Donnerstag, 20.02.2014

Das anonyme Netz - ein Phantom

Die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden reißen nicht ab: Der britische Geheimdienst GCHQ hat offenbar gezielt Leser der Enthüllungsplattform WWW: Wikileaks überwacht. In Echtzeit sollen IP-Adressen und Suchbegriffe gesammelt worden sein, über die Besucher auf der Wikileaks-Seite landeten. Solange User keine Anonymisierungs-Software wie etwa WWW: Tor verwenden, kann durch das Auslesen einer IP-Adresse und der Zusammenführung mit anderen Daten eine Person identifiziert werden. Eine geheime Präsentation des Nachrichtendienstes aus dem Jahr 2012 zeigt eine Tracking-Software, mit der die Webseiten-Aufrufe analysiert werden können. Aus Unterlagen des Informanten Edward Snowden wurden dazu Dokumente auf der Website WWW: „The Intercept" veröffentlicht.

Screenshot von The Intercept; WDR/The Intercept
Auf der Website "The Intercept" können von Edward Snowden enthüllte Dokumente teilweise direkt eingesehen werden

Doch so alarmierend diese Enthüllung auch ist, so wenig dürfte sie uns eigentlich überraschen. Denn über die Plattform Wikileaks wurden bereits mehrfach geheime Dokumente der US-Regierung veröffentlicht. Da liegt es nahe, dass westliche Geheimdienste sich für Macher und Besucher einer solchen Seite besonders interessieren. Unter anderem benutzte der britische Geheimdienst laut der veröffentlichten Dokumente in Zusammenarbeit mit der NSA das weit verbreitete Open-Source-Tool WWW: Piwik. Beim GCHQ bekam es den Codenamen „Anticrises Girl".

Im Gegensatz zu Webseiten-Betreibern, die die Aufrufe ihrer eigenen Angebote verfolgen, nutzte der britische Geheimdienst die Software offenbar, um die Masse seiner abgefangenen Daten zu sortieren. Auch andere IT-Werkzeuge wie das bekannte WWW: XKeyscore dienten diesem Ziel. Auszüge aus internen Diskussionsforen der NSA, die „The Intercept" ebenfalls veröffentlichte, zeigen, dass der US-Geheimdienst auch die Filesharing-Seite WWW: The Pirate Bay und Hackergruppen wie WWW: Anonymous als „legitime Ziele" einstufte.

Screenshot des Tracking-Tools
Der britische Geheimdienst soll die Besucher der Wikileaks-Seite mit dem Tracking-Tool Piwik überwacht haben - Codename "Anticrisis Girl"

Doch die Tragweite dieser Enthüllung geht weit über Snowden und Wikileaks hinaus. Der Fall führt uns exemplarisch vor Augen, dass sichere Kommunikation im Netz ein Irrglaube ist. Man kann digitale Spionage zwar durch Verschlüsselungstechniken erschweren. Aber absolut sicher und anonym können Informationen im Netz nicht übermittelt werden. Jeder vermeintlich anonyme Briefkasten im Netz - wie ihn Wikileaks bis 2010 genutzt hat und heute viele Medienhäuser anbieten - kann theoretisch durch Dritte angezapft werden. Und auch für Ärzte und Rechtsanwälte, die über das Netz kommunizieren und Informationen austauschen, stellt sich die Frage: Können Sie ihren Patienten und Mandanten überhaupt noch ihre Verschwiegenheit garantieren?

Kürzlich enthüllte Snowden-Dokumente haben jedenfalls schon erste Hinweise darauf gegeben, dass die NSA offenbar an der WWW: Entwicklung eines Quantencomputers arbeitet, mit dem sich auch komplexe Verschlüsselungen in kürzester Zeit knacken lassen. Spätestens dann wäre jede versprochene Anonymität im Netz nicht mehr als ein Phantom.

Wow!Welch tolle Erkenntnisse.Die "NSA"arbeitetan Quantencomputern.Das Wissenschaftler weltweit an Quantencomputern seit Jahren arbeiten-noch nicht mitbekommen?Das ebenso Wissenschaftler ebenso seit Jahren laengst an Verschluesselungsmethoden arbeiten die NICHT von Quantencomputern geknackt werden koennen-ebenso verschlafen?Der Rest hat die gleiche Qualitaet-da ist jemand erschuettert,weil er aus seinem Tiefschlaf geweckt wurde und schuettet nun heulend das Kind mit dem Bade aus.Was soll das Fazit sein aus deinen ach so tiefschuerfenden Erkenntnissen lieber Simon?Alle benutzen nun whats app und fratzenbuch weiter und verstaerkt-weil ja sowieso alles sinnlos ist?

Lachnummer am 21.02.14 7:12

Meine Damen und Herren, laut G10-Gesetz muß jeder größere Telekommunikationsanbieter auf eigene Kosten eine Schnittstelle (SINA-Box) bereitstellen, mit der jegliche Kommunikation unbemerkt mitgeschnitten werden kann - und er st verpflichtet, dies zu garantieren. Ein entsprechendes Kontrollratsgesetz der Besatzungsmächte - und dies ist weiterhin in Kraft qua Überversassung oberhalb des Grundgesetzes - verbietet Deutschland jegliche wirksame Kryptologie. Deshalb kann und wird es niemals sicheren Datenverkehr geben - allein schon, um das System "BRD" zu erhalten (es ist schließlich ein Besatzungskonstrukt) und zu steuern (auch dies ist unzweifelhaft nachprüfbar).

Jupps Hund am 21.02.14 11:18

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Donnerstag, 20.02.2014

Ich kann fliiieeegen!


Seit kurzem weiß ich, dass ich virtuell wunderbar verreisen kann. Ich brauche nur die richtigen Apps. Eine verlockende Vorstellung: Verreisen von der Couch aus. Allerdings heißt es hierfür nicht Augen zu und losträumen, sondern Augen auf das Smartphone und Abflug! Mit der App Flightradar24 kann ich nämlich in Echtzeit die Flugzeuge verfolgen, die aktuell am Himmel sind. Es erscheinen kleine gelbe Flugzeugsymbole auf einer Landkarte. Die bewegen sich auch. Zwar etwas kantig, aber die Richtung stimmt. Wenn ich das Symbol anklicke, werden mir die Flugnummer und der Flugzeugtyp angezeigt.


Flightradar24 Pro; Rechte: WDR/Horn


Viel mehr kann ich mir in der Gratis-Version nicht ansehen. Die Pro-Version für Apple und Android für keine drei Euro kann dafür deutlich mehr. Alex Blumberg aus Erftstadt nutzt Flightradar24 pro gerne und regelmäßig. Er ist nicht nur ausgesprochener Flugzeug-Fan, sondern auch Gründer der Seite CGNcommunity.com, einer Fanseite für den Flughafen Köln/Bonn im Internet. Hier kommunizieren und verabreden sich Flugzeug-Fans, sogenannte Spotter, und treffen sich am Kölner Flughafen, um gemeinsam in den Himmel zu gucken und die Flieger zu beobachten. Früher war es noch so, dass man am Flughafen wartete und wartete. Heute kann man sehen, welcher Flieger wann von wo ankommt. "Wenn mich ein bestimmter Flieger interessiert und ich sehe, der ist noch hinter Siegen, kann ich zum Beispiel noch in Ruhe einen Kaffee trinken."

Und es gibt noch ein paar weitere Funktionen. Zum Beispiel erfahre ich zusätzlich, dass das Flugzeug gerade aus Istanbul kommt, in Köln landet, wie schnell und wie hoch es fliegt. Und ich bekomme ein Foto vom Flugzeugmodell. "Das funktioniert alles legal über Transponder, also kleine Geräte im Flieger, die diese Infos aussenden. Eigentlich sind die für die Flugsicherheit, aber heute kann man die Infos frei empfangen", erklärt Alex Blumberg. Ein weiterer Vorteil: ich sehe, ob Mama, Papa oder Freunde pünktlich ankommen. Mir fehlen eigentlich nur noch die Wetterinfos aus der Höhe, damit ich zum Beispiel wüsste, ob sie gerade durchgeschüttelt werden oder in Ruhe schlafen. Aber wer weiß, vielleicht kommt das ja noch. Übrigens kann ich in der Pro-Version auch einfach meine Handykamera auf den Himmel richten und schon erscheinen alle Flieger über meinem Kopf samt aller Infos auf dem Display. Das funktioniert per GPS, also wetterunabhängig. Was ich in echt nicht sehe, ist trotzdem da, dank der App.

Cockpit-App
Wer mag, kann auch selbst in ein Cockpit einsteigen. Für Android gibt es dafür die App Fly is fun. Allerdings war ich anfangs leicht überfordert. Vor dem grauen Hintergrund erscheinen unzählige bunte Knöpfe, ein Kompass und GPS-Daten. Über das Menü kann man sich Karten für verschiedene Lufträume herunterladen und bekommt Infos über Funkfeuer, Erhebungen im Gelände, Sonnenzeiten und vieles mehr.


FlyIsFun; Rechte: WDR/Horn


Wer die App ausgiebig nutzen möchte, zahlt dafür allerdings 15,99 Euro. Sicher nichts für einen einmaligen Spaß, für echte Flugzeug-Fans und Piloten hingegen ein nettes Gadget.

Heliview und Flugsimulatoren
Wer sich sein nächstes Urlaubsziel aus der Luft ansehen möchte, kann das übrigens mit Heliview tun. Zahlreiche Hotels, Sehenswürdigkeiten und Strände kann man hier per virtuellem Rundflug unter die Lupe nehmen. Für knapp einen Euro eine schöne Reisemöglichkeit. Für iPads gibt es zudem ein Spiel namens "A10 Virtual Cockpit Free". Hier kann man sein Tablet zu einem digitalen Flugsimulator machen. Ich setze mich jedoch lieber gleich in einen echten Simulator. In der Arbeitsschutz Ausstellung DASA in Dortmund gibt es einen 1:1 nachgebauten A320 mit zwei Sitzen und einem Rundum-Fensterpanorama. Wer darin sitzt, sieht die virtuelle Umgebung hunderter existierender Flughäfen und kann versuchen, das Blechbonbon zwischen Häusern, Bäumen und Wolken sicher zu steuern. Immer dabei ist ein Co-Pilot, der alle Signale erklärt und natürlich der Autopilot, der im Zweifel laute Pieptöne von sich gibt und auffordert, den Knüppel wieder hochzuziehen. Als ich im Simulator saß, wurde mir tatsächlich etwas mulmig. Aber Spaß macht es trotzdem.


Flugsimulator DASA; Rechte: WDR/Horn


Seit einiger Zeit gibt es auch einen frei zugänglichen Flugsimulator im Kölner Mediapark. Und wem das alles zu abgehoben ist, der kann natürlich auch auf dem Boden bleiben und zum Beispiel auf dem Wasser verreisen - zum Beispiel mit der App Marine Navigation . Am besten in der Badewanne. Ich probier das gleich mal aus.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Donnerstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Die kleinen Geräte in den Flugzeugen, die die Daten senden, heißen übrigens Transponder und nicht Transporter...

dobby.s am 20.02.14 8:04

Ich kann Fliiiegen ?
Das Programm wird für Smartphones nicht vernünftig angeboten, da ein Installationsversuch mit Fehler 953 abgebrochen wird.
Vielleicht klappt es in 6 Wochen noch einmal !

Adler am 20.02.14 12:52

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Donnerstag, 20.02.2014

Facebook kauft WhatsApp - und jetzt?

Es wird in diesem Jahr in Digitalistan wahrscheinlich keine Meldung mehr geben, die stärkere Schnappatmung verursacht als diese hier: ARD: Facebook kauft WhatsApp.

Gerüchte dazu gab es schon länger. Zuletzt war Mark Zuckerberg noch bei Snapchat abgeblitzt, seiner offenbar ersten Wahl. Seit heute Nacht WWW: ist offiziell: Facebook zahlt jetzt für WhatsApp 16 Milliarden US-Dollar in bar und in Aktien. Später gehen noch einmal drei Milliarden Dollar in Aktien an das Team des Messengers.

Die Übernahme zeigt, welch große Konkurrenz Messenger wie WhatsApp für das soziale Netzwerk mittlerweile sind. Facebook musste sich deshalb zuletzt immer wieder anhören, vor allem auf dem Smartphone den Anschluss verpasst zu haben.

Mark Zuckerberg und Jan Koum; Rechte: picture-alliance/dpa/Peter Dasilva, picture-alliance/Robert Schlesinger
Mark Zuckerberg und Jan Koum bringen die zwei stärksten Dienste ihrer Art zusammen: Facebook zählt 1,2 Milliarden Nutzer, WhatsApp kommt auf 450 Millionen.

WhatsApp selbst soll unabhängig bleiben, so wie es bisher auch Instagram erging, das Facebook für eine Milliarde US-Dollar geschluckt hatte. Das heißt: WhatsApp soll nicht mit dem Messenger von Facebook zusammengehen, nicht mit Werbung zugepflastert werden und weiterhin eine kleine Jahresgebühr kosten.

Für Facebook ist das außergewöhnlich: Im Gegensatz zum sozialen Netzwerk war WhatsApp bisher nicht darauf aus, möglichst viele Daten über die Nutzer zu sammeln. Der Dienst kennt unsere Telefonnummern, speichert aber nach eigenen Angaben nicht unsere Nachrichten - und wertet sie entsprechend nicht aus.

WhatsApp schreibt WWW: in seinem Blog: "Here's what will change for you, our users: nothing." Die Frage ist nur, wie lange dieses Versprechen haltbar ist. 19 Milliarden US-Dollar müssen ja auch verdient werden; mit der Jahresgebühr allein bräuchte Facebook dafür 42 Jahre. Es wäre logisch, Messenger und soziales Netzwerk zusammenzuführen und aus mehr Daten mehr Profit zu schlagen.


Wie viel Verlass ist auf Versprechen von WhatsApp? Gründer Jan Koum hat im Januar auf der Digitalkonferenz DLD in München noch sämtliche Übernahmegerüchte weit von sich gewiesen: "Wir wollen groß werden. Wir wollen nicht verkaufen."

Für uns Nutzer kann die Übernahme Vorteile haben. Gerade nach der langen Geschichte an Sicherheitslücken in WhatsApp hat es etwas Positives, dass der Messenger bei einem Unternehmen landet, das so unter Beobachtung steht. Bei all der Unruhe unter seinen Nutzern kann sich Facebook nämlich keine groben Fehler leisten - und hat gleichzeitig Geld in der Kasse, um an der Sicherheit zu schrauben.

Weil die öffentliche Diskussion aber anders tickt, wird die Übernahme wohl auch für einen Aufschrei sorgen: Endlich hat WhatsApp ein Gesicht, WWW: ein personalisiertes Feindbild für alle Sicherheitslücken. Mark Zuckerberg bekommt es neben allem, was er sich für Facebook anhören muss, nun auch mit den WhatsApp-Kritikern zu tun. Und das Gespenst des weltweiten Datenkraken geht wieder umher.

Noch gestern Abend haben viele Nutzer angekündigt, zu anderen Messengern zu wechseln. Jeder Eingriff von Facebook bei WhatsApp dürfte noch einmal mehr von ihnen zur Konkurrenz treiben. Darüber freuen werden sich wohl vor allem Threema und andere sichere Apps, die wir vor ein paar Tagen noch Blog: hier in Digitalistan vorgestellt hatten.

Es passiert nicht alle Tage, dass ein Unternehmen im Netz für 19 Milliarden US-Dollar einen Konkurrenten schluckt - und dass beide solch umstrittene Unternehmen sind, ist genauso selten. Diese Übernahme muss man erst einmal in Ruhe sacken lassen. Klar ist nur: Alle Berichte über ein Ableben von Facebook, über den verlorenen Kampf um junge Nutzer, darüber, den Anschluss verpasst zu haben, scheinen spätestens heute von gestern.

Und schon ist mein whatsapp Account Geschichte. Wie dämlich ist das denn, ein Unternehmen zu kaufen, zu dem die Leute massenhaft von Facebook geflüchtet sind. Ich prognostiziere, dass Whatsapp nunmehr einen fatalen Einbruch erleben wird. Dieser Zuckerberg ist krank. 19 Milliarden. Die Börse bestraft ihn bereits. Ich habe seit heute Morgen Threema auf iPad und iPhone, und ich muss sagen ich bin begeistert. Und es gibt ein Gefühl der Sicherheit, dass ich bei Whatsapp nie hatte.

Rk am 20.02.14 8:15

Mein Tipp: Wird Plattgemacht oder in den FB Messanger integriert, ausserdem wird für jeden automatisch ein FB Konto angelegt (ähnlich wie für die Nutzung von Youtube automatisch ein G+ Konto erstellt wird).

Dieter am 20.02.14 8:27

Wenn sich nun auch diejenigen bei What's App verabschieden, die erst in den letzten Monaten das Denken gelernt haben, dann bleiben doch nur Diejenigen übrig, mit denen man wirklich Alles veranstalten kann - sozusagen der sumpfdumme Netz-Bodensatz, der eigentlich die Kohle generiert, die planlose Jungspunde für ihr Machtego brauchen.

vaikl am 20.02.14 9:06

Habe und brauche beides nicht! Darum rege ich mich nicht auf.

Der Alte am 20.02.14 9:20

Dennis Horn meint, „das Gespenst des weltweiten Datenkraken geht wieder umher“. Wieso Gespenst? In der Servicezeit „Die Datensammler“ vom Januar besucht Horn den Forensiker Kurschildgen, der sich Horns Handy vornimmt: Von Horn gelöschte WhatsApp-Nachrichten sind weiterhin auf dem Handy vorhanden. O-Ton Horn: „Das finde ich schon bedenklich.“ Horn weiter: „Immerhin – nicht alle Dienste können auch alles sehen… Man muss natürlich sagen, die haben jeweils nur Zugriff… auf ihre eigene App…“ Jetzt ist die WhatsApp-Datensammlung im Zugriff von Facebook, einem Unternehmen, das ständig in der Kritik von europäischen Datenschützern steht und selbst die Nutzerbeiträge auswertet, die die Nutzer gar nicht abgeschickt haben. Mit der Übernahme von WhatsApp hat sich Facebook zudem die Kontaktlisten der Handys gesichert, einen wertvollen Pool mit Metadaten. Wenn das Facebook nicht für die Bezeichnung Datenkrake qualifiziert, dann habe ich den Begriff nicht verstanden.

Verwunderter am 20.02.14 9:23

@Verwunderter: Das steht aus meiner Sicht gar nicht im Widerspruch. Der eine Punkt in der Debatte ist ja die Sicherheit. Dafür habe ich WhatsApp schon länger kritisiert - unser Besuch bei Pascal Kurschildgen hat mir das zusätzlich bestätigt. Der Kauf von WhatsApp nun könnte aber aus meiner Sicht dazu führen, dass der Messenger eher sicherer wird. Das ist also erst einmal keine schlechte Nachricht.

Der andere Punkt ist die Frage nach der Datensammlung. Sie haben Recht: Facebook geht es darum, wieder einmal mehr Daten anzuhäufen. "Gespenst Datenkraken" deshalb, weil die Diskussion wie so oft in eine plötzliche Hysterie umschlägt - obwohl lange bekannt war, dass Facebook Daten sammelt und WhatsApp eine lange Geschichte an Sicherheitslücken hat.

Dennis Horn am 20.02.14 9:48

Wenn ich so in meinen Bekanntenkreis schaue, dann ist ein Großteil der WhatsApp-Nutzer schon längere Zeit bei Facebook. Nur eine Hand voll Geeks fand WhatsApp gegenüber Facebook ziemlich leet, doch die gucken nun ein wenig betröppelt aus der Wäsche. Shit happens. Viele ältere, und vielleicht deswegen auch besonnenere, Bekannte nutzen weder das eine, noch das andere. Aber die meisten von denen haben noch nicht einmal ein Smartphone. ^^

Davon abgesehen: Als ich heute Morgen im Radio die Summe für die Übernahme gehört habe, brauchte ich keinen Kaffee mehr, denn ich war schlagartig wach. Und seit dem Frage ich mich: Wache, oder träume ich? Ist so ein Betrag noch normal? Oder ist *das* jetzt der Anfang vom Ende?

Ich kann nur den Kopf darüber schütteln und fragen: "What's up???"

Dominik am 20.02.14 10:50

Ganz klar: diesmal hat sich Zuckerberg verzockt. Man muss nur das kleine Einmaleins beherrschen,um zu wissen, das diese Investition Größenwahn entspringt und nicht kaufmännischer Intelligenz. In diesen Stunden verliert Whatsapp ungebremst massenhaft Mitglieder, und ich wünsche mir von herzen, das Facebook heute Abend weint...weil dieser Deal als Flop des Jahrhunderts in die geschichte eingehen wird.
Ich habe meinen Account schon gelöscht. Byebye Krake...auch wenn ihr meine Daten längst habt. Aber ich muss es ja nicht weiter zulassen....

RK am 20.02.14 12:46

@RK: Dass bei einer solch markanten Übernahme ein nicht kleiner Teil von Bestandskunden kündigt und zur (noch vorhandenen) Konkurrenz wechselt, ist beim Deal immer einkalkuliert. Es geht allerdings einzig um den Kaufpreis, der nach all den bekloppten Summen ab dem düsteren Zeitalter der NewEconomy immer noch absurd schnell steigt, ergo kauft entweder Zuckerberg *jetzt* oder Google/Apple *später*. Mit Nachvollziehbarkeit und Rationalität hat all das längst nichts mehr zu tun, sonst wäre ja auch die Börse berechenbar.

vaikl am 20.02.14 16:07

WhatsApp kann Gespräche und Telefongespräche mitschneiden, es kann Fotos einsehen, mit dem aktuellen Standort versehen und hochladen, Standorte zuweisen, so dass Bewegungsprofile erstellt werden können. Diese Daten werden, wie niederländische Behörden nachgewiesen haben, auf amerikanische Server übertragen, ohne dass man es merkt. Wenn der Nutzer „WhatsApp“ verwenden will, muss er dem zustimmen, sonst kann er es nicht nutzen.
Das Abhören geschieht auch, wenn die App im Hintergrund läuft. Whatsapp ist aktiv mit einer Raumfunktion ausgestattet, mit der Gespräche abgehört werden können, die zwei oder mehrere Personen real im privaten Raum führen. Das heißt, wenn das Handy angeschaltet aber im Wartemodus ist, können darüber auch persönliche Gespräche zu Hause wie bei einer Abhörwanze von WhatsApp mitgehört werden und werden in die USA übertragen.

Was vielfach nicht bekannt ist: WhatsApp hat auch Zugriff auf Kontakte, Bilder und Text, die nicht mit WhatsApp genutzt wurden

HB am 20.02.14 16:31

Dennis Horn hat da leider Recht. Es muss nicht gleich alles schlecht sein oder werden nur weil es facebook kauft. Einen faden Beigeschmack hat das ganze schon wenn der größte Datensammler vor dem Herrn ein Unternehmen für eine fantastische Summe kauft das überhaupt nichts über ihr Geschäftskonzept verrät. Jetzt ist es doppelt schlecht in dem Kontext das WhatsApp nichts lokal löscht und damit Fragen aufkommen die niemand beantworten kann und möchte. Wie ich in "Die Datensammler" zeigte. Denn das stärkt nicht gerade das Vertrauen. Aber bitte verteufelt nicht alles was digital ist. Man muss nur kritisch schauen und hinterfragen aber nicht verteufeln nur weil es gerade opportun ist mit drauf zu hauen. Informiert euch und urteilt selber. Probiert viel aus, denn ich kann sagen das es keiner besser macht ;-)

P. Kurschildgen am 20.02.14 21:27

NoScript und alles ist gut. Ich sehe das alles gar nicht und bedaure nur die Ahnungslosen, die irgendwann eine Rechnung bekommen, die sie Heute noch nicht kennen.

Harald aus RE am 20.02.14 23:54

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