Donnerstag, 09.10.2014

Snowball sorgt für Durchblick

Eine kurze Nachricht verschicken? Früher hat man da eine SMS geschrieben. Heute hat man die Qual der Wahl, wie man seine Freunde und Kontakte anpingt. Es gibt so viele Möglichkeiten: Facebook Messenger, Twitter, WhatsApp, Snapchat oder eben SMS. Wer überall dabei ist, der muss nicht nur überlegen, welcher Kommunikationskanal gerade der richtige ist, er muss auch auf allen Kanälen lauschen. Wer weiß, auf welchem Weg sich die anderen melden? Gar nicht so einfach - das weiß ich aus eigener Erfahrung.

Homepage Snowball; Rechte: WDR
Snowball: Die App gibt es derzeit nur für Google Android.


Alle Nachrichten in einer Inbox
Deshalb gefällt mir die Idee von WWW: Snowball. Das ist eine neue App, die Nachrichten aus den unterschiedlichsten Quellen vereint. Egal ob Twitter, WhatsApp, Facebook Messenger, Snapchat, Google Hangouts, Line, WeChat, Slack oder eben die gute alte SMS: Alles, was an Nachrichten reinkommt, wird von der App entgegengenommen, verarbeitet und übersichtlich präsentiert. Ich muss nur noch in einer Inbox nachschauen, ob es neue Nachrichten gibt, auf die ich reagieren muss. Ich kann mir auch alle Nachrichten von einer Person zeigen lassen, egal, aus welchem Kanal sie kommen.

Snowball-Benutzer können auf jede eingehende Nachricht antworten - und die Antwort nimmt denselben Weg zurück, verwendet automatich denselben Kommunikationskanal, über den die eingehende Nachricht gekommen ist. Hat man Snowball erst mal eingerichtet, also alle Konten mit Snowball verknüpft, muss man sich über so etwas keine Gedanken mehr machen.

Nicht für Apple- und Windows-Smartphones
Derzeit gibt es Snowball ausschließlich für Google Android - kostenlos. Das hat nicht allein technische Gründe. Einer der Investoren von Snowball ist Google Ventures, und die investieren verständlicherweise in erster Linie in Android-Lösungen und nicht in iOS-Apps. Wenn Snowball erfolgreich wird - und das könnte ich mir gut vorstellen -, dann sind zwei Dinge denkbar. Entweder, Snowball wird in Android integriert, damit Googles Kommunikationsdienste verstärkt genutzt werden. Oder es wird auch eine Version für iOS und Windows Phone geben, um aus Snowball eine Standard-App zu machen, für die man möglicherweise sogar einen kleinen Betrag nehmen kann.

Eins lässt sich aber jetzt schon über Snowball sagen: Die Idee ist gut - und die App überzeugt.

Wie üblich ist das Problem: Will man einer App alle Konten geben und ihr mitteilen, welche Konten zu welcher Person gehören? Denn das ist ein gefundenes Fressen für Datensammler. Bei einer kostenlosen App wäre ich da sehr, sehr misstrauisch. Sowas wirkt immer eher wie ein leckerer Köder am Haken als ein kostenloses tolles Essen...

Für iOS wird es sowas in dieser Ausprägung nicht geben, weil Dritt-Apps dort überhaupt nicht auf empfangene SMS zugreifen dürfen und auch keine SMS verschicken können (für iMessage gilt dasselbe).

joh am 9.10.14 16:25

Das passt doch bestens bei nsgooglea.Die haben doch gerade erst einen neuen service gestartet der den user an offene Rechnungen erinnert.“Show me my bills”..Zustimmungsrate 99% ROFL

hehe am 9.10.14 18:17

mach ich was falsch oder ist die App in Deutschland nicht verfügbar??

Flo am 10.10.14 8:44

Warum nicht in Deutschland verfügbar? Da wird was interessantes vorgestellt und nix is schade!

Tom am 10.10.14 11:57

Die App gibt es nur für Android-Geräte - aber auch da nicht für alle. Mit Samsung Galaxy 3 oder 5 z.B. guckt man noch in die Röhre. Schade.
Prinzipeill aber freue ich mich sehr, wenn man nicht alle Social Networks einzeln absurfen muss, sondern mal alles an einer Stelle beokmmt. Gibt es noch weitere Möglichkeiten dieser Art? Die jetzt auch schon fu nktionieren?

Argulator am 10.10.14 14:26

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Mittwoch, 08.10.2014

Musikstars im Sekundentakt

Was hilft, um eine neue Marke bekannt zu machen? Werbung, logisch. Z.B. mit einem aufwändig produzierten Videoclip. Oder mit einem prominenten Gesicht. Oder durch eine eingängige Melodie. Und wenn dann noch viele Menschen erreicht werden...
OK, haben sich die Köpfe hinter WWW: BBC Music, gedacht, warum machen wir nicht alles auf einmal?
Mein Tipp: Beim ersten Durch-Gucken und -Hören gar nicht erst den Versuch starten, alle Künstler zu identifizieren - es sind zu viele.


BBC-Music-Clip: "God Only Knows"

Gestern Abend feierte diese einzigartige Version des alten Beachboy-Songs "God Only Knows" ihre Premiere. Und zwar zeitgleich auf allen weltweit ausgestrahlten BBC-Kanälen im TV, Radio und Internet. Der Name für diese Staransammlung über alle Musikgenre-Grenzen hinweg könnt passender kaum sein: "The Impossible Orchestra".

Wer Hilfe beim Erkennen der insgesamt 27 Top-Stars braucht, WWW: klickt bitte hier. Laut WWW: diesem Blogeintrag des BBC-Music-Chefs fließen alle Einnahmen des Spots in das gemeinnützige WWW: BBC-Projekt Children in need.

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Dienstag, 07.10.2014

GEMA vs. YouTube - ein Streit, der niemanden mehr interessiert?

Diesen Satz können viele Nutzer mittlerweile im Schlaf auswendig aufsagen: "Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar." Hintergrund ist nach wie vor die Frage: Wie viel Geld soll die GEMA für Musikvideos bei YouTube bekommen? Immerhin scheffelt die Google-Tochter viel Geld durch Werbung, im Umfeld der Videos.

GEMA-Sperrtafel; Rechte: YouTube
"Nicht schon wieder!" - egal, welches Musikvideo man bei YouTube anklickt: Vor der berüchtigten GEMA-Sperrtafel ist man nie gefeit.

Der Rechtsstreit zwischen der GEMA und YouTube wird nach wie vor auf dem Rücken der Nutzer ausgetragen, die Umwege suchen und Ländersperren zum Beispiel technisch umgehen - WDR: was sogar legal ist. Trotzdem fühle ich mich dabei wie ein Krimineller oder habe zumindest ein schlechtes Gewissen, "meine Künstler" um ihr Geld zu bringen.

Auch die Künstler selbst sind zum Teil gegen die Sperrtafel. Der WWW: Wutausbruch des Musikers Jan Delay dazu bei Facebook ist heute fast legendär: "Das ist echt peinlich! So läuft die neue Welt nun mal. Findet euch damit ab und findet eine Lösung!"

Die Band OK Kid hat mir WDR: im Interview für Planet Schule und die Servicezeit erzählt, wie wichtig ihr YouTube-Kanal mittlerweile ist: "Die meisten Leute nutzen YouTube, um unsere Videos anzugucken. Wir machen die Videopremieren also nicht mehr im Fernsehen, sondern bei YouTube. Uns ist das auch als Nachwuchskünstler wichtiger, dass sich die Musik verbreitet, als das wir jetzt sofort an diesen Klicks verdienen müssen. Man muss dann heute so kreativ sein, dass man das Geld anders reinkriegt."

OK Kid, Dennis Horn; Rechte: WDR/Frank Dunski
"VIVA und MTV sind als Musikfernsehen nicht mehr relevant", sagt die Band OK Kid - und setzt stattdessen vor allem auf ihren YouTube-Kanal.

So lange dieser leidige Streit zwischen GEMA und YouTube aber schon dauert: Mittlerweile frage ich mich immer öfter, ob er nicht für beide Seiten extrem kontraproduktiv war und ist - und ob er viele Nutzer überhaupt noch groß interessiert. Die suchen sich einfach Umwege, gaukeln YouTube über Proxyserver vor, in einem anderen Land zu sitzen, nutzen andere Videodienste und kostenfreie Streamingdienste - und nehmen die Ländersperren oft einfach hin.

Wenn es also Ziel von YouTube oder der GEMA war, durch die Sperrtafeln den Druck und den Protest der Nutzer auf die jeweils andere Seite zu erhöhen, glaube ich: Der ist nach so langer Zeit heute einfach raus. Oder liege ich falsch - und ihr regt euch noch immer auf, bei jeder der vielen, vielen Sperrtafeln, die euch bei YouTube begegnen?


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Mich regt's nicht wirklich auf, da der gute Youtube Unblocker das Problem ruckzuck beseitigt ;)

Agent007 am 8.10.14 2:54

Irgendetwas hat Herr Horn dabei nichts so ganz verstanden-Youtube hat es noch nie wirklich interessiert ob die Gema einknickt oder nicht-ihre Kohle machen die auch mit der Sperrtafel.
Zudem wussten und wissen die wie es im Netz laeuft und haben darauf gesetzt das die user Umgehungsmoeglichkeiten finden.Nur die Gema schaeumt vor Wut und schiesst sich selber ins Knie.Zudem-auch die "Kuenstler"sind ja selber schuld-sie muessen ja nicht bei der Gema sein!Kostet ein wenig mehr Arbeit,aber es geht.

Nun ja am 8.10.14 8:25

Youtube unblock nutze ich auch wenn wir so ne Tafel im Weg steht. Aber ansonsten ist es mir klar dass der Künstler für seine Arbeit auch entlohnt werden muss.
Nur was ich nicht verstehe - wenn ich mit dem Unblocker vorgaukele, ich sei in den USA, so wird mein Klick aufs Video doch da gezählt und die US-'GEMA' entlohnt den Künstler dort. Warum muss da nur weil ich in Deutschland sitze, die deutsche GEMA erneut aktiv werden?
Oder anders ausgedrückt, ich bin Musiker und bin bei einem Verlag in, sagen wir, Frankreich. Der Verlag sagt mir, er stelle mein Schaffenswerk auf youtube und ich willige ein. Damit weiss ich: Youtube = Internet = weltweit! Wenn dann einer klickt, egal wo, wird es in Frankreich gezählt und ich bekomme dort her meine Kohle. Wenn ich über Amazon in den USA was runterladen will, bekomme ich auch so was wie 'nur für US-Bürger mit US-Kreditkarte verfügbar'. Wenn ich den service bezahl sollte er doch legal sein?
Wie gesagt ich begreifs nicht. Kläre mich doch mal einer auf!

Chris26 am 8.10.14 10:10

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