Freitag, 05.12.2014

Mit Cortana quatschen

Mit ganz normaler Sprache sein Handy steuern, das wird immer beliebter. Google bietet mit Google Now einen leistungsfähigen Assistenten an, Apple mit Siri eine Spracherkennung mit ähnlichen Ambitionen. Und jetzt kann man auch mit seinem Windows-Smartphone ins Gespräch kommen: WWW: Cortana versteht ab sofort auch Deutsch. Noch nicht für alle und jedermann, doch immerhin als Betaversion. Die WWW: deutsche Version von Cortana wird über das Windows Phone Developer Preview Program ausgerollt, wie es in Fachkreisen so schön heißt, und steht dort ab sofort kostenlos zum Download bereit.

Cortana; Rechte: Microsoft
Cortana ist eine Frau - jedenfalls mit weiblicher Stimme


Microsoft hat sich einiges vorgenommen
Jetzt fängt das große Quatschen also auch beim Windows Phone an. Den Namen haben die Entwickler von einer Figur aus dem populären Konsolenspiel "Halo" für Microsofts Spielekonsole Xbox. Mit Cortana will Microsoft ein Pendant zu Apple Siri und Google Now anbieten. Wer jetzt denkt: Spracherkennung? Das ist doch nicht neu auf dem Windows Phone. Vorsicht: In der Tat gibt es schon lange eine Spracherkennung, die simpelste Anweisungen versteht und zum Diktieren verwendet werden kann. Doch Cortana ist deutlich mehr: Ein digitaler Assistent, der seinem "Herr" (oder seiner "Herrin") aufs Wort gehorcht und tatkräftig unter die Arme greift.

Man kann mit Cortana sprechen wie mit einer normalen Person, fast in ganz normalem Deutsch. Das funktioniert bereits erstaunlich gut. Ich habe das schon mehrfach ausprobieren können: Die Software versteht nicht nur Schlüsselwörter und Anweisungen, sondern kann - in bescheidenem Maße - auch Zusammenhänge verstehen. Einmal nach "Wie ist das Wetter in Köln?" gefragt, kann man ein "Und in München?" nachschieben. Auch kann Cortana mit Begriffen wie "Zuhause" oder "Arbeit" etwas anfangen. Oder eine Antwort auf "Wann ist mein nächster Termin?" anbieten.


Microsoft erklärt Cortana (in der englischen Version)


Assistent denkt mit - wenn man ihn lässt
Cortana kann Termine eintragen und warnt einen, wenn man etwas vergisst. Oder erinnert einen etwas einzukaufen, genau dann, wenn man am betreffenden Laden vorbei geht. Das können andere Assistenten wie Google Now auch. Doch all das soll erst der Anfang sein. Im Grunde genommen soll man mit Sprachbefehlen alles Mögliche regeln können: Nachrichten verschicken, Termine vereinbaren, Tische in Restaurants reservieren, Flüge buchen, Einkäufe erledigen. Damit man nicht immer bei Adam und Eva anfangen muss, ist es wichtig, dass so ein Digitaler Assistent möglichst viel von einem weiß. Ein Assistent ist eben nur dann richtig gut, wenn man ihm blind vertraut.

Für die großen Onlinedienste wie Google, Apple und Microsoft ist es natürlich eine Traumvorstellung, dass wir ihnen noch viel mehr Daten anvertrauen. Nur deshalb entwickeln sie Digitale Assistenten. Klar, dass sich auch hier und da mal eine Provision verdienen lässt, wenn ein Flug gebucht oder ein Hotel reserviert wird. Doch Microsoft will mehr: Cortana soll zu unserer besten Freundin werden. Apple macht das mit Siri und Google mit Now ganz genau so. Wir werden uns entscheiden müssen, ob wir wirklich wollen, dass die Assistenten gut sind. Doch dann wissen sie eben auch viel von uns.

Smartwatches lassen sich eigentlich kaum anders bedienen als auf diese Weise. Denn das kleine Display der smarten Uhren erlaubt keine Bedienung per Tippen und Wischen. Das könnte eine Chance für digitale Assistenten wie Cortana sein.

Na wenn das mal nicht was für die Bayern wäre
-Hochdeutsch at home mit der richtigen App.

Martin Däniken am 9.12.14 15:23

Mir fällt bei der Sprachsteuerungs/kontrolle immerwieder "Demolition-Man"ein.
Diesen Schimpfwortknöllchenautomat wird es wahrscheinlich 1zu 1 nicht geben aber Cortana und Konsorten könnten Sprachkorrektur-Apps anbieten um vom Kleinkind bis zum Politiker alle relevanten Gruppierungen zu regulieren-mit der entsprechenden Gamification wird es noch nicht mal als Diktatur erkannt....

Martin Däniken am 14.12.14 13:43

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Freitag, 05.12.2014

Bluetooth gibt Gas

Was würden wir nur ohne Bluetooth machen? Wir könnten keine drahtlosen Headsets mit dem Smartphone verbinden, um freihändig zu telefonieren. Oder Kontakt zum Autoradio herstellen, um Musik abzuspielen. Mit Bluetooth lassen sich drahtlos Daten übertragen. Und auch, wenn immer öfter WLAN zum Einsatz kommt: Häufig ist Bluetooth die komfortablere und bessere Methode, um Geräte zu verbinden. Demnächst umso mehr, denn jetzt wurde ein neuer Standard WWW: Bluetooth 4.2 verabschiedet - und der bringt neben mehr Tempo noch eine Menge anderer Vorteile.

Mit Bluetooth lassen sich Geräte vernetzen; Rechte: dpa/Picture Alliance
Mit Bluetooth lassen sich Geräte vernetzen


Vor allem Smartwatches sollen schneller funken
2015 wird das Jahr der Smartwatch. Darum wurde jetzt das vor allem in Smartwatches zum Einsatz kommende Bluetooth Low Energy (LE), das auch als Bluetooth Smart bekannt ist und nur wenig Energie verbraucht, deutlich schneller gemacht. Künftig können Smartwatches mindestens 2,5 Mal schneller Daten transportieren. In Anbetracht der Tatsache, dass Smartwatches unentwegt mit dem Smartphone Daten austauschen, ist das eine wichtige Entwicklung. Denn wer Videos auf der Smartwatch anschauen will, der bevorzugt zweifellos eine ruckelfreie Darstellung.

Bluetooth soll auch sicherer werden: Künftig lassen sich per Bluetooth ausgetauschte Daten mit einer erweiterten Verschlüsselung absichern, vermutlich sogar mit AES. Das soll das Abhören von Daten schwieriger machen. Wichtig deswegen, weil Bluetooth gleichzeitig auch das moderne IPv6-Protokoll verpasst bekommt. Das erlaubt, Gegenstände per Bluetooth direkt mit dem Internet zu verbinden, ohne den Umweg über ein anderes Gerät wie einen Router nehmen zu müssen.


So funktioniert IPv6


Vor allem Smartwatches sollen schneller funken
Bluetooth kommt in immer mehr Geräten unbemerkt zum Einsatz. Immer dann nämlich, wenn wir externe Geräte mit dem Smartphone, dem Tablet oder dem Rechner verbinden. Der Joggingschuh, der das Lauftempo ans Smartphone übermittelt. Die drahtlose Box, die Musik abspielt. Die Kamera, die im Raum Bilder einfängt. Das Mikrofon, das für Tonaufnahmen benutzt wird. Das Blutdruckmessgerät, der Pulsmesser bei der Fitness, die Küchenwaage und und und.

Wenn all diese Geräte nun auch mit IPv6 ausgestattet werden und die Geräte online gehen können (Stichwort: Blog: Internet der Dinge), müssen die Nutzer auch mehr auf Sicherheit achten. Bislang waren die Geräte nur in Funkreichweite ansprechbar. Dank IPv6 künftig weltweit. Ein falsch konfiguriertes oder unzureichend geschütztes Gerät verrät dann möglicherweise persönliche Daten wie Gewicht, Blutdruck, Laufleistung oder liefert Bilder aus dem Schlafzimmer, mit eineindeutiger IP-Adresse - wie WWW: bei IPv6 üblich - sogar unverwechselbar einem Gerät zugeordnet.

Wir werden also künftig besser aufpassen müssen, wenn wir Geräte konfigurieren.

Videos auf der Smartwatch gucken? Der war gut :)

Sam Sung am 5.12.14 13:11

@Sam: Video für Windows hatte in seinen ersten Tagen auch keine größeren Bilder. :)

Jörg Schieb am 5.12.14 17:22

"Wir werden also künftig besser aufpassen müssen, wenn wir Geräte konfigurieren."-abgesehen davon das dies jetzt schon gilt und bereits jetzt 99% der user damit ueberfordert sind-nehmen die Hersteller ihre Verantwortung schon nicht war und liefern banana ware aus.Bei einigen Geraeten kann man den Schrott schon gar nicht sicher konfigurieren,egal wie gut man ist.Zum Glueck fuer die Hersteller haben sie sich die Masse der user als lemminge herangezogen.Dito gilt dies auch fuer die Politik.Alles geht allen am "verlaengertem Rucken"vorbei."ich kaufe also bin ich und deswegen muss ich unbedingt jedes neue tracking gimmick mein Eigen nennen".Grusel....

Ach je am 6.12.14 20:14

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Donnerstag, 04.12.2014

Kostenlose Offline-Karten

Wenn es etwas gibt, was wohl so ziemlich jeder Smartphones-Benutzer regelmäßig nutzt, dann dürften das die Kartendienste sein. Google Maps ist der unangefochtene Platzhirsch und zweifellos einer der besten Onlinekarten überhaupt. Apple Map ist zwar mittlerweile auf jedem "i"-Gerät vorinstalliert, gilt aber nach wie vor nicht als sonderlich populär. Und weil wir den großen Onlinediensten nicht noch mehr Daten in die Hände spielen wollen als unbedingt nötig, lohnt ein Blick auf die Alternativen. Eine davon heißt WWW: Maps.me.

Kostenlose Offline-Karten, Rechte: maps.me
Maps.me: Kostenlose Offline-Karten


Kostenlose Karten bieten eine Menge Vorteile
Maps.me ist seit kurzem kostenlos zu haben. Wichtigster Pluspunkt: Man kann alle verwendeten Karten offline speichern. Einmal laden, im Gerät installieren - und ohne sich um die Folgekosten oder Netzerreichbarkeit Gedanken machen zu müssen, die Karten nutzen. Das war schon immer gut an MapsWithMe (so hieß der Kartendienst früher) und ist jetzt, wo alles kostenlos zu haben ist, natürlich noch interessanter. Eine echte Alternative zu Google Maps, Bings Maps und Apple Maps.

Denn wer seine Karten offline nutzt, der spart nicht nur Onlinekosten, er meldet auch keinem Onlinedienst zurück, wo er sich gerade aufhält, welche Kartenausschnitte er sich anschaut und wohin die Reise geht. Gelebte Datensparsamkeit also. Wer seine Daten schützen möchte, der sollte also durchaus mal darüber nachdenken, den Kartendienst zu wechseln. Das lohnt sich, denn Maps.me beherrscht mittlerweile auch die Navigation. Die Gratis-App kann also Routen planen und einem den Weg weisen.


Promovideo der nun kostenlosen Karten-App


App als OpenSouce
Maps.me läuft nicht nur auf iOS und Android, sondern kann auch auf Kindle Fire benutzt werden. Doch die Macher des Kartendienstes haben noch mehr vor. Die Karten-App ist und bleibt kostenlos, es wird keine Unterscheidung zwischen Lite (mit wenigen Karten) und Vollversion (mit vielen Karten) mehr geben. Man lädt so viele Karten wie man möchte.

Im nächsten Jahr soll die Software sogar OpenSource werden. Der russische Betreiber Mail.ru möchte einen Beitrag zur OpenStreetMap-Community leisten. Im Grunde genommen gibt Maps.me damit der Community etwas zurück, denn die App greift auf das Kartenmaterial von OpenStreetMap zurück. Die Karten werden hier nach einem ähnlichen Prinzip wie Wikipedia erstellt. Nutzer können Karten editieren und jederzeit Städte, Straßen, Orte oder Sehenswürdigkeiten hinzufügen. Die kostenlose App liefert nun eine wirklich gut gemachte Benutzeroberfläche und damit auch unterwegs eine interessante Alternative zu den kommerziellen Anbietern.

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