Sonntag, 01.02.2015

Andere Form von Polizeiskandal: #UseMeInstead

In den USA gibt es derzeit eine Menge Fälle von brutaler Gewalt durch Polizisten - und anschließender Empörung, manchmal auch öffentlicher Diskussion. Gerade bewegt ein neuer Fall merkwürdiger Sitten bei der US-Polizei die Twittersphäre. Eine Frau entdeckte in einer Mülltonne auf einem Schießübungsplatz ein Fahndungsfoto, auf dem ihr Bruder zu sehen war. Durchlöchert von Kugeln. Das Fahndungsfoto des dunkelhäutigen Mannes diente für Schießübungen der örtlichen Polizei - über lange Zeit. Das Fahndungsfoto von Woody Deant war uralt, der Mann saß zwar im Gefängnis, ist aber inzwischen längst wieder frei und Familienvater.

Als der Fall bekannt wurde, wurde unter dem Hashtag WWW: #UseMeInstead (NehmtMichStattdessen) eine Protestwelle gestartet, losgetreten von Geistlichen. Zuerst auf Facebook, dann auf Twitter. Mittlerweile gibt es Hunderte von Menschen, die sich als alternative Zielscheibe für Polizeiübungen anbieten. Sie posten Fotos von sich selbst, manche mit einem selbstgebastelten Einschussloch auf der Stirn. Viel mehr muss man dann auch nicht mehr sagen. Die Bilder sprechen für sich.

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Freitag, 30.01.2015

Facebook macht Smartphone zum Reiseführer

Gerade wird viel über die neuen WWW: AGB von Facebook geredet, diskutiert und gestritten. Ein Aspekt der neuen Spielregeln aus Kalifornien: Wir nutzen auch Deine Standortdaten für gezielte Werbung. Gesagt, getan. Heute hat Facebook einen neuen Dienst namens WWW: Place Tips gestartet. Im Smartphone erscheinen Tipps und Hinweise, die sich konkret auf den aktuellen Aufenthaltsort beziehen. Also genau das, was wir dem Social Network in den neuen AGB ab sofort erlauben sollen. Zeitgleicher Start der neuen Funktion - das nenne ich mal wirklich schnell.

Place Tips in der iOS App: Tipps zum aktuellen Standort; Rechte; Facebook
Place Tips in der iOS App: Tipps zum aktuellen Standort

Erst mal nur in New York City
Die neue Funktion steht erst mal nur in der App zur Verfügung. Klar. Den Desktop-PC klemmt man in der Regel nicht unter den Arm, da macht das nicht so viel Sinn. Auf einem Notebook womöglich schon, aber doch in erster Linie auf Smartphone und Tablet. Die Idee ist die: Bewegt man sich durch eine Stadt, erscheinen passend zum aktuellen Aufenthaltsort Informationen über Shops, Restaurants, Bars, Hotels oder Galerien in der Timeline. Außerdem präsentiert Facebook aber auch Posts von Freunden, die in der Vergangenheit einen Beitrag zu diesem Ort oder von diesem Ort geschickt haben.

Es gibt also einen konkreten Bezug zur aktuellen Position. Erst mal nur in New York City und mit der iOS-App - aber dabei wird es natürlich nicht bleiben. Hinweise auf Geschäfte und Restaurants werden Anzeigen sein, für die sich Mark Zuckerbergs Unternehmen bezahlen lässt. Es sollen aber auch nützliche Hinweise auf Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und generell Tipps erscheinen, die Facebook sozusagen redaktionell beisteuert. Die Idee jedenfalls ist nicht verkehrt und aus Sicht des Unternehmens nur logisch: Facebook muss wachsen und hat lange nach Strategien gesucht, wie sich mit Mobilnutzern Geld verdienen lässt.


So erklärt Facebook seinen neuen Dienst Place Tips


Erst mal nur in New York City
PlaceTips lässt sich auch abschalten. Vielleicht macht man das auch reflexartig, denn ein bisschen spooky ist es schon, wenn beim Bummeln durch die fremde Stadt plötzlich die Fotos von Freunden zu sehen sind, die auch vor einer Weile an derselben Stelle waren. Benutzer müssen sich darüber im Klaren sein, dass das, was sie heute posten, womöglich in einigen Jahren noch mal von Facebook herausgekramt wird.

Braucht man eine solche Funkition wie Place Tips? Sicher nicht. Doch die Idee ist nicht schlecht und ich könnte mir vorstellen, dass viele das mal ausprobieren würden. Bedenken, dass Facebook den Aufenthaltsort genau trackt, haben viele nicht. Die neue Funktion könnte sie sogar motivieren, die Tracking-Funktion zu aktivieren. Ein Albtraum für Datenschützer. Aber zumindest kann man nicht sagen, dass Facebook etwas verheimlicht hätte. Genau das wurde mit den neuen AGB versprochen.

Salamitaktik nennt man so etwas-in kleinen haeppchen die user daran gewoehnen das "Privatsphaere"unwichtig ist und sich tracken lassen gaaanz toll.Schafe!

Salamitaktik am 1.02.15 7:16

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Donnerstag, 29.01.2015

Nintendo will Gameprofis abkassieren

Gronkh, Simon Unge und andere sind bekannt dafür, dass sie auf Youtube oder Twitch zeigen, wie sie angesagte Spiele spielen. Sie zocken populäre Games und kommentieren das Spielgeschehen und ihre Strategien. Das lockt Tausende von Zuschauern an, denn es macht Spaß, erfahrenen Gamern über die Schulter zu schauen. Blog: twitch.tv ist ein Onlineangebot, wo es um nichts anderes geht.

Let's Player - so nennen sich die Leute, die sich beim Spielen und Zocken drehen und die Videos online herzeigen. Und die - das muss der Vollständigkeit halber auch gesagt werden - damit ordentlich Geld verdienen. Viele Let's-Play-Zocker sind regelrechte Stars, die ein Vermögen verdienen.

Nintendo hat viele bekannte Figuren; Rechte: Nintendo
Nintendo hat viele bekannte Figuren


Abgreifen der Werbeeinnahmen
Jetzt will Nintendo ein ordentliches Stück vom Kuchen abhaben. Youtuber, die ein Let's-Play-Video online stellen, in denen es sich in erster Linie um Spiele wie Mario, Zelda oder Kirby von Nintendo dreht, sollen Nintendo künftig an den Werbeeinnahmen auf Youtube beteiligen. Dazu hat WWW: Nintendo eigens ein Creator Programm gestartet. Das Unternehmen will 30 bis 40 Prozent der über Werbung erzielten Umsätze haben. Ohne etwas dafür zu tun. Allein, dass die Spieler die Spiele von Nintendo nutzen, soll den alles andere als bescheidenen Obolus rechtfertigen.

Für Insider kommt der Vorstoß keineswegs überraschend, denn Nintendo hat schon mehrfach versucht, mit dieser WWW: Methode Geld zu verdienen. Nintendo wollte vergangenes Jahr sogar Youtube-Videos sperren (lassen), in denen Spiele aus dem Hause Nintendo zu sehen sind. Nach Protesten war Nintendo dann zurückgerudert. Jetzt versucht es der japanische Konzern erneut und meint es offensichtlich ernst. Außerdem sollen nicht die Spieler Nintendo bezahlen, es soll sogar umgekehrt laufen: Nintendo kassiert erst mal das Geld von Youtube - und zahlt später dann an den Gamer aus.


Solche Videos wird es künftiger wohl seltener geben


Die Rechnung wird nicht aufgehen
Darauf wird sich kein Gamer mit Rang und Namen einlassen, so viel ist sicher. Auch wenn Nintendo keineswegs bei allen Spielen kassieren will (WWW: hier eine Liste der Titel): Wenn Nintendo wirklich ernst macht, werden die Let's-Play-Profis künftig einfach einen großen Bogen um Nintendo-Spiele machen. Ich kann das sogar verstehen: Man sieht zwar Figuren über den Bildschirm zuckeln, an denen Nintendo die Urheberrechte hat. Doch die eigentliche Leistung ist das Kommentierende, das Spielgeschehen.

Wenn Nintendo hier Geld verlangt, wäre das so, als ob der Hersteller des Fußballs Geld dafür haben will, wenn damit eine WM bestritten wird. Oder der Hersteller des Rollrasens. Oder der Hersteller der Kreide, mit denen die Markierungen gezogen werden. Die Gameplays auf Youtube und Co. sind im Gegenteil exzellente Werbung für die Spiele. Die meisten Hersteller sind heilfroh, wenn die Gamer die Titel zocken und ins Netz stellen. Je früher und je mehr, um so besser. Nur Nintendo hat da eine andere Sicht.

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