Dienstag, 21.04.2015

Oh wie wanderbar!

Ich gehe gerne wandern. Im Gegensatz zu damals. Da war wandern langweilig, spießig und nur für alte Leute. Heute ist es spannend, modern und für jedermann - mit Karte, GPS-Gerät oder Handy-App.

Wander-Apps, Rechte: WDR/Horn

Laut Kölner Eifelverein gehen ältere Generationen am liebsten noch mit Karte los. Jüngere Leute bevorzugen GPS-Geräte und die ganz junge Wandergeneration arbeitet am liebsten mit dem Handy und entsprechenden Apps. Ich bin mit Wanderführer Rudolf Seelemann vom Kölner Eiferverein losgestapft und habe ein GPS-Gerät und mehrere App verglichen - nachdem ich viele Stunden im Playstore und bei iTunes verbracht habe, um mir erstmal einen Überblick über die vielen Apps zu verschaffen. Je nachdem, wie fortgeschritten man ist und welche Bedürfnisse an Streckenplanung, Tracking und Routenvorschläge hat, kann man unter anderem zwischen GPS-Tracks, Ape Map mit 3D-Ansicht, MotionX oder GPSies wählen.

Wander-Apps, Rechte: WDR/Horn

Dort kann man bereits erstellte Strecken anderer Nutzer runterladen oder selbst welche erstellen und nachwandern. Vorab kann ich selektieren, welche Wegbeschaffenheit ich mir wünsche, ob die Strecke barrierefrei, gut beleuchtet oder bergig sein soll. Viele Apps bieten wichtige Angaben wie Aussichtspunkte, Hütten und Sehenswürdigkeiten. Andere verzichten auf solche "Schönheiten" und sind rein topografisch, mit unzähligen bunten Linien, Höhenangaben und exakten Koordinaten. Von komplex bis intuitiv und hübsch aber nutzlos ist alles mit dabei. Teilweise gratis, teilweise für gut 20 Euro pro Karte.

GPs-Gerät, Rechte: WDR/Horn

Das Problem bei den Wander-Apps im Vergleich mit dem GPS-Gerät: mein Handy verliert immer wieder mal das Satellitensignal oder lädt die Karte nicht schnell genug nach. Und für längere WWW: Wanderungen brauche ich zumindest ein Ersatzakku oder Auflade-Möglichkeiten. Ein GPS-Gerät hingegen hält auch mal drei, vier Tage aus. Damit hat Eric aus Düsseldorf schon seine Erfahrungen gemacht. Außerdem möchte er nicht sein teures Smartphone bei Wind und Wetter durch den Wald schleppen. Viele möchten zudem ungestört sein. Das Handy ist dann am besten wasserdicht verpackt mit dabei, um im Notfall einen Anruf machen zu können, aber ansonsten steckt es tief im Rucksack und darf ruhen.

Wander-Apps, Rechte: WDR/Horn

Wen hier und da ein Anruf oder eine Nachricht nicht stört, der kann dafür aber auch die Sprachnavigation auf dem Handy nutzen. Die App Outdooractive für Apple und Android kann das in der Premium-Version für 9,99 Euro. Hier kann ich meine Karten auch offline nutzen und so zum Beispiel im Ausland oder ohne Empfang wandern. Mit Gipfelfinder und Wetterprognose.

Wander-Apps, Rechte: WDR/Horn

Für kurze Ausflüge nutze ich gerne die „WWW: App in die Natur" vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW. Sie zeigt mir Wanderrouten durch besonders schöne Baumalleen oder zum Beispiel Vogelschutzgebiete in meiner Umgebung. Biologie mal anders. Und auch sonst macht Wandern Schule. Im wahrsten Sinne des Worter. Am 1.Mai startet eine Aktion des WWW: Deutschen Wanderverbands. Unter dem Motto „WWW: Schulwandern - Biologische Vielfalt" sollen Schüler ihre Lieblingsstrecken mit dem Handy und einer dafür entwickelten App aufzeichnen. Dabei können sie Fotos und Kommentare zufügen, zeigen wie weit sie gewandert sind und sich gegenseitig Quizfragen stellen. Und sie können Wanderkönig werden. Wandern und wetteifern - das hätte meinen kleinen Wettkampfgeist genau getroffen.

Es ist also nicht abzustreiten: es gibt viele tolle Möglichkeiten modern zu wandern. Das Handy kann dabei helfen. Aber eine normale Wanderkarte habe ich trotzdem immer mit dabei.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

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Dienstag, 21.04.2015

Tyrions Kurzbesuch bei iTunes

Der Apple-Support-Mitarbeiter ist sehr verständnisvoll. „Das kann ich gut nachvollziehen, dass Sie sich an uns wenden, WWW: Game of Thrones ist ja auch wirklich eine ganz tolle Serie, und das ist auch wirklich ärgerlich."

Vier Tage zuvor (17.04.) hatte ich voller Glück festgestellt, dass die 5. Season von "Game of Thrones" im deutschen iTunes-Store verfügbar war - auf Englisch, für knapp 30 Euro komplett in HD. Seltsam, stutze ich: Das sollte es in Deutschland doch nur bei Sky Atlantic geben, wo die neuen Folgen der HBO-Serie seit dem 12. April ausgestrahlt werden. Aber es gab keinen Zweifel: Auch bei WWW: werstreamt.es war nachzulesen, dass Apple alle fünf Staffeln streamt. Es sollte also wirklich einen Staffelpass für die laufende 5. Season geben: alle Folgen im Komplettangebot. Als Fan hatte ich da keine Wahl. Kurze Zeit später war die Bestätigungsmail da, die erste Folge bereit zum Download.

gameoftext.jpg

Dabei beließ ich es zunächst, empfahl den Weg über iTunes aber weiter - zuletzt auch gestern einem Kollegen. Der fand das Angebot dann aber gar nicht mehr im Store. Ich hatte meinen Pass weiterhin, konnte aber Folge zwei nicht laden - WWW: und war nicht die einzige.

Selbst für den Apple-Support scheint das überraschend gekommen zu sein: "Als ich heute Morgen zur Arbeit kam, hatte ich hier den Hinweis, dass "Game of Thrones" -Staffel 5 wieder aus dem Store genommen wurde. Es gab rechtliche Schwierigkeiten. Es war zu früh drin", erklärt der Mitarbeiter, der mich aus dem europäischen Ausland zurückruft. Für wenige Tage war das Angebot auffindbar - bis auffiel, dass Verhandlungen noch gar nicht abgeschlossen sind? In US- und UK-iTunes-Store gab und gibt es die aktuelle Staffel weiterhin nicht. Die kleine deutsche Sensation der Exklusivität - nur eine Panne.

"Bis zum 30. April sollten dann aber alle bisher ausgestrahlten Folgen bei iTunes verfügbar sein." Bis dahin, so erklärt er, seien hoffentlich noch bestehende Uneinigkeiten mit dem Rechteinhaber - HBO, nicht Sky - geklärt. Ob gerade jemand richtig Ärger bekommt, weil er da etwas zu früh freigegeben hat? Selbst ein Tyrion-Fan? Der Hotline-Mitarbeiter bleibt jedenfalls ungerührt freundlich. Ihm ist wohl egal, wie es in Westeros weitergeht.

Für Menschen wie mich, die sich schnell den Staffelpass sichern wollten, bedeutet das: Von iTunes die Rückerstattung verlangen - oder den Pass behalten und darauf hoffen, dass die ersten Folgen Game of Thrones dann also wirklich Ende April im iTunes-Store verfügbar sind. Die Alternative wäre ein Sky Abo - für 16,99 Euro monatlich und das für 24 Monate. Nein, danke!

Update (26.04.2015): Neues vom iTunes Store, Mail vom 25.04.: "Der Staffelpass und Folge 1 von „Game of Thrones", Staffel 5, wurden vom Anbieter versehentlich vor dem geplanten Termin zugänglich gemacht und sind ab dem 28. April 2015 wieder verfügbar. Die weiteren Folgen sind ab dem 5. Mai wöchentlich nach der TV Ausstrahlung verfügbar. Für die entstandenen Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen. (...)" Na immerhin.

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Dienstag, 21.04.2015

Mobilegeddon: Muskelspiel einer Suchmaschine

Seit einigen Wochen ist es ziemlich laut im Netz. Wenn man beim Surfen die Augen schließt und ganz konzentriert lauscht, kann man es hören, das Klappern der Zähne all jener Webmaster, die sich Sorgen um den neuen Ranking-Mechanismus von Google machen. Denn der größte Onlinekonzern der Welt führt ein neues Bewertungssystem ein, das festlegt, welche Webseiten ins Töpfchen und welche ins Kröpfchen kommen. Google verändert die Art und Weise, wie Webseiten bewertet werden, welche eher zu einem eingetippten Keyword als Treffer präsentiert werden und welche eher nicht.

Google Schild; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google muss derzeit Rückschläge einstecken


Mobilegeddon: Alles dreht sich um Mobilität
Diesmal werden "Mobile-Friendly Sites" beim Ranking besser berücksichtigt. Was das konkret bedeutet, weiß keiner. Denn Google verrät normalerweise keine Details über die Algorithmen, die im Hintergrund über die Sichtbarkeit einzelner Websites und damit über Wohl und Wehe entscheiden. Allerdings verändert Google immer wieder mal die Prinzipien. Und jedes Mal geht bei Webmastern und Shop-Betreibern die Angst um, in Zukunft nicht mehr so gut von Google gelistet zu werden. Mobilegeddon - so wurde das neueste Update von Google getauft. Weil es diesmal vor allem um die Mobiltauglichkeit von Webseiten geht - und der neue Suchalgorithmus womöglich kein Stein auf dem anderen stehen lässt.

Google schaut nun genauer hin, welche Figur eine Webseite auf einem Smartphone oder Tablet macht. Sind die Schriften groß genug und zoombar? Lassen sich Menüs auch auf einem Touchscreen gut bedienen? Wird Flash verwendet? Liegen die Links weit genug auseinander, damit man sie bequem antippen kann? Webseiten, die diese Kriterien nicht erfüllen, werden ab heute schlechter gerankt als bisher. Allerdings nur bei Suchen, die auf einem Smartphone durchgeführt werden. Und das ergibt auch Sinn: Eine Webseite, die auf einem Smartphone-Display unübersichtlich aussieht, sollte dort auch erst gar nicht angezeigt werden. Ob eine Webseite in den Augen von Google Mobile-Friendly ist oder nicht, WWW: lässt sich hier überprüfen.

Google Logo mit Schatten von Personen davor; Rechte: dpa/Picture Alliance
Google soll künftiger weniger finden


Marktmacht von Google
Lange ging das Gerücht um, dass Google nun grundsätzlich Seiten schlechter bewertet, wenn sie nicht auf Mobilgeräte optimiert sind. Oder besser: Wenn es nicht wenigstens auch eine auf Mobilgeräte optimierte Version der Webseite gibt. Doch dem scheint nicht so zu sein. Die neue Beurteilung betrifft ausschließlich Suchen auf Smartphones und Smartwatches, wo es auch wirklich sinnvoll ist, so vorzugehen.

Allerdings macht das Zähneklappern vor dem Update deutlich: Die Marktmacht von Google ist brutal. Jeder, der eine Webseite oder einen Onlineshop betreibt und damit Geld verdient, ist darauf angewiesen, dass Google ihm Besucher bringt. Jede Veränderung des Mechanismus kann das wirtschaftliche Aus bedeuten - oder zumindest erhebliche Umsatzeinbrüche.

Merkwürdigerweise sieht kaum jemand eine Chance in so einem Update des Such-Algorithmus. Sicherlich wird sich auch die Blog: EU-Wettbewerbskommission dafür interessieren, welchen Einfluss Google hat. Was aus meiner Sicht auch relevant ist: Google durchsucht jetzt auch Apps nach passenden Inhalten, wo möglich. Allerdings ausschließlich Android-Apps. Das könnte eine weitere Wettbewerbsverzerrung darstellen.

Hinweis: "Jede Veränderung der Mechanismus" - entweder "des Mechanismus" oder "der Mechanismen"
Gruß
Alfred Mignon

Alfred Mignon am 21.04.15 17:24

Naja, kann durchaus eine gute Sache sein.
Das neue Ranking gilt ja nur wenn man mit Mobilgerät sucht, also mit dem Handy oder Tablet. Wenn Google da von sich aus die Ergebnisse mit nicht vorhandener Mobilversion später einreiht, kann das sicher doch von Vorteil sein. GIbt immerhin Webseiten, die ich regelmässig vom PC aus besuche, aber nie vom Handy aus ansurfen wurde, ein Versuch hat mir gereicht. Viel zu schwer zu lesen / bedienen.
Fazit: Wer seinen Platz auch auf der Mobilsuche halten will, muss seinen Inhalt in Zukunft auch mobilverträglich anbieten.

Netzbürger am 21.04.15 19:43

@alfred: Danke! :)

jörg schieb am 22.04.15 9:18

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