Donnerstag, 16.10.2014

Apple setzt auf äußere Werte

Richtig dünn. Also so richtig dünn. Das iPad Air 2 ist nicht einmal so dick, wie drei aufeinander gestapelte Cent-Münzen. Das ist durchaus eine Überraschung und interessant, da Apple nach der Veröffentlichung des iPhone 6 Plus in Sozialen Netzwerken mit dem #bendgate zu kämpfen hatte: dem Vorwurf, das iPhone 6 Plus ließe sich verbiegen, da die Verarbeitung zu schlecht und das Smartphone allgemein zu dünn sei.

ipadair2seite.jpg Größenvergleich: Links das iPad Air 2, links drei Münzen

Bei der Apple Produktpräsentation sollte jedenfalls das iPad Air 2 der Star sein: ein ultra-dünnes iPad, nach Apples Lesart das dünnste Tablet auf dem Markt. Ich kann das iPad nach der Präsentation in Berlin schon in die Hand nehmen. Erster Reflex: ich will testen ob es sich biegt. Aber das geht natürlich nicht. Das Zweite was auffällt: Das iPad Air 2 ist nicht nur dünn, es ist auch sehr leicht. Vielleicht etwas zu leicht um wertig zu wirken. Mir persönlich ist das Display des iPad Air 2 aber zu groß, ich bevorzuge - auch zu Hause seit längerem - die Mini-Variante des iPads.

Schlechte Nachrichten zum iPad mini

Aber für mich - und alle anderen, denen es ähnlich geht - hat Apple schlechte Nachrichten: Mini-Festischisten haben wirklich keinen Grund auf die neue iPad Mini Version zu sparen. Das iPad Mini 3 ist nicht nur genauso dick wie der Vorgänger, hier gibt es was den Formfaktor angeht nichts Neues: das finde ich schwach. Und: im neuen iPad Mini 3 rechnet der selbe Prozessor wie im Vorgänger. Das iPad Mini 3 ist ganz wenig Update für relativ viel Geld. Lieblos gemacht, Apple!

iPads werden etwas günstiger

Immerhin: Prinzipiell werden iPads etwas erschwinglicher. Die neuen iPads können jetzt auch mit TouchID per Fingerabdruck entsperrt werden, sind prozessortechnisch schneller als die Vorgänger und machen bessere Fotos.

ipadairfront.jpg Das iPad Air 2 ist sehr leicht, vielleicht zu leicht

Zwar liegt der Einstiegspreis des iPad Air 2 fast wie vorher bei 489 Euro für die Variante mit 16 GB, da Apple die nächst-bessere Variante aber mit 64 GB, statt mit 32 GB Speicher versieht und die üblichen 100 Euro mehr will, wird das iPad Air 2 mit mehr Speicher im Vergleich zum Vorgänger günstiger. Die Top-Variante mit 128 GB und LTE Mobilfunk-Verbindungen kostet 809 Euro. Das ist preislich das eine Extrem. Das andere schafft Apple, in dem es seine fast zwei Jahre alten iPad-Mini-Modelle einfach weiterverkauft, ohne Mobilfunk-Funktion kosten diese 239 Euro.

Der übernächste Display-Standard: jetzt schon im iMac

Die zweite Hardware Vorstellung waren neue iMacs. Apples All-In-One Computer kriegt ein preislich teures, grafisch eindrucksvolles Update spendiert: 5K ist eine Auflösung, die deutlich über dem eigentlich erst nächsten HD-Standard 4K liegen wird. Mein erster Blick auf den 5K iMac zeigt, dass das wirklich gut aussieht. Man kann auf entsprechend aufgenommenen Fotos auch kleinste Details erkennen, es sind keine Pixel mehr sichtbar. Toll, hat aber auch ein Preisschild: 2599 Euro.

imacfront.jpg 5K Auflösung: Beeindruckend, mit Preisschild

Soweit die Hardware, die Software für Mac Computer und iOS Geräte wird auf den neuesten Stand gebracht. Mac OS X Yosemite ist ab sofort kostenlos verfügbar, iOS 8.1 kommt nächste Woche und führt endlich (hört ihr, Apple: endlich!) in der Foto-App wieder den Ordner „Alle Fotos" wieder ein. Damit korrigiert Apple einen der größten Fehler aus dem Release von iOS 8 im September: der Ordner „Alle Fotos" war weg. Ich persönlich erlebte einen kurzzeitigen Herzstillstand, als es so aussah, als würden so gut wie alle privaten Fotos nach dem Update auf iOS 8 gelöscht worden sein. In Wirklichkeit waren die Fotos noch da, nur schwerer aufzufinden.

Apple Fans profitieren

Das Update für Macs, OS X Yosemite bringt aber eine richtig gute und innovative Funktion mit, die momentan nur bei Apple möglich ist: Continuity. Wer zum Beispiel ein iPhone und einen Mac besitzt, kann damit Telefonate am Mac annehmen, eine SMS am iPhone beginnen und am Mac fortsetzen oder einen Text auf dem anderen Gerät weiterlesen. Sowas kann man nur anbieten, wenn man Hardware und Software zusammen verkauft. Hier hat Apple Vorsprung gegenüber der Konkurrenz von Google, aber: die Vorteile werden für den User besonders bemerkbar, je mehr Hardware von Apple er besitzt.

Alles fast wie erwartet

Insgesamt gucken nach der Präsentation vor allem die Fans des kleinen iPads in die Röhre. Wer schon ein iPad Mini hat, sollte sein Geld beisammen halten. Apple hat seine Produkte fast wie erwartet verbessert, die richtig spannenden Produkte, wie Apple Watch, oder das Bezahlsystem Apple Pay, werden in Deutschland aber wohl erst nächstes Jahr kommen.

Das bisherige iPad Mini (Retina) ist deutlich billiger geworden: 289€ für die WiFi-Version mit 16 GB, das ist für Apple-Verhältnisse schon spottbillig. Und bis auf den Fingerabdrucksensor ist es nicht schlechter als das neue. Da könnte man glatt schwach werden.

Dass das erste iPad Mini (ohne Retina) immer noch verkauft wird, ist aber schon heftig. Das Ding ist schon grenzwertig veraltet.

joh am 17.10.14 10:14

Blog eines Apple Fanboys?

Naja, ich finde es halt immer nur schade, dass um das Stück Obst so ein Aufhebens gemacht wird.

Sven am 17.10.14 16:35

Apple hat nur ein Hobby, die Verwanzung von Idioten. Und es klappt.

Ines am 17.10.14 17:04

Überteuerte Statussymbolhardware

Hans Peter am 17.10.14 17:29

Alex Nieschwietz: "Das ist durchaus eine Überraschung und interessant, da Apple nach der Veröffentlichung des iPhone 6 Plus in Sozialen Netzwerken mit dem #bendgate zu kämpfen hatte."

Hä? Glauben Sie ernsthaft, Apple hätte erst nach #bendgate mit der Entwicklung des iPads begonnen? Das war doch schon längst fertig (und so dünn, wie es nun ist) als das iPhone 6 vorgestellt wurde.

Julian am 17.10.14 18:06

Ich fand immer noch das Iphone 5 am besten.
Bin mal gespannt wie groß die Iphones in 10 jahren sind. Warscheinlich werden Sie faltbar sein und eine Diagonale von 140cm haben.

Kennst jemand die Futurama Folge mit dem "EYE" Phone?

Schmitt am 18.10.14 3:52

@Schmitt-bis dahin sind die appel fans alle voll gechipt-da brauch es nichts externes mehr.Appel will schlieslich wissen was gedacht wird.Nur zu wissen was getan wird,das reicht dann leangst nicht mehr aus. ;)

ROFL am 18.10.14 17:56

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Donnerstag, 16.10.2014

Neuer Password Manager Encryptr

Die Spielregeln für ein gutes Passwort kennt mittlerweile jeder: Ein gutes Passwort besteht aus Klein- und Großbuchstaben, es enthält Ziffern und mindestens ein Sonderzeichen. Außerdem sollte man bei jedem Onlinedienst ein anderes Passwort verwenden. Wer das macht, der ist zwar nicht vollkommen sicher vor Hackangriffen, muss sich aber zumindest keine Gedanken machen, dass sein WDR: Dropbox-Konto geknackt werden kann, weil ein ganz anderer Onlinedienst gerade Ziel von Hackattacken war.

Allerdings gehen viel zu viele User den bequemen Weg und verwenden überall dasselbe Passwort. Dabei könnten sie sich von Password Managern helfen lassen: Man muss sich keine Passwörter mehr merken, denn die werden automatisch von der Software erzeugt und in die Login-Formulare eingetragen. Auch ganz lange Passwörter, die allen Ansprüchen an ein gutes Passwort genügen.

encryptr.png
Encryptr ist kostenlos und OpenSource


Encryptr kommt von den Machern von Spideroak
Doch viele vertrauen den einschlägig bekannten Password Managern nicht, so komfortabel sie auch sein mögen. Denn wer seine Passwörter synct, also auf unterschiedlichen Geräten verfügbar haben will, der speichert die Passwörter in der Cloud zwischen. Wer will da kontrollieren, auf welche Weise die Passwörter übertragen werden, ob sie hinreichend verschlüsselt sind und ob die Software alles richtig macht? Richtig: Niemand - denn in den Quellcode der Password Manager kann man in der Regel nicht reinschauen.

Anders beim nagelneuen Password Manager WWW: Encryptr, der von den Machern des Cloud-Dienstes Spideroak kommt. Spideroak habe ich Blog: hier bereits vorgestellt: Die Macher setzen auf ein Konzept namens "Zero Knowledge", die Daten werden bereits im Endgerät verschlüsselt und auch verschlüsselt übertragen. Sogar die Datenstruktur ist verschlüsselt und für Dritte - ohne den Schlüssel! - absolut uneinsehbar. Nach demselben Prinzip funktioniert auch der neue Password Manager Encryptr, der auf das WWW: OpenSource-Framework Crypton setzt.

Passwörter in Encryptr; Rechte: WDR
Daten lassen sich frei eingeben und speichern


Transparenz da komplett OpenSource
Auch bei der kostenlos erhältlichen Software Encryptr weiß der Betreiber nichts vom Benutzer. Nur der Benutzer selbst verfügt über den Schlüssel. Passwörter und andere sensible Daten wie etwa Kreditkartendaten, die man mit Hilfe von Encryptr speichern und bei Bedarf über die Zwischenablage in Webformulare eintragen kann, werden verschlüsselt gespeichert und übertragen. Da die Software komplett OpenSource ist, kann sich davon jeder selbst überzeugen. Das schafft Vertrauen.

Es gibt Encryptr derzeit für WWW: Windows, Mac OS und Linux - kostenlos. Auch für Android wird eine Version angeboten, für iOS bislang nicht. Encryptr speichert die Zugangsdaten in der Cloud, daher kann man von allen Geräten bequem darauf zugreifen. Da die Software noch relativ neu ist, kann sie in punkto Bedienkomfort noch längst nicht mit traditionsreichen Passwort Managern wie Lastpass oder Keepass mithalten. Diese Programme bieten beim Einrichten, Pflegen und Übernehmen der Zugangsdaten deutlich mehr Komfort. Aber in punkto Transparenz (OpenSource) und Sicherheit (Zero Knowledge) ist Encryptr ganz weit vorne.

also das, was KeePass schon seit Jahren macht

Olly am 17.10.14 6:40

SpiderOak mit Sitz in den USA (National Security Letter), daher besonders sicher.

macert am 17.10.14 7:17

@Olly-genau daran musste ich auch denken,als ich dies las.@macert-da Open source ist das Risiko von einer"versehentlicher"fehlerbehafteten Implementierung der Verschluesselungsalgorithmen doch recht gering.Ziehe allerdings auch lieber KeePassX vor.Storage sowieso nur unter meiner vollen Kontrolle!

Jo am 17.10.14 8:06

KeyPass?
Erhältlich für Spielzeug wie:

Win 2000
Win XP
Win 2003 Server
Windows Vista
Windows 7
Windows 8

Verpeilter am 19.10.14 10:20

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Dienstag, 14.10.2014

Whatsapp kommt mit VoIP

Whatsapp scheint nichts aufzuhalten. Während Anfang des Jahres noch rund 500 Millionen Menschen weltweit regelmäßig Whatsapp genutzt haben (mindestens einmal im Monat), waren es im August bereits 600 Millionen. Ein rasantes Wachstum, das dem neuen Whatsapp-Besitzer Facebook nicht nur viel Geld, sondern auf Dauer auch jede Menge zusätzlicher Daten in die Arme treibt. Doch wie Insider von WWW: Geektime berichten, plant Whatsapp bereits den nächsten Coup: VoIP.

whatsapplogo.png
Whatsapp plant Telefondienste übers Netz - kostenlos


Kostenlose Telefongespräche übers Internet
Whatsapp plant demnach, Telefongespräche übers Internet anzubieten - Voice over IP genannt. Und weil selbst Whatsapp-Benutzer nicht immer zu erreichen sind, bekommt jeder User außerdem einen digitalen Anrufbeantworter spendiert. Dort können Anrufer dann Nachrichten hinterlassen. Das klingt erst mal nicht sonderlich aufregend, denn Dienste wie Facebook, Skype, Viber oder Google Hangout bieten bereits VoIP. Wer Zugang zu einem Breitband-Netzwerk hat, kann kostenlos telefonieren. Im WLAN klappt das eigentlich immer.

Doch keiner der anderen Dienste hat so viele und vor allem treue User wie Whatsapp. Deshalb könnte die VoIP-Funktion in Whatsapp deutlich mehr Leute ansprechen. In diesem Zusammenhang ist der geplante Anrufbeantworter in Whatsapp nicht unwichtig, denn den bieten nicht alle anderen Dienste an. Im Grunde genommen muss Whatsapp gar nicht viel machen. Denn schon jetzt kann man Sprachnachrichten aufnehmen und per Whatsapp verschicken. Der Anrufbeantworter funktioniert nicht viel anders. Hier wird der Anrufer lediglich gebeten, eine Nachricht zu hinterlassen. Technisch gesehen nahezu dasselbe.

skypen.png
Auch Skype bietet VoIP zum Nulltarif


Whatsapp kann Telefongespräche aufzeichnen
Doch Whatsapp geht wohl noch einen Schritt weiter und bietet auch die Möglichkeit, über die VoIP-Funktion von Whatsapp geführt Telefongespräche mitzuschneiden. Skype und Google Voice bieten zwar auch eine vergleichbare Funktion, aber nur als Add-On. Derart komfortabel und selbstverständlich wie in Whatsapp gibt es diese Funktion nirgendwo. Doch das Mitschneiden von Telefongesprächen ist heikel, denn es ist verboten, ein Gespräch aufzuzeichnen, wenn nicht beide Gesprächspartner davon wissen. Schon jetzt dürfte klar sein, dass die Record-Funktion einigen Ärger verursachen wird.

Whatsapp hat eine treue User-Basis. Deshalb wird es Whatsapp sicher gelingen, die VoIP-Funktion erfolgreich einzuführen. Einige Mobilfunkanbieter blockieren VoIP - und schalten die Funktion gegen Gebühr oder in einem Premium-Tarif frei. Andere Provider werden Whatsapp als Bestandtteil ihres Tarifs anbieten und so extra verdienen - und Whatsapp möglicherweise finanziell beteiligen. Für Whatsapp und damit Facebook sicher ein einträgliches Geschäft.


Sprachnachrichten in Whatsapp

Ausgerechnet via datenkrake telephonieren?Dabei gibt es laengts Sachen wie Mumble,Bleep,Linphone,oder auch Tox.Alle besser und vor allen Dingen sicherer!

Ach je am 15.10.14 8:44

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