Donnerstag, 27.03.2014

25 Jahre WWW | 2010: Knipsen mit Instagram

Praktisch jedes Smartphone hat eine eingebaute Kamera, die meisten sogar mit einer ziemlich guten Auflösung. Damit etwas Sinnvolles anzustellen, vor allem das Fotografieren mit dem Smartphone schicker und schneller zu machen, das war die Idee von Kevin Systrom und Mike Krieger aus San Francisco. Die beiden wollten einen einfachen und vor allem schnellen Weg anbieten, wie man Schnappschüsse mit Freunden teilt. Dabei herausgekommen: WWW: Instagram. Im Oktober 2010 ist die App in den App-Store von Apple gestellt worden. Seitdem kann man Fotos mit Instagram nachbearbeiten und online stellen - innerhalb von Sekunden.

instagramandroid.png
Instagram für Android gibt es erst seit April 2012


Schnappschüsse in Sekunden mit Freunden teilen
Die Idee hat zweifellos einen Nerv getroffen. Zwar konnte man auch vorher schon Fotos verteilen, per E-Mail etwa oder auch über das ein oder andere Chat-System oder in sozialen Netzwerken. Aber so richtig einfach und bequem war das nicht. Instagram hat das Foto in den Vordergrund gestellt: Mit der App ein Foto zu machen, durch einen der gut ein Dutzend Filter zu jagen und aufzuhübschen und dann dem eigenen Freundeskreis zu zeigen ist bei Instagram nur eine Sache weniger Sekunden. Die App ist dann auch eingeschlagen wie eine Bombe.

Erst im April 2012 ist auch eine Android-Version von Instagram erschienen, bis dahin funktionierte Instagram nur auf dem Apple iPhone. Mittlerweile gibt es Instagram für alle wichtigen Plattformen - und mittlerweile gibt es nicht nur diverse Nachahmer, die ähnlich funktionieren wie Instagram. Auch die Großen der Branche wie Facebook, Google+ oder Twitter haben mehr Fotofunktionen in ihre Apps eingebaut. Im April 2012 hat Facebook den Fotodienst Instagram für eine Milliarde Dollar gekauft. Und das, obwohl Instagram bis dahin noch keinen einzigen Dollar verdient und lediglich 12 Mitarbeiter beschäftigt hat.


Webseiten mit Fotos kamen erst später
Kaum zu glauben: Erst im November 2012 hat sich Instagram auch im Web geöffnet. Bis dahin waren Instagram-Fotos ausschließlich auf Mobilgeräten zu bewundern. Doch im November 2012 hat Instagram die Webprofile eingeführt. Seitdem kann jeder Instagram-Nutzer ein eigenes Webprofil präsentieren - mit eigenen Fotos. Das ist mein WWW: Webprofil bei Instagram. Neue Fotos landen auf Wunsch auch auf der Webseite. Großer Vorteil: So können auch Leute die Fotos sehen, die über kein Mobilgerät verfügen oder Instagram nicht nutzen. Eine Funktion, die der neue Besitzer Facebook zweifellos irgendwann nutzen will.

Mittlerweile wird mit Instagram durchaus auch Geld verdient. In der Timeline der User tauchen zuweilen Fotos auf, die nicht von Freunden stammen, sondern von Sponsoren. Die besondere Kunst ist nun, den User allein anhand des Fotos oder Videos anzusprechen, das über Instagram verteilt wird. Da muss man sich schon was einfallen lassen, etwa Blog: Darth Vader präsentieren. Aber: So etwas funktioniert und sorgt für Aufmerksamkeit.

darthvader.jpg
Darth Vader mischt jetzt bei Instagram mit: Sein Gesicht zeigt er trotzdem nicht her

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

Haha, der Darth...ein schöner Beitrag, vielen Dank!

Sven Kalbitzer am 27.03.14 17:00

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Donnerstag, 27.03.2014

Die zehn besten Twitter-Accounts zum #tatort

Für mich gilt ja mittlerweile: kein Tatort mehr ohne Smartphone in der Hand und ohne Twitter. Ja, das ist reichlich seltsam. Ja, das lenkt vom Film ab. Ja, man bekommt dann nicht mehr alles mit. Aber ich halte es da mit Jan Hendrik Becker, der weiß: Wenn mal ein Tatort läuft, der mir nicht so gut gefällt, reißt Twitter alles wieder raus.

All das Rätselraten, wer denn nun der Mörder ist, all die Kommentare mit ironischem Unterton, all die Livekritiken zum Film - ich möchte darauf nicht mehr verzichten. Unter dem Hashtag #tatort ergeben sich bei Twitter jeden Sonntag ganz neue Kontexte, fast eine Parallelrealität zum Film - der Tatort ist so zum Netzphänomen geworden.

Das hier sind übrigens die zehn Accounts, denen ihr unbedingt folgen solltet ...

WWW: Erstens: @tatort. Die Tatort-Redaktion twittert unter ihrem offiziellen Account jeden Sonntagabend fleißig mit. Hier bekommt ihr außerdem Infos zu neuen Kommissaren, Wiederholungen spannender Episoden oder anderen Neuigkeiten zum Tatort. (Disclaimer: Manchmal sitze ich selbst hinter diesem Account.)

WWW: Zweitens: @WersGlaubt. Die Münchener Journalistin Sophie Servaes hatte eine der verrücktesten Ideen: In ihrem Blog "Tatort-Style" veröffentlicht sie jeden Sonntag, welche Klamotten die Kommissare tragen - die man dann direkt nachkaufen kann.

WWW: Drittens: @heiko. Heiko Hebig arbeitet im Hauptberuf bei der deutschen Facebook-Niederlassung in Hamburg, betreibt einen sowieso äußerst lustigen Twitter-Account - und an seinen schrägen Tweets zum Tatort habe ich oft den meisten Spaß.

WWW: Viertens: @TatortWatch. Rechts- und Innenpolitiker der Grünen twittern hier, was im Tatort so alles falsch läuft. Mir ist das zwar zu viel Rumgemäkel für ein fiktives Format - aber die Macher haben es mit diesem Kritikaccount auf Tausende Follower gebracht.

WWW: Fünftens: @JanJosefLiefers. Er steht als Prof. Boerne für den Münsteraner Tatort vor der Kamera. Hin und wieder twittert er auch sonntagabends mit - noch spannender sind allerdings seine Einblicke in die Dreharbeiten für den WDR-Tatort.

WWW: Sechstens: @NiniaLaGrande. Ninia Binias ist eine der Gründerinnen des Blogs Les Flâneurs, in dem ihr jeden Sonntagabend als "Neues vom Kriminalsofa" auch ein paar der interessantesten Tatort-Kritiken findet - WWW: hier noch einmal zum Nachlesen.

WWW: Siebtens: @ARDde. Die Macher der ARD Mediathek veranstalten zu fast jeder Erstausstrahlung des Tatorts ihr ARD: Social TV: Livestream plus Mitdiskutieren auf einem Bildschirm. Hier sind oft auch Regisseure oder Redakteure zu Gast und lesen mit.

WWW: Achtens: @bommeljogi. Johanna Emge arbeitet als Journalistin in Frankfurt und ist noch eine der Tatort-Liebhaberinnen bei Les Flâneurs. Auch sie twittert sonntagabends meistens live mit und war schon als Tatort-Expertin im Social TV der ARD zu Gast.

WWW: Neuntens: @sebastianwaters. Zu schreiben ist eigentlich gar nicht sein Job: Sebastian Waters arbeitet als Webdesigner in Berlin, bringt mich mit seinen Tweets zum Tatort und anderen Fernsehevents regelmäßig zum Lachen.

WWW: Zehntens: @HollsteinM. Miriam Hollstein arbeitet als Politikjournalistin für DIE WELT, bespricht dort als Kritikerin aber auch regelmäßig die neuen Tatort-Episoden und twittert zu den Erstausstrahlungen am Sonntagabend auch oft mit.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Donnerstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Ich vermute die Twitter-Begleitung der Tatort(e) wird sorgfältig registriert. Und als Konsequenz wird er kommen: der Live-Tatort, bei dem nur ein Tat-Setup fest steht und live gespielt wird - und die Twitter/Facebook-Fraktion bestimmt über die Begleitung, wer wie verdächtigt wird und wer es schließlich war und ob(!) der festgenommen wird. Oder ein anderer dafür eingebuchtet wird. ...
Sowas gab's (fast) schon mal. Als Millionenspiel oder so ähnlich.
Nun ist nicht nur die Zeit reif. Sondern auch die Bevölkerung "reif" dafür...
Damit sie sich nicht um die wirklich wichtigen Dinge (& Leute) kümmert....

K-Ostwald am 6.04.14 19:11

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Mittwoch, 26.03.2014

25 Jahre WWW | 2009: Chatroulette

Von Anbeginn an ist das Internet ein Treffpunkt für Menschen, die sich mit anderen treffen und austauschen wollen. Anfangs kamen vor allem Newsgroups zum Einsatz (WWW: Usenet), 1993 wurde der WWW: Internet Relay Chat (IRC) eingeführt, ein text-basiertes Chat-System, in dem sich die User bereits live miteinander unterhalten konnten (und bis heute immer noch können). Im Blog: Jahr 2003 hat Skype den Chat komfortabler gemacht. Zum ersten Mal waren auch Video-Chats möglich - einfach, schnell und kostenlos.

chatroulette.png
Chatroulette: Plausch mit Fremden über Onlinedienst


Chat mit Fremden - zufällig ausgewählt
Im Jahr 2009 hat der Russe Andrei Ternowski mit Blog: Chatroulette eine neue Art von Chat-System ins Leben gerufen. Ein Onlinedienst, der es ermöglicht, dass man mit anderen online plaudert. Immer "one on one", also zwei Leute. Chatroulette erlaubt Chats mit Tastatur, Maus, Mikrofon und Webcam. Doch anders als bei anderen Chat-Systemen wählt Chatroulette den Gesprächspartner zufällig aus. Wen man sieht und wen man spricht, das weiß man vorher nicht. Jeder bekommt einen zufällig ausgewählten Gesprächspartner präsentiert.

Eine eigentlich charmante Idee, ein System anzubieten, dass Fremde miteinander verbindet und ihnen Gelegenheit gibt, miteinander zu sprechen und sich kennenzulernen. Gefällt einem der aktuelle Gesprächspartner nicht: Ein Mausklick - schon erscheint der nächste. Eine Rückkehr zu einem früheren Gesprächspartner ist allerdings nicht möglich. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man einen Chat beendet oder nicht. Das Konzept ist jedenfalls eingeschlagen: Im Februar 2010 zählte Chatroulette bereits rund 30 Millionen Besucher.


Auch Promis chatten auf Chatroulette: Chris Brown


Unzüchtig: Erst ab 18 Jahren
Doch Chatroulette hat schnell eine ganz besondere Klientel angezogen: Menschen, die sich gerne öffentlich präsentieren - wie Gott sie geschaffen hat. Exhibitionisten, die darauf hoffen, dass andere sie versehentlich im Adams-Kostüm sehen. Doch schnell haben sich viele User ganz gezielt auf diese Weise als Chatpartner präsentiert. Chatroulette ist zum Schmuddel-Chat verkommen. Normale, harmlose Chats waren auf Chatroulette kaum noch möglich. Seit 2012 ist deshalb bei Chatroulette eine Registrierung Pflicht - und niemand unter 18 Jahren darf den Dienst nutzen.

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

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