Freitag, 28.08.2015

Instagram ist nicht mehr quadratisch

Rechteckig? Ja, nach wie vor - aber nicht mehr zwingend quadratisch. Instagram gibt sein Mantra auf: Mit der Instagram App gemachte Aufnahmen können ab sofort auch im Querformat verteilt werden. Das gilt sowohl für Fotos wie für Videos und klappt ab App-Version 7.5. Wer die neue Version noch nicht hat, muss updaten, um die Quadrat-Ära zu verlassen. Das bedeutet ganz konkret: Die einstige Erkennungsmerkmal von Instagram-Fotos gibt es nicht mehr. Zukünftig sind auch 16:9-Aufnahmen auf Instagram möglich. Das zum Facebook-Konzern gehörende Instagram verliert dadurch ein Alleinstellungsmerkmal und einen Wiedererkennungseffekt.

Instagram: Quadratische Fotos gehen immer noch, sind aber kein Muss mehr; Rechte: dpa/Picture Alliance
Instagram: Quadratische Fotos gehem immer noch, sind aber kein Must mehr


Weniger Aufwand bei Instagram-Content
Natürlich begründet Instagram seinen Schritt: Manche Fotos lassen sich im quadratischen Format kaum oder gar nicht realisieren. Vor allem Gruppenbilder sind schwierig. Darüber hinaus muss man sich aber auch Gedanken machen: Wer Fotos auf mehreren Kanälen ausspielt und nicht nur auf einem, der muss entweder damit leben, dass die Bilder auf Instagram unpassend beschnitten werden - oder selbst Hand anlegen und extra für Instagram die quadratischen Versionen herstellen. Beides ist nicht wirklich optimal.

Ich habe zum Beispiel mal mit Blog: Instagram-Videos experimentiert. In meinen Kurzfilmchen will ich aktuelle IT-Trends per Instagram-Film kommentieren. Gar nicht so einfach, in HD-Querformat aufgezeichnete Filme extra für Instagram quadratisch zu rechnen und dann bei Instagram einzuspielen. Ein langer, sehr mühseliger Weg. Aber einer, der jetzt nicht mehr nötig ist, weil ab sofort dasselbe Videoformat für YouTube und Instagram gilt. Die maximale Länge von 15 Sekunden muss man allerdings nach wie vor berücksichtigen.

WWW: NASA zeigt fünf Jahre Sonne im Zeitraffer - spektakulär #NASA #instaSchieb

Ein von schieb.de (Jörg Schieb) (@schiebde) gepostetes Video am


Weniger Aufwand bei Instagram-Content
Die Sehgewohnheiten haben sich halt enorm verändert. Es ist noch gar nicht so lange her, da war auch Fernsehen 4:3, also fast quadratisch. Doch Flachbildfernseher und vor allem das Internet haben das 16:9-Format zum Standard gemacht. Da wirken die quadratischen Aufnahmen bei Instagram fast schon antiquiert. Man kann vermutlich darüber streiten, ob es nun cool ist, quadratische Fotos zu machen - oder old school. Das Schöne ist: Man hat die Wahl. Natürlich lassen sich nach wie vor bei Instagram quadratische Fotos und Videos einstellen. Man ist aber nicht mehr gezwungen.

70 Millionen Fotos werden täglich über Instagram verteilt. Künftig dürften es ein paar mehr werden, da die Hürden fallen, um Fotos über Instagram zu verteilen. Und das ist es, was die Instagram-Manager zweifellos am meisten überzeugt hat: Mehr Traffic. Originalität spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ab einer gewissen Größe.

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Freitag, 28.08.2015

Wer will denn schon einen Glasfaseranschluss?

Wer Deutschland für ein fortschrittliches Hightechland hält, der täuscht sich gewaltig, Blog: zumindest was die Internetanschlüsse angeht. Der Breitbandausbau kommt nicht voran, die Anbieter wringen oft lieber ihre alten Kupferleitungen bis aufs Letzte aus, statt den einzig sinnvollen Weg zu gehen und Glasfaserkabel bis ins Haus zu verlegen. Die 50 Mbit/s, die Bundesregierung und Deutsche Telekom für 2018 versprechen, werden für viele Familien oder kleinen Unternehmen in drei Jahren schon wieder zu wenig sein.

Glasfaser; Rechte: picture-alliance/dpa/Peter Kneffel
Glasfaser ist deshalb zukunftssicher, weil die Geschwindigkeiten nach oben hin offen sind. Viele Anbieter stellen zurzeit bis zu 200 Mbit/s zur Verfügung. Doch dabei muss es nicht bleiben.

Ende Mai haben wir Zuschauer, Hörer und Nutzer des WDR Blog: zum Speedtest aufgerufen. Wir bekamen Hunderte Rückmeldungen meistens unzufriedener Nutzer. Ein paar der verzweifelten Geschichten Blog: habe ich hier in Digitalistan schon erzählt: von der Grafikerin, die auf der Suche nach einem freien WLAN-Zugang nachts um die Häuser fährt, von der Familie, die sich ihre Leitung selbst buddelt, oder vom 5-Sterne-Hotel, dessen internationale Gäste kein Verständnis für einen 2-Mbit/s-Anschluss haben.

Heute nun läuft um 18.20 Uhr im WDR Fernsehen meine WDR: Reportage "Wie schnell surft NRW?" über diese und andere Fälle - und die Frage, warum Politik und Unternehmen es in Deutschland nicht schaffen, ein zukunftssicheres Internet zu bauen. (Die Antwort: Für die Unternehmen ist es vor allem auf dem Land, aber erstaunlich oft auch in städtischen Gebieten, unrentabel. Und die Politik macht wachsweiche Vorgaben, erlaubt zum Beispiel auch teure und wegen ihrer Volumenbegrenzung oft nutzlose LTE-Zugänge.)

Dabei sind wir aber auch noch auf einen dritten Verweigerer gestoßen: die Kunden selbst. Wir waren in Mettmann unterwegs, einer Modellstadt der Deutschen Telekom. Dort wurden in den vergangenen Jahren 13.000 Haushalte per FTTH versorgt: Fibre to the home, Glasfaser direkt bis ins Haus. Zugeschlagen und Verträge abgeschlossen haben allerdings nur 1.000 Haushalte. Am Preis allein liegt es meiner Ansicht nach nicht: Die Glasfaserverträge schlagen mit höchstens 50 Euro im Monat zu Buche - dafür bietet die Telekom aber auch gleich 200 Mbit/s an, zurzeit mit die schnellste Geschwindigkeit.

Breitbandausbau in Nordrhein-Westfalen; Rechte: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Gelb markiert sind die Orte, an denen mehr als 95 Prozent der Haushalte mit einer Geschwindigkeit von über 16 MBit/s ins Netz kommen. Von flächendeckend 50 Mbit/s, wie sie für 2018 versprochen sind, ist Nordrhein-Westfalen noch weit entfernt. *

Als wir in ein paar Wohngebiete in Mettmann gefahren sind, um mit den Kunden haben wir viele Argumente gegen die Glasfaserverträge gehört: fehlendes Vertrauen in die Telekom, vermeintlich zu viel Aufwand beim Wechsel, manchmal läuft aber auch einfach der Vertrag mit dem bisherigen Anbieter noch für eine ganze Weile. Erstaunlich oft kam aber auch dieses Argument: "Glasfaser? Ich wüsste nicht, wofür ich das brauche."

Es gibt auch andere Beispiele, darunter den Glasfaserausbau in Olfen in Münsterland, wo wirklich viele Kunden zugegriffen haben - die allerdings vorher manchmal froh sein konnten, überhaupt mit einer annehmbaren Geschwindigkeit ins Netz zu kommen.

Mich hat das ein bisschen ratlos zurückgelassen. Denn wir werden alle eines Tages merken, warum für selbst normale Haushalte 16 Mbit/s, 50 Mbit/s, irgendwann auch 100 Mbit/s nicht mehr ausreichen. Je mehr Geräte wir ins Netz schicken, je abhängiger unser Alltag davon wird, desto größer der Bandbreitenhunger. Deshalb halte ich es auch für ein Problem, beim Netzausbau allein auf die Wirtschaftlichkeit zu achten. Es geht um Zukunftsfähigkeit, und da scheinen mir alle Beteiligten, von der Politik über die Unternehmen bis zu den Kunden selbst, noch viel zu oft zu schlafen.

(* Hier die komplette Grafik zum Ranzoomen: WWW: der Breitbandatlas der Bundesregierung.)

Bei uns in der Stadt wurde schon öfter so etwas geplant und befragen durchgeführt. Kaum jemand wollte auch nur einen Pfennig mehr bezahlen als er für seine aktuelle 16Mbit Leitung bezahlt. Mehr brauchen die meisten aktuell einfach nicht. Selbst die 50MBits der Telekom sind hier afaik kaum nachgefragt.
Mir persönlich (Als Informatiker und Software Entwickler) würden 16Mbit auch auf längere Zeit ausreichen, würde die Upload Geschwindigkeit denn endlich mal steigen. Außer Videos fallen mir nur wenige Anwendungen ein, für die ein besonders dicker upload nötig wäre. Riesige Software (Spiele) lädt man doch vergleichweise selten. Eine signifikante steigerung des Uploads würden die Leute aber sofort spüren. Endlich würde die Dropbox nicht mehr so lange brauchen um die Photos vom Smartphone hochzuladen. Das versenden von Videos und hochaufgelösten Bildern via E-Mail o.Ä. würde endlich schneller gehen und auch websites wäre deutlich responsiver.
Breitbandausbau fängt beim Upload an!

HerrTaschenbier am 28.08.15 14:39

Ahh, ich hätte das Kommentar nochmals lesen sollen :-(. Ist ja grausam geworden!

Kleine Korrekturen:
"befragen " => Befragungen

"Außer Videos fallen mir nur wenige Anwendungen ein, für die ein besonders dicker upload nötig wäre. "
Hier meinte ich natürlich die Download-Geschwindigkeit

HerrTaschenbier am 28.08.15 14:45


Wir müssen aufpassen, dass man uns nicht etwas aufschwatzt, das wir so nicht brauchen. Sind die Datenströme für uns sinnvoll? Oder will nur die Wirtschaft verdienen? Mediathek-Abrufe gehen auch langsamer. Man muss ja nicht in Echtzeit gucken. Wer braucht Video-Streaming? Diese Streaming-Dienste setzen sich ins gemachte Nest, nämlich ins subventionierte Netz. Man macht dabei keine ehrliche Gesamtbilanz von Aufwand und Nutzen.

Glasfaser bis zum Endanwender, das sollte man dort machen, wo man sowieso buddelt. Legt man die Leitung nachträglich, muss man den Aufwand, die Belästigung, die Verkehrsbehinderung, den Lärm, den Energieaufwand mit berücksichtigen. Das macht man aber nicht. Statt dessen heißt es immer nur: "wir brauchen ..., wir brauchen ..." Riesige Datenströme werden das "Internet der Dinge" und das "Smart Home" produzieren. Da wird sich erst recht die Frage nach einer vollständigen ehrlichen Gesamtbilanz stellen. Mehr noch: ob wir das überhaupt wollen!

Bertram in Mainz am 28.08.15 23:33

"Ich denke, dass es weltweit einen Markt für vielleicht fünf Computer gibt”;"Es gibt keinen Grund, warum jeder einen Computer zu Hause haben sollte”; „Niemand braucht mehr als 640kB RAM in seinem PC“-daran schliessen sich hier nahezu nahtlos und genauso dumm,diverse Kommentare an.Deutschland ein high tech land?Nein-ein land von Noergelnden Nichtsverstehern.FTTH?BS!FTTD gehoert her und zwar fuers erste _mindestens_200mb!+Upload 100mb!

Oh je am 29.08.15 1:14

Jaja, die Sache mit dem Brauchen wurde auch 'damals' hinterfragt, als jeder Haushalt Telefon bekommen sollte. Lang lang ist's her.
Ich bekomme an meinem Anschluss grad 6Mbit im Download.Vor 2 Jahren noch wurde meine Wohngegend von allen Anbietern mit 16 Mbit beworben. Derweil haben Ver brauchersendungend dafür gesorgt, dass zumindest der Downgrade in meinem Falle problemlos verlief. Dabei wäre ichja sogar bereit mehr Geld zu zahlen. Allein die Technik spielt nicht mit. Und mit 6Mbit gehört die Gegend nicht zu denen, denen sofort geholfen werden kann.
Und wofür brauche ich nun eine schnellere Anbindung?
Einmal sind es tatsächlich Beiträge ausder Mediathek, die unabhängig vonderZeit genau dann abgerufen werden können, wenn es passt.
Dann um in Verbindung zu bleiben. Dafür werden Fotos u nd kleine Videos zwischen den verstreut lebenden Familienmitgliedern ausgetauscht. Ich persönlich würde dafür gerne meine eigene Cloud benutzen und nicht Dropbox, Picasa,Google und Co.

Fritz Brause am 29.08.15 1:25

Jaja, die Sache mit dem Brauchen wurde auch 'damals' hinterfragt, als jeder Haushalt Telefon bekommen sollte. Lang lang ist's her.
Ich bekomme an meinem Anschluss grad 6Mbit im Download.Vor 2 Jahren noch wurde meine Wohngegend von allen Anbietern mit 16 Mbit beworben. Derweil haben Ver brauchersendungend dafür gesorgt, dass zumindest der Downgrade in meinem Falle problemlos verlief. Dabei wäre ichja sogar bereit mehr Geld zu zahlen. Allein die Technik spielt nicht mit. Und mit 6Mbit gehört die Gegend nicht zu denen, denen sofort geholfen werden kann.
Und wofür brauche ich nun eine schnellere Anbindung?
Einmal sind es tatsächlich Beiträge ausder Mediathek, die unabhängig vonderZeit genau dann abgerufen werden können, wenn es passt.
Dann um in Verbindung zu bleiben. Dafür werden Fotos u nd kleine Videos zwischen den verstreut lebenden Familienmitgliedern ausgetauscht. Ich persönlich würde dafür gerne meine eigene Cloud benutzen und nicht Dropbox, Picasa,Google und Co.

Fritz Brause am 29.08.15 1:26

Jaja, die Sache mit dem Brauchen wurde auch 'damals' hinterfragt, als jeder Haushalt Telefon bekommen sollte. Lang lang ist's her.
Ich bekomme an meinem Anschluss grad 6Mbit im Download.Vor 2 Jahren noch wurde meine Wohngegend von allen Anbietern mit 16 Mbit beworben. Derweil haben Ver brauchersendungend dafür gesorgt, dass zumindest der Downgrade in meinem Falle problemlos verlief. Dabei wäre ichja sogar bereit mehr Geld zu zahlen. Allein die Technik spielt nicht mit. Und mit 6Mbit gehört die Gegend nicht zu denen, denen sofort geholfen werden kann.
Und wofür brauche ich nun eine schnellere Anbindung?
Einmal sind es tatsächlich Beiträge ausder Mediathek, die unabhängig vonderZeit genau dann abgerufen werden können, wenn es passt.
Dann um in Verbindung zu bleiben. Dafür werden Fotos u nd kleine Videos zwischen den verstreut lebenden Familienmitgliedern ausgetauscht. Ich persönlich würde dafür gerne meine eigene Cloud benutzen und nicht Dropbox, Picasa,Google und Co.

Fritz Brause am 29.08.15 1:31

Sorry...da hat was gehakelt. Wahrscheinlich wegen der geringen Geschwindigkeit ;-)

Vielleicht gibt es ja einen Admin, der die Mehrfachbeiträge löschen kann.
LG,
Der Fritz

Fritz brause am 29.08.15 1:35

"...Deshalb halte ich es auch für ein Problem, beim Netzausbau allein auf die Wirtschaftlichkeit zu achten" ... Das ist nicht AUCH ein Problem, das ist DAS Problem.

Wirtschaftlichen Interessen wird in diesem Land ALLES untergeordnet. Dass man sich dabei öfter den Ast absägt, auf dem man sitzt, haben die selbsternannten Eliten (richtig: 'Nieten in Nadelstreifen') zur Genüge bewiesen.

Das Verschlafen des digitalen Wandels ist so ein Fall. Neuland ...

Marc B. am 31.08.15 10:59

Ich halte den Artikel leider für ziemlich suggestiv. Braucht ein Privathaushalt wirklich 50 MBit? Wofür? Videostreaming Streaming in FULL HD braucht nicht mehr als maximal 8 Mbit.

Das Vermächtnis der Kabelanschlüsse resultiert auch daraus, dass Deutschland damals recht früh auf DSL aufgesprungen ist, der "Fluch" des Early Adopters.

Das Handelsblatt meldete kürzlich, dass 40% der im Netz übertragenen inhalte mittlerweile Werbung sind. Da wird eine Infrastruktur aufgebaut, auf Basis derer Google und Co. kostenlos Geschäftsmodelle aufsetzen, die nicht nur eine immense Bandbreite verschlingen, sondern auch das Thema des Netzes kräftig drosseln. Die kosten die dies Model verursacht, werden wiederum auf Verbraucher und Telkos abgewälzt.

Und die Medien kauen diesen Unsinn schön nach: Wer sagt, dass Glasfaser der "einzig sinnvolle Weg" sei? Ich bin mit meiner Kupferleitung noch sehr zufrieden und während ich dies schriebe läuft nebenbei hochaufgelöste Musik aus einer Streamingplattform.

Stefan Herwig (@StefanHerwig1) am 31.08.15 11:31

Nur mal als Info, ich wohne in Schleswig-Holstein am Rande von Hamburg.
Seit vielen Jahren haben wir einen Glasfaser-Anschluss im Haus und möchten diesen nicht missen. Seit ca. einem Jahr mit 100 Mbit/s im download, 20 Mbit/s im upload und selbst das ist uns an manchen Tag zu knapp.
Wenn zwei Jugendliche Online spielen oder HD-Streams ansehen und am TV der FireTV eine Sendung in HD streamt, dann kann das für jeden weiteren Nutzer schon mal eng werden. Soviel zum Thema warum benötigt man Bandbreite!
Die Politik hat in meinen Augen bei der Digitaltechnik schon lange den Bezug zur heutigen Zeit verloren und ich bin nur froh, dass wir in unserer Region besser dastehen als viele andere.

Norbert am 31.08.15 14:28

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Donnerstag, 27.08.2015

Riskanter Komfort: PayPal One Touch

Viele nutzen bei ihrem Online-Einkauf PayPal, um zu bezahlen. Doch bei jedem Einkauf muss man sich neu legitimieren, also Benutzername und Passwort eingeben. Ich kann nur dringend raten, auch die WDR: Zwei Faktor Authentifizierung zu aktivieren, um die Sache sicherer zu machen. Denn dann können Datendiebe mit Benutzername und Passwort allein nicht viel anfangen.

Doch wer viel einkauft, der findet es vielleicht lästig, selbst bei kleinen Beträgen jedes Mal seine Zugangsdaten einzugeben. Deshalb hat PayPal jetzt ein Verfahren namens WWW: One Touch eingeführt. Hier muss man sich an einem Gerät nur einmal mit seinen Zugangsdaten einloggen und kann weitere Bezahlvorgänge so deutlich beschleunigen. Damit versucht PayPal, vor allem im Mobilsegment zu punkten. Denn hier drängen neue Anbieter auf den Markt, die PayPal Kunden abluchsen wollen - nicht zuletzt Blog: Apple Pay.

Paypal will das Bezahlen einfacher machen; Rechte: dpa/Picture Alliance
Paypal will das Bezahlen einfacher machen


Vor allem Mobilgeräte gefährdet
Niemand ist gezwungen, One Touch zu verwenden: Man kann sich im Webformular oder in der App entscheiden, ob man die Option nutzen möchte. Sie muss ausdrücklich aktiviert werden. Das ist gut so, denn sonst würden eine große Zahl von Usern in eine Falle tappen. Denn ist One Touch erst mal aktiviert, kann man sich vor den Rechner setzen oder das Handy nehmen und Einkäufe tätigen und per PayPal bezahlen. Das ist so, als ob man seine Geldbörse offen rumliegen lässt.

Deshalb empfiehlt PayPal auch, die Option nur auf Geräten zu nutzen, die man mit keinem teilt. Hoffentlich weiß das auch jeder, der die Option aktiviert. Die Erfahrung lehrt, dass es anders kommt. Immerhin: Paypal schickt jedes Mal, wenn man One Touch nutzt, eine E-Mail an den Kunden, damit er über die Risiken aufgeklärt ist - und bei Bedarf die Notbremse ziehen kann. Die One-Touch-Legitimation kann man nämlich jederzeit wieder entziehen, auch für jedes Gerät, auf dem man sie jemals aktiviert hat. Das ist eine gute Sache.

Einfach neue Option aktivieren - schon ist die virtuelle Geldbörse offen; Rechte: WDR
Einfach neue Option aktivieren - schon ist die virtuelle Geldbörse offen


Vor allem Mobilgeräte gefährdet
Dass Hacker versuchen werden, ausnutzbare Sicherheitslecks zu finden, dürfte als sicher gelten. Denn was wäre schöner, als eine einmal geöffnete virtuelle Geldbörse nutzen zu können? Doch trotzdem geht das nicht ganz so leicht: PayPal überprüft zum Beispiel bei jedem Zahlvorgang, ob sich der Kunde in derselben Region aufhält wie beim letzten Kontakt. In einem Augenblick etwas in Köln per One Touch zu bezahlen und wenige Minuten später in Dubai, das geht nicht. Hackt jemand im WLAN herum, in dem ich mich gerade aufhalte und besorgt sich die Zugangsdaten, wäre es allerdings durchaus möglich, den Zahlvorgang woanders abzuschließen. Auch wenn PayPal vorgibt, auch die Geräte zu identifizieren, auf denen man One Touch aktiviert hat. Doch hier sehe ich das erste Risiko.

Das größere Risiko sind aber Mobilgeräte. Die kann man verlieren, die werden schon mal geklaut. Und wenn der Zugang zum Mobilgerät nicht ausreichend gesichert ist, lässt sich ein auf dem Mobilgerät aktiviertes PayPal One Touch natürlich beliebig ausnutzen. Man sollte sich also wirklich sehr gut überlegen, ob man OneTouch auf Mobilgeräten aktivieren möchte - dabei ist es gerade hier verlockend. Denn wer möchte schon auf einem Smartphone komplizierte Passwörter eingeben? Es wäre zweifellos sinnvoll, wenn PayPal auch den Fingerabdruck-Sensor nutzen würde - denn der lässt sich nur schwer überlisten. Die neue Funktion bietet Datendieben jedenfalls neue Möglichkeiten. Das ist nicht ohne Risiko.

Also, ich muss sagen ich habe mich noch nie darüber beschwert dass es so umständlich sei ein Passwort einzutippen. Viele Online Händler bieten auch Kreditkartenzahlung an - habe ich schon so oft genutzt dass ich meine Kreditkartennummer mittlerweile sogar auswendig kann.
Was mich stört ist,dass mit Diensten wie Paypal Services propagiert werden, welche Geld kosten (der Empfänger zahlt Gebühr!), wobei eine Banküberweisung vollkommen kostenlos ist. Klar ist Paypal praktisch für den globalen Handel, aber wenn ich innerhalb der EU einkaufe, weiss ich nicht wo der Vorteil geneüber einer kostenlosen Banküberweisung sein soll, welcher es rechtfertigt Gebühren zu erheben. Diese Gebühren sind besonders störend wenn es um kleine Verkäufe zwischen Privatleuten geht - die Gebühr zehrt ein Großteil des Umsatzes auf.
Es wird immer 'mehr Sicherheit' propagiert - ich meine, mit wem ich Handel treibe darf meine Konto/Kartennummer haben. Traue ich ihm nicht, treibe ich mit ihm keinen Handel, und fertig.

Chris26 am 1.09.15 4:11

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