Donnerstag, 27.02.2014

Trolle müssen draußen bleiben

Wer ein Forum betreibt, der kann was erleben. Egal ob im Miniforum eines Blogs oder im gut besuchten oder sogar moderierten Forum großer Zeitungen, Onlineportale oder Fernsehsendungen: Früher oder später treten sie in Aktion, die sogenannten WWW: Trolle. Leute, die sich einen Spaß daraus machen, im Schatten der Anonymität alberne, in der Regel aber leider oft sogar provokative Kommentare zu schreiben. Kommentare, die einzig und allein einen Zweck haben: Die anderen vor den Kopf zu stoßen.

Warnschild Trolle; Rechte: User Gil_mnogueira Wikipedia
Vorsicht Trolle: Störenfriede gibt's in allen Foren


Trolle nicht füttern
Trolle genießen diese Aufmerksamkeit. Es ist völlig unerheblich, um welches Thema es geht oder ob das, was sie zu sagen haben relevant oder zutreffend ist: Sie schreiben nur, um aufzufallen. Das belegt auch eine aktuelle Studie, die in den letzten WWW: Tagen für Aufmerksamkeit sorgt. Der größte Fehler, den man da machen kann: Antworten. Oder die Trolle überhaupt in irgendeiner Form zu beachten.

Doch nicht alle sind so schlau. Deshalb schaffen es die Störenfriede immer wieder, Stunk zu machen. Das kann die Stimmung ruinieren und eigentlich sinnvolle Foren ungenießbar machen. Die Redaktion von WDR: Hart aber Fair hat deshalb schon vor kurzem sein Forum umgestellt: User können es nicht mehr anonym nutzen, sondern WWW: nur mit vollem Namen. Jetzt hat auch das Handelsblatt die Reißleine gezogen. Auch bei Handelsblatt Online ist es vorbei mit der Anonymität. Ab sofort gilt: "WWW: Gehört wird, was sich gehört". Die Redaktion erläutert die Gründe:

  • "Demokratie und Meinungsfreiheit brauchen Offenheit und Toleranz. Viele Kommentatoren glauben: Gehört wird nur, was sich nicht gehört. Der eine verunglimpft den anderen, die Gürtellinie ist nach unten gerutscht. Diese Entwicklung wollen wir aufhalten."

Skizze: Trolle, Rechte: Picture Alliance/dpa
Trolle nerven die anderen User in Foren


Weniger Trolle bedeuten mehr Ruhe
Verständlich, denn es stört nicht einfach nur, wenn im Forum rumgepoltert wird - es nervt. Und zwar gehörig. Außerdem kostet es Zeit und Geld, denn oft müssen sich die Betreiber der Foren in erster Linie um die Troll-Kommentare kümmern. Sie müssen besonders ausfallende Postings aussortieren und auf die Beschwerden rechtschaffender User antworten. Zeit, die man woanders viel besser investieren könnte. Deshalb ist die Entscheidung nachvollziehbar, in einem Forum auf Anonymität zu verzichten.

Was natürlich nicht davor schützt, dass sich trotzdem gelegentlich Trolle breit machen. Sie können sich unter falschem Namen anmelden, eine falsche Identität benutzen. Keine Frage. Aber es schreckt ab. Erfahrungsgemäß nimmt der Anteil an Troll-Postings dramatisch ab, wenn sich die User anmelden müssen. Klar, der ein oder andere kommentiert dann eben auch nicht, entweder aus Prinzip oder weil es auch ein bisschen Mühe macht. Aber ganz grundsätzlich profitieren die meisten Foren davon, wenn von den Besuchern erwartet wird, aus dem Schatten der Anonymität zu treten.

Doch da kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ich auf die Meinung der Digitalistan-Leser gespannt.

Die Troll-Diskussion wird meistens von Journalisten geführt, die aus der Leserbriefzeit meinen, Zensur ausüben zu müssen.
Es ist seit 30 Jahren aber im Internet bekannt, dass eine solche Zensur überflüssig ist. In den USENET-News war immer klar, dass es auch mal heftig zugehen kann. Flame-Wars war der Ausdruck. Wer in den Ring steigen wollte, zog sich seinen Asbest Anzug an. Wer keine offene Diskussion mag, der kann auch geschlossene Benutzergruppen machen.
Aber im richtigen Leben gibt es auch keinen Klarnamenzwang. In der Kneipe, auf der Straße, in der Speakers-Corner gibt es keinen Klarnamenzwang, den Journalisten uns jetzt einreden wollen.
Die Meinungsfreiheit ist nicht an einen Ausweis gebunden. Im Gegenteil: aus Datenschutzsicht ist Klarnamen unerwünscht.
Wenn die Journalisten bei dem weltfremden Klarnamenzwang bleiben wollen, werden die klasssichen Medien schneller sterben. Das ist alles.

Wolfgang Ksoll am 27.02.14 20:27


-Die Logik der Trolle

"Die vier Buchstaben sind ein Symbol dafür, wie leicht und beiläufig Trolls das Sicherheitsgefühl
sorgloser Bewohner der „wirklichen Welt“ untergraben können, indem sie zum Beispiel Unmengen von
Pizzen plus Rechnung an eine einzige Adresse bestellen oder Telefonnummern, Kreditkartennummern
oder Festplatteninhalte einer Privatperson öffentlich machen. Dinge, die man für gewöhnlich als persönlich oder sicherbetrachtet.

Das Entscheidende ist vielleicht, dass Aktionen, die auf lulz aus sind, den Konsens brüchig machen,
den wir in Bezug auf Politik, Ethik und sozialen Zusammenhalt teilen. Trolle stellen diese Welt infrage,
denn sie signalisieren, dass sie uns jederzeit ohne Vorwarnung den Teppich unter den Füßen
wegziehen können. Wenn ihnen gerade danach ist.

Heret am 27.02.14 21:08

Der Geist von lulz ist aber nichts, was nur typisch für Anonymous ist. Schon Dadaisten und Hippies legten eine ähnlich Haltung an den Tag, ebenso die Situationisten oder zuletzt die Yes Men mit ihren Spaßguerrilla-Aktionen. Sie alle versuchten die Verabredungen des politischen Systems auf den Kopf zu stellen und Aufmerksamkeit zu erregen, damit Mainstreammedien über ihre Anliegen berichten. Anonymous ist ähnlich und doch ganz anders. Die Gruppe hat eine wechselnde Mitgliedschaft, sie politisiert sich zunehmend, sie unternimmt illegale Aktionen, und sie ist hervorragend im Netz organisiert.

Diese Netzstruktur ist einer der Schlüssel zu Anonymous. Die Gruppe hat viele Anhänger, Anons genannt. Manche sind leidenschaftliche Hacker, andere bloß Sympathisanten. Manche arbeiten rund um die Uhr, andere beteiligen sich nur sporadisch. Die Strukturen sind lose, der Austausch sporadisch.

Heret am 27.02.14 22:35

Sie kommunizieren über ein Chatprogramm namens IRC (Internet Relay Chat), das von einer kleinen Elite gesteuert wird. Interessanterweise hat diese Elite aber keine Zugangsbarrieren errichtet und verlangt auch keine Aufnahmeprüfungen. Der Zugang steht allen offen.

Hat die Gruppe eine übergeordnete Strategie? Nein. Die Taktik ihrer Operationen orientiert sich an den Vorschlägen des französischen Jesuiten Michel de Certeau: „Da sie keinen Ort hat, ist eine Taktik an die Zeit gebunden – sie hält immer Ausschau nach Gelegenheiten, die ‚im Fluge‘ ergriffen werden müssen“, schreibt dieser in Die Kunst des Handelns (1980). „Im Fluge“ zu handeln kommt der flüssigen Struktur von Anonymous entgegen und verschafft der Organisation einen Vorteil gegenüber ihren Angriffszielen: den zentral geführten und programmatisch ausgerichteten Unternehmen, Staaten und politischen Parteien.

Heret am 27.02.14 22:40

Es ist ja vollkommen wurscht, unter welchem Namen man eine gewisse Moderatorin der AKS im Forum anfragt, ob sie ein hübsches Sümmchen von der INSM dazu bekommt, wenn sie in deren Sinn an- u. aufsagt. Der Bug (als "Moderator") kegelt alle raus, die dem Team nicht die Füße küssen. Null Transparenz bei denen, die von GEZ leben, ergo: kein Klarname für diese.

Zwitscherchen am 27.02.14 22:49

Vor nun rund zehn Jahren hatte ich unerfahren im Posting und doch schon mehrere Leben hinter mir, in dem Kundenfänger-Forum des WDR's meine ersten, schüchternen Fragen gestellt. Und was ist passiert: Mir wurde so über den Mund gefahren, dass ich heute nur hoffen kann, dass diese Kaffeebude inzwischen abgerissen wurde!

Dieser Blöög ist wirklich ein Journalisten-Problem!

tratzitan am 28.02.14 14:56

Puh ... ich finde die Kommentare anstrengend.

Nein, ich bin kein Troll sondern ein User der seine Meinung anonym wie zu den Anfängen des Internets gefordert, anderen mitteilen will.
Wenn meine Thesen gegen Etikette oder gar Gesetze verstoßen dann werden sie gelöscht und fertig. So einfach ist das.

Das Internet sollte den Austausch von Meinungen und eben nicht von Identitäten ermöglichen. Jede Meinung zählt gleich und kann nur durch bessere Argumente widerlegt werden.

Im Laufe eines Lebens wechselt jeder Mensch seine Standpunkte und somit seine Persönlichkeit. Schon der alte Adenauer sagte sinngemäß was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?

Ich interpretiere das so das man jeden Tag neue Eindrücke dazu gewinnt und dadurch sich auch Ansichten ständig verändern, also im Fluß sind. Und ich möchte eben nicht auf ein bestimmtes Profil reduziert werden so das meine Meinung vorhersagbar sind.

Wem nutzt die Aufhebung der Anonymität?

Bleistein am 1.03.14 10:50

Lieber ein Internet voll Trolle, statt einem Internet voll Werbung. Womit wir bei den Machtverhältnissen sind: Die Omnipräsenz von Werbung im Internet werte ich als Zeichen für die Allmacht der Industrie- und Werbewirtschaft. Doch wann und wo habe ich das letzte Mal einen Beitrag von einem Troll gelesen? Trolle gehören eher zu den Raritäten im Internet. Qualitative Trolle umso mehr. Viel mehr stößt man immer wieder auf Beiträge aus denen erschreckende Unwissenheit und Naivität spricht. Das ist an für sich nichts schlimmes, aber Anonymität kann solchen Zeitgenossen einen Schutz bieten, sich bloßgestellt zu fühlen. Unter dem Deckmantel der Anonymität interessiere ich mich auch mal für Extravagantes. Da ist mein Name genauso unwichtig wie der Anlaß meines Interesses. Nur ein machthungrieges Gebilde, wie die Industrie- und Werbewirtschaft wird versuchen, mir daraus etwas anzudichten, ohne mich persönlich zu kennen.

Dominik am 1.03.14 15:18

Tja wie man unschwer erkennen kann, hat dem den Grundgedanken einer Freien Medienwelt nicht verstanden. Solange das so bleibt und auch die Kommentare hier einfach Zensiert werden, sollte man sich als "Journalist" nicht darüber beklagen arbeitslos zu sein.


Das schlimme an der Zensur ist

Heret am 13.03.14 10:52

Trolle in Leserzuschriften verhindern ? Hier wurde schon sehr viel pro-kontra dazu verfasst.Habe soeben, nach reiflicher Überlegung, unterlassen, mich beim WDR5 Funkhaus Wallrafplatz zu beschweren.
a) weil ich trotz "gurgeln" keinen Hinweis auf normale Beschwerdemöglichkeit beim ÖffRechtl Rundfunk angezeigt bekomme... ausser "Presserat" und zudem die dort angeführten Rubriken meiner Beschwerde nicht entsprechen.
Zu den Gründen meiner Verärgerung: Im heutigen Rundfunkgespräch zum Thema Datenspeicherung, wurden 88 Beiträge verfasst, wobei der Einsender mit dem vielsagenden nick-name: SR-71-Aufklärer, insgesamt 5x seine, vorsichtig ausgedrückt, absolut staatstragend konforme und andere, kritische Diskutanten, angreifende Meinungsmache veröffentlicht wurde.
Hingegen wurde meine diesbezügliche Zuschrift n i c h t veröffentlicht.. Hier fand eine Zensur statt...in meiner Zuschrift habe ich gegen keinerlei Richtlinien des WDR verstoßen.Außer eine gegenteilige Meinung zu dem Troll s.o. ?!?

C. am 12.04.14 12:31

Zusatz zum 1. Posting: Werte WDR Redaktion, ich habe und werde fürderhin alle diesbezüglichen "Beschwerdevorkommnisse" , Zensur betreffend, dokumentieren.. da ich bereits i. einem ähnlichen Fall, auf meine Anfrage einen sehr arroganten und in der Aussage falschen Kommentar ihrerseits bekommen hatte, fühle ich mich regelrecht "abgebügelt".
Hier nochmalig meine Feststellung: auch die Gehälter der Redaktionsmitglieder werden von meinen Zwangsgebühren = GEZ Rundfunkgebühren bezahlt! Von wem sonst ? ja, der Rundfunkrat bestimmt die "Richtlinien" = die Sendeinhalte und Modalitäten.. der Hörer zahlt jedoch für die "Musik die er nicht bestellt hat".Meinungskonforme Trolle sind der jeweiligen Redaktion sehr angenehm - wer schreibt da eigentlich ? Trotzdem: eine Offenlegung der Klarnamen wäre fatal...

C. am 12.04.14 13:04

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Donnerstag, 27.02.2014

Flappy Bird im Baukastensystem

Glücklich, wer Blog: Flappy Bird auf seinem Smartphone hat. Denn mittlerweile ist der kleine, flapsende Pixel-Vogel Blog: nicht mehr in den App-Stores vertreten. Das Game jetzt noch aufs Smartphone oder Tablet laden, das geht nicht. Allerdings gibt es mittlerweile diverse Altrnativen. Nicht nur in den App-Stores von Apple und Google, sondern auch im Web. Besonders reizvoll und sympathisch finde ich das interaktive WWW: Baukastensystem von code.org.

flappybaukasten.png
Das eigene Flappy Bird im Baukasten zusammenstellen

Wie in einem Puzzle muss der Spieler Bausteine aus dem Spiele-Baukasten so geschickt zusammensetzen, dass dabei ein funktionierendes Spiel herauskommt. Erst festlegen, was zu tun ist, wenn man auf die Maustaste drückt (Flapp-Geräusch machen), danach bestimmen, was im Hintergrund passiert oder welcher Sound ertönen soll, wenn der Vogel auf den Boden stürzt. Das auf diese Weise per Klick zusammengestellte Spiel lässt sich jederzeit auch testen, also spielen. Codeschnipsel gibt es auf Wunsch auch zu sehen. Eine schöne Lehrstunde in Sachen Programmierung - im Baukastensystem.

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Mittwoch, 26.02.2014

Was nervt

Liebes Internet,

wir kennen uns jetzt so lange, es sind fast 20 Jahre. Damals stecktest du nur in meinem Computer. Da habe ich mich an den Schreibtisch gesetzt, um ganze Nächte mit dir zu verbringen. Heute bist du überall. Entweder ich schlafe - oder ich bin online. Dafür sorgt das Smartphone. Ich gehöre auch zu den Menschen, die dieses Gerät fast dauernd in der Hand haben. Das ist okay. Dinge ändern sich. Ich möchte kein Kulturpessimist sein.

Dennis Horn; Rechte: WDR/Dennis Horn
So war es damals, in den 90ern, als wir uns kennengelernt haben, du mit deinem hässlichen Röhrenmonitor, ich mit meiner furchtbaren Teenagerakne.

Aber ein paar Dinge, liebes Internet, müssen die wirklich sein?

Muss es zum Beispiel sein, dass wir ständig Gespräche unterbrechen, die wir gerade führen, nur weil bei WhatsApp, Facebook oder per SMS irgendwer auf Antworten von uns wartet? Könnten wir nicht einfach allen Menschen die nötige Aufmerksamkeit widmen: erst dem Gespräch in echt, danach unseren Kontakten am Smartphone?

Muss es zum Beispiel sein, dass wir nur noch per Facebook gratulieren? Wie viel sind Geburtstagsglückwünsche noch wert, wenn wir sie nur aussprechen, weil Facebook uns jeden Tag konsequent daran erinnert? Da nehmen wir uns dann ein paar Sekunden Zeit, "Herzlichen Glückwunsch" zu posten, halbherzig, gedankenlos, und das war's.

Muss es zum Beispiel sein, Blog: dass einige Eltern ständig Fotos und Videos ihrer Kinder posten? Wie diese das Wohnzimmer kurz- und kleinschlagen, ihre ersten Gehversuche machen oder ausversehen gegen Glastüren scheppern? Da nehmen Eltern ihren Kindern die Möglichkeit, irgendwann selbst über ihre Privatsphäre im Netz zu bestimmen.

Muss es zum Beispiel sein, dass in der S-Bahn laut YouTube-Videos vom Smartphone abgespielt werden, ohne Kopfhörer, ohne dran zu denken, dass die anderen Mitreisenden HipHop von Bushido eher nicht mögen?

Muss es zum Beispiel sein, dass ich auf jeder Party, bei jedem Treffen mit Freunden, auf jeder Veranstaltung damit rechnen muss, fotografiert zu werden, ungefragt - um mich danach bei Facebook wiederzufinden, weil mich irgendwer auf einem Foto markiert?

Muss es zum Beispiel sein, dass sich Menschen immer häufiger verspäten? Weil man ja heute kurz schreiben kann, dass man es nicht pünktlich schafft - was früher nicht so einfach ging? Um sich dann zu rechtfertigen, man hätte ja die Nachrichten lesen können, um zu wissen, dass es eine Viertelstunde später wird?

Liebes Internet, so gut du bist, so sehr wünsche ich mir, dass all die Einwohner in Digitalistan für all die schönen neuen Dinge, die du uns jeden Tag bescherst, ein paar passende Umgangsformen finden. Und wenn wir dafür eine Kniggepedia brauchen.

Danke für die Aufmerksamkeit.

Dein
Dennis

P.S.: Einige Freunde bei WWW: Facebook und WWW: Google+ haben ein paar Zeilen zu diesem Brief beigesteuert, vor allem Andrea Husak und Kay Lüddecke. Danke!


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Donnerstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Klasse Blogeintrag! Würde ich sofort unterschreiben :-)

Chris26 am 27.02.14 6:27

Muss es zum Beispiel sein, dass man so einen Blogeintrag verfasst? Die, die es betrifft, lesen bzw merken es eh nicht. Da könnte man genauso gut darauf warten, dass RTL oder BILD irgendwann ihren Dienst einstellen. Forget it! Get real! Wir sind "Millionen Lichter" (Christina Stürmer).

Dominik am 27.02.14 7:51

Lieber Dennis, sehr mutiger Text. Müssen wir nicht eigentlich das virtuelle Fähnchen in den Zeitgeistwind halten und all das als Kolleteralschaden hinnehmen? Müssen wir neue Regeln finden und zu denen gehört dann eben, dass der permanente Blick aufs Smartphone zum guten Benehmen gehört.
Aber nein. Du hast recht.
Ich war letzte Woche fein essen. Ich gebe zu, es war ein berufliches Essen. Immerhin in einem sehr feinen Restaurant (so fein war ich privat noch nie essen) und einzelne Menschen am Tisch beklagten die berufliche Überforderung und dass sie nicht mehr abschalten können. Als dann der Hauptgang kam, wurde das IPad nur zur Seite geschoben und andere am Tisch fotografierten das Essen und bestellten mittendrin ein Buch bei Amazon. Ich wollte gerade die Stimme heben und uns darauf aufmerksam machen, traute mich als Tischjüngste aber nicht.
Dein Text hat mich aber daran erinnert, dass ich es hätte tun sollen. Wer, wenn nicht wir. Denen dieses Benehmen immer nachgesagt wird. Danke.

Sabine am 27.02.14 8:49

Lieber Dennis,
so viel wurde in den letzten Jahren über Informationskompetenz gesprochen. Damals ging es darum alles zu nutzen. Heute sollte es darum gehen darüber nachzudenken was wir nutzen müssen um zu funktionieren (Job und so) und was uns über die Jahre aufgedrängt wurde (Facebook und so). Wird es nicht Zeit das Internet an ein paar Stellen wieder in den Monitor zu stecken. So wie früher. Das soll auch gar nicht pessimistisch klingen aber müssen wir alles immer in unserer Hosentasche haben? Die ständige Bestätigung, den digitalen sozialen Kontakt, die unzähligen Werbemails, Erinnerungen an Geburtstage und zwischendurch noch was Lustiges?
Nur leider braucht dann kein Mensch mehr ein S5, ein HTC One oder ein IPhone 5. Das was übrig bleibt verrichten auch andere Geräte. Aber wer will das schon...
Wir sollten uns nicht scheuen ein paar mehr Filter zwischen uns und der Unterhaltungsindustrie zu schalten. Für mich hat es sich sehr gelohnt - auch wegen der Kinder!
LG Marius

Marius am 27.02.14 10:07

Interessanter Artikel, allerdings frei nach dem Motto: "Don't hate the player, hate the game". Dabei müsste es in meinen Augen genau umgekehrt sein. Was kann das Internet dafür, dass wir "reale Gespräche" für die neue WhatsApp-Nachricht unterbrechen, dass wir nur noch per facebook zum Geburtstag gratulieren, dass wir uns verspäten? Nichts, wie ich finde. Das ist immer noch unsere eigene Doofheit.

Patrick am 27.02.14 10:45

@Patrick: Da hast du recht. Angesprochen sind eher die Nutzer, nicht das Internet an sich. "Liebes Internet" ist da möglicherweise ein bisschen missverständlich :). Es ist immer die Frage, wie wir als Nutzer mit den Dingen umgehen.

Dennis Horn am 27.02.14 11:04

Ja, die Nutzer sind doof - nicht das Medium, jeder sollte seine Verhaltensweisen überprüfen, weil es uns schon gar nicht mehr bewusst ist, wie reduziert und leer diese Art von Kommunikation ist.

Als vor ein paar Jahren diese FB - Welle zu uns rüberschwappte, hiess es in vielen Printmedien, man solle ja sehen, das man mitmache (bei den sogenannten 'sozialen Netzwerken') denn sonst wäre man bald in jeder Beziehung OUT!

Es scheint so, als ob die Masse das auch beherzigt hätte - in meinem Freundeskreis machen das einige Leute überhaupt nicht (aus Prinzip), was aber schließlich auch dumm ist, denn mit bestimmten Leuten, kommt man so gar nicht erst in Kontakt.

Ich plädiere für eine bewusste Nutzung, die natürlich dazu führt, das man sich auch mal wieder realer Kommunikation widmet, zum Beispiel dem persönlichen Gespräch. Ich bin einmal die Woche auf FB, und meistens denke ich:"Nix verpasst"!

Die massenhafte Verbreitung des Banalen ändert nichts an der Banalität!

Robert B. am 1.03.14 17:27

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