Mittwoch, 17.12.2014

Facebook will Fotos aufpimpen

Soll man jubeln oder sich graulen? Facebook hat eine neue Funktion eingeführt. Wie der in diesen Dingen in der Regel bestens informierte Blog Techcrunch schreibt, will Facebook ab sofort schlechte Fotoaufnahmen automatisch optimieren, noch bevor die Bilder in der Timeline landen. Ein zu dunkles Selfie, ein Schnappschuss mit zu wenig Kontrast oder Schärfe wird von den gnadenlosen Filtern des Facebook-Imperiums erkannt - und die Aufnahmefehler werden korrigiert.

Fotofilter machen aus schlechten Fotos gute; Rechte: Google
Fotofilter machen aus schlechten Fotos gute


Automatische Korrektur
Das klingt verlockend. Denn längst nicht jede Aufnahme, die man in der Facebook-Timeline sieht, lässt einen frohlocken. Nicht jeder, der mit seinem Smartphone Fotos machen kann, hat ein Auge für die passende Beleuchtung, geschweige für einen gelungen ausgewählten Bildausschnitt. Doch Facebook will uns vor diesen Zombie-Fotos bewahren - und aus misslungenen Aufnahmen im Handumdrehen und vor allem automatisch gute Aufnahmen machen. Immerhin: Wem die automatische Korrektur nicht gefällt, kann sie per Schieberegler auch relativieren oder komplett zurücknehmen.

Facebook macht das nicht auf den Servern, sondern nimmt die Optimierung direkt in der App vor. In der iOS-Version von Facebook ab heute, die Android-Version und andere Apps sollen bald folgen. Angeblich ist alles im Interesse der User. Denn ein Algorithmus kann ein Bild schneller und technisch gesehen besser optimieren als ein Mensch. Die Frage ist allerdings auch: Muss ein Foto denn wirklich immer aus technischer Sicht perfekt sein? Gerade bei Schnappschüssen sehe ich das nicht unbedingt so.

Neue Filter und Funktionen in Instagram; Rechte: Instagram
Neue Filter und Funktionen in Instagram


In Social Media dreht sich alles ums Foto
Alle Social Media Dienste richten ihr Augenmerk derzeit auf das Thema Foto. Twitter hat gerade erst die Filterfunktion optimiert, die es erlaubt, Fotos einen neuen Anstrich zu geben oder sie mit Effekten zu versehen. Und der vor allem bei Jugendlichen beliebte Chat-Dienst Snapchat hat einen WWW: Dual-Filter eingeführt. Auch Instagram hat gerade erst fünf neue Filter (Slumber, Crema, Ludwig, Aden und Perpetua) an den Start gebracht, die das Nachbearbeiten von Fotos im Smartphone erlauben. Irgendwie wollen sie alle den Spaß am Foto vergrößern.

Eine automatische Korrektur oder Optimierung finde ich trotzdem nicht gut. Optional - gerne. Aber automatisch? Nein. Wo soll das hinführen? Demnächst werden Postings auf Tippfehler überprüft, später auf guten Geschmack oder Witz abgeklopft - und automatisch "angepasst", wenn es Mark Zuckerbergs Konzern nicht passt. Was denkbar ist, sollte nicht für unmöglich gehalten werden.

Na schoen, aber was ist mit Spezialfotografie ? Ich stelle gerne meine Astrofotos auf Facebook ein. Wenn da jetzt ein Algorithmus meint, das Bild sei unterbelichtet, weil die meisten Pixel ja dunkelgrau bis schwarz sind, dann wird das Bild ganz schoen verhunzt. Es ist wie beim alten Fotografengrundsatz: Die beste Automatik ist die, die sich abschalten laesst.

Inglaterra am 18.12.14 11:00

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Facebook will Fotos aufpimpen

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 16.12.2014

Ebay testet den magischen Spiegel

Sich ins Auto oder in die Bahn setzen, in die Stadt fahren, sich durch Menschenmassen quetschen, in Schaufenster gucken, durch Geschäfte schlängeln, Klamotten rumtragen, in die Umkleidekabine laufen, anprobieren, kombinieren - und dann in die Kassenschlange. Es hat Gründe, warum das Onlineshopping seit Jahren einen Boom erlebt.

Dennis Horn und sein Klamottendoppelgänger; Rechte: WDR
Endlich dasselbe Outfit! Mit der passenden App lassen sich wildfremde Leute in der Stadt fotografieren, um Klamotten mit ähnlichen Farben und Mustern zu finden.

Für die Servicezeit im WDR Fernsehen habe ich zuletzt WDR: einen Blick auf die Zukunft des Einkaufens geworfen. Auf Apps, mit denen ich Leute fotografieren und Klamotten mit ähnlichen Farben und Mustern finden kann. Auf Apps, mit denen ich fast jedes beliebige Produkt scannen und nachkaufen kann. Oder auf den Tante-Emma-Laden, in dem ich Produkte abfotografieren kann, die mir dann nach Hause geschickt werden.

Eine weitere spannende Idee testet Ebay zurzeit in New York: WWW: den "magischen Spiegel". Er befindet sich zum Beispiel in der Umkleidekabine: Betretet ihr sie mit einer Hose, die ihr euch vielleicht kaufen wollt, zeigt der Spiegel nach einem kurzen Scan an, welche Oberteile dazu passen. Ihr könnt an diesem Spiegel aber auch durch fertige Outfitvorschläge browsen. Sind einzelne Klamotten im Geschäft nicht vorhanden, gebt ihr eure Telefonnummer ein und bekommt eine SMS, sobald der Nachschub da ist.

Der Spiegel lässt sich auch außerhalb der Umkleidekabine einsetzen: Kunden können eingeben, was sie gern anprobieren möchten, und die Klamotten liegen in der Kabine, sobald sie betreten wird - inklusive Drinks, denn der lässt sich gleich mit "bestellen".

Magischer Spiegel; Rechte: eBay
Der magische Spiegel wird zurzeit in einem Laden in New York getestet und bringt Funktionen aus Onlineshops in den Laden vor Ort.

Dieses Projekt ist nur eins von vielen, die zeigen, wohin die Zukunft des Einkaufens geht: Online und offline werden eins. Onlineanbieter wie Ebay entern den stationären Handel. Und Geschäfte vor Ort nehmen Ideen auf, die wir bisher nur aus dem Internet kennen. Der magische Spiegel zum Beispiel ist nichts anderes als das Offline-Pendant der Wer-a-gekauft-hat-interessierte-sich-auch-für-b-Funktion, wie wir sie aus Onlineshops kennen.

Diese Ansätze sorgen natürlich dafür, dass in Zukunft auch im Laden vor Ort eine ganze Reihe an Daten über uns erhoben wird. Auch der magische Spiegel soll sich so gut wie möglich auf die Person einstellen, die vor ihm steht - was ohne Personalisierung nicht möglich ist. Datenschutz und Privatsphäre im Tausch für Service und Bequemlichkeit: Dieses Thema wird uns also auch beim Einkauf im Klamottenladen einholen.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Ebay testet den magischen Spiegel

Zum Anfang dieses Eintrags

Montag, 15.12.2014

Die Welt und ich

Sich selbst mit Fitness-Trackern zu vermessen und zu beobachten liegt voll im Trend. Es gibt aber Fragen, die kann auch so ein Fitness-Tracker nicht beantworten. Etwa, wie oft das eigene Herz bereits geschlagen hat - oder um wie viel die Weltbevölkerung seit der eigenen Geburt zugenommen hat. Eine neue Webseite der BBC kann das aber: WWW: Your life on earth verrät genau solche Fakten.

Mein Herz hat übrigens bereits zwei Milliarden Mal geschlagen (unglaublich), das Herz eines Blauwals in derselben Zeit nur 157 Millionen Mal. Die BBC-Seite präsentiert jede Menge interessanter, spannender und verblüffender Fakten über einen selbst, etwa, den wievielten Geburtstag man auf dem Merkur feiern würde, wie viele Milliarden Kilometer man als Erdenbürger bereits zurückgelegt hat (um die Sonne, durch das Weltall) und vieles andere mehr.

Besonders charmant an dem Projekt ist aber: Die BBC-Seite relativiert die eigene Wichtigkeit durch den Blick auf die Welt um einen herum. Man erfährt zum Beispiel, wie viele Tierarten seit der eigenen Geburt ausgestorben sind, in wie vielen Jahren es kein Öl oder keine Kohle mehr gibt, wie stark die Weltmeere angewachsen sind und noch anwachsen werden und vieles andere mehr. Somit regt die wirklich empfehlenswerte Seite auch zum Nachdenken an. Und die Daten lassen sich per Twitter oder Facebook teilen.

myearth.png
BBC-Angebot: Das ganze Leben in Zahlen

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Die Welt und ich

Zum Anfang dieses Eintrags

 
 

Februar 2015

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/