Sonntag, 28.09.2014

Steven Soderberghs Version von Indiana Jones

Regisseure gehen nicht nur auf Partys und geben Schauspielern Anweisungen, was sie zu tun haben. Sie machen sich vor allem sehr konkret Gedanken über den Aufbau ihres Films - und die genaue Komposition jeder einzelnen Filmszene durch die Kamera. So etwas wird in Fachkreisen WWW: Staging genannt. Welchen ungeheuren Effekt Staging hat, das wollte Star-Regisseur Steven Soderbergh zeigen.

Soderbergh hat sich den Film Indiana Jones aus dem Jahr 1981 geschnappt, ein echter Klassiker, und hat ihn der Farbe beraubt. Er hat aus einem Farbfilm einen Schwarzweißfilm gemacht. Danach hat er komplett andere Musik unter den Film gelegt. Indiana Jones wirkt dadurch komplett anders - und man achtet auch viel mehr auf die kameratechnischen Details im Film. Spannendes Projekt. Den kompletten Film, fast zwei Stunden lang, kann man WWW: hier auf der Webseite von Soderbergh anschauen.

Indiana Jones in Schwarzweiß; Rechte: Steven Soderbergh
Indiana Jones in Schwarzweiß: Soderberghs Version des Klassikers

Wieviel Kohle ist geflossen für diese Werbung? Immerhin befinden wir uns auf einer Seite des WDR.

Urs am 28.09.14 14:20

Ach je-windows muss auf einige Menschen eine echt fatale Wirkung haben noech @Urs?Geld fuer den Hinweis auf ein privates Project eines regisseurs=kostenlos anzusehendes Schwarz\Weiss|Stummfilm remake eines alten Films?ROFL der "Arme"Soderberg-dann hat er also auch dem Guardian etwas gezahlt und all den anderen? Pruusst

Robin am 29.09.14 6:30

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Sonntag, 28.09.2014

DAMN YOU AUTOCORRECT


Regelmäßig treibt mich eine Funktion meines Smartphones zur Weißglut: Autocorrect - mit seinen überaus nett gemeinten Vorschlägen zur Rechtschreibung und Wortwahl. Eine Funktion, hinter der ein sinnvoller Hintergedanke steckt, nämlich die Fehlerquote von Vertippern beim SMS und Mail schreiben auf dem Smartphone zu senken. Allerdings sieht das in der Praxis ganz anders aus. "Nicht ganz ausgereift", könnte man es formulieren. Oder aber, was ich meinem Gerät manchmal entgegenschreien möchte: DAMN YOU AUTOCORRECT. Ja, es treibt mich zur Weißglut - und nein, bisher habe ich es noch nicht ausgeschaltet. Aber ich bin tatsächlich kurz davor. Ich setze nun noch eine leise Hoffnung in die "versteckte Lernfähigkeit" des Autocorrect vom iPhone. Bei meiner Suche im Web nach Leidensgenossen bin ich auf folgende Möglichkeit gestoßen, dem kleinen "Rechtschreibe-Ass" in meinem Smartphone noch etwas beizubringen (obwohl es eigentlich gar nichts lernen möchte).

damnyouautocorrect.jpg

Ein gewisse Erica Sadun machte schon im Jahr 2009 (wie gesagt: neu ist das Problem nicht) die Entdeckung, dass das iPhone unter gewissen Umständen bereit ist, neue Wörter zu erlernen - sofern man ein Hintertürchen öffnet.
Zum Beispiel: Das zugegebenermaßen antiquierte Wort "Telefonzelle" möchte mein iPhone mir nicht vorschlagen, ebenso wenig wie das Wort "Spaßbarometer". Dank Erica weiß ich nun, dass - sofern ich mir die Mühe mache diese Worte in die iPhone-Suche einmalig einzutippen (ohne tatsächlich mein iPhone nach diesen Wörtern zu durchsuchen) - ich bei meiner nächsten Textnachricht beim Eintippen des Wortes die Möglichkeit habe dieses über Autocorrect auszuwählen. Kompliziert? Ne, gar nicht...

suche_iphone.png

Leider ändert das immer noch nichts an meinem Problem öfters mal SMS zu verschicken, in denen bei zu schnellem Klick auf "Senden" Worte, wie "Mops" statt "Nope" rausgehen.
So wirklich zufrieden stellen mich die Lösungsansätze (Autocorrect ausstellen oder komplizierte Umwege gehen) nicht. Daher mache ich meinem Ärger nach altbewährtem Muster Luft: #DAMNYOUAUTOCORRECT! Nichts neues - die entsprechende, gleichnamige Plattform gibt es schon ewig, kein Problem wird dadurch gelöst, aber es ist nach wie vor unglaublich befreiend seinen Unmut herauszuposaunen.
Wem es ähnlich geht, der möge mir folgen und nutze den Hashtag #DYA oder #DAMNYOUAUTOCORRECT für seine "Tipp-Ärgernisse". Denn wenn wir das Problem schon nicht aus der Welt schaffen können, sollten wir uns zumindest über die haarsträubenden Vorschläge amüsieren.

aufruf.jpg

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Freitag, 26.09.2014

Say Hello to Ello

Wer "Soziales Netzwerk" hört, denkt fast unweigerlich an Mark Zuckerbergs Datenkrake. Mit 1,3 Milliarden Mitgliedern weltweit ist Facebook unbestreitbar das größte und erfolgreichste Soziale Netzwerk. Doch es gibt Alternativen. Eine heisst WWW: Ello. Ein Soziales Netzwerk, das Facebook Konkurrenz machen will. Gerade erst gestartet, melden sich derzeit rund 4.000 neue User an - pro Stunde! Es wären sogar mehr, wenn die Gründer von Ello das Wachstum nicht ausbremsen würden, damit sie von explodierenden Nutzerzahlen nicht erschlagen (oder die Server in die Knie gezwungen) werden.

Benutzer auf Ello; Rechte: WDR/Schieb
Ello: Datenschutz und Privatsphäre sollen hier groß geschrieben werden


Keine Werbung, keine Kosten, kein Datenklau
Werbefrei, auf Datenschutz bedacht und auf Dauer kostenlos - das sind die zentralen Unterschiede zu Facebook. Also ein Facebook ohne die kommerziellen Nachteile. Finanzieren will sich der Dienst über OnSite-Verkäufe. Bezahlte Extras, etwa eine bessere Sichtbarkeit im Netzwerk oder Komfortfunktionen wie das Verwalten von mehreren Konten über ein einziges Login. Noch gibt es diese bezahlbaren Funktionen nicht, sie sollen aber kommen.

Die Blog: Ansätze von Ello gefallen mir gut: Werbefrei finde ich persönlich nicht ganz so wichtig wie das Versprechen, den Datenschutz zu achten. Die Frage ist nur, ob die durch die anvisierten Bezahlfunktionen zu erwartenden Einkommensströme ausreichen können, um den Dienst solide zu finanzieren. Denn eins muss klar sein: Wer einen wirklich großen Onlinedienst betreiben und den auch ständig weiter entwickeln will, der braucht Geld. Geld, um die Server zu bezahlen, aber auch die Menschen, die diese Server warten. Geld für Programmierer, Support und rechtliche Fragen. Auch Wikipedia kommt nicht ohne Geld aus.


Eine Computerstimme erklärt das Konzept hinter Ello


Keine Werbung, keine Kosten, kein Datenklau
Deswegen befürchten Skeptiker, das Versprechen der Gründer könnte irgendwann zerplatzen. Denn es stecken 435.000 Dollar Venture-Kapital in der Firma. Zwar halten die Gründer trotzdem über 80% des Unternehmens und können daher - bislang - bestimmen, wohin die Reise geht. Doch wer Geld investiert, der will auch ein Return of Investment (ROI), also Geld verdienen. Das Geld wird nicht ewig reichen, dann muss nachgeschossen werden. Eine Kapitalerhöhung - und das wird zu Lasten der Anteile der Gründer gehen.

Ich drücke Ello die Daumen, dass sich viele dafür interessieren und das Netzwerk ein Erfolg wird. Denn Ello ist sympathisch, wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Datenschutz wird bislang wirklich geboten. So muss man sich auch nicht mit Klarnamen anmelden, sondern kann ein Pseudonym verwenden, was seit Blog: einer Weile auch bei Google+ möglich ist. Allerdings gibt es bislang nicht sonderlich viele Funktionen in Ello. Das dürfte alle, die von Facebook und Google+ verwöhnt wurden, etwas irritieren, vielleicht auch enttäuschen. Aber ändern lässt sich das nur, indem möglichst viele mitmachen bei Ello.

Und jetzt erklärt uns Herr Schieb bitte noch, wie ein auf maximale Bekanntheit zielendes SN, welches seine potentiellen User jetzt schon auf "InApp" bzw. "OnSite" vorbereitet, die in solchen Größenordnungen ziemlich anmaßende Garantie "kein Datenklau" ohne massive Investitionen umsetzen möchte. Oder wie es die User dahingehend verars..en wird, wenn es ums Bezahlen geht.

vaikl am 28.09.14 0:48

Und jetzt erklärt uns Herr Schieb bitte noch, wie ein auf maximale Bekanntheit zielendes SN, welches seine potentiellen User jetzt schon auf "InApp" bzw. "OnSite" vorbereitet, die in solchen Größenordnungen ziemlich anmaßende Garantie "kein Datenklau" ohne massive Investitionen umsetzen möchte. Oder wie es die User dahingehend verars..en wird, wenn es ums Bezahlen geht.

vaikl am 28.09.14 1:31

Man sollte Anbietern von asozialen Netzwerken niemals trauen. Wer so dumm ist, dem Anbieter seine persönlichen Daten anzuvertrauen, ist naiv. Er liefert sich dem Goodwill der Firma aus. Idioten gibt es genug, daher wird es an Kundschaft nicht mangeln. Kluge Menschen meiden alle asozialen Netzwerke wie die Pest. In Deutschland sind User besonders kritisch, und nur eine Minderheit befindet sich auf asozialen Netzwerken. Und die gehört da auch hin.

Urs am 28.09.14 14:13

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