Mittwoch, 16.07.2014

Jazz and rain

Für solche Ideen liebe ich das Internet: Auf der Website WWW: "Jazz and rain" hört ihr das sanfte, angenehme Plätschern des Regens und könnt dazu Jazzmusik starten - um konzentrierter zu arbeiten, euch an einem anstrengenden Tag eine kleine Pause zu geben oder abends besser runterzukommen und einzuschlafen.

Jazz and rain; Rechte: jazzandrain.com
Jazz and rain: Im Hintergrund plätschert der Regen, im Vordergrund der Jazz.

Die Macher hinter "Jazz and rain" wollen damit natürlich vor allem Geld verdienen und suchen auf der Website auch offen nach Werbekunden - aber das stört ja nicht weiter, sobald die Musik läuft und ihr die Augen schließen könnt.

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Dienstag, 15.07.2014

GCQH: Propaganda im 21. Jahrhundert

Dass Geheimdienste ihren Rüssel überall reinstecken, ohne Not auch Freunde ausspionieren, das ist mittlerweile hinreichend bekannt. Doch jetzt gibt es einen ersten Beleg dafür, dass Geheimdienste wie NSA und GCHQ darüber hinaus auch gezielt WWW: Onlinedienste manipulieren. Man kennt das aus Hollywood-Filmen: Da sind Geheimdienstler gewöhnlich auch nicht nur damit beschäftigt, den Gegner auszuspionieren - sie jubeln dem Bösewicht auch gerne schon mal was unter. Und der muss am Ende dafür bluten. In der Realität ist es offensichtlich genauso.

GCQH; Rechte: dpa/Picture Alliance
GCQH: Der britische Geheimdienst manipuliert offenbar


GCQH greift aktiv in die Onlinewelt ein
Hollywood übertreibt kein bisschen: Dank Edward Snowden wissen wir jetzt, dass der britische Geheimdienst GCQH nicht nur ungeniert das Internet abhört, sondern auch gezielt Online-Abstimmungen manipuliert und Klickzahlen frisiert. Die Briten verfügen laut WWW: The Intercept über spezielle Software, um solche Manipulationen durchzuführen. Außerdem kann der GCHQ auch Inhalte von Videoplattformen zensieren und sogar das Netz mit Propaganda fluten. Der Snowden-Vertraute Glenn Greewald beschreibt die Möglichkeiten der GCHQ-Software bis ins Detail. Eine genaue Beschreibung findet sich WWW: hier.

So funktioniert Propaganda im 21. Jahrhundert: Die Mächtigen manipulieren die Medien - weltweit. Gezielt etwas zu manipulieren und zu verfälschen, das ist noch eine Spur härter, noch unmoralischer als andere zu belauschen. Offensichtlich können uns die Geheimdienste also sogar täuschen - und machen von dieser Möglichkeit auch Gebrauch. Dass jetzt der britische Geheimdienst dabei erwischt wurde, setzt der NSA keinen Heiligenschein auf - die Amerikaner wurden bislang nur noch nicht ertappt.

GCHQ manipuliert Online-Votings; Rechte: The Intercept
Der GCQH kann Online-Votings manipulieren


Völliger Dammbruch in Sachen Moral
Man darf getrost davon ausgehen, dass die NSA über mindestens dieselben technischen Möglichkeiten verfügt wie die Briten. Da moralische oder juristische Bedenken in der Schnüffelbehörde der USA (und leider auch in großen Teilen der Regierung) nicht die geringste Rolle spielen, dürfte es ähnliche Eskapaden auch dort geben.

Schlimm genug, dass sich die USA querstellen und jede Kritik an sich abprallen lassen. Nun gibt es aber genügend Belege, dass auch die Briten mitmachen - und die wohnen praktisch um die Ecke, leben mit uns unter einem Dach. Da sollte mal ein ernstes Wörtchen gesprochen werden. Die EU ist aufgefordert, solche Schnüffeleien und vor allem Manipulationen zu untersagen und zu unterbinden.

Ich kann nur den Wunsch nach einer deutschen Ethik-Kommission wiederholen, die aus honorigen, anerkannten, aber am besten parteilosen Personen bestehen sollte und welche dann moralische und ethische Standards einer Gesellschaft festlegen, die von unserer Politik umgesetzt werden müssen.
Da Deutschland in der EU großen Einfluß hat, wird eine solche Einrichtung auch international Beachtung finden. Sogar über die EU hinaus.

Es gibt schließlich auch in den USA eine sehr große Anzahl Leute, denen die jetzige Entwicklung entschieden gegen den Strich geht.
Nur wird man da automatisch als Vaterlandsverräter stigmatisiert, wenn man sich der Gier nach Geld und Macht in der herrschenden Riege entgegenstellt.

Geben wir der Welt doch mal ein Lehrstück in Sachen Demokratie und Menschenrechten.
Daß man dabei ohne die Unterstützung der jetzigen Bundesregierung (respektive regierenden Parteien) auskommen muß, versteht sich nach deren Vorgehensweise der letzten Jahre wohl von selbst.

Gert am 15.07.14 20:30

@Gert-leider wuerde so etwas ohne jegliche Wirkung bleiben,genauso wie der sogenannte NSA Untersuchungsausschuss.So etwas sind immer nur reine Showveranstaltungen,ohne jegliche bleibende Wirkung.Btw. lies einfach mal die Stellungnahmen der Sachverstaendigen dort(NSA Untersuchungs Auschuss)durch.Teilweise kommt das deiner Idee schon recht nahe,denn abgesehen von rein technischen Ratschlaegen gehen die auch auf andere Dinge ein.Tatsache aber ist,du wirst keine kritische Masse zusammenbringen um deine Ideen durchsetzen zu koennen,denn die Masse hat ihr "Soma"(Fussball,Gadgets a la iPups5 etc.)und ist damit ausreichend ruhig gestellt.

Robin am 16.07.14 7:30

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Dienstag, 15.07.2014

Crowdmapping: interaktive Karten für alle

Großartig finde ich Crowdsourcing-Projekte ja immer dann, wenn sie als interaktive Karte daherkommen. Das nennt sich dann Crowdmapping: Wenn Nutzer zusammen ganze Weltkarten mit Informationen füllen.

MundraubMap; Rechte: mundraub.org
Pflücken erlaubt: Die MundraubMap zeigt über 10.000 Obstbäume oder Sträucher in Deutschland, an denen ihr euch kostenlos bedienen könnt.

Mein großer Favorit im Sommer: die WWW: MundraubMap. Von Kirschen über Äpfel, Brombeeren und Birnen bis zu Walnüssen: Auf dieser Karte findet ihr Obstbäume oder Sträucher, an denen ihr euch bedienen könnt. Es gibt über 10.000 Einträge für Deutschland - und die Karte füllt sich weiter.

Sehr praktisch auch die WWW: WLAN-Map: Wenn ihr unterwegs seid, dringend kostenlos ins Netz müsst und euer Datenvolumen im Mobilfunktarif nicht belasten möchtet, zeigt euch diese Karte an, an welchen Stellen ihr kostenlos ins Netz kommt - zurzeit an rund 4.000 Orten in Deutschland.

Es gibt viele weitere dieser Karten: Da wäre das WWW: Hitchwiki, das euch zeigt, welche Tankstellen tramperfreundlich sind. Die WWW: Wheelmap verzeichnet rollstuhlgerechte Orte. Auf der Weltkarte der WWW: Dead Drops findet ihr Tote Briefkästen in Form von USB-Sticks weltweit. Und der WWW: Streetart Locator zeigt euch Graffitis, Skulpturen oder Malereien - oft inklusive Fotos.

Wheelmap; Rechte: wheelmap.org
Für viel Aufsehen hat zuletzt die Wheelmap gesorgt: Sie verzeichnet rollstuhlgerechte Orte von Cafés über Behörden bis zu Geschäften und macht damit auch aufs Thema Barrierefreiheit aufmerksam.

Hinter einigen dieser Karten gibt es ganze Teams, die zwar nicht jeden Eintrag kontrollieren, aber schon einschreiten, wenn etwas nicht stimmt. Auf Crowdmaps kann man sich also einigermaßen gut verlassen.

Wenn ihr selbst Karten aufsetzen möchtet: Es gibt natürlich die Möglichkeit, eigene Karten über WWW: Google Maps oder WWW: Bing Maps anzulegen. Mit WWW: Crowdmap gibt es aber sogar einen eigenen Dienst, über den sich Karten anlegen lassen, die dann auch andere Nutzer bearbeiten können.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

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