Dienstag, 14.10.2014

Whatsapp kommt mit VoIP

Whatsapp scheint nichts aufzuhalten. Während Anfang des Jahres noch rund 500 Millionen Menschen weltweit regelmäßig Whatsapp genutzt haben (mindestens einmal im Monat), waren es im August bereits 600 Millionen. Ein rasantes Wachstum, das dem neuen Whatsapp-Besitzer Facebook nicht nur viel Geld, sondern auf Dauer auch jede Menge zusätzlicher Daten in die Arme treibt. Doch wie Insider von WWW: Geektime berichten, plant Whatsapp bereits den nächsten Coup: VoIP.

whatsapplogo.png
Whatsapp plant Telefondienste übers Netz - kostenlos


Kostenlose Telefongespräche übers Internet
Whatsapp plant demnach, Telefongespräche übers Internet anzubieten - Voice over IP genannt. Und weil selbst Whatsapp-Benutzer nicht immer zu erreichen sind, bekommt jeder User außerdem einen digitalen Anrufbeantworter spendiert. Dort können Anrufer dann Nachrichten hinterlassen. Das klingt erst mal nicht sonderlich aufregend, denn Dienste wie Facebook, Skype, Viber oder Google Hangout bieten bereits VoIP. Wer Zugang zu einem Breitband-Netzwerk hat, kann kostenlos telefonieren. Im WLAN klappt das eigentlich immer.

Doch keiner der anderen Dienste hat so viele und vor allem treue User wie Whatsapp. Deshalb könnte die VoIP-Funktion in Whatsapp deutlich mehr Leute ansprechen. In diesem Zusammenhang ist der geplante Anrufbeantworter in Whatsapp nicht unwichtig, denn den bieten nicht alle anderen Dienste an. Im Grunde genommen muss Whatsapp gar nicht viel machen. Denn schon jetzt kann man Sprachnachrichten aufnehmen und per Whatsapp verschicken. Der Anrufbeantworter funktioniert nicht viel anders. Hier wird der Anrufer lediglich gebeten, eine Nachricht zu hinterlassen. Technisch gesehen nahezu dasselbe.

skypen.png
Auch Skype bietet VoIP zum Nulltarif


Whatsapp kann Telefongespräche aufzeichnen
Doch Whatsapp geht wohl noch einen Schritt weiter und bietet auch die Möglichkeit, über die VoIP-Funktion von Whatsapp geführt Telefongespräche mitzuschneiden. Skype und Google Voice bieten zwar auch eine vergleichbare Funktion, aber nur als Add-On. Derart komfortabel und selbstverständlich wie in Whatsapp gibt es diese Funktion nirgendwo. Doch das Mitschneiden von Telefongesprächen ist heikel, denn es ist verboten, ein Gespräch aufzuzeichnen, wenn nicht beide Gesprächspartner davon wissen. Schon jetzt dürfte klar sein, dass die Record-Funktion einigen Ärger verursachen wird.

Whatsapp hat eine treue User-Basis. Deshalb wird es Whatsapp sicher gelingen, die VoIP-Funktion erfolgreich einzuführen. Einige Mobilfunkanbieter blockieren VoIP - und schalten die Funktion gegen Gebühr oder in einem Premium-Tarif frei. Andere Provider werden Whatsapp als Bestandtteil ihres Tarifs anbieten und so extra verdienen - und Whatsapp möglicherweise finanziell beteiligen. Für Whatsapp und damit Facebook sicher ein einträgliches Geschäft.


Sprachnachrichten in Whatsapp

Ausgerechnet via datenkrake telephonieren?Dabei gibt es laengts Sachen wie Mumble,Bleep,Linphone,oder auch Tox.Alle besser und vor allen Dingen sicherer!

Ach je am 15.10.14 8:44

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Dienstag, 14.10.2014

Die Neunziger haben angerufen...

...sie werfen Konfetti. WWW: Einfach mal was hochladen, Ideen teilen, Freunde treffen, Spaß haben. Bumsegal, ob irgendwelche User-Daten generiert werden, die man für jede Menge Kohle an irgendwelche Unternehmen verkaufen könnte. Das ist WWW: tilde.club.

tilde.club Rechte: tilde.club
Retro! So sieht die Startseite von tilde.club aus.

Die Idee für tilde.club kommt von Paul Ford. Nachts, mehr oder weniger betrunken. Und WWW: wenn man seine Geschichte liest, erfährt man: tilde.club ist keine Konkurrenz für facebook oder twitter - sondern eine große Nerdparty! Eine Art Liebeserklärung an das Internet der 90er Jahre, aus dem eben auch das Tilde-Zeichen kommt. Eine Liebe, die viele teilen. Gerade kann tilde.club keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen. WWW: Es gibt eine Warteliste.

tilde.club2 Rechte: tilde.club tilde.club zeigt: Wir sind keine bräsig-passiven Konsumenten. Wir haben uns nicht ergeben. Und: hey! Wir stricken wieder, auch wenn wir keine einsamen Katzenomis sind. Wir bauen Kartoffeln an, auch wenn wir in einem schicken Großstadtloft wohnen. Warum also keinen Server anmieten und digitale Kleingärten verteilen, in denen Menschen sich austoben können. ~liebe!

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Montag, 13.10.2014

Digitaler Trödelmarkt

Drei, zwei, eins, deins. Ich habe ziemlich viel Klimbim zu Hause rumstehen. Bücher, die verstauben, Klamotten, die ungetragen im Schrank hängen, Sportgeräte und Co. Aber um mich ab sechs Uhr morgens bei Wind und Wetter auf den Flohmarkt zu stellen, zu feilschen und zu verkaufen, dafür fehlen mir Zeit und Nervenkleid. Gut, dass trödeln auch digital funktioniert. Aber spart man damit wirklich Zeit und macht mehr Geld?

Jeden einzelnen Bauklotz, Omas altes Geschirr oder dutzende Postkarten abzufotografieren und als Trödelgut online zu stellen, das wäre mir vermutlich auch zu umständlich. Aber für ein paar größere Dinge, mit denen man auf einen Schlag ein paar Euro machen kann, lohnt sich digitales Trödeln bestimmt. Das haben sich auch Biggi und Tochter Antonia aus Köln überlegt. Ihr letzter Trödel war nämlich nass, kalt und nur mäßig erfolgreich. Also ran an die Apps und weg mit den Waveboards.

Trödel-App Shpock; Rechte: WDR/Horn

Ich habe neulich eine Werbung für "Shpock" im Fernsehen gesehen. "Shpock" steht für "shop in your pocket" und hat mittlerweile weit über eine Million Nutzer. Nachdem ein Investor einen siebenstelligen Betrag investiert hat, findet die App immer mehr Interessenten. Auch Biggi und Antonia und ich wurden neugierig. Bisher habe ich ehrlich gesagt immer den alten Hasen der Verkaufsportale genutzt. Ebay und Ebay Kleinanzeigen, am PC und als App. Die hat über fünf Millionen Downloads im Playstore. Auch beliebt sind mittlerweile Stuffle und Rumgr sowie Yradsale im amerikanischen Raum. Aber ich will jetzt erstmal shpocken und teste die App mit den zwei Kölner Trödel-Expertinnen.

Trödel-Apps; Rechte: WDR/Horn

Das Logo findet Antonia nicht so ansprechend. Aber aufgebaut ist die Seite ganz schön, mit vielen Fotos nach Entfernung geordnet. Je weiter man runterscrollt, desto weiter weg ist das Angebot. Um neue Sachen zu entdecken oder selbst zu verkaufen, müssen wir uns registrieren und der App erlauben, uns per GPS oder Internet zu orten. Ohne Lokalisierung und ohne Profilfoto funktioniert hier gar nichts.

Shpock Collage; Recht: WDR/Horn

Wenn ich mich über Facebook registriere, erlaube ich Shpock auf mein öffentliches Profil und die Freundesliste zuzugreifen. Ich entscheide mich also für eine Anmeldung per Email-Adresse. Den Bestätigungslink gibt es aber nur per SMS, also muss ich außerdem meine Handynummer angeben. Immerhin wurde ich auch vier Tage nach der Anmeldung noch nicht mit Werbenachrichten vollgespamt. Dann geht´s endlich ans Verkaufen. Zeitaufwand: ok. Seinen Stand aufzubauen und alle Sachen zu platzieren dauert länger. Also alles noch im Rahmen.

Biggi fotografiert die Waveboards mit dem Handy, lädt das Foto direkt in der App hoch und ergänzt ein paar Angaben wie den gewünschten Preis, ordnet ihr Angebot der Kategorie "Sport & Freizeit" zu, einstellen, fertig. Die App von ebay Kleinanzeigen hat zwar einige Kategorien und Unterkategorien mehr zur Auswahl. Und auch hier muss ich eine Stadt oder PLZ angeben, um anzeigen zu lassen, wo der Verkaufsstandort ist. Und da sind sie, die Waveboards. Ich klicke Biggis Angebot an, maile ihr und handel sogar noch ein paar Euro runter. Dann tauschen wir Adressen aus, damit ich mein neues Schmuckstück abholen kann.

Ebay-App Collage; Rechte: WDR/Horn

Biggi findet den Trödeleffekt bei Shpock gut. "Ich sehe direkt, dass jemand 100 oder 1000 Meter weiter Sachen verkauft, könnte einfach hingehen und mir den Malkasten für fünf Euro abholen." Allerdings sind manche Kaufinteressenten dann doch lästig, stellen zig Fragen zu einem Artikel und wollen ihn am Ende nicht haben. Zeitersparnis ist also so eine Sache beim digitalen Trödeln. Aber wenn man mal eben 25 Euro verdient, lohnt sich der Aufwand vielleicht trotzdem. Irgendwie geht per Apps zwar der Geist des Trödelns flöten. Aber Biggi, Antonia und ich sind uns einig: lieber digital trödeln, als am Ende doch wieder mit einem vollen Kofferraum den Flohmarkt zu verlassen - entweder weil man seine Sachen nicht verramschen wollte oder weil man selbst zwanzig neue Sachen gekauft hat.

Denn verkaufen per App ist ganz angenehm, aber kaufen - das macht auf dem echten Trödel doch deutlich mehr Spaß.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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