Samstag, 11.04.2015

Abstrahierte Webseiten

Jede Website hat einen individuellen Charakter, bestimmt durch das Layout. Das Layout wiederum ist eine Art Baukasten, der aus Rechtecken unterschiedlicher Größe besteht - gefüllt mit Inhalten, mit Texten, Fotos und Videos. Lässt man diese Inhalte weg und konzentriert sich auf Form und Gestaltung, präsentiert sich jede Webseite auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art. Wie so etwas aussieht, zeigen die Bilder von WWW: Rafaël Rozendaal. Der Künstler hat eine Mini-Software namens WWW: Abstract Browser entwickelt. Eine Extension für Chrome, die auf Wunsch jede Webseite in ihre Grundbausteine zerlegt und einfärbt.

Das Ergebnis: Erstaunlich reduzierte Webseiten. Man erkennt nur noch das Gerüst. Bei manchen kann man schon ahnen, was sich dahinter verbirgt, etwa bei Pinterest. Zwölf Farben verwendet die Extension, die per Zufallsgenerator ausgewählt werden. Es macht Spaß, beim Surfen mal die Inhalts wegzublenden und Webseiten auf eine andere, abstraktere Art zu betrachten.

Abstract Browser: Webseten auf ihre Grundbausteine reduziert; Rechte: WDR
Abstract Browser: Webseiten auf ihre Grundbausteine reduziert

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Samstag, 11.04.2015

Es ist nicht leicht, ein Startup zu sein

Immer dann, wenn sich neue Märkte auftun, herrscht für eine gewisse Weile Goldgräber-Stimmung. In der Anfangszeit kann jeder mit einer guten Idee und der nötigen Portion Entschlossenheit seinen "Claim", sein Revier abstecken - und damit erfolgreich sein. Das ist Bill Gates im Bereich Software gelungen. Google bei den Suchmaschinen. Und Facebook bei den sozialen Netzwerken.

Es gibt auch ein paar Apps, die auf keinem Smartphone fehlen und als Megaerfolg bezeichnet werden dürfen, etwa das mittlerweile zum Facebook-Konzern gehörende Whatsapp, das Mark Zuckerberg 19 Milliarden Dollar wert gewesen ist. Doch die Mehrzahl der Apps geht unter. Die mit ihnen erwirtschafteten Eträge reichen nicht zum Leben, wie Blog: Kollege Dennis Horn schon mal festgestellt hat.

Ein Startup zu gründen ist heute schwieriger geworden; Rechte: dpa/Picture Alliance
Ein Startup zu gründen ist heute schwieriger geworden


Die Großen fressen die Kleinen
Eine Zeit lang sind unzählige Startups entstanden. Alle hungrig, mit guten Ideen - und auf der Suche nach Kapital, um ihre Ideen umzusetzen. In den USA funktioniert das wunderbar, in Deutschland besser als früher, wenn auch immer noch stark verbesserungswürdig. Doch so allmählich wird es immer schwieriger, für eine gute Idee einen Kapitalgeber zu finden. Das liegt nicht an den Ideen. Die sind oft immer noch sehr gut. Es liegt am Markt. Denn die Großen machen alles platt: Google, Apple, Facebook und Microsoft dominieren den Markt. Sie kaufen auf, was interessant ist - oder entwickeln es gleich selbst.

Facebook lebt die Multi-App-Strategie äußerst konsequent. Wie will man mit einer neuen Idee bestehen, wenn ein Milliarden-Dollar-Konzern alles viel schneller selbst entwickeln kann? Und häufig auch eine Anbindung an die bestehenden Dienste nötig ist? Twitter zum Beispiel hat den Bilderdienst Twitpic in die Knie gezwungen. Die Idee von Twitpic war gut: Twitpic hat es 2008 möglich gemacht, Bilder in Tweets einzubinden. Twitter hat die Idee übernommen und den ursprünglichen Dienst WWW: einfach platt gemacht. Kleine Startups können sich keinen großen Rechtsstreit leisten.

Riff: Die neueste App aus dem Facebook-Universum; Rechte: Facebook
Die großen Onlinedienste machen heute alles selbst


Neue Ideen haben es zunehmend schwer
Die zunehmende Macht der Großen führt zwangsweise dazu, dass es neue Ideen schwerer haben - und entsprechend ist es auch schwieriger geworden, Investoren zu begeistern. Hinzu kommt, dass wir User nicht mehr jede neue App begeistert ausprobieren. Es sind irgendwie genug Apps auf dem Smartphone oder Tablet installiert. Warum eine weitere installieren? Das macht man nur, wenn es wirklich gute Gründe gibt. Hinzu kommt, dass die App-Stores von Apple, Google und Microsoft Erfolg belohnen. Was sowieso schon jeder kennt, ist besser sichtbar als Neues. Schwierig für Newcomer.

Last not least stürzen sich aber auch Presse und Blogger nicht mehr begeistert auf jede neue Idee. Das sorgt für weniger Öffentlichkeit, was wiederum geringere Reichweite und einen ausbleibenden Erfolg nach sich zieht. Ein Teufelskreis. Wer der Macht der Großen entgehen will, sollte deshalb aufmerksamer sein für die Ideen anderer. Auch wenn es manchmal schwer fällt. Die Onlinedienste und Apps kleiner Anbieter können charmant und interessant sein - und nützlich. Sie zu nutzen und nicht immer die Dienste und Apps der Großen, davon profitieren wir letztlich alle.

"Neue Ideen haben es zunehmend schwer
Die zunehmende Macht der Großen führt zwangsweise dazu, dass es neue Ideen schwerer haben - und entsprechend ist es auch schwieriger geworden, Investoren zu begeistern." Investoren zu begeistern setzt voraus, dass man Ideen präsentiert....oh, oh oh!!!!! Wer ist heute so dumm und verrät seine Ideen? Better not!

LiFe am 11.04.15 15:58

@Life: Aber wenn man seine Ideen für sich behält, gewinnt man keine Investoren, das ist unmöglich. Man braucht neben der Idee auch einen soliden Business Plan. Das Risiko, dass etwas einfach so kopiert wird, ist immer da, in Wahrheit aber eher klein, erst recht, wenn man schon Vorarbeit geleistet hat.

Jörg Schieb am 11.04.15 23:44

Nun denn, habe meine Kenntnisse genutzt (Franz Schubert fand zu Lebzeiten keinen Verleger, Daimler ging es nicht besser und Hedy Lamarr und George Antheil wurden ausgelacht) eine Schlußfolgerung gezogen. Es stirbt sich leichter keine Ideen umzusetzen. Und warum? Ist/wird alles nur geklaut. :-)

LiFe am 12.04.15 2:05

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Freitag, 10.04.2015

Frühling der Bezahlschranken

"YouTube-Clips sollen kostenpflichtig werden", WWW: so titelt die Schweizer Tageszeitung 20 Minuten. Ist natürlich barer Unsinn. Denn die Überschrift vermittelt den Eindruck, als müsste man künftig zwingend dafür bezahlen, wenn man sich Clips auf YouTube anschauen möchte. Doch YouTube bleibt kostenlos. Was aber stimmt: Künftig kann man bezahlen, wenn man möchte. Wer ein paar Euro im Monat hinblättert, wird dafür von Werbung verschont. Die Clips starten dann direkt, ohne Werbung davor, danach und mittendrin (in Form von Werbebannern).

YouTube führt demnächst Bezahlfunktion ein; Rechte: dpa/Picture Alliance
YouTube führt demnächst Bezahlfunktion ein


Acht Millionen zahlende YouTube-User in einem Jahr
Warum für etwas bezahlen, was es - dank Werbung - auch umsonst gibt? Diese Frage stellen sich durchaus viele. Doch während früher die aller meisten beschlossen haben, dann lieber nicht zu bezahlen, ändert sich das langsam. Eine wachsende Zahl von Usern ist die viele Werbung leid und zahlt lieber für gut gemachte Inhalte. Experten schätzen, dass YouTube bereits innerhalb des ersten Jahres rund WWW: acht Millionen zahlende User erreichen könnte. Eine stattliche Zahl.

Wann genau das Bezahlmodell startet, ist noch ungewiss. Nur dass es kommt, steht fest. YouTube will aber sicher nicht in erster Linie ein paar Abos verkaufen, sondern ausloten, womit mehr Geld verdient werden kann: Mit Werbung - oder mit einer Paywall. Abgesehen davon braucht es neue Ertragsquellen, damit es für Videoproduzenten Sinn ergibt, hochwertigen Content herzustellen. Denn man braucht Millionen von zuschauenden Usern bei YouTube, damit es sich lohnt, auf YouTube präsent zu sein.

YouTube bereitet den Weg für Bezahlschranken im Netz; Rechte; dpa/Picture Aliance
YouTube bereitet den Weg für Bezahlschranken im Netz

Bereitschaft zu zahlen wird zunehmen
YouTube will aber sicher noch mehr: Uns ans Bezahlen gewöhnen. Ist erst mal so ein Premium-Modell eingerichtet, also das Clip-Anschauen ohne Werbung, aber gegen Bezahlung, dann kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ein Paymodell für das Anschauen einzelner Videos. Oder Filme. Dann kann womöglich jeder Videoanbieter selbst entscheiden, wie er Geld verdienen möchte, ob mit Werbung oder per direkter Bezahlung.

Wenn ein Key Player wie YouTube eine Bezahlfunktion einführt, dann verändert das die Nutzungsgewohnheiten vieler. Immer mehr Menschen werden bereit sein, für Inhalte und Onlinedienste zu bezahlen. Wie etwa bei Feedly. Man kann den News Reader kostenlos nutzen - oder man zahlt fünf Euro im Monat und bekommt dafür erweiterte Funktionen wie eine Suchfunktion geboten. Faire Sache. Insgesamt ist es oft sinnvoller, wenn störende Werbung verschwindet. Das allein ist eine Wertsteigerung. Wenn dann auch noch die Anbieter hochwertigere Inhalte anbieten können, ist auch das nützlich.

Auf der anderen Seite: Hier ein paar Euro, da ein paar Euro, das summiert sich natürlich. Die großen Anbieter können Pakete schnüren und jede Menge reinpacken (wie das zum Beispiel Amazon mit seinem Prime-Paket) macht, kleinere Anbieter können das nicht. Dabei haben gerade die Einnahmen besonders nötig. Wie denkt Ihr über solche Paymodelle?

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