Donnerstag, 06.08.2015

Audios hören, wenn die Zeit dazu reicht

Tools zur Wiedervorlage gibt es mittlerweile wie Sand am Meer: WWW: Instapaper und WWW: Pocket zum Beispiel sind zwei beliebteste Apps, über die man Artikel quer über alle Systeme hinweg speichern und später lesen kann. Facebook hat eine solche Funktion für die Beiträge anderer Nutzer direkt an Bord. Einzelne Browser genauso. Ich mag das, denn gerade unterwegs am Smartphone reicht die Zeit selten, ganze Artikel zu lesen.

Huffduffer; Rechte: Huffduffer
Huffduffer funktioniert wie eine Wiedervorlage für Audiodateien - und stellt sie zum Hören direkt als Podcast zur Verfügung.

Was mir aber lange Zeit fehlte: eine Wiedervorlage nicht nur für Texte, sondern auch für andere Medien. Wenn es um Audios geht, gibt es mittlerweile aber zwei gute Lösungen: WWW: Huffduffer und WWW: latr.fm. Darüber könnt ihr einzelne Audiodateien oder Podcast-Episoden zum Späterhören markieren. Und was dabei extrem bequem ist: Beide Dienste stellen euch diese Audios auch direkt als Podcast zur Verfügung. Ein völliges Nischenprodukt, das ich aber nicht mehr missen möchte.

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Mittwoch, 05.08.2015

Wie Facebook Videos unterschlägt

In der Geschäftswelt gilt in der Regel ein unausgesprochener Leitsatz: Business is War. Bedeutet: Wer nicht mein Partner ist, der ist mein Feind - und ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen. In der Onlinewelt ist es gang und gäbe, dass die einen den jeweils anderen ein Bein stellen, sie dabei behindern, erfolgreich zu sein. Besonders haarig wird es, wenn sich die ganz Großen bekriegen. Facebook zum Beispiel will unbedingt erfolgreich sein mit den eigenen Videos. So erfolgreich wie YouTube ist Facebook lange nicht. Was also macht Facebook? Richtig: Mark Zuckerbergs Netzwerk behindert YouTube-Videos.

Hank Green ist sauer auf Facebook; Rechte: YouTube
Hank Green ist sauer auf Facebook


YouTube wird von Facebook diskriminiert
Wie wir alle wissen, hat Facebook einen geheimen Algorithmus am Start, der darüber entscheidet, welche News in der Timeline auftauchen und welche nicht. Dieser Blog: Edgerank genannnte Mechanismus berücksichtigt diverse Parameter. Welche genau und was wie gewichtet ist, das bleibt das Geheimnis von Facebook. Doch es scheint so zu sein, dass News, die YouTube-Videos enthalten, deutlich seltener den Edgerank-Filter passieren als Postings, die Facebook-Videos zeigen. Die haben sogar eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, in der Timeline der potenziellen Empfänger aufzutauchen.

Diese Erfahrung habe ich schon selbst gemacht: Sobald ein Facebook-Video enthalten ist, erreiche ich viele Leute. Alle anderen Posts haben deutlich schlechtere Karten. Doch nun regt sich Widerstand gegen diese Praxis. Mit Hank Green gibt es einen populären Video-Blogger, der es nicht länger hinnehmen will, dass Facebook YouTube-Links spürbar benachteiligt. Er protestiert in seinem Blog: WWW: Theft, Lies, and Facebook Videos. Sein Argument: Bei YouTube-Videos wird er an den Werbeeinnahmen beteiligt - bei Facebook-Videos nicht. Deshalb möchte er seine Videos nicht bei Facebook direkt posten, aber natürlich trotzdem seine Fans und Zuschauer erreichen.


Der geheime Edgerank entscheidet, was jeder Facebook-User zu sehen bekommt

Die wirkungsvollen Tricks von Mark Zuckerberg
Green betreibt einen YouTube-Kanal mit 2,6 Millionen Abonnenten und hat daher nun wirklich belastbares Zahlenmaterial. Wenn er YouTube-Videos über Facebook verteilt, gucken sich nur wenige Hundert das Video an. Lädt er den Content direkt bei Facebook hoch und verteilt das Video, kommt er auf mehrere Tausend Zuschauer. Wieso? Zum einen, weil Facebook YouTube-Videos weniger freudig verteilt.

Zum anderen, weil ein Facebook-Video schon nach drei Sekunden als angeschaut registriert (und damit von Edgerank bevorzugt) wird, während ein YouTube-Video dafür 30 Sekunden lang angeschaut werden muss. Mal ganz zu schweigen davon, dass Facebook-Videos durch den automatischen Preroll (die ersten Sekunden des Videos laufen ohne Ton in Endlosschleife automatisch an, sobald das Video in der Timeline erscheint) sowieso mehr Aufmerksamkeit erzeugen.

Facebook gesteht diese Missetaten weitgehend ein und WWW: rechtfertigt das Handeln sogar. Wundern darf man sich nicht, dass Facebook das macht. Man darf sich allerdings wundern, dass Facebook es noch nicht mal peinlich ist, dabei erwischt zu werden (vielleicht sollte man sich doch nicht wundern, denn Facebook ist wirklich nichts peinlich). Da Facebook als Marktführer bei sozialen Netzwerken gelten darf, lassen sich davon auch gewisse Pflichten ableiten. Unter anderem die zu Fairness - und dieses Verhalten ist nicht fair. Ein Fall für die Aufsichtsbehörden (EU-Wettbewerbskommission), würde ich sagen. Aber vermutlich reagieren die erst in sechs Jahren.

Fairness? Bei Facebook? Einer Firma, die amerikanischer nicht sein kann?

Ich hab nach einem sechsmonatigen Gastspiel unter einem Pseudonym dort mein Engagement beendet.
Bis da hatte ich so weit alle Peinlichkeiten meiner Bekannten gesehen, daß es mir gereicht hat.
Trotzdem scheint bei mir gerade die Sonne.
Und:
Ich sehe sie sogar....unverpixelt!

Wayne am 5.08.15 18:22

Ich hatte in der Vergangenheit nichts mit Facebook zutun, ich habe in der Gegenwart nichts mit Facebook zu tun und ich werde in Zukunft nichts mit Facebook zu tun haben. Falls Nachfragen kommen, das gilt auch für alle anderen derartigen Netzwerke un Fangemeinden (wie z.B. Apple).

Der Alte am 5.08.15 20:54

Toller Artikel!!! Besonders die Einleitung.

LiFe am 5.08.15 21:42

Wer hätte gedacht das Mark Facebook aus reiner nächstenliebe ohne jegliche Gewinnabsichten gegründet hat :)

Dieter am 5.08.15 22:01

Hat dieser Hank Green irgendeinen Vertrag mit Fratzenbuch, dass die seine YT-Videos nicht benachteiligen dürfen? Nein? Hat er einen Vertrag mit FB, dass er dort mit seinen YT-Videos Geld verdienen kann? Nein? Dann mal schnell weg mit solchen Unthemen und bitte nicht mehr so naiv mit echten Wettbewerbsverstößen verwechseln...

vaikl am 6.08.15 0:04

Hilfe...meinen eigentlich alle "Möchtegernveröffentlicher" geschmackloser Videos, sie hätten einen Vertrag mit Facebook abgeschlossen ? Wer es immer noch nicht kapiert hat, Facebook ist eine Riesendatenkrake und gar nicht so sozial wie es immer hingestellt wird. Der einzelne User ist denen sowas von egal, Hauptsache der Profit stimmt. Ich wundere mich immer wieder wieviele Dummbratzen immer wieder auf Facebook hereinfallen....

Axel am 6.08.15 9:15


Wieso gibt es eigentlich überall diese Kommentare, die solche miesen Praktiken entweder gutheißen oder die Betroffenen beschimpfen? Von einem marktbeherrschenden Unternehmen muss man faire Spielregeln verlangen! Wo die nicht sind, muss man das anprangern!

Man muss auch nicht Auto fahren. Darf man sich deshalb nicht über schlechte Straßen beklagen? Statt dessen einfach Bahn fahren? Unpünktliche Bahn, selbst schuld? Man kann doch einfach Rad fahren? Schlechte Fahrradwege, selbst schuld? Man kann doch einfach Auto fahren? Mit dieser Argumentation kann man jede Kritik abschmettern.

Bertram in Mainz am 6.08.15 10:30

Naja,
die Mitgliedschaft bei Facebook kann man sich ja noch aussuchen (ich kenne allerdings nicht die aktuellem TTIP Geheimverträge); die Mitgliedschaft bei Deutschlands Straßennetz aber nicht.
Über miese Praktiken darf man sich zu Recht ärgern.
Wobei man aber ehrlicherweise sagen muß, daß es gerade die große Zahl an unbedarften Usern war, die diese Firma zu so einer Praxis ermuntert haben.
Da passt "selbst schuld" schon.

Die Grundidee, die Leute privat zu vernetzen, die hinter Facebook steckt, finde ich aber immer noch gut.
Nur die Umsetzung spricht ihr Hohn.
Das war aber bei einem radikal-kapitalistischen Unternehmen nicht anders zu erwarten.

Wayne am 8.08.15 18:07

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Mittwoch, 05.08.2015

Hört auf mit "Internetblogs" und "Bloggern"!

Wenn es Begriffe gibt, die mich in den Berichten rund um netzpolitik.org und die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft ärgern, dann sind es die Begriffe "Internetblog" und "Blogger". Können wir nicht einfach "Website" und "Journalisten" sagen - oder, um neutral zu bleiben, ganz einfach von den "Machern von netzpolitik.org" sprechen?

Da wäre zum einen das, was zwischen den Zeilen steht, wenn Totholzmedien WWW: wie die FAZ oder Papierjournalisten WWW: wie Michael Klein darauf bedacht sind, netzpolitik.org bloß nicht als Journalismus ansehen zu müssen. Sie mokieren sich darüber, dass sich heute jeder "als Blogwart selbstständig" machen könne. Sie werfen netzpolitik.org vor, WWW: eine politische Agenda zu verfolgen - was der völlig haltungsfreien und agendalosen FAZ natürlich niemals passieren würde. Und sie glauben, der Name eines Medienhauses sei "Garant dafür, dass die veröffentlichten Informationen nicht interessengeleitet sind" - natürlich im Gegensatz zu "Bloggern" wie denen von netzpolitik.org.

Oft lesen sich Berichte, in denen Markus Beckedahl und André Meister nicht als Blogger, sondern als Journalisten bezeichnet werden, übrigens ganz anders. Ihnen fehlt dann der arrogante Unterton, das Distanzieren von "diesen Bloggern im Internet", die Selbstvergewisserung, dass sauberer Journalismus nur auf Papier zu finden ist.

Dass die Macher von netzpolitik.org nicht nur Journalisten, sondern auch Aktivisten sind, darüber lässt sich diskutieren - das Thema ist ja spätestens auf der Tagesordnung, seit Glenn Greenwald zusammen mit Edward Snowden den NSA-Skandal aufgedeckt hat und so zu einer der zentralen Figuren der Überwachungs- und Spionageaffäre wurde. Mit diesem Selbstverständnis gehen Beckedahl und Meister WWW: aber transparent um: "Wir verstehen uns als journalistisches Angebot, sind jedoch nicht neutral. Unsere Haltung ist: Wir engagieren uns für digitale Freiheitsrechte und ihre politische Umsetzung."

André Meister und Markus Beckedahl; Rechte: picture-alliance/dpa/Britta Pedersen
Blogger, Journalisten, Aktivisten: André Meister (links) und Markus Beckedahl von netzpolitik.org

Zurzeit fühlt es sich an, als habe das Jahr 2005 angerufen und wolle seine Blogger-gegen-Journalisten-Diskussion zurück. Dass wir diese Diskussion 2015 immer noch führen müssen, nach Jahren voller wertvoller und gut recherchierter Blogs engagierter Kollegen, ob nun klassisch ausgebildeter Journalisten oder nicht, nervt mich. Zumal das Blog an sich erst einmal nur der Mix aus Darstellungsform und technischem Unterbau ist.

Und auch den WWW: Pleonasmus "Internetblog" könnte man wunderbar begraben. Ähnlich wie der Begriff "Blogger" wird auch er manchmal leicht despektierlich eingesetzt - oder einfach deshalb, weil die breite Masse des Publikums nicht wisse, was ein "Blog" ist. Das "Internetblog" ist mir in den vergangenen Tagen auch bei uns in der ARD und im WDR öfter untergekommen. Dabei gibt es Alternativen, die jeder sofort versteht: Website, Internetseite oder Onlinemagazin zum Beispiel.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit,
euer Internetblogger Dennis Horn

Wäre es denn nicht einfacher anzunehmen, die Angesprochenen gehörten einem bezahlten Mitarbeiterpool zur gezielten "Meinungsleitung" an?
...und ist dabei nicht wurscht, ob nun der Staat oder (deutsche/russische) Oligarchen zahlen?

PoCo am 5.08.15 16:02

Unabhängig von den Personen Beckedahl/Meister, nicht jeder "Blogger" ist auch ein Journalist. Umgekehrt kann aber jeder Journalist auch ein "Blogger" sein.

Der Alte am 5.08.15 18:08

Lies mal den Axel Springer Arbeitsvertrag!

(Ach ja, für Springer arbeitet Markus auch...)

Andre am 6.08.15 2:09

Danke - wieder etwas gelernt! 'Pleonasmus' - nie gehört das Wort, aber kenne mehrere Beispiele aus dem täglichen Leben. Dass man sie vermeiden sollte, finde ich auch.

Chris26 am 6.08.15 6:46

Die machen ein BLOG. Also: Blogger.
Die MACHEN ein Blog. Also: Macher.

Wenn man den Vorschlag überhöht:
DIE machen ein Blog. Also: Dieer?
Die machen EIN Blog. Also: Einer?
.
Anders ausgedrückt: Ihre Sorgen möcht ich haben.
Wieso fällt mir dabei der Sprachstalinist aus Bremen ein...?


Blogger kdm am 6.08.15 12:29

Die machen ein BLOG. Also: Blogger.
Die MACHEN ein Blog. Also: Macher.

Wenn man den Vorschlag überhöht:
DIE machen ein Blog. Also: Dieer?
Die machen EIN Blog. Also: Einer?
.
Anders ausgedrückt: Ihre Sorgen möcht ich haben.
Wieso fällt mir dabei der Sprachstalinist aus Bremen ein...?


Blogger kdm am 6.08.15 12:31

Danke! Lag gerade 30 Minuten lachend untern dem Tisch. Was für ein BS. Und das schreibt einer, der für einen zwangsfinanzierten(!) INTERNETBLOG schreibt - da fängt das Grinsen schon wieder an ;-)

Peter Petersen am 6.08.15 19:20

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