Dienstag, 30.09.2014

Atlas verteilt jetzt Reklame

Atlas hat eine schwere Last zu tragen: Er schultert nicht weniger als WWW: die ganze Erde. Sicher kein Zufall, dass Facebook sein neues Werbenetzwerk so getauft hat: WWW: Atlas. Facebook will im gesamten Netz Werbung anbieten und dafür die angesammelten Daten über seine User auswerten. Künftig kann jeder Werbetreibende von den Erkenntnissen profitieren, über die Facebook verfügt, und zielgerichtet Werbung schalten - nicht nur bei Facebool selbst und in den Facebook-Apps, sondern überall im Netz. Theoretisch auf jeder Webseite. Auf dem Schreibtisch-PC. Auf dem Tablet. Auf dem Smartphone.

fb_atlas.png
Werbekunden stehen eine Menge Möglichkeiten offen


Zielgerichtet Werbung machen: Überall
Letztes Jahr hat Mark Zuckerberg Microsoft das bereits existierende Werbenetzwerk Atlas abgekauft - und jetzt aufgepimpt. Werbekunden lieben es, ihre Werbung so zielgerichtet wie möglich schalten zu können. Je präziser die Werbung passt, umso höher die Aufmerksamkeit, umso besser das Ergebnis. Wer Streueffekte vermeiden kann, verbessert sein Ergebnis. Es macht halt einen Unterschied, ob man einem Netzuser generell Hotelzimmer anbietet oder gleich das passende Zimmer in der passenden Preiskategorie in der Stadt, für die sich der User gerade interessiert.

Facebook hat genügend Daten, um genau das anbieten zu können. Dabei verkauft Facebook nicht etwa die Daten selbst, also niemand wird erfahren, dass ich als Jörg Schieb gerne nach Paris oder San Francisco fahre und Hotels im Inneren der Stadt bevorzuge, die etwas ruhiger sind. Aber wenn jemand Hotelzimmer bewerben will, kann er seine Werbung entsprechend ausrichten: Schalte ein Werbebanner bei reiselustigen Usern für ihre Lieblingsstadt und in ihrem Preissegment. Voilà: Die passende Anzeige ist fertig und dürfte mein Interesse eher wecken als ein Hotel am Ballermann.

Facebook Messenger App; Rechte: Facebook/WDR
Facebook sammelt jede Menge Daten - auch beim Chat


Zielgerichtet Werbung machen: Überall
Damit tritt Facebook konkret in den Wettbewerb zu Google. Bislang war Google Platzhirsch im Verkaufen genau solcher Reklame. Da jedoch Facebook deutlich mehr über seine User weiß als Google, könnte es gut sein, dass die Werbekunden sich auf den neuen Reklamedienst von Facebook stürzen und dort Anzeigen schalten - was zu Lasten von Google ginge. Mit Atlas können Werbetreibende sogar einzelne User wieder erkennen, egal ob sie gerade am Tischrechner, am Tablet oder auf dem Smartphone surfen. Facebook trackt alles, bekommt alles mit - wenn man Mitglied bei Facebook ist.

Wer Facebook nicht nutzt, muss sich nicht weiter sorgen. Doch wer Facebook nutzt, dem muss klar sein, dass er nun nicht nur intensiv beobachtet wird, sondern dass die Erkenntnisse über seine Aktivitäten im Netz genutzt werden. Während man Facebook selbst nutzt, mag man sich noch sagen: OK, ein fairer Deal. Ich nutze den Dienst kostenlos - und bekomme dafür eben Werbung angezeigt, die auf meine Interessen zugeschnitten ist. Jetzt wird das aber ausgedehnt auf alle Aktivitäten im Netz. Man könnte - theoretisch - überall im Netz auf Anzeigen stoßen, die Facebook vermittelt hat.

Wer das nicht will, kann nur eins machen: Facebook gar nicht oder nur auf bestimmten Geräten nutzen - und auf anderen gar nicht. Nicht ein einziges mal. Dann weiß Facebook auch nicht, wer man ist und wo man ist. Anderenfalls wird Atlas Werbung verteilen. Der arme Kerl, das hat er wirklich nicht verdient, dass in seinem Namen die Welt mit Reklame versorgt wird.

Toll - wo sind denn die Kommentare von gestern ???

nicht nötig am 1.10.14 7:46

Alles regt sich ueber die NSA auf und der WDR macht Propaganda fuer die privaten NSA derivate-wie lustig.

Ach je am 1.10.14 15:46

Wissen die Werbefritzen nicht, dass jede Art "personalisierter" Reklame regelmäßig erst dann die Zielperson erreicht, wenn diese ihr Geschäft bereits abgeschlossen hat? Wenn ich im Netz einkaufen gehe, lege ich doch nicht mitten in meiner Suche eine Kunstpause ein, um den Datenkraken Gelegenheit zu geben, ihre Reklamezettel für mich zusammenzubasteln...

Basine am 2.10.14 2:00

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Montag, 29.09.2014

Musik und Polizeifunk

Für solche Dinge liebe ich das Internet: "You are listening to" ist eine Website, auf der ihr entspannte Musik hört - und eine Liveübertragung des Polizeifunks, zum Beispiel aus WWW: New York, WWW: Los Angeles oder WWW: Detroit. Das klingt erst einmal völlig verrückt, hat aber, wenn man sich ein paar Minuten drauf eingelassen hat, sehr viel Charme.

New York; Rechte: youarelistening.to
Musik und Polizeifunk auf "You are listening to" haben zusammen eine fast hypnotische Wirkung.

Beim Zuhören hatte ich das Gefühl, ich höre Geschichten über das Leben in New York, erzählt von verschiedenen Polizisten, ein Mix aus gestresster Großstadt, aufreibenden Verfolgungsjagden und langweiligen Kleinigkeiten, Geschichten, die zum Teil erst beginnen, zum Teil zu Ende gehen, wie ein Soundteppich für die Nacht - spannend.

In diesem Zusammenhang auch sehr zu empfehlen:

SF 10-33 von SomaFM -> http://somafm.com/sf1033/

Schla am 30.09.14 9:11

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ASIATISCH Videos

Digitalistan - Digital - WDR.de

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Montag, 29.09.2014

In Schale geschmissen

Mein Handy sieht aus wie von einem anderen Stern: jede Menge Kratzer im Display - auch unter der Schutzfolie. Der Rand ist verbeult und zum Teil verkokelt (Kochen und Kommunizieren gleichzeitig ist nicht empfehlenswert), und auf der Rückseite löst sich die durchsichtige Schutzschicht auf und bröckelt ab. Ich hätte natürlich von Anfang an eine Handyhülle nutzen und mein Smartphone in Schale schmeißen können, aber ich trage es immer in der vorderen Hosentasche. Mehr Platz als für das Handy selbst ist da einfach nicht.

Am Anfang habe ich das gute Stück behandelt wie ein rohes Ei. Täglich das Display poliert, Staub weggepustet. Heute - zwei Jahre und diverse Flugrunden vom Rennrad-Navihalter Richtung Asphalt später - ist mir die Schönheit des Telefons schnurzegal. Hauptsache, es funktioniert noch. Allerdings vergesse ich dabei einen wichtigen Aspekt: Cool aussehen tut mein Handy nicht (mehr). Dabei legen Smartphone-Besitzer sehr großen Wert darauf, wie ich bei meiner Feldstudie auf der Kölner Domplatte gelernt habe. Wenn schon kaputt, dann wenigstens mit Stil, zum Beispiel in Form einer "Spider-App", aber dafür mit schicker bunter Hülle drum herum.

Handyhüllen; Rechte: WDR/Horn

Bumper wie die von Kornelia und Ramona, die als Gummipuffer rund um den Handyrand das Telefon bei Stürzen schützen sollen, gibt es in diversen Größen und Farben. Hätte ich nehmen können, aber dann rutscht das Handy nicht mehr so gut in meine Hosentasche.

Handyhüllen: Rechte: WDR/Horn

Das Gleiche gilt auch für sogenannte Zweikomponentenhüllen mit Innenschutz und Hard-Case für außen, so wie Alex und Flo sie haben. Dann kann ich ja gleich einen Extra-Rucksack für den Handytransport mitnehmen. Nein, danke.

Handyhülle; Rechte: WDR/Horn

Ob die Hüllen, die vor Strahlen schützen sollen, handlicher und stabiler sind und wirklich was bringen, weiß ich nicht. Das WWW: Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt sie zumindest. Es reicht aber theoretisch auch, wenn das Handy den WWW: SAR-Wert, die sogenannte Spezifische Absorptionsrate, nicht überschreitet, also die Strahlung unter einem festgelegten Wert bleibt. Ich habe eine super Idee: Ich habe meine Macken im Handy selbst kreiert - wieso sollte ich mir also nicht auch ein eigenes Handy bauen? Oder besser gesagt, drucken! Schließlich gibt es 3D-Drucker und entsprechende Vorlagen für gedruckte Handyhüllen auch. Manche Handyhersteller bieten auch individualisierbare 3-D-Druckideen für Schutzhüllen zum Download an. Die nötigen Programme wie zum Beispiel die App Cubify (iOS) oder SketchUp von Google gibt es auch. Und es gibt Werkstätten, in denen ich als Mitglied die vorhandenen 3-D-Drucker nutzen darf.

Polychemy iPhone-Case vs Socke; Rechte: WDR/Horn

Wenn man WWW: Nudeln, Autos und Schminke drucken kann, Kinderspielzeug und sogar Waffen in 3-D drucken kann, dann werde ich wohl auch mein eigenes Handy drucken können. Selbstverständlich stoß- und wasserfest.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Echt lustiger Beitrag. Gibt's auch Sommer- und Winterkleidung fuer Handys? Das mit dem Strahlenschutz, naja. Ich finde ohnehin, die Angst vor Handystrahlen ist highly overrated.

Sven am 30.09.14 15:19

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