Montag, 16.03.2015

Die CeBIT sammelt wieder Relevanz

Die CeBIT öffnet in diesem Jahr eine Woche später als üblich ihre Pforten. Deshalb drängt sich die Fallhöhe auch so auf wie noch nie: Während in Austin in Texas die Geeks dieser Welt eine riesige Party aus dem SxSW-Festival machen, fallen zur CeBIT die Anzugträger dieser Welt ein. Aus der Publikumsmesse ist ein reines Businessevent geworden. Der CeBIT allerdings tut das gut: Sie sammelt wieder Relevanz.

Jack Ma; Rechte: picture-alliance/dpa/Ole Spata
Das Bild des Abends: Alibaba-Chef Jack Ma präsentiert auf der Eröffnungsfeier der CeBIT ein Smartphone-Bezahlsystem mit Gesichtserkennung.

Allein die Eröffnung am Sonntagabend: Aus dem diesjährigen Partnerland China spricht einer der wichtigsten Firmenchefs dieser Welt, nämlich Jack Ma, Gründer von Alibaba. Es bleibt nicht bei hohlen Floskeln fürs Geschäftemachen: Ma überrascht mit einem Bezahlsystem per Gesichtserkennung - und kauft und bezahlt live auf der Bühne eine Briefmarke für Hannovers Oberbürgermeister. Eine Innovation als Auftakt - das hat was.

Auch in den Messehallen wird das große technische Rad gedreht. Da geht es um die Vernetzung von Maschinen, um WLAN für ganze Stadien, um den Mobilfunkstandard 5G, der dafür sorgen soll, dass all die selbstfahrenden Autos, Roboter oder kleinen Geräte, die uns immer stärker umgeben, zuverlässig steuerbar sind und miteinander sprechen können. Es geht hier also um mehr, als die schrecklichen Kunstbegriffe der Veranstalter wie "Industrie 4.0" oder "d!conomy" auf den ersten Blick vermuten lassen.

Beim Blick auf das reine Messegeschehen geht manchmal außerdem unter, wie sehr sich die CeBIT auch zur Konferenz entwickelt. Die CeBIT Global Conferences, die parallel zur reinen Messe stattfindet, wird von den Machern als "Konferenz für die Meinungsführer der digitalen Welt" beworben. Das klingt noch etwas hochtrabend, zumal die Liste der Sprecher eher aus Firmenchefs besteht und große Namen aus Netzgemeinde und Silicon Valley fehlen - aus dieser Perspektive wirkt jede re:publica inhaltlich wertvoller.

Glenn Greenwald; Rechte: picture-alliance/dpa/Tobias Hase
Einer der spannendsten Termine der CeBIT Global Conferences: Enthüllungsjournalist und Aktivist Gleen Greenwald wird per Videokonferenz Edward Snowden zuschalten.

Termine wie die Keynote des umstrittenen Digitalkommissars der Europäischen Union Oettinger oder die Rede von Gleen Greenwald, der per Videokonferenz Edward Snowden aus Russland zuschalten wird, zeigen aber, wie sehr sich die Veranstalter neben der wirtschaftlichen auch um eine inhaltliche Relevanz bemühen.

Laut der Deutschen Messe sind mit 3.300 Ausstellern aus 70 Ländern zwar genauso viele wie im vergangenen Jahr dabei. Aber viele Unternehmen haben ihre Stände vergrößert - die Ausstellungsfläche steigt um sechs Prozent. Es könnte also sein, dass die Neuausrichtung der CeBIT weg vom breiten Publikum gelungen ist.


WDR: Schwerpunkt Cebit 2015

das war alles?
außer der Gag von alibaba - nicht viel

außer viel Versprechen und Gerede.

Vor allen von T-system, microsoft und auch SAP.
Ist den Managern von T-System eigentlich bewusst, wie schlecht ihr Ruf bei Anwendern, Kunden und Systembetreuern ist???

asaph am 16.03.15 11:19

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Montag, 16.03.2015

Youtube jetzt mit 360° Videos

Youtube kann jetzt Videos mit Rundumblick abspielen. Angekündigt war dieses neue Feature schon länger, am Freitag ist es relativ leise an den Start gegangen. In einem WWW: Blogeintrag beschreibt YouTube-Manager Sanjeev Verma kurz den aktuellen Stand: Videos mit 360°-Funktion laufen derzeit auf Desktop-PCs mit Chrome-Browser und mit einer Android-App, andere Systeme sollen folgen.

Hier ein Beispiel: Wer sich in dem Video bewegen möchte, klickt mit der linken Maustaste auf das Video und bewegt den Bildausschnitt in jede beliebige Richtung. (Das ganze scheint zurzeit wirklich nur mit dem Chrome-Browser zu laufen - ich freue mich über Erfolgs- und Misserfolgsmeldungen in den Kommentaren)

So richtig geschmeidig läuft das ganze aus meiner Sicht noch nicht und auch wenn man die Bildqualität auf HD umstellt, ist sie nicht so richtig begeisternd. Aber: das kommt bestimmt noch.

2010 haben wir beim WDR schon einmal mit 360° Videos experimentiert, damals haben wir den Day of Song in der Arena auf Schalke gefilmt. Das Video selbst ist leider mittlerweile depubliziert, es gibt aber noch eine WDR: Bildergalerie zur Produktion des Videos.

Damals gab es weltweit nur sehr wenige Firmen, die solche Videos mit selbstgebastelter Technik aufnehmen konnten. Auch das Hosting, also das Bereitstellen des Videos für die Nutzer, war hakelig, aufwändig und lief nicht immer ganz fehlerfrei. Mit der Unterstützung von Youtube kann nun jeder ein 360°-Video anbieten und die Aufzeichnung funktioniert auch immer einfacher. Statt Bastellösungen sind für dieses Jahr von verschiedenen Anbietern einfach bedienbare 360°-Kameras für ein paar hundert Euro angekündigt. In den kommenden Monaten wird es mit Sicherheit viele spektakuläre Videos mit Rundumblick geben.

Absolut richtig, läuft nur mit Chrome. Aber sie wären ja schön blöd, wenn sie es dabei belassen würden.

Kamerakind am 16.03.15 10:24

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Sonntag, 15.03.2015

Ich liebe meine Kritiker!

Bewertungsportale sind beliebt: Hier kann man nachschauen, welche Erfahrungen andere User mit Produkten, Firmen, Dienstleistungen oder Onlinediensten gemacht haben. Das kann hilfreich sein - oder nicht. Das kann fair sein - oder nicht. Kommt immer auch ein bisschen auf die Perspektive an. Wer zum Beispiel ein Restaurant betreibt und sich eine virtuelle Watsche einfängt, weil ein Gast eine schlechte Kritik schreibt, der wird in aller Regel nicht sonderlich begeistert sein. Denn eine schlechte Bewertung ist nicht nur wenig schmeichelhaft fürs Ego, sondern schadet auch dem Geschäft. Wenn andere das lesen, bleiben sie vielleicht weg.

Aber was macht man mit einer schlechten Bewertung? Man kann sie öffentlich vorlesen. Das amerikanische Kochportal WWW: FoodBeast nimmt die Dinge generell nicht so ernst und hat drei Köche gebeten, die schlechtesten Bewertungen ihrer Restaurants vorzulesen. Das alles wurde aufgezeichnet - und auf Youtube gestellt. Herausgekommen ist ein amüsantes Video, das zeigt: Wer gelassen und sogar ein bisschen humorvoll mit schlechten Bewertungen umgeht, kann Punkte machen.


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