Donnerstag, 07.03.2013
Facebook peppt sein Layout auf
Bislang gibt es kein einheitliches Design bei Facebook. Je nachdem, ob man gerade auf einer Timeline landet oder ein Fotoalbum anschaut, ob man an einem PC, Tablet oder Smartphone sitzt - das Layout sieht jedes Mal anders aus. Doch das soll sich ändern: Facebook hat heute (07.03.2013) seinen neu gestalteten
Newsfeed angekündigt. Alles wirkt luftiger, Fotos werden deutlich größer, außerdem gibt es mehr Bilder von Freunden zu sehen - und mehr Werbung.
Einheitliches Layout auf allen Gerätearten
Aufgelockertes Design: Größere Fotos und Videos
Daran muss man sich erst mal gewöhnen: Fotos und Videos erscheinen über die gesamte Breite des Newsfeed-Layouts. Auch die Vorschaubildchen neben Links erscheinen größer als bisher. Und da, wo es keine Fotos gibt, präsentiert Facebook nun häufiger Logos. Das neue Layout orientiert sich stark an den Bedürfnisse von Mobilgeräten. Laut Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der das neue Layout vorgestellt hat, soll die Facebook-Seite künftig auf jedem Gerät mehr oder weniger gleich aussehen, angepasst an die jeweils verfügbare Auflösung, versteht sich.
Dieser Ansatz gefällt erst mal: Ein lockeres Design, größere Bilder, das spricht das Auge an. Allerdings nur, wenn man gute Bilder hat. In Layout-Entwürfen ist das in der Regel der Fall. Ob das auch in der Praxis funktioniert, wird sich erst zeigen. Das neue Layout mit den nun aufgeblasenen Bildern erinnert doch stark an eine Tageszeitung oder Zeitschrift. Nicht ohne Grund, denn Zuckerberg bezeichnet den persönlichen Newsfeed auch als "personalisierte Tageszeitung".
Feeds lassen sich jetzt komfortabler zusammenstellen
Facebook will mehr Werbung präsentieren
Ein schöner Vergleich - allerdings nicht ganz treffend. Zwar wählt jeder Facebook-User für sich aus, welchen Freunden und Seiten er folgen möchte. Doch ein von Facebook entwickelter, geheim gehaltener Algorithmus entscheidet, was davon relevant ist und was man zu sehen bekommt. Je nachdem, wie groß der aktuelle Infostrom ist, erscheint nur ein Teil der Neuigkeiten im Newsfeed. Was auftaucht und was versteckt wird, das legen Server von Facebook fest. Einfluss hat man als Nutzer nicht darauf.
Das wird in naher Zukunft wohl öfter Thema sein: Welche Postings und Nachrichten schaffen es in den Newsfeed der User und welche nicht? Bereits seit Herbst 2012 lässt sich Facebook dafür bezahlen, einzelne Postings garantiert auszuliefern; also ganz klar zu bevorzugen. Facebook will insgesamt mehr Werbung zeigen und so natürlich auch mehr Geld verdienen, insbesondere auf Mobilgeräten. Denn hier ist die Ausbeute von Facebook bislang eher bescheiden.
Werbung oder Inhalt? Schwer zu unterscheiden
Werbung soll bei Facebook wenn möglich genauso aussehen wie die originären Inhalte. Weil Anzeigenkunden offensichtlich lieber große Fotos zeigen und die in Facebook bislang nicht gezeigt werden konnten, wurde flugs alles angepasst. Den Usern wird es als hübscheres Layout verkauft, doch eigentlich geht es darum, attraktiv für Werbeanzeigen zu sein. Was Facebook und alle Werbekunden freuen dürfte: Anzeigen auf Facebook lassen sich nicht so ohne weiteres mit Hilfe von Werbeblockern ausknipsen, wie das im Web möglich und üblich ist. Denn wenn die Werbung auf Facebook genauso aussieht wie die Inhalte, kann auch kein Filter weiterhelfen.
Fazit: Facebook gestaltet das Newsfeed-Layout nicht in erster Linie um, damit wir uns besser darin zurechtfinden oder es mehr mögen. Es geht darum, das Layout an die Anforderungen der Werbekundschaft anzupassen. Auf dem PC soll das neue Layout sofort oder zeitnah zu sehen sein, auf Mobilgeräten nach und nach.
Was mich mittlerweile extrem Stört ist die unübersichtliche Werbung ( sehr störend) Trotz befragung und klick auf Uninteressant oder andere, kommen die selben Werbungsangebote immer und immer wieder. Zudem habe ich das starke Gefühl, dass Facebook mittlerweile versucht Werbung bei Post Blogeinträgen einzumischen. Was seit kurzen wieder weniger geworden ist. Fakt die Werbung ist okay soweit aber nicht das Facebook versucht alles ´zu vermischen und noch mehr Werbung rein zu machen. Ich nutze Facebook um zb Medien oder wichtige Information wie zb Bahn zu bekommen ,oder auch Freunde mal zu schreiben. Aber die Werbung ist ein Nogo für mich.
Michael S. am 8.03.13 20:20
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Donnerstag, 07.03.2013
Linklounge 13/10: Wombat mit Google Glass im Moshpit
Zwei Fünftel der Bevölkerung von Digitalistan sind zur CeBIT entsandt, aber auch außerhalb von Hannover tut sich dieser Tage etwas. Wir haben ein paar hübsche Anwendungsformen zur Datenbrille Google Glass recherchiert und Neues zur Passwortsicherheit, Comic-Publishing und Moshpit-Forschung zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen und Klicken!
So viele gute Links in dieser Woche - und alle abseits der CeBIT. Da wäre zum Beispiel
der Angriff auf den Notizdienst Evernote, der dazu geführt hat, dass der Dienst die Passwörter aller Nutzer zurückgesetzt hat. Caschy hat in seinem Blog, das übrigens diese Woche sein Achtjähriges gefeiert hat, einen tollen Artikel über
sichere Passwörter und den Umgang mit der Cloud gepostet. Klickbefehl!
Gestern haben Dieter Könnes und ich in der WDR 2 Servicezeit
eine Stunde lang über soziale Netzwerke gesprochen. Die letzte Frage: Geht der Hype irgendwann vorbei? Ich sage: Es ist kein Hype - und er geht nicht vorbei. Die Mechanismen werden bleiben. Claus Hesseling zählt aber ein paar gute Gründe dafür auf, warum die Zeit für die großen sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter ablaufen könnte. Er nennt sie
"uncool, unsozial und unökologisch".
Ach, und es gibt noch so viele weitere Seiten, die ich euch in dieser Woche empfehlen möchte:
21 Ideen zu Google Glass,
den ersten sinnvollen QR-Code überhaupt,
ein Einblick in die Google-Suche von Google selbst und
die spannende Social-TV-Diskussion von SWRdirekt zum Beispiel. Viel Spaß beim Surfen!
Ja, Google Glass kann man sicher auf vielerlei Weise nutzen. Die im folgenden Clip gezeigte Anwendung scheint mir höchst plausibel [für zeitweise eingespielte Werbung ist der WDR nicht verantwortlich]:
Wie interessant unsere Gespräche bald sein werden. Oder eher nicht so interessant? Wirklich spannend finde ich die Vorstellung, irgendwann virtuell durch den menschlichen Körper navigieren zu können wie heute durch ganze Städte mit Street View: Eine internationale Forschergruppe hat eine
umfassende interaktive Karte des menschlichen Stoffwechsels erstellt, über die verschiedenste Prozesse nachvollzogen werden können - etwa, wie der Körper Nahrung in Energie umwandelt. Der Name:
Recon 2. Mit Hilfe dieser umfassenden Datensammlung sollen Ärzte mal in der Lage sein, den individuellen Stoffwechsel eines Patienten in einem virtuellen Modell nachzubilden, um eine passende Therapie zu entwickeln. Gut, das klingt alles noch sehr nach Science Fiction.
Und noch einmal Google. Der
Google Watchblog berichtet mit Bezug auf das
Fortune-Magazin davon, dass Google über Youtube bald selbst kostenpflichtige Musik-Streamings einführen will. Das bringt dann doch noch einmal etwas Pfeffer in den dauerlangweiligen Streit mit der GEMA.
Zu guter Letzt möchte ich einer bisher hier vernachlässigten Spezies ein wenig Raum geben. Wombatcontent, zugegebenermaßen nicht ganz aktuell, dafür aber umso liebreizender, besonders bei Minute 1:10:
Jörg Schieb
Über mangelnden Erfolg kann sich der koreanische Hersteller Samsung derzeit ganz sicher nicht beklagen. Ein US-Gericht hat gerade die
Strafzahlung im Patentstreit von Samsung an Apple glatt halbiert. Das ist mehr als ein finanzieller Gewinn, das ist auch ein moralischer Triumph. Nächste Woche will Samsung dann sein neues Galaxy S4 vorstellen - und sich feiern lassen. Die Erwartungen sind gigantisch hoch, denn Samsung ist die größte Konkurrenz für Apple. Mittlerweile kursiert ein Video, das auf das Ereignis einstimmt. Das Produkt selbst wird nicht gezeigt, es werden auch keine konkreten Daten genannt.
Wer Bücher schreibt, kann sie mittlerweile selbst verlegen, etwa bei
Kindle Direct Publishing oder im
iBookStore von Apple. Musik können ihre Musik über diverse Plattformen verkaufen, auch ohne Label. Und jetzt gibt es mit
Comixology auch eine Plattform für Comics: Hier kann jeder Comic-Macher sein Glück versuchen und seine Geschichten online verkaufen.
Versteckte Funktion in
Google Docs bzw.
Google Drive. Wer hier eine Tabelle anlegt und in zwei Zellen untereinander zwei Werte einträgt, die etwas miteinander zu tun haben, etwa zwei Automarken, zwei Weinsorten, zwei Biermarken oder dergleichen und dann die beiden Werte anklickt und bei gedrückter Ctrl-Taste die Liste verlängert, darf staunen: Google fügt dann jede Menge anderer sinnvoller Daten in die Liste ein, andere Marken oder Begriffe. Eine witzige Entdeckung von
BuzzFeed.
David Ohrndorf
Mit der Eisenbahn von Peking über Ulaanbaatar und Irkusk nach Moskau - die Highlights dieser 7.500 Kilometer langen Reise gibt es hier komprimiert auf vier Minuten.
Und dann empfehle ich noch was aus der Kategorie "völlig sinnlos": den
Moshpit-Simulator.
Da hat jemand Entstehung und Bewegung in einem Moshpit analysiert und aus diesen Erkenntnissen einen Simulator gebaut. Man kann rund ein Dutzend verschiedener Parameter ändern und so die Simulation beeinflussen. Wer es nicht kennt, eine
genaue Definition dieses Tanz-Phänomens hat Wikipedia.
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Mittwoch, 06.03.2013
Hübsche Roboter, virtuelle Supermärkte und zu viel Stress - ein kleiner Cebit-Rundgang
... und dann sind da noch die etwas kuriosen Fundstücke. Die Dinge, auf die man bei einem kleinen Rundgang über die Cebit in Hannover stößt, die möglicherweise niemand wirklich braucht, aber die dem Technikfreund an sich viel Spaß bereiten.
Das mobile Robotersystem AILA: 1,70 Meter groß und gebaut für den Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS. Hinter AILA sitzen die Programmierer, die sie gerade auf ihren nächsten Einsatz vorbereiten.
Wenn ich vorstellen darf: AILA. Eine Humanoide, wie wir Menschen Roboter nennen. Eine Schönheit, und vielleicht hätte ich einen Drink spendiert. Aber AILA wirkt etwas unterkühlt. Dafür ist ihr Fingerspitzengefühl umso besser. Auf der Cebit vor zwei Jahren konnte sie Gegenstände heben. Jetzt haben ihr das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und die Uni Bremen eine Feinmotorik eingebaut, mit der sie auf die Umgebung reagieren und wie ein Mensch alle möglichen Hebel umlegen kann.
Dieses Können hat AILA sogar einen ordentlichen Job eingebracht: Sie soll in zwei Jahren zur Internationalen Raumstation ISS fliegen und Astronauten ersetzen, zum Beispiel bei gefährlichen Einsätzen. Dafür arbeiten die Forscher noch an AILAs Lernfähigkeiten: Sie soll bald per Motion Tracking menschliche Bewegungen angucken, abspeichern und nachahmen können. Wenn sie jetzt noch sprechen könnte: beängstigend.
Dieses Einkaufsregal ist nicht echt - es wird nur angezeigt. Dafür ist es immer gut gefüllt: Wer etwas daraus bestellen möchte, muss nur sein Smartphone zücken.
Verrückt: Das Start-up "Emmas Enkel" will dort, wo es voll ist, an Flughäfen, Bahnhöfen oder in Fußgängerzonen, Läden per Display eröffnen. Da steht man dann vor virtuellen Einkaufsregalen. Bestellt wird per Smartphone, geliefert nach Hause. Dabei kommt mir eine Frage in den Sinn, die ich mir nur selten stelle: Wofür zum Teufel brauche ich das? Was ich bei Tante Emma kaufe, möchte ich doch direkt haben, vor allem wenn mich der Hunger plagt. Und gerade an Flughäfen oder in Bahnhöfen haben Supermärkte zu den unmöglichsten Zeiten geöffnet. Wofür virtuell, wenn ich es echt haben könnte?
Etwas praktischer, wenn es ums Einkaufen geht: der intelligente Einkaufswagen - das zweite große Experiment, mit dem das DFKI auf der Cebit ist und den man hier selbst Probe schieben kann. Das funktioniert auch wirklich gut: Der Einkaufswagen zieht sich die Einkaufsliste, die mein auch schon intelligenter Kühlschrank zu Hause erstellt hat und streicht die Produkte von der Liste, die in ihm landen. Er führt mich durch den Supermarkt, bezahlt wird am Ende per Smartphone. Nur schieben und meine Einkäufe aus dem Regal nehmen muss ich selbst. Nervig. Aber wohl nicht zu ändern.
Die Anti-Stress-App: 20 Sekunden sprechen - und schon zeigt sie mir mein Stresslevel an und spuckt dazu passende Atemübungen und Entspannungsmusik aus.
Viel Spaß hatte ich heute außerdem mit einer neuen App: der Anti-Stress-App. Dafür spricht man 20 Sekunden lang ins Handy, die App rechnet dann kurz und erkennt, wie viel Stress man hat. Ich habe es heute mit dem
1LIVE-Zungenbrecher zur Cebit probiert: "Zehn zwitschernde Twitterer tweeten zitternd zwanzig zahme Zoten zur Cebit." Dreimal gesprochen, schon waren die 20 Sekunden rum, und das Ergebnis: Mein Stresslevel liegt bei 3. Die Skala geht von eins bis fünf. Da gibt es Optimierungsbedarf - aber für den Stress, den ich mir hier auf der Cebit gebe, finde ich das durchaus okay.
Für mich wirkt die Anti-Stress-App ein bisschen wie Spielerei. Laut der Telekom, die diese App Mitte April fürs iPhone veröffentlichen wird, ist die Technik dahinter aber schon Jahre im Einsatz. Bisher seien damit vor allem Call-Center-Mitarbeiter geschult worden, damit sie nicht gestresst reagieren, wenn Kunden anrufen, die sauer sind. Die App misst die Schwingungen in der Stimme - egal, welche Worte oder welche Sprache. Und das sei tatsächlich wissenschaftlich zuverlässig.
Wie krank ist eine Welt, wo Millionen von Menschen unter Arbeitslosigkeit leiden und andere sich von seelenlosen Robotern pflegen lassen sollen? Wo Fahrkartenautomaten den Fahrkartenschalter samt sozialen Kontakt ersetzen? Und wo Leute zu Millionen und Abermillionen von den Glotzen sitzen und auf Trivialsoaps starren, in denen sie nur das sehen, was sie auch sehen könnten, wenn sie den Arsch von der Couch heben würden und aus dem Fenster zu ihrem Nachbarn aus Fleisch und Blut herübersähen? Da spielen sich synchron die gleichen Geschichten ab. Nur, daß diese echt sind. Ist das überhaupt noch Fortschritt, wenn mein Kühlschrank für mich einkauft? Ich denke, nicht. Ich sehe es als gnadenlose Bevormundung und Degeneration unserer Psyche an. Ginge die Entwicklung so weiter, lebte der größte Teil der Menschheit in naher Zukunft als schmarotzende, bewegungsunfähige und absolut entbehrliche Made in einer Maschinenwelt. Die Zukunft der Menschheit hatte ich mir immer anders vorgestellt.
Gert am 7.03.13 9:19
@Gert
Es mag nicht jede Erfindung, die auf der Cebit vorgestellt wird, wirklich sinnvoll sein, aber vieles wird später als Grundlage für wirklich wichtige Dinge eingesetzt.
Man nehme die motorischen Fähigkeiten des Roboters. So ist eben der Forschergeist!
Ich stimme ihnen zum Teil zu. Viele Menschen können mit den neuen Errungschften, die unsere Leben "leichter" machen einfach nicht umgehen. Doch das heißt grundsätzlich nicht, dass sie schlecht sind. Der Mensch muss lernen diziplinierter mit seinen Möglichkeiten umzugehen. Manche Menschen können das, andere wiederrum nicht. Nur weil ich meinen Kühlschrank per Smartphone befüllen kann, heißt das nicht, dass ich das auch immer muss. Steht man jedoch unter Zeitdruck oder liegt krank zu Hause im Bett ist man dankbar für diese Möglicheit. Nicht die Errungenschaften sind das Problem, sondern der Mensch, der damit nicht umgehen kann!
Studiosus am 7.03.13 11:46
@ Studiosus, es gibt ja schon Gegenden, selbst im fast zugebauten D.land, da gibt es keine Post, keinen Arzt oder Laden mehr. Ergo muss der Kühlschrank nicht nur ordern können, der muss das Zeuchs auch noch anschleppen.
Motto: Hol das Happi, ein ganz ein Feiner is er! (Muss der unterwegs tanken?)
Pragmaticus am 7.03.13 22:59
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