Sonntag, 15.03.2015

Ich liebe meine Kritiker!

Bewertungsportale sind beliebt: Hier kann man nachschauen, welche Erfahrungen andere User mit Produkten, Firmen, Dienstleistungen oder Onlinediensten gemacht haben. Das kann hilfreich sein - oder nicht. Das kann fair sein - oder nicht. Kommt immer auch ein bisschen auf die Perspektive an. Wer zum Beispiel ein Restaurant betreibt und sich eine virtuelle Watsche einfängt, weil ein Gast eine schlechte Kritik schreibt, der wird in aller Regel nicht sonderlich begeistert sein. Denn eine schlechte Bewertung ist nicht nur wenig schmeichelhaft fürs Ego, sondern schadet auch dem Geschäft. Wenn andere das lesen, bleiben sie vielleicht weg.

Aber was macht man mit einer schlechten Bewertung? Man kann sie öffentlich vorlesen. Das amerikanische Kochportal WWW: FoodBeast nimmt die Dinge generell nicht so ernst und hat drei Köche gebeten, die schlechtesten Bewertungen ihrer Restaurants vorzulesen. Das alles wurde aufgezeichnet - und auf Youtube gestellt. Herausgekommen ist ein amüsantes Video, das zeigt: Wer gelassen und sogar ein bisschen humorvoll mit schlechten Bewertungen umgeht, kann Punkte machen.


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Donnerstag, 12.03.2015

Halbherziger WLAN-Ausbau

Offenes WLAN? Finde ich immer gut. Ich sitze gerade am Flughafen Düsseldorf und nutze das kostenlos kredenzte WLAN. Ein guter Zeitpunkt, um über offenes WLAN nachzudenken. Denn eins steht fest: Menschen aus dem Ausland, die in Deutschland ankommen und nach einem offenen WLAN suchen, sind immer wieder erstaunt, wie schwierig es ist, hierzulande eins zu finden.

Denn: Deutschland ist extrem rückständig in dieser Angelegenheit. Es gibt kaum offene WLANs, die jeder einfach so unkompliziert nutzen kann. In anderen Ländern ist das anders. Im Silicon Valley gibt es ganze Städte, die mit WLAN versorgt sind. Und bei uns? Hier muss man sie mit der Lupe suchen. Natürlich - wie sollte es anders sein? - aus juristischen Gründen. "Störerhaftung" ist das Zauberwort. Wer ein WLAN betreibt, der haftet für jeden Unsinn, der darüber angestellt wird.

Logo WLAN; Rechte: WDR
WLAN Access überall? Will die Bundesregierung gar nicht...


User müssen erklären: Wir sind artig
Ein Risiko, das viele nicht eingehen wollen, verständlicherweise. Das will die regierende Koalition in Berlin jetzt ändern. Das Wirtschaftsministerium hat heute (12.03.2015) einen Gesetzentwurf vorgelegt, der für "mehr Rechtssicherheit sorgen" soll. Das Ziel: Wer ein offenes WLAN betreibt, soll nicht gleich mit einem Bein im Knast stehen, weil die User vielleicht Musik verteilen. Dazu muss die Störungshaftung aber gelockert werden. Sinnvoll, denn vor allem Betreiber von Hotspots an öffentlichen Orten wie Cafés oder Restaurants wollen das Risiko nicht eingehen.

Das neue Gesetz sieht vor, dass die Betreiber solcher Hotspots künftig ihren Hotspot teilen dürfen, wenn der Besucher artig vorher bestätigt, keinen Unsinn anstellen zu wollen. Persönliche Daten wie Name oder Mail-Adresse müssen nicht hinterlassen werden. Das ist schon mal zu begrüßen, denn das wäre nicht nur ein administrativer Aufwand, sondern auch keine sonderlich vertrauensbildende Maßnahme. Da würden nicht nur ausländische User wenig Verständnis für aufbringen.


ICE; Rechte: picture-alliance/dpa/Rolf Vennenbernd
Künftig soll es mehr Hotspots geben - zumindest an öffentlichen Plätzen


Die Bundesregierung will den Ausbau öffentlicher WLAN-Netzwerke in Städten vorantreiben, heißt es. Aber nicht wirklich entschlossen. Denn während Betreiber von Cafés, Restaurants oder Hotels künftig rechtlich besser aufgestellt sind, gelten diese Privilegien für Privatleute nicht. Die müssen auf Nachfrage die Namen aller User nennen können, die sich in ihrem WLAN tummeln. Undenkbar also die Idee, dass jemand seinen WLAN-Hotspot aus Freundlichkeit für die Allgemeinheit öffnet. Für Privatleute bleibt die Störerhaftung.

Das kann man ja so machen, wenn man möchte, dass es einfacher ist, über offene WLANs begangene Straftaten verfolgen zu können. Aber dann soll man nicht so tun, als wäre man besonders innovationsfreundlich. Schon gar nicht soll man behaupten, man wolle offene WLANs in Städten vorantreiben. Das will man nämlich nicht. Oder bestenfalls nur ein bisschen. Und das ist - Entschuldigung! - armselig.

Ich setze mich für "Freifunk" ein und finde den Gesetzentwurf als Rückschritt. Wir Computerfreunde-Niederrhein wollen z.B. das Flüchtlingswohnheim per Freifunk ans Internet bringen. Durch die Unsicherheit, die für Privatpersonen bleibt, werden wir wohl nur sehr schwierig Mitstreiter finden, die ihr eigenes Internet mit dem Freifunk-Netz verbinden wollen.

Rainer Liewer am 12.03.15 19:30


Solche Fragen sind immer auch ein Machtkampf. Ich hoffe, es gibt genügend Proteste! Es wäre schlimm, wenn Initiativen wie "Freifunk" an solchen Gesetzen scheitern würden. Für die Fachjournalisten heißt das: dranbleiben am Thema!

Bertram in Mainz am 13.03.15 23:17

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Dienstag, 10.03.2015

Nichts geht über Inbox Zero!

Die neun besten Tipps, um die eigene E-Mail-Kommunikation in den Griff zu bekommen, Blog: habe ich hier in Digitalistan ja schon vorgestellt: vom hermetischen Schreiben über nur fünf Sätze pro E-Mail bis zum Vorsatz, keine Empfänger mehr in CC zu nehmen.

Benachrichtigungen unter iOS; Rechte: picture-alliance/dpa/ZB/Soeren Stache
Ein paar Tage unterwegs, und schon explodiert die Zahl der Nachrichten und E-Mails. Besser ist es, sie möglichst immer schnell zu löschen, um den Überblick zu behalten.

Mein Favorit ist aber nach wie vor die Methode Inbox Zero: ständig zu versuchen, so schnell wie möglich alle E-Mails aus dem Posteingang zu löschen! Spam, Newsletter und Benachrichtungen löscht ihr sofort, jede andere E-Mail beantwortet ihr sofort. Ergeben sich aus der E-Mail weitere Aufgaben, tragt ihr diese in eure To-do-Liste ein und löscht die E-Mail dann. Schon ist euer Posteingang ständig schön leer - und euer Kopf frei.

Ich arbeite jetzt seit Jahren nach dieser Methode und habe sie schon länger auch auf meinen Posteingang bei Facebook, meine SMS und meine Messenger übertragen: Sobald ich einzelne Gespräche bei WhatsApp beendet habe, lösche ich sie wieder. Seitdem passiert es mir auch nicht mehr, dass Nachrichten wochenlang unbearbeitet liegenbleiben, einfach weil ich vergessen hatte, dass da noch etwas war.

Schön ist, dass es mittlerweile sogar eine ganze Reihe von Apps gibt, die euch auch von unterwegs dabei helfen, euren Posteingang schön auf Inbox-Zero-Status zu halten. Die zwei bekanntesten sind Mailbox (WWW: Android, WWW: iOS) und Inbox von Google (WWW: Android, WWW: iOS). Beide bieten euch die Möglichkeit, E-Mails "zurückzustellen", um sie erst dann wieder angezeigt zu bekommen, wenn ihr Inhalt noch einmal aktuell wird.

Snooze-Funktion in Inbox; Rechte: Google
Inbox von Google bietet wie andere Apps auch eine Snooze-Funktion, die euch bei der Inbox-Zero-Methode unterstützen kann: E-Mails werden erst dann wieder angezeigt, wenn sie aktuell werden - und verschwinden für diese Zeit aus dem Posteingang.

Dann wäre da noch Dispatch (WWW: iOS), eine App, die für 4,99 Euro zwar recht teuer, aber vor allem deshalb so stark ist, weil sie Schnittstellen zu sehr vielen anderen Apps bietet. So könnt ihr E-Mails zum Beispiel in Evernote archivieren oder Links in Lesezeichenapps wie Pocket. Hilfreich ist außerdem der Onlineanbieter WWW: Unroll.Me, der euch dabei unterstützt, Newsletter und Benachrichtungen von relevanten E-Mails zu trennen.

Spannend finde ich außerdem Ansätze wie Hop (WWW: iOS), das euch E-Mail-Verkehr so wie Chatverläufe anzeigt und in einem löschen lässt. Oder Triage (WWW: iOS), eine Art Tinder für E-Mails, bei der ihr E-Mails nach oben wischt, die ihr löschen, archivieren oder als gelesen markieren möchtet - und E-Mails nach unten, die ihr später noch einmal lesen möchtet.

Keine dieser Apps ist für jeden geeignet, denn alle von uns arbeiten im Alltag ein bisschen anders und brauchen deshalb auch andere Ansätze, mit der E-Mail-Flut umzugehen. Ich bin mir aber sicher: Inbox Zero als Methode - das sollte jeder einmal ausprobiert haben.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Sehr interessant, der Beitrag, den ich grade höre.
Leider finde ich die Seite fanfiction.de nirgends, wohingegen die Seite fanfiktion.de sehr schnell auffindbar ist.
Oder sollte zweitere gemeint sein, wenn von "fännfickschen-de-e" gesprochen wird?
Das würde mich in einem Wortprogramm über Literatur doch sehr verwundern.

Rabulist2015 am 12.03.15 23:21

Vielleicht einfach die ganzen "Kindermail"-Apps auf den Smartphones links liegen lassen und im Büro (oder zuhause) *richtige* MUAs/MTAs nutzen, die auch gehobenere Filterung, automatische Kennzeichnungen/Umwandlung z.B. in Termine sowie ein intelligentes Ordnersystem beherrschen. Es muss kein "Bugfestival" ala Outlook sein, Thunderbird tut's schon sehr gut. Und auf IOS/Android nach einem kurzen Überflug nur noch alles löschenlöschenlöschen...

vaikl am 13.03.15 21:11

@Rabulist2015: Sehr berechtigte Kritik, die Sie äußern - abgesehen von der Tatsache, dass Sie bei der Eingabe von fanfiction.de durchaus auf fanfiktion.de weitergeleitet werden. Leider finde ich nur den Blogbeitrag nirgends, auf den Sie sich beziehen. Oder sollte der Blogbeitrag "Fanfiction - unterschätzte Subkultur gemeint sein", unter den dieser Kommentar gehört hätte? Das würde mich bei einem erfahrenen Nutzer doch sehr verwundern.

Dennis Horn am 16.03.15 17:06

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