Mittwoch, 19.03.2014

25 Jahre WWW | 2002: Das erste Freunde-Netzwerk

Wenn wir heute über "Soziale Netzwerke" sprechen, dann denken wir in der Regel an Facebook, Google+ und vielleicht noch MySpace. Aber das Ur-Netzwerk, das erste soziale Netzwerk überhaupt, das kennt - zumindest bei uns in Deutschland - kaum jemand: Bereits im Jahr 2002, also zwei Jahre vor der Erfindung von Facebook, wurde das Freunde-Portal WWW: Friendster gegründet. Hier konnte man sich virtuell mit anderen Leuten treffen, Freunschaften schließen, sich online austauschen. Damals etwas ganz Neues. Friendster war ohne jeden Zweifel das erste soziale Netzwerk überhaupt - und hatte in besseren Zeiten bis zu drei Millionen Mitglieder, vor allem in den USA und Japan.

friendster.png
Heute ist Friendster eine Plattform für Gamer

Bis 2004 galt Friendster als größtes soziales Netzwerk, wurde dann aber im Jahr 2004 von WWW: MySpace überholt. MySpace wurde ebenfalls 2002 gegründet und hat sich vor allem auf das Thema Musik konzentriert. Das eigentliche Friendster-Portal gibt es nicht mehr: Alle Beiträge, Fotos, Kommentare und Videos auf Friendster wurden 2011 gelöscht. Heute gehört Friendster einem WWW: asiatischen Anbieter für Onlinezahlungen und beschäftigt sich vor allem mit Online-Games. Heutige soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ und Co. sind Erben von Friendster. Sie haben die Idee weiterentwickelt.

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

Lieber Jörg, soweit ich mich erinnern kann (und zumindest Wikipedia bestätigt meine Erinnerungen) gab es uboot.com schon einige Zeit vor 2002. Davon abgesehen würde ich mich bei einem Medium, wie dem Internet, keinesfalls festlegen wollen, wer da als erstes eine "Tür" (Portal = Webseite) aufgemacht hat.

Für mich steht jedenfalls fest, dass die Kommunikation der Weltbevölkerung durch das Internet förmlich explodiert ist. So zu sagen: Der Big Bang der Kommunikation. Wir nehmen es heute nur noch als Hintergrundrauschen war - nennen es Facebook und glauben, das sei das wahre Internet. Dabei ist es doch viel geruhsamer, durch das wilde Digistalistan zu surfen. ;-)

LG & CU

Dominik am 20.03.14 1:33

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Dienstag, 18.03.2014

Netzneutralität in Gefahr

WWW: Netzneutralität ist wichtig. Wie wichtig, dass können wir allerdings erst merken, wenn sie nicht mehr da ist. Bislang gibt es Netzneutralität im Netz. Und das bedeutet insbesondere: Alle Datenpakete müssen gleichwertig behandelt werden, unabhängig von Absender, Inhalt oder Empfänger. Nur so ist sichergestellt, dass kleine Start-ups im Web dieselben Möglichkeiten haben wie große Onlinekonzerne, Blogger genauso zuverlässig im Web präsent sind wie die Nachrichtenportale von Zeitungen, Zeitschriften oder Sendern.


DSL-Kabel mit Knoten; Rechte: dpa/Picture Alliance
Die Tempobremse für DSL-Anschlüsse ist noch nicht da


Geschwächt statt gestärkt
Doch die Netzneutralität ist erheblich in Gefahr. Heute (18.03.2014) hat der Industrieausschuss im EU-Parlament (ITRE) dem Entwurf für eine EU-weite Telekommunikationsverordnung zugestimmt: 34 Ja-Stimmen, 22 Nein-Stimmen. Manche EU-Politiker verkaufen das als Stärkung der Netzneutralität. Doch Skeptiker sehen genau das Gegenteil: Problematisch ist demnach ein Passus, der Providern in Europa erlaubt, "Specialized Services" anzubieten, die dann bevorzugt behandelt werden dürfen. Blog: Drosselkom durch die Hintertür sozusagen, durch die EU legitimiert.

Kritiker befürchten allerdings das Schlimmste. Es geht dabei nicht um die Initiative an sich, sondern um konkrete Passagen im Gesetz, die Nachteile nach sich ziehen könnten. Möglicherweise zahlen wir zukünftig deutlich mehr fürs Internet, denn die in Zukunft dann erlaubten "Specialized Services" wollen ja finanziert werden. Außerdem bekommen wir nicht mehr das gesamte Internet zur Verfügung gestellt, weil Internetprovider ohne richterlichen Beschluss Inhalte blocken können.

Zustände wie in der Türkei also. Last, not least könnte der Wettbewerb verzerrt werden. Weil finanzkräftige Unternehmen wie Microsoft, Facebook oder Google es sich leisten können, für bevorzugte Behandlung zu bezahlen, würden Onlineangebote von Start-ups oder gemeinnützige Angebote wie Wikipedia gedrosselt. Sollte das Gesetz so kommen und für die gesamte EU wirksam werden, könnten sich die Befürchtungen tatsächlich bewahrheiten. Für uns Konsumenten wäre das nicht gut, nur für die Internetprovider.


Save the Internet: Die Netzneutralität in Gefahr


Aufruf zum Widerstand
Zwar stimmen die EU-Abgeordneten in der Regel ab, wie die Ausschüsse empfehlen. Dann wäre die Netzneutralität in der EU tatsächlich schon bald in Gefahr. Trotzdem gibt es noch die vage Möglichkeit, Details am Gesetzespaket zu ändern. Darauf setzen die Macher der Initiative WWW: savetheinternet.eu. Auf der Webseite kann man sich nicht nur informieren, welche Fallstricke der Vorstoß der EU birgt und welche Verbesserungsvorschläge es gibt - jeder Einzelne kann auch aktiv werden, um die Initiative zu unterstützen.

Kontaktiere Deinen EU-Abgeordneten, das ist die Strategie. Sage ihm, was Du von den Plänen hältst - und wie wichtig Dir Netzneutralität ist. Allerdings trauen die Betreiber der Initiative den EU-Abgeordneten wohl nicht unbedingt zu, technologisch auf dem Stand zu sein. "Schicken Sie Ihrem EU-Abgeordneten ein Fax", empfehlen die Betreiber, nachdem die anderen beiden Möglichkeiten des Protests - Anrufen oder E-Mail senden - genannt wurden. Das sagt wohl alles.


Screenshot; Rechte: savetheinternet.eu
Save the Internet: Initiative für Netzneutralität

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Dienstag, 18.03.2014

25 Jahre WWW | 2001: iTunes geht online

Eine Jukebox-Software, endlich eigene Musikmix-CDs produzieren! 2001 war das eine Sensation, "Rip. Mix. Burn." der zugehörige Slogan: Am 9. Januar präsentierte Apple die erste Version von "iTunes". Damit konnte man Musik-CDs einlesen ("rippen"), einzelne Tracks wurden dabei in Mp3 umgewandelt, die sich wiederum in eigene Playlists umorganisieren ließen. Die konnte man dann auf einen CD-Rohling brennen. iTunes selbst basierte damals noch im Wesentlichen auf der Mp3-Anwendung SoundJam MP (herausgegeben von dem Software-Verlag Casady & Greene), die Apple kurzerhand mit deren Entwicklern übernommen hatte.

Screenshot iTunes Version 1.1, Rechte: Apple iTunes Version 1, lange ist's her

Interessanter wurde iTunes zehn Monate später mit Version 2.0 - die flankiert wurde von der Neuvorstellung des iPod. Dieser tragbare Mp3-Player ließ sich mit der Desktop-Version synchronisieren und war so viel leichter als ein WWW: Discman, cool.
Im April 2003 starte dann der "iTunes Music Store" in den USA - und das war nun wirklich komplett neu: Aktuelle Musik bekam man bis dato nur auf CD, Vinyl, im Radio oder über illegale Tauschbörsen im Netz. Im iTunes Store sollte man für einzelne Songs zahlen, ganz ohne später einen physischen Tonträger oder ein aufwändig designtes Booklet in Händen zu halten. Stattdessen: eine Datei. Apple verlangte pro Titel 99 Cent, wählen konnte der User aus einem Startangebot von über 200.000 Songs. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch erstmals Apples Fair Play DRM (WWW: Digital Rights Management), das dem Nutzer schnell deutlich machen sollte, dass "Musik kaufen" noch lange nicht "Musik besitzen" bedeutete. Das hatte man nun von der Legalität. (Erst seit 2009 sind alle Musikstücke im iTunes Store inzwischen kopierschutzfrei, Musikvideos weiterhin nicht) 2004 öffnete schließlich auch in Deutschland der iTunes Musicstore und entgegen der Meinung einiger Kulturpessimisten zeigte der Erfolg: Menschen waren bereit, auch im Netz für Musik zu zahlen.

2006 wurde der ehemalige reine Musicstore kurz zum "iTunes Store", inzwischen bereichert um ein Angebot an Filmen und TV-Serien. Zu der Expansion passte die Zwischenbilanz: Seit Gründung waren bis 2006 mehr als eine Milliarde Songs bei iTunes heruntergeladen worden, 2010 wurde die Zehn-Milliarden-Downloads-Grenze überschritten. Bereits 2008 wurde der App Store angedockt, über den Besitzer von iPod, iPhone und später auch von iPad Spiele und Anwendungen auf ihren Geräten verwalten konnten - und mussten. "Closed Shop" ("geschlossenes System") ist ein zentrales Apple-Prinzip: Wirklich reibungslos funktioniert iTunes eben nur auf Geräten und mit Formaten aus dem Apple-Kosmos. Auf Geräte anderer Hersteller lassen sich Songs nur mithilfe von anderer Software überspielen, Videomaterial akzeptiert iTunes nur als Mp4- und Mov-Datei, WMV- oder DivX-Format hingegen nicht. Erst seit iTunes 7 ist es überhaupt möglich, Musik, die vorher bei der Apple-Plattform gekauft wurde, vom iPod wieder zurück auf den Computer zu kopieren.

Zwischenzeitlich versuchte es Apple dann auch mit einem sozialen Netzwerk für Musik: "Ping" kam mit der im September 2010 erschienenen iTunes-Version 10 - das kam weniger gut an, und "Ping" wurde 2012 wieder geschlossen.

itunes-heute.jpg iTunes Store in der aktuellen mobilen Version

Inzwischen gibt es längst Alternativmodelle zum Musikdownload. 2013 verzeichnete die US-Musikindustrie erstmals seit Launch des iTunes Stores einen Rückgang beim Verkauf von digitaler Musik WWW: um fast sechs Prozent: 1,26 Milliarden Songs kauften US-Kunden 2013, im Vorjahr waren es noch 1,34 Milliarden gewesen.

Ein möglicher Grund: 2013 hörten schon sechs Millionen Deutsche Musik legal im Stream, besonders die Jüngeren: WWW: Laut BITKOM nutzte schon mehr als jeder vierte 18- bis 29-Jährige User einen entsprechenden Dienst. Spotify, Pandora, Simfy und Co. werden zunehmend bekannter und beliebter, die 2010er Jahre könnten das Jahrzehnt der (Musik-)Streaming-Plattformen werden. Im Juni 2013 stellte auch Apple einen Streaming-Dienst vor: iTunes Radio erlaubt den Zugriff auf vorausgewählte Web-Radiostationen, ist aber noch immer nicht in Deutschland verfügbar. Da war Konkurrent Google schneller: Seit dem 6. Dezember 2013 ist der Musik- und Radio-Streaming-Dienst "Google Play Music All-Inclusive" auch hierzulande am Start.

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

Musik wird als störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden ;)

Der Alte am 18.03.14 13:42

Lach mich scheckig-wo soll da bitte die "Sensation"gewesen sein?Bereits in den 90gern gab es ripping software die einem anschliessend es ermoeglichte via playlist seine eigenen Musikzusammenstellungen abzuspielen.AccurateRip,Exact Audio Copie,foobar und dbPowerAmp sind nur einige davon.bdPowewrAmp schlaegt zudem das schrottige iTunes bei weitem und verhaelt sich nicht wie ein Virus!Jobs und Co. haben auch dort nur wieder kopiert.Nur in der Vermarktung via hype und Sektenaehnlicher Juengerschaft brachten ihm den Erfolg-nicht die wirkliche Leistung und Erfindungshoehe.Die war mit Steve Wozniak gegangen.

Muhahaha am 20.03.14 17:54

@Muhahaha: Die Sensation war iTunes für die breite Masse schon, auch wegen der einfachen Bedienbarkeit.

Insa Moog am 20.03.14 21:13

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