Dienstag, 05.08.2014

Ernüchterung statt Goldrausch im App Store

Der App Store von Apple war jahrelang ein Versprechen: ein digitaler Wilder Westen, der jedem unabhängigen Programmierer die Chance bot, das große Geld zu machen. Es gibt diese Geschichten immer wieder: wenn es Apps wie Flappy Bird von einem auf den anderen Tag zum Hype schaffen. Doch der Goldrausch scheint zu Ende zu gehen - unter den Machern vieler Apps macht sich gerade viel eher Ernüchterung breit.

Tetra; Rechte: Chad Etzel
"Anspruchsvolle Spielidee, tolles Design, angemessener Preis für die Vollversion und stundenlanger Spielspaß", schreibt einer der Nutzer im App Store über Tetra. Mit diesem Spiel hat der Programmierer Chad Etzel bisher rund 260 Dollar verdient.

Es gibt eine Reihe unabhängiger Programmierer, die gerade ihre Einnahmen aus dem App Store offenlegen. Dazu gehört WWW: zum Beispiel Chad Etzel, der neben seinem Job bei Twitter drei Spiele programmiert hat, die sogar Spaß machen: WWW: Tetra, WWW: WordGrid und WWW: Letters. Alle drei Spiele sind in Nächten und an Wochenenden entstanden, zusammengerechnet ist laut Etzel die Arbeitszeit von einem Jahr dafür draufgegangen.

Die Einnahmen allerdings sind enttäuschend: 261,23 Dollar für Tetra, 180,74 Dollar für WordGrid, 56,89 Dollar für Letters. Das macht umgerechnet rund 370 Euro. Das meiste Geld davon sei in den ein bis zwei Wochen nach der Veröffentlichung im App Store reingekommen. Danach seien die Zahlen in den Keller gegangen.

Wirklich traurig wird es aber auf der Ausgabenseite: Etzel hat fast 520 Euro in Werbung bei Facebook und Twitter investiert, damit überhaupt jemand auf die Downloads stößt. Für die Entwicklung hat er ein iPad mini und einen iPod touch angeschafft. Geht man von den preiswertesten Versionen dieser Geräte aus, stehen den 370 Euro Einnahmen umgerechnet rund 1.000 Euro Ausgaben gegenüber. "Ich weiß nicht, wie man es im App Store heute zu etwas bringen kann - außer, man gewinnt im Lotto", schreibt Etzel.

App Store; Rechte: WDR/Dennis Horn
Wie sehr sorgt Apple mit seinen Empfehlungen und Download-Hitlisten dafür, dass die Zeiten für unabhängige Programmierer schwerer werden?

Auch Jared Sinclair, der mit WWW: Unread einen beliebten RSS-Reader programmiert hat, WWW: ist enttäuscht: Er kommt auf den Monat runtergerechnet auf Einnahmen von umgerechnet 1.300 Euro. Für einen Job, der vermutlich ein bisschen mehr Aufwand schluckt als eine 40-Stunden-Woche ist auch das ernüchternd. Und so wie Etzel und Sinclar geht es offenbar WWW: einer WWW: ganzen WWW: Reihe WWW: Programmierern.

WWW: Marco Ament gibt Apple die Schuld daran. Er glaubt, dass kaum neue überraschende Apps entstehen und viele alte verwaisen, weil Empfehlungen und Download-Hitlisten den App Store dominieren: "0,02 Prozent der Apps stehen so weit über allen anderen, dass das komplette Ökosystem darauf ausgelegt ist, die Apps für eine Topplatzierung zu programmieren - eine Platzierung, die 99,98 Prozent dieser Apps aber nie erreichen." Ergebnis seien Apps voller Spam, Langeweile und geklauten Ideen.

Vielleicht erlebt der App Store genauso wie der Google Play Store aber auch nur, was das World Wide Web schon Anfang der 2000er durchgemacht hat: Irgendwann geht der Goldrausch vorbei, und wie in jedem Wirtschaftszweig wächst die Schere zwischen großen Unternehmen und kleinen One-Man-Shows. Auch das Web war einmal wie der Wilde Westen, ein großes Versprechen voll von Start-up-Storys aus den Garagen im Silicon Valley. Übrig geblieben sind heute vor allem große Konzerne wie Google, Facebook und Amazon - oder reiche Investoren, die in Start-ups investieren.

Die Pionierjahre, in denen man als einfacher Programmierer mit wenigen Mitteln einen Überraschungshit landen konnte, sind bis auf wenige Ausnahmen wohl einfach vorbei.

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Montag, 04.08.2014

Where the streets have your name

Eins der beliebtesten Fotomotive: Straßen und Orte mit dem eigenen Namen. Ich habe aufgehört zu zählen, wie viele Freunde mir Fotos aus Hamburg-Horn geschickt haben. Wie oft ich sehen musste, dass sich das Pascha in Köln auf der Hornstraße befindet. Oder wie viele andere Fotos mit einem "Horn" drauf sich über die Jahre angesammelt haben.

Straßennamen; Rechte: Stephen Von Worley
Die Namenssuche von Stephen Von Worley findet Orte, Straßen und "Dinge", also meistens Sehenswürdigkeiten, die euren Namen tragen.

Wenn ihr das Spiel selbst so gern spielt und all die Orte kennenlernen möchtet, die so heißen wie ihr: Der Künstler und Wissenschaftler Stephen Von Worley hat dazu WWW: ein kleines Tool gebastelt, das es schon länger gibt, mir aber jetzt erst untergekommen ist. Einfach euren Vornamen eingeben, auf "Map it!" klicken - und die Karte bestaunen. Leider kommen vor allem Orte in den USA raus. Aber Spaß macht es trotzdem.

Danke fuer den link.Zudem sich dort noch mehr interessante visualisierungen finden.Gut fuer ein verregnetes Wochenende.Daher bookmark gesichert. ;)

Robin am 5.08.14 8:11

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Sonntag, 03.08.2014

Computer Virus Catalog: Bizarre Illustration

Melissa, Cookie Monster, Nople: Es gab so einige Viren und Würmer, die Computergeschichte geschrieben haben. Cookie Monster zum Beispiel war wohl der erste Virus überhaupt, geschrieben in den 60er Jahren von Studenten am MIT, um andere Studenten zu ärgern. Oder Melissa, ein Wurm, der nach der Lieblingstänzerin des Virus-Schöpfers benannt wurde und Word-Dokumente infiziert hat. Oder Nople, ein Wurm, der sich über lokale oder globale Netze verbreitet. Eins haben die meisten Viren und Würmer gemein: Sie können durchaus riesigen Schaden anrichten - sind für den Laien aber weitgehend unsichtbar.

Das ändert sich jetzt. Denn jetzt gibt es den WWW: Computer Virus Catalog, eine Galerie mit Illustrationen der folgenreichsten Viren der Computergeschichte. Ein Kunstprojekt des Niederländers WWW: Bas van de Poel, der diverse Künstler gebeten hat, bekannte Viren und Würmer zu visualisieren. Das Ergebnis jedenfalls ist beeindruckend. Endlich kann man sich mal freuen, Bekanntschaft mit Viren und Würmern zu machen.

Bizarre Illustrationen; Rechte: Business Insider
Computer Virus Catalog: Bizarre Illustrationen

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