Montag, 20.05.2013

Mein PDF-Archiv in der Cloud

Wie oft wurde uns schon das papierlose Büro versprochen? Unzählbare Male. Ich befürchte allerdings, es kommt so schnell nicht. Im Gegenteil: Irgendwie wird immer mehr ausgedruckt, mehr als früher. Weil es mit Computerhilfe so viel einfacher geworden ist, etwas auf dem Bildschirm anzuzeigen und dann auszudrucken. Außerdem müssen wir immer mehr selbst ausdrucken, weil Rechnungen, Angebote, Anschreiben als PDF per E-Mail nach Hause kommen. Aber natürlich auch noch jede Menge normale Papierpost, vor allem von Behörden, Banken, Versicherungen... Was man so zum Leben braucht.

Ein Dokumenten-Scanner muss her
Aber muss man deswegen aufgeben und artig zum Locher greifen wie vor 100 Jahren? Nein! Ich wollte unbedingt eine andere Lösung, ein Lösung, die modern und zeitgemäß ist, die Möglichkeiten des Internet nutzt. Ich will nicht mehr in den Papierbergen suchen müssen, Aktenordner, Schubladen und Ablagen durchwühlen, wenn ich ein bestimmtes Dokument brauche. Ich will es sofort verfügbar haben - so wie im Web Informationen jederzeit verfügbar sind. Da geht das ja schließlich auch. Was man dafür braucht? Ein solides Konzept, einen Dokumenten-Scanner und gute Software, die dabei hilft, gescannte Dokumente zu verwalten.

Ein Dokumenten-Scanner ist ein Scanner, der darauf spezialisiert ist, Dokumente jeder Art einzulesen und zu scannen. Auch stapelweise: Einfach die Dokumenten ins Gerät legen, und sie werden nacheinander eingelesen und digitalisiert. Also bitte kein(!) WWW: Flachbett-Scanner, solche Geräte sind ultralahm, sie sind für Fotos gedacht oder gelegentliche Scans. Ich habe mich lange umgesehen und bin dann auf den WWW: Canon DR-C125W aufmerksam geworden.

Kompakte Bauweise, nimmt auf dem Schreibtisch nicht so viel Platz ein, scannt Dokumente blitzschnell, auch beidseitig. Mit rund 500 EUR zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber wer viele Dokumente scannt, sollte darauf achten, dass das Gerät mindestens 10 Blatt pro Minute scannen kann. Es gibt natürlich vergleichbare Geräte von anderen Herstellern wie der HP ScanJet 8250C oder der ScanSnap von Fujitsu. Die guten Geräte sind leider alles etwas teurer. Hier gibt es eine gute WWW: Test.Übersicht über Dokumenten-Scanner. Die günstigeren Geräte für den Privatgebrauch arbeiten etwas langsamer.

scanner.jpg
Ein Dokumenten-Scanner kann stapelweise Dokumente lesen und scannen


Ein PDF-Archiv in der Cloud ist praktisch
Der Hersteller verspricht eine Menge, zum Beispiel, dass das Gerät alle eingescannten Seiten automatisch gerade richtet. Stimmt, klappt. Dass auch kleine Notizen oder Zettel gescannt werden, etwa Rezepte. Stimmt, klappt auch. Dass die Schrift automatisch scharf gezogen wird. Funktioniert! Dass die Scanner-Software automatisch die Scans dreht, wo nötig. Tadellos! Dass am Ende PDFs dabei herauskommen, die man auch durchsuchen kann. Auch das funktioniert. Ich muss sagen: Ich war und bin immer noch wirklich beeindruckt, wie zuverlässig der Scanner arbeitet und wie schnell die Software daraus Dateien macht, wahlweise PDF, JPG oder auch Textdateien, die man auf der Festplatte speichern kann.

Der erste Schritt ist also erledigt: Aus Dokumenten auf Papier werden mühelos digitale Dokumente, die man speichern, weitergeben und durchsuchen kann. Nächste Aufgabe: Die Dokumente sollen überall verfügbar sein, damit ich mit jedem Gerät darauf zugreifen kann, egal ob mit PC, Notebook, Tablet oder Smartphone, egal ob zu Hause, im Büro oder unterwegs. Die Lösung liegt auf der Hand: Die PDFs müssen in der Cloud gespeichert werden. Wo, ist eigentlich egal. Google Drive, Skydrive, Dropbox, Hidrive, eigene Cloud-Lösung - Hauptsache, der Online-Speicher ist von überall erreichbar. Welchem Cloud-Dienst man sein Vertrauen schenkt, ist letztlich Geschmackssache.


evernote-web.jpg
Mit Evernote lassen sich Dokumente in der Cloud speichern und verwalten


Praktisch: Dokumente auch durchsuchen können
Allerdings bieten die üblichen Cloud-Laufwerke nicht die Möglichkeit, die gespeicherten PDFs nach Stichwörtern zu durchsuchen, jedenfalls nicht ohne Zusatz-Software. Es gibt allerdings einen Online-Dienst, der genau das anbietet: WWW: Evernote. Evernote ist eine Art digitaler Notizzettel im Netz. Den kann jeder kostenlos ausprobieren und Notizen, Gedanken, Fotos oder Sprachnachrichten online in der Cloud speichern und mit allen Geräten darauf zugreifen. Praktische Sache, wenn man Notizen zentral speichern möchte.

In der kostenpflichtigen Version (5 EUR im Monat oder 40 EUR im Jahr) kann Evernote aber noch viel mehr. Premium-Kunden können nicht nur 1 GB Daten pro Monat hochladen, sondern auch PDFs speichern und diese durchsuchen lassen. Für mein Ziel, ein papierloses Dokumentenarchiv einzurichten, genau das Richtige. Ich speichere also alle gescannten PDF-Dokumente bei Evernote (das macht die Scan-Software auf Wunsch vollautomatisch) und kann dank Evernote nun von überall darauf zugreifen. Selbstverständlich lassen sich Ordner anlegen und die Dokumente so optimal organisieren. Doch was viel besser ist: Die PDFs lassen sich durchsuchen, auf jedem Gerät, überall und jederzeit. Einfach Stichwort eingeben - und Sekunden später präsentiert Evenote die passenden PDFs und markiert die Fundstellen.

tabletpc.jpg
Jederzeit auf die gespeicherten Dokumente zugreifen können: Mit Evernote kein Problem


Das digitale Archiv: Nichts geht mehr verloren
Für vergleichsweise kleines Geld bekommt man die optimale Lösung. Natürlich kann man Evernote auch nutzen, ohne einen eigenen Dokumenten-Scanner zu besitzen. Wer sowieso schon in erster Linie mit PDFs hantiert, kann sich so mühelos ein digitales Archiv einrichten, ohne sich groß Gedanken um Hard- und Software machen zu müssen. Einen Dokumenten-Scanner braucht man nur dann, wenn man komplett umsteigen und eben auch auf Papier gescannte Dokumente archivieren möchte.

Ich gebe zu: Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich den Schritt gewagt habe. Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Niemand stellt sich gerne um, arbeitet sich gerne in neue Software ein, gewöhnt sich gerne an neue Prozesse. Aber in diesem Fall hat es sich wirklich gelohnt: Schon nach einem Tag war alles erledigt - und ich spare jetzt nicht nur eine Menge Zeit, weil ich nicht mehr ständig nach Dokumenten suchen muss, ich habe auch die Gewissheit, dass nichts mehr verloren geht. Ein gutes Gefühl. Technik, sinnvoll eingesetzt.

Interessanter Artikel. Vielen Dank. Beschäftige mich auch seit kurzem mit diesem Thema. Daher auch meine Frage: Entsorgen Sie die gescannten Papiere komplett? Würde dies auch gerne praktizieren, weiß aber nicht wie es z.B. in einem Garantiefall (werden Rechnungskopien als Beleg akzeptiert?) oder vor dem Finanzamt (ebenfalls Original vs. Kopie) aussieht. Haben Sie da mehr Informationen?
MfG

Papiertiger am 20.05.13 12:50

Hallo.

Mal eine Frage in Bezug auf die Sicherheit der Daten. Sollte man wirklich die Originaldokumente nach dem Scannen entsorgen? Was ist mit Datenverlusten. Und wie steht es mit der Sicherheit meiner Daten in diesen Cloud´s? Es werden immer wieder Unternehmen gehackt, was ist mit dem Datentransfer, und wie sieht´s mit der Vertrauenswürdigkeit der Unternehmen aus?
Also wer so ein Zeug völlig bedenkenlos macht der hat auch kein Problem mit dem Schlagwort "gläserner Mensch".

Nuff am 20.05.13 14:58

Grundsaetzlich ja eine gute Idee, aber m.E. im Moment noch nicht praktikabel fuer wichtige Dokumente.

1) Digitale Daten sind zunaechst mal manipulierbar. Ohne entsprechende digitale Signaturen wird's schwer zu beweisen, dass die digitale Version sich nicht vom Original unterscheidet. Beim Scannen geht's schon los: einfach was aufkleben, schon sieht's auf dem pdf aus als gehoerte es schon immer dazu.
Dokumente, deren Kopien im Normalfall beglaubigt werden muessen, muessen also immer auch im Original archiviert werden, aber warum dann erst einscannen? Und nur fuer einen digitalen Katalog zum analogen Archiv um die Suche zu erleichtern ist der Aufwand zu hoch.

2) Sind meine Daten denn auf den Servern wirklich sicher? Mal abgesehen von Angriffen auf die cloud-Dienste, kann da jeder Mitarbeiter in der Wartung und Technik auf die Festplatten zugreifen. Sensible Daten speichere ich z.B. niemals unverschluesselt in der cloud.

Ist das auch sicher? am 20.05.13 15:01

Arbeitet der Canon gut mit MacOS?

Jörg am 20.05.13 23:28

@papiertiger: Nein, ich entsorge nicht ALLE Dokumente. Solche, die zB für die Steuer relevant sind, nicht, denn das geht leider noch nicht. Aber: Ich habe sie zumindest immer und jederzeit griffbereit, kann sie ausdrucken oder weiterleiten, etwa an meinen Steuerberater, finde alles sofort, kann Fragen beantworten etc. Allein das macht eine enorme Arbeitslerleichterung aus.

Dann gibt es Dokumente, die entsorge ich oder die muss ich weitergeben (etwa Arztrechnungen, Rezepte...), diese bleiben so in meinem Archiv und ich kann jederzeit darauf zugreifen. Ebenfalls eine Arbeitserleichterung.

Selbst wenn man alles ordentlich abheftet: Im PDF-Archiv finde ich ales 100x schneller als in richtigen Ordnern.

#Sicherheit: Eine 100% Sicherheit gibt es sowieso nicht. Auch in meinen PC kann eingebrochen werden, auch meine Dokumente bei Arzt, Steuerberater, ..., können eingesehen werden. Jeder muss selbst herausfinden, was er der Cloud anvertrauen möchte - guten Gewissens.

Jörg Schieb am 21.05.13 8:24

Wichtige persönliche Daten ausschließlich in der Cloud aufzuheben, ist schon ziemlich naiv. Für die, die's trotzdem nicht lassen können: Bitte verschlüsseln und irgendwo ein Backup haben, an das man auch ohne Internet kommt.

Snoopy am 21.05.13 9:18

@jörg: Scanner läuft auch mit Mac OS X hervorragend, nutze ich so.

@snoopy: Wer redet denn von ausschließlich? :) Es geht ja (auch) um einen Komfortgewinn, jederzeit und von überall darauf zugreifen zu können. Selbstverständlich müssen die nötigen Sicherheitsaspekte beachtet werden.

Jörg Schieb am 21.05.13 11:28

Nach der Lektüre, empfinde ich den Hinweis am Ende des Beitrages ironisch : Seite drucken :-)

christian am 21.05.13 22:34

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Mein PDF-Archiv in der Cloud

Zum Anfang dieses Eintrags

Freitag, 17.05.2013

LinkLounge 13/20: Dokus, Musik, Lego und iOS7

Jede Woche gibt es in der Linklounge Sachen zu bestaunen. Man kann aber auch eine Menge lernen, etwa die Bedeutung des Begriffs "Skeuomorphismus". Unbedingt auswendig lernen, damit kann man auf Partys punkten. So wie mit den meisten unserer Linktipps: Die lassen sich wunderbar weiterempfehlen. Viel Spaß also beim Klicken, Tippen und Wischen - je nachdem, auf welchem Device Ihr Euch die Linktipps dieser Woche anschaut.


Blog: Insa Moog

Meine Linktipps weisen heute einen kleinen Videoschwerpunkt auf. Los geht's: Zum einen kann ich diese schöne WWW: ARTE-Doku empfehlen. Darin geht es um vergangene und aktuelle Bestrebungen, das Netz und dort geäußerte Meinungen zu "zivilisieren". Noch ist sie in der Mediathek abrufbar.

Weiter geht es mit einem kleinen Hinweis in eigener Sache: Ganz frisch online ist unser Dossier zum Thema WDR: "Videos im Netz", ans Herz legen möchte ich euch gerne das darin enthaltene Videospecial WDR: "Mit zehn Tipps zum perfekten Webvideo". Daran beteiligt waren WWW: Markus Hündgen und die Jungs von WWW: Wavetime Inc.

Zu guter Letzt hier noch der Hinweis auf eine interessante Aktion. Der Netzaktivist Greg Karber kritisiert die Marke "Abercrombie & Fitch" für ihre diskriminierende Unternehmens- und Imagepolitik. Dafür hat erWWW: "FitchTheHomeless" ins Leben gerufen. Dabei geht es darum, gerade jenen die erlesenen Kleidungsstücke zukommen zu lassen, die sonst keinen Zugang dazu hätten: zum Beispiel Obdachlosen. Er veröffentlichte dieses Video:

Auch die Tagesschau ARD: berichtete. Nun hat sich Firmenchef WWW: Mike Jeffries auf Facebook geäußert. Es bleibt spannend.

Blog: Jörg Schieb

Die Diskussion, ob und wie viel man für Musik zahlen sollte, ob Bands ihre Musik frei ins Netz stellen dürfen und ob womöglich besser sogar die Fans selbst bestimmen sollten, wie viel sie für Musik oder ein Album ausgeben wollen, ist seit Jahren in vollem Gang. Aber niemand hat es bislang so sympathisch erklärt wie die einzigartige WWW: Amanda Palmer. Sie erläutert auf einer Veranstaltung die "Kunst des Bittens". Und wieso es sich lohnt, eng mit den Fans vernetzt zu sein, über Twitter, Facebook und Co.

Was haben unsere Spielhelden aus der Vergangenheit alles falsch gemacht ... Sicher so einiges. Jetzt haben sie die Gelegenheit, das wieder zu richten. In dem wunderbar gemachten Video WWW: The Secret of Lucas Arts treffen wir alle möglichen Spielhelden aus den Jahren 1983 bis 2013 wieder. Sie unterhalten sich in diesem "Adventure Game" - sehr witzig ...

Blog: Dennis Horn

Ein Wort, das uns in den kommenden Wochen begleiten wird: Skeuomorphismus. Dahinter steckt altes Design für moderne Technik: wenn der Klingelton so klingt wie Omas altes Telefon, das Löschen gelesener E-Mails wie das Zerknüllen von Papier oder der Kalender am Smartphone so aussieht wie ein dickes Lederbuch. Größter Vertreter des Skeuomorphismus ist bisher Apple. Doch damit könnte es vorbei sein. Fürs neue iOS 7 kündigt sich ein wesentlich flacheres Design an. Die Macher von SimplyZesty zeigen in einem Video, wie das aussehen könnte.

Für die Twitter-Fans unter euch, die den Unwissenden immer wieder erklären müssen, was zum Teufel sie dort tun: WWW: Sechs klassische Argumente gegen Twitter - und wie man sie entkräftet. Und für die Gestressten unter euch, die sich mit Fernweh plagen: die wunderschöne Google Map WWW: "Around the World in 80 Instagrams".


Blog: Stefan Domke

Wie verabschiedet man sich als Astronaut bei seinen Fans in aller Welt, wenn sich die Zeit auf der Raumstation ISS ihrem Ende zuneigt? Ganz einfach: Man holt die Gitarre heraus und covert vor laufender Kamera den David Bowie-Song "Space Oddity". Außer mir gefällt das Video des Kanadiers WWW: "Chris Hadfield bereits 12,3 Millionen anderen Menschen. Allen, die es noch nicht kennen, erteile ich hiermit einen Klickbefehl.

Lego war zentraler Bestandteil meiner Kindheit und James Bonds Kampf gegen das Böse fesselte mich als Jugendlicher. Nun, als Fourtysomething, begeistert mich ein Mashup aus beidem: WWW: "Brickfilm-"Künstler haben eine Szene des James Bond-Klassikers Casino Royale mit Legosteinen nachgebaut und als Stop-Motion abgefilmt:

Wer sich überzeugen will, wie detailgetreu die Künstler gearbeitet haben, kann sich Original und "Fälschung" WWW: hier gegenübergestellt angucken. Und wer sich selbst an Lego-Stop-Motion versuchen will, bekommt WWW: hier Hilfe.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag LinkLounge 13/20: Dokus, Musik, Lego und iOS7

Zum Anfang dieses Eintrags

Donnerstag, 16.05.2013

Geld verschicken als Mail-Anhang

Haste mal 'n Euro? Wer sich auf diese Frage hin großzügig zeigen will, muss künftig nicht mehr zur Brieftasche greifen. Es reicht ein Klick in Google Mail - schon lässt sich ein Euro an die E-Mail anhängen (oder auch mehr). Bezahlt wird mit WWW: Google Wallet, der digitalen Geldbörse von Google, mit der man im Internet online Geld überweisen kann (so ähnlich wie mit Paypal). Man bezahlt nicht mit seinem guten Namen, sondern mit seiner guten E-Mail-Adresse - sozusagen. Der Empfänger braucht kein Wallet-Konto, auch muss man kein Google-Mail-Konto haben. Bei Google registriert sein muss man allerdings schon.

wallet.jpg
Bezahlen per Mail-Attachment: Google Wallet als digitale Geldbörse


Bezahlen per Klick oder Fingertipp
Allerdings ist Google Wallet bei uns in Deutschland bislang so gut wie unbekannt. Das könnte sich nun ändern, denn Google scheint sich für das Thema Bezahlen im Internet zu interessieren. Wie auf der ARD: Entwicklermesse Google I/O bekannt wurde, kann man künftig auch mit dem Android-Handy bequem per Google Wallet bezahlen: Ein Knopfdruck (oder Fingertip) reicht, um einen beliebigen Geldbetrag auszugeben. Vorerst nur im Netz, aber da die meisten Android-Smartphones serienmäßig mit Blog: NFC-Chips ausgestattet sind, die auch ein Bezahlen an "richtigen" Kassen erlauben, dürfte man künftig auch im "echten Leben" mit Hilfe von Google Wallet bezahlen können.

Die neue Funktion dürfte die Bekanntheit von Google Wallet rasch erhöhen, denn Google Mail ist sehr beliebt und wird von vielen genutzt. Allerdings fallen beim Überweisen per Mail-Attachment mitunter Gebühren an: Überweisungen aus einem Wallet-Guthaben oder Bankkonto sind gratis, wird eine Kreditkarte belastet, zahlt man 2,9% der Summe oder mindestens 0,30 US-Dollar. Das sind die üblichen Gebühren, die die Kreditkartenfirmen berechnen, ist also definitiv kein Geschäft für Google.


Google erklärt, wie man per Attachent bezahlt


Google Wallet als Alternative zu Paypal? Warum nicht!
Wer das jetzt gleich ausprobieren will: Klappt leider noch nicht! Google hat die neue Funktion gerade in seinem WWW: Business-Blog angekündigt. In den nächsten Wochen und Monaten soll die Funktion in den USA eingeführt werden, später dann auch im internationalen Raum. Das dürfte ein bisschen dauern, denn alles, was mit Abwicklung von Geldbeträgen zu tun hat, ist komplex und kompliziert, da braucht man eine Menge Genehmigungen. Aber die Zielrichtung ist klar: Google Wallet wird ausgebaut und könnte sich - konsequent zu Ende gedacht - zu einer Alternative für Paypal entwickeln. Schlecht wäre das nicht, wenn wir mehr Auswahl hätten, was Online-Zahlungsmittel betrifft.

Es sind gerade irgendwelche Gebühren, die die Sache für mich als Privatperson verhältnismäßig unattraktiv machen. Beispiel Bankkonto: Jemand über ebay bezahlt seinen Einkauf per Überweisung. Dauert einen Werktag, dann ist das Geld auf meinem Konto und fängt an, Zinsen zu erwirtschaften, die Überweisung selbst ist kostenlos. Stattdessen Paypal: Ich erhalte erst eine Nachricht per email, muss dann aktiv werden und mich einloggen und das Geld auf mein Konto übertragen, und das dauert mehr als einen Werktag, und dann werden mir noch Gebühren dafür abgezogen. Schlimm genug, in Australien MUSS man sogar Paypal aus ebay akzeptieren. Es nervt einfach nur. Da bietet einer etwas kostenpflichtig an (Geld hin- und herschieben), was Banken längst kostenlos können.

Chris26 am 17.05.13 3:49

Hinzu kommt noch, ich würde es einem Freund nie zumuten, dass er Gebühren zahlen muss, wenn ich ihm Geld schulde und schicken will. Es ist schon öfters vorgekommen dass ich jemandem Geld zahlen musste, da hieß es, sag mir bitte deine BLZ/Kontonummer, und los gehts! In meinem Freundeskreis ist dies genau die Methode der Wahl.

Chris26 am 17.05.13 3:53

Schon mal versucht, auf dem Wege einer normalen Banküberweisung etwas ausserhalb von Europa zu bezahlen? Ich bestelle erst in den USA oder in Hongkong, seitdem es Paypal gibt. Dafür nehme ich ein paar Cent Gebühren gerne in Kauf. Die Kosten einer Auslandsüberweisung bei der Bank sind oft höher als der zu zahlende Betrag, und in den USA ist es zB. unüblich, seine Bankdaten zur Verfügung zu stellen. Und was Paypal für Inlandüberweisungen betrifft - bei ebay-Käufen ist die Abwicklung eine Sache von Minuten, oft kommt der Artikel am nächsten Tag. Eine normale Banküberweisung kann 3 Werktage benötigen, und wehe es liegen Feiertage oder das Wochenende dazwischen....

domstaedter am 17.05.13 11:46

@Chris26: Eine Inlandsüberweisung dauert 1 Bankarbeitstag, § 675s Abs. 1 BGB.

Werner am 17.05.13 22:16

@Werner: Genau das sagte ich ja über die Banküberweisung. Paypal nimmt sich aber mehr Zeit damit, zumindest nach meiner Erfahrung. Und in Paypal selbst gibt nun mal keine Zinsen.

@domstaedter: Mag ja sein, aber ich fühle mich bevormundet wenn ich in Australien sitze und nur in Australien verkaufe, dass ich dann die kostenpflichtige Paypal-Variante nehmen MUSS und nicht einfach ausschließlich auf die kostenlose und schnellere Banküberweisung zurückgreifen darf! Außerdem, gewerbliche Versandhändler nehmen in den meisten Fällen auch Kreditkarte, da brauch ich auch keinen Mittelsmann a la Google oder Paypal.

Und ich bleibe ebenfalls dabei, kleine und große Summen von privat zu privat an meine Freunde ausschließlich ohne Gebühren, die nehme ich eben NICHT in Kauf!

Chris26 am 21.05.13 7:36

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Geld verschicken als Mail-Anhang

Zum Anfang dieses Eintrags

Mai 2013

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/