Mittwoch, 18.02.2015

Emojis für Introvertierte

Was für eine schöne Idee, die WWW: der Guardian da bei Facebook ausgegraben hat: Emojis für Introvertierte. Die Designerin Rebecca Lynch hat einen ganzen Haufen neuer Emojis gestaltet, weil sie sich mit dem Standardset in ihrem Smartphone-Betriebssystem nicht ausreichend ausdrücken konnte. Das Ergebnis: WWW: Introjis.

Introjis; Rechte: Rebecca Lynch
"Kein Akku mehr, sorry!" "Bin krank." "Ruhe bitte, ich höre Musik!" - die Introjis sollen das Set der Standard-Emojis im Smartphone-Betriebssystem erweitern.

Die Idee kommt gut an - so gut, dass Rebecca Lynch jetzt an einer App für Android und iOS arbeitet, so dass sich die Introjis auch tatsächlich im Alltag einsetzen lassen.

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Mittwoch, 18.02.2015

Eine Flash-Alternative namens Shumway

Der Flash-Player von Adobe hat uns in den letzten Wochen gleich mehrmals in Atem gehalten: WDR: Erhebliche Sicherheitslecks in der Software haben dafür gesorgt, dass der Einsatz des beliebten Players mit ernsthaften Risiken behaftet war. Mittlerweile sind diese Lecks WWW: zwar gestopft, doch man kann wohl ohne Weiteres davon ausgehen, dass schon bald das Blog: nächste Leck entdeckt wird. Doch viele Web-Angebote setzen nach wie vor auf Flash, das macht es schwer, dem Player komplett den Rücken zu kehren. Gäbe es eine attraktive Alternative zum Flash-Player, viele User würden lieber heute als morgen die Adobe-Software ersetzen. Doch nun gibt es mit Shumway endlich einen Hoffnungsschimmer.

shumway.png
Sieht nicht vertrauenserweckend aus - ist aber eine interessante Alternative

Mozilla startet in kleinen Schritten
Hinter dem WWW: Projekt Shumway steckt die Mozilla Foundation, der wir auch den kostenlosen und besonders bei uns in Deutschland so populären Browser Firefox zu verdanken haben. Mozilla will eine Alternative zu Flash anbieten. Nicht zu Flash insgesamt, sondern lediglich zum Abspielen von Flash-Videos. Aber das ist heute der häufigste Einsatz des Flash-Players. Das Ziel von Mozilla: Firefox soll möglichst bald komplett ohne Flash auskommen. Shumway soll Flash ersetzen und Videos abspielen, auch auf Webseiten, die Flash voraussetzen und (noch) nicht auf HTML5 setzen.

Derzeit befindet sich das Project Shumway noch in der Entwicklung. In den so genannnten WWW: Nightly Versionen von Firefox ist die neue Erweiterung aber bereits integriert. Nightly-Versionen sind Vorabversionen künftiger Firefox-Versionen, die zu Testzwecken geladen und benutzt werden können. Nightly Firefox ist noch nicht für Endbenutzer gedacht, die Firefox produktiv einsetzen wollen, also im Alltag. Doch das zeigt: Die Erweiterung ist im Grunde genommen einsatzbereit und wird jetzt ausgiebig getestet.


Shumway im Einsatz


Unterstützung erfolgt schrittweise
Wie der Mozilla-Entwickler Chris Peterson WWW: in einem Forumsbeitrag erklärt, werden derzeit erst wenige Flash-Inhalte von Shumway unterstützt. Den Anfang machen die Entwickler mit Videos bei Amazon: Produkt-Videos oder Bewertungen von Lesern können dank Shumway bereits ohne Flash abgespielt werden. Die Entwickler wollen den Player nach und nach verbessern und dann sukzessive auch andere Webseiten freischalten. Wenn alles gut funktioniert, könnte Shumway schon bald alle Flash-Videos abspielen - ohne Flash.

Derzeit werden noch nicht alle Betriebssysteme unterstützt (es klappt mit Windows ab Vista und Mac OS X, aber noch nicht unter Linux), doch auch das soll sich ändern. Wer Shumway testen will, muss eine Nightly-Version von Firefox laden und Shumway aktivieren. Dazu in Nightly in der Adresszeile des Browsers "about:config" eingeben und den Wert von "shumway.disabled" auf "false" setzen.

Mit Shumway ist nun also die erste ernsthafte Flash-Alternative in Greifweite gerückt. Die Technologie ist schon weit entwickelt. Es wird wohl höchstens noch ein paar Wochen dauern, bis jeder Firefox mit integriertem Shumway laden kann. Dann verschwinden endlich die Schweißperlen von unserer Stirn, wenn wieder ein neues Sicherheitsleck in Flash entdeckt wird. Denn ein System wie Shumway, das ausschließlich Videos abspielt, aber keine eigene Programmiersprache enthält wie Flash, lässt sich nur schwer knacken. Das sind gute Nachrichten!

Hallo Jörg,
vielen Dank für den Tipp!
Habe "Nightly" installiert + "Shumway".
Leider folgte die Enttäuschung auf dem Fuß: WDR -Videos verlangen immer noch trotzig nach Adobe -Flash.
So sehr ich mich über Ihr Engagement für die Flash -Alternative freue, so sehr ärgere ich mich über die Ignoranz Ihrer Kollegen!! "NyTimes.com" etc. etc. machen es schon lange vor. Nur der WDR präsentiert noch immer eine Webseite welche ausschließlich mit dem Flash -Player läuft.....

Wolfgang am 19.02.15 13:22

Hallo Jörg,

ich bin gespannt auf shumway. Ich nutze Linux und habe Flash bereits nicht mehr im Einsatz. Die Alternativen die bei Ubuntu z.Z. in Entwicklung sind bringen bei mir noch keine Abhilfe. Bisher ist mir das Fehlen vom Flashplayer vor allem bei Facebook aufgefallen. Abe letztendlich, die Videos die bei Facebook sind, kann ich auch bei Youtube finden und wenn nicht, dann sind die Videos eh nicht das wichtigste im Leben.
Es ist auch schön zu sehen, dass wir uns endlich wieder zu anständigen HTML-Code besinnen und nicht mehr versuchen Effekte und Spielereien über FLash zu lösen. Darauf habe ich 14 Jahre gewartet ^^

Thorsten am 19.02.15 15:13

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Dienstag, 17.02.2015

Schneller lesen

Aufs Schnelllesen möchte ich nicht mehr verzichten. Vor allem die Technik hinter WWW: Spritz gehört für mich mittlerweile zum Alltag. Das Start-up hat vor einem Jahr einen kleinen Schnelllesehype erzeugt: mit seinem Ansatz, statt eines klassischen Fließtextes einen rechteckigen Kasten anzuzeigen, in dem jedes Wort nacheinander eingeblendet wird.

Spritz; Rechte: Spritz
Klassisch lesen wir rund 250 Wörter pro Minute. Mit Spritz könnt ihr diese Zahl Stück für Stück nach oben schrauben - ich bin am Ende bei 400 bis 500 Wörtern gelandet.

Im vergangenen Jahr habe ich die App oft genutzt, zum Beispiel in der Bahn, um viel für den Tag zu wissen. Noch öfter auf der Arbeit, um mit nur fünf Minuten Vorbereitung gut informiert in Besprechungen zu gehen. Und ich habe gemerkt: Je kleiner der Bildschirm, desto mehr mag ich diese Art, zu lesen. Noch besser kann ich sie mir auf den kleinen Bildschirmen von Smartwatches vorstellen - eher sogar als jeden beliebigen Fließtext.

Neben Spritz gibt es mit WWW: Velocity, WWW: ReadQuick, WWW: Squirt, WWW: "Schneller lesen" oder WWW: spreeder mittlerweile eine ganze Reihe von Apps, Onlinediensten und Bookmarklets, die auf derselben Technik basieren - so dass ihr euch problemlos einmal durchtesten könnt.

Abseits davon finde ich spannend, wie viele Lösungen es darüber hinaus gibt, wenn es darum geht, Texte schnell erfassen zu können. Unter OS X gibt es zum Beispiel eine ins Betriebssystem eingebaute Funktion, die euch Texte zusammenfasst. Wenn ihr den Systemeinstellungen für die Tastatur den Punkt "Kurzbefehle" öffnet, könnt ihr dieser Funktion unter "Texte"/"Zusammenfassen" eine eigene Tastenkombination zuweisen. Unter Windows könnt ihr die Funktion "Auto-Zusammenfassung" in einigen älteren Word-Versionen nutzen.

Text-Zusammenfassung unter OS X; Rechte: WDR/Dennis Horn
Lange Texte lassen sich unter OS X automatisch zusammenfassen - eine versteckte, aber recht nützliche Funktion.

Spannend finde ich außerdem den Ansatz von WWW: Blinkist: Die Macher der App versprechen Zusammenfassungen wichtiger Sachbücher, für die ihr maximal 15 Minuten braucht. Dahinter stecken in diesem Fall sogar "echte" Menschen - und kein Automatismus. So könnt ihr am Ende mitreden, ohne das Buch selbst in voller Länge gelesen zu haben.

Mir gefallen diese Ansätze, weil sich damit oft ein bisschen Zeit sparen lässt. Und um dem Kulturpessimismus keinen Platz zu lassen: einfache, sachliche Texte sind für all das wie gemacht. Je komplizierter aber der Text, desto unsinniger die Technik. Denn je komplizierter oder schöner ein Text wird, desto eher geht es ja auch darum, die Zeit zu vergessen, sich im Text zu verlieren, mal zurückzublättern und sich mit jedem Satz Gedanken zu machen. Und Zeit für Gedanken bleibt beim Schnelllesen nun gar nicht.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Na ja, schneller geht es ja. Für Nachrichten sicher geeignet. Aber irgendwie ist es seelenlos.

Der Alte am 17.02.15 19:04

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