Donnerstag, 04.04.2013
Wecker-Apps im Test
Frei nach dem Motto „Der frühe Vogel kann mich mal" ignorieren viele
Langschläfer gerne ihren Wecker. Geht ja auch ganz leicht. Ein paar Mal auf Snooze hauen oder den Störenfried eiskalt ganz ausschalten. Und weiterschlafen. Leider leidet darunter die wertvolle Beziehung zum Chef. Und nicht nur dem Statistik-Dozenten der Uni kommen die ewigen Ausreden vom Stromausfall und dem Radiowecker langsam äußerst unwahrscheinlich vor. Damit man schneller aus den Federn kommt gibt es
diverse Wecker vom Weglauf-Wecker über den Laser-Wecker bis hin zum fliegenden Wecker. Und es gibt natürlich auch Apps, die das Aufstehen erleichtern sollen. Zum Beispiel die Gratis-App „Sleep if you can".
Hier kann ich verschiedene Wecker für verschiedene Tage und Uhrzeiten speichern - mit unterschiedlichen Tönen und Schwierigkeitsgraden. Dann lege ich ein Foto für den Wecker fest. Ich klicke also auf „Aufnahme machen", lichte mich selbst im Badezimmerspiegel ab, speicher' das Foto als Vorlage und gehe schlafen. Am nächsten Morgen gibt es tatsächlich kein Pardon. Der Wecker klingelt und lässt mich sofort ins Bad rennen, um den nervigsten Ton, den ich auf meinen Handy finde, wieder auszubekommen. Allerdings habe ich wohl einen Bad-Hair-Day. Das erste Foto will nicht mit der Vorlage vom Vortag übereinstimmen. Der Alarm dringt weiterhin in mein noch murmelndes Hirn ein. Ich versuche es erneut. Fehlanzeige. Beim dritten Versuch klappt es.
Mittlerweile sind sicher auch die Nachbarn wach. Vielleicht nehme ich beim nächsten Mal ein Motiv, das nicht so veränderlich ist. Meine Kaffeemaschine zum Beispiel. Dumm nur, dass ich zwei Tage später dienstlich unterwegs bin. Der Wecker klingelt im Hotel. Meine Kaffeemaschine ist in unerreichbarer Ferne. Jetzt bleiben mir zwei Möglichkeiten: weglaufen oder das Handy ganz ausschalten. Denn einen Notfall-Aus-Knopf gibt es nicht.
Weglaufen wäre besser gewesen. Jetzt sitze ich mit eineinhalb Stunden Verspätung im Büro und bin verdammt müde. Ein Nickerchen muss her. Damit meine außerplanmäßige Pause nicht auffällt, schnappe ich mir das iPhone einer Kollegin und installiere "
nap@work".
Diese App imitiert Tastaturgeräusche, Telefonklingeln und Tacker. So kann ich fleißig tun und in Wirklichkeit schlafen. Wer kein iPhone hat kann sich alternativ auch einfach eine
App mit ekeligen bis nervigen Geräuschen für Android-Geräte runterladen - vom lautstarken Rülpser bis hin zum Keuchhusten. Vielleicht gehen die Kollegen dann eher in den Feierabend und man kann ungestört schlafen.
Um sich pünktlich zum Abendessen wecken zu lassen. Diesmal aber vom
sanften Wecker. Schließlich klingelt morgen früh wieder diese fiese Weck-App.
Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Donnerstag in der
WDR5 LebensArt im Radio.
Es gibt unzählige Wecker-Apps und die meisten davon sind originell, aber völlig unbrauchbar. Es ist echt eine Plage.
Ein guter Wecker muß vor allem schnell einstellbar sein, übersichtlich, und gleichzeitig flexibel genug. Alles andere ist optional, aber das ist offenbar schon schwer genug. Auf dem iPhone ist witzigerweise der mitgelieferte Wecker der Beste, den ich bisher gefunden habe, auch wenn er kein Radio abspielen kann und keinerlei lustigen Tricks anbietet. Dafür ist er schnell einzustellen, man sieht auf einen Blick, welche Wecker aktiv sind und für wann sie eingestellt sind und Snooze per Power-Taste bzw. Komplett-Aus per Bildschirm-Schieber sind genau richtig für den Alltag. Die Snooze-Taste findet man auch mit links und geschlossenen Augen unter der Bettdecke und ganz aus kriegt man das Ding erst, wenn man zumindest die Augen aufbekommt.
Wecker sind so ein typischer Fall von "etwas anders machen ist leicht, aber besser ist schwierig".
joh am 4.04.13 15:58
Ich nutze seit einiger Zeit den "Wecker (Alarm Clock) Xtreme". Der ist gar nicht so eXtrem, sondern eher was für ruhige Gemüter. Mit langsam ansteigender Lautstärke weckt er mit einer beliebigen Tonaufnahme. Um den Wecker auszuschalten gibt es Rechenaufgaben zu lösen. Ist man erst einmal wach, und durfte das Gehirn eine kleine Runde Frühsport machen, gleitet man umso entspannter in in den Tag. Lautstärke des Weckrufes und Schwierigkeitsgrad der Rechenaufgaben lassen sich auf die persönlichen Vorlieben einstellen. Vermutlich hat der Wecker noch mehr zu bieten, ich nutze allerdings ausschließlich die oben genannten. Anschauen lohnt sich.
Dominik am 4.04.13 18:14
Meine "Wecker-App" vor langer Zeit war noch komplett in Analogtechnik realisiert, und zwar als reine Hardware. Eine normale Schaltuhr (Synchronmotor, Zahnradgetriebe) schaltete erst mal einen Halogen-Scheinwerfer und über einen Transformator eine alte Telefonklingel ein. Mit Verzögerung (analoger Zeitschalter) wurde dann ein altes Staubsauger-Gebläse im Stahlregal eingeschaltet. Nicht zum Blasen, sondern zum Lärmen. Der Zeitschalter ließ sich unterbrechen und damit neu starten durch einen Knopf neben dem Bett. Nach neuem Ablauf kam wieder der Gebläse-Lärm. Abschalten war nur nach Aufstehen möglich. Aber ein Kabel mit Stecker lief unter dem Bett durch. Damit Rausziehen des Steckers unmöglich wird, wurde der Stecker mit einer Schraube blockert. Funktioniert hat das Alles. Alle Teile existieren noch. Aber inzwischen stelle ich doch lieber 3 oder 4 normale Wecker, wenn ich früh raus muss ;-) Zeiten leicht versetzt oder solche mit Weckwiederholung.
Bertram in Mainz am 4.04.13 22:37
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Mittwoch, 03.04.2013
Bundeskanzlerin Merkel lädt zum "Dialog" per Hangout
Die Einschläge kommen näher: kein halbes Jahr mehr bis zur Bundestagswahl - und schon sind wir voll im Wahlkampf. Bundeskanzlerin Merkel nutzt in diesem Jahr eine neue Form:
Sie lädt am 19. April ab 17 Uhr zum Google-Hangout ein. Thema der Runde mit sechs ausgewählten Bürgern: "Integration".
Hangout. Das klingt toll und modern und frisch. Theoretisch hätte ich damit als normaler Bürger endlich die große Chance, ein Gespräch mit der Bundeskanzlerin zu führen, einfach so, übers Netz, mit Livefragen und Liveantworten.
Stattdessen gibt die Bundesregierung einen Einsendeschluss vor: vier Tage vorher, am 15. April. "Der Moderator der Diskussion wird einige dieser Fragen im Gespräch mit der Bundeskanzlerin aufgreifen", heißt es in der Pressemitteilung.
Und schon ist die schöne Idee mit dem Hangout vor die Wand gefahren. Klar: So eine Fragerunde muss moderiert werden. Alles Andere wäre Wahnsinn. Aber warum ein Hangout, wenn ich vorher Fragen einreichen soll, die ein Moderator vielleicht stellt? Da kann man auch ein Video aufnehmen und online stellen.
Wir werden hierzulande wahrscheinlich nie einen Online-Wahlkampf wie in den USA bekommen. Aber trotzdem frage ich mich: Wo bleiben die wirklich frischen Ideen und der Mut zu neuen Formen!?
Was soll an dem US Wahlkampf "frisch"sein?Es wurde dort lediglich"alte Politik in neuem Gewand"vermarktet!Dabei wurde aber weiterhin zwecks mobilisierung auf quasi Religoesen Fanatismus gesetzt und die Kandidaten als "Heilsbringer"dargestellt.War also nicht wesentlich anders als in Venezuela mit Chavez.Um Sachen wie fratzenbuch oder dies geplapper\twitter toll zu finden und files via plumpskiste zu tauschen(statt via sFTP)-muss ich schon reichlich Prozac verabreicht bekommen haben.Mir wuerden ECHTE JOURNALISTEN reichen,die die Kandidaten wirklich mit Fragen"grillen"-statt dieser GEZ""Beamten",die keine Cojones haben und nur das "Fragen",was abgesprochen und genehm ist.Aber das will ja niemand.Einfach mal auf"thebaffler"nachlesen unter
"the_meme_hustler"was hinter derartigen buzzwords steckt.
na und? am 4.04.13 8:22
Den US-Wahlkampf habe ich nicht als frisch bezeichnet, sondern den Online-Wahlkampf in den USA - und damit vor allem die Formen und weniger die Inhalte.
Dennis Horn am 4.04.13 11:46
Die Formen dort kennt man bereits seit Elmer Gantry und die Schattenmaenner hinter den Kampangnen sind nicht besser,oder anders als dieser.Die Reaktionen der follower sind praktisch 1:1 deckungsgleich.Die uebliche Hollywood Inszenierung also,nur in minimal verandertem Gewand.Kennt man also letztlich auch so aehnlich von den vergangenen 1000Jahren hier,durch unseren Hinkefuss. Abgesehen davon-es nutzen keine anderen,vermeinlich"frische",Formen dem Buergern etwas-so lange damit Luegen Transportiert werden!Beide Seiten haben gelogen das sich die Balken biegen.Dies werfe ich weniger Leuten wie Palin vor-da war dies zu erwarten.Da es fuer mich aber bereits in seinem ersten Wahlkampf offensichtlich war das er luegt,habe ich auch von Obama in seinem zweiten Wahlkampf nichts anderes,besseres erwartet.Er hat mich dann auch ,leider,prompt bestaetigt.
form follows function? am 5.04.13 8:32
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Mittwoch, 03.04.2013
Yahoo! baut Dropbox ein
Wer nutzt eigentlich noch Yahoo! Mail? Ich komme auf zwei, drei Nutzer in meinem Freundeskreis, und das war's auch schon. Yahoo! ist in Deutschland fast unbedeutend geworden, seit Google alles überrannt hat, nicht nur mit der Suchmaschine, sondern auch mit seinem allmächtigen E-Mail-Dienst Gmail.
Aber wir können ja nicht über Quasimonopole meckern, ohne auf die zum Teil amtlichen Alternativen zu blicken. Dazu gehört eben auch Yahoo! Mail. Dessen Chefin Marissa Mayer hat gerade eine spannende neue Funktion vorgestellt:
Yahoo! hat den Cloud-Speicherdienst Dropbox in seinen Webmailer eingebaut.
Yahoo! hat seinen Webmailer aufgebohrt - die Dropbox-Funktionen stehen ab sofort allen Nutzern in Deutschland zur Verfügung.
Die neuen Funktionen sind
ab sofort freigeschaltet: Als Nutzer von Yahoo Mail! könnt ihr Anhänge jetzt nicht mehr nur auf der eigenen Festplatte speichern, sondern auch direkt in eurer Dropbox in der Cloud - und natürlich anders herum: Wenn ihr E-Mails verschickt, könnt ihr große Dateien aus eurer Dropbox anhängen, sogar ordentlich große wie Filme oder Urlaubsfotos. Die Beschränkung auf 25 Megabyte große Dateien als Anhang ist damit Geschichte.
Ich finde: Mit dieser Funktion lohnt es sich, tatsächlich einen Blick auf Yahoo! Mail zu werfen, denn ich bin bisher schon begeisterter Dropbox-Nutzer. Mir gefällt außerdem, wie sich Yahoo! gerade bewegt. Die neue Chefin und Ex-Google-Managerin Marissa Mayer versucht, das Unternehmen Stück für Stück
wieder fit und hip zu machen. Die
App für Flickr, der
Kauf von Summly oder jetzt die Einbindung von Dropbox - das sind alles Dinge, die es vorher in Jahren bei Yahoo! nicht gab. Und: Konkurrenz für Google - das kann nur gut sein.
Wozu die Plumpskiste?Fuer die DaUs gibt es OCH und mit wirklichen Freunden geht es via sFTP."Wir"brauchen keine "Nebelbaenke"!Das auch ueber derartigen Unfug berichtet wird ist ja okay-aber WO bleibt die Nachilfe um usern zu helfen Muendig(er)zu werden?Selbst ZON versucht sich ja ab und an mal damit.Siehe die Serie"Mein digitaler Schutzschild".Und ihr auf "Digitalistan"koennt"\wollt dass nicht?Sollt,duerft ihr hier nur die Jubelperser geben?
Plumpskiste? am 5.04.13 9:07
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