Montag, 10.11.2014

Wer steckt hinter der IP?

Eigentlich ist das Thema Blog: Vorratsdatenspeicherung vom Tisch. Das Gesetz wurde gekippt, sowohl in Deutschland als auch in der EU. Bereits im März 2010 haben die Richter am Bundesverfassungsgericht das heftig umstrittene WWW: Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung einkassiert, die Richter am Europäischen Gerichtshof (EuGH) später auch die entsprechende EU-Richtlinie. Die Haltung der Richter ist glasklar: Daten anlasslos und auf Vorrat zu speichern und somit alle Bürger unter Generalverdacht zu stellen, ist nicht angemessen. Recht haben sie, die Juristen. Seitdem versucht kein Politiker mehr, entsprechende Gesetze durchzusetzen.

Lupe mit Daten; Rechte: dpa/Picture Alliance
Bei der Vorratsdatenspeicherung werden jede Menge Daten erfasst


Bundesnetzagentur verlangt Live-Daten
Doch Ermittlungsbehörden versuchen alle Tricks, Internet Service Provider (ISP) zur Herausgabe von Daten zu zwingen. Vor einiger Zeit wollte ein LKA von Vodafone Verbindungsdaten haben. Doch Vodafone hat das Anliegen abgelehnt, da die gewünschten Daten gar nicht erhoben und gespeichert würden. Daraufhin hat das Landeskriminalamt sich an die Bundesnetzagentur gewandt. Die hat kurzerhand Vodafone per Verfügung angewiesen, solche Anfragen durch Behörden künftig unverzüglich zu beantworten, auch wenn das Unternehmen die Verkehrsdaten nicht speichert. Unverzüglich bedeutet in diesem Fall: Sofort.

Vodafone weist die Anforderung allerdings zurück. Der Betreiber hält das Ansinnen für unzulässig und den nötigen Aufwand für unangemessen. Vor allem, weil die Netzagentur anordnet, dass die Zuordnung von IP-Adresse und Nutzer "on the fly" erfolgen soll, also live. Der technische Aufwand, um solche Zuordnungen live zu ermöglichen, wäre in der Tat riesig, denn die Netzbetreiber müssten dann in "real time" eine Zuordnung zwischen verwendeter IP-Adresse und den entsprechenden Kundendaten hinbekommen. Angesichts der unfassbar großen Datenmengen, die heutzutage transportiert werden, eine kaum lösbare Aufgabe.

Vodafone Zentrale in Düsseldorf; Rechte: dpa/Picture Alliance
Vodafone weist das Ansinnen der Bundesnetzagentur zurück


Der Gesetzgeber ist gefordert
Klar: Behörden müssen natürlich eine Möglichkeit bekommen, Straften zu verfolgen, die im oder mit Hilfe des Internet verübt werden. Das Interesse der Behörden ist verständlich. Es ist aber Aufgabe der Politik, entsprechende Gesetze zu formulieren, die dem Bedürfnis der Strafverfolgungsbehörden ebenso entsprechen wie dem berechtigten Bedürfnis der Menschen nach Privatsphäre und Datenschutz.

Die richtige Balance zwischen diesen naturgemäß sich widersprechenden Interessen muss der Gesetzgeber hinbekommen, nicht die Bundesnetzagentur. So muss klar geregelt sein, wer und unter welchen Umständen solche Anfragen stellen darf, wie lange die Daten gespeichert werden dürfen, sollen oder müssen und welche Sicherheitsaspekte zu beachten sind. Alles Fragen, die im vorliegenden Fall nicht beantwortet werden. Um es klar zu sagen: Grundsätzlich finde ich eine Live-Auskunft oder ein WWW: QuickFreeze deutlich sympathischer als eine Vorratsdatenspeicherung.


Phoenix-Runde vom 8.4.2014 (60 Min)

Da kann ich stolz auf meinen Anbieter Vodafone sein, der sich für Kundeninteressen einsetzt.

heinzb aus nrw am 10.11.14 23:31

Die "Erfolgsraten"als wir noch die Illegale VDS hatten und wie oft es ueberhaupt"noetig"war diese Einzusetzen?Lieber Herr Schieb-mit dem gleichen (Un)Recht koennten Sie auch fordern a la NSA alle Telephongespreache in der BRD aufzuzeichnen,oder alle Briefe zu oeffen und zu kopieren!Im uebrigen haben nach wie vor genug Politiker von Schwarz\Rot immer nich derartige Allmachts.und Uberwachungsphantasien.

Schon Vergessen? am 12.11.14 1:43

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Sonntag, 09.11.2014

Movieo - eine Filmdatenbank in schön

Seit Urzeiten ist die WWW: Internet Movie Database die Anlaufstelle Nummer eins im Netz, wenn es um Filme geht. Die Seite ist ein Dinosaurier: Es gibt sie seit 1990 - so sieht sie leider auch aus, und so schwerfällig ist sie leider auch zu bedienen. Deshalb gefällt mir die neue Website WWW: Movieo extrem gut: ein Archiv aller Filme seit 1880, das sogar gut aussieht und sich großartig bedienen lässt.

Movieo; Rechte: Movieo
So übersichtlich und hübsch war bisher keins der vielen Filmarchive im Netz.

Hinter Movieo steckt nach eigenen Angaben eine Gruppe von Freunden, die das Projekt aus Spaß an den Start gebracht haben, weil ihnen die Suche nach Filmen im Netz bisher immer auf die Nerven ging. Für Movieo versprechen sie: keine Werbung, keine nervigen Pop-ups, keine versteckten Haken, sondern einfach nur eine Datenbank für Filmfans. Zusammen mit den Empfehlungen WWW: bei Facebook WWW: und Twitter gefällt mir das sehr gut.

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Sonntag, 09.11.2014

Auch Eulen können lachen

Eigentlich mag ich keine Videos mit Tieren. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich schon einen Link auf irgendein Tier-Video auf Youtube geschickt, genannt oder gezeigt bekommen habe. Doch jetzt mache ich mal eine Ausnahme, weil keine Katze drin vorkommt. Der Star dieses kurzen Clips ist eine Eule. Und die lacht derart charmant, dass man gar nicht anders kann als auch ganz schnell gute Laune zu bekommen. Vielleicht gut geeignet, um morgens aus dem Pott zu kommen.

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