Mittwoch, 07.01.2015

Alles vernetzt: Mein Auto, mein Haus, mein Körper

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, dass plötzlich Autohersteller wie Mercedes-Benz, Audi oder BMW genannt werden, wenn von einer der größten Elektronikmessen der Welt die Rede ist. Doch das ist der Lauf der Dinge: Branchen verändern sich. Die Blog: Autobranche kuschelt mit der IT-Branche - und umgekehrt.

Doch Hightech im Wagen, vernetzte Fahrzeuge und selbstfahrende Autos sind keineswegs die einzigen Neuheiten und Trends auf der Messe, auch wenn man gelegentlich den Eindruck bekommen könnte. Denn die Autohersteller wissen, wie man sich in Szene setzt - und bekommen eine Menge vom Rampenlicht in Las Vegas ab.

Studie selbstfahrendes Auto; Rechte: dpa/Picture Alliance
Will man da einsteigen? Nein, lieber erst mal nur hinschauen


Smart-Home: Der schlaue Haushalt für alle
Wer die WWW: CES in Las Vegas besucht, bekommt einen Eindruck davon, wie sich das Zuhause womöglich verändert. Smart-Home ist das Stichwort. Immer mehr Geräte werden mit dem Internet verbunden (Blog: Internet der Dinge) - und die kommunizieren miteinander. Der Raumtermostat ermittelt die Raumtemperatur und funkt sie zur Zentrale. Betritt jemand einen Raum, wird das Licht angepasst und die Temperatur justiert. Schönes Beispiel für diesen Trend: Der niederländische Hersteller Philips hat seine Blog: Hue-Linie erweitert: Philips bietet nun auch Tür-, Fenster-, Bewegungs- und Feuchtigkeitssensoren an. Die lassen sich koppeln - und können das Licht regulieren.

Aber auch die immer beliebter werdenden Fitness-Bänder der Bewohner können zum Beispiel verraten, wie viele Menschen sich in einem Raum befinden. Der Video on Demand Dienst reagiert entsprechend: Sitze ich alleine vor dem Fernseher, werden andere Filme vorgeschlagen als wenn die ganze Familie zusammensitzt. Selbst ob man steht oder liegt kann so ein Tracker feststellen - und das Smart-Home darauf reagieren. Liegend gibt es eine andere Beleuchtung als stehend. Klingt faszinierend, aber auch ein bisschen spooky. Denn wer möchte schon, dass jede Bewegung und Regung registriert und auch relevant ist? Im Zweifel wohl weniger, als die Industrie sich das vorstellt. Trotzdem sind Wearables, also tragbare Minirechner wie Smartwatches, auf der CES ein riesiges Thema.

Selfie-Drohne Zano; Rechte: Zano
Zano: Dieses Mini-Drohne sorgt für aufregende Selfies


Wearables und Drohnen
Fitness-Tracker und Smartwatches werden uns dieses Jahr öfter beschäftigen. Doch so richtig losgehen wird es wohl erst, wenn Apple endlich seine Apple Watch in den Markt einführt. Dann wird sich entscheiden, ob die Smartwatch von Apple was taugt - oder ob die anderen besser sind. Bis dahin kommt der Markt nicht so richtig in Bewegung. Und da weder Apple, noch Microsoft auf der CES vertreten sind, kann man sich in dieser Hinsicht auf der CES auch nicht wirklich schlauer machen.

Auch Drohnen sind ein riesiges Thema auf der CES. Manche davon sind winzig klein, kleiner als eine Streichholzschachtel, und lassen sich dennoch per App steuern. Andere sind größer und schlauer. Marktführer Parrot hat gerade eine Add-On für seinen Quadrokopter vorgestellt, der nicht nur die Videodaten der eingebauten Kamera aufzeichnet, sondern auch die GPS-Daten. So lassen sich Flugrouten exakt nachvollziehen. Selbst für Selfie-Fans gibt es mittlerweile eine eigene Drohne: Die WWW: Zano ist eine winzige Kameradrohne, die sich durch Kippen des Smartphones steuern lässt und Selfie-Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven machen soll. Auf Wunsch verfolgt einen die Drohne ("Follow me"-Funktion) in stets gleichbleibendem Abstand. Rund 188 Euro soll die Drohne kosten.

Sehr interessant!

Martin Weber am 7.01.15 15:25

Hacker und Einbrecher wird's freuen.

antonia am 7.01.15 17:44

Die beste Automatik ist die, die sich abstellen laesst. In meinem Buero geht auch immer das Licht an, wenn ich den Raum betrete. Auch im Sommer, wenn die Sonne durchs Fenster knallt und ich die Jalousien zuziehen muss, damit ich den Monitor sehen kann. Keine Moeglichkeit, es mal dunkel zu haben z.B. fuer eine Praesentation mit Videobeamer. Was soll daran nun so toll sein ?

Genauso weltfremd wie der sprichwoertliche Kuehlschrank mit Internetschnittstelle, der immer automatisch Buttermilch nachbestellt,auch wenn man keine Buttermilch mag.

Selbstfahrende Autos - schon seit Jahrzehnten immer wieder angekuendigt. Ein benzinsparendes Auto, das modular aufgebaut ist, sodass es zwischen Pendlerfahrzeug und Urlaubsmobil modifiziert werden kann und das sich auch noch reparieren laesst, das waere doch mal was - und eine willkommene Ablenkung von all diesem elektronischen Schnickschnack.

Inglaterra am 7.01.15 21:18

Gabs nicht diese Edelkarossen die komplett ausfielen wenn sie unter Strassenbahnoberleitungen herfuhren-weil die komplexe Bordelektronik darauf "reagierte".

Martin Däniken am 8.01.15 15:17

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Dienstag, 06.01.2015

Klick, Klub, Kultur

Ich liebe Konzerte, Kino, besuche Fotoausstellungen und neue Restaurants, entdecke gerne neue Pfade in meiner Stadt und drum herum. Um herauszufinden, wo was los ist, ohne mühsam Internetseiten und Magazine zu durchforsten, klicke ich mich einfach durch ein paar Apps.

Mit Foursquare.de stöbere ich erst einmal nach Tipps für Cafés, Abendessen und Nachtleben in meiner Umgebung. Die App ist gratis, die Anmeldung läuft per Email-Registrierung oder Facebook. Dann kann ich Stichpunkte anklicken, um meine Vorlieben anzugeben: Pasta oder Sushi, Kunst oder Kino, Biergarten oder Disco. Die App sucht automatisch nach diesen Stichpunkten in meiner Gegend. Ich kann aber auch manuell über das Menü nach Kategorien wie Essen, Einkaufen oder Spaß suchen und finde dann zum Beispiel Tierparks, Schwimmbäder, Bowlingbahnen und alles, was mir meine Freizeit versüßen könnte.

Foursquare-App; Rechte: WDR/Horn

Andere User geben Tipps und erleichtern mir damit die Einschätzung, ob die Sache sich lohnt. Das Ganze funktioniert natürlich auch in anderen Städten weltweit, wenn ich unterwegs bin und mal schnell ein Restaurant suche, das Kreditkarten akzeptiert und jetzt gerade geöffnet hat oder eine Bar, die gerade Happy Hour hat. Ein Hoch auf Filter.

Aber ich möchte nicht nur klubben, sondern auch Kino und Kultur erleben. Um zu wissen, was kulturell in NRW los ist, bevorzuge ich deshalb die Seite Kulturkenner.de vom NRW-Kulturministerium. Hier gibt es eine Auflistung aller Events von Literatur bis hin zu Bühne, filterbar nach Ort, Datum und Art des Events.

Kulturkenner NRW; Rechte: WDR/Horn

Wenn ich nur nach Veranstaltungen im Januar suche und den Filter "Bühne" einstelle, taucht hier zum Beispiel "Romeo und Julia" im Aalto-Theater in Essen auf. Und wenn ich unter "Musik" gucke und etwas scrolle, werden mir das Konzert von Tim Bendzko in Köln am 23. Januar vorgeschlagen oder das Konzert vom WDR Rundfunkchor mit Kölschen Liedern. Mit einem Klick auf die Veranstaltung wird eine Stadtkarte mit dem genauen Ort angezeigt und ein weiterführender Link, um Tickets zu bestellen und Infos zu den Events nachzulesen.

Wem Kulturkenner.de noch zu "groß" ist, der kann auch die reine Museums-App museum.de nutzen. Allerdings sind hier nicht alle Museen in NRW vertreten und der Aufbau ist etwas unübersichtlich und unhandlich. Bei meiner Suche nach Köln öffnet sich der Vorschlag zu "Apokalypse", einer Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Käthe Kollwitz Museum. Mehr erfahre ich aber nicht wirklich. Laut Anbieter funktioniert die App außerdem auch als Audioguide. Für mich ist sie aber leider raus.

Natur-Apps; Rechte: WDR/Horn

Wer nicht so gerne ins Museum, sondern lieber raus in die Natur geht, ist mit den Apps „App in die Natur" und „Natur erleben" perfekt ausgerüstet. Ob Themenrouten durch das Münsterland, Frühlingstouren entlang schöner Baumalleen oder der Bachläufe im Hervester Bruch - hier gibt es unzählige Tipps gespickt mit Fotos, Routenplanung und interaktiven Karten. Ausbaufähig, aber nett.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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Montag, 05.01.2015

CES wird zur Automesse

Ich war schon häufiger auf der WWW: Consumer Electronics Show (CES), die jedes Jahr Anfang Januar in Las Vegas stattfindet. Ein Freudenfest für jeden, der sich für Technik interessiert und begeistern kann. Hier gibt's eine Menge zu sehen und zu staunen. Als vor einigen Jahren zum ersten Mal Autos auf der CES zu sehen waren, da wirkte das noch ein bisschen skurril.

Heute sind Autohersteller auf der CES so selbstverständlich vertreten wie die Hersteller von Fernsehgeräten, Smartphones oder Tablets. Die Autobranche will technisch nach vorne preschen - und jeder soll es merken. Die Keynote (Eröffnungsrede) hält nicht etwa eine Größe aus der IT-Branche, sondern Dieter Zetsche, der oberste Chef von Mercedes Benz.

Selbst fahrende Autos: Nicht nur Google experimentiert; Rechte: dpa/Picture Alliance
Selbst fahrende Autos: Nicht nur Google experimentiert


Wenn Autos mit Autos plaudern
Die Keynote halten zu dürfen, das ist keine freundliche Geste der Messe an den Stuttgarter Autobauer, sondern dokumentiert eindrucksvoll den Wandel gleich mehrerer Branchen. Die Unterhaltungselektronik ist wichtig für die Autobranche - und die Autobranche für die Unterhaltungselektronik. Vor einigen Jahren waren sich vor allem deutsche Autohersteller noch zu fein dazu, einen iPod-Anschluss vorzusehen. Doch das hat sich nach und nach geändert. Anfangs ging es darum, das Smartphone mit dem Auto zu verbinden, etwa um Musik streamen oder per Freisprecheinrichtung telefonieren zu können. Heute können sie gar nicht fortschrittlich genug sein: Die einen kooperieren mit Apple, die anderen mit Google, wiedere andere mit anderen Herstellern.

Das Internet soll ins Auto - und das Auto ins Internet. Die Fahrzeuge sollen von Big Data profitieren. Aktuelle Staus umfahren? Mit der passenden Software gar kein Problem. Die Mobilgeräte selbst sorgen dafür, dass Staus rechtzeitig erkannt und heute sogar durch die intelligente Verkehrsführung vermieden werden. Ob sich ein Mobilgerät überhaupt bewegt und in welchem Tempo, das wissen Onlinedienste wie Apple, Google oder Microsoft, da die Mobilgeräte ständig ihre Position verraten. Daher kann Google heute präziser Staus vorhersagen als so mancher traditonsreiche Verkehrsdienst.


Selbst fahrende Autos von Google


Bedrohung für die Autohersteller
Und das ist erst der Anfang. Künftig können sich die Fahrzeuge auch direkt miteinander unterhalten. Sie verraten sich gegenseitig, wo es zu stockendem Verkehr kommt, wo Gegenstände auf der Fahrbahn liegen oder eine Parklücke frei ist. Die Ideen nehmen zu - eine Menge ist denkbar, und vieles davon wird sicherlich schon bald umgesetzt. Die Autohersteller versprechen sich davon mehr Sexappeal bei den jüngeren Käufern, die weniger auf Ledersitze stehen als auf smarte Technik und sparsame Autos.

Allerdings gibt es auch eine Bedrohung für die Autohersteller: Sie könnten dabei helfen, ihre eigene Konkurrenz großzuziehen. Nicht nur Audi, Toyota oder Mercedes-Benz experimentieren mit Blog: selbst fahrenden Autos, sondern auch der Onlinedienst Google - und Blog: das sogar erfolgreicher als andere. Kürzlich hat ein Google-Auto in WWW: Kalifornien den Führerscheintest bestanden - ohne Fahrer.

Und je wichtiger die Elektronik im Auto wird, desto weniger wichtiger sind die Autos selbst. Ganz zu schweigen von den Daten, die im Auto anfallen und die Macht von Apple, Google und Microsoft immer weiter anwachsen lassen. Nicht mehr lange, und die US-Konzerne bestimmen, wer die Autos bauen darf - und nicht die Autokonzerne, welche Elektronik in den Autos verbaut ist.

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