Sonntag, 03.08.2014

Computer Virus Catalog: Bizarre Illustration

Melissa, Cookie Monster, Nople: Es gab so einige Viren und Würmer, die Computergeschichte geschrieben haben. Cookie Monster zum Beispiel war wohl der erste Virus überhaupt, geschrieben in den 60er Jahren von Studenten am MIT, um andere Studenten zu ärgern. Oder Melissa, ein Wurm, der nach der Lieblingstänzerin des Virus-Schöpfers benannt wurde und Word-Dokumente infiziert hat. Oder Nople, ein Wurm, der sich über lokale oder globale Netze verbreitet. Eins haben die meisten Viren und Würmer gemein: Sie können durchaus riesigen Schaden anrichten - sind für den Laien aber weitgehend unsichtbar.

Das ändert sich jetzt. Denn jetzt gibt es den WWW: Computer Virus Catalog, eine Galerie mit Illustrationen der folgenreichsten Viren der Computergeschichte. Ein Kunstprojekt des Niederländers WWW: Bas van de Poel, der diverse Künstler gebeten hat, bekannte Viren und Würmer zu visualisieren. Das Ergebnis jedenfalls ist beeindruckend. Endlich kann man sich mal freuen, Bekanntschaft mit Viren und Würmern zu machen.

Bizarre Illustrationen; Rechte: Business Insider
Computer Virus Catalog: Bizarre Illustrationen

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Freitag, 01.08.2014

Falsches Signal: Sammelklage gegen Facebook

Max Schrems ist so eine Jeanne d'Arc in Sachen Datenschutz. Schon lange nervt der Österreicher die Behörden im Allgemeinen und Facebook im Besonderen mit seinen Befindlichkeiten. Immer wieder. Es war Max Schrems, angehender Jurist aus Wien, der Facebook dazu gezwungen hat, alle über ihn gespeicherten Daten Blog: preiszugeben - und uns allen so interessante Einblicke in die Speicherpraktiken des Onlinekonzerns ermöglicht hat.

Dank ihm wissen wir heute: Facebook speichert mehr Daten, als wir dachten. Und was eigentlich gelöscht sein sollte, etwa längst getilgte Fragmente aus Plaudereien im Chat, ist bei Facebook nicht zwangsweise wirklich gelöscht. Max Schrems hat sich zweifellos Respekt für seinen Einsatz verdient.

maxschrems.png
Max Schrems macht Facebook das Leben schwer


Ein Österreicher wirbelt Irlands Behörden auf
Bei den Datenschutzbehörden in Irland ist Schrems natürlich ein rotes Tuch. Er hat die Beamten immer WWW: wieder unter Druck gesetzt. Die Mitarbeiter dort haben vermutlich jede Menge graue Haare bekommen. Denn der Jurastudent wollte immer wieder wissen, was europäischer Datenschutz in der Praxis wert ist. Er hat zum Beispiel die WWW: Initiative Europe vs. Facebook gegründet. Schrems hat sich einen Namen gemacht - und jetzt will er sich ein Denkmal setzen. Denn sein Kampf gegen Facebook ist nicht zu Ende. Er fängt gerade erst an.

Denn jetzt will Schrems gegen Facebook klagen. Als Sammelklage - und das direkt aus und in Österreich. Er will möglichst viele Mitstreiter finden. Menschen, die ebenso wie er selbst Probleme mit dem europäischen Datenschutz haben - und mit der Art und Weise, wie amerikanische Onlinedienste damit umgehen. Er will Facebook dazu zwingen, Daten erst gar nicht zu speichern und gespeicherte Daten auf Verlangen zu löschen. Und damit die Sache auch wirklich weh tut, soll jeder einzelne auf 500 Euro Schadenersatz klagen wegen der missbräuchlichen Verwendung der persönlichen Daten. Jeder einzelne muss auf WWW: dieser Seite aktiv werden.


Eigentliches Problem: EU ist viel zu schwach
Schrems selbst wird davon profitieren. Er macht sich einen Namen als Jurist. Kann nicht schaden. Doch was wie ein Kampf gegen Windmühlen aussieht, ist in Wahrheit ein Kampf an falscher Front. Denn im Grunde genommen könnte Facebook nicht agieren wie Facebook agiert, wenn die Gesetzeslage eine andere wäre. Oder besser: wenn sie klar und eindeutig wäre. Dann müssten sich eben alle daran halten. Nicht nur Facebook, sondern auch alle anderen, ob Microsoft, Google, Dropbox, Amazon oder wer auch immer.

Es ist eine Schwäche der europäischen Politik, dass Dinge möglich sind, die eigentlich kaum einer will. Dass Daten von und über Europäer nicht in Europa gespeichert werden müssen. Dass sensible Daten nicht aufwändig geschützt werden müssen - auch vor den Zugriffen gieriger US-Behörden. Die EU-Politik ist da zu schwach. Viel zu schwach. Und im Zweifel muss der Strauß auch mit den USA ausgefochten werden. Denn WWW: US-Gerichte bilden sich allen Ernstes ein, sie hätten sogar Zugriff auf in Europa gespeicherte Daten. Microsoft hat extra geklagt, um diese Sache mal klären zu können. Dass sich die EU das gefallen lässt, ist der eigentliche Frevel.

Es fehlt an einem politischen Konzept, einer Vision, was im Informationszeitalter erlaubt sein soll und was nicht, was unter besonderen Schutz gehört und was nicht - und welche Spielregeln ganz konkret gelten sollen. Der globalisierte Markt ist grundsätzlich schwierig. Aber nirgendwo sind die Folgen der Globalisierung deutlicher zu spüren als im Internet. Hier gibt es keine Grenzen - aber es gibt unterschiedliche Interessen. Und die müssen auch durchgesetzt werden. Mit aller Kraft. Vorher muss man sich aber im Klaren darüber sein, wie diese Interessen aussehen.

Das kann ich so unterschreiben. Guter Beitrag, Herr Schieb. Allerdings, ein kleiner Wehmutstropfen: Warum genau dies ein falsches Signal sein soll, ist mir noch nicht ganz klar. Natürlich müssen andere Institutionen und Ebenen an diese Dinge ran und zwar je eher, desto besser. Doch der Rechtsweg ist ein gutes Instrument. Denn ob die Kläger nun einzelne Konzerne statt der EU dazu bringen, bestehende Gesetze umzusetzen, ist letztlich nur der steinigere Weg, aber damit nicht unbedingt der falsche.

Sven Kalbitzer am 1.08.14 13:16

Hochachtung für Mag. Maximilian Schrems!
Wenn die EU den A...nicht hoch bekommt...dann eben so...auch wenn's dauern sollte.Ich schließe mich der Klage an!

Brummpa am 1.08.14 19:42

Wenn Politiker wären und täten, wozu sie sich laut Eid, Gesetz und Verfassung da sind - u.a. Schaden abzuwenden und für die Rechte einzutreten - dann hätten Sie Recht. Aber Sie wollen doch wirklich nicht behaupten, dass sich ohne außerpolitisches Engagement und Aktionen wie diesen, alles zum Guten und zum Schutz der Außer wandeln würde. Wenn es bürgerlicher Widerstand und Aufstand nicht gäbe, würde sich gar nichts tun. Schade, gerade von Ihnen hätte ich mir einen anderen Kommentar gewünscht ...

Jan Erik Meyer am 1.08.14 20:19

Aha. Dass Microsoft mal eben so ins Blaue klagt, kann also sooo verkehrt nicht sein, wenn es eine schwammige Rechtslage in der EU gibt. Aber dass ein Bürger eine Sammelklage von Verbrauchern anstößt, soll dann ein "falsches Signal" sein? Entweder gerät da was durcheinander oder die Idee zum Artikel stammt von einem Social-Network-Lobbyisten. Ich hab mich dann mal der Sammelklage angeschlossen, damit sich die EU zu einer eindeutigen Gesetzeslage durchringen muss. Anders scheint's ja nicht zu klappen, wenn die Medien auch noch Angsthase spielen....

vaikl am 1.08.14 23:13

Das mit dem falschen Signal ist Unsinn. Wer gar nichts tut, verdient alles was er dann bekommt. Die Politik muss man auch erst in Zugzwang bringen, immer nur meckern, dass die nicht von allein das richtige tun, ist infantil.

Joh am 2.08.14 11:19

Ich kann mich da "Brummpa" nur anschliessen, wenn wir darauf warten, das Politiker das Richtige tun, dann gute Nacht. Unternehmen wie Facebook tun eben das wozu sie da sind: Daten verkaufen - und damit das nicht völlig ausufert brauchen wir halt Gesetze, die das regeln. Und wir brauchen mündige Bürger, die im Zweifelsfall aktiv werden, und die Politik in Zugzwang bringen.

Robert B. am 2.08.14 13:05

Lt."heise"meldung sind es mittlerweile >12.000 die sich der Sammelklage angeschlossen haben.

Gutes Signal am 5.08.14 7:32

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Freitag, 01.08.2014

Spiel mit Quadraten

Falls ihr zu den Suchtopfern von Spielen wie Threes! (WWW: Android/WWW: iOS) oder WWW: 2048 gehört und nicht noch einem dieser Knobelspiele verfallen möchtet, empfehle ich euch, an dieser Stelle nicht weiterzulesen. Solltet ihr damit kein Problem haben, empfehle ich einen Blick auf das WWW: Game About Squares, das Spiel mit Quadraten.

Game About Squares; Rechte: Andrey Shevchuk
Game About Squares: ein Spiel in bester Knobeltradition.

Das Spiel ist eine kleine Fingerübung des Programmierers Andrey Shevchuk, das es auch schon WWW: in einer Android-Variante gibt. Mich erinnert es am ehesten an WWW: Sokoban, ein Spiel aus den frühen 80ern - auch im Game About Squares geht es darum, Kästen an die richtige Stelle zu schieben. Weil es aber farbige Kästen sind, die an die dazu passende farbige Stelle geschoben werden müssen, ist das gar nicht so leicht.

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