Montag, 18.08.2014

Aufbruch ins Neuland

Wenn Politiker sich mit der Wirklichkeit beschäftigen, dann müssen griffige Bezeichnungen her. Die Digitale Agenda ist ein schönes Beispiel dafür: Unter diesem Begriff kann man sich so ziemlich alles vorstellen. Immerhin kommt das Stichwort "Digital" drin vor - und das lässt hoffen. Die Erwartungen sind hoch. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt (CSU) sind die verantwortlichen Minister - und tüfteln gemeinsam am Internet der Zukunft. Im März haben sie erste Eckpunkte der Digitalen Agenda präsentiert. Doch jetzt wird es konkret.

Glasfaser; Rechte: dpa/Picure Alliance
Der Netzausbau muss vorangehen


Steuergelder für Breitbandausbau
Das ist auch dringend nötig, denn es zwickt an allen Ecken und Enden. Höchste Priorität hat vor allem ein richtig schnelles Internet. Deutlich schneller als jetzt - und das nicht nur in Ballungsgebieten. Offizielles Ziel der Regierung: Eine flächendeckende Versorgung mit 50 Megabit pro Sekunde. Von einem solchen Internetempo können derzeit viele nur träumen. Und weil es sich für Provider nicht lohnt, jeden "Bauernhof mit Internet zu versorgen", wie die Provider selbst gerne spöttisch sagen, müssen staatliche Hilfen her - Finanzspritzen.

Wenn Deutschland nicht weiter im Mittelfeld mitspielen will (und das tun wir derzeit), muss das Netz intensiv ausgebaut werden und zwar schleunigst. Das kostet allerdings Unsummen. Schon fordert die Telekom WWW: Milliarden aus dem Staatshaushalt für den Breitbandausbau. Aber mit Geld allein ist es nicht getan. Es braucht auch gute Ideen. Etwa, wie der Ausbau schnell und kostengünstig erfolgen kann. Deshalb sollen bei Tiefbauarbeiten automatisch Leerrohre verlegt werden. Aber auch Oberlandleitungen und Funknetzwerke sollen zum Einsatz kommen.

Längst sind noch nicht alle Haushalte mit schnellem Internet versorgt; Rechte: dpa/Picure Alliance


Deutschland als sicherer IT-Standort
Ein anderer wichiger Aspekt der Digitalen Agenda ist der Datenschutz. Thomas de Maizière hat in der WWW: FAZ erklärt, dass er Deutschland zum sichersten IT-Standort der Welt machen will. Mit strengem Datenschutz und strikten Spielregeln. US-Konzerne sollen keine Schlupflöcher mehr haben, sich nicht mehr auf europäisches oder amerikanisches Datenschutzrecht beziehen können, wenn ihnen das deutschen Datenschutzrecht nicht passt. Außerdem soll es branchenweite Standards für IT-Sicherheit geben.

Ein guter Ansatz, das könnte tatsächlich ein Wettbewerbsvorteil sein. Schließlich hat das Vertrauen in Cloud-Dienste durch die NSA-Schnüffeleien weltweit Schaden genommen. Wenn Daten in Deutschland genau so sicher sind wie Geldeinlagen in der Schweiz (es waren), wären das gute Gründe, Daten in Deutschland zu speichern und zu verarbeiten. Abgesehen davon profitieren alle Nutzer von besserem Datenschutz.


Hohe Erwartungen
Wichtig wäre aber auch, eine andere Haltung zu den neuen Medien zu entwickeln. Bei jüngeren Menschen ist das längst der Fall - nun sollten alle mitmachen. Wer in Sachen IT-Technologie führend sein will, der muss auch gute Ideen zulassen - und fördern. Gründer müssen es leichter haben, sie brauchen finanzielle und moralische Unterstützung und weniger Bedenkenträger.

Die Erwartungen an die Digitale Agenda sind riesig. Immerhin bezeichnet der Koalitionsvertrag die Digitalisierung als eine der großen Zukunftsaufgaben, neben Energiewende und demografischem Wandel. Es wird auch allerhöchste Zeit, dass die Politik die Bedeutung des Internet erkennt und würdigt. Mit Kleckern kommen wir nicht mehr weiter, jetzt muss geklotzt werden. Mittwoch wissen wir mehr, wenn die konkreten Pläne vorgestellt werden.

"Bauernhoefe"sind laengst in der Neuzeit angekommen und auf eine schnelle Anbindung angewiesen.wobei-50MB und schnell?Da sind andere Laender laengst weiter.Es gehoert ueberall FTTD!

Lachnummer am 19.08.14 15:54

War das jetzt Absicht-oder hat Herr Schieb das nicht gelesen:"Sicherheitsgurte"fuer kritische Infrastruktur"(de Maizière)?Dies ausgerechnet mit "Hilfe von Verfassungs "Schutz",BND,BKA etc?Ausgerechnet die,die Kuklux-Klan,NSU und andere Jahrelang finanziert und teilweise gegruendet haben?Nachzulesen aber bei Tagesschau und Heise.

Robin am 20.08.14 7:15

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Montag, 18.08.2014

Essen für den Frieden

"Schokolade löst keine Probleme, aber das tut ein Apfel ja auch nicht."

Allerdings kann er es ja mal versuchen - wie in Polen zum Beispiel. Mit dem Hashtag WWW: #jedzjablka (oder WWW: #eatapples) hat Journalist Grzegorz Nawacki WWW: den Netztrend gegen den russischen Einfuhrstopp für polnisches Obst und Gemüse ausgelöst.

Apfel-neu.jpg
Mein Lieblingszitat vom Wochenende. Stand beim Kaffeetrinken auf dem Tisch eines meiner Lieblingscafés.

Und der Apfel ist nicht allein, als "politisch-digitales Selfie-Lebensmittel". Auch der Israel-Palästina-Konflikt hat eins. Das gemeinsame Leibgericht von Juden und Arabern - Hummus. Mit dem Hashtag WWW: #hummuselfie will die so genannte WWW: The Hummus Initiative seit genau einem Monat versuchen, soziale Medien als Ort der Gemeinsamkeiten zu etablieren. Die Radio Bremen Kollegen haben in ihrer Wochenwebschau WWW: mit den Machern gesprochen.

Hummus.jpg

Problematisch: Inzwischen gibt es mehrere Hashtags WWW: #hummuselfie, WWW: #humusselfie, WWW: #hummusselfies, WWW: #hummuselfies oder auch WWW: #chickpeace. Das nimmt dem Ganzen natürlich irgendwie den Wumms und sieht an der ein oder anderen Stelle ehrlich gesagt doch nach relativ unkoordiniertem Aktionismus aus.

Und auch abseits dieser Hashtag-Problematik ist das Thema streitbar. Neben Diskussionen, ob Hummus sich WWW: als einendes Element im Israel-Palästina-Konflikt tatsächlich eignet, sollte die Frage erlaubt sein, ob die ganze - ja eher banale Aktion - im Kontext eines Konflikts diesen Ausmaßes überhaupt relevant sein kann. Finde ich schon! Und zwar gerade wegen der kritisierten Banalität, die beinahe verzweifelt versucht, so komplexe politische Strukturen in unseren Alltag zu holen.

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Montag, 18.08.2014

Diese Website registriert bei neuen Start-ups automatisch euren Nutzernamen

Das nenne ich mal Arbeitserleichterung: WWW: Earlyclaim ist ein neuer Onlinedienst, der euch automatisch bei neuen Start-ups registriert. Sobald ein spannendes neues Angebot an den Start geht, ist Earlyclaim zur Stelle und sichert euren Nutzernamen - sodass ihn euch kein anderer mehr vor der Nase wegschnappen kann.

Earlyclaim; Rechte: Earlyclaim
Statt jeden Tag das Netz zu scannen und sich bei jedem Dienst aufs Neue von Hand anzumelden, reicht es, die wichtigsten Daten bei Earlyclaim zu hinterlegen.

Earlyclaim fragt euch nach Nutzernamen, E-Mail-Adresse und Passwort - dem Standardset an Daten, das neue Start-ups in der Regel verlangen. Das Passwort solltet ihr natürlich sofort nach der automatischen Anmeldung ändern. Weit mehr als 20.000 Nutzer hat Earlyclaim mittlerweile. Jetzt bin ich gespannt, wie gut der Dienst bei den ersten neuen Start-ups funktioniert. Eine gute Idee ist er in jedem Fall.

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