Dienstag, 09.12.2014

Fröhliche iNachten

Ich bin in Sachen Timing nicht wirklich gut. Das ganze Jahr über weiß ich, dass im Dezember Weihnachten ist, und dann schaffe ich es doch wieder nicht, meinen Liebsten fröhliche Weihnachtsgrüße per Post zu schicken. Gut, dass es digitale Karten gibt, die weder Versand noch viel Aufwand kosten.

Die Puppen tanzen lassen

Weihnachtsgrußkarte; Rechte: WDR/Horn Nicht ganz unbekannt ist die Seite WWW: ElfYouself. Hier kann man bis zu fünf animierte Figuren, eingekleidet in grünen Koboldkostümen und Kringelmützen, mit Fotos von sich und Freunden vervollständigen und ihnen damit ein Gesicht geben. Klickt man auf Play, lässt man die Puppen tanzen - egal ob in der U-Bahn-Station oder am New Yorker Time Square. Lachanfall garantiert.

Ich habe den WWW: Clip direkt auf Facebook gepostet und es war klar wie Omas weihnachtliche Kloßbrühe: Per Schneeballsystem hat sich der Hype weiterverbreitet und wie jedes Jahr eine Welle von tanzenden Trollen in den sozialen Netzwerken verursacht. Alle wollen mal kurz die Hüfte schwingen. Allerdings ist diese Art von Grußkarte natürlich nicht besonders besinnlich oder persönlich.

Asiatische Musik zu Schneeflocken

Deshalb habe ich es auch mal mit ein paar Weihnachtskarten von der Seite Grußkartenfreunde.de versucht. Hier gibt es verschiedene Bilder und bewegte Motive zur Auswahl, mit Tieren, die in die Karte plöppen und Schneeflocken, die vom Himmel rieseln. Ich kann wie bei einer echten Postkarte Grüße auf die Rückseite tippen und bis zu 20 Empfänger eingeben. Dazu wähle ich vielleicht noch ein Musikstück aus. Allerdings sind weder die "asiatischen Impressionen" noch das "epische Piano" besonders weihnachtlich, die Seite ist voller Werbung und nicht besonders hübsch aufgebaut.

Weihnachts-App; Rechte: WDR/Horn

Apps mit Weihnachtsmann

Ich gebe es also auf, mit digitalen Grußkarten besonders besinnlich daher kommen zu wollen - und schon klappt es. Mit der App "Talking Santa" für iPhones wird es lustig-weihnachtlich. Ich gestatte der App den Zugriff auf mein Handy-Mikro und schon verwandelt Santa Claus alles, was ich sage, in Weihnachtsmannstimme und quatscht mir nach wie ein Papagei. Durch Berührung des Displays kann ich den guten Mann in rotem Anzug verhauen, niesen und Geschenke auspacken lassen, mit Milch und Keksen füttern und von einem überdimensionalen Schneeball überrollen lassen. Ich kann daraus einen Kurzfilm machen und das Ganze einschließlich Sprachnotiz als Video verschicken. Ich kann Santa aber auch ein paar Weihnachtsgrüße auf seine gepunktete Unterhose schreiben und sie per Mail oder Chat verschicken.

Solche und ähnliche Apps für Android und Apple gibt es hunderte. Wirklich gut sind aber nur die wenigsten. Das gilt übrigens auch für Programme, die man sich herunterladen muss, um damit selbst Grußkarten für Weihnachten zu erstellen. Hier verschwendet man aber oft nur viel Zeit für Installationen und erste Layouts. Dann verschicke ich doch lieber gleich echte Karten per Post.

Digitalen Adventskalender per Post

Wer übrigens keinen Adventskalender hat, kann das noch nachholen - mit dem digitalen Adventskalender namens iNachten. Das ist eine App mit 24 Weinachtsgeschichten als Audio-Dateien. Allerdings funktioniert der Kauf der App absurderweise nur postalisch. Man bestellt online eine reale Grußkarte für 99 Cent mit aufgedrucktem QR-Code, den der Beschenkte einscannt und dann täglich ein digitales Türchen mit einer neuen Weihnachtsgeschichte öffnen kann. Schade, dass das nur für iPhones und nicht als Download möglich ist.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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Montag, 08.12.2014

Spirograph 2.0

Es gibt diese Websites, die nicht nur ein "Wo zum Teufel bin ich hier gelandet!?", sondern gleichzeitig auch ein "Wie großartig ist das denn!?" erzeugen. Zu dieser Art gehört auf jeden Fall der WWW: Inspirograph des Programmierers Nathan Friend: eine kleine Fingerübung, in der ihr mit Hilfe von zwei Zahnrädern kleine Kunstwerke erstellt. Einige von euch kennen das vielleicht auch noch als Kinderspielzeug aus den 1990ern: den Spirographen.

Inspirograph; Rechte: Nathan Friend
Schritt eins: die beiden Zahnräder. Hier könnt ihr deren Größe und die Farben bestimmen, die sie auf "Papier" bringen sollen.

Inspirograph; Rechte: Nathan Friend
Schritt zwei: eins der fertigen Kunstwerke, die dabei herausspringen.

In einer WWW: Galerie könnt ihr auch die bisherigen Zeichnungen bestaunen, die andere Nutzer mit dem Inspirographen erstellt haben - sie werden automatisch beim Bilderdienst imgur hochgeladen. Und für alle Smartphone-Nutzer unter euch, die genauso süchtig werden wie ich: eine eigene App soll folgen.

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Freitag, 05.12.2014

Mit Cortana quatschen

Mit ganz normaler Sprache sein Handy steuern, das wird immer beliebter. Google bietet mit Google Now einen leistungsfähigen Assistenten an, Apple mit Siri eine Spracherkennung mit ähnlichen Ambitionen. Und jetzt kann man auch mit seinem Windows-Smartphone ins Gespräch kommen: WWW: Cortana versteht ab sofort auch Deutsch. Noch nicht für alle und jedermann, doch immerhin als Betaversion. Die WWW: deutsche Version von Cortana wird über das Windows Phone Developer Preview Program ausgerollt, wie es in Fachkreisen so schön heißt, und steht dort ab sofort kostenlos zum Download bereit.

Cortana; Rechte: Microsoft
Cortana ist eine Frau - jedenfalls mit weiblicher Stimme


Microsoft hat sich einiges vorgenommen
Jetzt fängt das große Quatschen also auch beim Windows Phone an. Den Namen haben die Entwickler von einer Figur aus dem populären Konsolenspiel "Halo" für Microsofts Spielekonsole Xbox. Mit Cortana will Microsoft ein Pendant zu Apple Siri und Google Now anbieten. Wer jetzt denkt: Spracherkennung? Das ist doch nicht neu auf dem Windows Phone. Vorsicht: In der Tat gibt es schon lange eine Spracherkennung, die simpelste Anweisungen versteht und zum Diktieren verwendet werden kann. Doch Cortana ist deutlich mehr: Ein digitaler Assistent, der seinem "Herr" (oder seiner "Herrin") aufs Wort gehorcht und tatkräftig unter die Arme greift.

Man kann mit Cortana sprechen wie mit einer normalen Person, fast in ganz normalem Deutsch. Das funktioniert bereits erstaunlich gut. Ich habe das schon mehrfach ausprobieren können: Die Software versteht nicht nur Schlüsselwörter und Anweisungen, sondern kann - in bescheidenem Maße - auch Zusammenhänge verstehen. Einmal nach "Wie ist das Wetter in Köln?" gefragt, kann man ein "Und in München?" nachschieben. Auch kann Cortana mit Begriffen wie "Zuhause" oder "Arbeit" etwas anfangen. Oder eine Antwort auf "Wann ist mein nächster Termin?" anbieten.


Microsoft erklärt Cortana (in der englischen Version)


Assistent denkt mit - wenn man ihn lässt
Cortana kann Termine eintragen und warnt einen, wenn man etwas vergisst. Oder erinnert einen etwas einzukaufen, genau dann, wenn man am betreffenden Laden vorbei geht. Das können andere Assistenten wie Google Now auch. Doch all das soll erst der Anfang sein. Im Grunde genommen soll man mit Sprachbefehlen alles Mögliche regeln können: Nachrichten verschicken, Termine vereinbaren, Tische in Restaurants reservieren, Flüge buchen, Einkäufe erledigen. Damit man nicht immer bei Adam und Eva anfangen muss, ist es wichtig, dass so ein Digitaler Assistent möglichst viel von einem weiß. Ein Assistent ist eben nur dann richtig gut, wenn man ihm blind vertraut.

Für die großen Onlinedienste wie Google, Apple und Microsoft ist es natürlich eine Traumvorstellung, dass wir ihnen noch viel mehr Daten anvertrauen. Nur deshalb entwickeln sie Digitale Assistenten. Klar, dass sich auch hier und da mal eine Provision verdienen lässt, wenn ein Flug gebucht oder ein Hotel reserviert wird. Doch Microsoft will mehr: Cortana soll zu unserer besten Freundin werden. Apple macht das mit Siri und Google mit Now ganz genau so. Wir werden uns entscheiden müssen, ob wir wirklich wollen, dass die Assistenten gut sind. Doch dann wissen sie eben auch viel von uns.

Smartwatches lassen sich eigentlich kaum anders bedienen als auf diese Weise. Denn das kleine Display der smarten Uhren erlaubt keine Bedienung per Tippen und Wischen. Das könnte eine Chance für digitale Assistenten wie Cortana sein.

Na wenn das mal nicht was für die Bayern wäre
-Hochdeutsch at home mit der richtigen App.

Martin Däniken am 9.12.14 15:23

Mir fällt bei der Sprachsteuerungs/kontrolle immerwieder "Demolition-Man"ein.
Diesen Schimpfwortknöllchenautomat wird es wahrscheinlich 1zu 1 nicht geben aber Cortana und Konsorten könnten Sprachkorrektur-Apps anbieten um vom Kleinkind bis zum Politiker alle relevanten Gruppierungen zu regulieren-mit der entsprechenden Gamification wird es noch nicht mal als Diktatur erkannt....

Martin Däniken am 14.12.14 13:43

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