Donnerstag, 02.07.2015

Das Recht aufs schnelle Internet

Die CDU will bis Ende 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung erreichen. Man könnte auch von einem "Recht aufs schnelle Internet" sprechen. Das ist an sich löblich, denn wer keinen Zugang zu einem schnellen Internetzugang hat, der hat es heute schwer. Als Privatmensch sowieso, als Freiberufler oder Unternehmer aber erst recht.

Man stelle sich einen Online-Unternehmer auf dem Land vor, der Aufträge bearbeiten und Videos einstellen muss - und das mit einem Bummel-Netz von 1 MBit/Sekunde oder sogar weniger. Das ist undenkbar. Doch es ist eine schlichte Tatsache: Wir sind in Deutschland schlecht aufgestellt, Blog: wir bummeln durchs Netz. Die Netzversorgung ist teilweise mangelhaft und bundesweit bestenfalls befriedigend.

Der Netzwerkausbau schreitet nicht zügig genug voran; Rechte: dpa/Picture Alliance
Der Netzwerkausbau schreitet nicht zügig genug voran


City Top, Countryside flop
Die CDU spricht also einen wunden Punkt an, den sie selbst zu großen Teilen zu verantworten hat. Schließlich regiert sie schon eine ganze Weile und hatte genügend Gelegenheit, für ein flächendeckendes breitbandiges Internet zu sorgen (mit flächendeckend 50 MBit/Sekunde). Versprochen wurde uns das schon oft. Und in den Städten gibt es auch nichts zu meckern: Da wetteifern die namhaften Telcos um die Kundengunst, bieten mitunter 200 MBit/Sekunde im Download an. Davon können viele auf dem Land nur träumen. Sie können sich aufgrund der lahmen Netzverbindung nicht mal die Werbung anschauen, die für solche Turbozugänge gemacht wird.

Natürlich ist das liebe Geld schuld, wenn das Land nicht angemessen versorgt wird. Denn um auch ländliche Gebiete mit schnellem Internet zu versorgen, muss im Grunde sogar mehr Aufwand betrieben werden als in der Stadt. Denn die abgelegenen Orte müssen angebunden werden, dazu sind Kabel zu verlegen. Gleichzeitig gibt es weniger potenzielle Kunden pro Quadratkilometer - das rechnet sich für die Telekommunikationsunternehmen schlichtweg nicht.

Infografik: Deutsches Web: Zu langsam für die Weltspitze  | Statista


Politik gefordert: Wie wäre es mit Quoten?
Von daher ist tatsächlich die Politik gefordert. Sie muss die Versorgung mit schnellen Internetzugängen fördern - und sie muss die Versorgung der ländlichen Gebiete fordern. Wer in der Stadt Geld verdienen will, darf das Land nicht vergesen. Hier sollte jeder Quoten vorlegen müssen. Dann würde ein regelrechter Kampf um die Kunden auf dem Land entstehen. Doch zurück zum Entwurf der CDU. Der sieht sogar einen "Rechtsanspruch auf einen schnellen Internetzugang" vor. Laut Union soll "jeder an den Chancen der Informationsgesellschaft teilhaben können".

Unternehmen müssten "überall in Deutschland über schnelles Internet verfügen", dazu sei eine moderne Breitband-Infrastruktur nötig. Alles richtig. Aber wie soll so ein Rechtsanspruch in der Praxis aussehen? Wer kann klagen, gegen wen - und was hat man davon? Es gibg auch einen Rechtsanspruch auf Kindergärten. Aber Einklagen - das wird schwierig. Bis das vor Gericht landet, hat das Kind Abitur. Es wäre daher sinnvoller, sich konkret Gedanken zu machen, wie man das hinbekommen kann, was es kostet und wie man möglichst schnell loslegen kann.

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Mittwoch, 01.07.2015

Crowdfunding für Griechenland

Normalerweise finanzieren sich Startups per Crowdfunding: Da wird öffentlich für eine Idee oder ein Produkt geworben - und jeder kann Geld investieren. Wenn das Unternehmen abhebt, bekommt man entweder das Produkt oder wird sogar am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Warum dieses oft so erfolgreiche Konzept nicht auf das klamme Griechenland anwenden? Griechenland ist pleite - und braucht dringend Geld.

Deshalb wurde jetzt das WWW: Crowdfunding-Projekt Greek Bailout Fund aus der Taufe gehoben. Hier wird die unvorstellbare Summe von 1,6 Milliarden Dollar angestrebt. Was allerdings auch mal gerade ausreichen würde, um die aktuellen Schulden beim IWF zu tilgen. Über eine halbe Million Euro sind bereits eingezahlt worden, von 35.700 Personen (Stand: 01.07.2015). Es darf bezweifelt werden, dass der angestrebte Milliardenbetrag innerhalb einer Woche zusammenkommt. Denn das ist geplant.

Sammeln für Griechenland: 1,6 Milliarden Euro sollen zusammenkommen; Rechte: WDR
Sammeln für Griechenland: 1,6 Milliarden Euro sollen zusammenkommen

und nicht nur crowdfunding für Griechenland, es müsste wieder "Zorbas dance in the street" "(siehe You Tube) wie 2011 in Ottawa überall an einem Tag gedanced werden.

LiFe am 3.07.15 14:54

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Dienstag, 30.06.2015

Zehn Jahre zoombare Erde

Seit zehn Jahren haben wir die Welt in der Hand. Seit WWW: zehn Jahren können wir mit der Maus in der Hand die Erdkugel drehen und jeden noch so entlegenen Winkel der Erde ansteuern. Beim Heranzoomen erscheinen auf dem Bildschirm Meere, Länder, Städte, sogar Häuser und Autos sind zu sehen. Faszinierend - und komplett kostenlos. Im Juni 2005 ist Google Earth gestartet. Als Google den Dienst damals eingeführt hat, war das eine kleine Sensation: Zum ersten Mal konnte man kostenlos und im großen Stil auf Satellitenbilder zurückgreifen. Heute ist das selbstverständlich.

Earthview: Googles Galerie der schönsten Aufnahmen; Rechte: Google
Earthview: Googles Galerie der schönsten Aufnahmen


Google Earth in den Fernsehnachrichten
Heute gehen Google Earth (wofür man früher eine eigene Software laden musste, heute geht Vieles auch im Web), Google Maps und Google Streetview Hand in Hand. Für den Benutzer sind die Übergänge fließend und praktisch nicht zu sehen. Google hat mit Earth eine Menge verändert. Zum Beispiel die Fernsehnachrichten: Wann immer eine Fernsehredaktion über einen nicht ganz so bekannten Ort berichtet, wird er in Google Earth angeflogen, damit sich der Zuschauer orientieren kann. Google Earth zeigt, wo der Ort liegt. Eine perfekte Orientierungshilfe.

Anlässlich des runden Geburtstags hat Google seinem Earth-Projekt eine wirklich sehenswerte Galerie spendiert: WWW: Earthview bietet rund 1.500 spektakuläre Bilder von Landschaften aus dem All betrachtet. Die Galerie ist als WWW: Chrome-Erweiterung und als WWW: Webversion verfügbar. Wir sehen erstaunliche Bergmassive in Saudi Arabien, riesige Wälder in Erfurt, einen Vulkan in Indonesien, Reihenhäuser in den USA und vieles mehr. Die meisten Bilder sind hoch aufgelöst und können als Wallpaper heruntergeladen werden.

Mauretanien von oben: 1.500 sehenswerte Satellitenaufnahmen; Rechte: Google
Mauretanien von oben: 1.500 sehenswerte Satellitenaufnahmen


Google Earth in den Fernsehnachrichten
Seit Jahren schon suchen aufmerksame User immer wieder in Google Earth nach ungewöhnlichen Bildausschnitten. Sie haben WWW: eine Menge entdeckt, etwa einen WWW: Kampfjet auf einem Pariser Parkplatz oder einen WWW: pinken Hasen in der Landschaft. Wichtigste Neuerung zum zehnten Geburtstag ist das Voyager-Feature, das es allerdings nur in der Desktop-Version von Google Earth gibt, nicht in der Mobilversion. Voyager ist ein zusätzlicher Overlay mit den beliebtesten Inhalten, die man direkt aus der Karte abrufen kann.

Mit Voyager kann man sich die neuesten Satellitenaufnahmen zeigen lassen. Darüber hinaus präsentiert Voyager Streetview-Ansichten besonders populärer Sehenswürdigkeiten wie den Taj Mahal, aber auch einige 3D-Ansichten von Städten und vieles mehr. Voyager ist also eine Art Tour Guide durch die aufregendsten Angebote von Google Earth. Und davon gibt es eine Menge.

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