Freitag, 23.05.2014

Geteiltes Glück

100 Tage am Stück glücklich sein. Klingt irgendwie nicht besonders viel, wo das Jahr doch 365 Tage hat. Aber bin ich jeden Tag glücklich? Wenigstens ein bisschen? Ein Projekt im Internet will das erreichen. Und über 800.000 Leute machen schon mit.

Glücklich sein macht nicht nur Spaß, sondern angeblich auch kreativer, weniger erkältungsanfällig und stressresistenter. Außerdem ist Glück etwas, das sich vermehrt, indem man es WWW: teilt. Also ran ans Handy und das Tablet, denn Glück kann man instagramen, liken und retweeten.

100happydays; Rechte: WDR/Horn

Unter dem Hashtag #100happydays findet mnam im Netz unzählige Fotos von blauem Himmel, Yoga am Strand, Schokolade, Füße vor dem Fernseher und Hunde, die in die Linse bellen. Ich habe mich bisher nicht angeschlossen, aber das Projekt hat mich zumindest dazu gebracht mal zu überlegen, ob ich jeden Tag ein bisschen zufrieden und glücklich bin. Bei #100happydays sollen die Nutzer jeden Tag bewusst etwas tun, das sie glücklich macht: etwas Gutes essen, was schönes erleben. Es geht also nicht um große, materielle Dinge, sondern um Kleinigkeiten, Nettigkeiten und die Schönheiten des Alltags. Seit Ende 2013 gibt es das Projekt, ins Leben gerufen von Dmitry aus der Ukraine.

Er lebt in der Schweiz, ist 27, arbeitet bei einem Unternehmen für Bildungsreisen und möchte das Bewusstsein für Glück im Alltag schärfen. Denn eigentlich ist es ganz leicht glücklich zu sein und andere Leute glücklich zu machen. Mittlerweile machen weltweit über 800.000 Leute mit. So wie Daniele aus Köln. Sie ist 30 Jahre alt, kommt ursprünglich aus Brasilien und ist zur Zeit in München. Per Skype hat sie mir erzählt, dass sie seit 19 Tagen mitmacht und seitdem tatsächlich ein bisschen glücklicher ist. Sie zelebriert jeden Tag und freut sich am Ende der Woche, was sie alles glückliches erlebt hat. Und wenn die 100 Tage rum sind, will Daniele weiter machen.

Glückskekse; Rechte: WDR/Horn

Aber was ich Glück denn nun wirklich? Für mich ist Glück zum Beispiel eine schöne Laufrunde im Park, Sonne, Nougatschokolade, eine zufällige Begegnung mit einem spannenden Menschen. So wirklich verallgemeinern kann man das aber nicht. 2013 gab es eine ARD: ARD-Themenwoche rund um das Glück, mit zahlreichen Glücksexperten, Glückspilzen und Glückslehrern. Vom Mönch über den Junkie bis zum Profisportler hat eben jeder seine eigene Auffassung von Glück. Aber es gibt auch findierte Grundlagen. Und zwar aus dem recht jungen wissenschaftlichen Bereich der WWW: Glücksforschung. Mittlerweile gibt es sogar Glück als WWW: Unterrichtsfach. Schule kann also theoretisch auch glücklich machen. Und Glück kann Schule machen.

100happydays; Rechte: WDR/Horn/Dmitry

Ich habe heute einer Schülerin auf der Straße einfach so eine Sonnenblume geschenkt. Und der Blumenverkäuferin 20 Cent mehr gegeben als nötig. Das Ergebnis waren zwei leicht irritierte, aber strahlende Gesichter und ein ziemlich gutes Gefühl. Ich glaube, Glück ist für mich, wenn man andere glücklich macht. Am besten 365 Tage im Jahr.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Donnerstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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Freitag, 23.05.2014

Das größte Selfie der Welt

Kaum etwas ist in sozialen Netzwerken so populär wie Selfies. Jetzt ist das größte und vielleicht auch ungewöhnlichste Selfie aller Zeiten online gegangen: Ein WWW: Selfie von der Erde - hergestellt von der NASA. Sieht erst mal nach einer normalen Aufnahme aus dem All aus. Ist aber ein 3,2-GB-Foto, in das man hinein zoomen kann. Und je näher man heranfährt, umso genauer sind die vielen kleinen Fotos zu erkennen, aus denen die ungewöhnliche Erd-Aufnahme besteht.

GlobalSelfieMosiac; Rechte: NASA
Die Erde: Das Bild besteht aus 50.000 Einzelaufnahmen (Selfies)

Die NASA hat ein "Global Selfie" erstellt. Menschen aus aller Welt waren aufgerufen, ein Selfie von sich zu machen. Mit einer Karte im Bild und einer genauen Ortsangabe. Über 50.000 Fotos sind bei der NASA eingegangen. Die hat die Aufnahmen dann montiert - mit Bildern aus über 100 Ländern. Das Ergebnis: Ein wirklich wunderbares Selfie. Eins, das nicht der Eitelkeit des einzelnen frönt, sondern die Vielfalt der Menschen dokumentiert. Schönes Projekt.


Projekt der NASA: Selfies in aller Welt eingesammelt

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Mittwoch, 21.05.2014

Netflix kommt nach Germany

Das Geschäft mit dem Streaming von Musik und Filmen explodiert gerade. In den USA sind Blockbuster, Filme und Serien aus dem Netz der große Renner: Einfach den Titel auswählen - und der ausgewählte Film, die ausgewählte Serie erscheint auf dem Bildschirm. Wann man möchte, wo man möchte. Auf dem PC, Notebook, Tablet, Smartphone oder Fernseher, in der Regel sogar in HD-Qualität und manchmal sogar mit Extras wie der Möglichkeit, Sprache oder Untertitel zu wählen. Schick. Bislang fehlt bei uns in Deutschland aber ein Anbieter, der in den USA besonders populär ist: WWW: Netflix. Doch jetzt kommt Netflix definitiv nach Deutschland.

Kevin Spacey in House of Cards; Rechte: dpa/Picture Alliance
House of Cards mit Kevin Spaces: Extra fürs Netz hergestellt


Niedrige Abogebühren
Das bringt uns Serien wie die im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnete Serie WWW: House of Cards mit Kevin Spacey nach Deutschland. House of Cards wird von Kritikern geliebt und ist die erste Serie, die ausschließlich fürs Netz hergestellt wurde. Spätestens Ende des Jahres soll Netflix dann auch bei uns in Deutschland verfügbar sein. Das erhöht den Wettbewerb: Maxdome, Watchever, Blog: Amazon Instant Video, Apple TV - es gibt bereits einige Angebote in Deutschland, doch nun kommt noch ein Riese dazu. Und der will hier in Deutschland mit niedrigen Abopreisen starten. Klar, muss Netflix auch, schließlich ist der Markt schon ganz gut besetzt.

Netflix funktioniert wie Watchever oder Amazon Prime Instant Video: Man zahlt einen fixen Monatsbetrag und darf dafür alle Filme und Serienepisoden im Angebot anschauen, beliebig oft. Amazon hat gerade erst den Preis fürs Streaming gesenkt: 50 EUR im Jahr, also gerade mal 4 EUR im Monat. Watchever verlangt das Doppelte, etwa 8 EUR im Monat. Doch der neue Konkurrent wird nicht unbedingt die Preise weiter drücken, sondern eher das Angebot heben. Denn die deutschen Streaming-Anbieter verfügen bislang über ein eher bescheidenes Angebot. Da haben die Amerikaner deutlich mehr in ihren digitalen Archiven.

Netflix Homepage; Rechte: dpa/Picture Alliance
Netflix: Neue Konkurrenz für Maxdome, Watchever und Co.


Es kommt Bewegung in den Markt
Netflix ist bereits 2007 in den USA gestartet und hat mittlerweile 48 Millionen Kunden weltweit. Der Anbieter hat damit eine große Macht. Er kann nicht nur eigene Serien herstellen wie "House of Cards", sondern bekommt leichter die Lizenzen für Serien oder Filme als andere Anbieter - weil es sich für die Produzenten besser rechnet. Mit wie vielen Titeln Netflix bei uns in Deutschland starten will, ist allerdings noch nicht bekannt.

Die gute Nachricht für alle, die Filme und Serien gerne per Stream anschauen ist aber: Durch den neuen Player im Markt wird das Angebot bei uns in Deutschland noch größer und die Preise werden eher weiter fallen. Die Verwertungskette von Filmen und Serien verschiebt sich weiter Richtung "Video on Demand". Schon heute sind viele Filme bereits wenige Wochen nach Kinostart online verfügbar, gegen Bezahlung. In den großen Abo-Diensten wie Watchever, Netflix und Co. sind eher etwas ältere Filme und Serien zu sehen. Der zunehmende Konkurrenzkampf wird dazu führen, dass Filme und Serien schneller hier landen. Für alle, die so etwas gerne anschauen, ist das sicher keine Strafe.

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