Dienstag, 14.10.2014

Die Neunziger haben angerufen...

...sie werfen Konfetti. WWW: Einfach mal was hochladen, Ideen teilen, Freunde treffen, Spaß haben. Bumsegal, ob irgendwelche User-Daten generiert werden, die man für jede Menge Kohle an irgendwelche Unternehmen verkaufen könnte. Das ist WWW: tilde.club.

tilde.club Rechte: tilde.club
Retro! So sieht die Startseite von tilde.club aus.

Die Idee für tilde.club kommt von Paul Ford. Nachts, mehr oder weniger betrunken. Und WWW: wenn man seine Geschichte liest, erfährt man: tilde.club ist keine Konkurrenz für facebook oder twitter - sondern eine große Nerdparty! Eine Art Liebeserklärung an das Internet der 90er Jahre, aus dem eben auch das Tilde-Zeichen kommt. Eine Liebe, die viele teilen. Gerade kann tilde.club keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen. WWW: Es gibt eine Warteliste.

tilde.club2 Rechte: tilde.club tilde.club zeigt: Wir sind keine bräsig-passiven Konsumenten. Wir haben uns nicht ergeben. Und: hey! Wir stricken wieder, auch wenn wir keine einsamen Katzenomis sind. Wir bauen Kartoffeln an, auch wenn wir in einem schicken Großstadtloft wohnen. Warum also keinen Server anmieten und digitale Kleingärten verteilen, in denen Menschen sich austoben können. ~liebe!

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Montag, 13.10.2014

Digitaler Trödelmarkt

Drei, zwei, eins, deins. Ich habe ziemlich viel Klimbim zu Hause rumstehen. Bücher, die verstauben, Klamotten, die ungetragen im Schrank hängen, Sportgeräte und Co. Aber um mich ab sechs Uhr morgens bei Wind und Wetter auf den Flohmarkt zu stellen, zu feilschen und zu verkaufen, dafür fehlen mir Zeit und Nervenkleid. Gut, dass trödeln auch digital funktioniert. Aber spart man damit wirklich Zeit und macht mehr Geld?

Jeden einzelnen Bauklotz, Omas altes Geschirr oder dutzende Postkarten abzufotografieren und als Trödelgut online zu stellen, das wäre mir vermutlich auch zu umständlich. Aber für ein paar größere Dinge, mit denen man auf einen Schlag ein paar Euro machen kann, lohnt sich digitales Trödeln bestimmt. Das haben sich auch Biggi und Tochter Antonia aus Köln überlegt. Ihr letzter Trödel war nämlich nass, kalt und nur mäßig erfolgreich. Also ran an die Apps und weg mit den Waveboards.

Trödel-App Shpock; Rechte: WDR/Horn

Ich habe neulich eine Werbung für "Shpock" im Fernsehen gesehen. "Shpock" steht für "shop in your pocket" und hat mittlerweile weit über eine Million Nutzer. Nachdem ein Investor einen siebenstelligen Betrag investiert hat, findet die App immer mehr Interessenten. Auch Biggi und Antonia und ich wurden neugierig. Bisher habe ich ehrlich gesagt immer den alten Hasen der Verkaufsportale genutzt. Ebay und Ebay Kleinanzeigen, am PC und als App. Die hat über fünf Millionen Downloads im Playstore. Auch beliebt sind mittlerweile Stuffle und Rumgr sowie Yradsale im amerikanischen Raum. Aber ich will jetzt erstmal shpocken und teste die App mit den zwei Kölner Trödel-Expertinnen.

Trödel-Apps; Rechte: WDR/Horn

Das Logo findet Antonia nicht so ansprechend. Aber aufgebaut ist die Seite ganz schön, mit vielen Fotos nach Entfernung geordnet. Je weiter man runterscrollt, desto weiter weg ist das Angebot. Um neue Sachen zu entdecken oder selbst zu verkaufen, müssen wir uns registrieren und der App erlauben, uns per GPS oder Internet zu orten. Ohne Lokalisierung und ohne Profilfoto funktioniert hier gar nichts.

Shpock Collage; Recht: WDR/Horn

Wenn ich mich über Facebook registriere, erlaube ich Shpock auf mein öffentliches Profil und die Freundesliste zuzugreifen. Ich entscheide mich also für eine Anmeldung per Email-Adresse. Den Bestätigungslink gibt es aber nur per SMS, also muss ich außerdem meine Handynummer angeben. Immerhin wurde ich auch vier Tage nach der Anmeldung noch nicht mit Werbenachrichten vollgespamt. Dann geht´s endlich ans Verkaufen. Zeitaufwand: ok. Seinen Stand aufzubauen und alle Sachen zu platzieren dauert länger. Also alles noch im Rahmen.

Biggi fotografiert die Waveboards mit dem Handy, lädt das Foto direkt in der App hoch und ergänzt ein paar Angaben wie den gewünschten Preis, ordnet ihr Angebot der Kategorie "Sport & Freizeit" zu, einstellen, fertig. Die App von ebay Kleinanzeigen hat zwar einige Kategorien und Unterkategorien mehr zur Auswahl. Und auch hier muss ich eine Stadt oder PLZ angeben, um anzeigen zu lassen, wo der Verkaufsstandort ist. Und da sind sie, die Waveboards. Ich klicke Biggis Angebot an, maile ihr und handel sogar noch ein paar Euro runter. Dann tauschen wir Adressen aus, damit ich mein neues Schmuckstück abholen kann.

Ebay-App Collage; Rechte: WDR/Horn

Biggi findet den Trödeleffekt bei Shpock gut. "Ich sehe direkt, dass jemand 100 oder 1000 Meter weiter Sachen verkauft, könnte einfach hingehen und mir den Malkasten für fünf Euro abholen." Allerdings sind manche Kaufinteressenten dann doch lästig, stellen zig Fragen zu einem Artikel und wollen ihn am Ende nicht haben. Zeitersparnis ist also so eine Sache beim digitalen Trödeln. Aber wenn man mal eben 25 Euro verdient, lohnt sich der Aufwand vielleicht trotzdem. Irgendwie geht per Apps zwar der Geist des Trödelns flöten. Aber Biggi, Antonia und ich sind uns einig: lieber digital trödeln, als am Ende doch wieder mit einem vollen Kofferraum den Flohmarkt zu verlassen - entweder weil man seine Sachen nicht verramschen wollte oder weil man selbst zwanzig neue Sachen gekauft hat.

Denn verkaufen per App ist ganz angenehm, aber kaufen - das macht auf dem echten Trödel doch deutlich mehr Spaß.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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Sonntag, 12.10.2014

Grand Theft Auto für Pazifisten

Normalerweise ist das Videospiel Grand Theft Auto (GTA) äußerst brutal: Hier werden Autos geklaut, Menschen verletzt und getötet, Geld entwendet, Häuser zerstört - es gibt keine Regeln. Außer das Recht des Stärkeren. Das macht das Videospiel wohl so erfolgreich. Doch geht es eigentlich anders bei GTA? Das hat jetzt ein Computerspieler versucht. Er hat Grand Theft Auto gespielt, ohne andere Figuren im Spiel zu verletzen oder ihnen zu schaden.

In WWW: diesem Video von Youtube-User Goldplay ist das Ergebnis zu sehen: Über drei Minuten GTA in einer pazifistischen Variante gespielt. Der Spieler gibt sich alle Mühe, jedes Blutvergießen und unnötige Härten zu vermeiden. Goldplay gibt Tipps, wie man spielen muss - oft zum eigenen Schaden. Einfach ist es allerdings nicht, wie man gut erkennen kann.


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