Donnerstag, 04.12.2014

Kostenlose Offline-Karten

Wenn es etwas gibt, was wohl so ziemlich jeder Smartphones-Benutzer regelmäßig nutzt, dann dürften das die Kartendienste sein. Google Maps ist der unangefochtene Platzhirsch und zweifellos einer der besten Onlinekarten überhaupt. Apple Map ist zwar mittlerweile auf jedem "i"-Gerät vorinstalliert, gilt aber nach wie vor nicht als sonderlich populär. Und weil wir den großen Onlinediensten nicht noch mehr Daten in die Hände spielen wollen als unbedingt nötig, lohnt ein Blick auf die Alternativen. Eine davon heißt WWW: Maps.me.

Kostenlose Offline-Karten, Rechte: maps.me
Maps.me: Kostenlose Offline-Karten


Kostenlose Karten bieten eine Menge Vorteile
Maps.me ist seit kurzem kostenlos zu haben. Wichtigster Pluspunkt: Man kann alle verwendeten Karten offline speichern. Einmal laden, im Gerät installieren - und ohne sich um die Folgekosten oder Netzerreichbarkeit Gedanken machen zu müssen, die Karten nutzen. Das war schon immer gut an MapsWithMe (so hieß der Kartendienst früher) und ist jetzt, wo alles kostenlos zu haben ist, natürlich noch interessanter. Eine echte Alternative zu Google Maps, Bings Maps und Apple Maps.

Denn wer seine Karten offline nutzt, der spart nicht nur Onlinekosten, er meldet auch keinem Onlinedienst zurück, wo er sich gerade aufhält, welche Kartenausschnitte er sich anschaut und wohin die Reise geht. Gelebte Datensparsamkeit also. Wer seine Daten schützen möchte, der sollte also durchaus mal darüber nachdenken, den Kartendienst zu wechseln. Das lohnt sich, denn Maps.me beherrscht mittlerweile auch die Navigation. Die Gratis-App kann also Routen planen und einem den Weg weisen.


Promovideo der nun kostenlosen Karten-App


App als OpenSouce
Maps.me läuft nicht nur auf iOS und Android, sondern kann auch auf Kindle Fire benutzt werden. Doch die Macher des Kartendienstes haben noch mehr vor. Die Karten-App ist und bleibt kostenlos, es wird keine Unterscheidung zwischen Lite (mit wenigen Karten) und Vollversion (mit vielen Karten) mehr geben. Man lädt so viele Karten wie man möchte.

Im nächsten Jahr soll die Software sogar OpenSource werden. Der russische Betreiber Mail.ru möchte einen Beitrag zur OpenStreetMap-Community leisten. Im Grunde genommen gibt Maps.me damit der Community etwas zurück, denn die App greift auf das Kartenmaterial von OpenStreetMap zurück. Die Karten werden hier nach einem ähnlichen Prinzip wie Wikipedia erstellt. Nutzer können Karten editieren und jederzeit Städte, Straßen, Orte oder Sehenswürdigkeiten hinzufügen. Die kostenlose App liefert nun eine wirklich gut gemachte Benutzeroberfläche und damit auch unterwegs eine interessante Alternative zu den kommerziellen Anbietern.

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Donnerstag, 04.12.2014

Kickended: fehlgeschlagene Crowdfunding-Kampagnen

Fürs Crowdfunding gebe ich ja nur selten Geld aus, zuletzt für die Idee von Ron Gilbert, ein neues Point-and-Click-Adventure im Stil der 80er zu basteln - dazu WDR: mehr im 1LIVE-Nerdblog. Die Zahl der Crowdfunding-Kampagnen, die fehlschlagen sind, ist tatsächlich auch größer als die erfolgreichen - das zeigt das Projekt WWW: "Kickended" eindrucksvoll.

Kickended; Rechte: kickended.com
Vom Fotoband aus Charlotte, aufgenommen per iPhone, bis zur Idee mit einem "wirklich coolen Bus" das Internet in abgelegene Orte in den USA zu bringen: Kickended ist ein Museum der absoluten Crowdfunding-Flops.

Ein italienischer Künstler sammelt auf "Kickended" die Projekte, die keinen einzigen Unterstützer gefunden haben - möglich ist das über eine Programmierschnittstelle des Crowdfunding-Dienstes Kickstarter. Es gibt Tausende solcher Flopprojekte, und je länger ihr durch die Liste blättert, desto skurriler wird es.

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Mittwoch, 03.12.2014

Neue Kommunikations-App Wire

Man kann wohl ohne zu übertreiben behaupten: Whatsapp kennt jeder. Fast jeder mit Smartphone in der Tasche nutzt Whatsapp. Als ich vergangenes Wochenende durch die Altstadt von Münster geschlendert bin, habe ich Dutzende Menschen dabei beobachten können, wie sie Fotos vom Weihnachtsmarkt machen und mit Whatsapp verschicken. Jung, alt, dazwischen - egal, Whatsapp ist einfach die Kommunikations-App.

Doch ein Entwicklerteam aus Berlin meint: Das kriegen wir besser hin - und hat eine ernsthafte Alternative zu Whatsapp entwickelt, die den Namen WWW: Wire trägt. Wire (englisch: Kabel) ist natürlich ein interessanter Name für eine Anwendung, die vor allem drahtlos genutzt wird. Aber das ist nur die erste Überraschung bei Wire.

Die Wire-App gibt es für Mobilgeräte und für Mac OS X; Rechte: Wire
Die Wire-App gibt es für Mobilgeräte und für Mac OS X


Ex-Gründer von Skype macht mit
Neugierig geworden habe ich mir Wire direkt mal angeschaut. Schickes Design! Der gesamte Aufbau der Messaging-App ist moderner als bei Whatsapp und allen anderen Apps, die derzeit am Markt sind. Das gibt schon mal Pluspunkte. Die Benutzeroberfläche der derzeit für iOS, Android und Mac OS X erhältlichen Versionen ist allerdings Englisch. Das muss so sein, wenn man eine App in den Weltmarkt einführt. Was auf jeden Fall erwähnt werden muss: Das Wire-Projekt wird von einem Promi aus der Szene unterstützt, und zwar von niemand geringeren als Janus Friis, einem der Mitbegründer von Skype.

Friis bringt eine Menge Erfahrung und Know-how mit ein. Schließlich gilt Skype auf dem Desktop als wichtigste Messenger-App. So wie Skype unterstützt auch Wire Chats und VoIP-Telefonate, also Telefongespräche übers Netz. Video-Chats gibt es derzeit noch nicht, was ich überraschend finde, denn das wäre ein eindeutiger Unterschied zu Whatsapp. Soll aber bald kommen. Der große Unterschied zu Whatsapp ist, dass Wire versucht, die sozialen Netzwerke mit einzubinden. Man kann über Wire Fotos teilen, Songs aus der Soundcloud empfehlen oder Videos von Youtube in die eigenen Nachrichten einbinden. Das sind Möglichkeiten, die einem bei Whatsapp fehlen.

Mit Wire lassen sich Fotos, Soundcloud-Songs und Videos teilen; Rechte: Wire
Mit Wire lassen sich Fotos, Soundcloud-Songs und Videos teilen


Wire geht neue Wege
Interessant: Man kann Wire auch als Version für Mac OS X bekommen, also für einen Desktop. Whatsapp läuft nur auf Smartphones. Wire ist offener, wird früher oder später sicher für alle Plattformen angeboten, so ähnlich wie Skype. Ob eine Windows-App auf den Markt kommt, steht noch nicht fest, eine Web-App soll es aber auf jeden Fall geben. Schön: Alle Chats, alle Nachrichten sollen auf allen Geräten, auf denen man Wire nutzt, synchronisiert werden. Das bedeutet: Man kann einen Chat auf dem Desktop beginnen und auf dem Smartphone nahtlos fortsetzen. Nicht unbedingt neu, das geht auch mit Apples Messenger, aber durchaus sinnvoll.

Die Bedienung von Wire ist einfach und macht auch Spaß. Aber wie das bei neuen Messenger-Apps immer so ist: Am Anfang mangelt es an Gesprächspartnern. Denn mit wem soll man chatten, wenn niemand Wire benutzt? Es wird also ein bisschen dauern, bis Wire wirklich eine Alternative zu Whatsapp ist. Was für Wire spricht: Da Wire zu keinem Großkonzern gehört und seinen Firmensitz in Europa hat, gilt europäisches Datenschutzrecht. Alle Wire-Server sollen in Europa stehen - und bleiben. Das spricht eindeutig für Wire.

Wire stellt keineswegs alles auf den Kopf, macht nicht alles anders - aber wirkt irgendwie angenehmer. Eine moderne Benutzeroberfläche und etwas mehr Datenschutz, das sind gute Argumente, Wire mal auszuprobieren. Ob es aber reicht, dem Platzhirsch Whatsapp die Stirn zu bieten, das wird sich zeigen - müssen.

Interessant. Leider kein Hinweis, ob die Unterhaltungen End-End-verschlüsselt sind. Wenn nicht, bliebe ich weiterhin bei Threema (und sonst wohl auch, weil ich mit Threema zufrieden bin :-D)

Michael H. Gerloff am 3.12.14 16:51

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