Donnerstag, 05.02.2015

Apples Geldsorgen: Wohin nur mit all der Kohle?

Apple hat Sorgen, die andere Unternehmen gerne hätten. Apple ertrinkt nämlich regelrecht im Geld. Allein im letzten Geschäftsquartal 2014 hat Apple rund ARD: 18 Milliarden Gewinn(!) gemacht. Mehr als jedes andere Unternehmen in der Geschichte der Menschheit. Energieunternehmen inklusive. Damit ist Apple nicht mehr nur die wertvollste Marke der Welt, sondern auch darüber hinaus das Unternehmen mit den fettesten Gewinnen. Auf rund 178 Milliarden Dollar schätzen Experten allein die Barreserven der Firma. Wenn man bedenkt, dass Apple in den 90er Jahren fast mal pleite gegangen ist, wirklich beachtlich.

Apple Logo Gold; Rechte: dpa/Picture Alliance
Apple scheffelt Geld ohne Ende


Kommt die eigene Suchmaschine Apple Search?
Gerade investiert die Apfel-Company rund zwei Milliarden Dollar in ein eigenes Rechenzentrum, das in Arizona gebaut wird. Komplett mit Solarenergie betrieben, was sogar Umweltschützer begeistert. Aus gutem Grund. Die Frage aber ist: Wieso braucht Apple ein so großes Rechenzentrum? Nur für die iCloud? Oder womöglich doch für neue Dienste? Apple sucht defacto derzeit nach Entwicklern und Managern, die in der Lage sind, eine Suchmaschine aufzubauen, die "mehrere hundert Million User" hat, so steht es in dieser WWW: offiziellen Stellenbeschreibung. Eine eigene Suchmaschine also? Vielleicht will Apple nur seine bislang desolate Suchfunktion im App-Store verbessern. Vielleicht soll aber auch eine eigene Suchmaschine her, als Konkurrenz zu Google, Bing und Yahoo.

Kann ich mir jedenfalls sehr gut vorstellen, denn das fehlt Apple bislang im Portfolio. Mit einer eigenen Suchmaschine könnte sich Apple noch unabhängiger machen von Google und Co., der leidigen Konkurrenz. Nach einem eigenen Browser, einer eigenen Cloud, einem eigenen Anzeigensystem und einem eigenen Online-Kartendienst wäre das die logische Konsequenz. Mit einer eigenen Suchmaschine wäre Apple noch unabhängiger und könnte die eigene Kundschaft im eigenen Ökosystem halten. Das ist Apple sehr wichtig. Außerdem lässt sich mit einer gut gemachten Suchmaschine viel Geld verdienen. Das wiederum beweist Google sehr eindrucksvoll. Ich tippe dehalb: 90% Wahrscheinlichkeit, dass wir innerhalb von 12 Monaten eine Suchmaschine von Apple sehen werden.

Noch sicht Siri mit Bing - aber in Zukunft womöglich mit Apple Search; Rechte: WDR/Schieb
Noch sucht Siri mit Bing - aber in Zukunft womöglich mit Apple Search


Andere Vorschläge für Investitionen
Doch zwei Milliarden Dollar sind natürlich Peanuts, wenn man auf Barreserven von 178 Milliarden Dollar sitzt (und sekündlich wird es mehr). Damit könnte Apple glatt halb Griechenland kaufen. Das ist keine Übertreibung: Griechenlands Staatsverschuldung WWW: beläuft sich aktuell auf 318 Milliarden Euro. Tim Cook könnte dem EU-Land also locker aus der Patsche helfen. Allerdings dürften die Investoren und Aktionäre von dieser Idee nicht sonderlich begeistert sein.

Apple könnte auch die Preise reduzieren. Ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Oder die Löhne erhöhen. Nicht die in Kalifornien, sondern die in China, wo all die Apple-Geräte gebaut werden. Wird aber wohl auch eher nicht passieren. Apple könnte das Geld in Umweltschutz investieren und hier mal Maßstäbe setzen. Denn noch ist es ein riesiges Umweltproblem, wie Hightech hergestellt und vor allem, wie Hightech wieder entsorgt wird. Die bisherigen Bemühungen, um sich einen grünen Anstrich zu geben, reichen da nicht aus. Das würde mir persönlich am besten gefallen.

Es wäre auch ganz einfach möglich, dass Apple seine Steuern bezahlt dort wo die Gewinne erwirtschaftet werden.

Franz-Johannes am 5.02.15 13:43

Es wäre auch ganz einfach möglich, dass Apple seine Steuern bezahlt dort wo die Gewinne erwirtschaftet werden.

Franz-Johannes am 5.02.15 13:43

Da sieht man mal, wie gut es ist, daß Steve Jobs nicht mehr in der Firma weilt. Im Nachhinein hat er mehr als Bremse denn als Innovationstalent gewirkt. Und sowieso: wer braucht auch leistungsfähige Rechner zu bezahlbaren Preisen, wenn man mit bunten hübschen Lallomaten mehr Geld scheffeln kann? Schließlich steht in der amerikanischen new economy nicht der Zweck, sondern die erwirtschaftete Summe im Vordergrund. Nur der Umsatz zählt. Und während Millionen Ausgebeutete auf den kontaminierten Müllhalden ihrer Arbeitgeber hausen müssen, werden die von ihnen gefertigten Produkte stolz im Fernsehen von geföhnten Collegeboys und Girls demonstrativ in allen Soaps dieser Welt in die Kamera gehalten. Sex sells. Und für manche ist Selling Sex. Geile Welt!

Viro von Puttlov am 5.02.15 13:55

... das ist wohl ein echtes amerikanisches 'Luxus'-Problem!

Erst die Arbeiter unmenschlich ausbeuten und dann über 'die Kohle' jammern!

Perfide Welt!

DollyToll am 5.02.15 15:17

Wenn sich Apple mit einer eigenen Suchmaschine dann vom übrigen Internet abkoppelt bin ich zufrieden. Im Apple-Kosmos gibt es genug für die Apple-Jünger.

Der Alte am 5.02.15 17:26

Sie haben vergessen zu erwähnen, das Apple für weitere 6,5 Milliarden Aktien auf den Markt wirft...Geld einsammeln ohne Not...aus fiskalischen Gründen...Apple ist mit Abstand das asozialste Unternehmen auf diesem Planeten.

Wolfgang am 6.02.15 8:03

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Mittwoch, 04.02.2015

VRSE - App mit 360° Videos

Wird 2015 das Jahr der 360° Videos? Könnte sein, immerhin will Youtube diese Videos mit Rundumblick bald unterstützen und die ersten WWW: erschwinglichen Kameras sollen noch im aktuellen Quartal auf den Markt kommen. Wer erstmal kostenlos reinschauen möchte, der ist mit der neuen App WWW: VRSE für iOS- und Android-Smartphones gut bedient.

Dort sind drei 360° Videos hinterlegt (mehr sollen folgen), die verschiedene Anwendungsmöglichkeiten zeigen. Es gibt beispielsweise eine Reportage von einer Demonstration gegen Polizeigewalt in New York und einen Film über ein syrisches Flüchtlingslager. Nach dem Download der App und der zugehörigen Videodaten kann es direkt losgehen. Man hält das Smartphone in eine andere Richtung und sieht direkt einen anderen Ausschnitt des 360° Videos. Eine Demonstratin, die erklärt, warum sie hier protestiert auf der rechten Seite, links ein Mann mit einem Plakat. Das Schwenken funktioniert absolut ruckelfrei und geschmeidig - das ist schon eindrucksvoll, auch wenn die Bildqualität für meinen Geschmack noch besser sein könnte.

Screenshot aus der VRSE-App; Rechte: VRSE Noch ausbaufähig: Die Bildqualität der VRSE-App

Das Gefühl wirklich dabei zu sein, lässt sich übrigens mit dem "WWW: Google Cardboard Headset" (eine einfache Papphülle für Mobiltelefone) für kleines Geld enorm steigern. Das habe ich neulich selbst ausprobiert und war offenbar beeindruckt ... :-)

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Dienstag, 03.02.2015

Adobe Flash sollte in Rente gehen

Fast jeder kennt den Flash-Player. Viele benutzen den Flash-Player. Und nun wirklich jeder hat Ärger damit. Die Fälle von aufgedeckten Sicherheitslecks erheblichen Ausmaßes häufen sich gerade wieder mal. Erst vor wenigen Tagen wurde ein WDR: ernsthaftes Leck im Flash-Player entdeckt. Unzählige User haben verzweifelt versucht, das gefährliche Stück Software auf ihrem Rechner zu finden und abzuschalten. Wenige Tage ist das erst her. Und jetzt haben Experten erneut ein Sicherheitsleck entdeckt. Es reicht!


Steve Jobs hatte Recht
Apple-Gründer Steve Jobs hatte Recht mit seiner Skepsis Flash gegenüber. Er hat sich von Anfang an geweigert, auf dem iPhone und später auf dem iPad Flash zuzulassen. Aus Sicherheitsgründen. Jobs hielt Flash für ein äußerst riskantes Einfallstor für Schadprogramme jeder Art. Das war zwar sicher nicht der einzige Grund, wieso er Flash abgelehnt hat, denn Flash auf iPhone und iPad hätte auch weniger Kontrolle für Apple über die Geräte bedeutet, aber genau das ist das eigentliche Sicherheitsproblem, das Flash sozusagen systembedingt in sich trägt.

Der Flash Player sollte in Rente gehen. Er hat ausgedient. Die erste Version ist 1997 erschienen, also vor 18 Jahren. Eine Ewigkeit in der IT-Welt. Damals hatte Flash seine Existenzberechtigung. Denn Flash war eine wunderbare Möglichkeit, animierte Bedienelemente auf den Rechner zu bringen - plattformübergreifend. Einmal etwas in Flash entwickelt, konnte man sich das auf Windows, Mac und Linux anschauen, später auch in jedem Browser. Ich selbst habe auch wunderbare Projekte mit Flash entwickelt, etwa das WebTV-Angebot des WDR, das WWW: zwei Mal für den Grimme Online Award nominiert war.

Youtube kommt mittlerweile ohne Flash aus; Rechte: WDR/Schieb
Youtube kommt mittlerweile ohne Flash aus


HTML5 ist überlegen
Youtube hat Flash dann endgültig zum Durchbruch verholfen. Denn Youtube hat anfangs auf Flash gesetzt, um die Video-Inhalte abzuspielen. Geht auch heute noch. Allerdings braucht man kein Flash mehr. Schon recht lange unterstützt Youtube auch HTML5, um Videos abzuspielen. Alle modernen Browser haben HTML5 serienmäßig an Bord. Man muss nichts zusätzlich installieren, geht kein Risiko ein. Nur ältere Browser brauchen noch zwingend Flash, um Youtube-Videos zu zeigen. Seit einigen Tagen ist HTML5 bei Youtube Standard - und Flash die Ausnahme.

Auch wer Browser-Games entwickeln will oder bunte, animierte Bedienelemente auf der Webseite für nötig hält, ist nicht mehr auf Flash angewiesen. HTML5 kann alles bieten. Selbst wer mit Flash solche Animationen entwickelt, kann auf HTML5 setzen. Adobe selbst hat die Power und die Vorteile von HTML5 erkannt. Jetzt ist es Zeit zu erkennen: Flash ist überholt. Wir brauchen Flash nicht mehr. Im Gegenteil: Flash wird zunehmend zu einem Sicherheitsrisiko. Die Software ist anscheinend nicht beherrschbar. Alle Online-Angebote, die jetzt noch Flash voraussetzen (etwa auch die Mediathek des WDR), sollten schnellstmöglich auf HTML5 umsteigen. Damit wir Danke sagen dürfen zu Flash - und vor allem: Adieu!

Und wann kommt ein HTML5-Player in der WDR Mediathek? Das Problem ist doch, dass viele Webseiten auf dem Desktop nach wie vor auf den Flash-Player setzen um Videos abzuspielen, der WDR ist da keine Ausnahme.

Daniel am 3.02.15 13:53

Ganz genau! Habe mehrfach die Redaktion des WDR angeschrieben mit der Bitte "Flash" durch den HTML5-Player zu ersetzen. Es geschieht nichts!
Warum geht hier nicht was auf YouTube schon lange prima funktioniert??? Echt ärgerlich!

Wolfgang am 3.02.15 18:17

Meine Rede!
Ich baue seit 16 Jahren Webseiten. Vor ungefähr einem Jahrzehnt habe ich ActionScript gelernt, die auf Java basierende Programmiersprache von Flash. Habe sie nie anwenden müssen.
Mittlerweile baue ich Animationen auf Basis von JavaScript, von jQuery. Diese Programmbibliothek ist ziemlich mächtig. Vor allem braucht sie keinen riesigen Code mehr im Browser.
Was mich an Flash immer gestört hat waren von Benutzerseite lange Ladezeiten. Von Seiten des Seitenbauers her waren es die riesigen Mengen an unübersichtlichem Code, den man generieren lassen musste. Eine Blackbox, bei der dann auch noch immer wieder was schief gegangen ist.
HTML5 ist eine geile Sache. Man braucht keinen superteuren Streamingserver mehr, eine Zeile Code reicht aus und nicht mehr 15 Zeile Wüste. Und was die aktuellen Sicherheitsprobleme angeht: Es kommt nur noch in den Browser, was reinkommen darf.
Ach, ich vergaß: Keine schwarzen Stellen mehr, weil die Firewall externe Bibliotheken blockt...

Thomas Berscheid am 3.02.15 20:06

Meine Rede!
Ich baue seit 16 Jahren Webseiten. Vor ungefähr einem Jahrzehnt habe ich ActionScript gelernt, die auf Java basierende Programmiersprache von Flash. Habe sie nie anwenden müssen.
Mittlerweile baue ich Animationen auf Basis von JavaScript, von jQuery. Diese Programmbibliothek ist ziemlich mächtig. Vor allem braucht sie keinen riesigen Code mehr im Browser.
Was mich an Flash immer gestört hat waren von Benutzerseite lange Ladezeiten. Von Seiten des Seitenbauers her waren es die riesigen Mengen an unübersichtlichem Code, den man generieren lassen musste. Eine Blackbox, bei der dann auch noch immer wieder was schief gegangen ist.
HTML5 ist eine geile Sache. Man braucht keinen superteuren Streamingserver mehr, eine Zeile Code reicht aus und nicht mehr 15 Zeile Wüste. Und was die aktuellen Sicherheitsprobleme angeht: Es kommt nur noch in den Browser, was reinkommen darf.
Ach, ich vergaß: Keine schwarzen Stellen mehr, weil die Firewall externe Bibliotheken blockt...

Thomas Berscheid am 3.02.15 20:08

Nach dem Kommentar von Wolfgang brauche ich mir ja keine Hoffnungen mehr zu machen, dass mir der WDR antwortet. Ich habe ihn nämlich auch gebeten, sich von Flash zu verabschieden und zu HTML5 zu wechseln.

Es ist schon seltsam, kritisch über den Flash Player zu berichten und es nur bei Worten zu belassen? Und sollte ich mich hier - hoffentlich! - irren?

Gerhard Hallstein am 4.02.15 11:18

Schon spannend: Da erklärt Jörg Schieb in einem auf der Startseite von WDR.de verlinkten Video, warum der Flash-Player schädlich ist und das man ihn abschalten sollte, und dieses Video ist im Flash-Format. Mit abgeschaltetem Player kann man es nicht sehen... sondern kommt auf eine Seite, die einem empfiehlt, den Flash-Player zu laden.

Lieder Jörg Schieb, liebe WDR-Internet-Redaktion, reden Sie eigentlich gelegentlich mal miteinander? Wie ich den vorgehenden Kommentaren entnehmen kann, gibt es ja wohl schon länger entsprechende Alternativen. Warum nutzt man die nicht?
Es ist schon etwas enttäuschend, dass man zwar eine eigene App basteln kann (wenn auch nicht für Windows-Phone), aber die eigene Website nicht auf den aktuellen Sicherheitsstand setzt.

Martin Schlömer am 4.02.15 12:49

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