Donnerstag, 12.02.2015

Apple erkennt Fingerabdruck im Display

Patente von heute sind die Produkte von morgen. Zumindest potenziell. Jetzt hat Apple ein Patent eingereicht, das mir allzu logisch erscheint - und ich wundere mich, dass es technisch möglich ist. Apple will Fingerabdrücke auf dem Display erkennen. Das bedeutet: Man muss nicht mehr seinen Finger auf den separaten Sensor im Homebutton legen, um ein Gerät freizuschalten, sondern es reicht, auf dem Bildschirm zu tippen. Das gesamte Display wird zum Sensor - oder nur ein bestimmter Bereich, etwa das untere Drittel. Beides ist laut WWW: Patentantrag möglich.

Patent: Apple will Fingerabdrücke im Display erkennen; Rechte: Apple
Patent: Apple will Fingerabdrücke im Display erkennen

Wie will man sich dagegen wehren?
Der Fingerabdrucksensor ist dann also künftig direkt im Display eingebaut. Man sieht ihn nicht. Man bemerkt ihn nicht. Er ist einfach da. Immer. Die neue Technologie soll auch mehrere Finger gleichzeitig erkennen können. Außerdem ist es möglich festzustellen, ob ein Finger zu einer Gruppe bereits registrierter Finger gehört. Es sind also eine Menge Spielereien denkbar. Etwa, dass man mehrere Finger gleichzeitig präsentieren muss, um sein Gerät freizuschalten - was den Klau von Fingerabdrücken deutlich schwieriger machen dürfte. Außerdem ließe sich der Finger schon beim typischen Wischvorgang des Entsperrens erkennen und fremde Finger zurückweisen.

Vermutlich kommt dann ruckzuck Software, die nicht nur die Fingerabdrücke selbst abgleicht, sondern auch die Art und Weise, wie wir tippen und wischen. Da gibt es Eigenarten beim Menschen, die sich erkennen und vergleichen lassen. Das könnte eine weitere Funktion sein, die das Klauen von Fingerabdrücken erschweren dürfte. Nur wenn man mit den richtigen Fingern und im vertrauten Muster aufs Display tippt, wird man vom Gerät erkannt. Steht so nicht im Patentantrag, könnte ich mir aber vorstellen.

app_fingerprint.png
Jeder Fingerabdruck im Touchscreen wird erkannt

Datenschutzrechtliche Bedenken programmiert
Wann die Technologie in konkrete Produkte mündet, ist unbekannt. Doch es gibt eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir so etwas sehen werden. Es würde die Sicherheit jedenfalls deutlich erhöhen. Die technische Sicherheit. Datenschützer werden natürlich nicht begeistert sein. Denn wenn der Fingerabdruck nicht mehr nur im speziell dafür vorgesehenen Sensor gelesen wird, sondern praktisch jederzeit gescannt werden kann, sorgt das naturgemäß für großes Misstrauen. Und die Erfahrung lehrt: Mit seinem Misstrauen ist man selten falsch aufgestellt.

Das Fingerabdrucksensoren(Iris scan)eine dumme Idee sind-speziell wenn sie ohne"Lebenderkennung"realisiert werden,ist doch nun schon lange bekannt.Da nutzt es auch nichts wenn dafuer nun mehrere Finger herangezogen werden "koennten".Mittlerweile braucht man fuer den Fingerabdruck klau ja schon laengst keine Fingerabdruecke mehr-es reichen,selbst unscharfe Photos.Da duerfte sich nur die NSA darueber freuen-die thx for hidden OS Zugang zu allen"smartphones"hat.Aber macht mal ruhig ihr lemminge.

Ach je am 13.02.15 8:29

"Patente von heute sind die Produkte von morgen." wenn ich nur das Wort "Patent" höre, dann muss ich (müde?) schmunzeln.

LiFe am 13.02.15 10:13

Ich finde es faszinierend, wozu die Technik heutzutage in der Lage ist, wohlwissend, dass man technischen Fortschritt durchaus auch missbrauchen kann.

Insofern ist es wichtig, dass bei Patenten wie diesem auch auf die Möglichkeiten des Missbrauchs verwiesen wird und Datenschützer dafür sorgen, dass die Problematik öffentlich diskutiert wird. Durch eine solche Diskussion kann der Bürger sensibilisiert werden und selber entscheiden, ob er sich einer solchen Technik bedient, oder ob er im Sinne des Wortes 'die Finger' davon lässt.

Verhindern lässt sich so ein Patent indes nicht und das ist auch gut so, schließlich bietet es eine Menge Komfort und wer weiß, wozu es in Zukunft noch alles gut sein wird.

Johannes Fischer am 13.02.15 12:51

Ich finde es faszinierend, wozu die Technik heutzutage in der Lage ist, wohlwissend, dass man technischen Fortschritt durchaus auch missbrauchen kann.

Insofern ist es wichtig, dass bei Patenten wie diesem auch auf die Möglichkeiten des Missbrauchs verwiesen wird und Datenschützer dafür sorgen, dass die Problematik öffentlich diskutiert wird. Durch eine solche Diskussion kann der Bürger sensibilisiert werden und selber entscheiden, ob er sich einer solchen Technik bedient, oder ob er im Sinne des Wortes 'die Finger' davon lässt.

Verhindern lässt sich so ein Patent indes nicht und das ist auch gut so, schließlich bietet es eine Menge Komfort und wer weiß, wozu es in Zukunft noch alles gut sein wird.

Johannes Fischer am 13.02.15 12:52

@Johannes-dumm nur das Datenschuetzer die Pausenclowns unserer "Wirtschaftskompatiblen Demokratie"sind.Also zahnlose Schnurreaetzchen.

Ach je am 14.02.15 7:46

Die Bequemlichkeit von Funktionen und deren kommerzielle Nutzung haben sich datenschutzrechtlichen Bedenken unterzuordnen- nee war doch umgekehrt ;-)
wäre sonst nicht realistisch!

Martin Däniken am 14.02.15 12:41

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Dienstag, 10.02.2015

Rapidshare macht dicht - endlich

Der Filehoster Rapidshare macht jetzt endgültig die Schotten dicht. Ab Ende März kann man über WWW: Rapidshare keine Dateien mehr austauschen. Das ist wichtig zu wissen für alle, die bei Rapidshare wichtige Daten gespeichert haben sollten. Denn Ende März werden gespeicherte Daten endgültig und unwiderruflich gelöscht - und gehen damit verloren. Allzu viele Menschen dürfte das aber nicht in Probleme stürzen, denn Rapidshare ist wohl nicht unbedingt das, was man einen seriösen Anbieter nennt.

rrapidsharecrn.png
Rapidshare stellt Ende März seinen Betrieb ein


Vom Saulus zum Paulus
Ich weiß, ich handle mir spöttische Kommentare aus der Community ein, wenn ich das so deutlich sage: Aber ich finde es unmoralisch, einen Filehoster-Dienst zu betreiben, der insbesondere das Verbreiten illegaler Kopien befördert. Denn genau dazu werden Filehoster wie Rapidshare in erster Linie genutzt: Um auf illegale Art und Weise bekommene digitale Kopien von Kinofilmen oder Serien auf einem Server zu hinterlegen - und alle können kostenlos auf die Kopien zugreifen. Niemand wird ernsthaft bestreiten wollen, dass über Rapidshare im großen Stil Raubkopien verteilt worden sind, wenn nicht sogar in erster Linie.

Das hat dem Unternehmen auch mächtig Ärger eingebracht und letzlich zur Schließung des Dienstes und Unternehmens geführt. Zwar konnte sich das Unternehmen stets auf das Haftungsprivileg für Provider berufen, doch die Rechteinhaber haben dem Schweizer Unternehmen mächtig Druck gemacht. Es wurde immer schwieriger, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Der spätere Wandel von Rapidshare vom Filehoster hin zum seriösen Cloud-Anbieter hat dem Anbieter niemand abgenommen, was dann das wirtschaftliche Aus bedeutet hat.

Als Filehoster groß geworden, als Cloud-Anbieter nicht gewachsen; Rechte: dpa/Picture Alliance
Als Filehoster groß geworden, als Cloud-Anbieter nicht gewachsen


Verdienen mit dem Verteilen illegaler Kopien
Was mir an den Filehostern der ersten Stunde gar nicht gefallen hat: Sie haben kräftig daran verdient, dass viele Leute hier illegal Kopien hochgeladen und verteilt haben. Mit Werbung zum einen, mit bezahlen Accounts zum anderen. Denn wer seine Daten schnell aus dem Netz saugen wollte, musste Plus- und Premium-Accounts abschließen, in denen die Daten im Turbotempo aus dem Netz kamen - anstatt im Kriechtempo. Das ist in meinen Augen eine klare Bereicherung an Inhalten, die anderen gehören. Rapidshare war es völlig egal, welche Daten da gehostet wurden!

Viele argumentieren: Rapidshare und andere Filehoster haben schon früh das gemacht, was die Filmindustrie nicht hinbekommen hat, sich aber viele Filmfans wünschen: Filme einen Tag nach Release in 4K-Qualität, mit Originalton, Dolby 5.1 Sound, Untertiteln und Bonusmaterial bereitzustellen - und das alles für 69 Cent. Mal abgesehen davon, dass die Film- und Tonqualität bei den illegalen Anbietern auch nicht immer zum Besten bestellt ist, entscheidet noch immer der Rechteinhaber, wann er was wie veröffentlichen möchte. Und rechnen muss es sich auch für alle.

Durch das Aufkommen von Streamingdiensten ist immerhin die Bereitschaft gestiegen, sich bei legalen Quellen zu bedienen - und illegale Filehoster verlieren an Bedeutung. Außerdem gibt es mittlerweile auch gut gemachte Angebote für seriösen Datenaustausch, ich verwende zum Beispiel WWW: Wetransfer. Hier werden hochgeladene Daten nach einer Woche gelöscht. Für illegale Raubkopien ungeeignet. Das gefällt mir.

Unsere Straßen werden täglich von Kriminellen genutzt, um Beute, Drogen u. ä. zu transportieren. Freuen sie sich auch, wenn die demnächst geschlossen werden? Hatte ich sie bisher immer für einen unabhängigen und sachlichen Schreiberling gehalten, dreht sich das Bild gerade zu einem der Obrigkeit und den Volkstretern nachplappernden Mitarbeiter. Und wer die Wirklichkeit kennt, weiß, dass das Schließen von rapidshare keinerlei Einfluss auf illegale Tauschbörsen oder filehoster hat.

Torsten am 11.02.15 8:08

Unsere Straßen werden täglich von Kriminellen genutzt, um Beute, Drogen u. ä. zu transportieren. Freuen sie sich auch, wenn die demnächst geschlossen werden? Hatte ich sie bisher immer für einen unabhängigen und sachlichen Schreiberling gehalten, dreht sich das Bild gerade zu einem der Obrigkeit und den Volkstretern nachplappernden Mitarbeiter. Und wer die Wirklichkeit kennt, weiß, dass das Schließen von rapidshare keinerlei Einfluss auf illegale Tauschbörsen oder filehoster hat.

Torsten am 11.02.15 8:08

Unsere Straßen werden täglich von Kriminellen genutzt, um Beute, Drogen u. ä. zu transportieren. Freuen sie sich auch, wenn die demnächst geschlossen werden? Hatte ich sie bisher immer für einen unabhängigen und sachlichen Schreiberling gehalten, dreht sich das Bild gerade zu einem der Obrigkeit und den Volkstretern nachplappernden Mitarbeiter. Und wer die Wirklichkeit kennt, weiß, dass das Schließen von rapidshare keinerlei Einfluss auf illegale Tauschbörsen oder filehoster hat.

Torsten am 11.02.15 8:10

@Torsten: Das Bild ist etwas schief. Wenn es aber eine maut-pflichtige Straße gibt, auf der nahezu ausschließlich Diebesbanden ihre kriminellen Aktivitäten abwickeln, und die Betreiber reiben sich die Hände, dann bin ich dafür, dass die Straße geschlossen wird. Das hat nichts mit Obrigkeitshörig zu tun, sondern mit der Frage: Was ist richtig? Und ich finde es nicht richtig, sich an den Inhalten anderer illegal zu bereichern, direkt oder indirekt.

Jörg Schieb am 11.02.15 8:28

Unabhängig von der Rechtslage, ist die Content-Industrie selber schuld. Sie presst uns aus wie eine Zitrone. Am liebsten ist denen doch, wenn wir erst ins Kino gehen und üppige Eintrittspreise für ein, im wahrsten Sinne des Wortes, flüchtiges Erlebnis zahlen, dann einige Zeit später eine DVD/Bluray für gutes Geld kaufen (obwohl man die meisten Filme ohnehin höchstens 2-3 mal sieht), um sie dann wenig später im Pay-TV zu senden, wo man sie gleich noch einmal mitbezahlt. Und wenn sie dann endlich im Free-TV angekommen sind, sind sie nichts mehr weiter als ein alter Hut. Und wenn man dann vergisst eine Aufnahme zu programmieren, sollte man sich selbst dann noch (trotzdem der Film ja inzwischen frei empfangbar war) davor hüten, eine Kopie runterzuladen, da man sonst womöglich noch eine Abmahnung erhält. Aber leider wird sich wohl erst etwas ändern, wenn genug Menschen die selbst formulierten Rechte der Content-Industrie nicht mehr akzeptieren und Kinos/DVDs/Blurays konsequent boykottieren.

pat am 11.02.15 9:29

@Schieb: wenn sie Mautpflicht mit einem Premiumaccount gleichsetzen ist das erst recht schief, weil bei RS niemand gezwungen wurde, einen solchen einzurichten, sofern er mit der DL-Geschwindigkeit zufrieden war. Aber ich kann auch meine Daten in einer Cloud ablegen und anderen die Zugangsdaten geben. Ist dann der Clouddienstleister verantwortlich oder der Nutzer, der rechtwidrig handelt?

@pat: so sieht es aus. Diese Industrie versucht aus Dreck Geld zu machen. Einige wenige aus dieser Branche (Produzenten, Schauspieler, Vermarkter etc.)kassieren ab und der Rest muss zusehen, wie er klar kommt. Und diese Abzocke mit der Kettenreaktion vom Kino bis zum Free-TV beschreiben sie treffend. Ich hole mir nur in absoluten Ausnahmefällen eine Scheibe zur Archivierung oder gehe ins Kino (2x in 2014). Diesen Mist boykottiere ich recht konsequent.

Torsten am 11.02.15 12:17

Gehe ich in's Kino muss ich lange suchen bevor ich eines mit einer "Richtigen Leinwand'finde-statt eines dieser unsaeglichen Schachtelkinos.Vor dem Film muss ich mir dann Werbung ansehen fuer alles moegliche,obwohl ich doch einen Film sehen will.Meist ist dann auch noch der Ton fuer Leute mit Hoerschaden eingestellt(Ohne Hoerschaden bekommt man dann einen,sofern man oft genug in's kino geht)Kaufe ich mir eine DVD\BlueRay-muss ich mir vorher erst einmal die Drohungen der Contentindustrie ansehen und einen haufen Werbemuell-oder ich leihe mir den Film und rippe den eigendlichen Film um mir den "inRuhe"anzusehen..Okay-in den USA kann ich fuer wenig Geld auf netflix und andere zugreifen.Hier habe ich mich damit nicht beschaeftigt(offensichtlich aber deutlich teuerer hier) da ich ueberwiegend drueben gelebt habe die letzten Jahre und nun endgueltig Deutschland verlasse.

Ich ooch am 11.02.15 15:35

Okay-Herr Schieb,warum plaedieren Sie dann nicht auch dafuer das Banken wie die HSBC dicht gemacht werden?Immerhin besteht ja bei einem gross Teil der Banken das Geschaeftsmodell aus:"Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwaesche fuer Diktatoren,Drogenbanden und Terrorristen"?Kleiner Hinweis-die HSBC ist nicht die einzige die sich dieses Geschaeftsmodell zu eigen gemacht hat!Ach ja und wie ist es mit den Politikern a la Junker,die dies zur offiziellen Regierungspolitik erheben-getarnt als"Steuersparmodell"?

Mautpflichtige Strasse am 11.02.15 15:45

Als der Begriff Raubkopie auftauchte, hab ich aufgehört zu lesen. Schade, hatte bisher gedacht Herr Schieb wäre halbwegs neutral und objektiv ...

DER LOKER am 12.02.15 6:02

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Dienstag, 10.02.2015

Gruselige künstliche Intelligenz

Es ist eine recht gruselige Idee, die da seit einiger Zeit durchs Netz geistert: Das Start-up WWW: eterni.me verspricht, unser eigenes Ich unsterblich zu machen. Hinter eterni.me stecken Absolventen des MIT, die aus unseren Daten einen Avatar generieren möchten, eine virtuelle Figur mit künstlicher Intelligenz, mit der wir uns sogar chatten können.

eterni.me; Rechte: eterni.me
"Werde einfach unsterblich": eterni.me wirbt damit, sich nach dem Tod des eigenen Vaters noch weiter mit ihm unterhalten zu können.

Funktionieren soll das mit einem Berg an Daten, der das, was Facebook oder Google bisher einzeln über uns angehäuft haben, blass aussehen lässt: eterni.me will uns noch zu Lebzeiten um Zugriff auf unseren Facebook-Account, auf den Twitter-Zugang, auf unsere E-Mails, auf Fotos, auf Dokumente, auf Cloudspeicher, auf unsere Standortdaten, also möglichst auf einfach alles. Diese Daten werden gesammelt, gefiltert, analysiert und anschließend in eine künstliche Intelligenz überführt. So sieht es die Idee vor.

Denkt man das zu Ende und rechnet Datenbrillen wie die Oculus Rift oder die Microsoft HoloLens dazu, könnte man Tote wieder zum Leben erwecken - die noch gruseligere Variante als ein einfacher Chat. Und trotzdem haben sich Zehntausende vormerken lassen. Die Macher von eterni.me haben zuletzt oft erzählt, in wie vielen E-Mails todkranke Menschen danach fragen, wann der Dienst an den Start gehen wird. So lange die Idee nun in der Welt ist, so wenig glaube ich mittlerweile noch an einen Scherz.

Gleichzeitig ist eterni.me ein Projekt von Jahrzehnten. Weder ist die künstliche Intelligenz so weit - noch die Diskussion über Datenschutz und Privatsphäre. Es ist ja heute schon ein Problem, dass Facebook und Google jeweils so viele Daten aus so vielen Lebensbereichen anhäufen. Das alles sollen wir zusätzlich noch nur einem Unternehmen überlassen - das viel kleiner ist, diese Daten vielleicht auch nicht hinreichend schützen kann? Das wäre ein digitaler Wahnsinn. Und was ist, wenn diese Firma eines Tages pleite ginge? All die digitalen Ichs stürben dann schließlich ein zweites Mal.

Roboter; Rechte: WDR/Dennis Horn
Das mobile Robotersystem AILA: 1,70 Meter groß, hübsch und gebaut für den Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS. AILA stammt unter anderem vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und soll menschliche Bewegungen angucken, abspeichern und nachahmen können.

So wenig ich glaube, dass eterni.me an den Start geht, so lebhaft findet gerade eine Diskussion über künstliche Intelligenz statt. Die Kollegen der BBC zum Beispiel haben in ihrer Reportage WWW: "The Secret to Immortality" vor kurzem zusammengetragen, wie viele Unternehmen und Forscher weltweit gerade an einem Backup des Gehirns arbeiten: vom MIT und anderen Hochschulen in den USA über Google bis zu einem Start-up in Russland. Einige dieser Forscher vermuten, dass eine Kopie des Gehirns auf Festplatten noch in diesem Jahrhundert möglich sein könnte.

Was aber ist zum Beispiel, wenn wir mit diesen Gehirn-Backups unseren Computern von einem auf den anderen Tag eine künstliche Intelligenz verschaffen, von denen wir heute nur träumen können? Selbst große Namen aus der Techwelt warnen davor. Bill Gates hat WWW: in einer Fragestunde bei Reddit geschrieben, dass er "Anlass zur Sorge" sehe. Tesla-Chef Elon Musk glaubt, dass wir zurzeit "einen Dämon heraufbeschwören". Zusammen mit Forscherlegende Stephen Hawking und andere Experten fürchtet er WWW: in einem offenen Brief, dass die Menschen auf absehbare Zeit die Kontrolle über die Maschinen verlieren könnten.

Der Umgang mit den Tod, künstliche Intelligenz für Waffensysteme, selbstfahrende Autos, die Unfälle bauen und Menschen töten könnten - die Forschung stößt jeden Tag stärker in Bereiche vor, in denen es nicht mehr gut wäre, sie einfach "laufen zu lassen". Da gilt es, ethische Fragen zu stellen. Über Sicherheitsmaßnahmen zu sprechen. Und auch einmal die Frage zu beantworten, was davon wir überhaupt wollen.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Viele Menschen haben bereits die Kontrolle über die Maschinen verloren, Stichwort Smartphone-Sucht/Abhängigkeit. Und es gibt sehr viele Maschinen, die nur ein Bruchteil der Menschen wirklich kontrollieren können, nämlich deren Erbauer oder Programmierer. Deren Nutzer wissen nicht, wie diese funktionieren und solange sie das tun, müssen sie es ja auch nicht, nicht wahr?

Realist am 10.02.15 13:16

@Realist: Wer von seinem Smartphone abhängig ist, hat erst einmal nur die Kontrolle über sich selbst verloren.

Dennis Horn am 10.02.15 13:24

Inzwischen muss ich sagen: Lieber Künstliche Intelligenz als Natürliche Dummheit...

joh am 10.02.15 13:30

Ach, so eine künstliche Intelligenz wär gar so schön, der komponieren oder technische Ideen kreieren könnte! Zumindest würde er nicht auf lästige Urheberrechte pochen.

LiFe am 10.02.15 18:23

Ach, so eine künstliche Intelligenz wär gar so schön, der komponieren oder technische Ideen kreieren könnte! Zumindest würde er nicht auf lästige Urheberrechte pochen.

LiFe am 10.02.15 18:26

Ach, so eine künstliche Intelligenz wär gar so schön, der komponieren oder technische Ideen kreieren könnte! Zumindest würde er nicht auf lästige Urheberrechte pochen.

LiFe am 10.02.15 18:26

Ach, so eine künstliche Intelligenz wär gar so schön, der komponieren oder technische Ideen kreieren könnte! Zumindest würde er nicht auf lästige Urheberrechte pochen.

LiFe am 10.02.15 18:27

@LiFe-da diese künstliche Intelligenz garantiert closed source und nicht open source mit den entsprechenden ausgestattet Licenses fuer ihren output-liegen die Rechte dann bei dem Unternehmen das diese KI geschaffen hat.Nix mit kein Urheber.

Ach je am 11.02.15 15:56


Es gab vor einiger Zeit einen Kommentar im ZDF-Blog zu diesem Thema. Ich schrieb einen Antwort-Kommentar dazu:
http://dev-blog.zdf.de/hyperland/2013/06/moechten-sie-unsterblich-sein/

Bertram in Mainz am 12.02.15 18:42

Tja, wäre es nicht eine reizvolle Idee (für an Macht Interessierte), wenn es gelänge dieses Avataren dann auch das Wahlrecht zu geben. Und dann die Server zu hacken. Oder noch eleganter, diese Avatare mit einer völlig neuen Art von "Werbekampagne" vor dem Stimmenfang zu ködern. Muss ja nicht gleich brachial sein: "Wenn ihr nicht für xyz stimmt, werdet ihr gelöscht."
Ach ja: Mir fällt grad auf ... Meist sind diese "Absolventen des MIT" ja nicht schüchtern oder öffentlichkeitsscheu. Komisch, dass keine Namen fallen. Wer steckt dahinter ? Könnte es sein, dass es schon die ersten Avatar-Prototypen sind?
Wenn es tatsächlich Menschen sind - wie können sie mit diesem Niveau an "Intelligenz" bzw dem eklatanten Mangel daran - ans MIT gelangt sein?

Onegai Shimas am 15.02.15 22:29

Tja, wäre es nicht eine reizvolle Idee (für an Macht Interessierte), wenn es gelänge dieses Avataren dann auch das Wahlrecht zu geben. Und dann die Server zu hacken. Oder noch eleganter, diese Avatare mit einer völlig neuen Art von "Werbekampagne" vor dem Stimmenfang zu ködern. Muss ja nicht gleich brachial sein: "Wenn ihr nicht für xyz stimmt, werdet ihr gelöscht."
Ach ja: Mir fällt grad auf ... Meist sind diese "Absolventen des MIT" ja nicht schüchtern oder öffentlichkeitsscheu. Komisch, dass keine Namen fallen. Wer steckt dahinter ? Könnte es sein, dass es schon die ersten Avatar-Prototypen sind?
Wenn es tatsächlich Menschen sind - wie können sie mit diesem Niveau an "Intelligenz" bzw dem eklatanten Mangel daran - ans MIT gelangt sein?

Onegai Shimas am 15.02.15 22:31

@Onegai Shiman: Ich habe das Projekt ja verlinkt, und dort fallen die Namen der MIT-Absolventen durchaus. ;)

Dennis Horn am 18.02.15 18:06

@Onegai Shimas: Ich habe das Projekt ja verlinkt, und dort fallen die Namen der MIT-Absolventen durchaus. ;)

Dennis Horn am 18.02.15 18:09

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