Dienstag, 10.03.2015

Nichts geht über Inbox Zero!

Die neun besten Tipps, um die eigene E-Mail-Kommunikation in den Griff zu bekommen, Blog: habe ich hier in Digitalistan ja schon vorgestellt: vom hermetischen Schreiben über nur fünf Sätze pro E-Mail bis zum Vorsatz, keine Empfänger mehr in CC zu nehmen.

Benachrichtigungen unter iOS; Rechte: picture-alliance/dpa/ZB/Soeren Stache
Ein paar Tage unterwegs, und schon explodiert die Zahl der Nachrichten und E-Mails. Besser ist es, sie möglichst immer schnell zu löschen, um den Überblick zu behalten.

Mein Favorit ist aber nach wie vor die Methode Inbox Zero: ständig zu versuchen, so schnell wie möglich alle E-Mails aus dem Posteingang zu löschen! Spam, Newsletter und Benachrichtungen löscht ihr sofort, jede andere E-Mail beantwortet ihr sofort. Ergeben sich aus der E-Mail weitere Aufgaben, tragt ihr diese in eure To-do-Liste ein und löscht die E-Mail dann. Schon ist euer Posteingang ständig schön leer - und euer Kopf frei.

Ich arbeite jetzt seit Jahren nach dieser Methode und habe sie schon länger auch auf meinen Posteingang bei Facebook, meine SMS und meine Messenger übertragen: Sobald ich einzelne Gespräche bei WhatsApp beendet habe, lösche ich sie wieder. Seitdem passiert es mir auch nicht mehr, dass Nachrichten wochenlang unbearbeitet liegenbleiben, einfach weil ich vergessen hatte, dass da noch etwas war.

Schön ist, dass es mittlerweile sogar eine ganze Reihe von Apps gibt, die euch auch von unterwegs dabei helfen, euren Posteingang schön auf Inbox-Zero-Status zu halten. Die zwei bekanntesten sind Mailbox (WWW: Android, WWW: iOS) und Inbox von Google (WWW: Android, WWW: iOS). Beide bieten euch die Möglichkeit, E-Mails "zurückzustellen", um sie erst dann wieder angezeigt zu bekommen, wenn ihr Inhalt noch einmal aktuell wird.

Snooze-Funktion in Inbox; Rechte: Google
Inbox von Google bietet wie andere Apps auch eine Snooze-Funktion, die euch bei der Inbox-Zero-Methode unterstützen kann: E-Mails werden erst dann wieder angezeigt, wenn sie aktuell werden - und verschwinden für diese Zeit aus dem Posteingang.

Dann wäre da noch Dispatch (WWW: iOS), eine App, die für 4,99 Euro zwar recht teuer, aber vor allem deshalb so stark ist, weil sie Schnittstellen zu sehr vielen anderen Apps bietet. So könnt ihr E-Mails zum Beispiel in Evernote archivieren oder Links in Lesezeichenapps wie Pocket. Hilfreich ist außerdem der Onlineanbieter WWW: Unroll.Me, der euch dabei unterstützt, Newsletter und Benachrichtungen von relevanten E-Mails zu trennen.

Spannend finde ich außerdem Ansätze wie Hop (WWW: iOS), das euch E-Mail-Verkehr so wie Chatverläufe anzeigt und in einem löschen lässt. Oder Triage (WWW: iOS), eine Art Tinder für E-Mails, bei der ihr E-Mails nach oben wischt, die ihr löschen, archivieren oder als gelesen markieren möchtet - und E-Mails nach unten, die ihr später noch einmal lesen möchtet.

Keine dieser Apps ist für jeden geeignet, denn alle von uns arbeiten im Alltag ein bisschen anders und brauchen deshalb auch andere Ansätze, mit der E-Mail-Flut umzugehen. Ich bin mir aber sicher: Inbox Zero als Methode - das sollte jeder einmal ausprobiert haben.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Sehr interessant, der Beitrag, den ich grade höre.
Leider finde ich die Seite fanfiction.de nirgends, wohingegen die Seite fanfiktion.de sehr schnell auffindbar ist.
Oder sollte zweitere gemeint sein, wenn von "fännfickschen-de-e" gesprochen wird?
Das würde mich in einem Wortprogramm über Literatur doch sehr verwundern.

Rabulist2015 am 12.03.15 23:21

Vielleicht einfach die ganzen "Kindermail"-Apps auf den Smartphones links liegen lassen und im Büro (oder zuhause) *richtige* MUAs/MTAs nutzen, die auch gehobenere Filterung, automatische Kennzeichnungen/Umwandlung z.B. in Termine sowie ein intelligentes Ordnersystem beherrschen. Es muss kein "Bugfestival" ala Outlook sein, Thunderbird tut's schon sehr gut. Und auf IOS/Android nach einem kurzen Überflug nur noch alles löschenlöschenlöschen...

vaikl am 13.03.15 21:11

@Rabulist2015: Sehr berechtigte Kritik, die Sie äußern - abgesehen von der Tatsache, dass Sie bei der Eingabe von fanfiction.de durchaus auf fanfiktion.de weitergeleitet werden. Leider finde ich nur den Blogbeitrag nirgends, auf den Sie sich beziehen. Oder sollte der Blogbeitrag "Fanfiction - unterschätzte Subkultur gemeint sein", unter den dieser Kommentar gehört hätte? Das würde mich bei einem erfahrenen Nutzer doch sehr verwundern.

Dennis Horn am 16.03.15 17:06

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Montag, 09.03.2015

Die Smartwatch-Spiele sind eröffnet

Wer Apple kennt, der muss es als einen Akt der Verzweiflung werten. Denn normalerweise kündigt Apple Dinge an, und zwei, drei Tage später kann man sie im Laden kaufen. Das habe ich an Apple immer sehr geschätzt. Doch bei der Apple Watch ist der erfolgsverwöhnte Konzern aus der üblichen Spur ausgeschert. Schon mit der Vorstellung des neuen iPhone 6 hatte Blog: Apple-Chef Tim Cook erste Details zur geplanten Apple Watch verkündet. Das ist bereits sechs Monate her. In der IT-Welt eine halbe Ewigkeit. Der Grund liegt auf der Hand: Andere Hersteller haben bereits längst Smartwatches im Angebot. Apple wollte im Gespräch sein und den Markt stören, ohne eine eigene Watch am Start zu haben.

Apple Watch; Rechte: Apple
Die Apple Watch wird an der Krone bedient



Heute also der WWW: Spring Forward Event, bei dem noch mehr Details über die Apple Watch verraten wurden, die dann ab April offiziell zu kaufen ist. Die Apple Watch wird ab 350 Euro kosten und spricht vor allem sportliche Zeitgenossen an. Das war zu erwarten, da Apple schon seit Monaten vor allem mit sportlich aktiven Menschen für die Apple Watch wirbt. In der Tat scheint mir das auch der einzige gute Grund zu sein, eine Smartwatch zu tragen: Man überwacht seine Aktivitäten. Gehen. Laufen. Joggen. Radfahren. Ich vermesse mich selbst.

Das können andere Fitness Tracker freilich längst - und auch andere Smartwatches. Wer eine Apple Watch trägt, kann seine Fitnessdaten aber der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, über das neu gestartete Research Kit. Aber ob das jeder will, auch wenn Apple versichert, dass die Daten anonymisiert sind? Klar, die Apple Watch bietet den für Apple typischen Chic, die Anbindung an iPhone oder iPad und mehr Sensoren als andere Modelle. Natürlich kann man mit der Apple Watch auch das neue Bezahlsystem Apple Pay benutzen. Einfach Blog: die Uhr hinhalten und bezahlen - davon verspricht sich Tim Cook gerade besonders viel. Und auch das Telefonieren ist über die Apple Watch möglich. Aber der Wow-Effekt will sich trotzdem nicht einstellen.

Apple Watch am Armgelenk; Rechte; dpa/Picture Alliance
Apple Watch am Armgelenk


Die Konkurrenz ist nervös - Apple aber auch
Auch Google scheint ein wenig nervös. Wenige Stunden, bevor Tim Cook Details über seine Apple Watch loswerden konnte, hat Google bereits einen Android Wear Commercial abgefeuert: Der kurze Spot zeigt hippe Leute mit knallbunten Smartwatches - alle tragen eine andere. "Be together. Not the same." Die Message ist klar: Man teilt die Leidenschaft, aber bleibt individuell. Die Apple Watch wird es zwar auch in verschiedenen Modellen geben, aber lediglich das Drumherum wie das Armband unterscheidet sich, weniger die Uhr selbst.

Aber auch Apple ist nervös. Denn Apple braucht endlich ein neues Zugpferd. Das iPhone spült jede Menge Geld in die Kassen des Konzerns und ist ein Mega-Erfolg. Aber: Wie lange noch? Andere Produkte wie das iPad oder die Mac-Rechner laufen ordentlich, aber ohne Wachstum zu liefern. Ein Unternehmen, das wachsen will, braucht aber Umsatzgaranten - und Apple gleich doppelt. Denn von Apple ist man das "Wow" im Produkt gewohnt. Das klappt bei der Apple Watch nur sehr bedingt. Ein Erfolg scheint mir nicht sicher. Mehr kann ich dazu sagen, wenn ich die Apple Watch mal ausprobiert habe. Das werde ich in jedem Fall tun.


Google will auf seine Wearables aufmerksam machen

Eine Uhr (ok, mit Zusatzfunktionen, aber welchen, die ein Smartphone besser abdecken kann), die fast jeden Tag 2 Stunden aufgeladen werden muss, ist irgendwie...albern, unnütz, peinlich? Und die überteuerten Luxus-Varianten für 11.000 Euro aufwärts erst: Dieselbe Technik wie die 400 Euro-Versionen, aber in Gold gebettet...oioioi. Geht das nicht besser, moderner und weniger sinnbefreit Apple?

Skeptiker am 10.03.15 8:10

Nun ja-die Applesheep werden das kaufen.wobei-einen "Trumpf"hat Apple dabei schon und das uebersieht Herr Schieb,da Deutscher-und das ist Apple pay!Denn das funktioniert in den USA.Okay-ein"WOW"ist das fuer mich nicht,aber fuer die Schafe halt ein Argument.

NunJa am 11.03.15 13:16

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Montag, 09.03.2015

PGP-Turbo für die De-Mail

Ich habe ein Blog: De-Mail-Postfach, schon aus Blog: beruflichem Interesse. Aber benutzt habe ich es bislang - 0 Mal. In einem Wort: Nie. Warum? Weil es kaum Gelegenheit gibt, die Deutschland-Mail zu benutzen. Und weil ich, wie die meisten Menschen, skeptisch bin, was die Sicherheit anbelangt. Denn bislang war es nicht möglich, den Datenverkehr sicher zu verschlüsseln. Die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die alle Experten einstimmig fordern, wurde bei der De-Mail bislang nicht angeboten. Warum? Ganz klar: Damit Geheimdienste und Behörden im Zweifel alles mitlesen können.

Die De-Mail: Bislang eher ein Flop; Rechte: dpa/Picture Alliance
Die De-Mail: Bislang eher ein Flop


Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kommt
Das macht eine angeblich "sichere" E-Mail natürlich zu einem Witz. Denn eine E-Mail, deren wichtigstes Verkaufsargument "Sicherheit" sein soll, die aber das eingebaute Feature hat, dass der Staat alles mitlesen kann, wenn er nur will, ist eben vor allem eins nicht: sicher. Das musste wohl auch die Betreiber von De-Mail erkennen. Denn sie greifen die wichtigste und am häufigsten zu hörende Kritik nun tatsächlich auf und führen ab April eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei De-Mail ein.

Private User, Unternehmen und Ämter können dann per De-Mail künftig leichter vertrauliche Inhalte Blog: per PGP Ende-zu-Ende schützen. Bislang können die Server dazwischen die Daten unverschlüsselt lesen. In Zukunft nicht mehr, das haben die De-Mail-Anbieter Deutsche Telekom, United Internet (1&1, GMX und Web.de) sowie Francotyp-Postalia jetzt angekündigt. Die Betreiber wollten wohl nicht mehr länger zusehen: Ein wirtschaftlicher Erfolg ist das aufwändig vermarktete Produkt De-Mail nämlich bislang nicht gerade.

demail2_512.jpg


Ohne Vertrauen wird es trotzdem nichts
Aber was bedeutet das konkret? Die Daten werden jetzt nicht mehr nur bei der Kommuikation zwischen meinem PC und dem Server verschlüsselt, sondern zwischen Sender und Empfänger. Mit einem geheimen Schlüssel, den die Mail-Betreiber nicht kennen. Das macht ein Abhören der Daten deutlich schwieriger bis unmöglich, je nach verwendetem Schlüssel. Zum Einsatz kommt das populäre Pretty Good Privacy (PGP). Konkret setzen die De-Macher die offene Erweiterung "Mailvelope" ein, die allerdings nur unter den Webbrowsern Firefox und Google Chrome läuft.

Wird das De-Mail aus der Versenkung holen? Ich denke nein. Dass nun konsequent die PGP-Verschlüsselung verwendet werden kann, ist gut. Aber: Sie ist nicht Standard. Man muss sich als Benutzer selbst drum kümmern, dass sie zum Einsatz kommt. Doch was wohl viel tragischer ist: Der Schritt kommt viel zu spät. Das Vertrauen ist eigentlich längst verspielt. Die meisten können sowieso nicht wirklich beurteilen, wie De-Mail technisch funktioniert. Sie hören aber von Politikern, die die Vorratsdatenspeicherung wieder einführen wollen und auch, dass die Verschlüsselung generell gelockert werden soll. Sie gehen also sowieso davon aus, dass der Staat alles mitliest und mithört. Warum dann also den Aufwand betreiben und eine De-Mail einrichten?

Beurteilen können wir im Grunde doch gar nichts - als "normale" User, wer kann wo was mitlesen. Die Geheimdienste, von denen immer die Rede ist, und die ganzen übrigen Geheimdienste, denn schliesslich hat ja jedes Land einen. Oder lesen Google und Co, die doch eh schon alles speichern, auch alles mit, damit sie uns ihren Müll verkaufen können.
Ja, der Herr Schieb hat recht - wir wissen nicht wer wann was mitliest speichert oder auswertet - also müssen wir davon ausgehen, das es immer getan wird!

Robert B. am 15.03.15 13:36

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