Dienstag, 28.10.2014

Der frühe Vogel...

Der frühe Vogel fängt den Wurm? Im Normalfall ja! Aber im Moment gilt für mich eher: Der frühe Vogel kann mich mal. Jetzt, wo es morgens immer länger dunkel bleibt und die Zeitumstellung mich vollends durcheinandergebracht hat, verabscheue ich es aufzustehen und jeden Morgen auf ein Neues aus dem Schlaf gerissen zu werden. Gibt es nicht wenigstens Wecker, die halbwegs Spaß machen? Immerhin gibt es genug WWW: gute Gründe, um morgens aufzustehen. Und damit meine ich nicht zwingend die Arbeit...

Wecker; Rechte: Nicole Köhring

Also gut. Es gibt diverse Apps, die mir dabei helfen wollen, das Wachwerden so (un)angenehm wie möglich zu machen. Auf jeden Fall wollen sie alle verhindern, dass ich verschlafe. Also ran an den Test. Ich will wissen, welche App mich am besten aus den Federn bimmelt. Hier gibt es zum Beispiel den Lichtwecker, den „klugen Wecker", die Wake App, Sleep Bot, Sleep Cycle oder Dream:On. Alle Apps versprechen mehr oder weniger, meine Bewegungen während des Schlafs aufzunehmen, wenn das Handy mit auf der Matratze liegt. Angeblich erkennen sie dann, wann ich im Tiefschlaf bin und wann nicht, um mich genau dann sanft aus dem Schlaf zu holen. Ich gebe also einfach eine Zeitspanne an, in der ich definitiv aufstehen muss. Dann wird morgens erst das Display immer heller und später kommt ein leiser Alarmton dazu. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin hält solche Apps nach einem Test im Schlaflabor allerdings für WWW: Quatsch. Auch WWW: andere Nutzer sind eher skeptisch - trotz Zusatzangeboten wie Traum-Austausch-Forum und Community. Also spare ich mir das Geld lieber, denn viele der Apps kosten etwas.

Wecker-App; Rechte: WDR/Horn

Ich probiere es einfach mit einem Naturklang-Wecker. Die gibt es wie Sand am Meer. Ich kann mich wahlweise von muhenden Kühen, Vogelgezwitscher, Meeresrauschen oder Klangschalen wecken lasen. Allerdings klingen die Töne meist sehr blechern und werden in einer Schleife abgespielt, sodass ein echtes Naturgefühl ausbleibt. Weg damit. Dann eben auf eine ganz andere Tour...

Im Play Store stolpere ich über die Drill Clock-App. Hier kann ich einstellen, dass der Alarm nur durch das Lösen einer oder mehrerer Matheaufgaben wieder ausgeht oder indem man zum Beispiel Frühsport macht. Bewege ich das Handy, gibt es irgendwann Ruhe. Klar, hier kann ich auch schummeln. Wer auch nach 30 Mal Handy-Schütteln noch nicht wach ist, aktiviert einfach den "fies"-Modus. Dann ertönt ein schriller Piepton wie bei einer Rückkopplung. Bettflucht garantiert. Für iPhone-Besitzer gibt es alternativ die App „Army Alarm". Und die App "Alarmy - Sleep if you can" ist mindestens genauso gemein. Hier muss ich ein Foto machen, speichern und am nächsten Morgen dasselbe Objekt wieder fotografieren, um den Alarm auszuschalten. Mit einem Bild von mir selbst klappt es leider nicht. Frisur, Winkel, Licht und Abstand haben die Wiedererkennung des Originalfotos verhindert und ich habe den Lärm nur ausbekommen, indem ich den Akku rausgenommen habe. Wer dann wieder einschläft, hat Pech gehabt. Jetzt bekommt man nicht einmal mehr einen bösen Anruf vom Chef, der einen im Büro vermisst.

Wecker-App; Rechte: WDR/Horn

Wenn schon weiterschlafen, dann wenigstens für einen guten Zweck. Deshalb wage ich mich noch an zwei Spenden-Wecker, zum Beispiel #dreamon (mit einer Raute vor dem Namen) oder den „Charity-Wecker". Aber am Ende führt kein Weg daran vorbei, ich muss einfach aufstehen. Ich schleppe mich also zur Bahn und fahre zur Arbeit. Damit ich meine Haltestelle nicht verpenne, habe ich mir bisher immer den normalen Handywecker gestellt. Und dann hatte der Zug 15 Minuten Verspätung und ich wurde um wertvollen Schlaf gebracht, weil der Wecker natürlich nach Fahrplan geklingelt hat... Deshalb ist mein Favorit die GPS-Wecker-App „Wake me here". Die klingelt, wenn ich in die Nähe eines gespeicherten Ortes komme. Ich markiere einfach die gewünschte Haltestelle oder eine Straße in der Karte, wähle den Alarmton und schalte mein GPS-Signal ein. Und dann gute Nacht. Auch am frühen Morgen.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Das Problem: Wenn man raus muss, muss man raus! Da hilft kein sanftes Wecken. Da hilft nur RAUS! Einfachste Lösung: Mit ganz normalen Schaltuhren wird irgend etwas ganz Fieses angeschaltet, z.B. eine helle Lampe. Mit Verzögerung folgt etwas, das Krach macht. Vielleicht reicht gewöhnliches Radio. Ausschalten geht vom Bett aus nicht. Stecker und Schalter sind außer Reichweite. Bei wichtigen Terminen hilft nur die Verwendung mehrerer Weckverfahren. Voralarm mit gewöhnlichem Wecker, die erste Schaltuhr für das Licht, die zweite für den Lärm. Für mich sind immer die Wahltermine brutal, weil ich dann um 7.30 Uhr (Sommerzeit!) als Wahlhelfer im Wahllokal sein soll. In letzer Zeit mache ich das Wecken dann einfach so: 4 Mehrfachtimer mit je 3 Uhrzeiten liegen neben dem Bett. Piept insgesamt 12 mal, und zwar zeitversetzt, auch bei eventuellem Stromausfall. Bisher reichte das, um dann irgendwann das Radio anzuschalten. Radio zusätzlich über Schaltuhr ist wohl doch sicherer.
;-)

Bertram in Mainz am 27.10.14 21:53

Wenn man sich zuviel ans Stress auflaedt-also sich staendig von dieser Sklavenpeitsche aka "smartphone"hetzen laesst,statt mal gegen Abend herunterzuschalten.Ein wenig mehr an Sport taete wohl auch gut.Merkwuerdig,obwohl eine "Eule"hatte ich noch nie Probleme morgens rechtzeitig aus dem Bett zu kommen-einfach Abends beim Einschlafen den Aufstehtermin "visualisiert"und bumms bin ich ~15-30min VOR dem tatsaechlichen Termin wach um dann den"Wecker"in aller Ruhe und bereits wach auszuschalten.Direkt nach dem wach werden werden dann auch alle Lampen eingeschaltet um genug Licht in die Augen zu bekommen.Dann noch ein wenig Kaffe in aller Ruhe,ein wenig Fruehsport,eine "kuehle Dusche"und auf geht es. ;)

Das kommt davon am 28.10.14 6:34

Ich butze immer zwei Wecker, einen zum einfachen Ausschalten, der zweite aber ist so laut und weit weg, dass ich aufstehen muss, um diesen zu erreichen. Ergo, wach bin ich, und das geht seit Jahren gut

Piet Feldmann am 28.10.14 8:45

Ich dachte eigentlich, daß Niveau war bei der Schlüsselfinder-App schon ganz unten. Jetzt stelle ich fest, daß es noch eine Etage tiefer geht.

Gregor am 29.10.14 13:49

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Sonntag, 26.10.2014

Vorsicht, Wanze im Handy

Die meisten von uns haben ihr Smartphone heute immer mit dabei, sie vertrauen dem Hightech-Gerät wie selbstverständlich jede Menge sensibler Daten an: Kontakte, Termine, Chats, E-Mails, Fotos und vieles andere mehr. Es gibt also eine Menge guter Gründe, auf sein Smartphone gut aufzupassen, denn wer möchte schon all seine Geheimnisse teilen?

Die in den Smartphones gespeicherten Daten sind tatsächlich sehr begehrt. Geheimdienste zapfen unsere Smartphones an und bedienen sich ungeniert in der Cloud. Onlinedienste verwerten unsere Daten zu Marketingzwecken. Hacker und Datendiebe nutzen jedes Sicherheitsleck aus, das sich bietet, um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Es gibt viele mögliche Bedrohungen.

Homepage Mspy; Rechte: mspy.com
Schnüffel-Apps wie Mspy spionieren alles aus


Wenn der Freund zum Späher wird
Als wäre das alles noch nicht genug, werden einigen von uns mitunter auch noch gezielt Wanzen-Apps untergejubelt. Das sind Miniprogramme, die, einmal auf dem Smartphone installiert, alles Mögliche auskundschaften - unbemerkt, versteht sich. Die Wanzen-Apps verraten einem Dritten vertrauliche Date: Aufenthaltsort samt Bewegungsprofil, Kontakte, Anruflisten, Chat-Inhalte, E-Mails, Fotos, Videos - lässt sich alles aus der Ferne ausschnüffeln. Ist so eine Wanzen-App erst mal installiert, kann man von jedem Computer oder Tablet aus in das Smartphone hinein schauen, so als hielte man es in der Hand.

Typisches Szenario: Ein eifersüchtiger Mensch möchte seine Partnerin/seinen Partner ausschnüffeln. Wo hält er sich auf, mit wem chattet er oder sie? Oder ein misstrauischer Arbeitsgeber will in Erfahrung bringen, was seine Arbeitnehmer so machen. Dann könnten Wanzen-Apps zum Einsatz kommen. Man kann solche Apps kaufen. Sie kosten ein Vermögen. Die Macher nutzen die Neugierde ihrer potenziellen Kunden voll aus. Eine der populärsten Wanzen-Apps kostet mindestens 30 EUR im Monat(!). Wer alle Funktionen der Schnüffel-Software nutzen möchte, muss für die Premium-Edtition sogar 50 Euro im Monat hinblättern. Wirklich im Monat! Eine Menge Geld für eine Software, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Schnüffeln aus der Ferne
Anruflisten, Kontakte, Chats, E-Mails, Aufenthaltsort - nichts bleibt verborgen


Wenn der Freund zum Späher wird
Denn selbstverständlich ist der Einsatz solcher Überwachungs-Apps bei uns verboten, zumindest wenn der Betroffene davon nichts weiß - was aber die Regel sein dürfte, anderenfalls gäbe es solche Programme nicht. Der einzige möglicherweise überhaupt zu rechtfertigende Einsatz ist der zur Kontrolle der eigenen Kinder, schließlich ist man nicht nur erziehungsberechtigt, sondern hat auch eine Aufsichtspflicht. Mit solchen Wanzen-Apps aber seinen Partner oder seine Mitarbeiter zu überwachen, ist nicht nur verboten, sondern auch ein moralisches Nogo.

Trotzdem gibt es solche Apps. Man bekommt sie nicht im App-Store, sondern muss sie beim Anbieter runterladen. Und: Wer jemanden überwachen will, muss sich das Handy des Opfers schnappen und die App dort in einem unbeobachteten Moment installieren. Die App befindet sich im Tarnkappen-Modus und ist kaum zu entdecken. Wer so etwas macht, der bringt reichlich kriminelle Energie mit und disqualifiziert sich als Mensch. Die App-Anbieter behaupten sogar, dass man die Wanzen-Apps auf iPhones nutzen kann. Was aber Quatsch ist. Im Kleingedruckten liest man, meist nach dem Bezahlen, dass dafür ein iPhone mit Jailbreak nötig ist. So was hat heute kaum noch jemand.

Mir ist es offen gestanden ein Rätsel, wieso solche Apps im deutschsprachigen Raum überhaupt verkauft werden dürfen. Es müsste streng verboten sein. Jeder einzelne Verkauf einer solchen App müsste drakonische Strafen nach sich ziehen. Das Anbieten, Vertreiben und natürlich auch Einsetzen solcher Apps sollte wirklich streng bestraft werden. Dieses Laissez-faire, das Anbieter von einem solchen Unrat nicht nur ungeschoren davon kommen lässt, sondern sie auch noch mit einer vollen Ladenkasse belohnt, ist ein Skandal.

Nur weil das Ding ein de hinter dem com hat wird das noch lange nicht AUS de verkauft!Der server sitzt in F(Paris).Der"Verantwortliche"in Lu und auch einer in Roubaix.WER da TATSAECHLICH dahinter steckt und in welchem Land der lebt,bleibt die Frage.

Oh je am 26.10.14 15:38

Was regen Sie sich denn hier so über diese Schnüffel-Apps auf? Google, Apple & Co. machen doch kaum etwas anderes - und werden hier oft genug (auch von Ihnen) beworben.

Julian am 26.10.14 21:30

Was spielt es denn noch fuer eine Rolle wenn es extra"Schnueffel apps"gibt-es reicht bereits die mit Hintertueren versehene Hardware und die "normalen apps".Dann noch unbedingt auf facebook,twitter und sonstigen spionage pages gemeldet,bei google die mails empfangen,"nackichte selfies"in clauts speichern usw.-mehr "nakich machen"geht doch schon gar nicht mehr!

Schtuemmt am 27.10.14 7:38

Nee, iss' klar. Die Apps wären ja auch völlig unnötig, wenn man bei BND und NSA die globalen Datensammlungen einsehen dürfte. Wen interessiert noch, ob irgendwer irgendwelche vereinzelten Handys ausspäht? Außerdem - der Investor ist unantastbar.

LoGo am 27.10.14 12:49

Diese Art von Artikel finde ich schon 'etwas' verlogen! Da wird uns wöchentlich die schöne bunte Welt des Internets in der AKS propagiert und dann: ACHTUNG, dein Freund bespitzelt dich!

Muss man heute eigentlich 'schizo' sein, um nicht ver-rückt zu sein ...

Aber das Thema 'Bespitzelungs-Partner' ist ein alter Hut - aber seit Snoden immer wieder für einen Artikel 'gut' ... in der Digi-Welt ...

Nur kann heute jeder Dummkopf perfide Technik nutzen!

Und so etwas wird uns dann als Fortschitt verkauft! Fragt sich nur wohin!

Und wo steht, WIE ich solche Maleware als technisch interessierter auf meinem Handy finden kann! Dann wäre der Artikel auch rund! Bloße Empörung ist zuwenig - auch als Journalist!

Schwadralla am 28.10.14 14:08

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Freitag, 24.10.2014

Anders chatten mit Rooms und Flows

Weil es sich wohl mittlerweile herumgesprochen hat, dass soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ jede Menge Daten sammeln und auch ansonsten nicht sonderlich diskret sind, werden Chats immer beliebter. Facebook versucht, davon zu profitieren: Seit einer Weile gibt es den Facebook Messenger als separate App, auch wenn den Blog: viele nicht mögen. Das hat Facebook nicht davon abgehalten, eine weitere neue Chat-App vorzustellen: WWW: Rooms bietet die Möglichkeit für anonyme Chats. Hier kann jeder unter einem Pseudonym einen Chat-Raum anlegen, andere einladen und dann unbeobachtet chatten und plaudern.

Facebook Rooms; Rechte: Facebook/WDR
Facebook Rooms: Anonyme Chat-Räume möglich


Chatten liegt voll im Trend
Facebook Rooms bedeutet einen Paradigmenwechsel in Mark Zuckerbergs Unternehmen. Denn bislang war Facebook daran gelegen, dass die User möglichst viel online direkt bei Facebook machen - damit viele Daten anfallen. Und vor allem war es Facebook immer wichtig, dass sich die User mit Klarnamen anmelden. Das ist bei Facebook Rooms nun nicht mehr nötig: Hier kann sich jeder mit einem vom Facebook-Konto völlig unabhängigen Pseudonym anmelden und den Dienst nutzen.

Damit will Facebool zweifellos dem Trend zu diskreteren Chat-Diensten Rechnung tragen. Die vielen Blog: Alternativen wie Whatsapp wie Threema werden immer beliebter. Aber auch die Art und Weise des Chats ändert sich, die technischen Hintergründe. Mit Firechat gibt es eine App, die ohne WLAN oder Mobilfunknetz auskommt. Die Smartphones vernetzen sich über Bluetooth oder Peer-to-Peer-WLAN. Man kann mit Leuten chatten, die sich in Reichweite des Funknetzwerks befinden. Deshalb erfreut sich Blog: Firechat bei Demonstranten in Hongkong so großer Beliebtheit.

Flows App; Rechte: Flows
Flows App: Chatten ohne Internet - über Bluetooth oder P2P-WLAN


Flows: Chatten ohne WLAN oder GSM
Der Gedanke des Chattens ohne Internet setzt sich weiter durch. Wer Firechat verwendet, braucht keinen Onlinezugang, um sich mit anderen auszutauschen. Alle, die sich in Funkreichweite befinden, können angesprochen werden - und dank der Peer-to-Peer-Funktion sogar Leute, die sich nicht in der eigenen Funkreichweite aufhalten, aber Mitglied des kleinen Sub-Netzwerks sind. Das funktioniert hervorragend - und mit WWW: Flows gibt es jetzt eine weitere App, die genau nach diesem Konzept funktioniert.

Im Augenblick ist Flows für iPhone und iPad zu haben, doch es sind auch Versionen für andere Betriebssysteme im Planung. Auch bei Flows ist nur ein Nutzername erforderlich, um zu chatten - keine Registrierung. Da die Chats nicht übers Internet abgewickelt werden, kann niemand die Chats belauschen, speichern oder auswerten. Diskreter geht's nicht. Außerdem funktionieren Apps wie Firechat oder Flaws in der U-Bahn oder im Flugzeug. Das macht diese Art der Kommunikation reizvoll - und immer populärer.

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