Montag, 25.08.2014

Wenn die Welt dieselbe Musik hört

Der Streamingdienst Spotify hat ein spannendes Experiment online gestellt: WWW: Serendipity - eine Website, die zeigt, wo auf der Welt zwei Menschen zur selben Zeit den selben Song hören. Laut Spotify gibt es jede Sekunde zehn solcher Paarungen, egal ob es sich um völlig verquere Free-Jazz-Nummern oder den aktuellen Song von David Guetta handelt.

Serendipity; Rechte: Spotify
"Cool Kids" von Echosmith läuft gleichzeitig in Wolfeboro in New Hampshire und im kleinen Ort Sandy in den Südstaaten.

Serendipity wechselt alle paar Sekunden den Song und die damit verbundenen Orte und spielt wechselweise Musik, die nur in bestimmten Regionen angesagt ist - oder solche, die weltweit beliebt ist. Damit bin ich schnell auch auf ganz neue Musik gestoßen, die ich noch nicht kannte - besser als jeder Algorithmus, der mir eh immer nur dasselbe liefert.

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Montag, 25.08.2014

Die Kettensägen-App

Der Sound einer Kettensäge! Da kreischt es doch direkt im Kopf. Blöd nur, dass da, wo das Kreischen als Alarmsignal wichtig wäre, einfach zu wenig Köpfe sind. In unseren Regenwäldern. Südamerika, Afrika, Indonesien - da, wo laut Studie von Interpol und UNEP WWW: 50 bis 90 Prozent Holz illegal abgeholzt werden. Das merkt keiner, beziehungsweise erst über Satellitenbilder und dann ist es schon zu spät. Das Startup WWW: Rainforest Connection ändert das gerade. Mit alten Handys.

rainforestconnection-grafik.jpg Grafik: Rainforest Connection

Wie? Alte Smartphones werden umgebaut - sie bekommen eine Ladung Solarzellen und eine wasserdichte Hülle - und werden in Bäume gehängt. Die Smartphones hören dann den Regenwald ab, reagieren auf Kettensägengeräusche und schlagen über App Alarm.

WWW: Das erste Pilotprojekt in Sumatra ist gut gelaufen. Schon am zweiten Tag haben die Rainforest Connection-Leute illegale Baumfäller geschnappt. Jetzt möchte Erfinder WWW: Topher White aus San Francisco ein größeres in Afrika starten. WWW: Und auch in Brasilien besteht anscheinend Interesse. Ende 2014 will die Organisation außerdem eine App rausbringen, über die wir alle uns den Regenwald-Sound per Stream nach Hause holen können.

Finanziert wurde das Ganze über die Crowfunding-Plattform Kickstarter. WWW: 2.844 Spender haben 167.299 Dollar gegeben.

Ein spannendes Projekt! Lohnt sich, es weiter im Auge zu behalten.

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Montag, 25.08.2014

Meine Waschmaschine verschickt jetzt SMS

Gestern Abend war es wieder soweit: Das Handy vibriert und die SMS kommt, trotz angezeigter US-Telefonnummer, direkt aus meinem Keller, von der Waschmaschine:

SMS auf einem Mobiltelefon; Rechte: WDR/Ohrndorf Meine Waschmaschine simst jetzt - von einer US-Nummer aus.

"Wo ist denn da der Vorteil?" - das fragen sich jetzt aber nur diejenigen, deren Waschmaschine in der Wohnung steht, bei mir steht sie im Keller. Um festzustellen, ob die Maschine fertig ist, musste ich bislang zwei Treppen runter gehen, zwei Türen aufschließen und lag beim Timing oft genug daneben. War ich zu früh, war es ein sinnloser Gang, war ich zu spät, hatte die Wäsche manchmal schon angefangen zu müffeln - das besonders dann, wenn ich die Maschine am Abend vergessen hatte und erst am nächsten Tag ausgeräumt habe. Das alles passiert jetzt nicht mehr, denn jetzt bekomme ich eine SMS wenn die Maschine fertig ist.

Intelligente Steckdose überwacht die Waschmaschine

Die Waschmaschine musste ich dafür nicht austauschen, eine intelligente Steckdose hat das Problem gelöst. Nachdem ich die Maschine gestartet habe, überwacht die Steckdose fortlaufend den Stromverbrauch. Ist das Waschprogramm beendet, schaltet die Maschine in ihren Standby-Modus und verbraucht somit deutlich weniger Strom, als im laufenden Betrieb. Sobald die Steckdose das bemerkt, löst sie den Versand der SMS aus.

Praktisch lässt sich das ganze auf verschiedene Wege lösen, im WWW: MeinTechBlog hatte ich dazu Anfang des Jahres mal eine ausführliche Anleitung gelesen, Autor Jörg Hofmann beschreibt seinen Lösungsweg dort allerdings schon selbst als "etwas aufwändiger" - mir war das damals zu kompliziert. Inzwischen geht das ganze auch etwas einfacher, wenn auch nicht so individuell konfigurierbar.

So hab ich das ganze gelöst

Screenshot der Verbrauchsanzeige; Rechte: WDR/Ohrndorf Die Steckdose überwacht den Stromverbrauch.

1. Eine intelligente Steckdose aus der Fritz-Serie von AVM überwacht bei mir die Leistung der Waschmaschine. Zunächst habe ich die Maschine einmal komplett durchlaufen lassen, um zu sehen, wie sich die Leistungsaufnahme mit der Zeit entwickelt. Im Betrieb sank der Wert nicht unter 3,4 Watt, im Ruhezustand auf etwa ein Watt.

2. In der Oberfläche des zugehörigen Routers kann ein Schwellenwert definiert werden, ab dem die Steckdose automatisch ausgeschaltet wird. Ich habe dort eingetragen, dass die Dose abgeschaltet wird, wenn die Leistungsaufnahme für fünf Minuten unter 2 Watt sinkt. Damit habe ich (hoffentlich) auch alle Ruhepausen in den vielen Spezialprogrammen der Waschmaschine abgedeckt.

3. Im Router kann man weiterhin definieren, dass bei jedem Schaltvorgang der Steckdose eine E-Mail an einen vordefinierten Empfänger geschickt wird. Bei mir geht diese Mail an den Dienst IFTTT (Jörg hatte IFTTT schon mal Blog: ausführlich vorgestellt). Dort habe ich ein "Rezept" definiert, dass mir eine SMS mit dem Inhalt "Die Waschmaschine ist fertig und möchte ausgeräumt werden!" schickt, sobald eine Mail von der Steckdose ankommt.

Screenshot IFTTT; Rechte: WDR/Ohrndorf Mein Rezept für den Waschmaschinenalarm

Das ganze funktioniert gut, aber noch nicht perfekt. Leider kann man die Steckdose noch nicht so konfigurieren, dass sie einfach beim Unterschreiten des Schwellenwertes eine Mail verschickt, ohne den Strom ganz abzuschalten. Sollte die Waschmaschine mal eine Fehlermeldung anzeigen, werde ich die nicht sehen, weil ich erst hinzukomme, wenn die Steckdose den Strom schon gekappt hat. Ich hoffe, dass AVM da in künftigen Firmware-Updates noch ordentlich an Konfigurationsmöglichkeiten nachlegt.

Gute Idee,,,So eine Steckdose habe ich auch noch hier rumliegen.

Trollolo am 25.08.14 10:32

Da stell ich mir lieber schnell und billig den countdown an meinem smartphone ein!

Klaus am 25.08.14 11:58

Nunja, heißt es nicht bei Loriot so treffend "Eine Hausfrau hat das im Gefühl"?
Meine WaMa steht auch im Keller, zeigt mir aber zu Beginn des Programms die Restlaufzeit im Display an. Die rechne ich jetzt im Kopf (also ganz ohne App & co. :)) auf die aktuelle Uhrzeit und voila ... ich verpasse das Ende nicht :)

Kai am 25.08.14 12:12

Meine Maschine zeigt das leider nicht an. Die Timer-Lösung habe ich auch mal probiert, aber die Maschine hat so viele verschiedene Programme und passt die Länge des Programms auch teilweise noch flexibel nach irgendwelchen Kriterien an, das hat nie so richtig gepasst.

Gleichzeitig ist aber natürlich auch klar: Das ist nur eine Spielerei und ein nettes Beispiel, was man so alles zusammenschalten kann. Es löst aber tatsächlich bei mir persönlich ein (sehr kleines) Problem.

David Ohrndorf am 25.08.14 12:26

Hallo, ich kenne die AVM-Steckdose nicht. Wie kommt die Email bzw. SMS ins Netz? Braucht man neben der Waschmaschine einen LAN-Anschluss? Braucht die Steckdose eine SIM-Karte? Wird die Steckdose über eine LAN-über-Stromnetz-Brücke an einen Route engeschlossen?

Herbert Kaiser am 25.08.14 15:42

Wer nicht in der Lage ist einen ganz normalen Wecker mit der Laufzeit der WaMa einzustellen, braucht so etwas natürlich.

antonia am 25.08.14 16:10

Die Steckdose (um genau zu sein: Es ist eine so ein kleiner Kasten, der in die Steckdose gesteckt wird, aber wiederum eine eigene Steckdose enthält, so dass Geräte daran angeschlossen werden können) ist per DECT (Das ist der Funkstandard, der auch für mobile Festnetzgeräte verwendet wird) mit dem Router (eine Fritzbox) verbunden. Wenn die Waschmaschine fertig ist, erkennt das die Steckdose und löst an der Fritzbox aus, dass eine E-Mail geschickt wird, die Mail könnte ich auch einfach an meine normale Mailadresse schicken lassen. Ich lasse sie aber an den Online-Dienst IFTTT schicken, der durch die E-Mail ausgelöst, dann kostenlos eine SMS schickt.

David Ohrndorf am 25.08.14 17:28

Ich mache so etwas ähnliches, indem ich den Hausstromzähler auslese (Link v. d. Red. entfernt) und davon abhängig Schaltvorgänge auslöse. Für einzelne Steckdosen suche ich noch ein System, dass "offen" ist (Fritz- oder HomeMatic-Sensoren/Aktoren sind, soweit ich weiß, immer von ihrer jeweiligen Basisstation/CCU abhängig).

Charly am 25.08.14 18:50

Nö, nach der Sinnhaftigkeit fragen nicht nur diejenigen, deren WaMa in der
Wohnung steht sondern ziemlich jeder, halbwegs intelligente, haushaltskonfirme Mensch. Als Mensch, der seinen Kram alleine wuppt,
weiss ich aus Erfahrung, welches Programm meiner WaMa wie lange läuft.
Da reicht ein Blick auf die Uhr und ich weiss, wann ich mich ungefähr in den
Keller begeben kann. Frisch gewaschene Wäsche "müffelt" auch nicht so
schnell, die kann man getrost auch mal nach dem Waschen 24 Std. in der
Maschine belassen - da "müffelt" nix! Auch dies weiss der haushaltskonfirme
Mensch - aber offensichtlich nicht der " Technik- freak", der sich das Leben
via SMS aus der Hand nehmen lässt. Von daher: Flüssiger als Wasser
dieser "Tipp"!

Willy am 25.08.14 19:50

"Wo ist denn da der Nachteil?" - das fragen sich jetzt aber nur diejenigen, die ihr Handy ständig am Körper tragen. Auch auf dem Klo und unter der Dusche. Achja, und natürlich auch nur die, die überhaupt eins besitzen und auch einen entsprechenden Vertrag vorher abgeschlossen haben. Samt Bonitätsprüfung. Und die natürlich alle paar Monate mit jedem neuen Handy mehrere Wochenenden ihres Lebens opfern, um durch die neue "intuitive" Menüführung durchzusteigen. Damit beim simplen Versuch, zu erfahren, welche wichtige Haushaltsmaschine da gerade ein Bedürfnis hat, nicht versehentlich der Klingelton lauter gestellt oder eine SMS an die nächste Notrufstelle gesendet wird.
Und programmieren natürlich auch nicht vergessen. Damit die Maschine auch weiß, wer in den Genuß dieser unglaublich wichtigen Sondermeldung kommen darf.

Ich gehe einfach nach der Zeit, die die Maschine halt braucht, in den Keller und räume aus. Und habe im gleichen Moment einen ganzen Jahresurlaub gespart.

Nonsens, das...

Gert am 25.08.14 21:54

Ich finde dies ist eine geniale Idee, die einfach nur zeigt was möglich ist und was mit ein wenig Phantasie umsetzbar ist. Das noch nicht alles perfekt ist, zeigt doch das wir uns weiterentwickeln und dem Fortschritt eine Chance geben.
Als es noch keine Waschmaschinen gab und die ersten praktischen Erfahrungen gesammelt wurden, gab es genauso wie bei den Kommentaren zu lesen ist, die Leute die gesagt haben "Wozu braucht man eine Waschmaschine das hat bislang auch ohne technische Hilfe funktioniert", oder das Auto ist ein gutes Beispiel, wer kein technisches Helferlein in seinem Auto (sofern vorhanden) hat, der werfe den ersten Stein. Oder, wer benötigt wirklich einen PC, Smartphone, etc, mit Internetanschluß (z.B. für die Kommentare), ging das früher nicht auch alles ohne.
Also, warum muss man alles negativ sehen und Menschen Kompetenz abschreiben, wenn etwas Neues oder Ungewöhnliches ausprobiert und möglicherweise durch Erfahrungen weiterentwickelt wird?

Blauer Klaus am 26.08.14 5:05

Hehe,
cooler Artikel und danke fürs Verlinken auf meinen Blogpost! Habe meine Konfiguration mittlerweile auch weiter ausgebaut, so dass mir die Waschmaschine bzw. der Trocker beim Programmende auch gleich noch die entstandenen Kosten per Push übermittelt. Wen es interessiert, kann gerne unter http://www.meintechblog.de/2014/02/homematic-funk-steckdose-mit-leistungsmessung-dein-trockner-ist-fertig-0-31-eur/ nachlesen. Grüße Jörg

Jörg am 26.08.14 7:50

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