Dienstag, 19.05.2015

Wie De Maizière uns verhöhnt

Thomas de Maizière ist kein Mann, der einen inkompetenten Eindruck macht. Da hatten wir in jüngster Vergangenheit andere Innenminister, die in dieser Disziplin ungeschlagen sind. Nein: Der Mann denkt strategisch. Man muss bei De Maizière davon ausgehen, dass er genau weiß, was er tut, auch was er sagt und warum. Er hat eine klare Haltung - sendet aber dennoch verwirrende Signale. Zum Beispiel auf der Eröffnung des WWW: 14. Deutschen IT-Sicherheitskongresses in Bonn. Dort hat der Innenminister uns Internetnutzern, seinem Wahlvolk, mal eben eine "digitale Sorglosigkeit" attestiert. Wir alle tun zu wenig, um uns im Netz zu schützen. Punkt.

Thomas De Maizière kritisiert die Netz-User; Rechte: dpa/Picture Alliance
Thomas De Maizière kritisiert die Netz-User


Netznutzer sind resigniert
Er hat zweifellos Recht. Die meisten von uns unternehmen zu wenig. Aber dafür gibt es einige gute Gründe. Der aus meiner Sicht wichtigste und auch überzeugendste ist: Resignation. Denn ein Staat, der seine eigenen Bürger ausspioniert oder zulässt, dass andere Mächte seine Bürger ausspionieren und/oder bei der Spionage tatkräftig mithilft, der darf sich nicht wundern, wenn die Bürger resignieren. Wenn sie davon ausgehen, dass sie sich in der digitalen Welt sowieso nicht verstecken können. Dass es dort keine Privatsphäre gibt.

Denn das ist es ja, was Thomas De Maizière auch ausdrücklich sagt: Seiner Meinung nach müssen Sicherheitsbehörden "befugt und in der Lage sein", jederzeit auf unsere Daten zugreifen zu können. Auf alle Daten - selbst die verschlüsselten. Unser Innenminister, der uns vorwirft, uns nicht ausreichend zu schützen, verlangt gleichzeitig, dass Behörden die Möglichkeit haben müssen, "verschlüsselte Kommunikation zu entschlüsseln oder zu umgehen, wenn dies für ihre Arbeit zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist". In Klartext: Der Staat darf alles - wenn er will. Oder muss. Oder so. Denn "wenn dies für ihre Arbeit und zum Schutz der Bevölkerung notwendig ist" kann so ziemlich alles bedeuten und für alles als Rechtfertigung dienen.

Die Überwachung lassen wir uns was kosten; Rechte: dpa/Picture Alliance
Die Überwachung lassen wir uns was kosten


Mangelnde Aufklärung, mangelnder Schutz
Ja, die meisten Netz-Nutzer unternehmen zu wenig, um sich zu schützen. Viele wollen sich auch so gar nicht an das Konzept der Datensparsamkeit halten, also Daten nur gezielt und vereinzelt preiszugeben. Das mag ungeschickt und auch unklug sein. Aber die viel schlimmeren Vergehen finden woanders statt. In der Politik. Im Innenministerium. Denn der Steuerzahler bezahlt dafür, dass er beschützt wird. Wird er aber nicht. Wir werden ausgeschnüffelt - in bislang unvorstellbarem Ausmaß. Auch von den USA - was definitiv in den Verantwortungsbereich von Thomas De Maizière fällt. Doch wird das aufgeklärt? Nein. Wird das abgestellt? Nein! Hat es Konsequenzen? Nein.

ARD: De Maizière bestreitet einfach alles. Das kann man wohl mit gutem Gewissen als "Versagen" bezeichnen. In einer solchen Situation wäre es wohl angemessen, mal in sich zu gehen. Selbstkritisch zu sein. Aufzuräumen. Aber öffentlich die zu kritisieren, die man verraten hat - das ist mutig. Von daher ist davon auszugehen, dass Thomas De Maizière ablenken will. Wir sollten ihn nicht gewähren lassen. Er muss sich Kritik gefallen lassen - und handeln. Dann können wir darüber reden, was wir als User besser machen können.

De Maiziere und kompetent?

Also wenn ich die Drohnenaffäre, die G36, die Flüchtlingspolitik und weiteres anschaue, ist er einer der Inkompetentesten Politiker seiner Zeit. (Wobei Friedrich auch kein deut besser war)

Zum Datenschutz kann man nicht viel ausrichten, bis es eine einfache Möglichkeit seine Daten zu verschlüsseln und auch die Masse antreibt zu wechseln. Davon gibt es leider immer noch viel zu wenig Möglichkeiten.

Peter am 19.05.15 18:59

De Maiziere und kompetent?

Also wenn ich die Drohnenaffäre, die G36, die Flüchtlingspolitik und weiteres anschaue, ist er einer der Inkompetentesten Politiker seiner Zeit. (Wobei Friedrich auch kein deut besser war)

Zum Datenschutz kann man nicht viel ausrichten, bis es eine einfache Möglichkeit seine Daten zu verschlüsseln und auch die Masse antreibt zu wechseln. Davon gibt es leider immer noch viel zu wenig Möglichkeiten.

Peter am 19.05.15 19:00

Hier liegen offensichtliche Missverstaendnisse vor:"Drohnenaffaere" und G36-Drohne=Industriepolitik,G36 genauso.Die Soldaten sind unwichtiges "Verbrauchsmaterial"!"
"Datenschutz"sind bei Innen und Rech(en)stpolitikern nur Fensterreden fuer den Plebs-die tatsaechlich stattfindende Uberwachung seitens des Staates und der Privaten dient dem Schutz der tatsaechlichen Machthabern im Hintergrund,den"Puppetmasters"!
Verschluesselung ist nicht das Allheilmittel.Das ist nur ein Haase und Igel game.
Tatsaechlich koennte man tatsaechlich etwas machen-nur halt nicht durch gemaule im netz-sondern indem endlich mal die faulen Deutschen ihre Hintern hochbekaemen und geballt auf die Strasse gehen!

Ach je am 19.05.15 19:32

Also einmal nüchtern betrachtet:
Der Herr hat soviele Jobs inne gehabt, hat nichts richtig gekonnt, keine Erfolge verbucht und steigt immer höher auf der Leiter. Und dann will der Opa uns noch über PCs belehren. Ja gehts noch?

Jürgen Bordeux am 19.05.15 20:00

Hab grad die Startseite des BMI angeschaut....
"Wir wolln starke Bürger,die on Freiheit sicher leben"
Boah ey,wattn abgeschraubtes Geschwurbel.
Wer definiert Bürger.Stärke.Freiheit.Sicherheit eigentlich!
Anscheinend irre Germanisten mit Phrasendreschmaschinen ;-)
Mal ernsthaft,es geht eigentlich darum schon eingefahrene Handlungsweisen in schicke Verordnungen uder Gesetze zufassen,weil sich sonst der Bürokrat ganz doll unwohlfühlt.
Und weil man das immer schon so machte und der Sicherheit dient ist das ganz doll wichtig,jawohl!

Martin Däniken am 22.05.15 10:39

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Dienstag, 19.05.2015

Techniksünden mit dem Handy

Ich habe mein Handy schon zweimal versenkt. Einmal im Urlaub, als ich es in der Bauchtasche vergessen hatte und beim Wildwasserrafting komplett nass geworden bin. Und einmal, als ich es ausnahmsweise in der hinteren Hosentasche hatte und es mir ins Klo geplumpst ist.

Handy-Display mit Spiderapp; Rechte: WDR/Horn

Nach dem Wildwasserrafting habe ich drei Stunden später, zurück im Hotel, mit dem Fön versucht, das Innenleben wieder trocken zu bekommen. Vergeblich. Das Handy war Schrott und alle Daten futsch. Seitdem mache ich regelmäßig Backups. Beim zweiten Tauchgang wusste ich schon besser, wie es geht. Ich habe sofort den Akku rausgenommen, um einen Kurzschluss zu vermeiden und das Handy auf einem Tuch trocknen lassen. Mehrere Tage. Und Tatsache. Es lief wieder. Nur die Farben waren irgendwie komisch. Und die Streifen auf dem Display haben mir auch nicht gefallen.

Mit meinem neuen Handy gehe ich vorsichtiger um. Und um von vorne herein Techniksünden zu vermeiden, habe ich mich von Handy-Fachmann Ermal Krasniqi von einem Kölner Handy-Express-Reparaturshop beraten lassen und mit Professor Hans Stahl von der FH Köln gesprochen.

Handy im Reisbad; Rechte: WDR/Horn

Beim Joggen trage ich mein Handy in der hinteren Tasche der Laufshorts. Wenn es regnet, packe ich es vorher in eine Plastiktüte. Ermal Krasniqi warnt aber vor jeglicher Form der Feuchtigkeit. Auch in einer Tüte kann das Handy regelrecht mitschwitzen. "Egal, ob man es beim Kochen neben den Herd legt, beim Duschen zum Musikhören mit ins Bad nimmt, im Regen telefoniert oder es zum Display-Putzen anhaucht - Feuchtigkeit kriecht latent in die kleinen Handyöffnungen, vom Kopfhörereingang über die USB-Ports. Daran geht das Handy nicht zwingend sofort kaputt, aber auf Dauer sammelt sich die Feuchtigkeit im Gerät und kann am Ende zum Wasserschaden führen." Dabei können die Kontaktpunkte und die Platine verkalken und einen Kurzschluss abbekommen.

Erste Hilfe bei Wasser
In solchen Fällen hilft es, das Handy sofort auszuschalten und Akku sowie Gerät einzeln auf einem Tuch zu trocken. Gut sind eine Fensterbank mit Luftbewegung oder leichte Wärme über Heizungen oder hinter einer Fensterscheibe. Angeblich soll es auch helfen, das Handy in eine Schale mit Reis zu legen, denn Reis entzieht ja bekanntlich Wasser. Fönen sollte man das Handy nicht. Denn übermäßige Hitze mögen Handys auch nicht.

Sonneneinstrahlung
Apropos Hitze: alles über Raumtemperatur tut einem Handy auf Dauer nicht gut. Ich lege mein Smartphone im Biergarten ja gerne einfach auf den Tisch, oder auf der Picknickdecke neben mich. Nicht gut, sagt Ermal Krasniqi. Die Platine und der Akku laufen heiß und es kann zu Fehlfunktion im Display kommen. Das Glas bzw. Plastik des Displays, das LCD und der Touch sind geschichtet miteinander verklebt. Ab einer Temperatur von ca. 50 Grad können sie anschmelzen, bei noch mehr Hitze können einige Displays sogar Blasen werfen. Auf Dauer kann das heißen, dass die Farben sich verändern und die elektronischen Komponenten Schäden davon tragen. Professor Stahl rät zur Abkühlung, das Handy in den Schatten zu legen, wo ein leichter Luftzug herrscht. Noch besser beendet man im Hintergrund laufende Apps oder schaltet das Gerät eine Weile ganz aus. Der Tipp, der häufig im Internet zu finden ist, sein Handy dann in den Kühlschrank zu legen, ist aber Quatsch. Unterkühlung tut ebenso wenig gut.

Handyreparatur express-repair24; Rechte: WDR/Horn

Staubfänger
Wenn ich nicht gerade im Park sitze, trage ich das Handy in der Hosentasche. Da wird es zwar nicht unbedingt zu heiß, aber es kann mechanisch überbeansprucht werden, so Professor Stahl - sprich verbiegen oder bersten. Und kleinste Staubpartikel können in die Öffnungen rutschen. Ermal Krasniqi sagt, wenn man dann das Ladegerät einsteckt, drückt man den Staub regelrecht zusammen. Auch davon kann auf Dauer das Handy kaputt gehen.

Ich glaube, ich wünsche mir die gute alte Telefonzelle zurück!

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Sehr hilfreicher Beitrag.
Vielen Dank!☺
Ich verwende seit Jahren noch zusätzlich eine sog. "Otterbox", diese panzert das Gerät ab und selbst Stürze können ihm nichts mehr anhaben. Am Clip trage ich das Telefon bequem an einer Gürtelschlaufe und es ist so immer schnell griffbereit.

Wolfgang am 19.05.15 9:07

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Montag, 18.05.2015

Google will noch mehr Kohle machen

Wir Deutschen sind besonders treu: Mehr als 90 Prozent aller Suchanfragen laufen in Deutschland über Google. Seit Jahren schon. Und es ändert sich auch nichts daran, obwohl wir wissen, dass die NSA mithört, obwohl bekannt ist, dass Google besonders ungeniert Daten sammelt - und trotz der interessanten Alternativen, die es durchaus zu Google gibt. Deswegen dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn Google mehr oder weniger macht was es will. Wie das WWW: Wall Street Journal berichtet, will Google in der mobilen Suche einen "Buy"-Button einbauen. Dann kann man Waren noch schneller bestellen.

Google Schild; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google will seine Macht weiter ausbauen


Das Internet ist zum Kaufen da
Auftauchen soll der Kaufen-Button immer dann, wenn man nach einem Produkt gesucht hat. Man kann dann nicht nur Infos über das Produkt abrufen, sondern es auch direkt kaufen. Das allerdings wird nicht in den eigentlichen Suchtreffern möglich sein (den so genannten "organischen" Suchtreffern), sondern im Bereich mit den gesponserten Treffern, da wo die bezahlten Anzeigen auftauchen. Wer also eine Anzeige für ein Produkt schaltet, kann eine Infoseite anbieten - und zusätzlich eine Möglichkeit zum Kaufen. So können die Anbieter dann ohne Umwege direkt Kohle machen. Google will die neue Funktion zunächst in den USA einführen - und dort auch ausprobieren.

Doch früher oder später kommt der Buy-Button auch garantiert zu uns. Das dürfte dann die Wettbewerbshüter der EU interessieren, die Blog: sich bereits an Google Shopping stören. Die neue Kauffunktion sehen Insider als klare Kampfansage an Verkaufsportale wie eBay oder Amazon. Die werden nicht sonderlich begeistert sein, wenn die Leute daran gewöhnt werden, direkt aus der Suchmaschine ihres Vertrauens heraus kaufen zu können - ohne den "Umweg" über das Portal zu nehmen. Das bedeutet einen deutlichen Kontrollverlust (und mehr Abhängigkeit), selbst für die großen Portale - für die Kleinen sowieso.

Google überall: Der User entkommt der Macht nicht; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google überall: Der User entkommt der Macht nicht


Das Internet ist zum Kaufen da
Man könnte den Eindruck bekommen, das Internet wäre nur noch zum Kaufen da. Alle wollen das große Geld machen. Genug ist nie genug: Google hat 2014 rund 66 Milliarden Dollar mit Werbung verdient. 66 Milliarden! Aber: Es reicht nicht. Es müssen unbedingt noch weitere Funktionen her, die Dollars machen. Keine Funktionen, die den Suchkomfort erhöhen, bessere Ergebnisse bringen oder Schwachsinn aus dem Netz verbannen, sondern Funktionen, die einen noch schneller, noch bequemer einkaufen lassen. Im Silicon Valley huldigen sie halt am liebsten dem WWW: griechischen Gott Hermes. WWW: Athene wird vernachlässigt.

Die Griechen sollten den Namen "Hermes" schützen lassen, sie wären endlich aus dem Schneider!

LiFe am 19.05.15 12:47

Ich schmeiss mich gleich unter den Tisch vor Lachen.Ja,was glauben Sie denn Herr Schieb warum jemand eine Companie betreibt?Weil er "Sozialarbeit"machen will und ein "guter Mensch"ist?
Es geht um Macht und Geld und wer nicht schneller rennt als die Anderen,die ihm auf den Hacken sitzen-der verschwindet vom Markt."Ohne Moos nix los"-sagte schon meine Omma ;)

Ach je am 19.05.15 19:11

Internet wird Deadwood - das hätte es eher getroffen; Google ist dabei auch noch austauschbar, kann durch ein unbedeutendes Web-Phänomen von heut auf morgen implodieren, ohne nennenswerte Folgen -naja bis auf die bedauerlichen Investoren...
Um Geld zu verstehen hilft Nachhilfe in Gravitationslehre, bis hin zu den schwarzen Löchern; der wahre Kenner setzt auf dunkle Materie: Arbeit.

Frank Kampmann am 19.05.15 20:49

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