Freitag, 19.06.2015

Timelapse-Videos aus lauter Nutzerfotos

Timelapse-Videos sind normalerweise eine recht aufwändige Angelegenheit: Dafür muss die Kamera über Ewigkeiten am gleichen Ort stehen. Bloß laufen lassen. Bloß nicht dran wackeln. Bloß keine Fehler machen. Forscher von Google und der Uni Washington haben solche Videos jetzt WWW: ein bisschen anders hergestellt: Grundlage sind Tausende Nutzerfotos aus dem Netz - zusammengefügt per Algorithmus.


Grundlage für die Timelapse-Videos des Forschungsprojekts aus Washington waren rund 86 Millionen Nutzerfotos.

Die Forscher haben sich rund 86 Millionen Fotos aus dem Netz vorgenommen und nach Standort und Zeit sortiert. Ein Algorithmus hat anschließend Bildausschnitt und Farben angepasst. Und schon sieht man Gletscher schmelzen, Wolkenkratzer wachsen, Bauarbeiten voranschreiten - zum Teil über viele Jahre.

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Freitag, 19.06.2015

Wonach sucht die Welt?

Wenn einer weiß, wonach wir (im Netz) suchen, wofür wir uns gerade interessieren, welche Probleme uns bedrücken, welche Fragen wir uns stellen, was uns gerade neugierig macht - dann ist es Google. Denn Google beantwortet WWW: jede Sekunde 40.500 Suchanfragen (etwa 3,5 Milliarden pro Tag). Das reicht locker, um präzise Vorhersagen zu machen (etwa über anrollende Grippewellen), um Trends zu erkennen oder die Gemütslage ganzer Nationen zu erfassen. Schon lange kann man in den WWW: Google Trends nachschauen, wonach in der jüngsten Vergangenheit gesucht wurde. Jetzt geht das sogar live.

Google Schild; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google kennt unsere Sorgen und Nöte


Die letzten 24h: Suchanfragen und Zahl der Artikel
Richtig gelesen: Google Trends verrät auf Wunsch nun auch die häufigsten Suchanfragen und Begriffe der letzten 24 Stunden. Gerade im Augenblick ist es bei uns in Deutschland das Thema "WWW: Europäische Union/Russland". Offensichtlich beschäftigen wir uns doch gelegentlich mit Politik, das ist gut so. Klickt man einen Suchbegriff an, wird Google deutlicher: Es erscheint nicht nur eine Kurve der Suchanfragen der letzten 24 Stunden, man erfährt auch, wie viele Artikel zu diesem Thema erschienen sind (in Google News). Auch das gibt einen guten Eindruck davon, was gerade angesagt ist und was nicht.

Die Live-Version von Google Trends zeigt, wie viel Google über die Volksseele weiß - und das ist nur das, was Google bereit ist, uns zu zeigen. Neben jedem Stichwort gibt es auch ein kleines Bild mit einem Link auf ein Onlineportal zum Thema. Das soll die Aufmerksamkeit für publizistische Onlineaktivitäten erhöhen. Die Trends-Übersicht lässt sich für 28 Länder der Welt abrufen, auch für Deutschland. Wer sich nur für ein bestimmtes Themengebiet interessiert, kann auch aus Kategorien wie Gesundheit, Sport oder Unterhaltung auswählen. Außerdem bietet das Tool auch Werkzeuge, um individuelle Anfragen zu stellen - oder auch Diagramme zu erzeugen.


Wie stark war das Interesse an der FIFA?


Die letzten 24h: Suchanfragen und Zahl der Artikel
Doch man kann nicht nur online und live recherchieren, es ist sogar möglich, individuelle Diagramme zu erstellen - und sie ins eigene Blog einzubinden. Zum Beispiel das Interesse an der FIFA in den vergangen 12 Monaten. Das Diagramm ist schnell erstellt - und immer live. Selbst wenn man den JavaScript-Code in seine Webseite oder Blog übernimmt, so wie ich gleich über diesem Absatz. Es gibt jede Menge Möglichkeiten, aus denen man auswählen kann. Auch welche Suchanfragen einen interessieren, lässt sich bestimmen: Web-Suche, Bilder-Suche, News-Suche, YouTube-Suche.

Google Trends ist ein äußerst interessantes Angebot. War es schon immer, ist es durch die Live-Funktion aber um so mehr. Nicht nur für Journalisten, sondern für jeden, der wissen will, welche Themen gerade interessieren. Es ist schön, dass Google sein Wissen teilt und der Community etwas zurückgibt. Google Trends ist werbefrei, der Konzern verdient hier also nichts.

Ha, wenn man meint, man könnte Stichpunkte wie: Marktlücke plus Ideen eingeben, then you are a loser my friend!

LiFe am 19.06.15 15:55

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Donnerstag, 18.06.2015

Apples Versagen bei Xara-Lücke

Wer ein iPhone oder iPad benutzt, hat keine Wahl: Er muss Apples Betriebssystem iOS benutzen. Gut, die meisten wollen es sicher auch. Aber es ist ein Diktat. Man ist gezwungen. Obwohl man mehrere hundert Euro hinblättert, gehört einem das sündhaft teure Smartphone oder Tablet nicht wirklich. Es gehört Apple. Cupertino kontrolliert das Gerät, von vorne bis hinten. Es spült Apple zwar jede Menge Geld in die Kassen. Doch wird Apple seiner Verantwortung als exklusiver Anbieter des mobilen Betriebssystems gerecht? Leider nein. Apple kümmert sich nicht um Sicherheitslecks.

Gravierende Sicherheitslücke in Apples Betriebssystemen; Rechte: dpa/Picture Alliance
Gravierende Sicherheitslücke in Apples Betriebssystemen


Betriebssystem aufzwingen und dann nicht kümmern
Hintergrund: Seit Monaten ist Apple bekannt, dass es eine gravierende Sicherheitslücke in Apples Betriebssystem gibt. Nicht nur im mobilen Betriebssystem iOS, sondern auch in Mac OS X, dem Betriebssystem für Tischrechner und Notebooks. Forscher haben nachgewiesen, dass sich sensible Daten aus Apps auslesen lassen, auch Passwörter und Zugangsdaten. Das geschieht, indem eine Sicherheitslücke in den Apple-Betriebssystemen ausgenutzt wird. In einer Funktion, die praktisch jede App nutzen muss, die unter iOS oder Mac OS X läuft.

Das genaue Problem ist WWW: in diesem Report ausführlich beschrieben - sicherheitshalber in der Google-Cloud gespeichert, denn wer weiss, ob das brisante Dokument in der Apple-Cloud nicht per Zufall verschwindet? "Unauthorized Cross-App Resource Access on MAC OS X and iOS" nennen die IT-Experten das entdeckte Problem, kurz "Xara" getauft. Den Ingenieuren ist es sogar gelungen, Apps zu schreiben, die dieses Sicherheitsleck gezielt ausnutzen - und die App ist im App-Store gelandet.

Auf der World Wide Developers Conference von Apple waren Sicherheitslecks kein Thema; Rechte: dpa/Picture Alliance
Auf der World Wide Developers Conference von Apple waren Sicherheitslecks kein Thema


Selbst Passwörter können geklaut werden
Einmal installiert, kann sich die Schnüffel-App frei bedienen und sogar Notizen aus Evernote auslesen oder hinterlegte Web-Passwörter aus dem Browser Google Chrome. Ein Mega-Gau für jeden Apple-Nutzer. Doch der Knaller ist: Die Forscher haben Apple bereits vor Monaten über das Sicherheitsleck informiert - und nichts ist passiert. In der Zwischenzeit hat Apple mit Blog: viel Tamtam seine Entwicklerkonferenz abgehalten und einen neuen Musikdienst Apple Music angekündigt. Doch zum Stopfen dieser unfassbar gigantischen Sicherheitslücke blieb offenbar keine Zeit.

Es wird Zeit, dass eine Haftpflicht für Softwareentwickler eingeführt wird. Wenn Hersteller für den Schaden haften müssen, den ihr Programmcode erzeugt, wäre ein derart fahrlässiges Verhalten wie das von Apple nicht mehr denkbar. Spätestens, wenn ein Sicherheitsleck bekannt ist - zudem eins dieser Dimension - hat alles andere nachrangige Priorität. Oder besser: Sollte es haben. Bei Apple sieht man das wohl anders. Und das ist wirklich unentschuldbar. Man sollte sich wirklich gut überlegen, ob man einem solchen Unternehmen bedenkenlos Gesundheitsdaten aus der Watch anvertrauen sollte.


Demonstration des Sicherheitsproblems

Unglaublich Apple...aber noch unglaublicher finde ich, dass die Apple-Jünger, ok Apple-Kunden, ihrer Firma auch diesen 'Fauxpas' konsequenzenlos verzeihen werden.

Welt nicht mehr Versteher am 18.06.15 12:11

Das wird den Großteil der Apple-Benutzer nicht interessieren.

Hauptsache Apple. Schön designt und so :P

Peter am 18.06.15 12:23

Und? Microsoft macht es doch auch nicht besser. Bei Android dasselbe. Also wo sind die Alternativen? Und jetzt kommt mir nicht mit Linux und seinen Dirivaten! Ein System ich als normaler Nutzer nicht mal ein NAS öffnen kann und umständlich einbinden muss ist für mich nicht Alltagstauglich!

Ingo am 18.06.15 13:39

Wie groß ist denn eine gigantische Sicherheitslücke? So groß wie die Erde oder doch eher wie das Universum? Das ganze Beitrag ist sehr plakativ geschrieben (B.-Zeitung lässt grüßen), man hat beim lesen den Eindruck Herr Sch. ist ein versierter Apple Basher mit viel Hintergrundwissen! Wie schon in anderen Kommentaren geschrieben gibt es ähnliche Proble auch bei Windows und Android. Ich meine heute gelesen zu haben das die Telekom vor Lücken auf dem Galaxy Smartphone gewarnt hat. Herr Sch. kann ja Geräte und Betriebsysteme von anderen Unternehmen nutzen, sollten sie mehr sicherheit bieten (Viren, Trojaner, etc.).

Seven of nine am 18.06.15 13:57

Ich bin maßlos enttäuscht von Apple! Das Gefühl, mit iPhone/iPad auf der etwas Sichereren Seite zu sein war falsch. Ein überdurchschnittlicher Preis für die Hardware steigert die Enttäuschung ... nur chic und trendig reicht nicht.
Da haben die Apples wohl etwas verpennt ... oder waren zu sehr mit der "unsäglichen" iWatch" beschäftigt ...
Es bleibt das spontane Gefühl, nach Ende der Lebensdauer der Geräte, zu prüfen, welche Alternativen der Markt dann anbietet.

Wolfgang am 18.06.15 17:07

Ein Grund mehr auf'm Handy nix zu machen, ausser zu telefonieren und SMS zu schreiben. Ich sage meiner Familie seit Jahren, alles, wofür irgend ein Passwort benötigt wird, hat auf'm Handy nichts, aber auch gar nichts zu suchen!
Und als Kreditkarte taugt so'n Ding auch nicht. Wie man sieht.

Das gilt im übrigen auch für die Android Fakultät. Denn dort gab's den selben Fehler auch. Allerdings hat zumindest Samsung längst ein Patch geliefert. Mein Lob an dieser Stelle.

Frikler am 18.06.15 23:23

Hier muss man definitiv nachgeben, die iCloud war noch nie sicher. Dafür die Geräte, niemand muss etwas auf der Cloud speichern. In einer Studie der WdW wurden die Top 10 gefährlichsten Apps weltweit aufgelistet, 9 davon gab es nicht im AppStore.
Was sie Sicherheit bei Windows angeht, hat Apple einen Riesenvorsprung. Warum gibt es keinen solchen Artikel über Windows? Es gibt schlichtweg zuviele Lecks. Auf dem OS X-Markt gibt es zwei bekannte Vieren, für Windows unübersichtlich viele, auch mit gutem Sicherheitsprogramm. Hauptsache, viele Klicks ernten..

Atlan am 20.06.15 8:46

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