Dienstag, 09.09.2014

Apple bestätigt die Gerüchteküche: das iPhone 6 in zwei Größen und die Apple Watch

Apple Watch also wird es heißen: das erste Wearable von Apple, das die Gerüchteküche so lange hat kochen lassen. Die Apple Watch sieht aus wie eine klassische rechteckige Uhr, ist aber gleichzeitig Smartwatch und Fitnesstracker. Es wird sie in zwei Größen, drei Editionen und mit einer Fülle austauschbarer Armbänder geben, mit denen allein Apple vermutlich schon ordentlich Geld scheffeln wird.

Apple Watch; Rechte: Apple
Apple Watch: zwei Größen, drei Editionen und eine Fülle austauschbarer Armbänder, mit denen allein Apple vermutlich schon ordentlich Geld scheffeln wird.

Bei der Bedienung der Uhr geht Apple neue Wege: Auf der rechten Seite befindet sich ein Drehrädchen, das je nach App zum Zoomen oder zum Hoch- und Runterscrollen dient - so bleibt der Blick aufs Display frei. Drückt man auf das Drehrädchen, kommt man auf den Homescreen und kann von dort Apps starten. Die Apps selbst lassen sich auch übers Display steuern, das zwei Arten der Bedienung kennt: nicht nur die leichte Touchgeste, sondern auch stärkeren Druck. So erhöht Apple die Möglichkeiten der Bedienung.

Von Spielereien bis zum Bezahlchip - die Apple Watch kommt mit einer ganzen Reihe interessanter Funktionen

Wer die Uhr gerade nicht bedient, bekommt entweder das klassische Ziffernblatt zu sehen oder wählt auf Wunsch aus einer Reihe von Widgets aus, die das Datum, die aktuelle Temperatur, Aktienkurse und mehr anzeigen können. Möglich sind auch Spielereien: vorne Uhrzeit, hinten die eigene Position, eingeblendet auf der Erdkugel.

Die Uhr ist aus Saphirglas gebaut. Innen hat sie einen Apple-eigenen Prozessor, Lautsprecher und Mikrofon. Weiterhin gibt es einen Vibrationsalarm, der direkt auf der Haut zu spüren ist, so dass die Umgebung nichts davon mitbekommt. Zusätzlich befinden sich auf der Rückseite der Uhr die Sensoren für die Fitnessfunktionen.

Apple Watch; Rechte: Apple
Der Blick auf den Homescreen der Apple Watch, über den auch die Fitnessfunktionen der Uhr erreichbar sind. Analysieren lassen sich die erhobenen Daten später in einer eigenen iPhone-App.

Das Betriebssystem der Apple Watch sieht bekannt aus, ist aber keine eingedampfte Version von iOS. Bei der Livedemo wirkte es flüssig, ohne merkbare Ladezeiten. Twitter und Facebook waren zu sehen, außerdem eine Reihe von weiteren bekannten Apps. Laut Apple-Chef Tim Cook lässt sich die Uhr außerdem als Walkie Talkie einsetzen, als Kontrollbildschirm für die iPhone-Kamera - Blog: oder per NFC-Chip auch zum Bezahlen.

Spannend sind ein paar Details. Die Apple Watch analysiert zum Beispiel eingehende Nachrichten. Nehmen wir die Frage: "Was machen wir heute Abend? Fernsehen oder Sport?" - die Uhr schlägt mir "Fernsehen" und "Sport" direkt als mögliche Antworten vor. Wahlweise kann ich mit Emojis, kurzen Zeichnungen oder per Spracherkennung antworten - oder aufs iPhone wechseln, wenn die Antwort doch komplizierter wird.

Neben der Menge an Informationen, die Apple über seine Uhr in die Welt pustet, ist allerdings auch interessant, welche Information bisher nirgendwo zu finden ist: die über die Akkulaufzeit. Vielleicht liegt es ja daran, dass Apple noch nicht weiß, wie sehr die mögliche Akkuleistung bis dahin noch gesteigert werden kann - oder aber auch daran, dass Apple diese Information lieber nicht preisgibt, weil sie auf der Negativseite zu verbuchen wäre - bei der Funktionsgewalt dieser Uhr wäre das vorstellbar.

Apple Watch, Tim Cook; Rechte: Apple
Sieben Jahre nach der Vorstellung des ersten iPhones durch Steve Jobs gibt es Standing Ovations für Tim Cook, als er mit "One more thing ..." die Apple Watch ankündigt.

Die Apple Watch wird in den USA mindestens 349 Dollar kosten; Preise für Deutschland sind noch nicht bekannt. Die Uhr erscheint erst 2015, wird im Weihnachtsgeschäft also keine Rolle spielen - ist dafür also offenbar noch nicht "fertig genug".

Nicht innovativ, nicht bahnbrechend - eher wie immer: ordentlich, aber teuer

Alles in allem: das, was wir vorher erwartet haben - und ein Produkt, das das Zeug hat, Kassensysteme in Geschäften zu verändern und all den Fitnesstrackern Konkurrenz zu machen. Trotzdem: Das "iPhone-Gefühl" von 2007 stellt sich bei mir nicht mehr. Die Apple Watch ist keine große Innovation, kein bahnbrechendes Gerät, sondern eher das, was Apple gut kann: ein wie immer sehr ordentliches, aber auch sehr teures Produkt.

Ähnlich sieht es für das neue iPhone 6 aus, das es in zwei Größen geben wird: in 4,7 Zoll bei 1.334 x 750 Pixeln und in 5,5 Zoll bei 1.920 x 1.080 Pixeln. Das iPhone 5 hatte einen 4-Zoll-Bildschirm - ein enormer Sprung also, allerdings nur für iPhone-Nutzer selbst, denn wer ein Android-Smartphone besitzt, weiß schon lange, wie angenehm ein etwas größerer Bildschirm sein kann. Dagegen wirkte das iPhone zuletzt aus der Zeit gefallen.

iPhone 6; Rechte: Apple
Von außen hat sich nicht viel getan - das neue iPhone 6 ist nur dünner und größer. Apple verspricht eine ganze Reihe neuer Spiele mit höherer Auflösung als aktuelle Konsolen sie bieten, außerdem eine schnellere Grafik und eine schnellere Prozessorleistung: Das iPhone 6 soll bis zu 50 Prozent schneller sein.

Wofür der Platz auf dem großen Bildschirm? Es geht weniger darum, noch mehr Apps auf den Homescreen zu bekommen - sondern viel eher um die Apps selbst, die nun mehr Inhalte anzeigen können. Die E-Mail- und die Nachrichten-Apps zum Beispiel bekommen für ihre Queransicht neue Modi, über die man wie im Mailprogramm am Computer neben dem Posteingang auch direkt die E-Mail selbst sieht.

Wie bei der Apple Watch sind auch beim iPhone 6 ein paar Details spannend: auch hier der NFC-Chip zum Bezahlen. Oder Telefonate übers Netz, wie sie zum Beispiel über Apps wie Skype oder Viber möglich sind, solange man sich im WLAN aufhält. Das an sich ist nichts Neues. Verlässt man aber das Haus, soll das iPhone 6 das Gespräch automatisch vom WLAN ins klassische Telefonnetz überführen können - vorausgesetzt, der eigene Mobilfunkanbieter macht das mit.

Ansonsten hat Apple die Kamera weiterentwickelt und verspricht vor allem schnelleres Fokussieren. Sensoren machen auch das iPhone selbst zum Teil zum Fitnesstracker. Der Fingerabdrucksensor kann nun auch von anderen Apps genutzt werden. Und das iPhone wird es in Zukunft auch in einer großen 128-GB-Variante geben.

Flint Center; Rechte: Apple
Zur Vorstellung von iWatch und iPhone 6 ist Apple an einen Ort zurückgekehrt, an dem das Unternehmen Geschichte geschrieben hat: Steve Jobs hat im Flint Center in Cuptertino 1984 den Macintosh vorgestellt, den ersten Computer mit grafischer Benutzeroberfläche.

iPhone 6 holt Rückstand gegenüber Android auf

Das iPhone 6 startet bei 699 Euro, das noch größere "iPhone 6 Plus" bei 799 Euro. Das Gerät ist ab dem 19. September erhältlich und bleibt ein zwar ordentliches, aber technisch durchschnittliches Smartphone. Dass Apple seinem Flaggschiff erst jetzt einen größeren Bildschirm spendiert und erst zehn Jahre nach Marktstart auf die Idee kommt, einen NFC-Bezahlchip einzubauen - Innovation geht anders. Apple versteht aber gleichzeitig wie kein anderes Unternehmen, aus Hardware und Software eine Einheit zu bauen.

Mit diesem Abend hat Apple also alle Gerüchte bestätigt. Eine eigentlich langweilige Veranstaltung - nur für Apple selbst nicht. Es war die wichtigste Produktvorstellung des Unternehmens seit Jahren, allein um das eigene Image weiterleben zu lassen. So richtig zünden will das zwar alles nicht mehr. Der Lack ist aber auch noch lange nicht ab.

Wie kommt es, dass Millionen Menschen aufgeregt am Bildschirm sitzen und auf die neueste Erfindung dieses Konzerns wartet? Da hat die Marketing-Maschinerie mal wieder hervorragend funktioniert und die Menschen fallen drauf rein. Ich nenne es Massen-Manipulation der Apple-Lemminge!
Wir rennen immer mehr den neuesten "Spielzeugen" hinterher und vergessen manches (wichtigere) andere dabei.
Mal abgesehen von der reinen Ressourcenverschwendung, wenn man immer das neueste Modell haben "muß", sind wir in eine echte Konsum-Falle getappt.
Ich gestehe jedem ein Smartphone zu, verstehe aber nicht, warum es immer das Neueste sein muss und welche Vorteile diese Uhr nun haben soll...

Schorschile am 10.09.14 9:16

Ich werde nie kapieren, warum Apple und Applekunden immer alles Mögliche unterstellt werden muss. iPhones werden länger genutzt als andere Smartphones, kein Mensch kauft sich jedes Jahr ein Neues. Ich benutze immer noch mein 4 Jahre altes iPhone 4 und ein 4s, 5, oder 5s sind noch tadellose Geräte, die auch noch iOS 8 kriegen.

Und Innovation heißt nun mal nicht erfinden oder als Erster auf den Markt bringen, sondern Märkte umkrempeln. Und ich würde mich nicht wundern, wenn zB. das Apple Bezahlsystem eher angenommen würde als andere.

Joh am 10.09.14 10:07

Vielleicht ist das ja für die Aktionäre heutzutage die wichtigste Meldung: dass es eben nach der gefühlt 500en ewig gleich gehypten Präsi nicht mehr zünden kann und muss, sondern dass es um langfristige Umsatzträger wie eben ApplePay geht. Die Hardware ist mittlerweile nur noch schmückendes Beiwerk; Tim Cook wird mit seinem Laden die iTunes-Idee auf viele Wirtschaftsbereiche ausdehnen, indem er seine Wirtschaftsmacht als DoorOpener für den Handel, die Banken und den Rest der Finanzwirtschaft nutzt. Gut gemacht, Tim!

vaikl am 10.09.14 12:48

Was soll man sagen, das Spitzenmodell kostet satte 1000€.

Für ein Telefon, nicht für einen Laptop..

Jupps Hund am 10.09.14 13:49

Danke für diese erkenntnisreiche Betrachtungsweise. Nur ein kleiner Fehler ist Ihnen unterlaufen: Die App heisst VIBER und nicht VYPER.

Sven H. am 10.09.14 18:15

@Sven H.: Um Himmels Willen, völlig richtig! Danke für den Hinweis - ich korrigiere das gleich.

Dennis Horn am 10.09.14 19:36

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Apple bestätigt die Gerüchteküche: das iPhone 6 in zwei Größen und die Apple Watch

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 09.09.2014

Bezahlen mit ApplePay

Die Gerüchte im Vorfeld sollten sich am Ende also doch bestätigen: Apple geht unter die Zahlunganbieter. Im neuen iPhone 6 ist ein Blog: NFC-Chip eingebaut - und der erlaubt das berührungslose Übertragen von Daten, etwa Zahlungsdaten an ein Kassenterminal. Doch der NFC-Chip im neuen iPhone 6 alleine ist nichts Besonderes, den haben heute viele Smartphones der oberen Preisklasse eingebaut. Allerdings kommt der Chip nur selten zum Einsatz.

Das soll Apple Pay ändern. Das neue Zahlsystem soll im Oktober in den USA starten und macht das Smartphone zur allseits bereiten, digitalen Geldbörse. Es reicht, zum Bezahlen das Smartphone unter das spezielle Lesegerät im Laden zu halten und den Zahlbetrag durch einfaches Auflegen eines registrierten Fingers zu bestätigen. Kein PIN-Code, kein Passwort, keine Unterschrift - einfach nur den Finger auflegen. Das geht blitzschnell - und ist der Sinn der Sache.

applepay.png

So funktioniert ApplePay
Es hat in der Vergangenheit schon viele Ideen gegeben, das Smartphone zur Geldbörse zu machen. Die meisten sind gescheitert. Ich muss sagen: Apple hat sich wirklich einiges einfallen lassen, um die Zahlungsprozesse zu vereinfachen und auch anders zu machen. Interessant ist: Wer mit ApplePay im Laden bezahlt - dort muss ApplePay natürlich akzeptiert werden -, der gibt dem Händler weder seine Kreditkartendaten heraus, noch seinen Namen preis. Das iPhone 6 überträgt keine persönlichen Daten, sondern übermittelt lediglich eine Art Transaktionsnummer. Eine Bestätigung, dass der Zahlvorgang abgeschlossen wurde. Der Händler erhält sein Geld (ohne konkret zu wissen von wem) und der Kunde bezahlt.

Eine deutlich diskretere Abwicklung als sonst üblich. Apple tritt dabei als Vermittler auf. Nach eigenen Erklärungen kennt auch Apple die Daten nicht, soll also nicht mitbekommen, was der Apple-User kauft und wie viel er ausgibt. Denn die Zahldaten werden direkt an die Kreditkartenfirmen übermittelt. Das könnte stimmen und wäre dann wirklich ein Fortschritt in Sachen Datensparsamkeit. Aber kontrollieren lässt sich das - zumindest derzeit - noch nicht. Die Kreditkartenfirmen hingegen wissen selbstverständlich auch weiterhin, was und wo man kauft und wie viel Geld man ausgibt.


Warum es Apple mit iPay schaffen könnte
Das Bezahlsystem von Apple hat durchaus die Chance sich durchzusetzen. Denn viele Menschen vertrauen Apple, zumindest wohl die meisten derer, die sich Apple-Produkte kaufen - und Vertrauen ist in Geldangelegenheiten eine wertvolle Währung. Was man nicht vergessen darf: Der Konzern hat bereits 800 Millionen zahlende iTunes-Kunden, die Tag für Tag Geld via Apple ausgeben, für Apps, Musik, Videos, Serien, Spiele und mehr. Im Abwickeln von Zahlungen ist Apple also durchaus erfahren.

Apple kontrolliert aber bei seinem neu eingeführten Zahlsystem nicht nur den Prozess im Hintergrund, sondern auch die Hardware, das Betriebssystem und die App, mit der bezahlt wird. Alles kommt aus einer Hand. Das ist für so einen Vorgang nicht das Schlechteste: Weil alles aufeinander abgestimmt ist, geht weniger daneben, gibt es weniger potenzielle Schwachsellen. Außerdem ist der eigentliche Zahlprozess wirklich genial einfach. Seine Kreditkarten fotografieren zu können, statt die Daten einzugeben - simpel, aber überzeugend.

Was bei den meisten zurückbleiben dürfte, zumindest mir geht das so, ist ein gesundes Misstrauen. Will man wirklich einem US-Konzern so sehr vertrauen, dass man nicht nur die Hardware dort kauft und seine Daten im Gerät speichert (und in der Cloud), sondern auch noch alle Zahlungen über dieses Unternehmen abwickeln? Ich denke, damit haben die meisten Amerikaner weniger Probleme als wir Europäer. Zeit genug darüber nachzudenken haben wir, denn ApplePay startet zunächst erst mal nur in den USA. Wann es auch nach Europa kommt, steht noch nicht fest.

Fingerscans sind ja sooo sicher.

Hehe am 10.09.14 7:48

Es wird kein sichere Bezahlsystem geben außer mit Bargeld.
Die kriminelle Energie in uns menschen ist einfach zu groß.
Es gibt bestimmt schon einige Daten-Knacker, die sich mit dem neuen Apfel-Pay beschäftigen...

asaph am 10.09.14 8:35

@Hehe: Bargeld ist sicher? Ui, das wusste ich gar nicht. Und ich dachte, Bargeld könnte geklaut werden, gefälscht werden, unterschlagen werden ... Ganz so einfach ist die Welt nicht. :)

Jörg Schieb am 10.09.14 9:00


Wenn man wirklich ein weitgehend anonymes Bezahlsystem schafft, dann wird es interessant. Es wird Aufgabe der IT-Journalisten sein, auf dem Thema Daten-Sparsamkeit "herumzureiten". Meistens geht der Trend in die andere Richtung.

Für normale Bezahlvorgänge ist mir Bargeld lieber. Eine Hülle mit ein paar größeren Scheine kann man zusätzlich in eine der innersten und tiefsten Taschen stecken. Low-Tech-Diebstahlschutz: Beim Kauf von Kleidung darauf achten, wie viele und welche Taschen z.B. der Mantel hat.

Was macht mehr Ärger, ein geklautes Smartphone oder ein Geldbeutel mit z.B. 50 Euro? Beim Bargeld gibt es zudem die Obergrenze des vorhandenen Betrags. Bei jedem System, das auf ein Konto zugreift, ist man nie vor Überraschungen sicher. Warum will man unbedingt eine Online-Anbindung? Eine Geldkarte (wie die alte Telefonkarte, aber mit Display, aufladbar, mit RFID-Funktion) wird anscheinend nicht akzeptiert? Gerade die wäre ein Ersatz für Bargeld!

Bertram in Mainz am 10.09.14 10:14

Man könnte es z.B. so machen: Die RFID-Funktion befindet sich auf einer extra Karte. Wird die Karte ins Gehäuse des Smartphones geschoben, wird sie automatisch kontaktlos über die Online-Verbindung des Smartphones mit dem eingestellten Betrag aufgeladen. Das Gerät kann mit der Karte so benutzt werden wie im Artikel beschrieben. Die Karte kann aber auch aus dem Smartphone rausgenommen werden und dient dann als anonyme Geldkarte mit RFID-Funktion. Wird sie verloren, ist nur der gespeicherte Betrag weg und ein paar Euro für eine neue Karte. Hätte ich ein Smartphone, ich würde das für Einkäufe möglichst gar nicht mitnehmen.

Ein Problem bleibt natürlich: Man könnte mit gefälschten Karten anonym einkaufen. Das Problem hatte aber schon die Telefonkarte. Das Problem hat sogar das Bargeld, dort gibt es nämlich Falschgeld.

Bertram in Mainz am 10.09.14 10:41

gegen Diebstahl von Bargeld kann ich mich schuetzen,wie auch gegen die Annahme von Falschgeld-das funktioniert bei mir schon ein wenig laenger als Herr Schieb lebt. ;) "Unterschlagen"-dazu muesste ich so etwas wie ein Haendler sein mit Angestellten.Aber-iPups weg.Fingerprint vom Phone abgenommen und lustig munter eingegauft?Ach nee-geht ja nicht-iPupse koennen ja Meter genau getrackt werden...und in den USA gibt es jetzt ja auch den"KillSwitch".Brauch man also nur ein neues iPups-die Daten restored einem ja netterweise Apple,denn die haben sie ja eh' alle.

Witzig am 10.09.14 16:47

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Bezahlen mit ApplePay

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 09.09.2014

Seit ich mein Smartphone länger nutze, bin ich nicht mehr so süchtig danach

Ein Problem habe ich ja mittlerweile mit Fragebögen, in denen mir die folgende Frage gestellt wird: "Wie viele Stunden am Tag verbringen Sie online?" So einfach die Frage, so schwierig die Antwort. Eigentlich müsste sie lauten: alle, bis auf die Stunden, in denen ich schlafe. Dank Smartphone bin ich ständig online, allein schon in dem Moment, in dem ich auf den Bildschirm schaue, um zu sehen, ob ich neue Nachrichten bekommen habe.

Jugendliche mit Smartphones; Rechte: WDR/Frank Dunski
Der frühere Google-Chef Eric Schmidt hat das Onlineverhalten Jugendlicher gut auf den Punkt gebracht: "Sie kennen heute nur zwei Zustände: Schlafen oder Onlinesein."

Trotzdem gibt es Möglichkeiten, den eigenen Onlinekonsum ziemlich genau zu messen, zumindest den per Smartphone. Dafür haben Forscher der Uni Bonn WWW: die App "Menthal" entwickelt, die sich tief ins Betriebssystem von Android-Smartphones einklinkt, um von dort aus die Nutzung zu protokollieren. Zwei der wichtigsten Ergebnisse aus meiner Statistik: Ich komme an vielen Tagen auf über zwei Stunden Nutzung, an einigen Tagen auf über drei Stunden - und schalte mein Smartphone im Schnitt 80-mal am Tag an.

Informatiker Alexander Markowetz und von Psychologe Christian Montag haben mir WDR: im Interview für Planet Schule und die Servicezeit erklärt, dass ich damit knapp unter dem Durchschnitt liege: "Wir haben viele Nutzer zwischen 17 und 23, in der 'Generation permanent online'. Da liegt der Schnitt bei drei Stunden und 130-mal anschalten."

Spannend finde ich, wie Markowetz und Montag diese Zahlen einschätzen: viele Stunden am Tag mit dem Smartphone zu verbringen, sei gar nicht dramatisch: "Andere Leute vertrödeln drei Stunden in der Bibliothek oder gehen drei Stunden spazieren. Wirklich dramatisch ist die Zahl der Unterbrechungen. Wenn man von 16 Wachstunden ausgeht, unterbrechen junge Nutzer im Schnitt alle sieben bis acht Minuten ihren Tagesablauf. Das heißt, sie kommen nie dazu, einen klaren Gedanken zu Ende zu führen."

Dennis Horn; Rechte: WDR/Frank Dunski
Einfach mal Zeit nehmen, sogar fürs Smartphone: Die Forscher der Uni Bonn halten es für sinnvoll, das Smartphone seltener, dafür aber gern länger zu nutzen.

Das heißt: Das Smartphone gezielt nur zehnmal am Tag aus der Tasche zu ziehen, dafür aber länger eingeschaltet zu behalten - das wäre nicht ganz so schlimm. Nach meinem Besuch in Bonn habe ich tatsächlich versucht, meinen Smartphone-Konsum zu ändern, wesentlich seltener und viel gezielter draufzugucken - und merke nun, dass es meiner Konzentrationsfähigkeit tatsächlich ein Stück besser geht.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

"Andere Leute vertrödeln drei Stunden in der Bibliothek oder gehen drei Stunden spazieren."Interessante Wertung-ein Bibliotheksbesuch ist ein vertroedeln(verschwenden)von Zeit und auch ein Spaziergang,auf dem man bestens nachdenken kann ist schlechter zu bewerten als sinnloses herumgesimmse und #dummfug getwittere.Armes Deutschland.

Aua am 9.09.14 15:11

@Aua: Die einen so, die anderen so. Es kommt auch darauf an, wofür man die Zeit nutzt. Ob sich die Smartphone-Nutzung aller Nutzer mit den von ihnen genannten Beispielen komplett deckt, wage ich zu bezweifeln.

Dennis Horn am 9.09.14 15:19

Online-Sucht
Da schon der Begriff "Online-Sucht" bzw. "Internetsucht" unterschiedlich interpretiert wird, gibt es auch keinen eindeutigen Konsens über Merkmale, an denen eine Verhaltensstörung im Zusammenhang mit dem Internet erkennbar ist. Es lassen sich aber fünf abstraktere Suchtmerkmale bestimmen, die sich in allen Arbeiten zu dieser Thematik finden lassen.

Suchtmerkmale
Einengung des Verhaltensraums
Wenn über längere Zeitspannen der größte Teil des Tageszeitbudgets zur Internetnutzung verausgabt wird (hierzu zählen auch verhaltensverwandte Aktivitäten wie beispielsweise Optimierungsarbeiten am Computer).

Kontrollverlust
Wenn die Person die Kontrolle über ihre Internetnutzung weitgehend verloren hat bzw. Versuche, das Nutzungsausmaß zu reduzieren oder die Nutzung zu unterbrechen, erfolglos bleiben oder erst gar nicht unternommen werden (obwohl das Bewusstsein für dadurch verursachte persönliche oder soziale Probleme vorhanden ist).

erklärung des Begriffs Onlinesucht 1.Teil am 9.09.14 17:06

Toleranzentwicklung
Wenn im zeitlichen Verlauf eine Toleranzentwicklung zu beobachten ist, d.h. die „Verhaltensdosis“ zur Erreichung der angezielten positiven Stimmungslage gesteigert werden muss.

Entzugserscheinungen
Wenn Entzugserscheinungen als Beeinträchtigungen psychischer Befindlichkeit (Unruhe, Nervosität, Unzufriedenheit, Gereiztheit, Aggres-sivität) und psychisches Verlangen („craving“) nach der Internetnutzung als Folge zeitweiliger, längerer Unterbrechung der Internetnutzung auftreten.

Negative soziale Konsequenzen
Wenn wegen der Internetaktivitäten negative soziale Konsequenzen in den Bereichen Arbeit und Leistung sowie soziale Beziehungen (z.B. Ärger mit Freunden oder Arbeitgeber) eingetreten sind.

In einem ähnlichen Raster empfehlen Experten folgende diagnostische Kriterien:

Häufiges unüberwindliches Verlangen, sich ins Internet einzuloggen
Kontrollverluste (längeres „Online-Sein“ als beabsichtigt) verbunden mit diesbezüglichen Schuldgefühlen

erklärung des Begriffs Onlinesucht 2.Teil am 9.09.14 17:09

Sozial störende Auffälligkeit im engsten Kreis der Bezugspersonen (Freunde, Partner, Familie)
Nachlassen der Arbeitsfähigkeit
Verheimlichung / Bagatellisierung der Gebrauchsgewohnheiten
Psychische Reizbarkeit bei Hinderung am Internet-Gebrauch (kann sich in Form von Nervosität, Reizbarkeit und Depression auswirken)
Mehrfach fehlgeschlagene Versuche der Einschränkung

Vom Gefährdungsstadium spricht man bei Vorliegen von bis zu drei der genannten Kriterien in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten; vom kritischen Stadium bei Vorliegen von zumindest vier der Kriterien in einem Zeitraum von bis zu sechs Monaten. Bei Vorliegen von zumindest vier oder mehr der genannten Kriterien über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten spricht man von einem chronischen Stadium der Internetsucht. Damit einhergehen müssen auch irreversible psychosoziale Schäden wie Jobverlust, Trennung von Partner/Familie, soziale Selbstisolation, inadäquate Verschuldung

erklärung des Begriffs Onlinesucht 3.Teil am 9.09.14 17:11

durch exorbitante Telefonkosten sowie mögliche somatische Schäden im Bereich des Sehapparates bzw. des Bewegungs- und Stützapparates.

Weitere Informationen zum Thema Online-Sucht
Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft Suchtvorbeugung hat einen Folder zum Thema Online-Sucht veröffentlicht

Dies stammt von der Seite Institut Suchtprävention und wird meines wissens so von vielen Psyschologen angewendet, Es kann sich also jeder selber aussuchen ob er in das Schema fällt oder ob nicht. Sollte man tatsächlich hilfe benötigen geht das meistens nur durch hilfe Dritter, Sucht ist nicht zu unterschätzen!

erklärung des Begriffs Onlinesucht 4.Teil am 9.09.14 17:17

Mittlerweile ist es so. daß ich meinen ipod in der Jackentasche verschwinden lasse und es mit Publikum (im Zug) vermeide, Backgammon zu spielen - nur, damit ich nicht für einen dieser Smartphone-Typen gehalten zu werden. Denn bei denen ist häufig nur das Phone "smart".

Besonders krass fällt das auf der Arbeit (Institut an einer Eliteuni) auf. Die Azubis haben immer das neueste Modell und brauchen jetzt keinen PC zum spielen mehr, was auffallen würde. Und wenn es eine "Ansprache" gibt, dann geht es zweimal eine Stunde auf die Toilette (dumm wenn man die Tür nicht abschließt und erwischt wird, denn irgendwann werden die Verschollenen gesucht).

Und dann noch die Tatsache, daß die Dinger laufend leer sind, der Bildschirm total klein (besonders gut für die Augen und den Nacken)... meine Freundin wollte mir ein iphone schenken, habe dankend verzichtet. Obwohl ich sehr technikbegeistert bin.

Mittlerweile haben die Dinger bei mir den Status einer gesellschaftlichen Katastrophe.

Jupps Hund am 10.09.14 10:21

Das so genannte Smartphone ist nicht smart, sondern eine Wanze zur Überwachung und Ausforschung der Menschen. Es geht nicht darum, wie gut sich die Besitzer mit der Wanze auskennen, sondern wie gut sich die Wanze mit den Besitzern auskennt. Wer auch nur einen Hauch Verstand hat, ahnt schon, wie eigenständig die Wanze agiert. Selbst ausgeschaltet kann sie extern gelenkt werden. Eingeschaltet, ohne daß es nur einen Muks macht. Mithören, Fotos schießen, die nicht auf dem Speicher landen. Stille SMS zur Ortung dito. Wer sich eine Wanze besorgt, sollte sich später nicht über die Folgen beschweren. Die CIA hat das Internet erfunden, damals zum militärischen Einsatz. Das Handy folgte auf dem Fuß. Selbst 007 hätte sich nicht vorstellen können, wie traumhaft die Totalüberwachung mittels Verbreitung jemals hätte laufen können. Glückwunsch, es hat funktioniert.

Birger am 14.09.14 14:54

Jetzt warten wir mal schön, bis mein PS veröffentlicht wird. Ich bin gespannt, ob es zu Weihnachten gelungen ist. Wahrscheinlich passt es auch nicht so in den Wanzen-Polcor.

Birger am 14.09.14 16:03

Hat sich erledigt. Ich habe den Beitrag hier platziert, ohne jede unnötige Vorprüfung:

http://wdrblog.de/digitalistan/archives/2014/09/an_die_twitterelite_heult_nich.html

Schönen Sonntag.

Birger am 14.09.14 16:53

@Birger

Erste Sahne!

CCC am 14.09.14 20:38

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Seit ich mein Smartphone länger nutze, bin ich nicht mehr so süchtig danach

Zum Anfang dieses Eintrags

 
 

Dezember 2014

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/