Freitag, 09.01.2015

Google, aufgepasst: Die Konkurrenz holt auf

Wer "Google" hört, der denkt unweigerlich an die gleichnamige Suchmaschine und den dominanten Onlinekonzern, der so groß und mächtig ist, dass ihn niemand in die Knie zwingen kann. Stimmt schon: Leicht ist es zweifellos nicht, Google seine Vorherrschaft streitig zu machen. Es ist aber auch nicht unmöglich.

Derzeit ist einiges in Bewegung. In den USA sind bereits erste Anzeichen zu erkennen, dass Google leicht schwächelt. Yahoo konnte seinen Marktanteil bei den Suchanfragen in den USA von 7,4% in November WWW: auf 10,4% in Dezember steigern. Ein beeindruckender Sprung, der beste Wert seit sechs Jahren - und für Google eine herbe Schlappe. Auch in anderen Bereichen droht dieses Jahr Ungemach.

Google Schild; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google muss derzeit Rückschläge einstecken


Konkurrenz wird stärker
Größe bringt eine Menge Vorteile. Man kann viel bestimmen und bewegen. Aber es weckt auch Angst und Sorge - und führt zu Ausweichreaktionen, zumindest in einem gesunden Markt. Yahoo nimmt seine Chancen jedenfalls derzeit war. So ist es Yahoo erst vor wenigen Wochen gelungen, Google als Blog: voreingestellte Suchmaschine aus Firefox zu verdrängen, zumindest in der US-Version des Browsers. Firefox liefert den Suchdiensten jede Menge Traffic. Da spielt es eine Rolle, welche Suchmaschine voreingestellt ist.

Und noch etwas ändert sich gerade: Videos werden immer beliebter. Was eigentlich gut für Googles Videoportal Youtube sein sollte, stärkt aber auch die Konkurrenz. Allein auf Facebook werden täglich eine Milliarde(!) Videos angeschaut. Doppelt so viele wie vor einem Jahr. Facebook will das ausbauen: Gerade erst hat Facebook den Video-Optimierer QuickFire Networks gekauft. QuickFire beherrscht die Kunst, bei geringer Bandbreite WWW: Videos in möglichst optimaler Qualität zu präsentieren. Außerdem lassen sich damit Reklamespots verteilen, ohne dass das Angebot zu langsam wird.

Twitter Counter; Rechte: dpa/Picture Alliance
Twitter holt auf: Mehr Nutzer, mehr Videos


Twitter setzt ebenfalls auf Videos
Auch Twitter will sich verstärkt um Videos kümmern. Offensichtlich bereitet Twitter eine eigene Videoplattform vor. Hier sollen Youtube-Videos keine Rolle spielen. Die User sollen ihre Videos im neuen Portal hoch laden können und dann per Twitter verteilen. Im Portal sollen die Videos dann zentral verfügbar sein. Anders als die Vine-Videos, die maximal acht Sekunden lang sein dürfen, sollen die neuen Videos bis zu 10 Minuten Länge haben. Wenn das Projekt startet, dürfte das eine Menge Aufmerksamkeit von Youtube abziehen.

Die aktuellen Entwicklungen werden Google nicht gleich unter Druck setzen, beenden aber definitiv eine Hochflugphase des mächtigen Konzerns. Mit etwas Verzögerung könnten die Veränderungen auch hier in Deutschland Auswirkungen haben. Hier ist Google mit über 90% Marktanteil zwar noch unangefochtener Marktführer. Doch wenn Unternehmen in den USA mit Alternativen erfolgreich sind und sie nach Europa holen, könnten sie auch hier funktionieren. Mehr Wettbewerb ist immer gut - jedenfalls für uns User.

Twitter und Facebook interessieren mich nicht, Yahoo ist mir zu bunt.

Der Alte am 9.01.15 19:26

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Freitag, 09.01.2015

Digitaler Schatten - wer trackt mich?

Tracking ist eins der umstrittensten Themen im Netz - und die Diskussion wird gerade durch die neuen Datenschutzbestimmungen bei Facebook noch einmal befeuert. Das Problem daran ist vor allem, dass nicht transparent genug ist, welche Unternehmen uns auf welchen Websites mit welcher Absicht tracken. Ein Tool, das Transparenz schafft, ist WWW: Trackography: eine Weltkarte voller Trackingverbindungen.

Trackography; Rechte: Trackography
Beim Aufruf von BILD.de, FOCUS ONLINE und stern.de kommen laut Trackography ganze 139 "unbeabsichtigte Verbindungen" zustande.

Hinter Trackography steckt das WWW: Tactical Technology Collective, das sich weltweit für Digitalkompetenz engagiert - und ich hoffe, dass die Gruppe auch noch weiter an Trackography arbeitet. Das Tool befindet sich noch in der Betaphase, was bedeutet, dass ihr nur bestimmte deutschsprachige Websites auf ihre Trackingverbindungen testen könnt - aber selbst das macht ja schon etwas sensibler.

Habe ich einen 'digitalen Schatten' ... !???

Nein!

Weil ich nicht Fratzebook und Zwitscher-Line über - gemäß Herrn 'De Misere' als 'SNA' bezeichnete - Beobachtungsmaschine in der amerikanischen Wüste - ja, ja Wasser ist schon wichtig - nutze !!!

Warum wird man/frau mit der Informations-Steuer eigentlich dauernd aufgefordert, diese Daten-Kraken zu nutzen ...

Für 'Mutti' ist dies alles aber 'Neu-Land' !!!

Die digitalen Ratten sind auch schon vom Kolumbus-Schiff gegangen!

S11=60 am 9.01.15 15:43

@S11=60: Mhm. Wo konkret fordere ich denn auf, einen Datenkraken zu nutzen? Und wo genau geht es in diesem Blogartikel direkt um Facebook und Twitter? Da verfehlt der Kommentar leider das Thema.

Dennis Horn am 9.01.15 22:10

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Mittwoch, 07.01.2015

Alles vernetzt: Mein Auto, mein Haus, mein Körper

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, dass plötzlich Autohersteller wie Mercedes-Benz, Audi oder BMW genannt werden, wenn von einer der größten Elektronikmessen der Welt die Rede ist. Doch das ist der Lauf der Dinge: Branchen verändern sich. Die Blog: Autobranche kuschelt mit der IT-Branche - und umgekehrt.

Doch Hightech im Wagen, vernetzte Fahrzeuge und selbstfahrende Autos sind keineswegs die einzigen Neuheiten und Trends auf der Messe, auch wenn man gelegentlich den Eindruck bekommen könnte. Denn die Autohersteller wissen, wie man sich in Szene setzt - und bekommen eine Menge vom Rampenlicht in Las Vegas ab.

Studie selbstfahrendes Auto; Rechte: dpa/Picture Alliance
Will man da einsteigen? Nein, lieber erst mal nur hinschauen


Smart-Home: Der schlaue Haushalt für alle
Wer die WWW: CES in Las Vegas besucht, bekommt einen Eindruck davon, wie sich das Zuhause womöglich verändert. Smart-Home ist das Stichwort. Immer mehr Geräte werden mit dem Internet verbunden (Blog: Internet der Dinge) - und die kommunizieren miteinander. Der Raumtermostat ermittelt die Raumtemperatur und funkt sie zur Zentrale. Betritt jemand einen Raum, wird das Licht angepasst und die Temperatur justiert. Schönes Beispiel für diesen Trend: Der niederländische Hersteller Philips hat seine Blog: Hue-Linie erweitert: Philips bietet nun auch Tür-, Fenster-, Bewegungs- und Feuchtigkeitssensoren an. Die lassen sich koppeln - und können das Licht regulieren.

Aber auch die immer beliebter werdenden Fitness-Bänder der Bewohner können zum Beispiel verraten, wie viele Menschen sich in einem Raum befinden. Der Video on Demand Dienst reagiert entsprechend: Sitze ich alleine vor dem Fernseher, werden andere Filme vorgeschlagen als wenn die ganze Familie zusammensitzt. Selbst ob man steht oder liegt kann so ein Tracker feststellen - und das Smart-Home darauf reagieren. Liegend gibt es eine andere Beleuchtung als stehend. Klingt faszinierend, aber auch ein bisschen spooky. Denn wer möchte schon, dass jede Bewegung und Regung registriert und auch relevant ist? Im Zweifel wohl weniger, als die Industrie sich das vorstellt. Trotzdem sind Wearables, also tragbare Minirechner wie Smartwatches, auf der CES ein riesiges Thema.

Selfie-Drohne Zano; Rechte: Zano
Zano: Dieses Mini-Drohne sorgt für aufregende Selfies


Wearables und Drohnen
Fitness-Tracker und Smartwatches werden uns dieses Jahr öfter beschäftigen. Doch so richtig losgehen wird es wohl erst, wenn Apple endlich seine Apple Watch in den Markt einführt. Dann wird sich entscheiden, ob die Smartwatch von Apple was taugt - oder ob die anderen besser sind. Bis dahin kommt der Markt nicht so richtig in Bewegung. Und da weder Apple, noch Microsoft auf der CES vertreten sind, kann man sich in dieser Hinsicht auf der CES auch nicht wirklich schlauer machen.

Auch Drohnen sind ein riesiges Thema auf der CES. Manche davon sind winzig klein, kleiner als eine Streichholzschachtel, und lassen sich dennoch per App steuern. Andere sind größer und schlauer. Marktführer Parrot hat gerade eine Add-On für seinen Quadrokopter vorgestellt, der nicht nur die Videodaten der eingebauten Kamera aufzeichnet, sondern auch die GPS-Daten. So lassen sich Flugrouten exakt nachvollziehen. Selbst für Selfie-Fans gibt es mittlerweile eine eigene Drohne: Die WWW: Zano ist eine winzige Kameradrohne, die sich durch Kippen des Smartphones steuern lässt und Selfie-Aufnahmen aus ungewöhnlichen Perspektiven machen soll. Auf Wunsch verfolgt einen die Drohne ("Follow me"-Funktion) in stets gleichbleibendem Abstand. Rund 188 Euro soll die Drohne kosten.

Sehr interessant!

Martin Weber am 7.01.15 15:25

Hacker und Einbrecher wird's freuen.

antonia am 7.01.15 17:44

Die beste Automatik ist die, die sich abstellen laesst. In meinem Buero geht auch immer das Licht an, wenn ich den Raum betrete. Auch im Sommer, wenn die Sonne durchs Fenster knallt und ich die Jalousien zuziehen muss, damit ich den Monitor sehen kann. Keine Moeglichkeit, es mal dunkel zu haben z.B. fuer eine Praesentation mit Videobeamer. Was soll daran nun so toll sein ?

Genauso weltfremd wie der sprichwoertliche Kuehlschrank mit Internetschnittstelle, der immer automatisch Buttermilch nachbestellt,auch wenn man keine Buttermilch mag.

Selbstfahrende Autos - schon seit Jahrzehnten immer wieder angekuendigt. Ein benzinsparendes Auto, das modular aufgebaut ist, sodass es zwischen Pendlerfahrzeug und Urlaubsmobil modifiziert werden kann und das sich auch noch reparieren laesst, das waere doch mal was - und eine willkommene Ablenkung von all diesem elektronischen Schnickschnack.

Inglaterra am 7.01.15 21:18

Gabs nicht diese Edelkarossen die komplett ausfielen wenn sie unter Strassenbahnoberleitungen herfuhren-weil die komplexe Bordelektronik darauf "reagierte".

Martin Däniken am 8.01.15 15:17

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