Mittwoch, 18.02.2015

Jedem seine Datenbrille

Auch wenn Google seine Datenbrille Glass vorerst Blog: nicht weiter verkauft: Wir erleben gerade nicht das Ende der Datenbrille, sondern den Anfang eines regelrechten Booms. Alle tüfteln gerade an ihrer ganz eigenen Cyberbrille für den Markt von morgen. Google macht weiter und will schon bald Glass 2.0 rausbringen. Facebook hat den VR-Brillen-Anbieter Oculus gekauft und setzt voll auf Virtual Reality im sozialen Netzwerk. Microsoft hat uns vor einigen Tagen mit seiner Blog: HoloLens überrascht. Und auch andere Hersteller wie Sony oder Samsung stellen unentwegt neue Daten- und Cyberbrillen vor. Es steht uns einiges bevor.

Sonys Datenbrille SmartEyeglass versorgt beide Augen mit Infos; Rechte: Sony
Sonys Datenbrille SmartEyeglass versorgt beide Augen mit Infos


Die Preise für Datenbrillen fallen
Gerade erst hat Sony seine WWW: SmartEyeGlass präsentiert. Das Funktionsprinzip dieser eindeutig nicht durch die Design-Abteilung perfektionierte (meint: klobig aussehende) Datenbrille ist ähnlich wie bei Google: Man schaut durch die Brillengläser und bekommt ins Sichtfeld Bilder projiziert. Allerdings zeigt Sonys Brille nur einfarbige Informationen, dafür aber auf beiden Augengläsern, während Google nur ein Auge mit Infos versorgt, allerdings mehrfarbig. Dafür kostet Sonys Datenbrille mit 670 Euro nicht mal die Hälfte dessen, was Google für seine Hightech-Brille verlangt.

Das Thema "Virtual Reality" (man taucht total in eine virtuelle Welt ab) bzw. "Augmented Reality" (echte und künstliche Welt verschmelzen) wird derzeit von nahezu jeder Firma aufgegriffen. Der Trend ist klar: Uns sollen in naher Zukunft auf neue Art und Weise Inhalte vermittelt werden. Apple war in diesem Segment bislang zurückhaltend. Doch jetzt haben sich Apples Ingenieure eine WWW: Idee aus dem Jahr 2008 patentieren lassen: Eine Aufnahmevorrichtung, in die man ein iPhone schieben kann, sozusagen das Display und das Gehirn der Apple-Brille.

Virtual Reality Brille Apple; Rechte: Apple
Patent für Virtual Reality Brille von Apple


Auch Apple mischt mit - aber unkonventionell
In-Ear-Kopfhörer versorgen den Nutzer mit Surround-Sound. Da Apple sich auch einen Hersteller von Kopfhörern einverleibt hat, dürfte es leicht fallen, für die passende Akustik zu sorgen. Bedient wird Apples ungewöhnliche VR-Konstruktion über eine Fernbedienung. Das Apple-Patent stammt allerdings aus dem Jahr 2008 und wirkt daher technisch etwas überholt. Man kann gerade überall darüber lesen, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Apple ernsthaft ein solches VR-Monster auf den Markt bringt. Das sähe Apple nicht ähnlich. Es fehlt der Wow-Effekt, das Desgin wäre eine Katastrophe - und man verkauft keine neue Hardware. Und daran hat Apple bekanntlich am meisten Freude.

Auch Facebook investiert nicht nur eine Menge Geld in das Thema Virtual Reality (zwei Milliarden Dollar für den Kauf von Oculus VR), sondern auch Energie. Die Manager scheinen entschlossen, nicht nur VR-Spiele anbieten zu wollen, sondern fassen auch die Möglichkeit ins Auge, dass User über VR-Brillen gemeinsam 3D-Welten erkunden oder Erlebnisse teilen. Das klingt für mich derart nach Science-ficiton, das ich es befremdlich finde - aber ausschließen darf man heute nichts. Ebenso wenig, dass Microsoft seine HoloLens-Brille tatsächlich wie angekündigt mit Windows 10 auf den Markt bringt.

Jedem seine Datenbrille - es könnte so kommen. Oder besser nicht?

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Mittwoch, 18.02.2015

Emojis für Introvertierte

Was für eine schöne Idee, die WWW: der Guardian da bei Facebook ausgegraben hat: Emojis für Introvertierte. Die Designerin Rebecca Lynch hat einen ganzen Haufen neuer Emojis gestaltet, weil sie sich mit dem Standardset in ihrem Smartphone-Betriebssystem nicht ausreichend ausdrücken konnte. Das Ergebnis: WWW: Introjis.

Introjis; Rechte: Rebecca Lynch
"Kein Akku mehr, sorry!" "Bin krank." "Ruhe bitte, ich höre Musik!" - die Introjis sollen das Set der Standard-Emojis im Smartphone-Betriebssystem erweitern.

Die Idee kommt gut an - so gut, dass Rebecca Lynch jetzt an einer App für Android und iOS arbeitet, so dass sich die Introjis auch tatsächlich im Alltag einsetzen lassen.

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Mittwoch, 18.02.2015

Eine Flash-Alternative namens Shumway

Der Flash-Player von Adobe hat uns in den letzten Wochen gleich mehrmals in Atem gehalten: WDR: Erhebliche Sicherheitslecks in der Software haben dafür gesorgt, dass der Einsatz des beliebten Players mit ernsthaften Risiken behaftet war. Mittlerweile sind diese Lecks WWW: zwar gestopft, doch man kann wohl ohne Weiteres davon ausgehen, dass schon bald das Blog: nächste Leck entdeckt wird. Doch viele Web-Angebote setzen nach wie vor auf Flash, das macht es schwer, dem Player komplett den Rücken zu kehren. Gäbe es eine attraktive Alternative zum Flash-Player, viele User würden lieber heute als morgen die Adobe-Software ersetzen. Doch nun gibt es mit Shumway endlich einen Hoffnungsschimmer.

shumway.png
Sieht nicht vertrauenserweckend aus - ist aber eine interessante Alternative

Mozilla startet in kleinen Schritten
Hinter dem WWW: Projekt Shumway steckt die Mozilla Foundation, der wir auch den kostenlosen und besonders bei uns in Deutschland so populären Browser Firefox zu verdanken haben. Mozilla will eine Alternative zu Flash anbieten. Nicht zu Flash insgesamt, sondern lediglich zum Abspielen von Flash-Videos. Aber das ist heute der häufigste Einsatz des Flash-Players. Das Ziel von Mozilla: Firefox soll möglichst bald komplett ohne Flash auskommen. Shumway soll Flash ersetzen und Videos abspielen, auch auf Webseiten, die Flash voraussetzen und (noch) nicht auf HTML5 setzen.

Derzeit befindet sich das Project Shumway noch in der Entwicklung. In den so genannnten WWW: Nightly Versionen von Firefox ist die neue Erweiterung aber bereits integriert. Nightly-Versionen sind Vorabversionen künftiger Firefox-Versionen, die zu Testzwecken geladen und benutzt werden können. Nightly Firefox ist noch nicht für Endbenutzer gedacht, die Firefox produktiv einsetzen wollen, also im Alltag. Doch das zeigt: Die Erweiterung ist im Grunde genommen einsatzbereit und wird jetzt ausgiebig getestet.


Shumway im Einsatz


Unterstützung erfolgt schrittweise
Wie der Mozilla-Entwickler Chris Peterson WWW: in einem Forumsbeitrag erklärt, werden derzeit erst wenige Flash-Inhalte von Shumway unterstützt. Den Anfang machen die Entwickler mit Videos bei Amazon: Produkt-Videos oder Bewertungen von Lesern können dank Shumway bereits ohne Flash abgespielt werden. Die Entwickler wollen den Player nach und nach verbessern und dann sukzessive auch andere Webseiten freischalten. Wenn alles gut funktioniert, könnte Shumway schon bald alle Flash-Videos abspielen - ohne Flash.

Derzeit werden noch nicht alle Betriebssysteme unterstützt (es klappt mit Windows ab Vista und Mac OS X, aber noch nicht unter Linux), doch auch das soll sich ändern. Wer Shumway testen will, muss eine Nightly-Version von Firefox laden und Shumway aktivieren. Dazu in Nightly in der Adresszeile des Browsers "about:config" eingeben und den Wert von "shumway.disabled" auf "false" setzen.

Mit Shumway ist nun also die erste ernsthafte Flash-Alternative in Greifweite gerückt. Die Technologie ist schon weit entwickelt. Es wird wohl höchstens noch ein paar Wochen dauern, bis jeder Firefox mit integriertem Shumway laden kann. Dann verschwinden endlich die Schweißperlen von unserer Stirn, wenn wieder ein neues Sicherheitsleck in Flash entdeckt wird. Denn ein System wie Shumway, das ausschließlich Videos abspielt, aber keine eigene Programmiersprache enthält wie Flash, lässt sich nur schwer knacken. Das sind gute Nachrichten!

Hallo Jörg,
vielen Dank für den Tipp!
Habe "Nightly" installiert + "Shumway".
Leider folgte die Enttäuschung auf dem Fuß: WDR -Videos verlangen immer noch trotzig nach Adobe -Flash.
So sehr ich mich über Ihr Engagement für die Flash -Alternative freue, so sehr ärgere ich mich über die Ignoranz Ihrer Kollegen!! "NyTimes.com" etc. etc. machen es schon lange vor. Nur der WDR präsentiert noch immer eine Webseite welche ausschließlich mit dem Flash -Player läuft.....

Wolfgang am 19.02.15 13:22

Hallo Jörg,

ich bin gespannt auf shumway. Ich nutze Linux und habe Flash bereits nicht mehr im Einsatz. Die Alternativen die bei Ubuntu z.Z. in Entwicklung sind bringen bei mir noch keine Abhilfe. Bisher ist mir das Fehlen vom Flashplayer vor allem bei Facebook aufgefallen. Abe letztendlich, die Videos die bei Facebook sind, kann ich auch bei Youtube finden und wenn nicht, dann sind die Videos eh nicht das wichtigste im Leben.
Es ist auch schön zu sehen, dass wir uns endlich wieder zu anständigen HTML-Code besinnen und nicht mehr versuchen Effekte und Spielereien über FLash zu lösen. Darauf habe ich 14 Jahre gewartet ^^

Thorsten am 19.02.15 15:13

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