Montag, 09.02.2015

Urlaub machen, ohne Tourist zu sein

Wenn ich in den Urlaub fahre, meide ich Sehenswürdigkeiten. Man lernt einen Ort nur kennen, wenn man seine Menschen kennenlernt. An Sehenswürdigkeiten treiben sich aber vor allem Touristen rum - und keine Einheimischen. Deshalb finde ich das Projekt WWW: "Locals and Tourists" von Eric Fischer ganz großartig: eine Reihe von Stadtplänen, die zeigen, an welchen Orten Einheimische Fotos machen - und an welchen die Touristen.

Stadtplan von Berlin; Rechte: Flickr/Eric Fischer (CC BY-SA 2.0)
Rot markiert sind die Orte, an denen Touristen Fotos gemacht haben. Blau markiert die Orte, zu denen es Einheimische trieb.

Was für eine Arbeit dahintersteckt, könnt ihr WWW: bei Motherboard nachlesen: Eric Fischer hat für dieses Projekt jahrelang Fotos aus den Metropolen dieser Welt ausgewertet. In seinem Flickr-Album hat er mittlerweile weit über 100 Stadtpläne veröffentlicht - Reiseführer für alle, die nicht auf die immer gleichen ausgelutschten Orte stehen.

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Sonntag, 08.02.2015

Und Züge können bei Schnee doch fahren!

Wenn in Deutschland ein paar Flocken Schnee fallen, herrscht gleich Chaos. Auf den Straßen bleiben die Autos stehen. Und die Bahn meldet Verspätungen ohne Ende. Sobald das Thermometer unter null Grad fällt, darf man sich als Bahnkunde wundern, dass überhaupt noch Züge fahren.

Irgendwie scheinen Züge nicht für kalte Temperaturen gemacht zu sein. Oder etwa doch? In Kanada, wo es deutlich häufiger und auch heftiger schneit, sind Züge offensichtlich weniger zimperlich. Das zeigt ein Amateurvideo, das einen Zug zeigt, der sich durch tonnenweise frischen Schnee pflügt. Es darf bezweifelt werden, dass der Lokführer noch irgend etwas gesehen hat - der Amateuerfilmer am Ende auch nicht mehr.


Das bisschen Schnee hält uns doch nicht auf

Jetzt auch noch Kommentare von ihnen zu einem Thema von dem sie noch weniger Ahnung haben?Keinen Gedanken daran verschwendet das man in Canada steandig mit derartigem Wetter rechnen muss und daher die Infrastruktur(Weichen,Schienen) und die Zuege daraufhin ausgelegt sind?Das man in Canada auf diese Zuege angewiesen ist-weil in der Flaeche 27x(!)groesser als Deutschland?Das man in Canada den entgegengesetzen Weg ging als in Deutschland-also statt einen Mehdorn\Grube zwecks Demontage der Bahn zu installieren seit 1918 eine Nationale Eisenbahn hat?Sich dort auch Berkshire Hathaway Privatbahnen uebernommen hat und die im Gegensatz zu unseren dummen kurzatmigen Politikern langfristig,in Jahrzehnten denken?

Oh je am 9.02.15 8:56

CN ist zwar mittlerweile,schon seit laengerem,reprivatisiert-aber so intelligent konstruiert,das Cn praktisch mit einer Staatlichen Nationalen Bahn gleichzusetzen ist.Zitat:"Damit CN trotz der Börsennotierung immer kanadisch bleibt, wurde im Zuge der Privatisierung gesetzlich festgelegt, dass kein Investor mehr als 15 Prozent der Aktien besitzen darf und der Sitz in Montreal bleiben muss.
Bislang ist CN damit sehr gut gefahren, denn es stellt eine stabile Aktionärsstruktur sicher. CN ist jedoch nicht nur an der Börse, sondern auch im täglichen Leben ein mustergültiges kanadisches Unternehmen. Es transportiert alle Güter, die das rohstoffreiche Land zu bieten hat, egal ob Kohle, Öl, Holz oder Getreide. Zudem transportiert CN jedes Jahr rund 2,1 Millionen neu produzierte Automobile."

Nachtrag am 9.02.15 9:42

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Samstag, 07.02.2015

Trägheit der Masse verhindert sicheres Internet

Über mangelnde Sicherheit im Netz wird viel geklagt. Die meisten würden es bevorzugen, anonym im Netz unterwegs zu sein und Kommunikation konsequent zu verschlüsseln. Manche machen das auch. Doch auch, wenn es nach Aufdecken der NSA-Schnüffeleien kurzfristig mehr Menschen geworden sind, die das Blog: Thema Verschlüsselung im Netz ernst nehmen: Die überwältigende Mehrheit unternimmt so gut wie nichts, zumindest nicht aktiv, um sich sicher im Netz zu bewegen. Das Trägheitsgesetz - es gilt eben auch für uns Menschen. Wir wollen uns keine Mühe machen. Wir sind bequem. Man könnte auch faul sagen.

GnuPG macht Mails sicherer; Rechte: dpa/Picture Alliance
GnuPG macht Mails sicherer


GnuPG-Entwickler wollte hinschmeißen
Es gibt durchaus Lösungen, um Kommunikation sicher zu machen. Aber weil die Mehrheit sich weder aktiv darum kümmert, noch bereit ist, Geld dafür zu bezahlen, ist das auch keine allzu große Motivation für Unternehmer, entsprechende Lösungen zu entwickeln. Der Mann jedenfalls, der maßgeblich für das WWW: GnuPG-Projekt verantwortlich ist - eine Verschlüsselungslösung, die in vielen Diensten und Produkten zur Verschlüsselung von E-Mails eingesetzt wird -, hat damit so gut wie nichts verdient. Werner Koch hat GnuPG entwickelt - und kann nicht weiter machen, weil das Geld fehlt.

Klasse Idee, nützliche Technologie - und trotzdem chronisch unterfinanziert. Darauf hat jetzt ein WWW: Artikel auf propublica hingewiesen. Koch wollte sein Projekt mit einer WWW: Crowdfunding-Kampagne finanzieren. Doch es kam gerade man ein Viertel der gewünschten 120.000 EUR rein. Ein Flop. Koch wollte das GnuPG-Projekt bereits hinschmeißen. Doch der Propublica-Artikel hat endlich etwas bewirkt. Endlich fließt Geld - etwas.


Debatte über Finanzierung von GnuPG im Bundestag


Ein paar Dollar hier, ein paar Dollar dort
Der Zahlungsanbieter Stripe und WWW: Mark Zuckerberg haben 50.000 Dollar pro Jahr zugesagt. Auch die Linux Foundation will 60.000 Dollar pro Jahr geben. 50.000 Dollar von Facebook? Das Thema Sicherheit scheint wirklich eine hohe Priorität zu haben. So viel geben solche Unternehmen sekündlich für irgendeinen Irrsinn aus. Mal ganz zu schweigen von Apple: Das Blog: reichste Unternehmen der Welt mit 178 Milliarden Dollar Reserven könnte hier gut und gerne ordentliche Beträge investieren, um der Community etwas zurückzugeben. Machen sie aber nicht. Auch Google nicht. Oder Microsoft. Sie machen auch sonst wenig. Auch sie sind träge. Faul.

Wer mehr Sicherheit im Netz will, muss aktiv werden - und sollte die eigene Trägheit überwinden.

Oh je Herr Schieb-wie waere es mal sich die Kommentare zu diesem Fall von fefe durchzulesen?So jedenfalls hat man den Eindruck das sie hier mal wieder wie der Blinde von Farben schreiben!Aber nicht nur fefe,auch auf arstechnika findet sich von einen Kryptologie Prof von der Johns Hopkins,wie ich finde,vernichtendes zu dem Herrn Kiesewetter!"Die user sind faul und traege"-neueres als dieser uralt arrogant Spruch faellt ihnen nicht ein?Wie waere es mal den arroganten developern von crypto software vor die Schienbeine zu treten-damit die endlich einfach bedienbares,statt verfrickelte GUI's entwickeln?
Duerfte einfacher sein dort anzusetzen,da wesentlich wenigerMenschen.Abgesehen davon wie geht das zusammen-user anmachen das die zu faul sind sich um krypto und safety zu kuemmern-dann aber auf jeden dummbatzigen hye aufspringen und den als super duper toll propagieren?Wo ist ihr Aufruf Finger weg von Fratzenbuch&Co,Twitter,IOS usw? Sie sind so jedenfalls nicht glaubwuerdig!

Ach je am 8.02.15 5:28

1) Das Verhalten von Werner Koch kann man kritisch sehen (verkürzt, nach dem Motto: "Gib mir Geld, oder GnuPG hört auf."). Allerdings ist die Software quelloffen mit GPL-Lizenz. Wenn die Open Source - Gemeinschaft sich nicht von einem Entwickler in Geiselhaft nehmen will - gerade bei einem so wichtigen Projekt wie GnuPG - dann kann man ihm das Projekt immer noch wegnehmen, z.B. indem man GnuPG einfach forkt. Ist mMn bezeichnend, dass große Firmen wie facebook eben lieber Geld abgeben, als ein oder zwei Entwickler für sowas abzustellen. Wer sich hier über Kochs Verhalten beschwert sollte sich dann eben fragen, ob er denn bereit wäre, die Arbeit in der Freizeit zu übernehmen.

2) Wenn viel mehr Leute Verschlüsselung nutzen würden, würde sich sicher auch jemand für gute GUIs finden. Ich glaube, die Entwickler sehen vielfach keinen Bedarf, denn außer ihnen nutzt es kaum jemand, und die aktiven user kommen offenbar mit Kommandozeilen gut zurecht.

Netzbürger am 8.02.15 16:22

2), Fortsetzung:

Ist ein wenig wie die Frage nach Huhn und Ei. Mit Thunderbird / Enigmail
geht Verschlüsselung eigentlich ziemlich einfach, und sich einmal zehn Minuten hinsetzen zur Schlüssel-Generierung sollte man schon verlangen können.

In meinem Umfeld sehe ich aber eher die "Ich hab doch nichts zu verbergen" - Ansicht verbreitet, die regelmäßige Verschlüsselung verhindert. Selbst größere Unternehmen schreiben lieber in ihre Mail-Signatur sowas wie "Wenn diese Nachricht nicht für Sie bestimmt ist, löschen Sie sie bitte ohne sie zu lesen." Da fragt man sich, ob die Leute solche potentiell wichtigen Dinge auch auf eine Postkarte schreiben würden, oder doch lieber in den Briefumschlag stecken.

Klar kann man es den usern noch einfacher machen. Aber es herrscht ja nichtmal jetzt die Bereitschaft, es wenigstens mal zu versuchen.

Netzbürger am 8.02.15 16:25

1.)Wenn "Wegnehmen"mal so einfach waere!Dazu muessten sich erst einmal devs finden,die sich mit der Materie auskennen und nicht schon entsprechende eigene projecte am laufen haben.1.a schon mal nachgesehen wie umfangreich GnuPG mittlerweile ist?1.b.Mal mit den Lizenzen beschaeftigt die damit zusammenhaengen?2.Ach je-das alte Henne und Ei Ding!NEIN!Wenn ich als dev moechte,das viele user meines software benutzen-dann mache ich mir gleich zu Beginn einen Plan nicht nur was die Sicherheit betrifft,sondern auch um die Ergonomie und einfache Bedienbarkeit!Komme ich aber aus der absoluten nerdecke und habe von usability keine Ahnung,bleibt es ein nerd-ding!2."geht Verschlüsselung eigentlich ziemlich einfach"-offensichtlich nicht einfach genug!Es gibt Menschen die haben noch etwas anderes zu tun als sich lange mit einer software herumzuschlagen um erst einmal die Bedienungslogik zu verstehen.

Oh je am 9.02.15 8:02

Klar, Herr Schieb - wiedermal'n bißchen Schmiergeld kassiert, um Werbung für die Software-Industrie zu machen. Sie sollten mal lieber die Verbrecher aus Wirtschaft und Politik entlarven, die das Internet oder Handy-Netze dazu mißbrauchen, um die Menschen auszuspionieren und zu betrügen. Doch dazu fehlen Ihnen ja die Eier in der Hose!

Gehlen am 9.02.15 13:51

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