Montag, 01.09.2014

Bitte lächeln!

Ich setze hinter etwa jeden dritten Satz einen obligatorischen Smiley. Ich mag Smileys. Egal ob grinsend, weinend oder mit Heiligenschein. Ich finde sie süß. Sie verstärken, was ich sagen will. Oder zeigen, dass ich das Gesagte ironisch meine. Aber so inflationär gehen nicht alle mit den gelben Grafikmännchen um - und bringen mich damit oft ins Grübeln.

"Du bist doof", schrieb mir neulich eine Freundin. War sie jetzt ernsthaft beleidigt, oder war das ein Scherz? Hat sie verstanden, was ich meinte? Soll ich jetzt nochmal nachfragen oder wäre das übertrieben? Textnachrichten jeglicher Art sind die Spielwiese für Missverständnisse. Statt wie bei der normalen Kommunikation von Angesicht zu Angesicht noch Mimik, Gestik, Stimmlage und Tonfall mit zu beurteilen, lesen wir hier nur eine Bleiwüste aus Buchstaben. Smileys helfen da durchaus, einen kleinen bildlichen Hinweis zu geben, wie das Ganze denn gemeint ist.

Smileys; Rechte: WDR/Horn

Vor allem unter Freunden funktioniert diese digitale Hieroglyphen-Schrift wunderbar, sagt Prof. Martin Beckenkamp von der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln. Jetzt hätte ich ja gesagt, dass die Symbole vor allem zwischen Unbekannten gut funktionieren und helfen, das Geschriebene mit Emotionen zu belegen. Aber der Kommunikationsexperte warnt: "Wer sich nicht so gut kennt, sollte die Smileys und Emoticons nur mit Bedacht nutzen. Zum Beispiel vom Vorgesetzten zum Angestellten, um ihn ausdrücklich zu loben - ähnlich wie die Fleißkärtchen oder Tier-Stempel damals in der Grundschule. Wer mit den Smiileys um sich schmeißt, wird irgendwann nicht mehr ernst genommen." Freunde hingegen können auch zwischen den Zeilen lesen.

Digitale Hieroglyphen
Ich wollte also wissen, ob Smileys und Emoticons auch den kompletten Schriftverkehr ersetzen können. Grinsen statt tippen. Geht bestimmt auch schneller, als jedes Wort einzeln zu schreiben. Für meinen kleinen Test habe ich Tanja und Angela, die ich am Kölner Dom angesprochen habe, um Hilfe gebeten. Die beiden kennen sich seit Jahren und schreiben täglich massenweise Nachrichten hin und her. Angela sollte eine Bildergeschichte formulieren und Angela durfte sie dann ganz nach ihrem Verständnis vorlesen.

Emoticons; Rechte: WDR/Horn

"Wir haben heute Morgen einen Donat am Rhein gegessen, der war sehr lecker. Während dessen haben wir beobachten müssen, wie eine Frau sich vom Fernsehen hat filmen lassen und das fanden wir ganz fürchterlich." Test bestanden :-)

Donat; Rechte: WDR/Horn

Schwierig wird es laut Martin Beckenkamp vor allem, wenn es um komplexere Sachverhalte geht. Wer sagen will, dass er gestern Abend ein saftiges Entrecôte mit Jägersauce im Restaurant von und zu Leckerschmecker gegessen hat, bekommt sicherlich Schwierigkeiten. "Andere Zeiten, Adjektive und spezielle Wörter wie Entrecôte lassen sich nicht mit Emoticons oder anderen Icons darstellen. Das ist Zukunftsmusik."

*trompete-wahrsagerkugel-lol*
Allerdings kann es durchaus so sein, dass die Digital Natives, also Leute, die mit dem Web 2.0, Emoticons und Smileys groß geworden sind, sie lesen können wie kein anderer, so Beckenkamp. "Wenn ich zum Beispiel wütend bin und in ausschließlich Großbuchstaben schreibe ´Ich schaffe es nicht!´, dann kann es durchaus sein, dass der Empfänger antwortet ´schrei nicht so rum´." Emoticons und Symbole im Allgemeinen haben unsere Kommunikation also schon gut im Griff. Wer jetzt sagt, dass die gelben Gesichter unsere Sprache verkommen lassen, dem sei aber gesagt...

Handsymbole WhatsApp; Rechte: WDR/Horn

... sie können unsere Sprache durchaus ergänzen und bereichern. "Damals haben unsere Lehrer auch gesagt, Comics seien schlecht für die Sprachentwicklung", erinnert sich Beckenkamp. Heute ist wohl allen klar, dass das Blödsinn ist. Und wenn man sich weltweit umschaut, sieht man sogar eine große Kreativität.

Es geht los mit einfachen Strichzeichungen:
:- / (Skepsis)

In Japan gucken die Gesichter den Leser sogar direkt statt schiefliegend an:
(*_*) (Furcht)
\(˚o˚)/ (Jubel)

Und sogar kleine Kunstwerke aus Punkt-Komma-Strich sind möglich:
(((
(. .)
(( v ))
---m-m---

Es gibt übrigens diverse Studien, die belegen, dass Smileys und Emoticons die gleichen Hirnregionen ansprechen wie echte Gesichter, wenn sie von links nach rechts lesbar sind. Die Augen müssen also links liegen oder gerade stehen. Der Erfinder der Gesichter, US-Informatikprofessor Scott Fahlmann, hätte sich wohl damals nicht träumen lassen, dass er mit seinem :-) die Kommunikation revolutioniert. Mittlerweile gibt es sogar diverse Apps und Grafikprogramme, mit denen ich meine eigenen Smileys entwerfen könnte. Das ist mir zu umständlich. Aber die Auswahl ist auch so groß genug. Auch wenn Tanja und Angela noch einige Lücken im Smileys-Repertoir vermissen. "Was es immer noch nicht gibt als Symbol ist der Mittelfinger. Dabei könnte man den manchmal gut gebrauchen."

Natürlich weiß jeder Digital Native, dass es längst Möglichkeiten und Zeichen für den Stinkefinger gibt. Aber auch in der Sprache der Smileys darf man ja wohl ein paar kleine Geheimnisse haben. Aber pssssss... 0:-p

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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Montag, 01.09.2014

Netflix: Enttäuschung noch vor dem Start

Eigentlich soll es mit Blog: Netflix in Deutschland erst am 16. September losgehen. An diesem Tag ist ein großer Launch Event in Berlin geplant. Das ist der offizielle Startschuss - gut eine Woche nach der IFA. Doch der offizielle Marktstart kündigt sich mit Vorbeben an. Denn die Konkurrenz wird unruhig: Die WWW: Online-Videothek Sky Snap kostet plötzlich nur noch 3,99 im Monat. Maxdome spricht intensiver mit Journalisten. Und Amazon weist stolz immer wieder auf den (angeblichen) Erfolg seines Videoangebots WWW: Prime Instant Video hin.

Man möchte halt nicht untergehen angesichts der Bedrohung, die jetzt aus USA nach Deutschland kommt. Schließlich hat Netflix zweifellos in den USA den Videomarkt revolutioniert und auch den ein oder anderen Anbieter in die Knie gezwungen.

Netflix Homepage; Rechte: dpa/Picture Alliance
Netflix: Neue Konkurrenz für Maxdome, Watchever und Co.


Möglicherweise überzogene Erwartungen an Netflix
Man sollte Netflix schon ernst nehmen. Allerdings habe ich schon den Eindruck, dass die Erwartungen an Netflix mitunter etwas überzogen sind. Auch Netflix kann nicht zaubern und störende Rechteprobleme ignorieren. Auch Netflix muss Geld verdienen. Und bekannte Eigenproduktionen von Netflix wie WWW: House of Cards läuft bei uns im Fernsehen, bei Sky Atlantic, und kann deshalb nicht exklusiv bei Netflix zu sehen sein. Das Pulver ist also bereits verschossen. Immerhin werden die beiden ersten Staffeln der Gefängnisserie WWW: Orange is the new black auf Netflix zu sehen sein.

Doch nun mehren sich die Gerüchte, dass Netflix in Deutschland möglicherweise sogar früher starten könnte als geplant. Auf der einen Seite schwer vorstellbar, weil dann ein Launch Event keinen Sinn mehr macht. Andererseits aber auch wieder denkbar, denn letztlich ist alles gut, was einen ins Gespräch bringt und das Interesse steigert. Der Branchendienst DWDL jedenfalls hat bereits WWW: einige Screenshots online gestellt, in denen man Teile der deutschen Benutzeroberfläche und Teile des Angebots sehen kann. Denn das deutsche Onlineangebot lässt sich über Umwege bereits einsehen. Das aber bedeutet nicht, dass es bereits offiziell gestartet ist.

Orange is the new black; Rechte: Netflix
Orange is the new black wird auch bei Netflix Deutschland zu sehen sein


Enttäuschung macht sich breit
Angesichts dessen, was vorab über das tatsächliche Angebot von Netflix in Deutschland in Erfahrung zu bringen ist - und das sind ausnahmslos alles inoffizielle Kanäle -, macht sich im Netz Enttäuschung breit. WWW: "Enttäuschung on Demand" titelt der Mediendienst Meedia. Denn der Abopreis soll sich in Deutschland auf 7,99 EUR im Monat belaufen. Branchenüblich. Aber ohne wirklich cooles Zeug, das man nirgendwo anders bekommt.

Der Netflix-Start könnte also deutlich bescheidener ausfallen als bisher gedacht. Egal, ob es nun am 16. September losgeht oder schon ein paar Tage früher.

"Deutsch"Immer erst einmal ueber ungelegte Eier jammern?Das Angebot soll uebrigens mehrsprchig werden-Originalfassung und Syncro+Untertitel.Lasst doch Netflix erst einmal starten.Man wird dann schon sehen das dies den markt aufmischen wird.Content wird auch schon noch kommen.

Typisch am 3.09.14 15:39

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Montag, 01.09.2014

Bilder von Promis und Normalos #ifmyiphonegothacked

Das Smartphone ist heute vor allem eins: Blog: Fotoapparat mit Internetanschluss. Jeden Tag entstehen unzählige Aufnahmen. Und die meisten davon landen - unbermerkt - in der Cloud. Denn die Smartphones funken die Bilder nicht nur bei der Verwendung von Twitter, Instagram, Facebook und Co. ins Netz, sondern hinterlegen oft auch automatisch Kopien der Bilder in der Datenwolke. So landen die Bilder zum Beispiel bei iCloud oder Dropbox, damit sie nicht mehr verloren gehen können und man immer und von überall darauf zugreifen kann. Eigentlich praktisch - aber offensichtlich auch ein Sicherheitsrisiko.

Promis wehren sich: Hier wird behauptet, alles wäre Fake; Rechte: WDR
Promis wehren sich: Hier wird behauptet, alles wäre Fake


Kompromittierende Aufnahmen durch Hack?
Denn am Wochenende sind jede Menge kompromittierender Aufnahmen von und mit Promis im Netz aufgetaucht, die nicht nur die Promis selbst zeigen, sondern offensichtlich sogar mit deren Smartphones gemacht wurden. Betroffen sind rund WWW: 100 meist weibliche Stars, etwa Jennifer Lawrence, Wynona Rider oder Kirsten Dunst. Für die Öffentlichkeit sind die Aufnahmen jedenfalls ganz sicher nicht gedacht. Trotzdem sind zahlreiche Aufnahmen auf Twitter und Co. gelandet, nachdem sie im Imageboard des Hackerforums 4Chan aufgetaucht sind - was einen riesigen Tumult verursacht hat. Denn die meisten Aufnahmen sind ruckzuck auf Twitter zu sehen gewesen. Die meisten Accounts, die solche Aufnahmen getwittert haben, wurden mittlerweile gesperrt.

Viele vermuten, dass es WWW: möglicherweise einen Hack gibt: Gut möglich, dass iCloud eine Sicherheitslücke hat und Hacker sich Zugriff auf die Promifotos verschafft haben. Denn wie sonst sollten die Aufnahmen in die Hände von Fremden gelangt sein? Viele der Aufnahmen zeigen zweifellos Bilder, die nicht zum Twittern oder Posten gedacht waren. Einige Promis bestätigen die Echtheit der Aufnahmen, was einen Hack nahelegt. Manche Aufnahmen stammen aber offensichtlich wohl nicht aus der iCloud. Wie also sind die Bilder in die Hände der Hacker gelangt?


#ifmyiphonegothacked
Doch das Netz wäre nicht das Netz, wenn man nicht auch über einen solchen Vorfall Witze machen könnte. Darum kursieren seit einer Weile Fotos auf Twitter, die mit dem Hashtag WWW: #ifmyihphonegothacked getaggt sind. Wenn mein iPhone gehackt würde - na dann könntet Ihr Aufnahmen wie diese sehen, die ich angehängt habe... Die meisten twittern Belangloses, simpelste Aufnahmen, ihre Katzen oder Hunde, eine Naturaufnahme, ein verwackeltes Bild oder irgendwas, was man garantiert nicht erkennen kann. Es ist recht vergnüglich, sich die Galerie mal anzuschauen.

Also ich mache da mit...

Ein typischer Fehler: Man nimmt überall dasselbe Passwort, irgendwo wird ein Dienst gehackt und damit stehen dann auch alle anderen Accounts offen, bei denen man dasselbe Passwort benutzt, auch iCloud, Dropbox, Picasa, ...

Man sollte sich aber echt nicht einbilden, dass man sicher wäre, wenn man solche Daten wie private Fotos nie in Cloud-Dienste steckt. Gehackte Computer, geklaute/verlorene Telefone, Kameras oder SD-Karten sind noch häufiger als tatsächliche Hacks von Cloud-Diensten. Und wer zu bequem ist, um überall sichere und verschiedene Passwörter zu verwenden, der wird garantiert seine Daten auch nicht verschlüsseln oder sonstwie schützen.

iCloud bietet übrigens Zusatz-Authentifizierung per SMS an, ich gehe jede Wette ein, dass das keiner der Betroffenen genutzt hat.

joh am 1.09.14 17:14

Nun ja,die "Erklaerungen"von joh sind ja ganz nett-nur haben die mit den tatsaechlichen Gegebenheiten nichts zu tun.Der hack hier duerfte sich gegen einen der dropbox admins gerichtet haben-denn es sind dort Photos aufgetaucht die laut Aussge der Betroffenen bereits vor langer Zeit auf dropbox geloescht wurden!Zudem macht sich kein cracker die Arbeit auf einem server vorgefundene(unverschluesselte)PW auf anderen Diensten"auszuprobieren.Zuviel Arbeit.Gecrackt werden adservices die dann die banner an tausende pages ausliefern(Angriff auf user-die dumm genug sind js\flash etc. im Netz zu erlauben).Gecrackt werden server via crawler,die nach schwachstellen der server suchen.SMS und "sicher"..hrrmmm-dein "Smart"phone ist laengst gecrackt.

Robin am 2.09.14 9:32

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