Dienstag, 22.01.2013

Nur nicht verzetteln

Er spricht mit mir. Ich spreche mit ihm. Er speichert alles, was ich schreibe und sage und synchronisiert meine Notizen mit einem Programm, sobald WLAN verfügbar ist. So kann ich die letzte Krackelei auf Papier mit dem Handy, Tablet oder PC öffnen.

Smartpen; Rechte: WDR

Ich sitze am Küchentisch und schreibe meinen Einkaufszettel. Mit einem digitalen Kugelschreiber namens Smartpen. Er sieht aus wie ein normaler Kugelschreiber, WWW: kann aber mehr.
Er hat ein kleines Display, eine eingebaute Kamera, ein Mini-Mikro und Lautsprecher. Dazu einen USB-Anschluss zum Aufladen und Daten-Übertragen. Außerdem ist er WLAN-fähig. Kosten: ab 190 Euro je nach Speichergröße. Alles was ich zum Digitalisieren meiner Notizen brauche ist spezielles Papier. Punktpapier. Also ein Blatt mit einem winzigen Netz aus Mikropunkten, die ein Raster bilden. So kann der Stift sich wie per GPS auf einer Landkarte in Din-A5-Größe orientieren.

Punktpapier; Rechte: WDR

Das Punktpapier kann man kaufen - 100 Seiten für rund 25 Euro - oder mit einem Farblaserdrucker gratis selbst drucken. Ich drucke das Papier testweise mit meinem Tintenstrahldrucker. Damit funktioniert der Stift zwar. Aber nur schlecht. Das Punktpapier einscannen und ausdrucken funktioniert gar nicht. Und ein weißes Blatt Papier oder ein Post-It auch nicht.

Ich schreibe also auf das Originalpapier, was ich brauche: Brot, Milch, Äpfel, Kaffee, Wasser. Wenige Minuten später kann ich meine Notiz auf dem Computer, dem Tablet oder dem Handy öffnen. Voraussetzung: Ich habe Evernote, ein kostenloses digitales Notizprogramm, auf den Geräten installiert und einen gültigen Account. Der Stift digitalisiert meine Handschrift dann innerhalb weniger Minuten mit dem Programm. Wie funktioniert das? Ganz einfach: Hinter der Kugelschreiber-Mine ist eine kleine Infrarotkamera eingebaut.

Infrarotkamera; Rechte: WDR

Sie liest, was ich notiere - auch wenn ich in einem stockdunklen Raum stehe - und synchronisiert die komplette Seite als pdf-Dokument. Der Hersteller nennt das "Pencast". Den Link dazu kann ich auch an Nicht-Smartpen-Nutzer schicken. Mit dem gängigen Acrobat-Reader lässt sich die Notiz dann von überall öffnen.

einkaufsliste; Rechte: WDR
WWW: Digitale Einkaufsliste (Wird nur von Chrome und Safari unterstützt)

Am Rechner kann ich die Pencasts dann mit Schlagwörtern versehen, um sie hinterher schneller wiederzufinden. Und ich kann meine digitalisierte Handschrift nach Stichwörtern durchsuchen. Das funktioniert aber nicht einwandfrei. Druckbuchstabenwie bei "WDR" und Zahlen erkennt das Programm ganz gut. Das Wort „Kugelschreiber" findet es dafür nicht. Und auch nicht das Wort „Sauklaue". Hier ist also stets Schönschrift gefragt.

Sauklaue; Rechte: WDR
WWW: Sauklaue mag er nicht (Wird nur von Chrome und Safari unterstützt)

Alternative: Ich schreibe nur ein Stichwort auf oder male etwas auf das Papier und nehme dazu mit dem integrierten Mikrofon im Stift ein paar Sätze auf. Dafür gibt es auf dem Punktpapier einige spezielle Steuerungssysmbole, so wie kleine Tasten auf einem Touchdisplay.

Record-Symbol; Rechte: WDR

Ich klicke also auf „record", fange dann an, einen Einkaufswagen zu zeichnen und spreche während dessen meine Einkaufsliste ein: Brot, Milch, Äpfel, Kaffee, Wasser. Dann drücke ich mit dem Stift auf das Stop-Symbol. Und wenn ich jetzt mit dem Stift eine beliebige Stelle des gemalten Einkaufswagens berühre, spielt der Kuli meine Aufnahme ab: Brot, Milch, Äpfel, Kaffee, Wasser. Zusätzlich wird mein Einkaufswagen, der grün markiert ist, virtuell nachgezeichnet. So kann ich mein Dokument zum Leben erwecken und für jeden nachvollziehbar machen. Allerdings funktioniert das nur mit dem Chrome- oder Safari-Browser. Firefox wird derzeit nicht unterstützt.

Nur nicht verzetteln
Ich kann meinen Einkaufszettel also ab sofort zu Hause vergessen. Ich rufe ihn einfach als Notiz oder Audio auf dem Handy im Supermarkt auf. Soll mein Freund für mich einkaufen, kann ich ihm die Notiz auch schicken. Das geht allerdings nur, wenn der Einkaufszettel bereits mit dem Programm synchronisiert ist. Direkt vom Stift aus ist das Teilen per Mail, Facebook oder Twitter trotz der vorhandenen Steuerungssymbole auf Punktpapier noch nicht möglich.

Symbolsticker; Rechte: WDR

Genauso wenig wie eine weitere, spannende Funktion. Nämlich meine handgeschriebenen Notizen mit einem anderen WWW: Programm in digitalen Text umzuwandeln. Das Programm habe ich runtergeladen, allerdings lassen sich meine Notizen nicht öffnen. Also rufe ich beim Support an und erfahre, dass diese Funktion nur bei den Vorgängermodellen des Stifts möglich war. Die neue, kabellose Version unterstützt das Programm nicht. Meinen Einkaufszettel also nachträglich digital zu ergänzen, Mitschriften aus einer Vorlesung zu bearbeiten, Wörter zu unterstreichen oder einzufügen klappt nicht. Leider.

Mein Fazit
Die Idee, Notizen kabellos zu digitalisieren, finde ich gut. Ich kann die Pencasts verschicken oder als eine Art Film in Präsentationen einbauen. Lästige Zettelhaufen, schlecht eingescannte Dateien und nerviges Abtippen sind Vergangenheit. Allerdings kann man die Dokumente nicht ins Querformat drehen. Und das Teilen mit Freunden klappt nur per Programm. Das größte Manko ist jedoch, dass eine Umwandlung der Handschrift in Word-Dokumente zum Bearbeiten nicht mehr möglich ist. Und dass Zeichnungen so nicht digital nachbearbeitet, vergrößert, ausgebessert oder eingefärbt werden können.

Querformat; Rechte: WDR
WWW: Querformat geht nicht (Wird nur von Chrome und Safari unterstützt)

190 Euro sind für den Kugelschreiber also sehr teuer. Je nach Einsatzgebiet sollte man also deshalb zumindest auch ähnliche, zum Teil günstigere WWW: Stifte anderer Anbieter ausprobieren. Die arbeiten teilweise mit Bluetooth oder Sensorchips, bieten aber dafür selten WLAN oder Aufnahmemöglichkeiten. Wird der Stift weiterentwickelt, kann er den Alltag und die Kommunikation sicher erleichtern. Bis dahin bleibe ich sicherheitshalber bei meinen kunstvollen Krackeleien.

Notizzettel; Rechte: WDR

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet - aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - jede Woche hier im Blog und donnerstags in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio.

Audio: Audio: Nur nicht verzetteln

Klasse erklärt. War bestimmt nicht einfach, so ein kompliziertes Gadget in einem Blogpost zu verklickern. Doof finde ich, dass eine Umwandlung der Handschrift in Word-Dokumente nicht möglich ist. Habe ich das richtig verstanden: Bei den Vorgängermodellen war diese Funktion noch da? Ich glaube, sowas nennt man "verschlimmbessern". Man müsste eigentlich meinen, so ein Mini-Scanner hätte auch noch in den Bauchladen dieses Wunderstifts gepasst. Schade. Und was den Blog betrifft: Weiter so mit innovativen Themen wie diesen, Frau Horn! Freu mich schon auf den nächsten Post.

Sven B. am 24.01.13 3:48

Interessante Idee mit dem Stift! Wuerde mich nur ueber eine Weiterentwicklung freuen die ohne Papier arbeitet, man koennte ja z.B. einfach so auf die Tischplatte 'schreiben' (natuerlich ohne Tinte) und der Stift speichert es direkt digital.
Ich habe neulich ein papierloses Einkaufszettel-System bei mir begonnen: Tippe den Einkaufszettel am Rechner, per icloud ist er dann auf meinem Telefon, was ich im Laden um die Ecke dann dabeihabe und meine Liste dann da sehe... klappt auch ;-)

Chris26 am 24.01.13 8:16

190 Euro plus Spezialpapier für diese - wenn auch praktische - Spielerei? Da schreib ich mir doch lieber meinen Einkaufszettel wie gewohnt zuhause auf Papier und fotografiere ihn mit dem Handy ab. Dann kann ich den fotografierten Zettel auch einfach per WhatsApp oder ähnlichem an meinen Mann versenden. Oder habe ich da was übersehen?
;-)

juanna am 24.01.13 10:50

Dateien im Computer haben einen Nachteil. Man schaut auf die Daten wie durch ein Guckloch. Man sieht nur einen Text oder gar nur einen Ausschnitt. Ich habe mir etliche WordPad-Dateien angelegt für solche Notizen. Auch ein altes MS-Works verwende ich gerne. Diese einfachen Programme starten nahezu ohne Verzögerung. Aber inzwischen sind es viele Dateien mit vielen Einträgen.

Da ist die Zettelsammlung mit Magneten irgendwie übersichtlicher. Die Zettelpopulation ist längst über den Kühlschrank hinaus gewuchert. Ich brauche unbedingt Nachschub an Magneten. Wenn das alles im Computer wäre, das sähe schon schick aus. Aber ich würde gar nichts mehr finden.

Computer-Texte verwende ich, wenn ich etwas aufheben will, Protokolle von Reparaturen, Link-Sammlungen, Notizen zu Geräten, Hinweise zu Versuchen, Notizen zu Hardware oder Software. Sonst nehme ich die altmodischen Papierzettel. Leider erledigen sich die Zettel meistens nicht von selbst. Auch ein Computer nützt da nichts.

Bertram in Mainz am 24.01.13 23:48

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Samstag, 19.01.2013

Kim Dotcom startet neues Mega-Projekt

Eins muss man Kim Schmitz alias Kim Dotcom ja wirklich lassen: Der Mann ist ein absolutes Stehaufmännchen. Es kann passieren was will - Kim lässt sich nicht klein kriegen, macht stets unbeirrt weiter. Als vor genau einem Jahr sein Onlineportal Megaupload geschlossen und er zusammen mit seiner Führungsmannschaft in Haft genommen wurde, hat es nicht lange gedauert, bis er sich wieder zu Wort gemeldet hat. Im Augenblick WWW: twittert er, was das Zeug hält. Vor allem die Musikindustrie kriegt ihr Fett weg, aber auch die Filmbranche sowie grundsätzlich alle, die wollen, dass Urheberrechte eingehalten werden.

Weil sich Schmitz für ein freies Internet einsetzt, ein Internet, in dem man alles frei kopieren und tauschen kann, hat der in Neuseeland lebende Deutsche durchaus eine Menge Sympathisanten. Sein Onlineportal Megaupload war vor allem deswegen so beliebt, weil komfortabel und kostenlos Daten jeder Art ausgetauscht werden konnten, vor allem Musik, Filme und andere begehrte Inhalte. Deshalb war Megaupload aber auch vielen ein Dorn im Auge. Entsprechend vehement und konsequent wurde gegen Megaupload und Schmitz vorgegangen.

kimdotcom.jpg
Kim Schmitz alias Dotcom: Ein Schwergewicht im Filesharing-Business


Neues Megaupload soll Daten verschleiern
Jetzt will Kim Dotcom wieder loslegen. Am Sonntag (20.01.2013) soll sein neuer Filesharing-Dienst an den Start gehen. Ein Tauschportal mit neuem Konzept, deutlich besser abgesichert als in der Vergangenheit. Der Grundgedanke bleibt: Jeder soll die Möglichkeit haben, Daten einfach, komfortabel und kostenlos hochzuladen und weiterzugeben. Zum Beispiel eigene Dateien. Allerdings werden solche Portale erfahrungsgemäß auch intensiv dazu genutzt, urheberrechtlich geschütztes Material auszutauschen - vor allem Musik. Die neue Plattform soll besser abgeschottet werden: Allen Nutzern, die künftig Daten im neuen Portal hochladen, verspricht Kim Dotcom eine Verschlüsselung auf "militärischem Niveau".

Das Ziel ist klar: Die Verschlüsselung soll vor allem Behörden das Leben schwer machen. Wer nicht über den passenden Schlüssel verfügt, kann mit den Daten auf den Mega-Servern nichts anfangen, nicht mal Kim Dotcom selbst, wie er gerne immer wieder betont. Ein beschlagnahmter Server ist deswegen nahezu nutzlos, zumindest wenn es darum gehen soll, Beweise zu sichern. Das Ganze soll legal und rechtlich abgesichert sein. Dotcom habe dazu eine "Armee von IT-Anwälten" angeheuert. Mag sein, allerdings kann sich die Gegenseite auch eine Armee von Anwälten leisten - das allein wird also nicht viel helfen.


Selbst viele Musiker und Künstler haben Megaupload unterstützt


50 GByte Cloud-Speicher kostenlos
Auch aus Sicht der User klingt alles wunderbar: Jeder User soll 50 GByte Speicherplatz in der Cloud erhalten, vollkommen kostenlos. Es gibt keine Beschränkung beim Upload und Download. Von Werbung, Reklame oder Tempobremsen ist derzeit keine Rede. Finanziert werden soll das Projekt offensichtlich mit Premiumdiensten: Wer mehr Speicherplatz will, soll dafür bezahlen. Zu Preisen von 10 bis 30 US-Dollar im Monat bekommt man von 50 GByte und bis zu 4 TByte Cloud-Speicher geboten. Traffic inklusive. Das wäre ausgesprochen günstig. Ich bin deshalb sicher, dass viele das Angebot annehmen werden.

Allerdings sollte man sich über einen Punkt im Klaren sein: Niemand kann wissen, wie lange das neue Onlineangebot am Netz ist. Auch das gelaunchte Megaupload wird die Musik- und Filmbranche erzürnen. Es darf als sicher gelten, dass gleich nach dem Startschuss nach geeigneten Gegenmaßnahmen gesucht wird. Daten, die man dringend benötigt, sollten hier deshalb nicht abgelegt werden. Denn es droht jederzeit eine Abschaltung der Dotcom-Serverparks.

Update: Mittlerweile ist der Cloud-Dienst WWW: Mega an den Start gegangen. Wie vorab gemunkelt, stehen jedem User 50 GB kostenloser Onlinespeicher zur Verfügung. Allerdings sehen die WWW: Nutzungsbedingungen anders aus als bisher: Kim Schmitz Firma speichert "Kommunikations-Logs, Verkehrsdaten, Website-Benutzung und andere Informationen, die wir benötigen, um die Dienste bereitzustellen". Auch das Thema Werbung wird angesprochen: Um passende Anzeigen präsentieren zu können, werden Informationen erhoben und gespeichert. Zu dem laut angekündigten "freien Internet" passt das jedenfalls nicht. Viele stören sich an dem Passus, auch "jede persönliche Information in hochgeladenen Daten" werde von Mega gespeichert. Nur: Was soll das genau bedeuten? Angeblich werden die Daten vor dem Speichern verschlüsselt - ein Speichern solcher Informationen sollte daher nicht möglich sein.

Allerdings werden solche Portale erfahrungsgemäß auch intensiv dazu genutzt, urheberrechtlich geschütztes Material auszutauschen....nicht nur auch, sondern vorwiegend. Software, Musik, Filme, Hörbücher....Der Urheber soll umsonst arbeiten und produzieren. Das hat nichts mit freiem Internet zu tun. Geiz ist eben geil. Diese " im Netz ist alles kostenlos Menthaliät " ist zum erbrechen.

grauer Wolf am 21.01.13 7:46

Wenn es "Herrn Schmitz" wirklich um ein freies Internet ginge, könnte ich dem ganzen ja noch ein paar Sympathie-punkte abgewinnen. Doch Herr Schmitz betreibt jedes seiner Portale einzig und allein um mit dem (geistigen) Eigentum Anderer Millionen zu scheffeln. Und das ist nur eines: Diebstahl.
Freie Meinung im Netz und Zugang für alle? - JA, UNBEDINGT!
Aber alles fuer lau? Nein Danke...

Es Koelner am 21.01.13 8:38

Ja, es ist zum Erbrechen.
Eine Geiz ist Geil Gesellschaft die von einem Makler, von jemandem der nichts eigenes geschaffen hat, gefüttert wird.
Ein Werteverfall.

Riggermoos am 21.01.13 12:20

gibt es echt nichts interessanteres im netz grade?
der typ ist in etwa so lahm wie die dings "aus marzahn"...

ktn am 21.01.13 23:41

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Freitag, 18.01.2013

LinkLounge 13/03: Entschleunigung und Verfolgungsjagd

Nach langer Zeit und diversen Urlauben, steuert heute noch mal die komplette Digitalistan-Besatzung ihre Links zur LinkLounge bei.

Blog: David Ohrndorf

Ich bin gerade von einer längeren Reise durch Asien zurückgekommen. Mein größtes Problem seit der Rückkehr ist aber nicht der viel gefürchtete Jetlag, sondern die Geschwindigkeit. Alles geht hier so schnell - vielleicht bin ich auch plötzlich sehr langsam? Meinen Text hier einzugeben, dauert gefühlt mindestens doppelt so lange, wie vor der Reise. Die Lösung habe ich aber auch schon gefunden. Ich brauche so was hier, einen Entschleunigerhelm. Dann wirkt meine Umgebung nicht mehr so wahnsinnig flott. Wie das funktionieren könnte, zeigt das Video.

Blog: Dennis Horn

Prokrastinieren. Mein großes Hobby. Die Dinge einfach mal auf morgen schieben, um sie von dort dann besser auf übermorgen schieben zu können. Leider lässt mir der Job so selten Zeit dazu. Diese Woche aber bin ich auf eine Website gestoßen, die mich endlich alles Wichtige hat vergessen lassen: WWW: Form Follows Function. Der New Yorker Entwickler Jongmin Kim eine Reihe von "interaktiven Erfahrungen" zusammengestellt, alle programmiert in feinstem HTML, für den großen Computer und fürs Tablet. Welcher Sinn auch immer dahinter steckt - die Seite macht einfach riesigen Spaß.

Spannend außerdem: WWW: die Suche nach dem Rezept fürs perfekte Mem. Die Kollegen bei DRadio Wissen haben sich vom Internet-Publizisten Christian Heller erklären lassen, was zum Beispiel WWW: die Grumpy Cat hat, was andere Katzen nicht haben - und dass "unser gemeinsamer Wissenszusammenhang und Affekte wie Witzigkeit, Ekel oder Schockeffekte" über den Erfolg von Memen entscheiden.

Ach, und mein Video der Woche: WWW: eine Verfolgungsjagd in Inglewood bei Los Angeles. Sie wurde live im Fernsehen übertragen - und ein Zuschauer saß dabei angeblich wirklich in der ersten Reihe. Einige Nutzer WWW: halten das Video für einen Fake. Sollte es das nicht sein: wow!

Blog: Stefan Domke

Auch wenn ich schon öfters auf Flüssen und Seen gepaddelt habe, käme ich nie auf die Idee, mich in einem Kajak sitzend einen Wasserfall herabzustürzen. Anderen dabei zuzugucken, noch dazu, wenn ihre Sprünge in Zeitlupe aufgenommen wurden, ist hingegen ein wahrer Augenschmaus. Daher empfehle ich: Spritzwasserschutz anlegen, sich gedanklich in den mexikanischen Dschungel beamen und folgendes Video starten:


Von der Zeitlupe zur Superzeitlupe: Silvester ist zwar schon länger vorbei, aber die "Slow Mo Guys", die es mit ihren Zeitlupenbildern WWW: mit einer gigantischen Wasserbombe auf über 28 Millionen Klicks brachten, haben vor wenigen Tagen ihr neustes Slowmo-Experiment veröffentlicht. Dieses Mal im Mittelpunkt: WWW: Feuerwerksraketen und eimerweise Farben.

Meine letzte Linkempfehlung ist als Appell für all diejenigen zu verstehen, denen seit Jahren eine verrückt klingende Idee im Kopf rumspukt. Traut Euch, sie in die Tat umzusetzen! Jason Shron aus Kanada hat es getan. Schon als Zwölfjähriger bat er eine Eisenbahngesellschaft (ohne Erfolg) um die Überlassung eines Original-Zugabteil-Sessels. Seine Begeisterung für Züge ließ auch im Erwachsenenalter nicht nach und irgendwann beschloss er: Ich will einen kompletten Eisenbahnwaggon im Originalmaßstab in den Keller meines Hauses einbauen. Mehr als vier Jahre später war er nach über 2.500 Arbeitsstunden am Ziel:


Blog: Insa Moog

Ich muss zugeben, der pädagogische oder erzieherische Gedanke dahinter erschließt sich mir nicht. Warum knüpfen Eltern - oder präziser: Väter - die Entscheidung, ob ein Haustier in die Familie kommt, an die Anzahl von Facebook-Likes. Likes anderer User, die Kinder in ihrem Anliegen, einen Welpen oder eine Katze zu bekommen, unterstützen. Im November 2012 veröffentlichte Marisa Papile Urbano ein WWW: Foto ihrer Kinder, in dem die via selbst gemaltem Schild um 1.000 Likes bitten. Dann, WWW: so habe ihr Papa versprochen, bekämen sie eine Katze. Dank über 100.000 Shares waren so innerhalb kürzester Zeit über 130.000 Likes gewonnen. WWW: Bilder , der später adoptierten Katze reichte Marisa Papile Urbano dann auch nach. In der letzten Woche gab es nun wieder so einen Fall, Zielobjekt diesmal: ein Hund, Challenge: 1 Million Likes. Auch hier verlor der Vater die Wette gegen seine Kinder. Über die Seite "WWW: Twogirlsandapuppy" ließen sich schnell genug Fans der Aktion mobilisieren. Was, im Ernst, was würde die Supernanny dazu sagen? Oder jemand vom Tierschutz - oder Alice Schwarzer? Immerhin: die erspielten Tiere sollen aus Tierheimen kommen, haben die jeweils beteiligten Mütter über Facebook vermeldet.

Bevor ich hier nun ganz spaßbefreit ende: Mein Video der Woche. Erinnert sich noch jemand an den "WWW: Prinz von Bel-Air" (Originaltitel: The Fresh Prince of Bel-Air) aka den jungen Will Smith? Und an den Titelsong? Was mit den Lyrics passiert, wenn man sie von Englisch in Mandarin und wieder zurück übersetzt, ist hier zu sehen:

Blog: Jörg Schieb

Wer sagt eigentlich, dass man einen Computer nur mit Maus und Tastatur bedienen kann? Richtig: Touchscreen geht auch - aber das meine ich gar nicht. Wie wär's mit einer Gestensteuerung à la Minority Report? Auch das kommt auf uns zu, denn WWW: Leap Motion bietet Sets bestehend aus Hard- und Software an. Damit lässt sich jeder PC mit WWW: Gesten steuern, durch Fuchteln vor dem Bildschirm. Da gibt es durchaus nützliche Anwendungsgebiete. Nur 70 Dollar kostet der Spaß.

Mein Videotipp für diese Woche ist was für alle, die im wahrsten Sinne des Wortes verspielt sind - und den Animationsfilm "Toy Story" nicht nur kennen, sondern vielleicht sogar mögen. Denn jetzt hat sich jemand die Mühe gemacht und den kompletten(!) Animationsfilm nachgedreht - und zwar mit WWW: echtem Spielzeug. Das ist eine wirklich mal hübsche Idee, das Zusehen macht Spaß. Wer alles gucken will, braucht aber eine Stunde und 20 Minuten, denn der Film ist wirklich 1:1 nachgedreht worden. Ein kleines Juwel.

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