Freitag, 06.02.2015

App ist gratis, Hardware kostet extra

Es gibt verschiedene Strategien, um mit Apps Geld zu verdienen. Viele Anbieter entscheiden sich für das Freemium-Modell: Basis-App ist umsonst, Extras kosten. Man zahlt also für zusäzliche Funktionen, eine hochwertige Auflösung, Werkzeuge für Spezialisten oder andere Annehmlichkeiten ein paar Euro. Die gefeierte und überaus populäre WWW: iOS-App Paper hat es genauso gemacht. Die App von Hersteller FiftyThree ist kostenlos, mit InApp-Einkäufen konnte man das wirklich gelungene Zeichenprogramm für iPhone und iPad mit wertvollen Extras erweitern. Gegen ein paar Euro.

Paper App: Zeichnen und Gestalten am iPad leicht gemacht; Rechte: FiftyThree
Paper App: Zeichnen und Gestalten am iPad leicht gemacht


Kunden zahlen für den Stift
Doch jetzt ist nicht nur die App kostenlos, die Extras sind es auch. Der Hersteller macht auch die WWW: Funktionen Draw, Sketch, Outline, Write und Mixer kostenlos verfügbar. Wer Paper bereits im Einsatz hat, kann die Erweiterungen durch ein Update kostenlos freischalten. Hat das Unternehmen also genug Geld mit seiner App verdient? Mitnichten! Die Kostenlos-Strategie soll für eine schnellere und stärkere Verbreitung der App sorgen. Damit mehr Leute das kaufen, was FiftyThree jetzt verkaufen will: Einen Bedien-Stift.

WWW: Pencil heißt der Stift, mit dem sich die Paper-App besonders komfortabel bedienen lässt. Verbunden sind Stift und Tablet per Bluetooth. Man kann nicht nur dünne Linien zeichnen, sondern auch breitflächig - oder mit der Rückseite radieren. Wie mit einem echten Stift. 50 Euro kostet das Teil, 60 Euro die Edel-Version. Fast zehn Mal so viel wie die Proversion der App also, damit lässt sich schon Geld verdienen. Mit dem Stift lässt sich aber nicht nur die Papier-App bedienen, sondern auch andere Apps, etwa Zeichen-Apps von Adobe oder Autodesk. Das Teil spricht schon eher die anspruchsvollere Klientel an.

Zeichnen wie mit einem richtigen Stift; Rechte: FiftyThree
Zeichnen wie mit einem richtigen Stift


Mit Hardware verdienen
Hardware lässt sich nicht so leicht verkaufen wie Software. Dafür sind die Margen besser. Wer wüsste das besser als Apple: Das Unternehmen verteilt iOS und Mac OSX grundsätzlich kostenlos, verdient sich dafür aber an Blog: Hardware und Zusatzdiensten wie App-Store, Cloud-Dienste und Co. dumm und dämlich. Hier ist nur die Reihenfolge anders: Erst Hardware kaufen - dann die Software bekommen. Aber die Software ist schon Teil des Anreizes.

Auch Microsoft beschreitet unter seinem neuen Chef Satya Nadella neue Wege: Windows 10 wird kostenlos sein, auf allen Plattformen. Verdienen will Microsoft mit Hardware wie dem Blog: Surface-Tablet und mit Extradiensten wie Blog: Office 365, Cloud und anderen Extras. Nach dem Komplettaufkauf der Handysparte von Nokia verdient Microsoft auch am Absatz von Windows Phones. Eine stärkere Verbreitung und Akzeptanz von Windows führt automatisch auch zu höheren Absätzen der Smartphones - und es klingelt in der Kasse.

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Freitag, 06.02.2015

Wikipedia in 3D

Das ist mal eine ungewöhnliche Visualisierung der Wikipedia: Der Pariser Student Owen Cornec hat WWW: eine 3D-Version der Online-Enzyklopädie programmiert. 100.000 Artikel sind darin zu finden, sortiert in 500 "thematische Nebel". Wer einen Artikel anklickt, bekommt direkt die Querverbindungen zu anderen Artikeln angezeigt.

WikiGalaxy; Rechte: Owen Cornec
Owen Cornec hat einige Monate für die Programmierung der 3D-Version gebraucht.

WikiGalaxy ist nur eine von vielen Visualisierungen. Weil die Wikipedia im Original ganz schrecklich aussieht, finde ich vor allem ernstgemeinte Alternativen spannend. WWW: buk.io zum Beispiel, WWW: Wikipedia Redefined oder WWW: WikiWand wären ein paar Beispiele.

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Donnerstag, 05.02.2015

Apples Geldsorgen: Wohin nur mit all der Kohle?

Apple hat Sorgen, die andere Unternehmen gerne hätten. Apple ertrinkt nämlich regelrecht im Geld. Allein im letzten Geschäftsquartal 2014 hat Apple rund ARD: 18 Milliarden Gewinn(!) gemacht. Mehr als jedes andere Unternehmen in der Geschichte der Menschheit. Energieunternehmen inklusive. Damit ist Apple nicht mehr nur die wertvollste Marke der Welt, sondern auch darüber hinaus das Unternehmen mit den fettesten Gewinnen. Auf rund 178 Milliarden Dollar schätzen Experten allein die Barreserven der Firma. Wenn man bedenkt, dass Apple in den 90er Jahren fast mal pleite gegangen ist, wirklich beachtlich.

Apple Logo Gold; Rechte: dpa/Picture Alliance
Apple scheffelt Geld ohne Ende


Kommt die eigene Suchmaschine Apple Search?
Gerade investiert die Apfel-Company rund zwei Milliarden Dollar in ein eigenes Rechenzentrum, das in Arizona gebaut wird. Komplett mit Solarenergie betrieben, was sogar Umweltschützer begeistert. Aus gutem Grund. Die Frage aber ist: Wieso braucht Apple ein so großes Rechenzentrum? Nur für die iCloud? Oder womöglich doch für neue Dienste? Apple sucht defacto derzeit nach Entwicklern und Managern, die in der Lage sind, eine Suchmaschine aufzubauen, die "mehrere hundert Million User" hat, so steht es in dieser WWW: offiziellen Stellenbeschreibung. Eine eigene Suchmaschine also? Vielleicht will Apple nur seine bislang desolate Suchfunktion im App-Store verbessern. Vielleicht soll aber auch eine eigene Suchmaschine her, als Konkurrenz zu Google, Bing und Yahoo.

Kann ich mir jedenfalls sehr gut vorstellen, denn das fehlt Apple bislang im Portfolio. Mit einer eigenen Suchmaschine könnte sich Apple noch unabhängiger machen von Google und Co., der leidigen Konkurrenz. Nach einem eigenen Browser, einer eigenen Cloud, einem eigenen Anzeigensystem und einem eigenen Online-Kartendienst wäre das die logische Konsequenz. Mit einer eigenen Suchmaschine wäre Apple noch unabhängiger und könnte die eigene Kundschaft im eigenen Ökosystem halten. Das ist Apple sehr wichtig. Außerdem lässt sich mit einer gut gemachten Suchmaschine viel Geld verdienen. Das wiederum beweist Google sehr eindrucksvoll. Ich tippe dehalb: 90% Wahrscheinlichkeit, dass wir innerhalb von 12 Monaten eine Suchmaschine von Apple sehen werden.

Noch sicht Siri mit Bing - aber in Zukunft womöglich mit Apple Search; Rechte: WDR/Schieb
Noch sucht Siri mit Bing - aber in Zukunft womöglich mit Apple Search


Andere Vorschläge für Investitionen
Doch zwei Milliarden Dollar sind natürlich Peanuts, wenn man auf Barreserven von 178 Milliarden Dollar sitzt (und sekündlich wird es mehr). Damit könnte Apple glatt halb Griechenland kaufen. Das ist keine Übertreibung: Griechenlands Staatsverschuldung WWW: beläuft sich aktuell auf 318 Milliarden Euro. Tim Cook könnte dem EU-Land also locker aus der Patsche helfen. Allerdings dürften die Investoren und Aktionäre von dieser Idee nicht sonderlich begeistert sein.

Apple könnte auch die Preise reduzieren. Ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Oder die Löhne erhöhen. Nicht die in Kalifornien, sondern die in China, wo all die Apple-Geräte gebaut werden. Wird aber wohl auch eher nicht passieren. Apple könnte das Geld in Umweltschutz investieren und hier mal Maßstäbe setzen. Denn noch ist es ein riesiges Umweltproblem, wie Hightech hergestellt und vor allem, wie Hightech wieder entsorgt wird. Die bisherigen Bemühungen, um sich einen grünen Anstrich zu geben, reichen da nicht aus. Das würde mir persönlich am besten gefallen.

Es wäre auch ganz einfach möglich, dass Apple seine Steuern bezahlt dort wo die Gewinne erwirtschaftet werden.

Franz-Johannes am 5.02.15 13:43

Es wäre auch ganz einfach möglich, dass Apple seine Steuern bezahlt dort wo die Gewinne erwirtschaftet werden.

Franz-Johannes am 5.02.15 13:43

Da sieht man mal, wie gut es ist, daß Steve Jobs nicht mehr in der Firma weilt. Im Nachhinein hat er mehr als Bremse denn als Innovationstalent gewirkt. Und sowieso: wer braucht auch leistungsfähige Rechner zu bezahlbaren Preisen, wenn man mit bunten hübschen Lallomaten mehr Geld scheffeln kann? Schließlich steht in der amerikanischen new economy nicht der Zweck, sondern die erwirtschaftete Summe im Vordergrund. Nur der Umsatz zählt. Und während Millionen Ausgebeutete auf den kontaminierten Müllhalden ihrer Arbeitgeber hausen müssen, werden die von ihnen gefertigten Produkte stolz im Fernsehen von geföhnten Collegeboys und Girls demonstrativ in allen Soaps dieser Welt in die Kamera gehalten. Sex sells. Und für manche ist Selling Sex. Geile Welt!

Viro von Puttlov am 5.02.15 13:55

... das ist wohl ein echtes amerikanisches 'Luxus'-Problem!

Erst die Arbeiter unmenschlich ausbeuten und dann über 'die Kohle' jammern!

Perfide Welt!

DollyToll am 5.02.15 15:17

Wenn sich Apple mit einer eigenen Suchmaschine dann vom übrigen Internet abkoppelt bin ich zufrieden. Im Apple-Kosmos gibt es genug für die Apple-Jünger.

Der Alte am 5.02.15 17:26

Sie haben vergessen zu erwähnen, das Apple für weitere 6,5 Milliarden Aktien auf den Markt wirft...Geld einsammeln ohne Not...aus fiskalischen Gründen...Apple ist mit Abstand das asozialste Unternehmen auf diesem Planeten.

Wolfgang am 6.02.15 8:03

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