Dienstag, 12.05.2015

Zettellose Mehr-Personen-Kalender

Ein Termin, fünf Telefonate, zehn Mails oder zwanzig Messages - und am Ende weiß keiner mehr, was abgemacht wurde. Einige behelfen sich mit Doodle-Listen, um den Überblick zu bewahren. Andere kritzeln noch alles auf Post-Its. Ich benutze am liebsten Familienplaner-Apps. Quasi die Wandkalender von damals, mit mehreren Spalten für Mama, Papa, Kind und Katze - nur eben digital. Die helfen übrigens durchaus auch Eltern, um sich während der Kita-Streiks in Sachen Kinderbetreuung abzustimmen.

App Ohana; Rechte: WDR/Horn

Um nicht permanent telefonieren zu müssen, verabredet man sich im Büro noch per Outlook, privat nutzt der Homo Digitalis die mitgelieferten Kalenderfunktionen auf seinem Handy oder schnappt sich Apps wie Week Cal, Ohana oder Family Cockpit - alle zwischen 1,79 und 2,99 Euro teuer, aber mit zahlreichen Funktionen.

App Family Cockpit; Rechte: WDR/Horn

So gibt es meist die Möglichkeit, mehrere Subkalender zu erstellen, die ich für bestimmte Personen freischalten oder unsichtbar lassen kann. Wer die Termine einsehen darf, muss dafür nicht extra snychronisieren. Das macht das Handy automatisch. Wenn ich also einen neuen Termin eintrage und eine Freundin einlade, erhält sie innerhalb weniger Sekunden eine Benachrichtigung oder eine blinkende "1" auf dem App-Icon angezeigt und weiß, dass etwas Neues ansteht. Regelmäßige Termine werden nicht als Neuigkeit angezeigt.

Ob man sich nur für einen Termin zum Reifenwechsel abstimmt oder zum Training verabredet - jeder ist sofort auf dem Laufenden. Bei Family Cockpit kann man auch Notfallnummern und Kontaktlisten teilen und es gibt einen Wunschlistenplaner für Geburtstage. Bei einer vierköpfigen Familie läppern sich die Kosten für den App-Kauf allerdings. Deshalb lohnt es sich auch, die ein oder andere Gratis-App zu testen.

App Famanice; Rechte: WDR/Horn

Die App Famanice ist vom Design in grün und weiß eher kantig und gefällt mir nicht so gut, aber sie funktioniert. Toll ist, dass hier eine Einkaufsliste integriert ist, aus der man einzelnen Leuten einzelne Zutaten zuordnen kann, damit jeder weiß, was er besorgen soll. Außerdem gibt es hier einen Stundenplan - super für Familien mit mehreren Kindern, aber auch wunderbar geeignet für die Planung von Trainingsterminen und Wettkämpfen in Vereinen oder die Organisation von Umzügen. Ich muss nur noch alle anderen überzeugen, sich die Apps auch runterzuladen. Per Mail. Oder Message. Notfalls auch zehn Mal.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Schon der kostenlosen Google Kalender kann Mehrbenutzerbetrieb und vieles mehr.
Und da er u. a. auch im Browser läuft, kann ihn jeder benutzen.

Resümee: Bessere Lösung, 0 Euro kosten!

Kumuluss am 13.05.15 0:08

Schon der kostenlosen Google Kalender kann Mehrbenutzerbetrieb und vieles mehr.
Und da er u. a. auch im Browser läuft, kann ihn jeder benutzen.

Resümee: Bessere Lösung, 0 Euro kosten!

Kumuluss am 13.05.15 0:09

Und was soll daran jetzt neu sein???
Mach ich seit Jahren so; geht sowohl mit Android als auch mit Apple-Geräten ohne Probleme.

Wenn ihr so olle Kamellen hier schreibt, müsst ihr euch nicht wundern, dass es kaum Kommentare zu den Blog-Einträgen gibt....

Christian Müller am 13.05.15 13:07

Man sollte beachten, dass man mit der Teilnahme der Nutzung der persönlichen Daten zustimmt. Zwar muss man nicht zwingend Adresse, Geburtsdatum oder Bilder hinterlegen, aber mindestens e-Mail Adresse und Familienbeziehungen werden preisgegeben. Das sind schon mehr gesicherte Informationen, als Google oder Facebook automatisch bekommen.

So gesehen ist die App zwar kostenlos aber nicht ohne Preis!

Michael Ziegler am 13.05.15 21:07

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Sonntag, 10.05.2015

Die Welt ist in Bewegung

Die Welt ist in Bewegung. Ständig. Viele dieser Bewegungen nehmen wir gar nicht wahr, etwa die Erdrotation. Die Bewegung um die Sonne. Das Dahingleiten unserer Galaxie. Aber auch auf unserem Planeten gibt es jede Menge Bewegung. "Motion is life", sagt der Autor Haruki Murakami. Davon hat sich der Filmemacher Aaron Keigher inspirieren lassen. Er zeigt uns, wie die Welt beiNacht aussieht. Auch da ist alles in Bewegung. Die Wolken am Himmel. Die Autos auf der Straße. Die Menschen. Die Tiere. Keigher hat das in einem wundervollen Film eingefangen.

Sehr ästhetisch und stimmungsvoll. Schön anzusehen und anregend. Viel Spaß beim Anschauen.

WWW: Move from WWW: Aaron Keigher on WWW: Vimeo.


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Freitag, 08.05.2015

Bitly kürzt Adressen - und manipuliert sie

Wer aus einer langen URL eine kurze machen will, der benutzt normalerweise einen URL-Shortener. Davon gibt es mittlerweile sehr viele, einer der zweifellos bekanntesten ist WWW: bitly. Damit wird aus einer eher langen Adresse wie http://wdrblog.de/digitalistan/archives/2015/05/die_digitalstrategie_der_eu.html kurzerhand eine deutlich kürzere Adresse wie zum Beispiel WWW: bit.ly/1F3OGIv. Ist doch gleich viel praktischer.

Wer mag, kann sogar seine eigene Domain benutzen, das sieht dann deutlich eleganter aus: WWW: go.schieb.de/1Ioasrx. Solche Links lassen sich besser weitergeben und sparen vor allem in Tweets wertvollen Platz. Außerdem kann man sogar sehen, wie oft so ein Link angeklickt wurde, wenn man den Link selbst erzeugt hat. URL-Shortener wie bitly, goo.gl, TinyURL und Twitters eigener URL-Kürzer bieten also durchaus eine Menge Vorteile.

bitly ist der populärste URL-Shortener und arbeitet mit Tricks; Rechte: WDR/bitly
Bitly ist der populärste URL-Shortener und arbeitet mit Tricks


Geld verdienen durch Manipulation
Allerdings müssen auch die Betreiber von URL-Shortener Geld verdienen. Nicht ganz leicht, denn in die Links kann man keine Werbung einbauen - und auf die angesteuerten Webseiten hat man auch keinen Einfluss. Deshalb wird mit Premiumdiensten Geld verdient, etwa mit Unternehmen, die den Shortener-Dienst intensiv nutzen und auf ausführliche Statistiken zurückgreifen wollen. Das ist in Ordnung. Doch bitly versucht auch auf andere Weise, Geld zu verdienen. Bitly geht hin, und ergänzt Links auf bestimmte Onlineshops unbemerkt durch so genannte Affiliate-Daten. Die Folge: Kauft der Klicker im verlinkten Onlineshop ein, gibt es eine Provision. Auch das ist grundsätzlich in Ordnung. Aber sicher nicht, wenn bitly bestehende Links eigenmächtig abändert.

Der Benutzer merkt davon gar nichts. Er landet trotzdem im Onlineshopy XYZ, wie vom Erzeuger der Kurzadresse gewünscht. Allerdings ändert sich im Hintergrund eine Menge. Da durch die unbemerkt hinzugefügten Parameter noch ein Werbenetzwerk hinzugezogen wird, landen auch Tracking-Cookies auf der Festplatte des Benutzers. Er wird zusätzlich überwacht. Das bedeutet: Selbst wenn derjenige, der den URL-Shortener benutzt, ausdrücklich keine Provision für den Verkauf bekommen möchte und Tracking-Cookies verabscheut, bekommt der klickende User trotzdem solche Cookies untergejubelt. Das ist schon extrem bedenklich!

Über 22 Milliarden Adressen schon gekürzt; Rechte: WDR
Über 22 Milliarden Adressen schon gekürzt


Grundsätzlich misstrauisch sein
Noch macht bitly das nicht im großen Stil, sondern lediglich in einem Test. Hinweise darauf gibt es aber nur WWW: versteckt auf einer Hilfeseite. Wie der Fachdienst WWW: om8 mitteilt, sind auch deutschsprachige Links betroffen. Immerhin: Wenn schon ein Affiliate-Link enthalten ist, wird der nicht überschrieben. Das wäre allerdings auch noch schöner.

Der aktuelle Fall macht ein grundlegendes Problem aller URL-Shortener deutlich: Man weiß schlichtweg nicht, was sich hinter einem Link verbirgt. Es kann ein nützlicher Inhalt sein, ein spannendes Video, es kann aber auch Werbung sein, Spam oder ein werblicher Inhalt. Schlimmstenfalls können sich auch kriminelle Inhalte hinter einer URL verbergen. URL-Shortener haben also auch Nachteile. Sie verschleiern. Es gibt Plugins wie WWW: LongURL, die zeigen zumindest im Browser vor dem Klicken an, welche URL sich hinter einer Short-URL verbirgt. Das hilft sich zu entscheiden. Der WWW: Onlinedienst LongURL macht dasselbe. Finde ich sinnvoll und nützlich.

Generell muss man nur bei einem vorsichtig sein: bei Meldungen die der antideutsche Türkensender WDR verbreitet. Ihr solltet nicht mit besudelten Fingern auf andere Menschen zeigen!

Gehlen am 9.05.15 9:42

Generell muss man nur bei einem vorsichtig sein: bei Meldungen die der antideutsche Türkensender WDR verbreitet. Ihr solltet nicht mit besudelten Fingern auf andere Menschen zeigen!

Gehlen am 9.05.15 9:43

@Gehlen: Ich würde gerne verstehen, verstehe aber kein Wort.

jörg schieb am 9.05.15 10:28

@ jörg schieb am 9.05.15 10:28 don't feed the troll. Gehlen = John B. Gehlen?

LiFe am 9.05.15 13:40


Offensichtlich ist bit.ly schon etwas weiter.

Ich habe Amazon in meinem Blog verlinkt - und in den letzten 2 Monaten nur 2 oder 3 Verkäufe verbucht bekommen - vorher waren es ca. 40-60 Verkäufe monatlich! Da ich die Short-Urls nachweislich im Nov. 2014 und vorher erstellt habe, muss bit.ly diese Links nachträglich geändert haben! Der Schaden ist gut dreistellig!

Habe jetzt alle Links von Bitly rausgeschmissen - und werde zukünftig (falls erfordlich) nur noch auf seriöse Shorter wie z.B. Google (goo.gl) zurückgreifen!

Christian

Christian Kalvelage am 14.05.15 10:02

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