Montag, 08.06.2015

Merkels falsches Argument

Jetzt macht sich also auch die Bundeskanzlerin eins der hanebüchensten Argumente für die Vorratsdatenspeicherung zu eigen. Angela Merkel ist offenbar der Ansicht, dass wir uns nicht über ein bisschen Überwachung aufregen sollten - solange wir gleichzeitig Unternehmen wie Facebook und Google mit unseren Daten füttern.


Beim Evangelischen Kirchentag in Stuttgart hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zu aktuellen Themen geäußert.

Beim Evangelischen Kirchentag am langen Wochenende in Stuttgart hatte Merkel diese Botschaft an die Gegner der Vorratsdatenspeicherung: "Es darf ja auch nicht so sein: Ich darf allen alles geben, jedem Unternehmen auf der Welt, mein Einkaufsverhalten, mein Kommunikationsverhalten, mein Essverhalten, alles. Aber wenn der Staat dafür, dass er das Leben von 80 Millionen Menschen sichern will, auch mal Informationen braucht, auf die er zugreifen kann, dass man sagt: Dem Staat gebe ich's nicht."

Doch, das darf sein. Das ist sogar nötig. Abgesehen davon, Blog: dass nicht belegt ist, dass der Staat mit der Vorratsdatenspeicherung das Leben von 80 Millionen Menschen sichern kann: Was ich Facebook oder Google gebe, entscheide noch immer ich selbst. Was der Staat sich nimmt, kann ich nicht beeinflussen. Wie er diese Daten interpretiert, erst recht nicht. Daten in der Hand der Onlinekonzerne aus dem Silicon Valley und Daten in der Hand des Staats - das macht also durchaus einen großen Unterschied. Es ist traurig, das nach Jahren der Diskussion immer wieder betonen zu müssen.

Bevor mir die Digitalkritiker aufs Dach steigen: Auch die gewaltigen Datensammlungen in den Händen der Onlinekonzerne sind natürlich ein Problem. Erstens weil staatliche Stellen immer versuchen werden, dort Daten abzugreifen, wie Edward Snowden vor mittlerweile zwei Jahren eindrucksvoll gezeigt hat - und eine gewaltige Datensammlung weckt eben mehr Begehrlichkeiten als viele kleine. Zweitens weil Unternehmen uns als Verbraucher so gut kennen, dass sie uns beeinflussen können - die Onlinekonzerne an die Leine zu nehmen und zu regulieren, ist nach wie vor ein Versäumnis der Politik.

Flugvergleich; Rechte: privat
Je mehr Daten die Unternehmen über uns sammeln, desto durchschaubarer werden wir. Einige Reiseportale zum Beispiel ermitteln, ob sie von einem einfachen Windows-PC oder von einem teures Apple-Gerät geöffnet werden - und passen die Preise an. Ganz unkritisch sollten wir selbstverständlich auch damit nicht umgehen.

Das alles ändert aber nichts an einer Tatsache: Mit dem, was die Onlinekonzerne dieser Welt über uns speichern, ist der Plan für die Vorratsdatenspeicherung schlicht nicht vergleichbar - und Merkels Argument damit ein falsches. Angela Merkel; Rechte: PHOENIX

Sorry, aber ich verstehe die Aufregung um die _zeitlich begrenzte_ Zugriffsmöglichkeit auf rudimentäre Verbindungsdaten nicht wirklich.
JA. Auch das ist "Überwachung". Doch aber nur "auf Anfrage".
Ich habe die Diskussion mit der Kanzlereuse, Lesch und Co. aufmerksam verfolgt!
Und daß der Spruch "Was ich Facebook oder Google gebe, entscheide noch immer ich selbst." Blödsinn ist, weisst Du selbst. Sobald Du diese Dienste nutzt, gibts Du alle erfassbaren Daten für deren Nutzung frei.
Selbst der _gekaufte_ Virenscanner funktioniert nur, wenn die AGBs akzeptiert werden(die die Nutzung der Daten...)
Und die zur Nutzung des Fitnessarmbands nötige Software dto.
Erste "Überwachungstarife" von Kranken- und KFZ-Versicherungen gibt es schon.
Die Aussage des Fraunhofer-Mannes "...bessere Vernetzung. ...die KFZ-Versicherer wollen Online-Fahrzeugdaten..." ist auch nicht besser.
Überwachung total. Prämien nach Fahr- Ess- und Sportverhalten.
DAS geht an mein Leben, mein Geld. Nicht NSA oder Merkel.

Micha am 8.06.15 10:34


Jedes Abgreifen von Daten dient als Begründung für weiteres Abgreifen. Wenn Dumme gar freiwillig Daten weitergeben, dient das als Begründung. Der Datenschützer steht als Depp da. Auch dann, wenn er selbst auf "Datenhygiene" achtet. Nach heutiger Auffassung ist nämlich nicht der Schnüffelstaat paranoid, sondern der Kontrollierte.

Offenbar verschwindet inzwischen jede Hemmung beim Abgreifen von Daten. Auch die absurdeste Idee führt zu keinem Protest. Vielleicht ist manche einzelne Maßnahme allein nicht so schlimm. Aber jede Maßnahme ist ja nur ein kleines Teilstück. Es ist wie bei der Bürokratie oder beim Schilderwald. Was erst mal da ist, bekommt man nicht mehr weg. Aber es wird ganz sicher immer mehr.

Die Vorratsdatenspeicherung ist psychologisch durch. Die Geheimdienst-Spionage ist akzeptiert. Datensammlungen der Wirtschaft sind akzeptiert. Alltagsverhalten soll erfasst werden. Jetzt wird schon Abschaffung des Bargelds diskutiert. Kommt wirklich gar kein Protest?

Bertram in Mainz am 8.06.15 11:04

@Micha: Dass die Datensammlungen von Facebook oder Google mitunter Grenzen überschreiten, möchte ich gar nicht bestreiten. Deshalb schreibe ich ja extra: Es fehlt eine Regulierung, und selbstverständlich ist es wichtig, das Vorgehen dieser Dienste immer auch kritisch zu begleiten. Es bleibt aber für mich dabei dabei: Ich habe die Freiheit, diesen Diensten fernzubleiben, zum einen, indem ich mich nicht anmelde, zum anderen durch anonymes Surfen und andere Maßnahmen. Das alles habe ich im Falle staatlicher Überwachung nicht.

Dennis Horn am 8.06.15 12:34

Zunächst einmal, die relevanten Daten beziehen sich auf die Verbindungs- bzw. Kommunikationsdaten. Die dahinter liegenden persönlichen Daten müßten erstmal ausgelesen und zugeordnet werden. Das kann sinnvollerweise nur im Einzelfall geschehen, wenn Interesse besteht, strafrechtlich relevante Tatbestände aufzuklären. In der breiten Masse sprengt das jegliche zeitlichen Verhältnisse. In sozialen Medien wird täglich ein Seelenstriptease vollzogen, der den riesen Aufschrei gegen die Vorratsdatenspeicherung unverständlich macht. Das was dort jeden Tag auf's Neue preisgegeben und veröffentlicht wird, ist im Grunde schon ausreichend, sich allen Ernstes die Vorratsdatenspeicherung zu ersparen ! Warum ist der Staat immer der personifizierte Feind ? Freiheit muß auch Grenzen haben, sonst mutiert sie zur Anarchie !

Gandalf am 8.06.15 12:45

Zunächst einmal, die relevanten Daten beziehen sich auf die Verbindungs- bzw. Kommunikationsdaten. Die dahinter liegenden persönlichen Daten müßten erstmal ausgelesen und zugeordnet werden. Das kann sinnvollerweise nur im Einzelfall geschehen, wenn Interesse besteht, strafrechtlich relevante Tatbestände aufzuklären. In der breiten Masse sprengt das jegliche zeitlichen Verhältnisse. In sozialen Medien wird täglich ein Seelenstriptease vollzogen, der den riesen Aufschrei gegen die Vorratsdatenspeicherung unverständlich macht. Das was dort jeden Tag auf's Neue preisgegeben und veröffentlicht wird, ist im Grunde schon ausreichend, sich allen Ernstes die Vorratsdatenspeicherung zu ersparen ! Warum ist der Staat immer der personifizierte Feind ? Freiheit muß auch Grenzen haben, sonst mutiert sie zur Anarchie !

Gandalf am 8.06.15 12:46

Zunächst einmal, die relevanten Daten beziehen sich auf die Verbindungs- bzw. Kommunikationsdaten. Die dahinter liegenden persönlichen Daten müßten erstmal ausgelesen und zugeordnet werden. Das kann sinnvollerweise nur im Einzelfall geschehen, wenn Interesse besteht, strafrechtlich relevante Tatbestände aufzuklären. In der breiten Masse sprengt das jegliche zeitlichen Verhältnisse. In sozialen Medien wird täglich ein Seelenstriptease vollzogen, der den riesen Aufschrei gegen die Vorratsdatenspeicherung unverständlich macht. Das was dort jeden Tag auf's Neue preisgegeben und veröffentlicht wird, ist im Grunde schon ausreichend, sich allen Ernstes die Vorratsdatenspeicherung zu ersparen ! Warum ist der Staat immer der personifizierte Feind ? Freiheit muß auch Grenzen haben, sonst mutiert sie zur Anarchie !

Gandalf am 8.06.15 12:46

@Gandalf: Zur Frage der "Einzelfälle" und der "Freiheit", die "Grenzen" haben müsse, habe ich oben schon einen Artikel aus der vergangenen Woche verlinkt: http://wdrblog.de/digitalistan/archives/2015/05/lugen_fur_die_vorratsdatenspei.html. Nutzern sozialer Netzwerke pauschal Seelenstriptease vorzuwerfen, zeugt aus meiner Sicht vom Unverständnis eines großen Teils des Geschehens dort.

Dennis Horn am 8.06.15 12:52

@Gandalf: Wer Google oder ähnliches nutzt, entscheidet selber, ob er diese Dienste nutzt. Was Sie nicht sagen: Der Staat sammelt ALLE Daten über seine Bürger. Ohne dass der Bürger sich dagegen wehren kann, und dann auch noch auf Kosten des Bürgers.
Sie, Gandalf, geben uns allen, da sie das so wollen, Ihre Kontonummer, Ihre Geheimzahl, Ihre TANs, Ihre Kreditkartennummer, die Prüfzahl dazu, Ihre Steuernummer, Ihre KV-Nummer. Denn diese Daten landen dank der der Bundesregierung in den Händen der Kriminellen, denen die Bundesregierung diese Daten geben will.
Und sie geben auch falsches Zeugnis mit ihrer Behauptung, Daten würden angeblich nur zeitweise gespeichert. Das ist eine glatte Lüge. Alle unsere Mails, alle Telefonate, alle Webseiten, alle Orte an denen wir sind werden für alle Ewigkeit gespeichert. Wenn Sie das Gegenteil glauben, haben Sie entweder nicht die Geringste Ahnung von dem, was Sie auswerfen, oder Sie werden für ihr Auswürfe bezahlt.

Thomas Berscheid am 8.06.15 14:07

@Gandalf: Freiheit muss Grenzen haben? Dann gehen Sie doch zu ihrem Freund Putin. Oder gehen Sie nach Nordkorea und feiern Sie dort die Superfreiheit.
Sie haben die Freiheit, Ihre Absonderungen hier frei zu äußern. Sie wollen also die Freiheit vernichten, sie Sie hier ausnutzen.
Wir warten auf Ihre Kreditkartendaten. Und außerdem schreiben Sie hier bitte ins Forum, welche Telefonnummern Sie in den letzten 20 Jahren gewählt haben. Und posten Sie hier den gesamten Browserverlauf Ihres Lebens.
Ich sehe gerade... Sie waren vor ein paar Tagen in der Nähe eines Polizeieinsatzes. Sie haben sich also eines Verbrechens schuldigt gemacht. Ihrer Logik nach, wenn man das glauben sollte.

Thomas Berscheid am 8.06.15 14:15

@Micha: Ich nutze Facebook und Konsorten nicht, nicht einmal einen Virenscanner. Muss ich trotzdem meine Daten vom Staat stehlen lassen? Diese ganze Vorratsdatenspeicherung bringt doch allem Anschein nach sowieso nichts. Und nur auf Abfrage? Wenn demnächst die Behörden die Gerichte mit Abfragen nur so zuschütten, werden die zum Selbstschutz eh alles durchwinken. Was spricht bitte dagegen ordentliche Ermittlungsarbeit zu leisten?

pat am 8.06.15 14:51

@Gandalf: Sie können sich ja einem Seelenstriptease unterziehen, ich nicht! Und wenn das was dort überall kursiert doch ihrer Meinung nach reicht, warum greift der Staat dann nicht da ab. Das kann er von mir aus tun. Da wird er über mich nichts finden. Ich habe ein Recht auf Privatspähre. Wann ich mit wem wie lange telefonieren oder wann ich im Internet bin und was ich dabei schaue, geht den Staat verdammt noch mal nichts an.

pat am 8.06.15 14:56

Betr. Seelenstriptease. Wenn ich z.B. über einen ehemaligen Antwalt aus Syrien in den Medien lese, dass er vor lauter Angst um sein Leben aus Syrien flüchtet und seine verzweifelte Fluchtwege mittels Whatsapp/facebook dokumentiert, um der Welt mitzuteilen wie schrecklich es in seinem Land zugeht, dass Menschen flüchten müssen, dann muss man schlußfolgern, dass Menschen in Not auf ihr Dilemma aufmerksam machen wollen/müssen und Whatsapp und facebook ihre Nutzen haben. Es fragt sich, wie man wieder Ordnung und Frieden in Länder wie Syrien herstellt.

LiFe am 8.06.15 17:30

Das komplette Transkript der Merkel Diskussion vom 5.6.2015:

Kanzlerin Merkels Auftritt auf der heutigen Diskussionsveranstaltung des Stuttgarter Kirchentages (“Schöne digitale Welt – die Zukunft unseres Lebens”) dürfte so manche Christen zutiefst beunruhigt haben. Der Terrorismus könnte jeden der 80 Millionen Menschen in diesem Land schon morgen treffen. Deswegen müssen wir den Amerikanern noch bis zur Sommerpause Zeit geben für die Entscheidung, ob das deutsche Parlament die illegale Kooperation des BND mit der NSA im Zusammenhang mit Industriespionage, Bespitzelung von Institutionen und Politikern, der millionenfachen Übermittlung von Metadaten, anhand der sogenannten Selektorenlisten aufklären darf oder nicht.

https://machtelite.wordpress.com/2015/06/05/terrorgefahr-merkel-versetzt-kirchentagsbesucher-in-angst-und-schecken/

Bob Roberts am 8.06.15 19:30


@Dennis Horn am 8.06.15,12:52:
Der Link funktioniert so nicht. Der Grund ist winzig, führt aber zu einer Fehlermeldung. Der Punkt am Satzende wurde von der "schlauen" Software zum Link dazu genommen. Ohne Punkt funktioniert der Link:
http://wdrblog.de/digitalistan/archives/2015/05/lugen_fur_die_vorratsdatenspei.html

Bertram in Mainz am 8.06.15 23:13

Ein weiterer Unterschied zwischen der Datenabgabe an den Staat und der Datenabgabe an Unternehmen: Unternehmen wollen unser Geld. Sie haben anders als die staatlichen Behörden kein natives Interesse daran, illegales oder abweichendes Verhalten anzuklagen oder zu verfolgen.
Amazon, Google oder Facebook können einen nicht daran hindern eine Grenze zu überqueren. Amazon, Google oder Facebook betreiben auch keinen Polizeidienst, der einen zuhause besuchen kommt, wenn in den Daten "Verdächtiges" erkannt wird.

vCjK am 9.06.15 8:22

Ein weiterer Unterschied zwischen der Datenabgabe an den Staat und der Datenabgabe an Unternehmen: Unternehmen wollen unser Geld. Sie haben anders als die staatlichen Behörden kein natives Interesse daran, illegales oder abweichendes Verhalten anzuklagen oder zu verfolgen.
Amazon, Google oder Facebook können einen nicht daran hindern eine Grenze zu überqueren. Amazon, Google oder Facebook betreiben auch keinen Polizeidienst, der einen zuhause besuchen kommt, wenn in den Daten "Verdächtiges" erkannt wird.

vCjK am 9.06.15 8:23

Ein weiterer Unterschied zwischen der Datenabgabe an den Staat und der Datenabgabe an Unternehmen: Unternehmen wollen unser Geld. Sie haben anders als die staatlichen Behörden kein natives Interesse daran, illegales oder abweichendes Verhalten anzuklagen oder zu verfolgen.
Amazon, Google oder Facebook können einen nicht daran hindern eine Grenze zu überqueren. Amazon, Google oder Facebook betreiben auch keinen Polizeidienst, der einen zuhause besuchen kommt, wenn in den Daten "Verdächtiges" erkannt wird.

vCjK am 9.06.15 8:24

Ein weiterer Unterschied zwischen der Datenabgabe an den Staat und der Datenabgabe an Unternehmen: Unternehmen wollen unser Geld. Sie haben anders als die staatlichen Behörden kein natives Interesse daran, illegales oder abweichendes Verhalten anzuklagen oder zu verfolgen.
Amazon, Google oder Facebook können einen nicht daran hindern eine Grenze zu überqueren. Amazon, Google oder Facebook betreiben auch keinen Polizeidienst, der einen zuhause besuchen kommt, oder gar festnimmt, wenn in den Daten "Verdächtiges" erkannt wird.

vCjK am 9.06.15 8:37

Ein weiterer Unterschied zwischen der Datenabgabe an den Staat und der Datenabgabe an Unternehmen: Unternehmen wollen unser Geld. Sie haben anders als die staatlichen Behörden kein natives Interesse daran, illegales oder abweichendes Verhalten anzuklagen oder zu verfolgen.
Amazon, Google oder Facebook können einen nicht daran hindern eine Grenze zu überqueren. Amazon, Google oder Facebook betreiben auch keinen Polizeidienst, der einen zuhause besuchen kommt, oder gar festnimmt, wenn in den Daten "Verdächtiges" erkannt wird.

vCjK am 9.06.15 8:38

Ein weiterer Unterschied zwischen der Datenabgabe an den Staat und der Datenabgabe an Unternehmen: Unternehmen wollen unser Geld. Sie haben anders als die staatlichen Behörden kein natives Interesse daran, illegales oder abweichendes Verhalten anzuklagen oder zu verfolgen.
Amazon, Google oder Facebook können einen nicht daran hindern eine Grenze zu überqueren. Amazon, Google oder Facebook betreiben auch keinen Polizeidienst, der einen zuhause besuchen kommt, oder gar festnimmt, wenn in den Daten "Verdächtiges" erkannt wird.

vCjK am 9.06.15 10:27

Sorry für den Spam, hatte nicht gesehen dass die Übermittlung geklappt hat #internetimzug

vCjK am 9.06.15 10:32

@Dennis
Wenn Du der Diskussion (aus sicherhaltsweise mehrfach abgesendeten? Beiträgen einzelner Paranoiker) überhaupt noch gefolgt bist...
Das Wissen um die sogenannte Vorratsdatenspeicherung scheint arg begrenzt und emotional belastet zu sein.
Und DU kannst doch auch nicht immer anonym unterwegs sein.
Als Netz-Junkie kaufst Du bestimmt bei diversen Anbietern im Netz. Die wollen echte Adressen. Keine Fakes über diverse Proxis. Und über nachvollziehbare Wege auch ihr Geld.
Und die machen alle nur Geschäfte mit Dir, wenn Du deren AGBs zustimmts.
Und damit der Nutzung Deiner Daten.
Wieviel Entscheidungsfreiheit hast Du also wirklich?
Zieh den Stecker. Verlass das Netz.
DAS will doch aber Niemand.
Außer vCjK, Bob, pat, LiFe, Thomas und Bertram. Die bestellen Nix übers Netz und bezahlen auch ihren Internetzugang nur in Bar ;-)
Benutzen keine Kreditkarten, bezahlen niemals mit ec-Karte und besitzen auch keine deutschlandpaybackundtausendanderer Rabattkarten.

Micha am 9.06.15 11:08

@Dennis Teil2
Hierzulande ist man eben ein wenig paranoid.
Ich denke da auch gerade an Tante Googles Street-View.
Der "Deutsche" sieht sich zwar über diesen Dienst gern mal das geplante Urlaubsziel an...
Hat aber ein Problem damit, wenn das ein Anderer mit seinem Wohnumfeld tut.
Die Diskussionen waren endlos.
Und die Ergebnisse sind DER Brüller.
Am Wohnort meiner Eltern liessen sich Balkons und Fensterfronten eines "Wohnsilos" verpixeln. Obwohl die sich durch nichts von der öden, langweiligen Nachbarschaft unterscheiden.
Und meine ehemalige Berliner Wohnadresse ist noch besser.
Gibt man die bei Google ein, kann man per Street-View den Anblick einer Pixel-Show geniessen...
die auch unverpixelt keine Persönlichkeitsrechte verletzen würde.
Aber über die Seite der Hausverwaltung, die Lofts mit Spreeblick in diesem Gebäudekomplex vermietet, gibts nicht nur den "Straßenanblick", sondern den Rundum-View. Natürlich vollkommen unverpixelt.

Freiheit und Selbstbestimmung geht anders!


Micha am 9.06.15 12:00

Der Unterschied zwischen einvernehmlichen und gewaltsamen Sex sollte der Bundeskanzlerin bekannt sein, sprich, wenn ich meine Daten an ein Unternehmen freiwillig verkaufe (häufig heißt deren Gegenleistung "gratis"), ist es meine freie Entscheidung, wenn aber jemand bei mir einbricht und mir meine Daten stiehlt, dann ist es noch eine strafbare Handlung. Merkel will den Staat zum legalen Dieb machen!

generatoren am 10.06.15 8:26

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Samstag, 06.06.2015

Mont Blanc in 350 Gigapixel

Mont Blanc? Richtig: Das ist der höchste Berg Europas. Doch wie sieht es da aus? Nicht jeder schafft es auf den Gipfel oder in die Nähe des Bergs. Macht aber nichts, denn der italienische Fotograf WWW: Filippo Blengini hat mit einem internationalen Team eine Panoramaaufnahme des Mont Blanc gemacht. Stolze WWW: 365 Gigapixel Auflösung bieten verblüffende Einblicke. Man kann mitunter endlos zoomen - und das Bild bleibt trotzdem scharf.

Der Montblanc in 365 Gigapixel; Rechte: Filippo Blengini
Der Montblanc in 365 Gigapixel

Die Aufnahme besteht aus Sage und Schreibe 70.000 EInzelbildern, die innerhalb von 35 Stunden mit hochauflösenden Kameras aufgenommen und später montiert wurden. Wer wissen will, wie die Aufnahme entstanden ist, schaut sich am besten das Making Of Video an. Alle anderen genießen einfach die Aussicht. Man kann nicht nur den Gipfel heranzoomen, sondern auch eine virtuelle Tour unternehmen - ohne zu frieren.


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Freitag, 05.06.2015

Wenn Onlinedienste in Fotos gucken

Alle, die schon mal ihren Teller vor sich auf dem Tisch mit dem Smartphone fotografiert und die Aufnahme anschließend bei Facebook oder sonstwo hochgeladen haben, bitte Hand hoch! Wusste ich es doch: Fast jeder ist schon mal schwach geworden und hat sein Essen gepostet (vor allem, wenn es schick und ungewöhnlich aussieht), bei Facebook, Google+, Instagram, flickr oder wo auch immer. Foodporn nennt sich diese spezielle Form des Exhibitionismus. Wir zeigen her, was wir essen. Google stellt jetzt tatsächlich einen Im2Calories genannten Dienst vor, der die Kalorien aller im Foto gezeigten Lebensmittel zählen und in einem Tagebuch speichern soll.

Foodporn: Lebensmittel werden gerne fotografiert; Rechte: WDR/Schieb
Foodporn: Lebensmittel werden gerne fotografiert


Wie viele Kalorien liegen denn da?
Andere Apps, die Kalorien in einem Bild zählen, gibt es schon länger - und sie funktionieren nicht besonders gut. Aus vielen Gründen. Weil man nur schwer erkennen kann, was auf dem Teller liegt - und erst recht nicht sagen kann, ob Butter in der Sauce ist oder nicht (nur als Beispiel). Schwierig auch, die richtigen Mengen abzuschätzen, die auf dem Teller liegen. Trotzdem nimmt sich Google vor, dieses Problem nun (angeblich besser) zu lösen. Warum wohl? Um uns einen weiteren nützlichen Service anzubieten? Nein - sondern um seine Algorithmen zu schulen.

Das Blog: neue Google Fotos zeigt, was Google schon alles kann. Hochgeladene Fotos werden genau analysiert. Wenn GPS-Daten im Foto sind, weiß Google genau, wo wir fotografiert haben - und wann. Das ermöglicht schon detailreiche Bewegungsprofile. Doch Google Fotos kann mehr als das. Der Fotodienst erkennt auch, was in den Fotos abgebildet ist. Die Fotos werden sogar unterteilt in Kategorien wie Essen, Autos, Berge, Strand, Menschen, Kinder, Boote, Ski fahren, Hunde.

Google Fotos erkennt bereits teilweise, was in Foto zu sehen ist; Rechte. WDR/Schieb
Google Fotos erkennt bereits teilweise, was in Foto zu sehen ist


Wenn Algorithmen alles erkennen
Das klappt schon erstaunlich gut. Und es dürfte erst der Anfang sein. Google will seine Algorithmen sehend machen. Die Programme sollen alles erkennen können. Personen zum Beispiel (das klappt heute schon ganz gut, wird aber für die Öffentlichkeit nur bedingt freigegeben). Schon bald werden sicher auch berühmte Gebäude erkannt. Golden Gate Bridge, London Tower, Eiffelturm, dann vielleicht Plätze, Kunstwerke und Berühmtheiten. Alles nur eine Frage der Rechen-Power - und die nimmt von Jahr zu Jahr zu.

Man wird sich in Zukunft also noch besser überlegen müssen, ob man Fotos in die Cloud lädt. Denn längst können Googles Algorithmen (und vermutlich bald auch die anderer Onlinedienste) nicht nur Texte lesen, sondern auch in Bildern alles Mögliche erkennen. Man gibt dadurch - ungewollt - deutlich mehr von sich preis, als man denkt. Man zeigt, wen man kennt, wen man trifft - und vieles mehr. Man muss davon ausgehen, dass Geheimdienste wie die NSA über solche Verfahren schon verfügen. Oder bald verfügen werden, dann natürlich nur zu unser aller Sicherheit.

Wie bereits mitgeteilt, gibt es keine Clouds, sondern Google-Server. Anscheinend hat Schieb keinen Bock, die Fakten beim Namen zu nennen.

Man möchte übrigens kaum glauben, wie Leute sich früher ohne Fotos, Internet und Kalorien-Apps ernährt haben. Man stellt aber fest, dass diese heute alle im Alter von ca. 90 Jahren im Pflegeheim hocken. Sie sind daher wohl OHNE alt geworden.

Win-Nutzer am 7.06.15 13:47

Die Datenkraken haben das Wort "Wolke" bewusst eingesetzt, weil Menschen damit was Nettes, was Harmloses, was Positives verbinden. Man sollte das Wort Cloud daher meiden. Es verfälscht das Bild. Ich erwarte hier, sich daran zu halten.

Cord am 7.06.15 14:25

Weiß gar nicht, warum ihr auf den armen Schieb hier so einprügelt. Das mit der Cloud ist die vollkommen richtige Bezeichnung (weil er nicht nur von Google, sondern auch von anderen Diensten spricht).

Und Cloud empfinde ich auch nicht als Propagandabegriff, sondern als recht zutreffend. Bei einer Wolke weiß ich auch nicht, wo der Tropfen Regen war, bevor er mich an der Nase getroffen hat. Ich weiß nur, dass der Regen aus der Wolke kam. So ist es auch mit den Daten: Wo sie (physisch) gespeichert werden, weiß ich nicht.

Christian Müller am 7.06.15 15:49

Der "arme Schieb" ist nicht arm, sondern hat sich im WDR schon siebenstellige Euronen verdient, Gebührengelder wohlgemerkt.

Cloud ist eine Wolke. Eine Wolke ist kein Server!

Werden diese Krakenserver hier weiter als Wolken verharmlost, wird sich der Presserat darum kümmern.

Cord am 7.06.15 15:55

kreative Menschen, die Ideen entwickelt haben können nie über ihre Projekte schwätzen. Über Essen & Trinken unendlich!

LiFe am 7.06.15 16:38

Akif Pirincci: "Deutschland von Sinnen".

V. Mit dem Arschloch sieht man besser.
(Ab Seite 155)

Wie man sich mithilfe des öffentlich rechtlichen Rundfunks die Taschen voller Kohle besorgt.

Cord am 7.06.15 16:46

Selbsternannte Hunde-Experten, Koch-Experten, Internet-Experten und so weiter, versauen unsere Sender. Sie kotzen ihre Meinung ungebremst in die ör-Sender rein. Sie zocken unsere Gebührengelder ab in Millionenhöhe pro korrupten Kopf für ihren Hirnmüll, langweilige Sendungen und Scheiße der untersten Schublade.

Das lassen sich die GebührenzahlerInnen nicht mehr bieten!

Es gibt ein ÖR-Watch! Wir beobachten Euch und stellen online, was Ihr abzockt, immer dieselben Idioten, immer dieselben Typen tauchen da auf mit der Dauerkarte des Gebührenabzockens und Dauerkarte in allen unterirdischen Talksendungen, Ratesendungen für Debile und anderen Mist.

Es reicht!!!!!!!!!

Cord am 7.06.15 16:57

Marcel Becker-Neu, Marc Schießer und Pia Slomczyk.

Schaut Euch diese Pisser mal an! Wohlgelaunte, gestellte Fotos der ach so tollen Macher. Langweilige Scheiße! So leicht durchschaubar ist der Mist.

Ekelhaft.

Cord am 7.06.15 17:02

Der WDR ist die Stalinorgel der ARD. Hier bekommt jeder seinen Sendeplatz, wenn er Frau, schwul, frigide oder zumindestens als was auch immer verkleidet ist. Am besten als Lesbe mit drei Schwänzen und vier Vaginas nebst Bart.

Beobachter am 7.06.15 17:25

Und ich nehme mein Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung wahr, in dem ich schreibe, sowas zum Kotzen zu finden.

Schönen Sonntag!

Cord am 7.06.15 17:31

Hm, komisch.
Ich dachte, wir würden hier über Fakten diskutieren und ob es Propaganda ist, wenn eine Firma ihre Server als "Cloud" vermarktet.
Wusste nicht, dass es statt dessen um den öffentlich rechtlichen Rundfunk und eine Neid-Debatte geht...

Christian Müller am 7.06.15 22:55

"Man wird sich in Zukunft also noch besser überlegen müssen, ob man Fotos in die Cloud lädt."
(1) Die Kritik am Begriff Cloud in ÖRM ist nachvollziehbar: Es ist ein verharmlosendes Wort - mit "google" / "facebook" server farmen (auch so ein "schönes" Wort wäre es wohl nicht so einfach gewesen, die Menschen dahin zu bringen ihre Leben hochzuladen. (oder : abzuladen ?). An "Clouds" ist nichts wolkig.
(2) ??"... besser überlegen ..."?? Mit den zuvor -sehr zurückhaltend - geschilderten Fähigkeiten und Interessen der Mit- bzw Gegenspieler fehlt mir die Fantasie, warum jemand überhaupt Bilder und andere Dokumente des PRivatlebens in diese Netzwerke und Datenbanken hochlädt? Das Bedürfnis nach Veröffentlichung kann man mit dem eigenen PC erfüllen. Und behält die Kontrolle - soweit das überhaupt geht. Die Schlussfolgerungen für Menschen, die weiterhin in einer Demokratie leben wollen MUSS lauten: Nichts mehr hochladen. PUnkt.
(3) Darf ein ÖR-Redakteur diese Schlußfolgerung ziehen?

K_Ostwald am 8.06.15 15:06

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