Donnerstag, 05.03.2015

Vertrauensampel für Hard- und Software

Kein Tag vergeht, an dem nicht mehrere Sicherheitslecks bekannt werden, die User verunsichern. Gerade erst wurde ein Leck im Safari-Browser von Apple und dem Standard-Browser von Google Android entdeckt. Das Problem: Auf vielen Geräten wird das Leck bleiben. Denn viele Android-Geräte, vor allem die älteren, lassen sich gar nicht oder nur schwer aktualisieren, für manch andere werden einfach keine Updates mehr angeboten.

Das iPad der ersten Generation zum Beispiel: Gerade mal fünf Jahre alt - aber schon zum alten Eisen gehörend, denn iOS5 war die letzte Generation der Betriebs-Software, die Apple für diese iPad-Generation herausgebracht hat. Neuere Versionen des Betriebssystems können auf dem iPad 1 nicht aufgespielt werden. Selbst wenn man wollte: Es geht nicht.

Programmcode; Rechte: dpa/Picture Alliance
Jede Software hat Fehler - aber den Schaden hat immer der User


Ohne jede Gewährleistung
Vor einigen Tagen habe ich ein Gespräch mit WWW: Frank Rieger geführt, der einer der Sprecher des Chaos Computer Club ist. Frank hat da einen völlig richtigen Satz gesagt: Die Hersteller von Hard- und Software werden nicht ausreichend in die Pflicht genommen. Es gibt praktisch keine Anforderungen an die Qualität der ausgelieferten Software. Sicherheit spielt keine Rolle. Ob eine Software gut gemacht ist oder nicht, ob sie Standards einhält oder nicht ist völlig egal. Selbst ob der Hersteller bekannt gewordene Lecks schließt, ist aus formaler und juristischer Sicht bedeutungslos.

Das ist schon ein Skandal. Alle anderen Produkte müssen Normen genügen. Die Hersteller müssen Gewährleistung bieten - und liefern. Taugt etwas nicht, kann man umtauschen. Oder sein Geld zurück verlangen. Und wenn Schaden entsteht, den Hersteller auch in Haftung nehmen. Natürlich: Solche Kriterien bei Software festzulegen, ist nicht einfach. Aber es gar nicht erst zu versuchen, ist zweifellos eine Kapitulationserklärung an die mächtige Industrie. Wie kann es sein, dass ein fünf Jahre altes iPad in punkto Sicherheit nicht mehr auf den neuesten Stand gebracht werden kann? Die letzte Aktualisierung gab es im Mai 2012. Vor drei Jahren!

Vertrauensampel für IT-Produkte; Rechte: dpa/Picture Alliance
Vertrauensampel für IT-Produkte


Meine Idee: Eine Vertrauensampel
Wie viele Hardwaregeräte gibt es, die Probleme mit der Software haben, etwa Router, Access Points oder Drucker? Hier müssten Firmware-Updates gemacht werden, die viele Menschen gar nicht hinbekommen - oder die schlichtweg gar nicht angeboten werden. Und die zahlende Kundschaft muss mit den Sicherheitsmängeln leben, wohl oder übel. Sie werden in aller Regel nicht mal davon in Kenntnis gesetzt.

Ich schlage daher die Einführung einer Vertrauensampel vor. Auf jedem Produkt, das Software enthält, muss eine IT-Sicherheits-Ampel aufgebracht sein. Denn die Kunden sollen wenigstens wissen, was sie erwartet. Grün bedeutet: Der Hersteller informiert seinen Kunden über Sicherheitsmängel und beseitigt diese mindestens noch fünf Jahre lang. Kostenlos. Gelb bedeutet: Der Hersteller informiert den Kunden nicht proaktiv, bietet aber mindestens noch drei Jahre lang kostenlos Sicherheitsupdates an. Rot bedeutet: Keine Infos. Keine Garantie für Updates.

Nahezu alle Softwareprodukte hätten heute eine rote Ampel auf der Verpackung. Wollen wir das? Ich glaube doch, eigentlich nicht.

Eine"Ampel"?Das war doch wohl ein verfruehter Aprilscherz-oder Herr Schieb?Unsere Software war nie sicher-dank USA\NSA nur 128bit Verschluesselung jahrelang erlaubt+Hintertueren in Verschluesselungs Software.Es laufen heute immer noch zig servermit 128bit.Mittlerweile "Secure boot"+UEFI und keine Moeglichkkeit mehr ein eigenes BIOS zu installieren.Die achso vollmundig angekuendigte Vollverschluesselung von GOOGLE und Appel-Google ist schon zurueckgerudert..nach dem "freundlichem Anruf"eines Dienstes?Die ach so "smarten phones"die Sie so toll finden und immer wieder propagieren haben ein hidden OS das der user auch nicht durch einen jailbreak entfernen kann=Hintertuer fuer NSA&Co.!Also hoeren sie auf nach Ampeln zu rufen.Rufen Sie besser danach das alle Jungen Menschen zusammen mit Mama und Pappa+Oma und Opa auf die Strasse gehen um die Politiker zu stoppen!Gerade erst macht sich Oettinger in Bruessel wieder"stark"gegen Netzneutralitaet und fuer VDS!

HaHaHa am 7.03.15 9:05

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Montag, 02.03.2015

Joggingapps gegen den inneren Schweinehund

Es ist und bleibt eine der größten Herausforderungen: joggen zu gehen. Selbst mit allem Zippzapp von App über Pulsmessung bis zur cloudbasierten Analyse bleibt der innere Schweinehund ein Faktor, den man absolut nicht unterschätzen darf. Falls es euch auch so geht: Vielleicht helfen euch ein paar alternative Joggingapps dagegen.


Spätestens seit Jan Böhmermanns Song für Peter Tauber bekannt: "Zombies, Run!"

Da wäre zum Beispiel WWW: "Zombies, Run!" - für einige schon heute ein Klassiker. Die App entführt euch in eine Welt, in der ein gefährliches Virus fast alle Menschen dahingerafft hat. Die wenigen Überlebenden müssen regelmäßig die dicken Mauern ihrer Städte verlassen, um sich etwas zu essen zu suchen - doch draußen lauern Zombies. Deshalb müssen genau die Menschen raus, die eins besonders gut können: laufen.

"Zombies, Run!" ist ein Mix aus Laufapp und Horrorspiel. Die Läufer müssen bestimmte Missionen erledigen, immer auf der Flucht vor den Zombies. Alle Geschichten, die ihr dabei erlebt, lassen sich später auf der Website der App noch einmal nachlesen. Dazu gehört auch die Laufstrecke, die ihr absolviert habt. Dafür müsst ihr natürlich auf eine Tiefenanalyse eurer Vitalfunktionen verzichten, die andere Apps bieten. Außerdem werden für den Zombiespaß knapp 4 Euro fällig - für eine App vergleichsweise teuer.

Sind euch Zombies zu fiktiv, könnt ihr beim Laufen auch etwas Geld für den guten Zweck erwirtschaften. WWW: MovingTwice ist eine moderne Version des Sponsorlaufs. Unternehmen versprechen einen bestimmten Betrag für jeden gelaufenen Kilometer, den die App aufzeichnet. Das Geld geht dann an Organisationen wie "Plant for the Planet" oder die Stiftung Rechnen - im Gegenzug bekommt ihr die Logos der spendenden Unternehmen eingeblendet, was immer auch einen schalen Werbebeigeschmack hinterlässt.

Jogger; Rechte: Runtastic
Runtastic verwandelt eure Joggingrunde in einen Ausbruch aus Alcatraz.

Der Nachteil beim Laufen: Man läuft immer dieselben Orte ab und hat im schlimmsten Fall immer dieselbe Musik auf den Ohren. Runtastic hält mit seiner Erweiterung WWW: "Story Running" dagegen. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Hörspielen, für die ihr jeweils 1 Euro als In-App-Kauf hinlegen müsst. Alle sind rund 40 Minuten lang. Eins davon führt euch zum Beispiel ins legendäre Gefängnis Alcatraz.

Die ersten paar Minuten aller Geschichten starten langsam, damit ihr euch entspannt einlaufen könnt. Je spannender die Szenen werden, desto hektischer aber die Musik - sodass ihr im besten Fall auch schneller lauft. Die Geschichten sind also so aufgebaut, dass sie sich für ein Intervalltraining eignen: mit schnellen und mit entspannten Phasen - wie bei allen vorgestellten Apps vorausgesetzt, ihr lasst euch davon mitreißen.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

So ein bisschen Selbstkontrolle schadet nicht, wenn man ein paar Punkte beachtet. Das Wichtigste ist die Lokalität der Daten! Gerade das ist bei solchen Apps wohl nicht gegeben.

Ich arbeite am liebsten mit ganz gewöhnlichen Zahlen. Einfache Zettel sind irgendwie praktischer als ein Computer oder ein mobiles Gerät. Ich verwende gerne 5 "Messwerte", streiche den größten und den kleinsten, bilde den Mittelwert der 3 übrigen. Bei mehreren Reihen kann man an den Computer gehen in eine vorbereitete Tabellenkalkulation.

Praktisch ist es, wenn man nicht alles im Detail aufschreibt. Bei stabilen "Messgrößen" reicht es, ab und zu eine "Kontrollmessung" zu machen. Kritische Größen werden laufend beobachtet, alle 5 oder auch 7 Werte (=1 Woche) gibt es ein Zwischenmittel.

Wenn ich morgens raus soll (uääh!) oder abend trotz voller Arbeitslust alles abbrechen soll (was, schon fast 24 Uhr?), da hilft keine App. Da hilft nur eine gewöhnliche Uhr und hartes Training ;-)

Bertram in Mainz am 5.03.15 22:03

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Montag, 02.03.2015

Hasse mal n Ladekabel?

In einer perfekten Welt würden Mobilgeräte niemals ihren Geist aufgeben und wir kämen ohne Akku aus. Doch so etwas wie eine perfekte Welt gibt es nunmal nicht, daher wissen wir natürlich: Je mehr wir mit unseren Mobilgeräten machen - egal ob Smartphone, Tablet oder Smartwatch -, umso schneller pfeift der Akku aus dem letzten Loch.

Hinzu kommt: Weil die Geräte immer mehr können, machen wir natürlich auch immer mehr mit ihnen - umso schneller geht die Energiereserve zur Neige. Darum ist die am häufigsten gestellte Frage, wenn jemand zu Besuch kommt oder zu einem Meeting eintrifft: Wo ist denn hier eine Steckdose? Passendes Ladegerät in Reichweite vorausgesetzt.

Einmal Saft bitte, ohne Stecker; Bildrechte: dpa/Picture Alliance
Samsung Galaxy S6 lässt sich drahtlos aufladen


Der Trick: Magnetfelder laden Geräte auf
Diese Zeiten könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Denn immer mehr Geräte lassen sich drahtlos aufladen. Nicht per Funk, wie manche denken, sondern durch Induktion. Mithilfe künstlich erzeugter Magnetfelder. Die Ladestation erzeugt ein Magnetfeld - und das aufzuladende Gerät macht aus dem Magnetfeld wieder Energie. Klappt nur in unmittelbarer Nähe. Da braucht man dann keinen Stecker mehr, sondern legt das Gerät einfach auf die Fläche, in der das Magnetfeld erzeugt wird. Fertig.

Das funktioniert wirklich prima. Ich habe zum Beispiel eine Maus auf dem Schreibtisch, die genau mit der Technologie aufgeladen wird. Abends die Maus auf dem Mini-Pad parken - fertig. Klasse. Immer mehr Wearables und Smartphones lassen sich auf dieselbe Art und Weise aufladen. Auch bei einigen Lumia-Modellen von Nokia (Microsoft) ist das schon so, ebenso bei Nexus-Smartphones von Google. Das auf dem Mobile World Congress in Barcelona neu vorgestellte Luxushandy S6 von Samsung kann ebenfalls drahtlos Energie tanken.

Möbel mit eingebauter Ladestation; Rechte: Ikea
Möbel mit eingebauter Ladestation

Ladestation in Möbeln
Es gibt verschiedene Verfahren, wie man Geräte drahtlos aufladen kann. Die von Samsung und auch Microsoft bevorzugte WWW: Qi-Technologie ist am stärksten verbreitet. Mit Ikea hat jetzt sogar ein Möbelhersteller den Trend aufgegriffen: Der schwedische Möbelbauer bietet demnächst Schränke, Tische und Standleuchten an, die über eine eingebaute Ladefläche verfügen. Direkt im Möbel verbaut. Ein kleines X markiert die Stelle, auf die man seine Geräte legen muss, damit die Aufladung erfolgt. Na das nenne ich doch mal einen Trend aufgreifen. Denn natürlich will man in Zukunft nicht weitere Ladegeräte rumliegen haben - direkt im Möbel eingebaut, das ist perfekt.

Das Schöne beim drahtlosen Aufladen: Man kann auch mehrere Geräte gleichzeitig betanken. Dazu muss man die Geräte lediglich nebeneinander auf die Ladefläche legen - sie saugen dann gleichzeitig Energie aus dem Magnetfeld. Stöpseln gehört der Vergangenheit an. Wenn sich dieser Trend durchsetzt, würden wir alle profitieren. Weniger Ladegeräte, weniger Umweltbelastung. Klappt aber natürlich nur dann, wenn alle dieselbe Technologie verwenden. Und das ist dann doch eher unwahrscheinlich. Zumindest Apple wird zweifellos wieder aus der Reihe ausscheren wollen.

Super Idee, meine elektrische Zahnbürsten macht das seit 30 Jahren.

Dr. Best am 3.03.15 6:04

Da freut sich doch jeder mit Herzschrittmacher.

Na super am 3.03.15 6:45

"weniger Umweltbelastung", mmh das klingt in meinen Augen zu positiv.

Klar man könnte Ladekabel einsparen, dass könnte man auch jetzt schon, wenn einfach dazu gezwungen wird, dass man das Ladekabel extra kauft. Dann würde man bestehende einfach weiter nutzen und nicht ständig ein neues haben, denn inzwischen ist ja doch alles ein kompatibler USB-Lade-Anschluss.

Problem ist der deutlich höhere Stromverbrauch durch das zweimalige Umwandeln der Energie (elektrische -> magnetisch -> elektrische).
Ich bezweifele, dass das effektiv ist und daher die Umwelt stark belastet. Würde mich über Berechnungen und Betrachtungen dazu freuen.

Daher bequem: ja
Umweltfreundlich: sicher nicht

Peter am 3.03.15 8:33

"weniger Umweltbelastung", mmh das klingt in meinen Augen zu positiv.

Klar man könnte Ladekabel einsparen, dass könnte man auch jetzt schon, wenn einfach dazu gezwungen wird, dass man das Ladekabel extra kauft. Dann würde man bestehende einfach weiter nutzen und nicht ständig ein neues haben, denn inzwischen ist ja doch alles ein kompatibler USB-Lade-Anschluss.

Problem ist der deutlich höhere Stromverbrauch durch das zweimalige Umwandeln der Energie (elektrische -> magnetisch -> elektrische).
Ich bezweifele, dass das effektiv ist und daher die Umwelt stark belastet. Würde mich über Berechnungen und Betrachtungen dazu freuen.

Daher bequem: ja
Umweltfreundlich: sicher nicht

Peter am 3.03.15 8:35

Genau so ist es: beim Verwandten- und Freundesbesuch muss das Akku geladen sein, das Smartphone voll auf Empfang sein. Man könnte ja etwas verpassen.
Ich habe eine viel umweltfreundlichere Methode: wenn ich zu Besuch gehe, lasse ich mein Handy zu Hause oder im Auto und widme meine Aufmerksamkeit zu 100% den Gastgebern...
Im Jahre 2015 fast unglaublich, dass ich mich ohne Taschencomputer auf die Straße traue....

Apfelkind am 3.03.15 9:42

Und an die Gefühle der Strahlenesoteriker denkt jetzt wieder keiner?

Balu am 3.03.15 13:34

Zitat: "Zumindest Apple wird zweifellos wieder aus der Reihe ausscheren wollen." Das ist leider eine bittere Erkenntnis. Darum heißt es für mich: Hände weg von Apple!

Der Alte am 3.03.15 19:39

Hat jemand sein Nachttischchen dabei? Meine Smartphone ist leer und ich habe mein Lademöbel zuhause vergessen...

Johannes Fischer am 4.03.15 16:15

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