Montag, 08.04.2013

Twitter-Lyrik

Erinnert ihr euch noch an Trochäus, Daktylus und Anapäst - an metrische Grundformen in Gedichten? Es gibt noch eine vierte dieser Grundformen, nämlich den Jambus - und der kommt bei Twitter ganz groß raus. Der Account WWW: @pentametron sucht sich Tweets, die aus fünfhebigen Jamben bestehen und macht daraus Gedichte.

@pentametron durchsucht jeden Tag rund fünf Millionen englischsprachige Tweets - erwischt es einen mit zehn Silben, speichert es ihn und wartet auf einen zweiten Tweet, der sich darauf reimt. Ganz exakt kommt das mit den Jamben zwar nicht immer hin - aber es passt grob, es reimt sich und es macht großen Spaß.

Auf der Website WWW: pentametron.com sind außerdem alle Gedichte in Kurzform nachzulesen - und WWW: auf seiner privaten Website erklärt Ranjit Bhatnagar, WWW: wie seine Reimmaschine funktioniert. Für solche Dinge liebe ich das Internet!

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Freitag, 05.04.2013

LinkLounge 13/14: Von New York bis zum Mars

Hier sind sie, frisch auf den Tisch: unsere Perlen der Woche. Wir nehmen euch in unserer LinkLounge mit auf eine Reise von New York über Indien bis zum Mars, in die Welt der Spieleklassiker und die Untiefen der modernen Klangexperimente. Viel Spaß beim Surfen!


Blog: Dennis Horn

Der traurige Paukenschlag in dieser Woche: Nur ein halbes Jahr nach der Übernahme hat Disney angekündigt, dass eine der tollsten Spieleschmieden der Welt dicht gemacht wird. LucasArts, die Macher von Legenden wie "Monkey Island", "Day of the Tentacle" und "Sam & Max", sind bald Geschichte. Ein bisschen Nostalgie gefällig? Mashable hat zur "Feier des Tages" WWW: noch einmal die größten Spieleklassiker von LucasArts ausgepackt.

Mein Lieblingstext in dieser Woche: WWW: "Nachrichten an niemand bestimmten". Kathrin Passig schreibt in ihrer neuen Kolumne für ZEIT ONLINE über den Vorwurf, den sich jeder fleißige Twitter-Nutzer regelmäßig anhören muss: Es gehe ihm nur um Selbstdarstellung. Passig kommt zum Ergebnis: "Die Internetkritik der letzten beiden Jahrzehnte verläuft entlang der traditionellen Linien der Großstadtkritik." Lesenswert!

Und zum Schluss mein Lieblingsleak in dieser Woche: die Wahrheit über das Treffen zwischen Papst Franziskus und seinem Vorgänger Benedikt XVI.


Blog: David Ohrndorf

Zwei Videos zum Wochenende: In New York haben zwei Videomacher die Leute auf der Straße gebeten, ihre Stadt in drei Worten zu beschreiben. Das Ganze haben sie mit Szenen der Stadt und Musik von Serge Gainsbourg zusammengemixt. Volle Punktzahl für die Idee, die Umsetzung könnte ich mir noch etwas hübscher vorstellen, aber seht selbst.



Und hier noch ein verrücktes Klangexperiment: Ökologisch korrektes Musikmachen mit Blättern - na gut, ein strombetriebener Plattenspieler ist auch dabei.


Blog: Stefan Domke

Auch wenn sich inzwischen ja zumindest ab und zu die Sonne blicken lässt, ist es mir derzeit immer noch viel zu sehr grau-in-grau. Das knapp dreiminütige Video vom diesjährigen "Festival of Colours", dem indischen Frühlingsfest "Holi", ist dagegen im wahrsten Sinn des Wortes eine Farbexplosion.

Außerdem empfehlenswert in dieser Woche: WWW: Wie Astronauten sich die Zähne putzen, wie man durch bewusst falsche Anwendung der iPhone-Panorama-Funktion WWW: Kunst kreiert und was die Musikindustrie WWW: schon 1998 hätte anbieten müssen.


Blog: Jörg Schieb

Gerne wird so getan, als wäre der Mars praktisch nebenan, als könne man hinspucken zu unserem Nachbarplaneten. Doch kaum einer macht sich klar, wie weit der Mars wirklich von uns entfernt ist. Das wird die Webseite unter WWW: www.distancetomars.com ändern. Hier bekommt man anschaulich vermittelt, wie weit der Mond und der Mars von uns weg sind. Wenn die Erde 100 Pixel groß ist, dann ist der Mond schnell erreicht. Für einen Flug zum Mars brauchen wir aber eine Weile, denn der ist 428.000 Pixel entfernt (und nur 53 Pixel groß). Schöne Animation, der man sich kaum entziehen kann und von der man eine Menge lernt. So etwas mag ich.

Na ja, und wenn wir uns gerade schon mit solchen Dingen beschäftigen: Das folgende Video erklärt schön, was wir unter einem "Multiversum" zu verstehen haben, auch besser bekannt als "Parallelwelt". Gibt es sie oder nicht? Tja.

Dropbox, Google Drive und Skydrive kennen die meisten, das WWW: Cloud Drive von Amazon ist nicht so bekannt. Bislang war es auch nicht spannend, doch jetzt hat Amazon seine Client-Software aufpoliert, und man kann auch bei Amazon Cloud Drive einen Ordner auf der Festplatte komfortabel syncen. 5 GB sind kostenlos, obendrein kann man alle bei Amazon gekaufte Musik kostenlos im Drive speichern, der nötige Speicherplatz wird nicht angerechnet. Dropbox verwendet selbst die Speicherdienste von Amazon. Wenn man Amazon Cloud Drive verwendet, landen die Daten also physikalisch mehr oder weniger an derselben Stelle. Allerdings scheinen die Softwarelösungen zur Bedienung des Cloud-Laufwerks von Dropbox, Skydrive und Google Drive bereits weiter entwickelt, man spürt den Vorsprung.

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Donnerstag, 04.04.2013

Facebook stellt "Home"-App für Android vor

Spekuliert wurde lange und viel - die meisten hatten auf ein eigenes Facebook-Handy von HTC getippt. Doch: Falsch geraten. Mark Zuckerberg begibt sich nicht unter die Smartphone-Bauer, das ist wirtschaftlich auch durchaus riskant. Stattdessen hat Zuckerberg eine neue App namens WWW: Home für Android-Handys vorgestellt. Der Name "Home" ist durchaus ernst gemeint, denn die Facebook-App ist keine App wie jede andere, sondern nistet sich tief in die Struktur des Smartphones ein und ersetzt praktisch die "Home"-Funktion normaler Android-Geräte.

fbhome.jpg
Facebook Home verankert sich tief ins Android-Betriebssystem


Kein eigenes Smartphone, aber Android wird gekapert
Wer "Home" installiert, begibt sich also in die Hände des sozialen Netzwerks. Statt der üblichen Icons für Apps und Inhalte tauchen große Fotos und Statusnachrichten von Freunden auf. Ein Fingertipp reicht, um mit Freunden in Kontakt zu treten, etwa im Messenger. Bisherige Funktionen und Apps sind in Untermenüs versteckt. Der Nabel der Welt ist das, was auf Facebook passiert - oder da kommuniziert wird.

Um die tief greifenden Veränderungen am Bedienkonzept zu ermöglichen, sind jede Menge Eingriffe in Googles Betriebssystem Android nötig. Da Google sein Android aber relativ offen hält, ist es für Unternehmen wie Facebook möglich, solche Anwendungen anzubieten. In der iOS-Welt von Apple ist etwas Vergleichbares völlig undenkbar. Home soll erst mal nur für Android-Smartphones angeboten werden, Android-Tablets sollen folgen.

fb_handy.jpg
Der ganze Bildschirm ist Facebook gewidmet


Kein Durchbruch - aber eine nette Idee
Ich halte es für schlau, dass sich Facebook nicht auf ein eigenes Smartphone gestürzt hat. Ich glaube, das wäre nicht erfolgsversprechend und ein teures Abenteuer geworden. So stark ist die Liebe zu Facebook dann doch nicht, auch wenn viele User, wie Facebook verbreitet, 20 Prozent ihrer Smartphone-Zeit mit Facebook verbringen. Die "Home"-App ist ein interessanter Ansatz. Allerdings denke ich, dass sich nur wenige User so stark auf Facebook fokussieren wollen und werden, dass "Home" in irgendeiner Form relevant wird.

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