Donnerstag, 15.01.2015

Peerio will Verschlüsseln einfacher machen

Die Schnüffeleien der NSA sind nicht ohne Folgen geblieben. Die großen Onlinedienste verschlüsseln ihre Datenleitungen zunehmend - und es gibt auffallend viele neue Produkte und Onlinedienste, die das Internet sicherer machen wollen, etwa durch Verschlüsselung. Es ist immer eine gute Idee, seine Daten und Nachrichten zu verschlüsseln. Nur leider ist es mühsam und in der Praxis auch nicht wirklich einfach. Das versucht WWW: Peerio zu ändern. Ein Dienst, der das Verschlüsseln von Daten und Nachrichten wirklich einfach und bequem macht und auch sonst überzeugen kann.

Die eigenen Daten sicher verrammelt; Rechte: Peerio
Die eigenen Daten sicher verrammelt


Passphrase statt Passwort
Peerio setzt auf konsequente Verschlüsselung. Verschickte Daten werden bereits im eigenen Rechner verschlüsselt und auch verschlüsselt zum Empfänger transportiert. Ohne Umwege, die Daten gehen direkt vom Absender zum Empfänger. Es sind keine Server zwischengeschaltet. Beim Empfänger werden die Daten wieder entschlüsselt. Ein Abgreifen der Daten auf dem Transportweg wäre sinnlos, denn ohne Schlüssel lassen sich die Daten nicht entziffern. Die Schlüssel wiederum werden nicht bei Peerio gespeichert, sondern nur auf dem Gerät des Absenders.

Dort auch nur indirekt, denn der Schlüssel wird durch einen Passphrase erzeugt. Ein Satz, bestehend aus mehreren Wörtern (etwa: "Meine Oma backt den besten Käsekuchen"). Diesen Passphrase muss man sich merken. Vergisst man den Passphrase, hat man selbst keinen Schlüssel (der lässt sich nicht etwa speichern) - und die Daten sind futsch. Wertlos. Niemand kann sie lesen. Das ist der Preis, den man für die Sicherheit zahlt. Wenn auch der Betreiber die Schlüssel nicht kennt und speichert, gibt es kein Fallnetz. Man darf einfach nicht seinen Schlüssel verlieren.


Die Entwickler von Peerio erklären ihr Konzept


Auch Empfänger muss Peerio nutzen
Ein solches Konzept setzen auch Blog: Cloud-Dienste wie Spideroak ein. Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied. Spideroak speichert die Daten verschlüsselt auf Servern. Peerio geht anders vor: Peerio verbindet die User miteinander. Möchte ich eine verschlüsselte Nachricht verschicken, muss der Empfänger ebenfalls Peerio einsetzen. Sonst klappt es mit der Entschlüsselung nicht.

Das ist beim Verschlüsseln von Nachrichten immer so. Peerio gelingt es aber, das Handling denkbar einfach und komfortabel hinzubekommen. Niemand muss sich um Schlüssel oder Verschlüsselung Gedanken macht. Erledigt alles die Software. Klasse Idee: Entscheide ich als Absender einer Nachricht, dass ich sie zurückziehen möchte, kann ich das - jederzeit. Die Nachricht wird wieder gelöscht. Auch im Posteingang der Empfänger. Oder auch nur der Anhang, wenn ich das möchte.

1 GByte Speicherplatz bekommt jeder Nutzer kostenlos, etwa für Dateien und Nachrichten. Später wird es auch mehr geben - gegen Bezahlung. Peerio ist gerade erst gestatet. Und das bringt Nachteile mit sich: Denn nutzen lässt es sich zum Versenden von Nachrichten und Dateien nur, wenn auch mein Gegenüber Peerio benutzt. Da muss man also Überzeugungsarbeit leisten. Aber das könnte gelingen, denn Peerio ist die bislang beste Lösung, die ich gesehen habe. Die Client-Software gibt es derzeit für Windows und Mac. Linux wird noch nicht unterstützt, auch die Mobilwelten noch nicht. Soll aber kommen. Oder man verwendet die komfortable Erweiterung für Google Chrome.

Lustig,die ebenfalls von Kobeissi entwickelte Chat-App Cryptocat wurde in der Vergangenheit geknackt.Schon da hat er gezeigt das er von so etwas nichts versteht!

Wie immer am 16.01.15 0:58

Lustig,die ebenfalls von Kobeissi entwickelte Chat-App Cryptocat wurde in der Vergangenheit geknackt.Schon da hat er gezeigt das er von so etwas nichts versteht!

Wie immer am 16.01.15 3:03

100 Bit Entropie (laut HackerNews) scheinen ja vorerst recht sicher zu sein. Wenn die Verschlüsselung aber nur vom Passwort abhängt, wie teilt man das Passwort sicher? Bei PGP speichere ich mein Passwort im idealfall als Klartext in meinem Gehirn ab, bei Peerio muss ich es wohl irgendwie mit meinem Gegenüber teilen.

Außerdem, wie stark sind die erzeugten Schlüssel denn wirklich? Wenn sie jedes Mal durch die Passphrase neu erzeugt werden, anstelle sie irgendwo zu speichern, dann darf ja kein Zufallsgenerator am Werk sein. Sieht für mich mehr nach "security through obscurity" aus. Bin mal gespannt, ob der Quellcode veröffentlicht wird...

Mein Fazit nach kurzer Netzrecherche: Für den Hausgebrauch, und um Leute an Kryptographie zu gewöhnen, ganz brauchbar. Ob das eine gute Alternative zu PGP / OTR ist, wenn Betriebsgeheimnisse geschützt werden sollen, muss sich erst noch zeigen. Ich vermute eher nein.

Netzbürger am 16.01.15 13:00

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Mittwoch, 14.01.2015

Apple will GoPro-Clone bauen

Man sieht sie immer öfter, diese so genannten ActionCams. Sie sind auf Skihelme montiert, an Rädern angebracht, kleben an Bikes und Motorrädern oder thronen einfach auf dem Kopf. Wo Menschen Sport machen und sich bewegen, da werden immer Blog: häufiger Videos gedreht. Die GoPro ist die bekannteste und erfolgreichste Actioncam. Es gibt aber mittlerweile auch Modelle von Kodak, Sony und vielen anderen Herstellen. Möglicherweise auch schon bald von Apple. Denn Apple hat ein Patent für eine Actioncam mit Handgelenksfernbedienung erhalten.

Actioncams kommen überll zum Einsatz; Rechte: dpa/Picture Alliance
Actioncams kommen überll zum Einsatz


Apple interessiert sich für den Markt
Als bekannt wurde, dass Apple ein neues WWW: Patent 8,934,045 in den Händen hält, hat das den Aktienkurs von GoPro mächtig unter Druck gesetzt. Klar: Apple macht keine halben Sachen - und GoPro baut nichts anderes als Actioncams. Offensichtlich hat sich Apple einige Gedanken gemacht, wie die üblichen Probleme einer Actionkamera gelöst werden könnten, etwa das typische Vibrieren oder Wackeln der Kamera in der Bewegung. Oder die Frage nach der Blog: Bedienbarkeit - die Apple mit einer Fernbedienung lösen will.

Freilich: Bloß weil Apple ein Patent übernommen hat, bedeutet das noch lange nicht, dass ein Produkt auf den Markt kommt. Es bedeutet aber doch zumindest, dass Apple den Markt interessant findet und sich damit beschäftigt. Mehr als das: Dass sich Apple auf den Markt vorbereitet. Schließlich sind Patente teuer. Man kann also davon ausgehen, dass Apple darüber nachdenkt, in dieses Marktsegment einzusteigen. Mir erscheint das äußerst plausibel, denn zum einen setzt Apple dieses Jahr stark auf das Freizeit-Segment. Die für das erste Quartal erwartete Blog: Apple Watch wird als Sportgerät vermarktet. Zum anderen sieht Apple sicherlich einen gewissen Reiz darin, ein Gegenstück zu Google Glass anbieten zu können.


Was GoPro-Nutzer alles so drehen


Achtung, Kamera
Mich begeistern die Aufnahmen, die mit solchen Actionscams möglich sind. Die Bildqualität ist mittlerweile tadellos - und die Aufnahmen aus ungewöhnlicher Perspektive sind beeindruckend. Allerdings sehe ich auch ein Problem: Mittlerweile laufen derart viele Menschen mit GoPros auf dem Kopf herum, vor allem dort, wo Menschen Sport machen, dass es schon bedenklich ist. Denn woher weiß ich, dass sie GoPro auf dem Skihelm mich nicht gerade filmt? Möchte ich erkannt werden? Möchte ich, dass jemand sieht, wie ungeschickt ich mich auf Skier oder Snowboard anstelle?


Ob eine Actioncam gerade dreht oder nicht, lässt sich beim besten Willen nicht erkennen. Die anfängliche Euphorie bei Google Glass ist auch in Blog: Ablehnung umgeschlagen, als erst mal eine gewisse Dichte an diesen Geräten im Alltag zu sehen war. Wann ist die kritische Masse erreicht, um mal einen Begriff auf der Physik zu bemühen? Ich glaube dann, wenn uns so etwas im Alltag nicht nur gelegentlich, sondern ständig begegnet - und wir uns dadurch bedroht fühlen. Dieser Punkt ist meiner Meinung schon jetzt erreicht. Doch wenn Apple im großen Stil solche Kameras verkaufen sollte, dann ist er definitiv überschritten.

Jörg Schieb im Schnee; Rechte: WDR/Schieb
Jörg im Schnee

Das GoPro-Problem, daß fremde Leute ungewollt auf einem Film (oder einem Foto) zu sehen sind (und die das vielleicht garnicht möchten) stellt sich auch bei jeder anderen Aufnahme mit Videokamera, Handy oder Fotoapparat. Wenn ich zum Beispiel ein Urlaubsfoto oder -film von der Kölner Altstadt mache, sind auf der Aufnahme (leider) immer viele unbekannte Menschen, die ich nicht alle vorher fragen kann, ob sie aufs Foto/Film wollen. - - und stelle ich die Aufnahmen dann ins Internet ... - - ja, was dann ?

cuno am 20.01.15 12:19

Das GoPro-Problem, daß fremde Leute ungewollt auf einem Film (oder einem Foto) zu sehen sind (und die das vielleicht garnicht möchten) stellt sich auch bei jeder anderen Aufnahme mit Videokamera, Handy oder Fotoapparat. Wenn ich zum Beispiel ein Urlaubsfoto oder -film von der Kölner Altstadt mache, sind auf der Aufnahme (leider) immer viele unbekannte Menschen, die ich nicht alle vorher fragen kann, ob sie aufs Foto/Film wollen. - - und stelle ich die Aufnahmen dann ins Internet ... - - ja, was dann ?

cuno am 20.01.15 12:20

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Mittwoch, 14.01.2015

Mein Smartphone kann Schilder übersetzen

Sich im Ausland aufzuhalten ist immer mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Eine ist zweifellos, sich mit Menschen in einer anderen Sprache zu verständigen - und sich zurechtzufinden. Das schon ist nicht immer ganz einfach, vor allem im Ländern, die andere Schriftzeichen verwenden als wir. Doch das Orientieren in der Fremde wird nun ein bisschen einfacher, denn Google hat eine neue Version seiner WWW: Google Translate App herausgebracht. Und die kann einiges - unter anderem, Schilder übersetzen.


Was steht denn da? Google Translate übersetzt es

WorldLens serienmäßig eingebaut
Google hat jetzt eine Technologie in seine Translate-App eingebaut, die der Onlineriese vor einigen Jahren eingekauft hat. WorldLens bietet eine erstaunliche Funktion: Wer vor einem Schild mit einem fremdsprachigen Text steht, zückt sein Smartphone, aktiviert die App und hält die Kamera auf das Schuld - und die App übersetzt den Text. Nicht einfach so, sondern baut den Text sogar ins aktuelle Livebild ein. Dieselbe Typo, dieselbe Farbe, identische Schriftgröße. Es hat etwas von Science-fiction. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Schilder mit einzelnen Wörter übersetzen, sondern auch Speisekarten und vieles andere mehr.

Einzelne Wörter funktioniert aber am besten, denn das Dolmetschen ganzer Sätze ist bekanntlich eine Kunst für sich. In den ersten Versionen von WorldLens konnte man nur Englisch und Spanisch übersetzen. Mittlerweile funktioniert die Live-Übersetzung nicht nur von Englisch zu Deutsch, sondern auch zu Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch und vice versa. Eine Übersetzung Französisch-Deutsch (als Beispiel) ist allerdings - noch - nicht möglich. Englisch ist die Basis. Ein Ausweg: Man fotografiert das Schild, denn hier werden von der App bis zu 36 Sprachen unterstützt.


Das Prinzip von WorldLens: Live-Übersetzungen


Auch Gespräche lassen sich übersetzen
Natürlich: Wer Google Translate benutzt, bekommt keine perfekte Übersetzung geboten. Schon gar nicht, wenn jemand in Umgangssprache spricht. Was die App in der neuen Version aber schon bietet, ist eine gewisse Orientierungshilfe. Die App ist in der Lage, zwischen zwei Sprachen zu unterscheiden. Unterhalte ich mich zum Beispiel in Lissabon mit einem Portugiesen auf der Straße, merkt die App, ob gerade portugiesisch oder deutsch gesprochen wird und übersetzt unverzüglich in die jeweils andere Sprache. Und liefert - hörbar (!) - das Ergebnis. Klappt allerdings nur, wenn es eine Onlineanbindung gibt.

Das ist noch kein Babel-Fisch, aber Blog: besser als nichts. Ich fand die Google Translate App schon immer hilfreich, die jetzt vorgestellte Version ist es erst recht. Man kann wirklich gespannt sein, wie die Ingenieure das weiter entwickeln. Allerdings überlege ich auch: Wenn eine kostenlos erhältliche App schon so etwas hinbekommt, was können dann die algorithmischen Dolmetscher von NSA und Co?

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