Montag, 13.04.2015

Space Invaders für Supernerds

Dieses Spiel solltet ihr ohne Nerdwissen gar nicht erst starten: WWW: Hex Invaders ist eine Variante der Spielelegende "Space Invaders". Der Unterschied: Es reicht nicht mehr aus, mit der Kanone am unteren Bildschirmrand wild durch die Gegend zu ballern, sondern ihr müsst darauf achten, dass ihr die Aliens mit der aktuell richtigen Farbe trefft.

Hex Invaders; Rechte: 352 Inc.
Bei Hex Invaders gilt es, die richtige Farbe zu treffen - gar nicht so einfach.

Welche Farbe richtig ist, wird euch durch eine hexadezimale Farbdefinition im RGB-System angezeigt - schließlich kommt Hex Invaders aus einer Webdesign- und Software-Agentur. #ff0000 steht für rot, #00ff00 für grün, #0000ff für blau. Wobei es nur im ersten Level so einfach bleibt - je weiter ihr kommt, desto komplizierter die Farbangabe.

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Samstag, 11.04.2015

Abstrahierte Webseiten

Jede Website hat einen individuellen Charakter, bestimmt durch das Layout. Das Layout wiederum ist eine Art Baukasten, der aus Rechtecken unterschiedlicher Größe besteht - gefüllt mit Inhalten, mit Texten, Fotos und Videos. Lässt man diese Inhalte weg und konzentriert sich auf Form und Gestaltung, präsentiert sich jede Webseite auf ihre ganz eigene, unverwechselbare Art. Wie so etwas aussieht, zeigen die Bilder von WWW: Rafaël Rozendaal. Der Künstler hat eine Mini-Software namens WWW: Abstract Browser entwickelt. Eine Extension für Chrome, die auf Wunsch jede Webseite in ihre Grundbausteine zerlegt und einfärbt.

Das Ergebnis: Erstaunlich reduzierte Webseiten. Man erkennt nur noch das Gerüst. Bei manchen kann man schon ahnen, was sich dahinter verbirgt, etwa bei Pinterest. Zwölf Farben verwendet die Extension, die per Zufallsgenerator ausgewählt werden. Es macht Spaß, beim Surfen mal die Inhalts wegzublenden und Webseiten auf eine andere, abstraktere Art zu betrachten.

Abstract Browser: Webseten auf ihre Grundbausteine reduziert; Rechte: WDR
Abstract Browser: Webseiten auf ihre Grundbausteine reduziert

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Samstag, 11.04.2015

Es ist nicht leicht, ein Startup zu sein

Immer dann, wenn sich neue Märkte auftun, herrscht für eine gewisse Weile Goldgräber-Stimmung. In der Anfangszeit kann jeder mit einer guten Idee und der nötigen Portion Entschlossenheit seinen "Claim", sein Revier abstecken - und damit erfolgreich sein. Das ist Bill Gates im Bereich Software gelungen. Google bei den Suchmaschinen. Und Facebook bei den sozialen Netzwerken.

Es gibt auch ein paar Apps, die auf keinem Smartphone fehlen und als Megaerfolg bezeichnet werden dürfen, etwa das mittlerweile zum Facebook-Konzern gehörende Whatsapp, das Mark Zuckerberg 19 Milliarden Dollar wert gewesen ist. Doch die Mehrzahl der Apps geht unter. Die mit ihnen erwirtschafteten Eträge reichen nicht zum Leben, wie Blog: Kollege Dennis Horn schon mal festgestellt hat.

Ein Startup zu gründen ist heute schwieriger geworden; Rechte: dpa/Picture Alliance
Ein Startup zu gründen ist heute schwieriger geworden


Die Großen fressen die Kleinen
Eine Zeit lang sind unzählige Startups entstanden. Alle hungrig, mit guten Ideen - und auf der Suche nach Kapital, um ihre Ideen umzusetzen. In den USA funktioniert das wunderbar, in Deutschland besser als früher, wenn auch immer noch stark verbesserungswürdig. Doch so allmählich wird es immer schwieriger, für eine gute Idee einen Kapitalgeber zu finden. Das liegt nicht an den Ideen. Die sind oft immer noch sehr gut. Es liegt am Markt. Denn die Großen machen alles platt: Google, Apple, Facebook und Microsoft dominieren den Markt. Sie kaufen auf, was interessant ist - oder entwickeln es gleich selbst.

Facebook lebt die Multi-App-Strategie äußerst konsequent. Wie will man mit einer neuen Idee bestehen, wenn ein Milliarden-Dollar-Konzern alles viel schneller selbst entwickeln kann? Und häufig auch eine Anbindung an die bestehenden Dienste nötig ist? Twitter zum Beispiel hat den Bilderdienst Twitpic in die Knie gezwungen. Die Idee von Twitpic war gut: Twitpic hat es 2008 möglich gemacht, Bilder in Tweets einzubinden. Twitter hat die Idee übernommen und den ursprünglichen Dienst WWW: einfach platt gemacht. Kleine Startups können sich keinen großen Rechtsstreit leisten.

Riff: Die neueste App aus dem Facebook-Universum; Rechte: Facebook
Die großen Onlinedienste machen heute alles selbst


Neue Ideen haben es zunehmend schwer
Die zunehmende Macht der Großen führt zwangsweise dazu, dass es neue Ideen schwerer haben - und entsprechend ist es auch schwieriger geworden, Investoren zu begeistern. Hinzu kommt, dass wir User nicht mehr jede neue App begeistert ausprobieren. Es sind irgendwie genug Apps auf dem Smartphone oder Tablet installiert. Warum eine weitere installieren? Das macht man nur, wenn es wirklich gute Gründe gibt. Hinzu kommt, dass die App-Stores von Apple, Google und Microsoft Erfolg belohnen. Was sowieso schon jeder kennt, ist besser sichtbar als Neues. Schwierig für Newcomer.

Last not least stürzen sich aber auch Presse und Blogger nicht mehr begeistert auf jede neue Idee. Das sorgt für weniger Öffentlichkeit, was wiederum geringere Reichweite und einen ausbleibenden Erfolg nach sich zieht. Ein Teufelskreis. Wer der Macht der Großen entgehen will, sollte deshalb aufmerksamer sein für die Ideen anderer. Auch wenn es manchmal schwer fällt. Die Onlinedienste und Apps kleiner Anbieter können charmant und interessant sein - und nützlich. Sie zu nutzen und nicht immer die Dienste und Apps der Großen, davon profitieren wir letztlich alle.

"Neue Ideen haben es zunehmend schwer
Die zunehmende Macht der Großen führt zwangsweise dazu, dass es neue Ideen schwerer haben - und entsprechend ist es auch schwieriger geworden, Investoren zu begeistern." Investoren zu begeistern setzt voraus, dass man Ideen präsentiert....oh, oh oh!!!!! Wer ist heute so dumm und verrät seine Ideen? Better not!

LiFe am 11.04.15 15:58

@Life: Aber wenn man seine Ideen für sich behält, gewinnt man keine Investoren, das ist unmöglich. Man braucht neben der Idee auch einen soliden Business Plan. Das Risiko, dass etwas einfach so kopiert wird, ist immer da, in Wahrheit aber eher klein, erst recht, wenn man schon Vorarbeit geleistet hat.

Jörg Schieb am 11.04.15 23:44

Nun denn, habe meine Kenntnisse genutzt (Franz Schubert fand zu Lebzeiten keinen Verleger, Daimler ging es nicht besser und Hedy Lamarr und George Antheil wurden ausgelacht) eine Schlußfolgerung gezogen. Es stirbt sich leichter keine Ideen umzusetzen. Und warum? Ist/wird alles nur geklaut. :-)

LiFe am 12.04.15 2:05

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