Mittwoch, 30.07.2014

Ist die E-Mail noch zeitgemäß?

Heute berichtet der Branchenverband Bitkom stolz: Die E-Mail ist in Deutschland mittlerweile das Kommunikationsmittel Nummer eins. Rund 78% der Deutschen schreiben heute E-Mails, so das Ergebnis einer WWW: repräsentativen Studie von Eurostat, der Statistikbehörde der EU. Es sind also nur noch wenige, die auf die E-Mail verzichten. Geht auch schwer. Viele Unternehmen verschicken ihre Rechnungen heute nicht mehr auf Papier, sondern als PDF per E-Mail. Es wird heute häufig vorausgesetzt, dass jeder eine E-Mail-Adresse hat.

Logos im Smartphone; Rechte: dpa/Picture Alliance
E-Mail: Im Smartphone hat die Mail Konkurrenz


Andere Möglichkeiten zu kommunizieren
Trotz des recht hohen Wertes von 78% liegt Deutschland auf Platz 7 in der europäischen Statistik. In den Niederlanden haben bereits 90% einen eigenen Mail-Account (oder besser: wenigstens einen). Auch in Luxemburg und Dänemark wird mehr gemailt. Wir sind (wie so häufig bei Internet-Dingen) nur Mittelfeld. Aber immerhin: Seit WWW: 30 Jahren gibt es mittlerweile E-Mails in Deutschland. Die erste verschickte Mail WWW: ist auch dokumentiert. Und weil 30 Jahre eine lange Zeit sind, ist wohl die Frage erlaubt: Ist die E-Mail eigentlich noch zeitgemäß?

Vieles wird heute schon gar nicht mehr per E-Mail erledigt. Weil die E-Mail nämlich zu unpraktisch ist. Vor allem die direkte Kommunikation untereinander. Da nutzt man heute Whatsapp, Telegram, Threema, Snapchat oder andere Messenger. Da weiß man, mit wem man kommuniziert. Da lassen sich einfach und schnell Gruppen anlegen und Nachrichten an eben diese Gruppe senden. Und das vielleicht Beste: Es ist kinderleicht, jemanden auszublenden. Sind keine Nachrichten mehr erwünscht: Bitte sehr, fliegt derjenige halt von der Liste. Schneller und einfacher als bei der E-Mail.

Menschen vor Spam-Werbetafel; Rechte: dpa/Picture Alliance
Spam verdirbt die Laune


Messenger, Instagram und Twitter
Facebook setzt voll auf diesen Trend. Mark Zuckerbergs Unternehmen hat nicht nur Whatsapp gekauft, sondern spaltet jetzt sogar den Messenger in der Facebook-App ab - ab sofort kann man nur noch über die eigene Messenger-App kommunizieren. Dadurch bieten sich Facebook mehr Möglichkeiten. Die E-Mail verschwindet. Apropos: Ich kenne wirklich niemanden, der die Mail-Funktion in Facebook nutzt. Dabei gibt es eine. Wer einen Facebook-Account hat, kann auch Mails verschicken und empfangen. Macht aber kein Mensch.

Auch Instagram wird zum Kommunizieren mit Freunden genutzt. Auch wenn hier Fotos und Videos im Vordergrund stehen: Es lassen sich auch Textnachrichten verschicken. Und Twitter entwickelt gerade rasant. Die Zahl der Twitter-Nutzer explodiert. Auch hier: Ein perfektes Medium zur Kommunikation. Man hat die Wahl, ob man öffentlich kommunizieren möchte - oder privat. Man kann die Tweets überall lesen, man kann jederzeit bequem antworten, retweeten... Einfacher als bei der Mail.

Und ein Problem gibt es bei den Alternativen bislang so gut wie gar nicht: Spam. Rund drei Viertel aller verschickten E-Mails sind Spam - manche WWW: gehen sogar von 90% aus. Zum Glück haben wir heute recht zuverlässig funktionierende Spam-Filter. Das verdirbt dennoch den Spaß an der Sache. Bei Messengern, Twitter, Instagram und Co. gibt es diese Probleme praktisch nicht.

Wir werden auch zukünftig alle E-Mail haben und benutzen. Die Bedeutung als Kommunikationsmittel wird aber zurückgehen. Davon bin ich überzeugt.

Ich denke, Sie irren sich Herr Schieb..
Gerade die Vielzahl der Kommunikationsmittel nervt, obwohl sich viele User wie verrückt an das blaue "F" klammern - erstaunlich weil es nachweislich mehr Negatives als Positives zu berichten gibt. ich persönlich habe gar keine Lust alle möglichen Sozialen Netzwerke auf Rechner, Smartphone und Waschmaschine zu installieren, damit ich auch bloß kein Katzenbild, was mal wieder von einem DAU zum anderen geschickt wird zu verpassen. Geht es um rechtlich relevante Dinge, kommuniziert man immer noch per Brief oder email. Innerhalb von Unternehmen macht dies ja auch Sinn - Exchange Server können vieles dokumentieren und filtern. Dies ist im schlimmsten Fall rechtlich sicher besser dokumentierbar, als eine Kündigung, die jemand mit Whatsapp privat an irgendwelche Sachbearbeiter schickt. Nein - die email wird uns noch lange erhalten bleiben..

Peter am 30.07.14 16:44

Pro eMail!

Das ist immer noch das einzige elektronische Medium, das unabhängig von Betriebssystem, Hardware und Provider funktioniert, dazu noch kostenlos und mit offenen Quellen und Protokollen.
Und mit dem richtigen eMail-Programm kann das Handling ebenso "einfach" sein, wie mit einem der (eigentlich gar nicht so) "modernen" Messenger.

Jost aus Soest am 30.07.14 18:15

Meine volle Zustimmung den Vorschreibern, auch meine Meinung. Es dürfte auch niemanden entgangen sein das wir eine immer älter werdende Gesellschaft sind. Viele der heute ab 60 Jährigen haben mit einem PC nichts am Hut also können nicht einmal E-Mail schreiben oder empfangen. Die Smartphonhaltende Facebookschreibende Tablet PC Generation die große Schwierigkeiten hat dabei auch noch gleichzeitig die Zigarette zu halten weil nur zwei Hände die passt schon eher in dieses Schema. Wenn man so in den Orten sieht wie fast jeder Fußgänger nur noch mit Handy oder Smartphone am Ohr überhaupt noch laufen kann dann wundert mich nichts mehr.

MG am 30.07.14 21:04

78% in Deutschland bzw. 90% in den Nachbarländern ist ein *eindeutiges* Argument für ein zeitgemäßes Dasein der EMail. Herr Schieb, womit verschicken *Sie* denn Ihre PDFs und gezipten Docx? Ach so, Sie laden erstmal alles in die Cloud, damit das dann Andere runterladen. Na dann ist ja alles sehr einfach und sicher und die "Generation DummInDaHouse" freut sich... (Lach)

vaikl am 30.07.14 21:12

@vailk: Ich weiß nicht, was diese direkten Angriffe immer bezwecken sollen. Man muss ja nicht digital denken. Habe ich auch nicht gemacht. Im Gegenteil: Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass die Bedeutung der E-Mail abnimmt, nicht, dass die E-Mail verschwindet. Selbstverständlich verwende auch ich E-Mail. Aber eben nicht nur. Früher schon eher.

Jörg Schieb am 30.07.14 21:22

Ich denke, hier wird einiges vermischt...
Um privat zu plaudern, eignen sich manche Messenger ganz gut, aber eine professionelle Nutzung des WWW macht die email ganz sicher nicht outofdate.
Wie soll ich denn Dateien, die vor allem von apple nicht unterstützt werden, per Messenger versenden (dxf, dwg, Access und ähnliche dateine)?
Und wie sehe ich sie mir an? Auf einem klitzekleinen handydisplay?
Zum daddeln, gebe ich Ihnen recht, für professionellere Bewertungen empfehle ich vor Erstellung so eines Beitrages das kleine Wort googeln...

Christoph am 30.07.14 22:05

Ich nutze selbstverständlich die Kommunikation über Email - falls das erforderlich ist. Ich habe aber auch noch einen Montblanc-Füller, mit dem sich wunderbar Briefe schreiben lassen. Den ganzen anderen Schmarrn, den Herr Schieb so begeistert aufzählt, habe ich noch nie vermißt, und deshalb nutze ich es auch nicht.

gerd am 30.07.14 22:44

Lieber Herr Schieb, Verzeihung, wenn Sie sich angegriffen fühlen, das war nicht beabsichtigt. Trotzdem mutet es doch sehr verwirrend an, wenn Sie einerseits von Einfachheit von Messengern und unpraktischer Mail schreiben und dann nachher zugeben, *beide* Kommunikationsmittel zu verwenden. Geht's denn für den Normaluser noch komplexer, unpraktischer und intransparenter? Messenger werden keine beliebigen Anhänge in universelle Postfächer ablegen und EMail wird keine Point-to-Point-Kommunikation bieten, also lassen wir doch einfach jedem Tool seinen Nutzen. Und von den vielfältigen Möglichkeiten von Filtern und Workflow-AddIns in gebräuchlichen Mailern habe ich noch gar nicht angefangen...;-)

vaikl am 30.07.14 23:15

@vaikl-ist halt so"getroffene Hunde bellen".Abgesehen davon hat Herr Schieb mit den dingen,die hier von dir und einigen anderen angedeutet werden absolut nichts am Hut.Das sind Dinge die man in Firmen,vor allen Dingen groesseren benutzt und braucht.So und bezgl. der Kommunikation die dann gerne "Aelterere so ab 60"(die lt. Aussage eines Vorposters mit irgendetwas nichts am Hut haben sollen)-die benutzen halt Linphone zwecks facetime mit ihren Enkeln und Kindern. ;)
Allemal besser als so ein ulkiger messenger aus der Steinzeit des www.Vor allen Dingen geht das dann auch verschluesselt und nichts ist mit schnorcheln von NSA&GCHQ

Robin am 31.07.14 7:32

@Peter: Sicher wird uns die E-Mail noch (lange) erhalten bleiben. Aber deren Anteil an der Kommunikation wird deutlich zurückgehen. Ob Sie nun Dienste wie Whatsapp und dergleichen nutzen oder nicht. Andere machen es halt eben. Und die versenden vielleicht 1-2 E-Mails am Tag, aber 100 Whatsapp-Nachrichten. Sie dürfen nicht vergessen, dass ein Großteil der Kommunikation tagtäglich privat und nicht dienstlich abläuft. Da braucht es keine Beweispflicht, mal abgesehen davon, dass man auch bei Whatsapp den Nachrichtenverlauf dokumentieren kann. Und die mit Abstand größten Plaudertaschen dürfen wohl Kinder und Jugendliche sein. Und die wiederum schreiben wahrscheinlich heute schon so gut wie keine E-Mail einander, sondern nutzen Messanger-Dienste. Ist ja auch für ein bisschen blabla wesentlich einfacher und schneller.

Pat am 31.07.14 8:03

@vaikl: Also ich verwende gar keine docx! So etwas kommt mir nicht ins Haus.

Pat am 31.07.14 8:14

@pat: Du arbeitest ja auch nicht beim WDR;-)

@Robin: Auch der Herr Schieb muss für sein Geld "in Firmen" arbeiten, also *hat* er damit was zu tun, Sie später evt. auch mal. Ich lese hier nirgendwo etwas von "Dieser Artikel richtet sich an Kinder, Jugendliche, Rentner und sonstige Zeitvertreiber".
Nochmal: Beide Technologien hatten und haben nebeneinander ihre Daseinsberechtigung und absolute Zahlen von Mails vs. Messages sind Erbsenzählerei. Eine von beiden als "veraltet" runter zu schreiben, ist für mich entweder Unwissen oder Guerilla-Marketing oder einfach nur künstliches Aufrege-Thema-Konstruieren.

vaikl am 31.07.14 9:46

Wenn Email an fbook,Twitter etc. Anteile verliert,dann hat das einen ganz einfachen Grund:Die Inhalte werden immer belangloser.war auch bei SMS schon so.

Meier am 31.07.14 10:44

Ich bin jetzt hier auf der Blog-Seite gelandet, weil ich mich gefragt habe, warum so viele Menschen E-Mails mit dem Smartphone verschicken.

Ich hab auch eins, aber nur ein billiges von Samsung. Theoretisch weiß ich auch, wie das geht. Aber ist das praktisch? Ich vertippe mich ja manchmal schon bei der Eingabe einer Telefonnummer.

(80 bin ich nocht nicht, meine Augen sind gut, ich habe auch keine Gicht in den Fingern. Aber ich tippe gerne mit 10 Fingern auf einer Tastatur. Da genügt mir ein Netbook, mein Mann will lieber eine große.)

Also, wie kriegt Ihr das hin da mit dem Smartphone?

Ach, ich sehe gerade, dass ich ja nur noch soundsoviel Zeichen habe, ja, wahrscheinlich bin ich einfach zu weitschweifig. Hat Meier ja schon gesagt, das geht, wenn man sich auf das Nötigste beschränkt.

SMS fand übrigens meine Mutter mit über 70 toll (über die Tasten mit Buchstaben), hat sie wohl an das Morsen erinnert.

hyetometer am 4.08.14 17:42

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Mittwoch, 30.07.2014

ja, nein, vielleicht

Mmmh - immer noch keine Antwort. Aber geöffnet ist die Nachricht? Soll ich jetzt noch warten mit dem Tischreservieren/Kartenvorbestellen/Schickmachen? Und wie lange? Frage ich nochmal nach? Ach komm, noch eine halbe Stunde.

yeppt_anfrage.JPG Ja doch, manchmal nervt's schon ein bisschen. Dieses gefühlt endlose Warten auf Antworten, wenn man zusammen mit Freunden was unternehmen möchte. Aber die Freiheit, immer und überall erreichbar zu sein, bedeutet eben auch die Freiheit, sich alle Optionen - so lange es irgendwie geht - offen zu lassen. Was ja auch völlig ok ist - meistens. Aber man hat schließlich auch mal ungeduldige Momente. Und in denen hilft: Druck machen! ;-) WWW: Ein Alternativvorschlag zum klettigen Immer-wieder-Nachfragen: WWW: Die App Yeppt!

yeppt_slide.JPG Einfach Anfrage für die Verabredung (Kino, Bier, Rumhängen...) mit Deadline, die man selbst bestimmen kann, an die betreffenden Freunde versenden. Wer ja sagt (Slider nach rechts wischen) bevor der Countdown abläuft, kommt automatisch in einen Gruppenchat - für nähere Abstimmungen. Alle, die die Frist verstreichen lassen oder nein sagen (Slider nach links wischen), werden in Ruhe gelassen. Klare Ansage gefällig? Geht doch!

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Mittwoch, 30.07.2014

Gebt uns endlich ordentliches WLAN!

Vor ein paar Tagen bin ich wütend geworden. Ich habe versucht, die 30 Minuten freies WLAN am Düsseldorfer Flughafen zu nutzen, die Neelie Kroes uns beschert hat. Die EU-Kommissarin für die Digitale Agenda war an einem Nachmittag im März von Düsseldorf aus geflogen und dabei Opfer der WLAN-Gebühren geworden. Sie twitterte ihren Ärger über die unverschämten 6 Euro pro Stunde.


Nach diesem Tweet ging alles ganz schnell: Besucher und Passagiere kommen seit Anfang April für 30 Minuten kostenlos ins Netz. Das ist natürlich nichts gegenüber dem komplett freien Zugang, wie ihn zum Beispiel WWW: der Flughafen in München nun geschaffen hat. Und wie es zu diesem Sinneswandel in Düsseldorf kam, wird WWW: in der Pressemitteilung dazu natürlich auch nicht erwähnt - aber sei's drum.

Vor ein paar Tagen habe ich also versucht, das kostenlose WLAN zu nutzen - nur leider ist es unbenutzbar. Nach fünf Minuten habe ich entnervt aufgegeben, weil ich bei dieser Geschwindigkeit jedes Byte per Handschlag begrüßen könnte. Stattdessen bin ich über mein Smartphone online gegangen und durfte mich damit auf die Drosselung freuen, wenn ich zum zehnten Mal in diesem Monat die Volumengrenze erreicht habe.

Es kann natürlich sein, dass ich am Düsseldorfer Flughafen einen ungünstigen Moment erwischt habe und sonst alles besser ist. Aber das ist ja nur eins von vielen Beispielen. Auch die Hotspots in Zügen der Deutschen Bahn sind die Erwähnung eigentlich nicht wert. Auf freier Strecke in einem ICE eine ordentliche Verbindung ins Netz zu bekommen, und sei es nur, um die eigenen E-Mails abrufen zu können, gleicht oft einem Glücksspiel. Meistens funktioniert es morgens besser, wenn die Geräte frisch gestartet sind. Oder man wechselt den Wagen, um einen besseren Router zu erwischen.

ICE; Rechte: picture-alliance/dpa/Rolf Vennenbernd
Falls es mit dem Hotspot im Zug hakt: Besser morgens fahren oder Wagen wechseln

Ganz zu schweigen von Onlinezugängen in Hotels. Dort wird man regelmäßig arm, kommt man auf die Idee, auch nur eine Stunde ins Netz zu wollen. Weil das vor allem abends geschätzt 281 Prozent der Hotelgäste versuchen, sind sämtliche Leitungen dicht. Mittlerweile gibt es sogar WWW: eine eigene Website, die zeigt, wie viele Hotels schnelles WLAN versprechen, aber nicht liefern. Dann kann man es auch gleich ganz sein lassen.

Es geht nicht in meinen Kopf, warum Hotspots in Deutschland vor allem dazu da sind, uns Geld aus der Tasche zu ziehen - und dann noch mit einer Geschwindigkeit, die mich eher an mein 56k-Modem als an eine ordentliche DSL-Leitung erinnert.

Das ist kein Luxusproblem. Onlinezugänge sind ein wichtiger Standortfaktor. Wo es für mich kostenloses und schnelles Netz gibt, lasse ich mich nieder und trinke einen Kaffee mehr. Ein schlechtes Netz bedeutet manchmal auch weniger Einnahmen. Als ich vor ein paar Monaten umgezogen bin, hatte mein Vermieter Probleme, die Wohnung loszuwerden, weil er dort höchstens DSL 2000 bieten konnte.

Freies WLAN für alle mit einer ordentlichen und zeitgemäßen Geschwindigkeit - das wäre für mich eins der wichtigsten Infrastrukturprojekte in diesem Land.

Ich habe auf dem Düsseldorfer Flughafen ebenfalls diese Erfahrung gemacht. Das WLAN war völlig überlastet und wegen absolut mangelhafter Geschwindigkeit nicht nutzbar. Sehr peinlich für den Flughafen einer Landeshauptstadt, in der mindestens ein großes Mobilfunkunternehmen ansässig ist. Über die DB braucht man gar nicht zu reden. Das Problem kennt jeder, der mit einem Smartphone mit dem ICE gefahren ist. Ein echtes Armutzeugnis.
Deutschland ist insoweit inzwischen ein Entwicklungsland geworden. Besucher aus dem Ausland - USA und Asien - sind überrascht bis entsetzt. Ich bin regelmäßig in den USA. Dort bietet jeder Strandkiosk kostenloses und schnelles WLAN.
Hier geht es nicht einmal in Flughäfen und auf Bahnhöfen, geschweige den in anderen öffentlichen Gebäuden. In NRW bietet z.B. nicht ein einziges Gericht für seine zahlreichen Besuchern einen WLAN-Zugang.


SR am 30.07.14 12:29

Deutschland ist in dieser Hinsicht nicht einmal als Entwicklungsland zu bezeichnen. Aber der Gesetzgeber ist natürlich auch schuld. Soll er doch endlich diese dusselige Störerhaftung komplett abschaffen. Wlan ist ohnehin nicht wirklich abzusichern. Demnach dürfte normalerweise, solange es die Störerhaftung gibt, niemand einen Wlan-Anschluss betreiben - auch nicht privat.

Pat am 30.07.14 13:45

Mir ist unverständlich, warum es nicht Aufgabe jedes Einzelnen sein soll, seine persönlichen Kommunikationsbedürfnisse über einen entsprechenden Vertrag bei seinem Provider abzudecken. Wer soll denn bitte die kostenlosen und superschnellen Hotspots für alle finanzieren?

Störsender am 30.07.14 14:51

In Frankreich funktioniert es auch.Da bietet jeder Supermarkt und Kiosk freies WIFI an.
Bin im April diesen Jahres von Köln nach Berlin gefahren mit dem ICE.Bei der Hinfahrt funktionierte das WLAN sehr Gut.Die Rückfahrt war Hotspot mässig eine Katastrophe.Da muss die Bahn noch nachbessern.

Ralf am 30.07.14 15:11

Immer wieder schön diese Diskussion. Wer WLAN unterwegs benötigt hat doch die Möglichkeit sich einen mobilen Hotspot anzuschaffen. Und es gibt sogar bis zu 100 MB Volumen kostenlose SIM-Karten - reicht zum Mails checken allemal. Ansonsten nimmt man sich einen Prepaid-Provider oder eine Flat. Alles erhältlich und es funktioniert sogar sehr gut. Also, warum immer dieses Gejammer und warum zum Geier soll die Allgemeinheit die Surfkosten einzelner tragen die nicht willens oder zu geizig sind um sich das Equipment für WLAN unterwegs selbst zu kaufen?

Ich am 30.07.14 16:46

@Ich: Ein Volumen von 100 MB wäre bei einem durchschnittlichen Nutzer heutzutage schnell aufgebracht. Es ist außerdem, wie Neelie Kroes sagt: Die Allgemeinheit zahlt bereits, zum Beispiel durch teure Flughafengebühren, teure ICE-Tickets, teure Zimmerpreise - sie hat nur nichts davon.

Dennis Horn am 30.07.14 16:52

Das mit den 100 MB ist richtig, das ist nicht viel. Wenn man sein Surf-und Mailverhalten anpasst kommt man aber sehr gut damit klar. Ich lade aber z.B. erst mal nur meine Mailheader herunter. Dann sehe ich was es ist und wie groß die Mails sind. Meistens haben die großen Mails Zeit bis ich wieder im LAN zu Hause bin. Benötige ich doch mal eine große Mail oder andere größeren Datenmengen unterwegs lege ich kurz eine andere SIM-Karte ein und habe für 59 Cent ne halbe Stunde um ein GB zu laden, oder für 99 Cent 9o Minuten, etc. Die Kosten halten sich im Rahmen und ich bin nicht auf anderes WLAN angewiesen. Meiner Meinung nach eine echt gute Alternative und ich habe die Kontrolle über die Sicherheitseinstellungen meines WLANS.

Ich am 30.07.14 17:24

@Ich: Finden Sie nicht, dass das alles ein bisschen kompliziert ist. Erst gucken wie groß die Mail ist, dann überlegen ob man sie runterlädt oder nicht, dann womöglich noch die SIM-Karte wechseln. Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Außerdem ist es kein Argument zu sagen, soll halt jeder selber zahlen. Die allermeisten haben sowieso eine Flatrate für´s Internet. Es ist einfach nicht einzusehen, dass ausgerechnet in einem vergleichsweise reichen Land wie Deutschland die Versorgung derart schlecht ist und uns andere Länder, von denen man es eigentlich gar nicht vermuten würde, so weit voraus sind. Zumindest der europäische Standard sollte ja wohl das Minimalziel sein. - Übrigens können Sie ein Wlan gar nicht hundertprozentig absichern.

Pat am 31.07.14 8:11

Ach was wir alle wichtig das wir alle unterwegs online sein müssen; alles Wichtigtuerei. Seid doch mal froh nicht ständig auf diesen blöden Geräte rumzudaddeln.

Yondrascheck am 31.07.14 12:20

@Yondrascheck-diese Leute sind nicht wichtig.Das sind Sklaven,daher der Zwang staendig erreichbar zu sein.

Robin am 31.07.14 12:56

@Robin schön gesehen, dann bin ich ja nicht ganz alleine. Das Meiste ist sowieso nur unwichtige Spielerei und dafür wird so ein Aufstand gemacht das auch Mutti Merkel sich berufen fühlt ihren Senf dazu abzugeben.

Yondrascheck am 31.07.14 13:57

Der Bürger hilft sich selbst: http://freifunk.net/

derJustus am 31.07.14 18:17

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