Sonntag, 04.05.2014

77.000 mysteriöse Youtube-Videos

Die Videos vom Youtube-User WWW: Webdriver Torso sind ausnahmslos alle genau zehn Sekunden lang. Zu sehen gibt es nicht viel: rote und blaue Flächen vor weißem Hintergrund, die sich sekündlich verändern - und dazu ein fast schon ohrenbetäubendes Piepen - so als versuche ein Faxgerät oder ein Modem eine Verbindung herzustellen. Das war's. Mehr gibt es nicht zu sehen. Doch als wäre das noch nicht verrückt genug, beeindruckt der User auch noch mit der schieren Zahl seiner Uploads: 77.000 Videos sind es mittlerweile. An manchen Tagen werden Hunderte neuer Videos hochgeladen.


Was soll das? 77.000 dieser Videos gibt es bereits

Automatisch erzeugte Videos
Die beeindruckende Zahl an Videos lässt nur einen Schluss zu: Die Videos selbst werden automatisch erzeugt, mit einer Art Video-Generator. Einer Software, die vollautomatisch die Bilder generiert. Zehn "Slides" pro Film, jede Sekunde eine Tafel mit merkwürdigen Figuren. Für den Sound gilt dasselbe: Auch der wird per Computer generiert. Das Ergebnis lädt dann eine Software über die Youtube-Schnittstelle beim Videodienst hoch. Erstaunlicherweise schauen sich viele Menschen die Filmschnipsel an. Manche haben mehrere Tausend Abrufe innerhalb weniger Stunden.

Das erste Video hat Webdriver Torso am 23. September 2013 hochgeladen. Seitdem kommen ständig neue dazu. Wer die Videos hochlädt, ist bislang ungeklärt. Ein Mysterium. Bereits im Februar ist dem WWW: US-Magazin Wired aufgefallen, dass die ungewöhnlichen Videos immer mehr werden. Mittlerweile fragen sich Viele im Netz: Wer ist Webdriver Torso? Was sollen uns die Videos sagen? Was soll das alles? Manche vermuten schon, es könnten Aliens dahinter stecken, die mit uns auf diesem Weg kommunizieren wollen. Oder es könnte sich um WWW: Morsecodes handeln, die nicht per Radiowellen, sondern eben per Youtube ausgestrahlt werden - mit versteckten, vielleicht geheimen Codes und Informationen.


Eins der am meisten abgerufenen Mystery-Videos

Clips könnten aus Frankreich kommen
Ein Teil des Usernamens lässt immerhin den begründeten Verdacht zu, es könnte einen Zusammenhang mit dem WWW: Selenium WebDriver geben. Ein Tool, mit dem sich Webseiten testen lassen. Theoretisch könnte es sein, dass mit den mysteriösen Videos Youtube auf die Probe gestellt wird. Wie viele Videos lassen sich hochladen, bis Youtube die Schotten dicht macht? Ein WWW: Entwickler widerspricht dieser These allerdings.

Mittlerweile haben sich manche die Mühe gemacht, die über 77.000 Videos genauestens zu analysieren. Die Filme sind nahezu ausnahmslos zehn Sekunden lang. Bis auf einen: ein nur fünf Sekunden langer Clip, in dem man den Eiffelturm sieht - kurz, beleuchtet, bei Nacht. Und dann einen Schwenk nach unten. Kurz zu sehen: Ein Gesicht und ein Tablet.

Das nährt den Verdacht, die Macher der Videoreihe kämen aus Frankreich. Noch ist das Rätsel allerdings ungelöst. Anfragen beantwortet der Youtube-User jedenfalls nicht. Eine neue Besonderheit hat sich am 2. Mai ergeben: An diesem Tag hat der User zum ersten Mal ein WWW: hochgeladenes Video geliked. Eine vollautomatische Software würde das nicht machen. Ein menschliches Wesen schon. Es bleibt also spannend - und mysteriös.


Das einzige Webtorso-Video ohne simple Flächen

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Samstag, 03.05.2014

Google weiß, wo Dein Auto parkt

Hand aufs Herz: Wer Auto fährt und schon mal in einer fremden Stadt geparkt hat, der kennt das Gefühl, das langsam in einem aufsteigt, wenn man das eigene Auto nicht mehr findet, weil plötzlich eine Straße aussieht wie die andere. Stundenlanges Um-den-Block-laufen ist dann die Folge. Früher war es noch schwieriger, den eigenen Wagen zu finden. Zum Glück antworten moderne Autos zumindest, wenn wir per Funk den Türentriegler auslösen.

Aber wozu hat man sein Smartphone in der Tasche? Das kann beim Aufspüren des geparkten Autos helfen. Ich meine jetzt nicht Apps wie WWW: Take Me To My Car oder WWW: MyCar Locator. Wer ein Android-Handy in der Tasche hat, kann sich von Google helfen lassen. Der digitale Assistent Blog: Google Now merkt alles. Auch, wie wir uns bewegen.

Ob wir im Auto sitzen, Fahrrad fahren oder zu Fuß gehen, kann Google anhand der GPS-Daten ermitteln. Der letzte Wechsel zwischen Autofahrt und Zu-Fuß-Gehen ist die Stelle, an der man sein Auto abgestellt hat. So einfach ist das. Google Now zeigt die genaue WWW: Position sogar in einer Karte. Ob man vorher mit dem eigenen Auto oder im Auto eines Freundes oder Bus gefahren ist, kann Google Now nicht wissen. Aber hilfreich kann diese Funktion ganz sicher sein. Im Notfall.

Parkposition in Onlinekarte; Rechte: Google
Google Now verrät, wo man sein Auto geparkt hat

Eine Anmerkung für die paranoiden Google-Hasser:
Es müssen für diese Funktionalität keine Daten hochgeladen werden.

Jost aus Soest am 4.05.14 10:56

Eine Anmerkung für die sich selbst für allwissend haltenden Dumpfbacken, die andere mit ihren datenschutzrechtlichen Einwänden gegenüber einem Unternehmen mit undurchschaubarer Moral gerne verunglimpfen, weil ihnen das basisdemokratische Verständnis völlig abgeht:

Mein ganz normales Garmin Navi 2360 (low budget) sichert beim Abschalten der Stromversorgung automatisch den letzten Standort.
Da ich das Navi nie im Auto lasse, brauche ich es später nur über den integrierten Akku wieder einschalten und mich von ihm zu meinem Auto zurückführen lassen.

Das funktioniert so genau, daß ich mein Auto sogar auf einer nicht markierten und zum Parkplatz umfunktionierten Wiese einer Freiluftveranstaltung zwischen Hunderten anderen kreuz und quer geparkten wiederfinde.

Wie ich hörte, haben mittlerweile aber wohl die meisten Navis eine solche Funktion integriert.

Gert am 4.05.14 12:35

BTW:
Ist es eigentlich normal, daß es mitunter mehrere Minuten dauert, bis ein abgesendeter Beitrag von meinem Browser als solcher, nämlich "gesendet", gekennzeichnet wird?

Irgendwie liegt es da mit der Korrespondenz der Rechner im Argen, was dazu verleitet, gleich mehrfach auf den Absendebutton zu drücken.
Das beschleunigt die Sache zwar in keinster Weise, läßt aber den Beitrag dann doch mehrfach erscheinen.
Anhand der Postings anderer Leute habe ich gesehen, daß es wohl nicht nur mir so ergeht.

Gert am 4.05.14 12:42

Ich habe auf meinem iPhone schon seit Jahren die kostenlose App Carfinder. Wenn ich irgendwo fremd bin, aktiviere ich da kurz, wo ich parke. Wenn ich dann irgendwann zurück möchte zu meinem Auto, nehme ich einfach das iPhone in die Hand und lasse mich lotsen. Seitdem kann ich ganz entspannt fremde Städte besichtigen und muss mir nicht mehr merken, wo ich parke.

Frank am 4.05.14 20:35

Jaja, das Smartphone löst alle Probleme, die man sonst gar nicht hatte. Ich fahre jetzt 40 Jahre lang Auto; genau ein einziges Mal hatte ich - allerdings nur sehr vorübergehend - das Problem, dass ich mein Auto nicht wiedergefunden habe. Ein einziges Mal, der Mehraufwand fürs Wiederfinden dürfte bei weniger als 30 Minuten gelegen haben.

CTB am 4.05.14 20:45

'Here Maps' unter Windows Phone kann das schon lange. Auch hier wird einfach die letzte Position der Navigation gespeichert.

Sven am 5.05.14 13:12

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Donnerstag, 01.05.2014

Smart drücken - keep it dimple

Moderne Smartphones haben in der Regel nicht allzu viele Knöpfe. Einen zum Ein- und Ausschalten, zwei für die Lautstärke - und dann vielleicht noch einen "Home"-Button. Das war's oft schon. Das meiste wird über den Touchscreen erledigt oder über berührungsempfindliche Stellen am Gerät. So mancher User wünscht sich aber den ein oder anderen Knopf. Einmal drauf drücken - und gleich die neuesten E-Mails lesen, die Lieblings-App starten oder im Internet surfen.

dimple.png
Dimple: Android-Smartphones mit Buttons ausrüsten


Buttons zum Aufkleben
Und siehe da: So etwas kann man tatsächlich nachrüsten. Ich habe meinen Augen nicht getraut, als ich WWW: Dimple entdeckt habe. Es liest sich fast wie ein Aprilscherz, aber Dimple gibt es wirklich. Man klebt eine kleine Leiste mit vier Buttons auf sein Smartphone - und hat dann vier weitere Knöpfe zur Verfügung, die man beliebig belegen kann. Dimple-User entscheiden also selbst, wie sie ihre vier Buttons belegen wollen. Die LED-Leuchte als Taschenlampe benutzen, eine App starten, Google-Suche aktivieren, Musik abspielen, E-Mails abrufen - egal, lässt sich alles erledigen. Durch einen simplen Druck auf die entsprechende Taste.

Und so funktioniert's: Man klebt einen dünnen Sticker mit vier Buttons auf sein Smartphone oder Tablet. Allerdings braucht man dafür ein Android-Gerät mit Blog: NFC-Funktion. Normalerweise dient der NFC-Chip dazu, um drahtlos mit einem Kassenterminal zu kommunizieren und Bezahlvorgänge abzuwickeln. Die Dimple-Entwickler nutzen den NFC-Chip aber für ihre Zwecke. Genial daran: Der NFC-Chip versorgt die Buttons mit Energie. Deshalb lässt sich der Sticker auch an jede beliebige Stelle kleben, eine Stromversorgung ist nicht notwendig.


Firmenvideo erklärt die Funktionsweise von Dimple


Der Sticker selbst ist unglaublich dünn - etwa so dünn wie fünf menschliche Haare. Es gibt die Dimple-Sticker in verschiedenen Farben. Und wer mag, kann sogar mehrere Dimple-Sticker auf sein Smartphone kleben und hat entsprechend mehr Funktionen parat. Das verunstaltet das Smartphone zwar ein wenig - aber wer's mag... Über die Dimple-App lassen sich die Buttons beliebig belegen. Jeder Knopf bekommt eine eigene Funktion. Es stehen eine Menge Möglichkeiten zur Auswahl. Und wenn man seinen Dimple nicht mehr mag, knibbelt man ihn einfach wieder vom Smartphone ab.

Noch sind die Dimple-Sticker nicht zu kaufen. Am 6. Mai startet ein Crowdfunding-Projekt, 60 Tage später sollen die Sticker dann fertig sein. Der offizielle Verkaufsstart ist für August geplant. Günstig sind die aufklebbaren Sticker leider nicht: Sie sollen rund 29 Dollar das Stück kosten. Eine Menge Geld, aber um die Kommunikation mit dem NFC-Chip bewerkstelligen zu können, ist ein ganz bestimmtes Material in den Stickern erforderlich. Teuer oder nicht: Die Idee ist klasse, weil kreativ und ein bisschen verrückt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass viele solche Dimple-Sticker kaufen.

Welche Wirkung hat der Sticker für den Stromverbrauch? Um den Sticker laufend abzufragen, muss die NFC-Funktion ständig aktiviert sein. Das bedeutet Stromverbrauch für die benötigte Feldstärke. Oder wird nur bei Bedarf eingeschaltet, wenn die zugehörige App die neuen Tasten benutzt? Wenn man mit der zusätzlichen Taste aber die App erst startet, dann braucht man doch ständige Bereitschaft. Also wird man ein Management brauchen, das die Sticker nur bei Bedarf abfragt, vielleicht im Ruhezustand mit Wartepausen.

Bertram in Mainz am 1.05.14 14:05

Was soll daran "unglaublich" oder "genial" sein?

Snoopy am 2.05.14 9:18

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