Montag, 01.09.2014

Netflix: Enttäuschung noch vor dem Start

Eigentlich soll es mit Blog: Netflix in Deutschland erst am 16. September losgehen. An diesem Tag ist ein großer Launch Event in Berlin geplant. Das ist der offizielle Startschuss - gut eine Woche nach der IFA. Doch der offizielle Marktstart kündigt sich mit Vorbeben an. Denn die Konkurrenz wird unruhig: Die WWW: Online-Videothek Sky Snap kostet plötzlich nur noch 3,99 im Monat. Maxdome spricht intensiver mit Journalisten. Und Amazon weist stolz immer wieder auf den (angeblichen) Erfolg seines Videoangebots WWW: Prime Instant Video hin.

Man möchte halt nicht untergehen angesichts der Bedrohung, die jetzt aus USA nach Deutschland kommt. Schließlich hat Netflix zweifellos in den USA den Videomarkt revolutioniert und auch den ein oder anderen Anbieter in die Knie gezwungen.

Netflix Homepage; Rechte: dpa/Picture Alliance
Netflix: Neue Konkurrenz für Maxdome, Watchever und Co.


Möglicherweise überzogene Erwartungen an Netflix
Man sollte Netflix schon ernst nehmen. Allerdings habe ich schon den Eindruck, dass die Erwartungen an Netflix mitunter etwas überzogen sind. Auch Netflix kann nicht zaubern und störende Rechteprobleme ignorieren. Auch Netflix muss Geld verdienen. Und bekannte Eigenproduktionen von Netflix wie WWW: House of Cards läuft bei uns im Fernsehen, bei Sky Atlantic, und kann deshalb nicht exklusiv bei Netflix zu sehen sein. Das Pulver ist also bereits verschossen. Immerhin werden die beiden ersten Staffeln der Gefängnisserie WWW: Orange is the new black auf Netflix zu sehen sein.

Doch nun mehren sich die Gerüchte, dass Netflix in Deutschland möglicherweise sogar früher starten könnte als geplant. Auf der einen Seite schwer vorstellbar, weil dann ein Launch Event keinen Sinn mehr macht. Andererseits aber auch wieder denkbar, denn letztlich ist alles gut, was einen ins Gespräch bringt und das Interesse steigert. Der Branchendienst DWDL jedenfalls hat bereits WWW: einige Screenshots online gestellt, in denen man Teile der deutschen Benutzeroberfläche und Teile des Angebots sehen kann. Denn das deutsche Onlineangebot lässt sich über Umwege bereits einsehen. Das aber bedeutet nicht, dass es bereits offiziell gestartet ist.

Orange is the new black; Rechte: Netflix
Orange is the new black wird auch bei Netflix Deutschland zu sehen sein


Enttäuschung macht sich breit
Angesichts dessen, was vorab über das tatsächliche Angebot von Netflix in Deutschland in Erfahrung zu bringen ist - und das sind ausnahmslos alles inoffizielle Kanäle -, macht sich im Netz Enttäuschung breit. WWW: "Enttäuschung on Demand" titelt der Mediendienst Meedia. Denn der Abopreis soll sich in Deutschland auf 7,99 EUR im Monat belaufen. Branchenüblich. Aber ohne wirklich cooles Zeug, das man nirgendwo anders bekommt.

Der Netflix-Start könnte also deutlich bescheidener ausfallen als bisher gedacht. Egal, ob es nun am 16. September losgeht oder schon ein paar Tage früher.

"Deutsch"Immer erst einmal ueber ungelegte Eier jammern?Das Angebot soll uebrigens mehrsprchig werden-Originalfassung und Syncro+Untertitel.Lasst doch Netflix erst einmal starten.Man wird dann schon sehen das dies den markt aufmischen wird.Content wird auch schon noch kommen.

Typisch am 3.09.14 15:39

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Montag, 01.09.2014

Bilder von Promis und Normalos #ifmyiphonegothacked

Das Smartphone ist heute vor allem eins: Blog: Fotoapparat mit Internetanschluss. Jeden Tag entstehen unzählige Aufnahmen. Und die meisten davon landen - unbermerkt - in der Cloud. Denn die Smartphones funken die Bilder nicht nur bei der Verwendung von Twitter, Instagram, Facebook und Co. ins Netz, sondern hinterlegen oft auch automatisch Kopien der Bilder in der Datenwolke. So landen die Bilder zum Beispiel bei iCloud oder Dropbox, damit sie nicht mehr verloren gehen können und man immer und von überall darauf zugreifen kann. Eigentlich praktisch - aber offensichtlich auch ein Sicherheitsrisiko.

Promis wehren sich: Hier wird behauptet, alles wäre Fake; Rechte: WDR
Promis wehren sich: Hier wird behauptet, alles wäre Fake


Kompromittierende Aufnahmen durch Hack?
Denn am Wochenende sind jede Menge kompromittierender Aufnahmen von und mit Promis im Netz aufgetaucht, die nicht nur die Promis selbst zeigen, sondern offensichtlich sogar mit deren Smartphones gemacht wurden. Betroffen sind rund WWW: 100 meist weibliche Stars, etwa Jennifer Lawrence, Wynona Rider oder Kirsten Dunst. Für die Öffentlichkeit sind die Aufnahmen jedenfalls ganz sicher nicht gedacht. Trotzdem sind zahlreiche Aufnahmen auf Twitter und Co. gelandet, nachdem sie im Imageboard des Hackerforums 4Chan aufgetaucht sind - was einen riesigen Tumult verursacht hat. Denn die meisten Aufnahmen sind ruckzuck auf Twitter zu sehen gewesen. Die meisten Accounts, die solche Aufnahmen getwittert haben, wurden mittlerweile gesperrt.

Viele vermuten, dass es WWW: möglicherweise einen Hack gibt: Gut möglich, dass iCloud eine Sicherheitslücke hat und Hacker sich Zugriff auf die Promifotos verschafft haben. Denn wie sonst sollten die Aufnahmen in die Hände von Fremden gelangt sein? Viele der Aufnahmen zeigen zweifellos Bilder, die nicht zum Twittern oder Posten gedacht waren. Einige Promis bestätigen die Echtheit der Aufnahmen, was einen Hack nahelegt. Manche Aufnahmen stammen aber offensichtlich wohl nicht aus der iCloud. Wie also sind die Bilder in die Hände der Hacker gelangt?


#ifmyiphonegothacked
Doch das Netz wäre nicht das Netz, wenn man nicht auch über einen solchen Vorfall Witze machen könnte. Darum kursieren seit einer Weile Fotos auf Twitter, die mit dem Hashtag WWW: #ifmyihphonegothacked getaggt sind. Wenn mein iPhone gehackt würde - na dann könntet Ihr Aufnahmen wie diese sehen, die ich angehängt habe... Die meisten twittern Belangloses, simpelste Aufnahmen, ihre Katzen oder Hunde, eine Naturaufnahme, ein verwackeltes Bild oder irgendwas, was man garantiert nicht erkennen kann. Es ist recht vergnüglich, sich die Galerie mal anzuschauen.

Also ich mache da mit...

Ein typischer Fehler: Man nimmt überall dasselbe Passwort, irgendwo wird ein Dienst gehackt und damit stehen dann auch alle anderen Accounts offen, bei denen man dasselbe Passwort benutzt, auch iCloud, Dropbox, Picasa, ...

Man sollte sich aber echt nicht einbilden, dass man sicher wäre, wenn man solche Daten wie private Fotos nie in Cloud-Dienste steckt. Gehackte Computer, geklaute/verlorene Telefone, Kameras oder SD-Karten sind noch häufiger als tatsächliche Hacks von Cloud-Diensten. Und wer zu bequem ist, um überall sichere und verschiedene Passwörter zu verwenden, der wird garantiert seine Daten auch nicht verschlüsseln oder sonstwie schützen.

iCloud bietet übrigens Zusatz-Authentifizierung per SMS an, ich gehe jede Wette ein, dass das keiner der Betroffenen genutzt hat.

joh am 1.09.14 17:14

Nun ja,die "Erklaerungen"von joh sind ja ganz nett-nur haben die mit den tatsaechlichen Gegebenheiten nichts zu tun.Der hack hier duerfte sich gegen einen der dropbox admins gerichtet haben-denn es sind dort Photos aufgetaucht die laut Aussge der Betroffenen bereits vor langer Zeit auf dropbox geloescht wurden!Zudem macht sich kein cracker die Arbeit auf einem server vorgefundene(unverschluesselte)PW auf anderen Diensten"auszuprobieren.Zuviel Arbeit.Gecrackt werden adservices die dann die banner an tausende pages ausliefern(Angriff auf user-die dumm genug sind js\flash etc. im Netz zu erlauben).Gecrackt werden server via crawler,die nach schwachstellen der server suchen.SMS und "sicher"..hrrmmm-dein "Smart"phone ist laengst gecrackt.

Robin am 2.09.14 9:32

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Montag, 01.09.2014

Somebody: Die Messaging-App, die keine Textnachrichten versendet

Miranda July ist eine Frau, die so viele Jobtitel hat, wie andere zweite Vornamen. Die Amerikanerin ist Regisseurin, Drehbuchautorin, Schauspielerin, Schriftstellerin, Musikerin, Künstlerin und jetzt hat sie auch noch eine App herausgebracht: eine "Messaging"-App.

In Konkurrenz mit anderen Messaging-Apps tritt July aber mit ihrer App Somebody bestimmt nicht. Zwischen der Nachrichtenübermittlung von Sender und Empfänger steht nämlich eine weitere Person: ein Fremder. Somebody pfeift auf die Privatheit von Nachrichten, sondern fokussiert stattdessen die analoge Interaktion zwischen zwei Menschen. Hört sich kryptisch an? Ja, ein wenig, aber der folgende Kurzfilm, welcher von July für das Luxuslabel und Kooperationspartner Miu Miu gedreht wurde zeigt auf charmante, melancholische und amüsante Art und Weise, welcher Gedanke dahinter steht.

Einem bekannten Menschen etwas zu sagen, was man eigentlich nicht über die Lippen bringt - weil der Mut fehlt oder man sich schämt - sind Gedanken, die hinter Somebody stecken. Somebody: jemand anderes, jemand Unbekanntes, der diese Aufgabe übernimmt und es so viel leichter hat, weil er unbefangen ist.

app.jpg

Das Design der App ist bunt und verspielt. Nach der Anmeldung und dem Zugriff auf die Kontakte, Standortfreigabe, Verifizierung der Mailadresse per SMS-Code und der Einrichtung eines Profils samt Profilbild, kann man endlich loslegen und tatsächlich sehe ich, dass einige Nachrichten in kleinen Wölkchen "herum-floaten" und darauf warten überbracht zu werden.
Innerhalb des Schriftfeldes ist sogar Platz für Regieanweisungen, damit der Überbringer die Nachricht auch akkurat "performen" kann.

Ob sich Somebody tatsächlich etablieren wird, bleibt dahingestellt. Auf der WWW: Facebookseite der Künstlerin wird Miranda July regelrecht bestürmt die App, die bisher nur für iOS verfügbar ist, auch für Android zu entwickeln. Einige Early Adopter sind schon dabei - unbekannterweise - Nachrichten mit Somebody zu übermitteln.
Auf einem WWW: Tumblr kann man außerdem nachverfolgen, wer schon alles über Somebody Nachrichten übermittelt und erhalten hat. Sogenannte "Somebody Hotspots" sind auf der WWW: Website ausgeschrieben und weisen darauf hin, dass an diesen Orten mit akuter Somebody-Übermittlung zu rechnen ist, wie z.B. auf der Biennale.

july.jpg

Natürlich ist es nicht jedermanns Sache eine fremde Person anzusprechen und intime, persönliche und sensible Nachrichten zu überbringen. Abgesehen davon, dass man seinen Standort für alle Somebody Nutzer frei gibt. Dennoch bin ich gespannt, wie sich Somebody entwickeln wird. Momentan ist die App noch ein wenig unübersichtlich und lässt bei der Benutzung noch einige Fragen offen.

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