Mittwoch, 03.06.2015

Microsoft schenkt dir WLAN

Ob uns ein Onlinedienst oder eine Software gefällt, hängt immer stärker davon ab, ob das mit dem mobilen Datenaustausch gut funktioniert. Hakt es dort, wird über den Onlinedienst geschimpft - obwohl der in der Regel gar nichts dafür kann. Deswegen gehen Blog: Riesen wie Google und jetzt auch Microsoft dazu über, eigene Netzwerke einzurichten. Microsoft plant derzeit, ein eigenes weltumspannendes WLAN-Netz zu knüpfen - und allen Office-Usern Zugang zu gewähren.

Microsoft lässt ein eigenes Wifi-Netzwerk entstehen; Rechte: Microsoft
Microsoft lässt ein eigenes Wifi-Netzwerk entstehen

Online gehen über Skype
Was viele nicht wissen: Über die Chat-Software Skype kann man bereits über zwei Millionen WLAN-Hotspots weltweit nutzen. Skype gehört zu Microsoft - also liegt der Gedanke nahe, dieses Netzwerk auszubauen und mit Office zu verknüpfen. Unter dem Label WWW: Microsoft Wifi soll ein Netzwerk mit rund zehn Millionen WLAN-Hotspots entstehen. Das wäre eins der größten Netzwerke überhaupt und würde einem an vielen Orten der Welt Zugang zum Netz bieten. Nutzen sollen das Wifi-Netzwerk Nutzer von Skype und Office, außerdem alle, die ein Surface-Paket gebucht haben.

Microsoft will eine Wifi-App für Windows, Android und iOS anbieten, die selbständig erkennt, ob gerade ein Hotspot des Netzwerks in der Nähe ist. Falls ja, wird man automatisch dort eingebucht. Man muss sich also nicht erst anmelden oder einloggen. Ich nutze so etwas schon lange mit dem WWW: Boingo-Netzwerk. Da zahlt man einen festen Jahresbeitrag, kann dafür aber an vielen Orten die dort eigentlich kostenpflichtigen WLAN-Netzwerke nutzen. Mit gutem Surftempo.

Wettbewerber Boingo: WLAN-Hotspots in aller Welt; Rechte: Boingo/WDR
Wettbewerber Boingo: WLAN-Hotspots in aller Welt


Service ohne Gewaltenteilung
So verlockend es ist, das Netzwerk eines großen Anbieters wie Google, Microsoft, Facebook oder Apple zu nutzen (etwa weil der Zugang kostenlos oder kostengünstig ist und weil der Komfort lockt): Es ist einigermaßen bedenklich, dass die Großen sich immer breiter machen. Nicht nur liefert man dem jeweligen Anbieter dadurch immer mehr Daten. Man macht sich auch immer stärker abhängig. Ist man erst mal gewohnt, all seine Daten in die Cloud eines Anbieters zu legen, einen bestimmten Dienst zu nutzen und dann womöglich auch noch sein WLAN-Netz - wer will da noch umsteigen?

Aus gutem Grund gibt es in Demokratien Gewaltenteilung. Das funktioniert nicht immer perfekt, hat sich aber weitgehend bewährt. Wer sein Schicksal komplett in die Hände eines Anbieters legt, wird dadurch selbst am wenigsten profitieren. Die Großen profitieren davon. Deshalb plädiere ich dafür, solche Dienste eher nicht zu nutzen - und lieber unabhängige WLAN-Netzwerke zu verwenden, um bei diesem konkreten Beispiel zu bleiben. Wie denkt Ihr darüber?

Wie geht es wohl weiter mit der Freifunk-Initiative?
http://de.wikipedia.org/wiki/Freifunk

So ein Netz erscheint mir doch vertrauenswürdiger. Hoffentlich wird Freifunk nicht abgewürgt durch die unselige "Störerhaftung"! Ein freies Funknetz gefällt Staatsmacht und Wirtschaft sicher gar nicht. Umso energischer sollten die Bürger Freifunk verteidigen!

Bertram in Mainz am 3.06.15 22:57

Schicksal war Motor für Ideen und Ideen sind Gold. ;-)

LiFe am 4.06.15 1:06

Nun, ich muss sagen dass ich noch nie für ein öffentliches WLAN bezahlt habe und auch nicht vorhabe das zu tun. Ich habe gute Erfahrungen gemacht (auch außerhalb Deutschlands) mit freien WLANs, zum Beispiel im Cafe etc. Man könnte dabei sagen, es sollte doch im 21. Jhdt. zum guten Ton gehören, seinen Kunden in diversen Geschäften und Verkehrsmitteln freies WLAN anzubieten. Da finde ich unterstütze ich ja auch die Vielfalt an Netzen, Cafe (a), Laden (b), Flughafen (c) etc. haben dann ja alle unterschiedliche Netze, die ich nutze. Dabei mache ich jedoch lediglich einen großen Bogen um die (wie ich sie nenne) Fake-Free-WiFis, à la 'Free WiFi - login with facebook', oder die die erstmal meinen, meine Adresse und Tel. abzufragen bevor ich mich einloggen darf. In diesen Fällen - WLAN aus und UMTS oder LTE via mein Handy, oder im Ausland - anderes Netz suchen. LTE/UMTS sind bereits bezahlt, da ist es schlicht unvorteilhaft zusätzlich noch überall WLAN-Konten anzulegen und zu zahlen.

Chris26 am 4.06.15 6:45

Tolle Sache,

wobei wie bei Boingo.com (Stichwort No Spy) für 4 45 €uro/Monat immer noch zu teuer-ist das nicht alles längst bezahlt oder wie so oft heutzutage reine Abzocke.
Jedermann/Frau die zu Hause einen Internetanschluss besitzen können sich durch einen zusätzlichen Router für 30,-€uro an der WLAN Verbreitung beteiligen und dies dann selbstverständlich kostenlos.
Ausserdem sollten wir uns endlich aus der Hörigkeitsumklammerung der Amerikaner befreien!

wowo am 4.06.15 8:22

Nachtrag zu Boingo.com:

leider ist mein Englisch nicht besonders gut,
aber ein 4wöchiges kostenloses Probeabo um auch die Empfangsqualität an versch.Orten zu testen würde ich gerne einmal in Anspruch nehmen.

Jemand eine Idee dazu?

wowo am 4.06.15 9:12

"Jedermann/Frau die zu Hause einen Internetanschluss besitzen können sich durch einen zusätzlichen Router für 30,-€uro an der WLAN Verbreitung beteiligen"

Aus haftungsrechtlichen Gründen wäre ich damit sehr, sehr vorsichtig. Zudem würde ich auch nicht so recht einsehen, warum ich für meinen Internetanschluß eine Menge Geld bezahlen muß, eine zusätzliche Infrastruktur aufbaue und dann andere kostenlos mitsurfen lassen sollte - wo ist dabei mein Vorteil? Oder habe ich was übersehen?

hø'ø am 4.06.15 13:07

Legt am besten alles in Amihände, da ist es gut aufgehoben, was Idioten betrifft. Und vor allem möchte und will ich das Wort "Cloud" nicht mehr lesen. Schreibt gefälligst Server der Datenkraken.

Cord am 5.06.15 18:53

Man kann Geschenke auch ablehnen.

Silke am 5.06.15 20:25

@ Cord am 5.06.15 18:53 "Und vor allem möchte und will ich das Wort "Cloud" nicht mehr lesen." Okay, die Rolling Stones müssen ihrer Zeit voraus gewesen sein!

Hey!You! Get off of my cloud :-)

LiFe am 7.06.15 0:21

Jipp! Die RS sind auch heute noch uptodate. Im Gegensatz zu Win! :-))

Cord am 7.06.15 14:34

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Dienstag, 02.06.2015

Ohne künstliche Aromastoffe

Facebook hat jetzt angekündigt, zukünftig die Verschlüsselungstechnik WWW: PGP einzusetzen. Wenn Facebook seinen Nutzern Benachrichtigungen oder Statusmeldungen zukommen lässt, dann sollen diese künftig auf Wunsch verschlüsselt verschickt werden. Noch ist das ein Experiment von Facebook, nach und nach soll es aber zum Standard werden.

FürMichael-wunderbarerKolle.jpg

Facebooks Vorstoß kommt im richtigen Augenblick. Google hat gerade eine Blog: Transparenz-Kampagne gestartet und immer mehr Nutzer machen sich Gedanken darüber, wie sie ihre digitale Kommunikation künftig sicherer machen können. Und auch die Wahl des Mittels ist clever: Die Abkürzung „PGP" ist für viele User quasi das Gegenteil von „NSA" - PGP bedeutet „gut", NSA steht für „böse". Und weil die Datensammler Facebook, Google und Apple in letzter Zeit häufiger in einem Atemzug mit der NSA genannt werden, ist es schlau, mit PGP ein Instrument der Guten einzusetzen. Mehr noch: Mit WWW: OpenPGP setzt Facebook sogar die offene Variante von PGP ein. „Open", das klingt nach Offenheit, Vertrauen, einem Instrument der Guten.

Das Ganze erinnert mich stark an Aufdrucke auf Müsli-Riegeln oder Tiefkühl-Pizzen: „Ohne künstliche Aromastoffe" - das klingt ehrlich, natürlich, positiv, eben einfach gut. Dass diese Angabe keineswegs bedeutet, dass die Mozzarella-Pizza überhaupt keine Aromastoffe enthält, das macht sich kaum jemand klar. Natürliche Aromastoffe können immer noch drin sein. Pfirsich-Aroma wird zum Beispiel aus bestimmten Schimmelpilzkulturen hergestellt.

Die Tatsache, dass Facebook nun OpenPGP einsetzen will, bedeutet eben nicht, dass die Nutzung von Facebook dadurch sicher wird. Ganz abgesehen davon, dass es eben nur die Benachrichtigungen und Statusmeldungen sind, die verschlüsselt verschickt werden. Sicher ist nur eins: Ganz genau verfolgen, was Facebook-Mitglieder und ihre Freunde innerhalb und außerhalb des „sozialen Netzwerkes" tun, wird das Unternehmen auch weiterhin. Und Daten sammeln natürlich auch. Und auf Fragen von Behörden ausweichen auch.

Wer ein Resthirn hat, nutzt Facebook nicht. Dem schäbigen Rest kann passieren, was will, sie haben es verdient.

Dummheit muß bestraft werden.

Cord am 5.06.15 18:58

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Dienstag, 02.06.2015

Coffee Ipsum

"Lorem ipsum dolor sit amet." Mit diesen Worten beginnt ein weltberühmter Blindtext, der nichts bedeuten soll, sondern von Grafikern, Layoutern oder Webdesignern seit Ewigkeiten nur als Platzhalter eingesetzt wird. Weil aber auch Blindtexte irgendwann langweilig werden, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Alternativen. Mein neuer Lieblingsblindtext richtet sich an die Kaffeefans dieser Welt: WWW: Coffee Ipsum.

Coffee Ipsum; Rechte: Code Café
"Fair trade, qui, and espresso coffee robust filter in as lungo cappuccino spoon breve, and, arabica cup robust, carajillo robust single origin acerbic café au lait."

Ein paar weitere lustige Alternativen sind übrigens WWW: Gangsta Ipsum, WWW: Bacon Ipsum oder WWW: Hipster Ipsum. Wann immer ihr einen Blindtext benötigt: bedient euch!

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