Montag, 05.01.2015

CES wird zur Automesse

Ich war schon häufiger auf der WWW: Consumer Electronics Show (CES), die jedes Jahr Anfang Januar in Las Vegas stattfindet. Ein Freudenfest für jeden, der sich für Technik interessiert und begeistern kann. Hier gibt's eine Menge zu sehen und zu staunen. Als vor einigen Jahren zum ersten Mal Autos auf der CES zu sehen waren, da wirkte das noch ein bisschen skurril.

Heute sind Autohersteller auf der CES so selbstverständlich vertreten wie die Hersteller von Fernsehgeräten, Smartphones oder Tablets. Die Autobranche will technisch nach vorne preschen - und jeder soll es merken. Die Keynote (Eröffnungsrede) hält nicht etwa eine Größe aus der IT-Branche, sondern Dieter Zetsche, der oberste Chef von Mercedes Benz.

Selbst fahrende Autos: Nicht nur Google experimentiert; Rechte: dpa/Picture Alliance
Selbst fahrende Autos: Nicht nur Google experimentiert


Wenn Autos mit Autos plaudern
Die Keynote halten zu dürfen, das ist keine freundliche Geste der Messe an den Stuttgarter Autobauer, sondern dokumentiert eindrucksvoll den Wandel gleich mehrerer Branchen. Die Unterhaltungselektronik ist wichtig für die Autobranche - und die Autobranche für die Unterhaltungselektronik. Vor einigen Jahren waren sich vor allem deutsche Autohersteller noch zu fein dazu, einen iPod-Anschluss vorzusehen. Doch das hat sich nach und nach geändert. Anfangs ging es darum, das Smartphone mit dem Auto zu verbinden, etwa um Musik streamen oder per Freisprecheinrichtung telefonieren zu können. Heute können sie gar nicht fortschrittlich genug sein: Die einen kooperieren mit Apple, die anderen mit Google, wiedere andere mit anderen Herstellern.

Das Internet soll ins Auto - und das Auto ins Internet. Die Fahrzeuge sollen von Big Data profitieren. Aktuelle Staus umfahren? Mit der passenden Software gar kein Problem. Die Mobilgeräte selbst sorgen dafür, dass Staus rechtzeitig erkannt und heute sogar durch die intelligente Verkehrsführung vermieden werden. Ob sich ein Mobilgerät überhaupt bewegt und in welchem Tempo, das wissen Onlinedienste wie Apple, Google oder Microsoft, da die Mobilgeräte ständig ihre Position verraten. Daher kann Google heute präziser Staus vorhersagen als so mancher traditonsreiche Verkehrsdienst.


Selbst fahrende Autos von Google


Bedrohung für die Autohersteller
Und das ist erst der Anfang. Künftig können sich die Fahrzeuge auch direkt miteinander unterhalten. Sie verraten sich gegenseitig, wo es zu stockendem Verkehr kommt, wo Gegenstände auf der Fahrbahn liegen oder eine Parklücke frei ist. Die Ideen nehmen zu - eine Menge ist denkbar, und vieles davon wird sicherlich schon bald umgesetzt. Die Autohersteller versprechen sich davon mehr Sexappeal bei den jüngeren Käufern, die weniger auf Ledersitze stehen als auf smarte Technik und sparsame Autos.

Allerdings gibt es auch eine Bedrohung für die Autohersteller: Sie könnten dabei helfen, ihre eigene Konkurrenz großzuziehen. Nicht nur Audi, Toyota oder Mercedes-Benz experimentieren mit Blog: selbst fahrenden Autos, sondern auch der Onlinedienst Google - und Blog: das sogar erfolgreicher als andere. Kürzlich hat ein Google-Auto in WWW: Kalifornien den Führerscheintest bestanden - ohne Fahrer.

Und je wichtiger die Elektronik im Auto wird, desto weniger wichtiger sind die Autos selbst. Ganz zu schweigen von den Daten, die im Auto anfallen und die Macht von Apple, Google und Microsoft immer weiter anwachsen lassen. Nicht mehr lange, und die US-Konzerne bestimmen, wer die Autos bauen darf - und nicht die Autokonzerne, welche Elektronik in den Autos verbaut ist.

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Sonntag, 04.01.2015

Video: Die Desktop-Hölle

Früher gab es im Fernsehen kleine Inseln, meist zu später Zeit, da wurden kunstvolle Kurzfilme gezeigt. Die Zeiten sind leider vorbei. Doch im Internet finden Fans anspruchsvoller Kurzfilme stets neues Futter. Gerade habe ich einen WWW: neuen Animationsfilm entdeckt, gerade mal fünf Minuten lang, aber unheimlich spannend - da will man keine Sekunde verpassen. Dialoge gibt es keine. Nur eine Figur: Cubert. Und der ist verloren. Im doppelten Wortsinn: Einmal in seiner stupiden Arbeit am Arbeitsplatz (Desk), dann aber auch in einer Art 3D-Labyrinth, aus dem er zu entkommen versucht.

Cuberts Leben ist bestimmt durch Arbeit. Immer wieder dieselben, stupiden Aufgaben: Daten eingeben, Papier bedrucken, Sachen ordnen. Die Hilfsmittel mögen moderner werden, doch Bürokratie bleibt Bürokratie. Ein monotones Dasein. Doch dann muss sich Cubert einem Abenteuer stellen: Er muss einem unheimlichen Labyrinth entfliehen. Nur um am Ende ... doch seht selbst. Es lohnt sich.


Lost Cubert auf Vimeo

Danke Jörg!
Super+Punkt: Clip in Vimeo Format.
Frage: Wann endlich verlasst Ihr Flash? Das Programm bremst ständig meinen Rechner aus. Neben Vimeo gitb es noch andere gute Alternativen.

Wolfgang am 4.01.15 15:28

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Freitag, 02.01.2015

Musik per Kommandozeile

Wie nerdig ist das denn: WWW: cmd.fm ist eine Website, über die man Musik per Kommandozeile hören kann. Ruft man die Website auf und gibt "genres" ein - bekommt der User alle möglichen Musikstile angezeigt. Auf Befehle wie "play jazz" oder "play electro" startet dann der Player, der sich per Zufall freie Musik von SoundCloud saugt.

cmd.fm; Rechte: workaxe
cmd.fm lässt per Kommandozeile durch SoundCloud "navigieren".

Mit dem Befehl "help" lassen sich außerdem weitere mögliche Befehle anzeigen - ich stieß dabei unter anderem auf "flappybird" und "mario". Mit cmd.fm lassen sich also auch komplette Spieleklassiker aufrufen. Was sogar noch mehr Spaß machen kann als die Website für den Zweck zu nutzen, für den sie eigentlich gedacht ist.

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