Mittwoch, 26.03.2014

25 Jahre WWW | 2009: Chatroulette

Von Anbeginn an ist das Internet ein Treffpunkt für Menschen, die sich mit anderen treffen und austauschen wollen. Anfangs kamen vor allem Newsgroups zum Einsatz (WWW: Usenet), 1993 wurde der WWW: Internet Relay Chat (IRC) eingeführt, ein text-basiertes Chat-System, in dem sich die User bereits live miteinander unterhalten konnten (und bis heute immer noch können). Im Blog: Jahr 2003 hat Skype den Chat komfortabler gemacht. Zum ersten Mal waren auch Video-Chats möglich - einfach, schnell und kostenlos.

chatroulette.png
Chatroulette: Plausch mit Fremden über Onlinedienst


Chat mit Fremden - zufällig ausgewählt
Im Jahr 2009 hat der Russe Andrei Ternowski mit Blog: Chatroulette eine neue Art von Chat-System ins Leben gerufen. Ein Onlinedienst, der es ermöglicht, dass man mit anderen online plaudert. Immer "one on one", also zwei Leute. Chatroulette erlaubt Chats mit Tastatur, Maus, Mikrofon und Webcam. Doch anders als bei anderen Chat-Systemen wählt Chatroulette den Gesprächspartner zufällig aus. Wen man sieht und wen man spricht, das weiß man vorher nicht. Jeder bekommt einen zufällig ausgewählten Gesprächspartner präsentiert.

Eine eigentlich charmante Idee, ein System anzubieten, dass Fremde miteinander verbindet und ihnen Gelegenheit gibt, miteinander zu sprechen und sich kennenzulernen. Gefällt einem der aktuelle Gesprächspartner nicht: Ein Mausklick - schon erscheint der nächste. Eine Rückkehr zu einem früheren Gesprächspartner ist allerdings nicht möglich. Daher sollte man sich gut überlegen, ob man einen Chat beendet oder nicht. Das Konzept ist jedenfalls eingeschlagen: Im Februar 2010 zählte Chatroulette bereits rund 30 Millionen Besucher.


Auch Promis chatten auf Chatroulette: Chris Brown


Unzüchtig: Erst ab 18 Jahren
Doch Chatroulette hat schnell eine ganz besondere Klientel angezogen: Menschen, die sich gerne öffentlich präsentieren - wie Gott sie geschaffen hat. Exhibitionisten, die darauf hoffen, dass andere sie versehentlich im Adams-Kostüm sehen. Doch schnell haben sich viele User ganz gezielt auf diese Weise als Chatpartner präsentiert. Chatroulette ist zum Schmuddel-Chat verkommen. Normale, harmlose Chats waren auf Chatroulette kaum noch möglich. Seit 2012 ist deshalb bei Chatroulette eine Registrierung Pflicht - und niemand unter 18 Jahren darf den Dienst nutzen.

25 Jahre WWW: Das ist Grund zum Feiern. Wir bringen hier in Digitalistan jeden Tag einen kurzen Eintrag mit Geschichten, Anekdoten und Hintergründen zur Entwicklung des World Wide Web. Jeden Tag ein anderes Jahr. Blog: Hier gibt's die Übersicht: 25 Jahre WWW.

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Dienstag, 25.03.2014

25 Jahre WWW | 2008: Augmented Reality

Als Tim Berners-Lee Blog: 1989 das World Wide Web erfunden hat, war nicht im Traum daran zu denken, dass wir schon wenige Jahre später kleine Maschinen mit uns spazieren führen, die eine höhere Speicherkapazität und vor allem eine höhere Leistungsfähigkeit haben als die Computer der ersten Apollo-Mission. Doch bereits Ende der Blog: 1990er Jahre setzte sich ein Mobil-Boom in Bewegung, der bis heute anhält und durch die Erfindung der Tablets noch verstärkt wurde. Wir benutzen immer mehr Mobilgeräte, um online zu gehen.


Layar zeigt Infos über Gebäude vor denen man steht


Augmented Reality erweitert die Wirklichkeit
Mobilgeräte können eine Menge. Sie können nicht nur immer und überall ins Netz, sie wissen darüber hinaus auch ganz genau, wo wir uns gerade aufhalten und verfügen darüber hinaus fast immer über eine eingebaute Digitalkamera. All das geschickt kombiniert bringt eine neue Möglichkeit, die sich WWW: Augmented Reality nennt - eine durch den im Smartphone eingebauten Computer möglich gemachte erweiterte Realität. Das Smartphone zeigt uns im Display wertvolle Zusatzinformationen an, die live aus dem Netz geholt werden - und sich auf den aktuellen Aufenthaltsort beziehen.

Beispiel: Man schlendert durch die Innenstadt und sieht interessante Gebäude. Aber was sind das für Gebäude, wer wohnt dort, kann man sie kaufen oder etwas dort mieten - welche Geschichte haben die Gebäude? So etwas kann man mit einer speziellen AR-App herausfinden. Man schaut einfach ins Display des Smartphones, wie beim Fotografieren - und wie durch Zauberhand werden die Echtzeitbilder überlagert mit Informationen aus dem Netz. Sie erscheinen über und neben den echten Bildern und bewegen sich mit, wenn wir das Smartphone bewegen.


Augmented Reality in der Praxis: Waren aus dem Katalog in 3D

Wikitude erster vielseitiger AR-Browser
Einer der ersten kostenlos erhältlichen AR-Browser war WWW: Wikitude. Die App ist im Oktober 2008 herausgekommen. Sie erkennt nicht nur den aktuellen Aufenthaltsort (anhand von GPS-Daten), sondern weiß auch, in welche Richtung der Benutzer gerade schaut und kennt daher die aktuelle Umgebung. Weniger ausgefeilte Systeme verzichten darauf, solche Informationen selbst zu ermitteln. Da reicht es, einen QR-Code zu scannen - und es erscheinen Zusatzinfos, etwa über ein Kunstwerk im Museum, vor dem man steht.

Anfangs funktionierten Wikitude und ähnliche AR-Browser noch etwas holprig. Vor allem die Blickrichtung lässt sicht nicht immer völlig akkurat errechnen. Außerdem zwingen AR-Browser den Akku schnell in die Knie: Sie verbrauchen sehr viel Energie. Aber der Ansatz ist interessant. Augmented Reality kann im Alltag sehr praktisch sein. Man kann sich durch Einkaufszentren oder Museen leiten lassen, Exponate erläutern lassen - oder ein spezieller Browser zeigt einem den Weg zur nächsten U-Bahn in der Stadt. Insbesondere neue Geräte wie Google Glass werden den Einsatz von AR beflügeln.


Die Zukunft von Augmented Reality

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Montag, 24.03.2014

25 Jahre WWW | 2007: Spam wird zum Problem

Die ersten 400 Spam-E-Mails wurden schon vor mehr als 30 Jahren verschickt, genauer: am 3. Mai 1978. Dumm damals: WWW: flog der Versender gleich auf. Dumm heute: ist es für E-Mail-Empfänger nicht mehr ganz so einfach.

Spam nervt. Erklären muss man das wohl nicht. Durch den massenhaften Versand von unerwünschten, meist werblichen E-Mails nimmt die weltweite elektronische Kommunikation Schaden. Datenwege werden verstopft, (Arbeits-)Zeit geht verloren.

Anzeige eines Spam-Ordners; Rechte: WDR/Moog Spam-Filter mildern das Problem zumindest etwas

2007 vermeldeten gleich WWW: mehrere WWW: Entwickler von Spamfilter-Software: Der Anteil von Spam am gesamten weltweiten E-Mail-Aufkommen habe die 90 Prozent überschritten. Der Mail-Versand drohe zum Glücksspiel zu verkommen, WWW: warnten damals schon Experten.

Spam wird meist über WWW: Bot-Netze verbreitet, ganze Armeen von mit Malware infizierten Rechnern also, die von dem Spammer kontrolliert und instrumentalisiert werden können. Ein solches Bot-Netz aufzulösen, kann je nach Größe so auch messbare Auswirkungen auf das Spam Aufkommen haben. Das Storm Botnet WWW: soll 2007 beispielsweise bis zu zehn Millionen Rechner umfasst haben und für rund zwanzig Prozent des Spam-Aufkommens weltweit verantwortlich gewesen sein - bis Microsoft im Herbst 2007 Software zur Entfernung des Virus zur Verfügung stellte.

Schon im Juli 2005 hatte das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) im Verbund mit dem Verbraucherzentrale Bundesverband eine Beschwerdestelle zur Bekämpfung von Spam gestartet. User konnten per Mail unerwünschte Werbemails weiterleiten. Die Verbraucherzentrale überprüfte daraufhin die Fälle und ging - wenn möglich - juristisch gegen Spam-Versender und deren Auftraggeber vor. Ende 2006 wurde das Projekt wieder eingestellt. Seit dem 1. Januar 2007 hat diese Aufgabe die WWW: Internet-Beschwerdestelle übernommen, ein Projekt der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) und eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft. Auch dort kann man WWW: Spam-Mails melden.

Spam verstößt gegen geltendes Recht, nachzulesen ebenfalls seit 2007 im Telemediengesetz, WWW: die zentrale Vorschrift ist § 6 Abs. 2 TMG: Danach darf in der Kopf- und Betreffzeile der E-Mail-Werbung weder der Absender noch der kommerzielle Charakter der Nachricht verschleiert oder verheimlicht werden. So soll der Empfänger frei darüber entscheiden können, wie er mit der E-Mail umgeht, ohne sie erst öffnen zu müssen. Dem Absender droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Und heute? Im Vergleich zum Vorjahr ist das Spam-Aufkommen 2013 minimal gesunken, WWW: berichtete der Sicherheitssoftware-Entwickler Kaspersky Lab im Januar. Weniger erfreulich: Deutschland gehört neben den USA und Großbritannien zu den drei Ländern, in die am häufigsten Schadprogramme versendet wurden. Laut Kaspersky hatten 2013 etwa drei Prozent der verschickten Spammails solche Malware im Gepäck.

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