Freitag, 14.11.2014

Karten sollen das Surfen komfortabler machen

Die Art und Weise wie Browser funktionieren, hat sich in den letzten zehn Jahren nicht wesentlich verändert. Wir steuern Webseiten an und die Inhalte werden angezeigt. Mit HTML5 stehen heute zwar deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung, um den Inhalt von Webseiten zu gestalten, die Bedienung jedoch ist mehr oder weniger gleich geblieben. Wir speichern Favoriten, jonglieren mit Hilfe von Tabs mit diversen offenen Fenstern gleichzeitig und scrollen durch die oft langen Webseiten. Auf Desktop-Rechnern funktioniert dieses Prinzip prima, doch auf Mobilgeräten wie Smartphones hat es seine Schwächen, weil hier deutlich weniger Anzeigefläche zur Verfügung steht.

Karten im Smartphone; Rechte: WDR
Aufgeräumt: Karten im Smartphone

Karten sorgen für mehr Übersicht
Deshalb tüfteln Entwickler an neuen Konzepten. Klarer Trend: Webseiten werden runtergebrochen auf ihre Bestandtteile. Informationen werden in WWW: Karten verpackt. Klarer Vorteil: Man kann mehr Informationen auf dem kleinen Display eines Smartphones anzeigen, die Karten stapeln oder verschieben und natürlich auch ihre Inhalte genauer betrachten, wenn man sich dafür interessiert. Die Entwickler experimentieren mit diesem Kartenkonzept.

Safari stellt Webseiten bereits in einer 3D-Kartenansicht dar, wenn man eine offene Webseite auswählen möchte. Android packt Infos in Karten. Es bewegt sich also was. Jetzt ist mit WWW: Wildcard ein neuer Browser für iOS vorgestellt worden. Ein New Yorker Startup hat eine ganz neue Art Browser entwickelt, bei der Webseiten konsequent in Karten verpackt werden. Mittelfristig soll Wildcard traditionelle Browser wie Safari, Chrome oder Firefox auf den Mobilgeräten ersetzen. Derzeit gibt es den Browser nur im US-Store für iOS, aber das ist erst der Anfang.

Kartenansicht; Rechte: Screenshot Wildcards
Kartenansichten sollen für mehr Übersicht sorgen

Informationen werden anders verpackt
Damit das optimal funktioniert, müssen die Informationen auch entsprechend verpackt werden - schon von demjenigen, der die Infos bereitstellt. Sehr gut funktioniert das Konzep für Nachrichten, Blogs, Reviews oder auch Onlineshops. Solche Infos lassen sich gut in einzelnen Karten gliedern. Jede Karte ist ein Artikel, eine Beurteilung, ein Produkt im Katalog. Wer die Wildcard-App installiert und startet, kann nach Inhalten oder Kategorien suchen, sich aktuelle Trends zeigen lassen oder Empfehlungen lesen. Auf jeder Karte gibt es ein Bild und eine Zusammenfassung - ein Klick darauf bringt dann alles zum Vorschein. Zum Organisieren der Informationen sind solche Karten aber durchaus praktisch.

Auch Suchergebnisse werden anders aufbereitet. Wer nach etwas sucht, bekommt keine Fundstellen mit Links präsentiert, sondern gleich entsprechend aufbereitete Karten. Das setzt die neue Wildcard-App bereits um. Auch werden die Suchergebnisse personalisiert: Wildcard berücksichtigt den aktuellen Aufenthaltsort und bezieht auch frühere Suchanfragen mit ein. Ein Thema, das Datenschützer früher oder später sicher interessieren dürfte, spätestens dann, wenn sich das Konzept durchsetzen sollte.

Das Konzept ist interessant. Es kann aber nur dann richtig gut funktionieren, wenn alle mitmachen, die Infos im Netz bereitstellen - und das Card-Konzept unterstützen. Die Chancen stehen aber nicht schlecht. Wer als Inhalteanbieter bereits Twitter Cards unterstützt oder OpenGraph von Facebook, der muss lediglich eine weitere Codezeile zu seinen Webseiten hinzufügen, damit das klappt.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Karten sollen das Surfen komfortabler machen

Zum Anfang dieses Eintrags

Donnerstag, 13.11.2014

Änderungen in der Wikipedia kann man jetzt auch hören

Wieder ein schönes Kunstprojekt: WWW: "Listen to Wikipedia". Wann immer der Online-Enzyklopädie Informationen hinzugefügt werden, erklingen Glöckchen. Wann immer Informationen entfernt werden, werden Saiten gezupft. Je größer die Änderung, desto tiefer der Ton. Grüne Kreise erscheinen, wenn nicht-registrierte Nutzer Hand anlegen, violette Kreise, wenn Bots Änderungen durchführen, graue Kreise bei allen anderen.

Listen to Wikipedia; Rechte: Stephen LaPorte/Mahmoud Hashemi
Von Greg Rutherford bis zur Libertären Partei in Oregon: je größer der Kreis, desto größer die Änderung.

"Listen to Wikipedia" lässt sich auch auf die Versionen anderer Länder anwenden und ist ein Open-Source-Projekt. Den Code dazu kann man sich frei runterladen und mit ein bisschen Programmierwissen zum Beispiel auch auf andere Dienste als die Wikipedia anwenden - etwa für die nächste eigene Kunstidee fürs Netz.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Änderungen in der Wikipedia kann man jetzt auch hören

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 11.11.2014

Videoplattform dbate.de startet

Zwei Frauen filmen die Bombenzerstörungen in ihrer Heimatstadt Donezk, zwei Männer streiten via Skype über Sterbehilfe, ein Himalaja-Bergsteiger hält seine Kamera auf eine sich nähernde Lawine... - eine Auswahl von Videotagebuch-Clips, die seit heute auf WWW: dbate.de zu sehen sind. Das Layout reißt optisch nicht vom Hocker, aber die neue Videoplattform kommt mit einem erfrischenden Ansatz (WWW: "No Pets! No Porn!") und spannenden Inhalten daher.

Screenshot der Plattform dbate.de; WDR/dbate.de
Die Videoplattform dbate.de soll laut seinen Machern ein Gegengewicht werden zu "Katzenvideos, Schmink-Tipps und Pornos".

Anders als bei Streaming-Anbietern wie Netflix oder Watchever gibt es auf dbate.de keine fiktionalen Videos, sondern vor allem journalistisch ausgewählte Inhalte, die besonders authentisch sein sollen. Ein Schwerpunkt sind Video-Tagebücher, beispielsweise vom WWW: Leben im Weltall oder der WWW: Fußball-WM in Brasilien. Zudem werden Clips von Videobloggern und WWW: Skype-Interviews auf dbate.de veröffentlicht und sollen - deshalb der Name - von den Besuchern kommentiert und debattiert werden.

Hinter dbate.de steht der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Stephan Lamby und seine Hamburger WWW: Produktionsfirma ECO Media. Die Videoplattform soll nicht bloß on-demand-Plattform für die eigenen Filme und Bonusmaterial darstellen, sondern zusätzliche, eigens dafür hergestellte Inhalte bieten. Ein spannendes Projekt abseits der Video-Schwergewichte im Netz, für das sich am Ende wohl vor allem die Frage stellen wird: Wieviel Debatte wird es auf dbate.de tatsächlich geben im Wettstreit mit Youtube, Vimeo & Co? Einige Stunden nach dem Start von dbate.de hat jedenfalls nur ein einziger User kommentiert...

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Videoplattform dbate.de startet

Zum Anfang dieses Eintrags

 
 

Februar 2015

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/