Dienstag, 13.05.2014

Wo liegt eigentlich die Ukraine?

Alle reden gerade über die Ukraine - aber wo liegt dieses Land eigentlich? Diese Frage hat die Washington Post jetzt 2.066 Amerikanern gestellt. Sie sollten die Ukraine auf einer digitalen Weltkarte lokalisieren. Doch nur etwa jedem sechsten (16%) ist es gelungen, auf der hochaufgelösten Onlinekarte zumindest ungefähr die tatsächliche Region in Osteuropa auszuwählen. Fünf von sechs Probanden lagen daneben. Selbst in Brasilien, USA oder Australien haben manche die Ukraine verortet.

ukraine_map.png
Wo ist sie denn, die Ukraine?

Die Weltkarte kann man sich WWW: hier anschauen. Interessanterweise haben deutlich mehr jüngere User die Ukraine korrekt lokalisiert als ältere Amerikaner, Männer waren besser als Frauen. Die genaueren Hintergründe zur Auswertung der Umfrage hat die Washington Post in WWW: ihrem Blog veröffentlicht.

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Dienstag, 13.05.2014

Schnelle Pixelmuster

Wenn ich länger auf einen QR-Code gucke, wird mir schwindelig. Deshalb lasse ich es, denn mit bloßem Auge lesen kann ich dieses kryptische Zickzackmuster aus schwarz und weiß eh nicht. Erst eine QR-Scanner-App führt mich zur eigentlichen Botschaft: einer passenden Seite im Internet. Aber ob ich die überhaupt sehen will, weiß ich erst, wenn ich drauf bin.

Die meisten QR-Scanner leiten mich nämlich ungefragt auf die Internetseite weiter, die mit dem Pixelmuster verknüpft ist. So kann es vorkommen, dass ich ein Wahlplakat abscanne und plötzlich auf einer Pornoseite lande, weil irgendwelche Spaßvögel die echten mit gefälschten Codes überklebt haben. Aber selbst, wenn ich vorher testknibbel und wirklich genau gucke, ob der Code nachträglich aufgebracht oder versiegelt und garantiert original hinter Glas ist, kommt es vor, dass sich Seiten öffnen, die ich gar nicht erwarte. So kann hinter dem QR-Code auf eines Schokoriegels ein Online-Shop für Rezeptbücher stecken und in der Obdachlosenzeitschrift gelangt man beim Scannen des QR-Codes zu einem allgemeinen Spendenaufruf.

Sushi-QR-Code; Rechte: MSC/WDR

An allen Ecken kommen mir QR-Codes mittlerweile entgegen: in Zeitschriften, auf Lebensmittelverpackungen, Gutscheinen, an historischen Gebäuden und sogar im Fernsehen. In England und in den USA werden sogar Grabsteine mit QR-Codes versehen, um zu digitalen Gedenkseiten mit Fotos oder Musik zu leiten. Inzwischen gibt es das WDR: Angebot auch in NRW - und die Stadt Köln hat es kürzlich auf ihren Friedhöfen erlaubt. Schon vor längerer Zeit wurde WWW: Sushi von MSC mit QR-Codes versehen, damit die Käufer die Nachhaltigkeit des Fischfangs nachvollziehen konnten.

Ich nutze QR-Codes ehrlich gesagt herzlich wenig. Laut zweiner Studien von ComScore sind wir Deutschen aber an Platz 1 im WWW: Europa-Vergleich und wenn es nach einigen Herstellern geht, soll irgendwann sogar das WWW: Bezahlen mit QR-Codes machbar sein. Zukunftsmusik dort, während in Bochum an der WWW: Ruhr-Uni schon Versuche scheitern, QR-Codes als Fahrschein für die Stadtbahn auf die Studi-Ausweise zu drucken - weil den Verkehrsbetrieben die entsprechenden Lesegeräte fehlen. Ich als Nutzer möchte eh erstmal sicher sein, dass QR-Codes sicher sind. Und das ist bisher zumindest nicht immer der Fall.

QR-Scanner; Rechte: WDR/Horn

QR-Codes können auf Phishing-Seiten oder Seiten voller Spam und Troyaner leiten. Das können "normale" Links, URLs oder Fotos, die ich anklicke auch. Aber genau deshalb sollte ich mich und mein Handy genauso wie meinen heimischen Rechner schützen: mit entsprechenden Anti-Virus-Programmen und Malware-Apps. Und durch die Wahl des richtigen QR-Code-Scanners.

Die Internetkampagne WWW: Klicksafe von der EU sagt, der Scanner sollte nicht zu viele Berechtigungen haben. Einige Apps wollen zum Beispiel das Telefonbuch auslesen. Völlig unnötig. Eine Möglichkeit für Android ist da zum Beispiel QR-Droid Private - diese Folgeversion verzichtet auf das Auslesen privater Daten. Für Apple wird hier "Qrafter" gerne genutzt. Am besten sind dabei immer Apps, die sich konfigurieren lassen. Sprich: Ich kann mir die gescannte URL vorab anzeigen lassen und entscheide dann, ob ich weitergeleitet werde oder nicht.

QRCode-Generierung; Rechte: WDR/Horn

Im Gegensatz zu Barcodes auf Büchern oder Retouraufklebern, also Strichcodes mit binären Informationen, können QR-Codes mit zig beliebigen Informationen hinterlegt werden - Links, PDFs, Email-Adressen, Logos. Entwickelt wurden sie bei Toyota Anfang der 90er, um Autoteile damit zu versehen und die Logistik zu vereinfachen. Ich kann meine Codes mittlerweile gestalten wie ich will, wie man bei QRCode-Monkey sehen kann. Und wenn man besser versteht, wie sie aufgebaut sind, kann man Fälschungen ja vielleicht besser enttarnen.

Essbare QR-Codes; Rechte: WDR/Horn

Um ganz sicher zu sein, was hinter den Codes steckt, muss man sie vielleicht einfach selbst programmieren. Das geht zum Beispiel mit essbaren QR-Codes. Die kann ich einfach auf Kekse backen, mit einer Geburtstagseinladung oder Fotos im Netz verknüpfen, verschenken, scannen und genießen - ganz ohne faden Beigeschmack.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Donnerstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Sicher, dass es an den Lesegeräten in Bochum liegt? Ich fahre (mit regulären Tickets) in Bochum fast nur per QR-Code (mit HandyTicket).

Jens am 13.05.14 14:31

In Gesprächen mit der Uni Bochum wurde mir bestätigt, dass das Vorhaben damals auf Grund von Schwierigkeiten mit den Lesegeräten gescheitert ist. Die Codes auf regulären Tickets sind aber häufig spezielle Barcodes und keine QR-Codes, so dass die Handytickets vermutlich mit anderen Geräten gelesen werden.

Anita Horn am 13.05.14 14:54

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Sonntag, 11.05.2014

Social Shopping: Einkaufen per Twitter

Twitter steht enorm unter Druck. Der Aktienkurs ARD: rauscht gerade in die Tiefe. Zwar twittern immer mehr Menschen, doch Geld verdient Twitter damit kaum. Es mangelt an guten Ideen, wie sich die Heerscharen an Usern monetarisieren lassen. Werbung ist eben kein Allheilmittel. Andere Akteure haben durchaus Einfälle. Bestes Beispiel: Amazon. Der Onlineversender bietet seit kurzem die Möglichkeit, per Tweets Waren einzukaufen, wenn auch bislang nur in den USA und in Großbritannien.

Dazu muss man lediglich auf einen Tweet antworten, der einen speziellen von Amazon bereitgestellten Link enthält - und den Hashtag #AmazonCart hinzufügen. Amazon testet das gerade auf amazon.com. Die Bestellung wird registriert und ausgeführt, ohne dass man auf der Webseite vorbeischauen oder bei Amazon eingeloggt sein müsste. Man muss auch keine Links kopieren oder auf dem Smartphone Apps wechseln - der Einkauf klappt aus der Twitter-App heraus. Allerdings landen die Produkte nur im Warenkorb. Später muss man dann doch auf der Amazon-Homepage vorbeischauen und sich einloggen, um den Kaufprozess abzuschließen.

Damit all das funktioniert, muss ein Amazon-Kunde in seinem Konto den eigenen WWW: Twitter-Account hinterlegen. Dann kann Amazon anhand der Twitter-Absenderkennung erkennen, wer da getwittert hat, nimmt den Link, sucht das Produkt und registriert das alles als Bestellung. Technisch keine Hexerei - aber durchaus zeitgemäß.


Amazon erklärt den Hashtag #AmazonCart


Bestellungen öffentlich einsehbar
Amazon profitiert gleich doppelt durch diesen Trick. Zum einen lassen sich einfach und bequem Bestellungen aufgeben, zum anderen wird auch noch Werbung gemacht. Denn der Bestell-Tweet ist in der Regel öffentlich einsehbar, ebenso die Antwort von @MyAmazon an den Absender, wenn die Bestellung bestätigt wird. Selbst wenn man seinen Account vor der Öffentlichkeit verbirgt: Die Follower kriegen auf jeden Fall mit, was man kauft. Amazon nutzt geschickt die Möglichkeiten, die Twitter bietet. Twitter selbst profitiert von all dem nicht, es werden keine Provisionen gezahlt.

Doch auch wenn gerade in vielen Medien der Eindruck erweckt wird: Amazon war keineswegs der erste, der auf die Idee gekommen ist, Twitter als Verkaufskanal zu nutzen. Diese Ehre gebührt dem Kreditkartenanbieter American Express. Wer einen Tweet mit dem Hashtag #BuyAmexGiftCard25 absetzt, kauft einen Geschenkgutschein - sogar mit Rabatt. Auch manche Hardware wie die Spielekonsole Xbox 360 oder das Amazon Kindle lassen sich WWW: per Hashtag kaufen. Wer eine Kreditkarte von American Express hat, muss dazu seinen Twitter-Account hinterlegen. Bestellungen per Twitter werden von Amex bestätigt - und diese Bestätigung müssen Amex-Nutzer abermals innerhalb von 15 Minuten quittieren, damit die Bestellung perfekt ist. Das soll Missbrauch vorbeugen.

amexshop.png
Einkaufen per Twitter: American Express war Vorreiter


Social Shopping setzt sich nicht durch
Ich wundere mich, dass nicht mehr Onlinehändler auf die Idee kommen, auf diese Weise ihren Verkauf anzukurbeln und nebenbei noch die Werbewirkung zu nutzen - und warum nicht Twitter selbst mehr in diesem Segment experimentiert. Vielleicht, weil es nicht die denkbar diskreteste Art ist, etwas einzukaufen. Andererseits fotografieren und twittern heute schon viele, was sie online bestellt und gerade ausgepackt haben.

So richtig scheint sich Social Shopping dennoch nicht durchzusetzen. Auch auf Social Shopping spezialisierte Angebote wie WWW: Kaboodle, WWW: MyItThings, WWW: Zebo, WWW: ProductWiki, WWW: ShopStyle, WWW: Woot und WWW: Iliketotallyloveit jedenfalls gelingt nicht der große Durchbruch. Wenn wir einkaufen, wollen wir offensichtlich doch etwas Diskretion.

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