Sonntag, 09.02.2014

LG G Flex: Krummes Ding

Sind Smartphones mit gekrümmtem Display die absolute Innovation und das Must-Have 2014? Oder überflüssiger und teurer Schnickschnack? Jetzt ist in Deutschland das erste gekrümmte Smartphone rausgekommen, das LG G Flex, und ich möchte herausfinden: Was bringt ein gekrümmtes Display im Alltag?

LG G Flex; Rechte: Alex Nieschwietz Das LG G Flex: Leider zu groß, um mit nur einer Hand bedient zu werden

Die ersten Kommentare meiner Freunde sind wenig euphorisch: „Hey Alex, ich glaub die haben dich im Geschäft verarscht, das Smartphone ist krumm!" Gelächter. So ähnlich sind die meisten Reaktionen auf der Party, auf der ich zum ersten mal das LG G Flex dabei habe. Ein mieser Abend für das erste Smartphone in Deutschland mit vertikaler Krümmung im Display. Denn wenn es so wäre, wie Hersteller LG behauptet, dass gekrümmte Smartphonedisplays das nächste große Ding sein werden, dann sollten meine Freunde doch bitteschön etwas begeisterter reagieren.

Partygäste mit G Flex; Rechte: Alex Nieschwietz Auf der Party wollen alle das G Flex anfassen - praktisch finden es die wenigsten

Trotzdem will jeder das G Flex mal in der Hand halten, gucken, anfassen, wischen. Aber begeistert sind sie nicht, stattdessen fallen Sätze wie: „Für 'ne Obstschalte ist das etwas klein".

In welche Tasche?

Diese „Obstschale" besteht aus einem 6-Zoll-Display und das soll Fotos, Videos und Webseiten dank der Krümmung angenehmer darstellen, als ein nicht gekrümmtes Handy. Die Idee des Herstellers: Durch die Krümmung sind auch die äußeren Pixel gleichweit vom Auge entfernt.
Und tatsächlich macht das Display Spaß. Wenn man sich durch das Smartphone-Menu wischt, wirkt es als würde man in eine Kugel gucken. Ob einem dieser Effekt die 800 Euro wert ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Allerdings stellen sich nach dem Kauf des Handys ganz neue Fragen im Smartphone-Alltag, z.B.: In welche Tasche soll man das G Flex stecken?

Riesen Display - für mich zu groß

Das G Flex ist derart gekrümmt, dass es eigentlich perfekt wäre für die Gesäßtasche einer Jeans - allerdings ist es auch derart groß, dass es aus meiner Jeans gute 3 cm herausguckt und quasi eine Einladung an jeden Dieb ausspricht. Überhaupt die Größe: 6-Zoll-Smartphones mögen Geschmackssache sein, aber für mich ist ein Smartphone, das sich nicht nur mit einer Hand bedienen lässt, Stress.

Es lässt sich plätten

Interessant ist, wie flexibel das gekrümmte Smartphone ist, wenn es auf dem Tisch liegt: Da das Display nicht aus Glas, sondern einem speziellen Kunststoff ist, lässt es sich tatsächlich auf einen flachen Untergrund biegen.

LG G Flex auf einem Tisch; Rechte: Alex Nieschwietz Das G Flex soll bis zu 100 kg aufhalten ohne zu brechen

Offiziell heißt es, dass das G Flex 100 kg aushalten soll, aber darauf ankommen lassen will ich es lieber nicht: Jedes mal, wenn einer meiner Freunde den Effekt ausprobieren möchte und das G Flex flach auf den Tisch drücken will, knarzt es etwas, sodass ich Angst bekomme, es könnte doch zerspringen und es schnell wieder einpacke.

Fazit: Nett, aber zu unpraktisch

Nach einem Wochenende mit dem G Flex finde ich die Idee des gekrümmten Displays spannend. Es wirkt tatsächlich angenehmer als ein Display ohne Krümmung. Wirklich praktisch ist, dass ein gekrümmtes Display auch in Räumen mit viel Licht kaum spiegelt. Und auch beim Telefonieren ist so ein gekrümmtes Smartphone angenehm, da man das Gefühl hat wieder in einen Telefonhörer alter Schule zu sprechen.
Speziell das LG G Flex wäre mir aber keine 800 Euro Investition wert. Denn auch die 13 Megapixel-Kamera macht nicht die schärfsten Bilder, was das folgende Bild zeigt, das mit dem G Flex aufgenommen wurde.

Partyfoto, geschlossen mit LG G Flex Die Fotoqualität ist nicht ideal

Und: Aufgrund der Größe wäre das G Flex mein erstes Smartphone, zu dem ich mir erst eine passende Jeans kaufen müsste, die so tiefe Taschen hat, dass das Smartphone nicht rausguckt. Da warte ich lieber auf kleinere Smartphones mit gekrümmtem Display.

Das angeblich unscharfe Bild ist ne PNG-Grafik, was soll ein vermutlich manipuliertes, auf jeden Fall aber unfassbar verkleinertes Bild, ausdrücken? Dass man hier Bilder bearbeiten kann?

Ihr Name am 9.02.14 23:39

@9.02.14 23:39 um von diesen Dingern unscharfe Photos zu bekommen-bedarf es keinerlei Nachbearbeitung.Da schlaegt ganz einfach die Physik zu!"13 Megalpixel"sind reines advertisement-die lassen sich sinnvoll auf einer Vollformatcamera nutzen,aber nicht mit diesen winz sensoren.

Ach ja? am 10.02.14 8:07

Solche Unterstellungen sind ja immer allerliebst! Warum sollte das Bild manipuliert sein? Weil nicht sein kann was nicht sein darf?
PNG ist ein verlustfreies Format, Konverter produzieren heutzutage auch keine zusätzliche Unschärfe und wer schon mal das ein oder andere Foto gemacht hat wird auch wissen, dass die Schrumpfung auf eine kleinere Bildfläche die abgebildete Art von Unschärfen eher vertuscht.
Fraglich ist schon eher, ob der Autofokus überhaupt auf den Vordergrund fokussiert hat.

Pitter am 10.02.14 10:48

Okay-schauen wir uns mal die Daten an PNG\Kompression ZIP.72x72 DPI.512 x 288 Pixels Print size from DPI(16:9).18.1 x 10.2 cm; 7.1 x 4.0 inches.Original Colors 16,7 Millions (32 BitsPerPixel).Current Colors 16,7 Millions (24 BitsPerPixel).Number of unique colors 58581."Verlustfrei"war da sicher nichts bei der Bearbeitung um das hier rein zu stellen.Hinzu kommt noch das der auofocus wohl nicht richtig gearbeitet hat.

Hmm am 11.02.14 8:01

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Samstag, 08.02.2014

Readfy: Stream für eBooks

Streamingdienste werden immer populärer. Man kann heute Musik streamen - oder Filme. Das Prinzip ist einfach: Für eine feste Monatsgebühr kann man so viel Musik hören wie man möchte. Oder so viele Filme anschauen wie man will. Man kann hören oder gucken, aber nichts dauerhaft im Computer speichern. Einen Download gibt es nicht. Und was die Kosten anbelangt: Im Fall von Musik gibt es sogar komplett kostenlose Pakete. Wer dann und wann Werbung über sich ergehen lässt, bekommt die Musik gratis gestreamt. Allerdings nicht aufs Smartphone. (Da würde man sich keine Werbebanner anschauen.)

So viele eBooks lesen wie man möchte
WWW: Readfy überträgt das Konzept auf die Welt der eBooks. "Das Spotify für Bücher", verspricht der Anbieter vollmundig. Auch hier benutzt man Smartphone oder Tablet, und auch hier zahlt man einen festen Monatsbetrag, darf dafür dann aber auf so viele eBooks zugreifen wie man möchte. Dasselbe Konzept wie beim Musik-Streaming also: Man besitzt die eBooks nicht, kann sich auch nichts ins Regal stellen, man darf die eBooks aber uneingeschränkt nutzen - so lange man Mitglied ist und bleibt. Es ist nicht möglich, die eBooks herunterzuladen und auf immer und ewig zu nutzen. Readfy-Mitglieder verfügen über das Recht, alls eBooks aus dem Angebot auf ihrem Tablets oder Smartphone zu lesen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Hinter Readfy steckt ein deutsches(!) Startup aus Düsseldorf.

Freitag (07.02.2014) hat eine Testphase begonnen, ein öffentlicher Test, an dem sich jeder beteiligen kann. Der Zugriff auf die digitale Bibliothek ist kostenlos, refinanziert über Werbeeinblendungen. Später soll es aber auch kostenpflichtige Abo-Modelle ohne Werbung geben: Für fünf Euro zeigt Readfy weniger und für 10 Euro im Monat gar keine Werbung mehr. 15.000 eBooks stehen vom Start weg zur Auswahl, die meisten Titel von kleineren Verlagen. Mit 120 Verlagen kooperiert Readfy bereits. Mit den größeren sei man im Gespräch. Das Angebot soll laufend erweitert werden, bis Ende des Jahres sollen 30.000 eBooks zur Auswahl stehen. Derzeit gibt es eine App für Android-Geräte, andere Welten wie iOS sollen schon bald unterstützt werden.


Readfy funktioniert wie ein Streaming-Dienst


So liest man in Zukunft
Readfy-Nutzer können aber natürlich nicht nur schmökern und lesen, sondern auch Lesezeichen speichern, eigene Favoritenlisten erstellen, Rezensionen und Kommentare veröffentlichen, sich mit anderen Readfy-Lesern austauschen. Wer nun erwartet, bei Readfy die aktuellen Bestseller kostenlos lesen zu dürfen, wird natürlich enttäuscht. Bei Readfy stehen erstmal ohnehin kostenlos erhältliche Werke wie "Alice im Wunderland" sowie bereits etwas ältere Titel zur Auswahl, nicht unbedingt die Bücher, die alle sofort lesen wollen.

Aber hinter Readfy steckt ein interessantes Konzept. Es ist nur konsequent, das Streaming-Konzept aus der Welt der Musik und des Films aufs Buch zu übertragen. Verleger sind naturgemäß eher konservativ. Nur wenige werden begeistert von der Idee sein, dass Bücher kostenlos zur Verfügung stehen, auch wenn durch die Werbeeinblendungen durchaus Geld verdient wird. Allerdings nicht besonders viel - erst mal. Readfy bezahlt die Verlage pro angeschauter Seite. Ob sich das rechnet oder nicht, wird die Zukunft zeigen. Aber im Grunde genommen macht Readfy etwas, was früher oder später sowieso kommen wird. Denn wieso sollten sich Gewohnheiten, die sich bei Musik und Film durchsetzen, nicht auch in der Welt der Bücher bewähren? Die Leute dürften genau das in Zukunft erwarten.

Im Netz gibt es zig Seiten auf denen ich mir_kostenlos_(!)Hoerbuecher und ebooks (im pdf Format)herunterladen kann!Zudem gaenzlich Werbungsfrei!Da schnorchelt niemand meine Daten ab(sofern ich weiss wie man sich anonymisiert),wie bei so einem straeming service.Lesen oder hoeren kann ich dann auch offline,wie bspw. im Flieger!

Lachnummer am 8.02.14 14:35


Streaming für Bücher ohne Speichermöglichkeit? Ich habe ja eine lebhafte Fantasie. Aber darauf wäre ich nicht gekommen. Für mich kommt das ganz und gar nicht in Frage. Man zahlt und zahlt und hat am Ende nichts. Da würde ich lieber normal kaufen und am Ende "entsorgen durch verschenken", wenn ich das Buch gar nicht mehr brauche.

Für meine Kategorie Bücher kommt das ohnehin nicht in Betracht. Ich wundere mich, wenn Studenten am Ende des Studiums ihre Bücher verkaufen. Müssen die gar nichts nachschlagen? Für manche Lehrbücher wäre das Angebot scheinbar interessant. Die teuren wissenschaftlichen Bücher als Streaming unbegrenzt verfügbar? Aber die gehören wohl auch in Zukunft nicht zu einem solchen Angebot.

Ich nutze Neues, wo es Sinn macht. Aber ich lasse mich nicht gängeln. Ein eBook-Reader oder ein Tablet zum Lesen muss irgendwann sein, aber schon die DRM-Gängelung lehne ich ab.

Bertram in Mainz am 8.02.14 15:46

Ist eigentlich auch nichts anderes als was Amazon macht, nur hier weiß jeder, was er bekommt. Denn auch bei Amazon kaufe ich die Bücher nicht, sondern erwerbe mir nur das Recht, sie so lange lesen zu dürfen, wie mein Amazon Account existiert. Und trotzdem gibt es Millionen von Kindle Nutzern. Ich bevorzuge es zurzeit noch, meine eBooks da zu kaufen, wo sie auch mir gehören und ich damit machen darf, was ich will. Aber vorstellen könnte ich mir Readify schon, zumindest, wenn es auch mit einem eBook-Reader nutzbar ist. Denn ganz ehrlich: Die meisten Bücher liest man eh nur einmal und dann nie wieder. Warum sollte man sie dazu gleich kaufen. Für mich als Vielleser würde sich das mit Sicherheit auch rechnen.

Frank am 8.02.14 17:28

Nun, das klingt wie eine Bibliothek, nur online, ganz einfach.
In einer Bibliothek leihe ich Bücher, wenn ich fertig bin, gebe ich sie ab und hole mir neue.

Ich wundere mich an dieser Stelle über den Kommentar, dessen Autor sich über Studenten wundert, die am Studiumsende ihre Bücher verkaufen.. Ich hab mein Studium abgeschlossen ohne ein einziges Buch zu kaufen! Warum sollte ich auch?

Ich nutzte in Studium einen Offline-Bücher-Streaming-Dienst, nannte sich 'Universitätsbibliothek' :-)

chris26 am 9.02.14 5:24

Es geht noch einfacher und aktueller: Ich nutze das Angebot meiner Stadtbücherei (Duisburg). Mit meinem Büchereiausweis kann ich nicht nur "ganz normal" Bücher etc. leihen, sondern auch die Onleihe nutzen. Die bietet nicht nur aktuelle eBooks, sondern auch Hörbücher und CDs - insgesamt mehrere tausend Medien. Die Bücher speichere ich auf meinem Tablet und kann sie innerhalb von 14 Tagen lesen. Und wenn die Zeit nicht reicht, leihe ich das entsprechende eBook direkt wieder aus. Das Angebot wird außerdem ständig erweitert und aktualisiert. Werbung? Fehlanzeige. Viele andere Stadtbüchereien bieten diesen Service übrigens auch.

Honigbärchen am 9.02.14 10:05

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Mittwoch, 05.02.2014

Musikvideos ohne Musik

Wenn das mal nicht große Kunst ist: Mario Wienerroither veröffentlicht in seinem YouTube-Kanal WWW: "Musicless Musicvideos". Er löscht die Musik und unterlegt die Videos stattdessen mit den Geräuschen der Dinge, die darin zu sehen sind.

In Jamiroquais bekanntestem Musikvideo "Virtual Insanity" fehlt zum Beispiel das komplette Musikbett aus Acid-Jazz. Stattdessen tappt Jamiroquai in Sneakern über den quietschenden beweglichen Boden und kämpft sich gegen eine laute Windmaschine vor. Auch großartig: "Firestarter" von The Prodigy und "Smells like teen spirit" von Nirvana. Je lauter das Original kracht, desto lustiger die musiklose Version.


Jamiroquai: "Virtual Insanity"

Ganz neu ist die Idee übrigens nicht: Bei YouTube findet ihr unzählige sogenannte WWW: "Shred-Videos", die mit einer neuen Tonspur versehen worden sind. So perfekt und lustig wie die Musicless Musicvideos von Mario Wienerroither sind aber keine.

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