Dienstag, 29.04.2014

Diese App ist das bessere Quizduell

Was für ein riesen Erfolg Quizduell war! Mein halbes Adressbuch stellte sich gegenseitig Wissensfragen und verabredete sich per Whatsapp zum Zocken. Aber Quizduell wäre keine zeitgemäße Spiele-App, wenn sie nicht so schnell langweilig geworden wäre, wie sie gekommen war. Mittlerweile sind meine Freunde genervt weil sich viele Fragen zu wiederholen scheinen und antworten deshalb seltener auf meine Spiele-Anfragen. Vielleicht kommt der Quiz-Hype jetzt mit einer neuen Quiz-App zurück auf unsere Smartphones: mit QuizUp.

QuizUp: Man selbst spielt gegen einen Freund, oder gegen Unbekannte; Rechte: Alex Nieschwietz
QuizUp: Man spielt gegen Freunde, oder Unbekannte

Viel mehr Abwechslung...

QuizUp ist eigentlich die nach Downloads erfolgreichste Quiz-App aus den USA, die es dort schon seit letztem Jahr gibt. Jetzt wurden die viele Fragen auch auf Deutsch übersetzt und prompt ist QuizUp auch bei uns in App-Stores in den Top 10 der Gratis-Apps. Grundsätzlich funktioniert QuizUp ganz ähnlich wie das bekannte Quizduell: Zwei Freunde treten gegeneinander in einer bestimmten Fragen-Kategorie an. Wer mehr Fragen mit weniger Bedenkzeit richtig beantwortet, gewinnt die Runde. Seine Freunde findet man, wenn man QuizUp Zugriff auf die Facebook- oder Twitter-Kontakte erlaubt. Soweit so bekannt, aber QuizUp überzeugt mich vor allem deshalb, weil es viel länger Spaß macht als Quizduell: Über 220.000 Fragen soll die App bieten, in mehr als 400 Kategorien.

...viel spannender aufbereitet

Nachgezählt habe ich zugegebenermaßen nicht, aber die Fragen in QuizUp können aus Kategorien wie "Harry Potter Filme" oder "Bayern München" kommen. Das ist superabwechslungsreich und sorgt wirklich lange für Spaß. Gerade weil ich selbst nach mehreren Stunden quizzen immer noch nicht alle Kategorien gespielt habe (beziehungsweise an den Fragen der Kategorien Mathematik immer noch verzweifle).

logos.jpg
QuizUp stellt Fragen nicht nur in Textform

Was noch dazu kommt: QuizUp stellt die Fragen nicht nur in reiner Textform. So müssen zum Beispiel Tiere anhand eines Bildes oder Länder anhand einer Karte erraten werden. Gegen diese Funktionen wirkt Quizduell manchmal sogar recht retro, um nicht zu sagen: veraltet.

Noch nicht alles übersetzt

Doof ist dagegen: Offenbar wollten die QuizUp-Macher ihre App etwas zu schnell in Deutschland rausbringen und hatten deshalb keine Zeit alle Fragen zu übersetzen. Das heißt so richtig Spaß macht QuizUp bislang nur mit ordentlichen Englischkenntnissen. Und ich finde: durch die vielen Kategorien von Fragen und die bunte Aufmachung leidet die Übersicht. Trotzdem glaube ich, dass alle, die Spaß mit Quizduell hatten und Quiz-Apps noch nicht grundsätzlich satt haben, der App durchaus ne Chance geben sollten. Quizup gibt es kostenlos für iOS Geräte (also iPhone, iPod touch und iPad) WWW: im App Store von Apple, sowie für Android Smartphones im WWW: Google Play Store.

Das dieses Land verraten und verkauft wird, bekommt Ihr Multimedia-Gurus wohl nicht mit. Ist Euch wohl auch egal - Hauptsache aktuell in Sachen "Apps" ?! :-(

spacedrummer am 30.04.14 11:05

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Dienstag, 29.04.2014

Apps für Grillmeister

Wir messen mit ihnen den Puls, bekämpfen mit ihnen Heuschnupfen, bestimmen mit ihnen Baumarten oder nutzen sie für ein paar schnelle Wellness-Maßnahmen. Es gibt für alles eine App. Selbst fürs Grillen - und jetzt, wo die Grillsaison eröffnet ist und ich mich mit Smartphone an den Grill stellen konnte, wird es Zeit für einen schnellen Überblick.


Schritt eins: Wo grille ich überhaupt?

Grillplatz-Manager; Screenshot: Grillplatz-Manager Die wichtigste Frage, bevor es losgeht: Was mache ich, wenn pingelige Nachbarn über den herrlichen Grillduft bei mir zu Hause meckern - oder gar kein eigener Garten oder Balkon zur Hand ist? Dann packen wir den Grill einfach in den Kofferraum und werfen den Grillplatz-Manager WWW: (Android) an, der Grillplätze in der Umgebung findet.

Das Schöne an dieser App: Sie wächst ständig, weil auch andere Nutzer neu entdeckte Grillplätze direkt eintragen können - und je nachdem, wo ihr wohnt, muss sie auch noch wachsen, denn sie spuckt leider nicht in allen Regionen gute Grillplätze aus.


Schritt zwei: Welcher Grill sollte es sein?

Der 9,90-Euro-Alugrill? Der Premium-Kugelgrill? Die große Gasmaschine? Welcher Grilltyp bin ich? Selbst dafür gibt es eine App: den "Grilltyp-Test" (WWW: iOS/WWW: Website). Darin beantwortet ihr 20 Fragen, zum Beispiel: "Wie bereitest du dein Grillgut vor?" "Wie isst du dein Fleisch?" "Mit welchem Material arbeitest du am liebsten?"

Mein Testergebnis: 41 von 100 Punkten. Damit entspreche ich dem Grilltypen des Holzkohlegrillers, der auf dem richtigen Weg ist - aber mit dem an ein angemessen langes Grillvergnügen noch lange nicht zu denken sei. Na, danke.


Schritt drei: Wie bereite ich mein Fleisch zu?

Grillrezepte; Screenshot: Grillrezepte An dieser Stelle können wir uns vor Apps kaum noch retten, denn jetzt geht es um die Rezepte. Dafür gibt es Kandidaten wie die mit rund 4 Euro sehr teure, aber inhaltlich gute Werbeapp "Weber's on the Grill" (WWW: Android/WWW: iOS), aber auch solche wie "Grill-It!" WWW: (Android), "MyGrill" WWW: (iOS) und "Grill recipes" WWW: (Android). Einige dieser Apps bieten auch Zusatzfunktionen wie virtuelle Einkaufszettel für die Zutaten.

Meine Lieblingsapp "Grillrezepte" (WWW: Android/WWW: iOS) und hält mehr als 5.000 bereit, sortiert nach Regionen von den USA über die Provence bis zum Westerwald, nach Kategorien von Beilagen über Marinaden bis zum Wok oder Fleischsorten von Bison über Huhn bis Ziege. Selbst Vegetarier kommen gut weg.


Schritt vier: Wie lange bleibt das Fleisch liegen?

Eine der großen Herausforderungen beim Grillen: das Fleisch weder roh und kalt noch zu durchgeschmort auf den Teller zu verfrachten. Auch dazu gibt es die passenden Apps, wobei es hier oft erst einmal ausmessen heißt. Apps wie "Steak Timer" (WWW: Android/WWW: iOS), "BBQ Timer" WWW: (Android) oder "GrillTime" WWW: (iOS) fragen danach, wie groß und dick das Fleisch ist, ob's englisch, medium oder durch sein soll - und spucken den Zeitpunkt aus, es vom Grill zu nehmen. Wobei dieses Versprechen in der Praxis oft ein Reinfall ist.

Nur eine dieser Apps, iGrill (WWW: Android/WWW: iOS), funktioniert über ein Zusatzthermometer, das ich mir auf der einen Seite ans Smartphone stecke - und auf der anderen Seite ins Fleisch. Nach dem Grillen kann ich dieses Thermometer in der Küche weiter nutzen.


Schritt fünf: Wie perfektioniere ich meinen Job am Grill?

Grillmeister; Screenshot: Grillmeister "Grillmeister" WWW: (iOS) ist eine der verrücktesten Apps: ein virtueller Grill, auf den ihr virtuelles Grillgut legen und die Glut darunter mit einem leichten Pusten ins Mikrofon virtuell anfachen könnt. Das ist auf den ersten Blick virtueller Unsinn, den ihr höchstens bei schlechtem Wetter als Grillersatz nutzen könnt. Auf den zweiten Blick könnt ihr die App aber nutzen, um euer Fleisch auf dem virtuellen Grill so anzuordnen wie in echt - und euch darüber besser zu merken, welches Stück wem gehört.

Wenn ihr euren Job am Grill ernsthaft perfektionieren möchtet, könnte "How to be a grillmaster" WWW: (Android) die App eurer Wahl sein. Darin findet ihr eine ganze Reihe wertvoller Tipps, von denen einer ja heißen müsste: Wer Profi ist, grillt ohne App. Aber auf dem Weg dorthin ist die eine oder andere schon ziemlich hilfreich - wenn ich darüber nicht vergesse, mein Fleisch umzudrehen, wenn's brennt.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Ein wunderbarer Beitrag, vielen Dank, Herr Horn! Das werd' ich gleich mal teilen.

Jetzt brauche ich nur noch ein Smartphone... ;-)

Sven Kalbitzer am 29.04.14 12:53

@Sven Kalbitzer: Schaffen Sie sich bloß nicht fürs Grillen extra eins an - das wäre übertrieben ;).

Dennis Horn am 29.04.14 13:00


Zwei Hinweise ganz ohne App:
Kein Grillgut mit Nitritpökelsalz braten oder grillen! Sonst entstehen Nitrosamine, sind krebserregend!

Kein Fett in die Glut tropfen lassen! Die Verbrennungsprodukte sind schädlich, enthalten z.B. die berüchtigten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe. "Aromatisch" ist hier eine rein chemische Bezeichnung.

Warum muss es immer Fleisch sein? Es gibt vegetarische Grillwürste! Vegetarier sind im Artikel immerhin mit einem kurzen Satz erwähnt. Ja, die gibt es!

Bertram in Mainz am 29.04.14 14:54

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Montag, 28.04.2014

Komplettüberwachung dank Vorratsdatenspeicherung

Wenn der Staat Daten über uns alle auf Vorrat speichert, unabhängig davon, ob wir verdächtig sind oder nicht, dann wird das Vorratsdatenspeicherung (VDS) genannt. Für Blog: viele Deutsche kein Problem. Dabei werden diverse, auf den ersten Blick eher unverdächtig wirkende Dinge erfasst und gespeichert, etwa der aktuelle Aufenthaltsort von uns allen, wann wir E-Mails verschicken und an wen, wann und wo wir online gehen oder SMS verschickt haben. Jede Menge persönlicher Daten, die da aufgehäuft werden. Wer sie intelligent auswertet, bekommt ein perfektes Bewegungsprofil.

Wie aussagekräftig Vorratsdaten sind, das beweist die wirklich beeindruckende WWW: Visualisierung von OpenDataCity. Hier werden die VDS-Daten eines Schweizer Politikers analysiert. Man kann ganz genau sehen, bis auf die Hausnummer genau, wann und wo WWW: Balthasar Glättli gewesen ist, mit wem er E-Mails ausgetauscht, wann er Twitter-Nachrichten abgesetzt oder SMS verschickt hat. Ein lückenloses Bewegungsprofil des ersten Halbjahrs 2013. Ein Traum für jeden Fahnder, ein Albtraum für jeden Datenschützer. Auch die Metadaten von E-Mails werden erfasst und ausgewertet. So wie es die Vorratsdatenspeicherung halt vorsieht. Die Daten werden, je nach EU-Land, zwischen sechs und 24 Monate gespeichert.


Ein Informationsangebot von WWW: OpenDataCity

Gefahren der VDS nicht hinreichend klar
Die Visualisierung von OpenDataCity macht deutlich, wie aussagekräftig solche Daten sind. Doch fragt man die Menschen auf der Straße, ob sie etwas gegen Vorratsdatenspeicherung einzuwenden haben, zucken die meisten nur mit den Schultern. Viele finden den Gedanken gut, möglichst viele Daten parat zu haben, um Kriminelle zu verfolgen. Das ist zweifellos ein verlockender Gedanke und hier und da wohl auch mal sinnvoll. Wer sich jedoch intensiver mit der Thematik beschäftigt, kommt früher oder später zu dem Schluss: Der Schaden ist weitaus schlimmer als der Nutzen. Die Visualisierung von OpenDataCity soll helfen, sich besser vorstellen zu können, was mit den angehäuften Daten angestellt werden kann - und welche Erkenntnisse der Staat durch die VDS über jeden einzelnen seiner Bürger ziehen kann.

Juristen zumindest erkennen die Problematik. So hat der Europäische Gerichtshof (EuGH), der Anfang April die ARD: Vorratsdatenspeicherung gerade erst für unzulässig erklärt hat. Die verdacht- und anlasslose Massenspeicherung von Daten ist laut EuGH unangemessen. Zu demselben Urteil ist auch das Bundesverfassungsgericht im März 2010 gekommen: Demnach ist die WWW: konkrete Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung nicht verfassungsgemäß. Ausnahmslos alle Bürger potenziell zu verdächtigen ist laut Ansicht der Richter problematisch genug, doch darüber hinaus sind die Daten nicht ausreichend vor Missbrauch geschützt.

Lupe mit Daten; Rechte: dpa/Picture Alliance
Bei der Vorratsdatenspeicherung werden jede Menge Daten erfasst


VDS nicht hinreichend klar
Trotzdem steht die WWW: VDS im Koaltionsvertrag. Selbst nach dem Urteil des EuGH wollten einige Politiker an der VDS festhalten. Mittlerweile ist in dieser Sache aber erst mal Ruhe eingekehrt. Das Ganze wird auf EU-Ebene weiterlaufen, denn solange der EuGH die aktuelle Gesetzeslage für unwirksam hält, können die einzelnen Länder sowieso nichts machen. Aber dass Vernunft einkehrt und von der anlasslosen Speicherung so vieler Daten Abstand genommen wird, davon sind wir leider noch meilenwelt entfernt. Das zeigt auch die WWW: Diskussion auf Phoenix: In der Runde habe ich mit Konstantin von Notz, André Schulz und Thomas Jarzombek unter anderem über die Folgen der VDS diskutiert.

denke manchmal, so seltsam es klingt, wäre es besser man wüsste nicht soviel darüber bescheid. Ändern werden wir als Ottonormalos da sowieso n ichts, nur mit dem Wissen darüber ist das ungezwungene Kommunizieren in Gefahr.

Jörg am 28.04.14 18:31

@Jörg-denkst du immer so verquast?"Ändern werden wir als Ottonormalos da sowieso nichts, nur mit dem Wissen darüber ist das ungezwungene Kommunizieren in Gefahr."Es aendert sich nichts-weil ihr "Otto normalos"den Hintern nicht hochbekommt!1mio auf der Strasse und schon bewegt sich selbst Angie!Im uebrigen ist die ungezwungene Kommmunikation durch das Abschnorcheln derselben durch die geheimdienste in Gefahr.Merke:Nichtwissen ist Ohnmacht-Wissen KANN Macht verleihen!

Ach je am 29.04.14 0:42


Das Schlimmste wäre, wenn wir uns an die Überwachung gewöhnen würden. Da fällt mir der Satz ein: "Die glücklichen Sklaven sind die größten Feinde der Freiheit." Man kann den Satz ausdehnen auf die "gleichgültigen Sklaven".

Die VDS wird kommen, weil die Befürworter einfach dauerhaft bohren, die Gegner sich nicht wirklich für ihr Anliegen einsetzen. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Gegnerin der VDS, ist weg. Das Thema Datenschutz verschwindet einfach. Würde der Wähler auf dieses Thema reagieren, sähe das ganz anders aus.

Bertram in Mainz am 29.04.14 1:01

Es wird wohl wieder auf einen Paukenschlag hinauslaufen.

Die Grundlage dazu wird ja von unserer Politik in vorauseilendem Gehorsam vor dem großen amerikanischen Bruder gerade gelegt.
Nicht merkend, daß sie dann selbst die nächsten auf der Liste sind.
Aber besonders helle waren deutsche Regierungen in den letzten 100 Jahren noch nie.
Da braucht es ab und zu mal einen Knall, der die Rentenansprüche begrenzt, die Verkehrsdichte auf den Straßen verringert und auch endlich die Preise für Baugrundstücke in Deutschland wieder senkt.

Eine irgendwie politisch motivierte Bewegung, die uns aus diesem menschenrechtlich und ethisch verwerflichen Loch von Überwachung, Extrem-Amerikanismus und Turbokapitalismus herausholt, sehe ich bis zum Horizont nicht. Von woher sollte die auch kommen?
Dann muß es eben unter Schmerzen gehen.

Wer aber hinterher behauptet, er hätte von allem nichts gewußt, kann dann auch gleich in die Geschlossene eingewiesen werden.
Ich jedenfalls habe dieses Land aufgegeben.

Gert am 29.04.14 1:51

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