Sonntag, 18.01.2015

"Dann lösch es doch"

Es gibt so ein paar Vorurteile, die bekommt man als Freund von Neuland immer wieder zu hören. Entwaffnete Argumente wie "E-Mails sind Scheiße. Ich kriege zu viele." Oder: "Twitter ist sowieso krank." Oder, ein Klassiker: "Die Leute starren nur noch auf ihr Smartphone. Krank." Wie reagiert man da? Verständnisvoll, freundlich, aggressiv, resigniert? Je nachdem würde ich sagen. Aber ein Kollege vom Deutschlandfunk wollte mal Klartext reden - und hat in seinem Logbuch die aus seiner Sicht WWW: einzig passenden Antworten aufgeschrieben. Und selbstverständlich auch ins WWW: Mikrofon gesprochen.

Logbuch des Deutschlandfunks räumt mit Vorurteilen auf; Rechte: WDR
Logbuch des Deutschlandfunk räumt mit Vorurteilen auf

"Das Internet ist das Hauptproblem!" Was sagt man da? Richtig: Dann lösch es doch. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Freitag, 16.01.2015

Google Glass in der Krise

Ich gebe es zu: Seitdem ich Google Glass Blog: mal selbst auf der Nase hatte und ausprobieren konnte, bin ich durchaus ein Fan von Googles Datenbrille. Technisch gesehen ist die seit 2012 mehr oder weniger direkt erhältliche Brille wirklich interessant. Die Ingenieure haben sich eine Menge einfallen lassen und ihre Ideen auch gut umgesetzt. Aber ist Google Glass deswegen ein gutes Produkt, das man im Alltag einsetzen möchte? Das eher nicht - und genau das ist das Problem. Kaum einer will Google Glass kaufen. Deshalb zieht Google jetzt die Reißleine und überlegt, wie es weitergehen kann.

brin_glass.png
Google-Gründer Sergey Brin mit Google Glass


Teurer Flop für den Onlineriesen
Google hat nun wirklich die Werbetrommel für seine Datenbrille gerührt. Auf allen möglichen Veranstaltungen war die Brille zu sehen. Auch Google-Gründer Sergey Brin selbst hat die technische Wunderwerk WWW: immer wieder vorgeführt. Die Message war so eindeutig wie unüberhörbar: Das Ding ist cool - und jeder braucht es. Doch hier war offensichtlich der Wunsch der Vater des Gedankens. Zwar konnten sich Techies mit Google Glass anfreunden und auch viele Entwickler, die teilweise wirklich Blog: witzige und interessante Apps dafür entwickelt haben, doch zum Must-Have ist die Brille nicht geworden. Mit rund 1.500 Dollar ist sie auch nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Man könnte guten Gewissens auch von einem Flop sprechen. Kaum jemand will die technisch zwar interessante, letztlich aber teure Datenbrille kaufen. Es entsteht keine Begehrlichkeit. Im Gegenteil: Blog: "Don't be a glasshole", so lautet das Motto vieler Restaurants und Bars im technikverliebten Kalifornien. Das Tragen von Google Glass ist dort streng verboten. Aus einem naheliegenden Grund: Niemand kann mit Gewissheit sagen, ob ein Glass-Träger gerade Fotos macht, Videos aufnimmt oder einfach nur im Netz unterwegs ist. Das verunsichert alle Anwesenden - und das wollen die meisten nicht. Die NSA-Schnüffeleien haben zweifellos auch etwas dazu beigetragen, dass selbst Amerikaner nicht mehr automatisch alles lieben, was das Silicon Valley sich ausdenkt.


Promovideo von Google: So sieht Glass in der Praxis aus


Teurer Flop für den Onlineriesen
Google Glass hat vor allem ein Imageproblem. Wer Glass trägt, wird in der Öffentlichkeit angefeindet. Deshalb hat der Onlineriese die Notbremse gezogen und den Vertrieb der Datenbrille erst mal eingestellt. Allerdings wird die Vision des tragbaren Minirechners auf der Nase damit nicht beerdigt. Google versucht stattdessen einen Neuanfang - mit einem Ex-Manager von Apple. Die Leitung des neu gegründeten Geschäftsbereichs soll Tony Fadell übernehmen, der federführend bei der Entwicklung des ersten Apple iPod beteiligt war. Er weiß also, wie man Geräte sexy macht.

Der Markt verändert sich. Actioncams wie die GoPro sind beliebt und akzeptiert. Möglicherweise Blog: plant sogar Apple, eine Actioncam zu bauen, die fernbedienbar ist. Gut möglich, dass Google versucht, auf dieser Welle mitzuschwimmen. In jedem Fall muss sich der Konzern etwas einfallen lassen, wie die Brille ein anderes Image bekommt - sonst wird Glass ein Flop bleiben.

Ein bisschen Schadenfreude kann ich mir nicht verkneifen, aber Google ist so unermesslich reich das es ihnen leider nichts ausmacht, ein paar Millionen in den Sand zu setzen. Unser defacto Informationsmonopolist ist so reich und mächtig, das ihnen bestimmt bald ein neues (ebenso überflüssiges wie begehrenswertes)
Spielzeug einfällt, mit dem sich noch ein paar Milliarden "verdienen" lassen.
Unsere einzige, aber wirksame Waffe, gegen diesen ganzen Müll ist immer noch die gleiche:EINFACH NICHT KAUFEN!

Robert B. am 18.01.15 17:21

Leider ist die öffentliche Nutzung aus Datenschutzgründen in Deutschland verboten. Eine Actioncam könnte aber für Radfahrer durchaus nützlich sein, um die Fehler des Unfallgegners zu dokumentieren. Man sollte aber bedenken, das man sich dabei auch selbst eines Vergehens überführt.
Google Glass hätte ich mir nur gekauft, wenn ich damit alles hätte aufnehmen können, was ich beim Pedelec fahren erlebt hätte. Aber so! Egal welche Promotion ich gelesen habe, über die Leistung in Std oder Min konnte ich nichts lesen, wie welche Daten gespeichert werden leider auch nicht. WLAN? Fragt sich, wie das funktioniert auf dem Land, 3km vom nächsten Gebäude entfernt?

Pedelecer am 21.01.15 15:57

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Donnerstag, 15.01.2015

Glitzer für alle!

Ja man! Mein Held der Woche ist WWW: Mathew Carpenter und sein Startup WWW: shipyourenemiesglitter.com. Für umgerechnet ungefähr sieben Euro verschickt der 22-jährige Australier weltweit Briefumschläge voller Glitzer - WWW: in sieben Farben. Hört sich nett an? Ist die Pest! Das Zeug geht nie wieder raus. Trotzdem: nach sowas wie WWW: shitexpress.com doch mal eine nette Alternative, jemandem zu sagen, dass man ihn hasst ;)

screenshot_shipyourenemiesglitter.com.png
So sieht die Startseite von shipyourenemiesglitter.com aus

Ich geb's zu - ich hätte es zu gern ausprobiert. Aber, weil es anscheinend so viele Leute "krankhaft faszinierend" finden, Glitzer zu verschicken, gibt's gerade keinen mehr. Es werden zwar alle Aufträge bearbeitet, verspricht Carpenter, aber bei der Menge sei Geduld angesagt: "Purchasing has been temporarily suspended. You guys have a sick fascination with shipping people glitter. We've received all orders & working through them. There was a tonne so be patient."

Außerdem scheint Mathew so die Schnauze voll zu haben, dass er seine Erfindung WWW: jetzt möglichst schnell wieder loswerden will. Na zum Glück gibt's schon die deutsche WWW: Nachmacher-Variante. Vielleicht füll' ich aber auch einfach selber eine Ladung Glitzer ab.

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