Donnerstag, 11.12.2014

Bewahrt die Netzneutralität

Wie wirkungsvoll Lobbyarbeit sein kann, zeigt die jüngste Entwicklung in Sachen Netzneutralität. Plötzlich setzt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich für ein Blog: Zwei-Klassen-Internet ein. Unter ganz bestimmten Umständen sollen demnach bestimmte Daten bevorzugt behandelt werden dürfen. Ganz sicher nicht die Daten von Netzaktivisten oder von kleinen Bloggern, sondern wohl eher die von zahlenden Konzernen.

Das ist genau das, was die Blog: Telekom schon lange fordert. Was für ein Zufall. Das Aufweichen der Netzneutralität als Belohnung für den sowieso längst überfälligen Netzausbau: Ein weiteres Kapitel in dem traurigen Bestseller "Wie Deutschland seinen Führungsanspruch in der Informationsgesellschaft vergeigt".

Petition gegen Aufweichen der Netzneutralität; Rechte: change.org
Petition gegen Aufweichen der Netzneutralität


Alle sind dagegen, nur Angela Merkel ist dafür
Netzneutralität ist wichtig. Präsident Obama hat das längst begriffen und das kürzliche Ansinnen der Industrie, die Netzneutralität aufzuweichen, ARD: wirkungsvoll zurückgewiesen. Auch für die Blog: EU ist die Netzneutralität keine Verhandlungsmasse und schützenswert. Nur unsere Regierung knickt vor den Forderungen der Lobby ein und will die Netzneutralität plötzlich relativieren. Doch eine wie auch immer relativierte Netzneutralität ist eben keine mehr.

Verstehen kann man so etwas nicht - aber man kann versuchen, sich dagegen zu wehren. netzpolitik.org-Gründer Markus Beckedahl hat deswegen kurzerhand eine WWW: Onlinepetition auf change.org gestartet. Er will die "Netzneutralität sichern und das 'freie Internet' retten". Große Worte. So wie viele andere Experten befürchtet er, eine "Überholspur" für privilegierte Daten würde das Netz insgesamt so stark verändern, dass wir es am Ende nicht wieder erkennen. Eine begründete Sorge.


Netzneutralität schön erklärt


Eine Lobby muss her
Eine Onlinepetition ist schön und gut. Allerdings wird die allein nicht viel ändern können. Denn wir sehen ja, wie der Hase läuft: Lobbyarbeit ist enscheidend. Nur wer sich ans Ohr der Mächtigen heftet, der hat eine Chance, gehört zu werden. Anders lässt es sich nicht erklären, dass Telekom-Wünsche plötzlich zu Forderungen der Bundesregierung werden, und das obwohl die US-Regierung und die EU strikt dagegen sind. Man muss fast befürchten, die Verantwortlichen haben das Thema nicht gegoogelt.

Eigentlich müsste also eine Gegen-Lobby her. Nicht einfach, denn das kostet eine Menge Geld - und auch Zeit. Das spricht nicht gegen die Onlinepetition. Je mehr dort mitmachen, desto eindrucksvollere Zahlen kann man präsentieren. Allerdings ist das Thema Netzneutralität für die meisten Internetbenutzer zu abstrakt, um zu einem Aufregerthema zu werden. Es wird also jetzt nicht leicht für alle, die gegen das Aufweichen der Netzneutralität sind.

Wieso ist das Thema zu abstrakt und wieso hat das Thema keine Lobby? Alle gebildeten intelligenten Leute müssten für ein freies Internet sein und wenn 80 mio Unterschriften zusammenkommen dürfte es Angela Schmerkel ziemlich schwer fallen noch für die Telekom zu voten!! Also alle die Petition auf Facebook etc verbreiten!!

Fabian Baumgarten am 12.12.14 16:43

Fabian, wer kein Problem damit hat 80mio Bürgern ins Gesicht zu Lügen "mit mir wird es keine PKW Maut geben" dem is so eine Aktion komplett Hupe...

Dieter am 12.12.14 23:22

Merkel vertritt die "Wirtschaftskompatible Demokratie".Zudem sind sich beide derzeitigen Koalitionspartner immer einig gewesen wenn es darum ging das Volk zu unterdruecken und zu bespitzeln.Eine"Demokratie"hat es in Deutschland von Beginn an nie gegeben.Dies Volk hat leider genau die Politiker die es"verdient".Keiner bekommt seinen Hintern hoch.Maximal wird mal ein wenig im Internet gemault-das aber war es auch schon.Ab 1 Million auf der Strasse wuerde selbst eine Merkel ein wenig nachdenklich.

Robin am 13.12.14 22:24

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Donnerstag, 11.12.2014

Die neuen Tricks der Passwort-Jongleure

Benutzername und Passwort, das sind die Zugangsdaten zu den allermeisten Onlinediensten. Es ist schon viel darüber geschrieben und gesprochen worden, worauf man achten sollte, wenn man Passwörter auswählt. Ich möchte hier niemanden mit unnötigen Wiederholungen quälen. Allerdings würde ich in diesem Zusammenhang gerne die durchaus vorhandenen Vorzüge von Passwort-Managern unterstreichen. Sie machen es einfach, bei jedem Onlinedienst ein anderes, sicheres Passwort zu haben - ohne sich die kryptischen Passwörter merken zu müssen.

Und jetzt haben Passwort-Manager wie Dashlane und Lastpass eine neue Funktion eingeführt: Man kann bei Bedarf alle Passwörter auf einmal ändern.

Passwörter auf allen Geräten verwalten; Rechte: Lastpass
Passwörter auf allen Geräten verwalten


Alle auf einen Streich
Den Anfang gemacht hat Dashlane mit dem WWW: Passwort Changer. Die Software überprüft auf Wunsch die Passwörter für alle im Programm verwalteten Onlinedienste, warnt vor schwachen Passwörtern und erneuert die Passwörter auf Wunsch auch - Mausklick genügt. Über 75 Onlinedienste werden aktiv unterstützt, ob Facebook, Twitter, Amazon, Dropbox, Apple, eBay, AirBnb - die Liste ist wirklich lang. Die Passwörter lassen sich ruckzuck erneuern - was man ohnehin in regelmäßigen Abständen machen sollte.

Natürlich wird bei jedem Onlinedienst ein anderes, per Zufallsgenerator erzeugtes Passwort eingerichtet. Da die Passwörter im Manager gespeichert sind und auch von dort in die Eingabefelder der Onlinedienste eingetragen werden, muss man sich nichts merken. Der Passwort-Manager erledigt alles. Das klappt sogar bei Onlinediensten mit aktivierter Blog: Zwei-Faktor-Authentifizierung. Da poppt dann allerdings jedes Mal ein Fenster auf, in das man den Sicherheitscode eingeben muss.

Dashlane ändert im Blitztempo alles Passwörter; Rechte: WDR
Dashlane ändert im Blitztempo alles Passwörter


Regelmäßig Passwörter erneuern ist sinnvoll
Die Idee dahinter: Macht mal wieder ein großes Sicherheitsproblem wie Heartbleed die Runde, bei dem dann viele Onlinedienste gleichzeitig betroffen sein können, lassen sich die Passwörter schnell und bequem abändern. Auf Wunsch kann der Passwort-Manager die Passwörter aber auch automatisch in regelmäßigen Abständen erneuern. Der Dashlane Manager ist gratis, wenn man nur ein Gerät benutzt. Wer Dashlane auf mehreren Geräten einsetzen - inklusive Mobilgeräte -, der zahlt 40 Dollar im Jahr dafür.

Bei Lastpass ist es ganz ähnlich. Auch hier: Ein Gerät ist gratis, der Einsatz auf mehreren Geräten kostet 12 Dollar im Jahr. Heute hat Lastpass mit dem "Auto Password Change" eine ganz ähnliche Funktion eingeführt wie Dashlane. Auch hier reicht ein Klick, um die Passwörter der in der Software verwalteten Onlinedienste zu erneuern. Nutzer müssen sich dann nur noch das Master-Passwort für den Manager merken. Viel bequemer!

Da freuen sich die Hacker denn Sie müssen nur noch eine Plattform Hacken :)

Dieter am 12.12.14 23:27

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Mittwoch, 10.12.2014

Schärfere Bilder: Better Portable Graphics

Fotos werden heute in aller Regel als JPG gespeichert und weitergegeben. Auch die meisten Bilder im Web liegen im JPG-Format vor. Manchmal kommt auch das PNG-Format zum Einsatz, hier ist auch Transparenz möglich. Aber JPG hat eindeutig die Nase vorn. Doch nun hat ein französischer Softwareentwickler ein neues Bildformat entwickelt. Das WWW: Better Portable Graphics (BPG) genannte Format bietet eine deutlich bessere Bildqualität bei gleichzeitig geringerem Speicherbedarf.

Der Entwickler hat es geschafft, mehr Daten auf weniger Raum unterzubringen. Wer Bilder unkomprimiert speichert (RAW-Format), braucht etliche MByte pro Foto. Komprimiert reicht ein Bruchteil - und in der Regel sieht man die Qualitätsverluste kaum. Aber: Sie sind da.

Artefakte in JPG deutlich größer als bei BPG; Rechte: WDR
BPG bietet eine deutlich bessere Bildqualität


Höhere Farbtiefe und schärfere Bilder
Die vom Entwickler angebotenen WWW: Beispiele zeigen den Unterschied wirklich deutlich: BPG braucht tatsächlich weniger Speicherplatz - und bietet gestochen scharfe Bilder. Da bei BPG für jeden Kanal acht bis 14 Bit zur Verfügung stehen, verfügen die Bilder über einen höheren dynamischen Kontrast. Wenn sie entsprechend aufgenommen oder bearbeitet wurden. Die Unterschiede stechen wirklich sofort ins Auge - und man möchte sagen: Ab sofort bitte nur noch BPG.

Wenn das mal so einfach wäre. Denn die meisten Alternativen zu JPG - und davon gab es in der Vergangenheit bereits einige -, sind daran gescheitert, dass sie von den Browsern nicht unterstützt wurden. Große Verbreitung kann ein Bildformat nur dann bekommen, wenn jeder Browser die Bilder mühelos anzeigen kann, ohne erst aufwändig Plugins installieren zu müssen. Genau das ist bei BPG aber gegeben. Denn Entwickler Bellard hat Javascript-Lösungen im Angebot: Die Miniprogramme versteht jeder moderne Browser und kann die Bilder so mühelos anzeigen.

Transparenz in Bilder, Rechte: WDR
Auch Transparenz wird unterstützt


BPG-Bilder erstellen ist schwierig
Wer jetzt gleich am liebsten mal loslegen und experimentieren würde: Das wiederum ist nicht ganz leicht. Denn bislang lassen sich BGP-Bilder ausschließlich mit Hilfe von speziellen Tools (Werkzeugen) erstellen, die einige Fachkenntnisse voraussetzen. Normale Bildbearbeitungsprogramme bieten die Unterstützung von BPG noch nicht an. Aber das könnte sich vielleicht ändern. Denn die Tatsache, dass sich jeder Browser mit Hilfe von Javascript-Skripten BPG-tauglich machen lässt, ist ein wichtiges Argument.

Dennoch: Ersetzen wird BPG das gute, alte JPG so schnell sicher nicht. Aber es ist eine wirklich interessante Alternative und hat durchaus das Potenzial, dem Klassiker die Stirn zu bieten. Wünschenswert wäre es, denn die Bildqualität von BPG ist wirklich beachtlich.

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