Donnerstag, 14.08.2014

Der Roboter, den alle lieben

Ach, wie niedlich. Alle Welt berichtet gerade von dem WWW: süßesten Tramper der Welt, dem WWW: Roboter auf Tramptour, der einmal komplett Kanada durchreist - von Osten nach Westen. 4500 Kilometer soll die Blechkiste mit Hilfe freundlicher, hilfsbereiter Menschen zurücklegen - und der reiselustige Hitchbot hat es auch fast schon geschafft. Klingt aufregend. Auch Digitalistan-Blogger WDR: Dennis Horn hat über den Trip bereits geschrieben. Der erste Roboter, der trampt - und alles wird medial begleitet, auf der WWW: Webseite, auf WWW: Facebook, WWW: Instagram und natürlich auch auf WWW: Twitter. Ein mediales Spektakel.

Hitchbot auf Reisen; Rechte: Instagram.com/hitchbot
Der Hitbot kommt ganz schön rum - und bei den Leuten gut an


So eine Art Robbenbaby
Doch immer, wenn sich die Medien im Einklang auf ein Thema stürzen, werde ich skeptisch. Ich stelle mir dann die Frage nach dem: Warum? Klar, so ein trampender Robotor ist ungeheuer niedlich. Hitchbit ist so eine Art Robbenbaby des 21. Jahrhunderts. Der Beschützerinstinkt wird aktiviert, der Mutterinstinkt in Gang gebracht - darauf zielt das Experiment letztlich auch ab. Alle rufen"ach wie süß", ohne sich zu überlegen, was da eigentlich vor ihnen steht oder neben ihnen sitzt. Die Verpackung gewinnt, verdeckt alles andere. So etwas wie einen trampenden Roboter hat es halt noch nicht gegeben. Die Geschichte erzählt sich schön und tut niemandem weh. Außerdem gibt es wunderbare Bilder und Anekdötchen frei Haus. Perfektes Medienfutter also.

Der trampende Roboter Hitchbot: Angeblich alles nur ein Experiment, ein Kunstprojekt, das der Kommunikationswissenschaftler David Harris Smith von der McMaster Universität in Hamilton und die Deutsche WWW: Frauke Zeller gemeinsam entwickelt haben. Viel wissen wir über die genauen Hintergründe allerdings nicht. Die meisten faszinieren sich nur für das Aussehen des mobilen Robotors und dafür, wie die Menschen auf diese neue Art von Hightech reagieren. Ist ja auch interesant - aber ist es wirklich das Wesentliche der Geschichte? Ich denke: Nein.

WWW: hitchBOT from WWW: hitchBOT on WWW: Vimeo.


Google und Co. profitieren von Hitchbot
Dass im Inneren von Hitchbot ein Android-Tablet werkelt, ist bekannt. Gut möglich also, dass hinter dem Projekt Google als Sponsor steckt. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine Geschichte sich viral verbreitet - und später stellt sich heraus: Alles von großer Hand geplant, alles bis ins Detail gesteuert, alles von der Industrie finanziert. Das wäre auch in diesem Fall gut möglich. Denn für Google ist Hitchbot äußerst interessant. Schließlich investiert Google im großen Stil in Drohnen, in Blog: selbstfahrende Autos und in Roboter.

Ganz sicher will das Unternehmen wissen, wie Menschen auf solcherlei Technik reagieren. Ob die Zeit reif ist für Robotor im Alltag. Denn aus Jux und Dollerei hat Google ganz sicher nicht in Roboter-Technologie investiert. Irgendwann müssen sich die Investitionen rentieren. Die Sympathiekampagne à la Hitchbot könnte der Türöffner sein für künftige Roboter-Projekte jeder Art. Mich würde es daher überhaupt nicht wundern, wenn am Ende rauskommt: Google steckt dahinter.


Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Der Roboter, den alle lieben

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 12.08.2014

Auf die Tische!

Der überraschende Tod von Robin Williams berührt bzw. interessiert viele Menschen weltweit. Alleine WWW: bei den Google-Trends Deutschlands sind heute bereits mehr als 1 Million Suchanfragen gezählt worden (auch die mehr als 100.000 Suchanfragen nach dem Sänger Robbie Williams können wohl hinzugezählt werden).

Und natürlich sind die sozialen Netzwerke und Medienseiten voll von R.I.P.-Meldungen, oftmals ergänzt um besonders WWW: schöne oder lustige Fotos und WWW: Videos mit dem Ausnahmeschauspieler.

Youtube-Clip der Schluss-Szene aus dem Film 'Club der toten Dichter'

Doch irgendjemandem war das vielleicht zu gewöhnlich. Und so entstand die Idee, auf kreativere Art Abschied zu nehmen: Indem ein Detail der wohl berühmtesten Szene eines Robin Williams-Film nachgestellt wird. Inzwischen steigen immer mehr seiner Fans in Deutschland auf Büro-, Küchen-, oder Esstische. WWW: Das Ergebnis findet sich unter dem Hashtag #aufdietische. Meins auch. Gute Reise, My Captain!

Blog: Blogger-Füße auf einem Schreibtisch;  Rechte: WDR/Domke WDR-Blogger folgt dem Aufruf #aufdietische im Gedenken an Robin Williams


Hallo lieber Stefan,

Danke dir zuerst mal das du über das Hashtag berichtet hast,
aber es war nicht nur eine Hommage an Robin Williams es war viel mehr
auch ein Wachrütteln. Die Akteure hinter dem Hashtag wollten mit diesem auch auf die Thematik rund um Depressionen aufmerksam machen und ein Statement dafür setzen, dass es leider viel zu oft unter den Tisch gekehrt wird.

Leider sieht die Gesellschaft Depressionen nicht als das an was es in Wahrheit ist, eine ernste Erkrankung. Robin Williams schrieb einst: "Depression diskriminiert nicht. Egal ob alt oder jung, reich oder arm. Depressionen können jeden von uns treffen."

Und es ist tragisch, dass erst der Suizid eines Prominenten die Leute wachrüttelt und dazu führt das man dieser Thematik Aufmerksamkeit schenkt,
doch sollte man sie jetzt nicht wieder unter die Tische fallen lassen sondern eben auf den Tisch steigen und diesen Leuten Gehör schenken.

So wie der Captain es uns in seinen Filmen beigebracht hat.

Chuck

Chuck am 13.08.14 18:54

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Auf die Tische!

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 12.08.2014

Zehn Fragen ans Internet

20 Jahre ist der große Durchbruch des World Wide Webs in Deutschland bald her. Heute nutzen wir das Netz fast rund um die Uhr. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass man es den Menschen immer und immer wieder erklären muss - weil es einfach ein unfassbarer Moloch ist. Das gilt übrigens auch für die berüchtigten Digital Natives, über die ja viele denken, sie hätten die HTML-Codes mit der Muttermilch aufgesogen.

Wir starten deshalb heute eine neue Beitragsreihe im Radio in der WDR 5 LebensArt sowie im Fernsehen in der WDR Servicezeit und in Planet Schule, dem Schulfernsehen des WDR. Für diese Reihe haben wir Schüler um ihre Fragen ans Internet gebeten.

Dabei waren Fragen wie: Wie bekomme ich eigene oder fremde Einträge und Bilder aus dem Netz? Wie sehr können mich Menschen über mein Smartphone ausspionieren? Wie kann Facebook so gut Freundschaften vorhersagen? Und warum sprechen alle vom gefährlichen Netz, nutzen es aber trotzdem - wie gefährlich ist das Netz also wirklich?

Peter Buxmann; Rechte: WDR/Tobias Brohl
40 bis 50 Euro ist das durchschnittliche Facebook-Profil eines Europäers wert. Peter Buxmann forscht dazu an der Technischen Universität Darmstadt.

Wir starten heute mit der Frage: WDR: Wie viel Geld sind unsere Daten wert? Dafür haben wir unter anderem mit Peter Buxmann gesprochen, der als Wirtschaftsinformatiker an der Technischen Universität in Darmstadt forscht und ausgerechnet hat, dass das Facebook-Profil eines Europäers für das soziale Netzwerk im Schnitt 40 bis 50 Euro wert ist. Wir alle haben für Facebook, Google und andere Onlinedienste also einen Wert.

Weitere Beiträge folgen ab sofort alle vier Wochen in der WDR: WDR Servicezeit im Fernsehen sowie in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio. WWW: Planet Schule strahlt außerdem alle zehn Beiträge am Stück aus: am 15. und 22. September um 7.20 Uhr im WDR Fernsehen.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Vielleicht sollte man dem Unwissen zuerst mit der Frage begegnen: "Warum ist "das Netz" so viel mehr als das WWW"? Aber über notwendiges, heute kaum noch vorhandenes Grundwissen können Medien ja keine Aufreger-Themen mehr verkaufen - höchstwahrscheinlich weil ihnen selbst diese Basis fehlt.

vaikl am 12.08.14 15:07

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Zehn Fragen ans Internet

Zum Anfang dieses Eintrags

 
 

September 2014

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/