnik. Sind die Schranken erst mal weg, bleibt das so.

Vielleicht steht die Zeit der unbeobachteten Privatsphäre später in den Geschichtsbüchern als die dunkle Zeit des Verbrechens. Man beginnt ja schon, z.B. Gegner der Vorratsdatenspeicherung als Gefahr für die Allgemeinheit hinzustellen.

Bertram in Mainz am 20.02.15 20:48

Jeder weiß, wie wertvoll durch Spionage gewonnene Information ist. Ich verstehe nicht diese Gleichgültigkeit gegenüber diesem Abgreifen von Informationen! Viele glauben offenbar, das sei ein ganz wichtiges Instrument gegen Terroristen und Verbrecher. Aber alle anderen Bereiche seien irgendwie nicht betroffen. Man hat ja nichts zu verbergen? Wie naiv!

Es könnte z.B. sehr interessant sein, wo die Verhandlungslimits der Partner (oder Gegner?) sind. Man wird sich sicher große Geschäfte nicht von Oppositionellen oder investigativen Journalisten verderben lassen. Wenn es um Wirtschaftsspionage geht, betrifft das uns alle! Man wird sicher auch Oppositionelle ausspionieren, sobald sie lästig werden.

Und die Verbrecher? Die haben ihre Mittel, um ihre Nachrichten zu verstecken! Das ergibt sich schon aus der kleineren Menge der Information. Es ist immer möglich, kurze Nachrichten zu verstecken. Wer etwas Kriminelles zu verbergen hat, betreibt auch ein bisschen Aufwand!

Bertram in Mainz am 20.02.15 21:47

Ich denke, was hier bei Einigen nicht angekommen ist, und was Jörg Schieb als widerlich bezeichnet, ist die Tatsache, das die Daten KOMPLETT manipulierbar sind. Das heißt, es können frei erfundene Kommunikationsdaten erstellt werden so z.B.: Kontakt mit einem Kinderschänder, Austausch von Video und Bildmaterial und das Alles hat in Wirklichkeit nie stattgefunden!
Das hat doch nichts mehr mit Schnüffelei und Überwachung zu tun, es bedeutet schlichtweg:Weltherrschaft - und kein James Bond in Sicht, der das verhindert!

Robert B. am 21.02.15 14:21

Da befleissigt sich doch unsere"Regierung"noch einen oben drauf zu setzen und will den Rechtstbruch|Verfassungsbruch zum Gesetz und zur Regel erheben-->nachzulesen auf netzpolitik.org
Dumm gelaufen Herr Maas!Abgesehen davon sind auf jedem cellphone und jedem pad ein "hidden os"zu finden-auf das die five eyes Zugriff haben_muessen_,da sonst die Dinger nicht verkauft werden duerfen!Wann steht ihr Feiglinge endlich auf-statt nur im Internet herumzumaulen?

HaHaHa am 21.02.15 18:02


@Robert B.
Sascha Lobo brachte das in einem Spiegel-Kommentar auf den griffigen Satz: "Wer lesen kann, kann auch schreiben."

Das ist tatsächlich eine riesige Gefahr. Selbst wenn sich ein Verdacht später ausräumen lässt, ist z.B. eine Wahl schon gelaufen. Hier geht es um die ganz große Politik und ums ganz große Geschäft! Ob die Oma über den Präsidenten schimpft, interessiert niemanden. Auch die Terroristenjagd ist lediglich "Kollateralnutzen". Wer einen solchen Aufwand betreibt, will mit der "Beute" auch was machen!

Bertram in Mainz am 21.02.15 18:35

Eine Regierung die ihr eigenes Volk so sehr fuerchtet(IslamistischeNaziKiPoSoftwareraubTerroristen sind nur ein Vorwand)das sie eine VDS behauptet zu brauchen-wie sehr muss die sich vor ihrem eigenem Volk fuerchten?WElche Charakterlichen und geistigen Defizite hat eine Regierung wenn sie dies dann auch noch entgegen Verfassungsgerichtlicher Urteile verdeckt anwendet?Was ist mit einer Regierung die 0day exploits aufkauft und damit einen Markt schafft?Was ist eine Regierung wert die exploits schreiben laesst und die einsetzt-die dann ihren Weg in die Haende von "privaten crackern"finden?Laengst werden Teile von Stuxnet von privaten(Mafioso) eingesetztLeider kapieren dies offensichtlich nicht Internetaffine wie Franz Stein ueberhaupt nicht welch eine Buechse der Pandora damit geoeffnet worden ist.@Bertram-die "Oma"kann so ganz schnell zumindest auf einer "no fly list"landen!Jagd die bande endlich zum teufel!

ach je! am 22.02.15 10:13

Dass der Fisch vom Kopf her stinkt, sieht man doch hier beim WDR! Da die Kommentare wohl nicht so erbaulich waren, hat man die Blogfunktion abgeschafft! Diese Ignoranz der Volksmeinung und das Überstülpen der staatlich genehmen Medienpolemik erinnert auf unsägliche Art und Weise an die DDR-Presse! Ihr seid zum Fremdschämen!!!!!!!

Phrasenhasser am 22.02.15 20:03

Dass der Fisch vom Kopf her stinkt, sieht man doch bei euch! Denn man hat einfach die Kommentarfunktion weggeschafft, weil wohl zu viele unliebsame Meinungen kamen. Nach dem Motto "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", ignoriert man die Volksmeinung und lebt in seiner eigenen gutmenschlichen Blase und dank gutem Solär in rosa Glückseligkeit. Macht nur so weiter - bald kommt TTIP und da werdet ihr sehen, wenn die schönen staatlichen Zuschüsse wegfallen, wie ihr mit der rauen Wirklichkeit dieses Landes zurecht kommen werdet!

Phrasenhasser am 22.02.15 20:14

Wenn in EINER Enthüllung festgestellt wird, dass NSA etc sich EINE Art SIM-Karten-Schlüssel besorgt haben - wer kann dann ernsthaft annehmen, dass dieselben Geheimdienste nicht (erfolgreich oder nicht) versucht haben oder weiter versuchen, sich auch etwaige für Manipulationen nötige ANDERE Arten von Schlüsseln abgreifen. Das es DAZU -noch- keine Enthüllug(en) gibt, ist doch nicht wirklich ein Argument sich "in Sicherheit" zu wähnen.
Was ist aus den Veröffentlichungen (noch) nicht verstanden habe: Heißt dass, es sind Schlüssel für SIMs bei NSU etc, die DAMALS erstellt wurden und deren Karten noch in Benutzung sind. Oder hatten die Geheimen länger Zugriff auf die Erstellung von Schlüsseln. Oder gab es einen Zeitpunkt, von dem ab die Geheimen die Schlüssel nicht mehr abgreifen konnten. Also: Gibt es eine Dead/bzw Liveline ab der eine erstellte SIM-Karte als NICHT gehackt gelten kann? Schieb - übernehmen Sie !-)

Onegai Shimas am 25.02.15 22:10

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Mittwoch, 18.02.2015

Jedem seine Datenbrille

Auch wenn Google seine Datenbrille Glass vorerst Blog: nicht weiter verkauft: Wir erleben gerade nicht das Ende der Datenbrille, sondern den Anfang eines regelrechten Booms. Alle tüfteln gerade an ihrer ganz eigenen Cyberbrille für den Markt von morgen. Google macht weiter und will schon bald Glass 2.0 rausbringen. Facebook hat den VR-Brillen-Anbieter Oculus gekauft und setzt voll auf Virtual Reality im sozialen Netzwerk. Microsoft hat uns vor einigen Tagen mit seiner Blog: HoloLens überrascht. Und auch andere Hersteller wie Sony oder Samsung stellen unentwegt neue Daten- und Cyberbrillen vor. Es steht uns einiges bevor.

Sonys Datenbrille SmartEyeglass versorgt beide Augen mit Infos; Rechte: Sony
Sonys Datenbrille SmartEyeglass versorgt beide Augen mit Infos


Die Preise für Datenbrillen fallen
Gerade erst hat Sony seine WWW: SmartEyeGlass präsentiert. Das Funktionsprinzip dieser eindeutig nicht durch die Design-Abteilung perfektionierte (meint: klobig aussehende) Datenbrille ist ähnlich wie bei Google: Man schaut durch die Brillengläser und bekommt ins Sichtfeld Bilder projiziert. Allerdings zeigt Sonys Brille nur einfarbige Informationen, dafür aber auf beiden Augengläsern, während Google nur ein Auge mit Infos versorgt, allerdings mehrfarbig. Dafür kostet Sonys Datenbrille mit 670 Euro nicht mal die Hälfte dessen, was Google für seine Hightech-Brille verlangt.

Das Thema "Virtual Reality" (man taucht total in eine virtuelle Welt ab) bzw. "Augmented Reality" (echte und künstliche Welt verschmelzen) wird derzeit von nahezu jeder Firma aufgegriffen. Der Trend ist klar: Uns sollen in naher Zukunft auf neue Art und Weise Inhalte vermittelt werden. Apple war in diesem Segment bislang zurückhaltend. Doch jetzt haben sich Apples Ingenieure eine WWW: Idee aus dem Jahr 2008 patentieren lassen: Eine Aufnahmevorrichtung, in die man ein iPhone schieben kann, sozusagen das Display und das Gehirn der Apple-Brille.

Virtual Reality Brille Apple; Rechte: Apple
Patent für Virtual Reality Brille von Apple


Auch Apple mischt mit - aber unkonventionell
In-Ear-Kopfhörer versorgen den Nutzer mit Surround-Sound. Da Apple sich auch einen Hersteller von Kopfhörern einverleibt hat, dürfte es leicht fallen, für die passende Akustik zu sorgen. Bedient wird Apples ungewöhnliche VR-Konstruktion über eine Fernbedienung. Das Apple-Patent stammt allerdings aus dem Jahr 2008 und wirkt daher technisch etwas überholt. Man kann gerade überall darüber lesen, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Apple ernsthaft ein solches VR-Monster auf den Markt bringt. Das sähe Apple nicht ähnlich. Es fehlt der Wow-Effekt, das Desgin wäre eine Katastrophe - und man verkauft keine neue Hardware. Und daran hat Apple bekanntlich am meisten Freude.

Auch Facebook investiert nicht nur eine Menge Geld in das Thema Virtual Reality (zwei Milliarden Dollar für den Kauf von Oculus VR), sondern auch Energie. Die Manager scheinen entschlossen, nicht nur VR-Spiele anbieten zu wollen, sondern fassen auch die Möglichkeit ins Auge, dass User über VR-Brillen gemeinsam 3D-Welten erkunden oder Erlebnisse teilen. Das klingt für mich derart nach Science-ficiton, das ich es befremdlich finde - aber ausschließen darf man heute nichts. Ebenso wenig, dass Microsoft seine HoloLens-Brille tatsächlich wie angekündigt mit Windows 10 auf den Markt bringt.

Jedem seine Datenbrille - es könnte so kommen. Oder besser nicht?

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Mittwoch, 18.02.2015

Emojis für Introvertierte

Was für eine schöne Idee, die WWW: der Guardian da bei Facebook ausgegraben hat: Emojis für Introvertierte. Die Designerin Rebecca Lynch hat einen ganzen Haufen neuer Emojis gestaltet, weil sie sich mit dem Standardset in ihrem Smartphone-Betriebssystem nicht ausreichend ausdrücken konnte. Das Ergebnis: WWW: Introjis.

Introjis; Rechte: Rebecca Lynch
"Kein Akku mehr, sorry!" "Bin krank." "Ruhe bitte, ich höre Musik!" - die Introjis sollen das Set der Standard-Emojis im Smartphone-Betriebssystem erweitern.

Die Idee kommt gut an - so gut, dass Rebecca Lynch jetzt an einer App für Android und iOS arbeitet, so dass sich die Introjis auch tatsächlich im Alltag einsetzen lassen.

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