Dienstag, 12.08.2014

Zehn Fragen ans Internet

20 Jahre ist der große Durchbruch des World Wide Webs in Deutschland bald her. Heute nutzen wir das Netz fast rund um die Uhr. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass man es den Menschen immer und immer wieder erklären muss - weil es einfach ein unfassbarer Moloch ist. Das gilt übrigens auch für die berüchtigten Digital Natives, über die ja viele denken, sie hätten die HTML-Codes mit der Muttermilch aufgesogen.

Wir starten deshalb heute eine neue Beitragsreihe im Radio in der WDR 5 LebensArt sowie im Fernsehen in der WDR Servicezeit und in Planet Schule, dem Schulfernsehen des WDR. Für diese Reihe haben wir Schüler um ihre Fragen ans Internet gebeten.

Dabei waren Fragen wie: Wie bekomme ich eigene oder fremde Einträge und Bilder aus dem Netz? Wie sehr können mich Menschen über mein Smartphone ausspionieren? Wie kann Facebook so gut Freundschaften vorhersagen? Und warum sprechen alle vom gefährlichen Netz, nutzen es aber trotzdem - wie gefährlich ist das Netz also wirklich?

Peter Buxmann; Rechte: WDR/Tobias Brohl
40 bis 50 Euro ist das durchschnittliche Facebook-Profil eines Europäers wert. Peter Buxmann forscht dazu an der Technischen Universität Darmstadt.

Wir starten heute mit der Frage: WDR: Wie viel Geld sind unsere Daten wert? Dafür haben wir unter anderem mit Peter Buxmann gesprochen, der als Wirtschaftsinformatiker an der Technischen Universität in Darmstadt forscht und ausgerechnet hat, dass das Facebook-Profil eines Europäers für das soziale Netzwerk im Schnitt 40 bis 50 Euro wert ist. Wir alle haben für Facebook, Google und andere Onlinedienste also einen Wert.

Weitere Beiträge folgen ab sofort alle vier Wochen in der WDR: WDR Servicezeit im Fernsehen sowie in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio. WWW: Planet Schule strahlt außerdem alle zehn Beiträge am Stück aus: am 15. und 22. September um 7.20 Uhr im WDR Fernsehen.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Vielleicht sollte man dem Unwissen zuerst mit der Frage begegnen: "Warum ist "das Netz" so viel mehr als das WWW"? Aber über notwendiges, heute kaum noch vorhandenes Grundwissen können Medien ja keine Aufreger-Themen mehr verkaufen - höchstwahrscheinlich weil ihnen selbst diese Basis fehlt.

vaikl am 12.08.14 15:07

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Montag, 11.08.2014

Suchmaschine für Datennerds

Mit WWW: NationMaster gibt es jetzt eine eigene Suchmaschine nur für Datenvisualisierungen. Tortendiagramme, Infografiken, Datenkarten: Die Website spuckt euch anhand eurer Suchbegriffe alles aus, was sich dazu finden lässt.

Nation Master; Rechte: Nation Master
Von der Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union über die weltweite Kaffeeproduktion bis zur Zahl der Raucher in einzelnen Ländern: NationMaster spuckt euch alle möglichen Datenvisualisierungen aus.

Das finde ich eine gute Sache, denn so gut die Bildersuche funktioniert: ordentliche Statistiken und Diagramme zu bestimmten Themen zu finden, ist eine Disziplin, in der Google bisher regelmäßig versagt.

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Montag, 11.08.2014

Warum den neuen Facebook Messenger keiner mag

Mit der regulären Facebook-App Messenger-Nachrichten verschicken? Nix da! Mark Zuckerberg hat eine eigenständige App entwickelt, den WWW: Facebook Messenger. Wer über den Messenger plaudern will, der muss ab sofort die separate App benutzen. Die Messenger-Funktion in der normalen App ist/wird abgeschaltet. Facebook treibt damit die schon länger angestrebte und auch angekündigte Trennung der unterschiedlichen Kommunikationskanäle weiter voran. Aus der Sicht von Facebook ist die Sache einfach: Lieber gleich mehrere populäre Apps wie Facebook App, Facebook Messenger, Whatsapp und Instagram am Start haben als nur eine einzige App.

Neue Facebook Messenger App; Rechte: Facebook/WDR
Facebook Messenger: Es gibt die App für iOS, Android und Windows


Schlechte Bewertungen im App-Store
Nach und nach werden die User gezwungen, auf die neue Facebook Messenger App umzusteigen. Die Folge: Facebooks Messenger App ist an die Spitze der Download-Charts geschossen - ist aber gleichzeitig eine der am schlechtesten bewerteten Apps aller Zeiten. Es hagelt Kritik. Die User lassen ihrem Frust freien Lauf. Vielen schmeckt es schlichtweg nicht, dass sie zum Umstieg auf eine neue App gezwungen werden. Vor allem aber haben nicht wenige erhebliche Schwierigkeiten mit der WWW: mangelnden Privatsphäre beim neuen Messenger. Denn die AGBs, die sich die Facebook-Verantwortlichen für die neue Messenger App ausgedacht haben, die haben es in sich.

Wer die Messenger App installiert, muss der Software jede Menge Rechte einräumen. Der US-Blogger WWW: Nick Russo ist regelrecht empört über die neuen Spielregeln bei Facebook. Zu viele Daten landen beim US-Konzern. Selbst Amerikanern stößt mittlerweile also auf, was Facebook alles wissen will und dürfen soll: Die Messenger App darf SMS-Nachrichten verschicken oder Anrufe tätigen, die App darf das Netzwerk wechseln, darf Audios aufnehmen oder Fotos machen - und das jederzeit. Die App darf in die Anruf-Historie schauen und generell ermitteln, mit wem man sich austauscht, etwa per E-Mail. Selbst der Zugriff auf andere Benutzerkonten im Smartphone wird gestattet - wenn man die App installiert.

Neue Facebook Messenger App; Rechte: Facebook/WDR
Facebook Messenger: Es gibt die App für iOS, Android und Windows

Schlechte Bewertungen im App-Store
Die meisten User nicken die Spielregeln bei der Installation einer App mehr oder weniger blind ab. Aber das ist ein Fehler. Denn sind solche weitgehenden Rechte erst einmal eingeräumt, verliert man ganz leicht die Kontrolle über seine Daten - und seine Privatsphäre. So manches mag für den ordentlichen Betrieb eines Messenger sinnvoll oder vielleicht sogar unverzichtbar sein, aber einiges ist zweifellos übertrieben. Bei einem Daten-Unternehmen wie Facebook muss man wohl grundsätzlich davon ausgehen, dass ein großes Interesse an Daten ganz generell besteht und Möglichkeiten auch genutzt werden.

Facebook hat hier gleich zwei Mal eine Linie überschritten und den Bogen möglicherweise überspannt. Zum einen mögen Internetnutzer keinen Zwang. Doch sie werden gerade gezwungen, eine App zu verwenden. Dann kommt aber auch noch gleichzeitig ein erheblicher Mangel an Privatsphäre dazu. Das ist "too much". Die Popularität des Facebook Messengers wird darunter enorm leiden. Allerdings könnte es wohl sein, dass Facebook locker 20-30% User-Schwund in Kauf nimmt, wenn dafür bei den verbleibenden Usern mehr Daten anfallen. Die Rechnung könnte für Mark Zuckerberg also sogar aufgehen.

Schön ist das aber nicht.

Was heist mehr oder weniger Blind Abwinken, ich würde sagen "Gruppenzwang"... wer nicht unterschreibt ist raus und zumindest ich würde einen großen Teil meiner "Kontakte" verlieren, wer die App nicht installieren will kann auch über den Browser auf die Reguläre FB Seite gehen... damit sollte der Chat noch möglich sein ohne APP.

Dieter am 12.08.14 11:53

Wer braucht Facebook?
Kein Account dort, keine Probleme !! :)
Keine Freunde???? - Lösung: Sportverein, Schulhof,.....

Kai am 12.08.14 12:24

Mit der freien Android Distribution "Caynogenmod" kann man ab Android 4.2 Apps nachträglich Rechte wieder entziehen, so z.B. den Zugriff auf Standort, Anruflisten oder SMS. Die Apps können zwar immernoch nach den Daten fragen, Cyanogenmod liefert dann aber als Antwort eine leere Liste zurück, ganz so, als hätte das Handy noch nie telefoniert/SMS empfangen/sich an einem Standort eingebucht.
Das wird Facebook zwar nicht komplett vom Datensammeln abhalten, man ist aber deutlich besser geschützt als mit fast allen vorinstallierten Android Distributionen.

Alfred am 12.08.14 12:52

Ganz einfach: Ich hab den Messenger testweise auf einem älteren Android Froyo installiert und es frisst so viele Ressourcen dass man auch andere Apps nicht mehr gescheit nutzen kann weil es sich über jede App als Layer legen will.
Davon ab war das für mich der Auslöser, auch die Facebook-App komplett zu löschen, man kann Fratzbuch ja immer noch über den mobilen Browser öffnen.
Davon mal ab: 50MB für einen einfachen Messenger???? Klingt als würde die App noch viel viel mehr als nur Messaging machen. Gleichzeitig wird die Facebook-App von Version zu Version immer langsamer und braucht mittlerweile 15Sekunden zum öffnen (iPhone 3GS, iOS 6.1.6)

Tomski am 12.08.14 13:00

@Kai,

muss ich dafür mein Handy Gerooted haben?

Dieter am 12.08.14 13:39

@Dieter: Nein, man sollte einfach nur im Leben "gerooted" sein.

vaikl am 12.08.14 13:53

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit, die Benachrichtigungen im Messanger dauerhaft zu deaktivieren? Auf meinem Tablet habe ich lediglich die Möglichkeit, diese für eine Stunde oder bis 8 Uhr zu deaktivieren. Eine dauerhafte Deaktivierung scheint nicht möglich oder übersehe ich da etwas?

Alex am 12.08.14 19:20

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