Mittwoch, 06.08.2014

Wir brauchen eine private Öffentlichkeit!

Am 20. Juni hat eine Schülerin aus den USA einen Fehler gemacht. Es könnte sein, dass ihr in den vergangenen Wochen im Netz auch auf ihr Selfie aus dem Konzentrationslager Auschwitz gestoßen seid. Das Foto ging um die Welt - inklusive Name und Nutzername der Schülerin. Sie hat dafür einen veritablen Shitstorm geerntet.

Selfie im Konzentrationslager Auschwitz; Rechte: Twitter/privat
Eine Schülerin weltweit für dieses Selfie bloßzustellen - ist das der richtige Weg?

Es soll hier gar nicht darum gehen, ob Konzentrationslager die richtigen Orte für Selfies sind. Das sind sie nicht. Aber eine Suche bei Google, Facebook, Twitter oder Instagram zeigt, dass die Schülerin nicht allein ist. Und es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Orte und Gelegenheiten, an denen man sich stören kann: von Selfies bei Beerdigungen bis zum Selfie, WWW: das US-Präsident Obama mit den Regierungschefs von Großbritannien und Dänemark auf der Trauerfeier für Nelson Mandela geschossen hat.

Was mich stört: dass zwischen Barack Obama und der Schülerin in Auschwitz kein Unterschied gemacht wird. Dass immer öfter Privatpersonen wegen einzelner Tweets oder Statusmeldungen in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Da ernten dann Nutzer ihre Shitstorms, die damit nicht umgehen können und wohl für viele Jahre daran knabbern werden. Ob das noch verhältnismäßig für ein einzelnes falsches Posting ist?

Wenn wir in Deutschland über Privatsphäre diskutieren, dann meistens schwarz-weiß: Privat ist, was nicht öffentlich ist - und öffentlich ist, was nicht privat ist. Datenschutz gegen Sorglosigkeit. Privatsphäre gegen maximale Öffentlichkeit. Dazwischen gibt es keinen Raum mehr. Mitglieder sozialer Netzwerke ernten von anderen Mitgliedern Verständnis. Von der Sorte Mensch aber, die Facebook "Fratzenbuch" nennen, werden sie abgekanzelt, verbunden mit dem Vorwurf, sich zu Sklaven zu machen.

Speaker's Corner; Rechte: picture-alliance/godong/Philippe Lissac
Wie öffentlich ist eine öffentliche Statusmeldung bei Facebook? So öffentlich wie ein Auftritt am Speaker's Corner? So öffentlich wie eine einfache Unterhaltung im Park?

Zu differenzieren, ist nicht so unser Ding, und so läuft es eben auch, wenn es um Fotos, Statusmeldungen, Tweets und Selfies geht: Sie werden für jeden sichtbar im sozialen Netzwerk gepostet, also darf sie auch jeder nutzen. "Ist doch öffentlich", sagen vor allem wir Journalisten oft - und meinen: "öffentlich genug, um eine Story draus zu machen."

Viele Artikel in Onlinemedien funktionieren mittlerweile so: Da setzen sich Redakteure hin, suchen Tweets zu einem aktuell viel diskutierten Thema raus, und fertig ist der WWW: So-WWW: diskutiert-WWW: das-WWW: Netz-WWW: über-WWW: xyz-WWW: Artikel. Es gibt sogar fertige Tools, mit denen sich Inhalte aus sozialen Netzwerken einfach per Mausklick in die Artikel ziehen lassen. Eine Diskussion darüber, ob es einen Unterschied zwischen Tweets zum Beispiel des Regierungssprechers oder einfacher Nutzer gibt, ist dagegen selten.

Es gibt Nutzer, denen diese plötzliche Öffentlichkeit nicht gefällt. Als im März die englische Variante der WWW: #aufschrei-Diskussion unter dem Hashtag WWW: #yesallwomen ins Rollen kam, haben sich einige der Teilnehmerinnen WWW: darüber beschwert, dass ihre Tweets öffentlich gemacht wurden, ohne dass man sie vorher gefragt hat. Sachlich gesehen gibt es daran nichts auszusetzen - ethisch gesehen vielleicht doch.

Facebook; Rechte: picture-alliamce/empics/The Canadian Press/Sean Kilpatrick
Facebook bietet alle Möglichkeiten, die Privatsphäre für die eigenen Beiträge genau einzustellen. Aber liegt die Verantwortung nur bei Facebook und den Urhebern - oder auch bei Medien und Nutzern, die auf die Inhalte zugreifen und sie teilen?

Es heißt immer: Teile nichts bei Facebook oder Twitter, was du nicht auch in aller Öffentlichkeit sagen würdest. Welche Öffentlichkeit ist denn damit gemeint? Die einer Fernsehansprache, bei der das ganze Volk zuhört? Die einer Kanzel, über die ich ein paar Hundert Menschen erreiche? Die einer Unterhaltung im Restaurant mit ein paar weiteren Dutzend Gästen? Oder die eines vertraulichen, aber öffentlichen Gesprächs zwischen zwei Menschen auf einer Parkbank? Gar nicht so einfach zu beantworten.

Aufschluss könnte zum Beispiel die Zahl der Freunde oder Follower geben: Wer auf eine Handvoll Follower kommt, hat es auch bei Einsatz eines Hashtags verdient, gefragt zu werden. Wer es auf ein paar Tausend Follower bringt, ist Öffentlichkeit dagegen schon gewöhnt - und kommt auch eher darauf klar, in den Medien zitiert zu werden.

Es gibt im "echten Leben" dort draußen ein paar gesellschaftliche Konventionen, die Anil Dash in seinem Artikel WWW: "What Is Public?" aufzählt, der mich auch auf die Idee zu diesem Blogbeitrag hier gebracht hat. Er schreibt: "Wir verlassen uns auf eine Reihe von sozialen Vereinbarungen, die es möglich machen, uns in der Öffentlichkeit und in halb-öffentlichen Räumen zu bewegen. Wenn wir uns mit einem Freund bei einem Kaffee über unseren Chef auslassen, vertrauen wir auch darauf, dass kein Kamerateam das Kaffeehaus stürmt und die Unterhaltung landesweit im Fernsehen überträgt."

Soziale Netzwerke funktionieren wie Katalysatoren, die Milliarden Menschen weltweit zu potenziellen Personen des öffentlichen Lebens machen. Wir können uns diesen Raum zwischen Privatheit und Öffentlichkeit zurückholen, indem wir all die gesellschaftlichen Konventionen, die wir längst kennen, auch aufs Netz übertragen. Was wir brauchen, ist eine private Öffentlichkeit - und Menschen, die sie respektieren.

Nicht alles was hinkt ist ein guter Vergleich-"soziale Netzwerke"im Internet sind weder soziale Netzwerke,geschweige denn mit einem privaten Kaffehausbesuch zu vergleichen.Diese "netzwerke"sind nichts anderes als riesige Monitore auf denen sich exhibitionistische Selbsdarsteller nakich machen,um dort verzweifelt nach Anerkennung zu betteln.Warum sich aber jemand ueber einen harmlosen Erinnerungs Schnappschuss aus Auschwitz,oder bei Mandelas Beerdigung aufregen kann,das erschliesst sich mir beim besten Willen nicht.Nach der Beerdigung meiner Grossmutter haben wir bspw. auf ihren Wunsch hin froehlich gefeiert.Auch auf meiner Beerdigung wird Pflicht sein,wie im alten NewOrleans-auf dem Hinweg darf getrauert werden-auf dem Rueckweg aber geht bitte die Post ab und es wird gerockt!

Robin am 6.08.14 12:32

Wenn ich meine Meinung in sozialen Netzwerken öffentlich zugänglich mache, ist das so, als würde ich sie an ein schwarzes Brett heften. Ich mache es möglich, dass das jeder liest, der es entdeckt und ich habe keinen Einfluss darauf, wer das liest und wie viele Personen es sind. Ich mache es möglich, dass diese Personen sich eine eigene Meinung zu meiner bilden und sie auch sagen. Das dürfen sie. Das weiß ich. Wenn ich das nicht möchte, gibt es nur eine Möglichkeit, dieses hundertprozentig zu verhindern: Ich hefte nichts ans schwarze Brett.

Britta am 7.08.14 7:38

Ich finde, Britta hat das sehr schön auf den Punkt gebracht. Die sog. „Sozialen Netze“ erfüllen ja mehrere Funktionen: Sie sind ein Vehikel zum Geldverdienen und Werben, sie dienen der umfassenden Ausforschung der dort angemeldeten Kunden, und sie werden von eben diesen Kunden als „soziales Netz“ wahrgenommen. Sie ermöglichen es zudem jedermann, sich an die weltweite Öffentlichkeit zu wenden, was in dem vorliegenden Fall passiert ist. Von daher habe ich nie verstanden, dass man bereits 13jährigen (die noch nicht einmal strafmündig sind) eine solche Verantwortung zumutet. Jeder ist für sein Handeln verantwortlich. Wir brauchen keine neue Ethik im Sinne einer „privaten Öffentlichkeit“; die Begriffe „privat“ und „öffentlich“ schließen sich zudem gegenseitig aus. Was wir brauchen, ist vielmehr Aufklärung im Kant’schen Sinne: den „Ausgang ... aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Am Ende kann man niemanden vor sich selber schützen.

Gebührenzahler am 7.08.14 10:13

Das Problem mit dem Vergleich mit einem "schwarzen Brett" ist doch einfach, dass bei einem wirklichen schwarzen Brett nur die das lesen können, die dort zufällig vorbeikommen und nicht die ganze Welt. Das ist genauso wie mit Autokennzeichen: Die kann auch jeder lesen. Wenn man nun aber die gescannten Kennzeichen des Mautsystems in eine Datenbank packen und das veröffentlichen würde, wäre das nicht mehr dasselbe.

Diesen Unterschied zwischen "Öffentlichkeit" und "maschinell erschlossene weltweit durchsuchbare Öffentlichkeit" kapieren aber viele Leute nicht, wie man ja schon bei dem "Recht auf Vergessen" sehr schön sehen kann. Bloß weil irgendwas nicht direkt privat ist, heißt das nicht, dass "öffentliche" Dinge gleich global öffentlich und mit Personen verknüpft sein können, ohne dass daraus dann etwas ganz anderes würde. Vordigitale Öffentlichkeit war immer eine praktisch sehr eingeschränkte Öffentlichkeit.

joh am 7.08.14 12:13

@joh-unklar was du sagen wolltest?Dein Vergleich mit den Autokennzeichen ist merkwuerdig-weder scannen die Autobesitzer ihre Kennzeichen selbst,noch speichern sie diese in einer Datenbank.Das macht in DE"big brother".Das ist bei den"sozialen Netzwerken"voellig anders-da speichern die Leute ihre Daten selber ein und finden es dann auch noch toll wenn sie am Ende eines Jahres sich daraus ein Jahrbuch erstellen koennen. War da nicht erst vor kurzem so ein merkwuerdiger blogpost von Herrn\Frau(?) Horn,was das betrifft?Das ihre Daten aber gespeichert,verknuepft und verkauft werden-das nicken alle beim erstellen eines accounts ab."Das Recht auf Vergessen"ist ein voellig wirres Fehlurteil und eine verdeckte Zensur in der Hand einzelner.Kann nur hoffen das bald jemand crawler schreibt die alle Suchmaschinen und die wikipedia nach deratigem abgrast um dies dann-ausserhalb der Reichweite der EU Jurisdiction zu veroeffentlichen.

Robin am 8.08.14 9:11

Man hänge mal ein Nacktfoto von sich am schwarzen Brett im örtlichen Supermarkt aus – ich bin sicher, dass das nach einem Tag nicht nur die wissen, die dort zufällig vorbeikommen. An der „privaten Öffentlichkeit“ missfällt mir die Auslieferung an die Bewertung durch andere. Nicht ich entscheide dann mehr, was mit meinen Äußerungen passiert. Bekanntheit kann sich auch ändern, siehe die veröffentlichten Chats eines noch unbekannten Edward Snowden (http://arstechnica.com/tech-policy/2013/06/exclusive-in-2009-ed-snowden-said-leakers-should-be-shot-then-he-became-one/). Sind diese Chats relevant für die Bewertung der Snowden’schen Infos? Wer will das bewerten? Es ist doch klar, dass jede Veröffentlichung später gegen einen verwendet werden KANN. Wir sollten gerade jetzt, wo sich toll gewordene Firmen/Regierungen unserer Daten bemächtigen, nicht anfangen, Privatheit umzudefinieren, um unbedacht Handelnde ihrer ureigenen Verantwortung zu entziehen. Ausreichend klare Definitionen haben wir.

Gebührenzahler am 8.08.14 10:26

@Robin: Man muß gar nicht außerhalb der EU sein, um "gelöschte" Links zu veröffentlichen. Man kann sie hier veröffentlichen, jeder darf drauf verlinken und die Seiten sind ja auch noch da. Es geht in diesem Urteil doch gar nicht um das Veröffentlichen, sondern um das grenzenlose Auswerten der Öffentlichkeit.

Die Seiten, auf denen der eigene Name steht, scannt und indiziert man ja auch nicht selbst. Google tut das viel mehr, genauso wie Toll Collect alle Kennzeichen scannt. Ist es Zensur, dass diese Daten nicht für jeden durchsuchbar sind? Sind doch öffentliche Daten, jeder kann doch sehen, wo Sie fahren.

Digitale, maschinell ausgewertete Öffentlichkeit ist nicht einfach nur "Öffentlichkeit". Ohne konkrete Regelungen, die dem Einzelnen eine Kontrolle über Daten zu seiner Person geben, ist das eine grenzenlose Totalüberwachung der Öffentlichkeit.

joh am 8.08.14 11:37

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Dienstag, 05.08.2014

Google jetzt auch Hilfssheriff

Wer möchte da nicht erst mal begeistert in die Hände klatschen, besonders wenn man selbst Kinder hat: Dank Googles Mithilfe wurde ein 41-jähriger Mann aus Texas der Verbreitung von Kinderpornografie überführt. Der Mann hatte über Google Mail drei kinderpornografische Fotos verschickt - und so ein Alarmsystem bei Google getriggert. Denn Google Mail durchforstet automatisch alle eingehenden und ausgehenden E-Mails nach kriminellen Inhalten. Unbemerkt. Blitzschnell. Für Google nicht weiter ein Problem, da eingehende Mails sowieso durchforstet werden, spätestens, wenn man sie sich im Webmailer anschaut - damit passende Werbung angezeigt werden kann.

Google Mail Logo im Smartphone; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google Mail hilft bei der Aufklärung von Straftaten


Fotos anhand des Fingerabdrucks erkennen
Fotos haben eine Art Fingerabdruck (Hashwert). Durch den Abgleich mit Foto-Datenbanken lassen sich bereits bekannte Fotos, etwa mit kinderpornografischem Inhalt, mühelos erkennen. Genau dieses Verfahren wurde im vorliegenden Fall angewendet: Der Mann verschickte Fotos, die den Behörden bereits bekannt waren. Google meldete den Mann den Behörden. Die Polizei durchsuchte daraufhin Rechner, Handy und Wohnung und stieß auf jede Menge weiteres Material. Wieder einer weniger! Würden alle Mail-Provider so vorgehen, hätten es Kriminelle und Konsumenten von solchen Inhalten deutlich schwerer.

Eigentlich eine wünschenswerte Situation. Und man fragt sich unweigerlich: Wieso machen nicht alle mit? Die Antwort ist ganz einfach: Weil es nicht erlaubt wäre. In Deutschland jedenfalls wäre es nicht gestattet, alle Mails verdacht- und anhaltslos zu durchsuchen und zu durchforsten. Das darf nur in gezielten Einzelfällen passieren, nämlich dann, wenn ein Verdacht vorliegt und die Staatsanwaltschaft oder Polizei ermittelt. Dann müssen Provider bei der Ermittlung behilflich sein und ggf. auch Mails durchsuchen, sofern technisch machbar.

Google-Logo im Auge; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google sieht alles


Sollten Provider verlängerter Arm des Gesetzes sein?
In den USA sind Provider verpflichtet, solche Fälle zu melden, wenn sie ihnen auffallen. Sie sind allerdings nicht verpflichtet, proaktiv zu suchen. Google macht also mehr, als der Gesetzgeber verlangt. Moralisch verständlich, rechtlich aber bedenklich. Denn Google ist ein Provider und kein Hilfssheriff. Genau dazu macht sich Google aber - von ganz alleine. Problematisch ist das deswegen, weil nicht klar ist, wonach als nächstes proaktiv gesucht wird. Nach politischer Gesinnung? Sexueller Ausrichtung? Chronischen Krankheiten? Alles denkbar und auch technisch machbar. Die Frage ist: Wollen wir das?

Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob jemand eine Person bei frischer Tat ertappt und der Polizei meldet. Oder ob grundsätzlich jeder überwacht wird. Der Zweck heiligt bekanntlich nicht die Mittel. Zweifellos ein moralisches Dilemma. Denn natürlich wollen wir, dass Kinderpornografie im Netz nichts verloren hat. Anbieter und Konsumenten sollen zu Recht Aufdeckung befürchten. Aber bitte nur die. Leider werden technische Maßnahmen immer auch missbraucht.

Dafür werden keine Mails durchsucht, Google dedupliziert alle Bilder (das heißt alle Bilder mit demselben Hashwert werden nur einmal abgespeichert, um Platz zu sparen, das machen Dropbox etc. übrigens genauso, das ist letztlich nur eine Art von Kompression). Dabei kann man das natürlich wunderbar mit einer Liste von Hashes von "verbotenen" Bildern vergleichen und Schwupps. Hätte der Kerl seine Anhänge verschlüsselt verschickt, wäre ihm das nicht passiert.

Google durchsucht und indiziert natürlich trotzdem alle Mails bei Gmail, schon immer. Deshalb bekommt man dann auch gleich bei Google die passende Werbung zu den Emails angezeigt. Finde ich zwar auch unmöglich (für Google selbst sind alle Emails genauso indiziert und im Volltext durchsuchbar wie der Rest des Internets), aber wenn man sowas für umsonst haben will, muß man wohl anders zahlen... wie bei allen Angeboten von Google.

Wer sich über sowas aufregt, der hat entweder keine Ahnung oder will nur Ahnungslose aufreizen.

joh am 5.08.14 16:37

eBay und HOOD arbeiten schon lange den Finanzämtern in Deutschland zu und benennen Transaktionen und Verkäufe und die Finanzämter profitieren davon.

heinzb aus nrw am 5.08.14 22:11

Wer in der heutigen Zeit der globalen Totalüberwachung durch die NSA noch ein Google GMail - Konto besitzt hat die Zeichen der Zeit eindeutig nicht erkannt. Aber der Durchschnittsbürger zahlt auch immer noch Rundfunkgebühren, wie lange noch?

Wassertrinker am 5.08.14 22:16

Nun weiss selbst der letzte dumme Paedokriminelle das er beim Versenden von Bildern via gMail das Bild nur einmal vorher mit einem Bildbearbeitungsprogramm nacharbeiten muss(Aufloesung oder Groesse aendern=anderer hashwert)um dies dann ganz offen versenden zu koennen,ohne das mit einem Packprogramm zu komprimieren und\oder zu verschluesseln.

Na toll am 6.08.14 8:00

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Dienstag, 05.08.2014

Festival-Apps im Test

Wenn ich auf ein Konzert, Festival oder auch nur an einen überfüllten See gehe, denke ich ganz oft, dass ich mich nur einmal kurz umdrehe und dann bestimmt all meine Leute verschwunden sind. Weil ja niemand festgewachsen ist, sondern sich mit der Masse oder aus eigenem Willen auch mal vom Fleck bewegt. Bisher war das Wiederfinden oft eine Herausforderung. Aber das geht jetzt alles leichter...

"Wo stehst du? Waaaas? Ich versteh dich nicht! An welchem Baum?" So oder ähnlich klingen oft meine Freunde-Wiederfind-Gespräche. Wenn man überhaupt Empfang hat. Einfacher ist es da mit Ortungsdiensten, ob nun über die Standortvermittlung bei What´s App oder ein anderes Handyprogramm. Mit dem Tentfinder für iPhones (0,89 Euro) kann ich zum Beispiel verschiedene Standorte speichern.

Festival-Apps: Rechte: WDR/Horn

Ich schmeiße einfach das GPS an, speichere und benenne den Ort und gehe, wohin ich will. Wenn ich dorthin zurück möchte, drücke ich "wiederfinden" und schon zeigt mir die blaue Nadel auf dem Satellitenbild an, ob ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Eine Sprachnavigation gibt es zwar nicht, aber die würde ich im Zweifel ja eh nicht hören. So kann ich nicht nur den letzten Treffpunkt mit meinen Freunden festhalten, sondern auch die nächsten Örtlichkeiten, den Würstchenstand oder den Ausgang.

Um nicht nur einen Standort zu speichern, sondern zu sehen, wo alle meine Freunde sind, müssen nur alle die Gratis-App "Joined" installiert haben und sich einloggen. Und schon sehe ich, dass Peter auf dem Dixi ist, Maren gerade am Zeltplatz und Julia offensichtlich Getränke holt. Wer unentdeckt bleiben will, macht die App einfach aus. Solche und ähnliche Apps gibt es mittlerweile zahlreiche.

Festival-Apps: Rechte: WDR/Horn

Gleiches gilt für Dezibel-Mess-Apps. Um zu wissen, wie laut die Band gerade durch die Boxen dröhnt, kann ich z.B. mit "Decibel 10th" die Lautstärke prüfen. Allerdings schlägt der Zeiger schon bei einem normalen Gespräch bei 80dB aus. Ab 85 dB gilt im Beruf bereits Gehörschutzpflicht. Ab diesem Bereich ist die Anzeige in der App zwar rot markiert, aber es gibt keinerlei Alarm bei gefährlicher Lautstärke. Konzerte überschreiten zudem locker 110 Dezibel - die Grenze, an der die Anzeige der App endet. Bringt mir also nichts. Ich benutze einfach weiterhin auf jedem Konzert Ohrstöpsel.

Als ich gesehen habe, dass es Promille-Mess-Apps gibt, wollte ich auch hier wissen, wie und ob sie funktionieren. Mit "Intellidrink" für 1,79 Euro war meine Meinung dazu schnell klar. Ich kann mir ein Profil erstellen: Alter, Größe, Gewicht, wie viel habe ich gegessen. Dann klicke ich mein favorisiertes Getränk an. Die App kennt den Alkoholgehalt von Bier und anderen Getränken, berechnet dann je nach Angaben meinen Promille-Status für den kommenden Zeitraum.

Festival-Apps: Rechte: WDR/Horn

Allerdings ist die Berechnung ziemlich ungenau, wie ein Vergleichstest beim Pusten zeigt. Und wenn ich mal schneller oder langsamer trinke oder das Getränk wechsle, muss ich alles eintippen und speichern. Erstens habe ich bei einem Konzert aber besseres zu tun und zweitens investiere ich die 1,79 Euro lieber in mein nächstes Erfrischungsgetränk. Einer Promille-App sollte man niemals trauen.

Dann doch lieber eine Wasser-Erinnerungs-App wie WaterIn. Damit kann ich mich selbst dazu ermahnen, immer wieder reichlich Wasser zu trinken. Funktioniert auch prima im Büro und beim Sport. Wenn man jetzt noch eine wasserfeste Handyhülle hat, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Mein Tipp: Ersatzakku mitnehmen und das Handy in der Hülle an der Kleidung festmachen. Wenn es nämlich irgendwo auf dem Boden rumfliegt, bringt die beste Ortungs-Apps nichts, um seine Freunde wiederzufinden.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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