Dienstag, 17.02.2015

Schneller lesen

Aufs Schnelllesen möchte ich nicht mehr verzichten. Vor allem die Technik hinter WWW: Spritz gehört für mich mittlerweile zum Alltag. Das Start-up hat vor einem Jahr einen kleinen Schnelllesehype erzeugt: mit seinem Ansatz, statt eines klassischen Fließtextes einen rechteckigen Kasten anzuzeigen, in dem jedes Wort nacheinander eingeblendet wird.

Spritz; Rechte: Spritz
Klassisch lesen wir rund 250 Wörter pro Minute. Mit Spritz könnt ihr diese Zahl Stück für Stück nach oben schrauben - ich bin am Ende bei 400 bis 500 Wörtern gelandet.

Im vergangenen Jahr habe ich die App oft genutzt, zum Beispiel in der Bahn, um viel für den Tag zu wissen. Noch öfter auf der Arbeit, um mit nur fünf Minuten Vorbereitung gut informiert in Besprechungen zu gehen. Und ich habe gemerkt: Je kleiner der Bildschirm, desto mehr mag ich diese Art, zu lesen. Noch besser kann ich sie mir auf den kleinen Bildschirmen von Smartwatches vorstellen - eher sogar als jeden beliebigen Fließtext.

Neben Spritz gibt es mit WWW: Velocity, WWW: ReadQuick, WWW: Squirt, WWW: "Schneller lesen" oder WWW: spreeder mittlerweile eine ganze Reihe von Apps, Onlinediensten und Bookmarklets, die auf derselben Technik basieren - so dass ihr euch problemlos einmal durchtesten könnt.

Abseits davon finde ich spannend, wie viele Lösungen es darüber hinaus gibt, wenn es darum geht, Texte schnell erfassen zu können. Unter OS X gibt es zum Beispiel eine ins Betriebssystem eingebaute Funktion, die euch Texte zusammenfasst. Wenn ihr den Systemeinstellungen für die Tastatur den Punkt "Kurzbefehle" öffnet, könnt ihr dieser Funktion unter "Texte"/"Zusammenfassen" eine eigene Tastenkombination zuweisen. Unter Windows könnt ihr die Funktion "Auto-Zusammenfassung" in einigen älteren Word-Versionen nutzen.

Text-Zusammenfassung unter OS X; Rechte: WDR/Dennis Horn
Lange Texte lassen sich unter OS X automatisch zusammenfassen - eine versteckte, aber recht nützliche Funktion.

Spannend finde ich außerdem den Ansatz von WWW: Blinkist: Die Macher der App versprechen Zusammenfassungen wichtiger Sachbücher, für die ihr maximal 15 Minuten braucht. Dahinter stecken in diesem Fall sogar "echte" Menschen - und kein Automatismus. So könnt ihr am Ende mitreden, ohne das Buch selbst in voller Länge gelesen zu haben.

Mir gefallen diese Ansätze, weil sich damit oft ein bisschen Zeit sparen lässt. Und um dem Kulturpessimismus keinen Platz zu lassen: einfache, sachliche Texte sind für all das wie gemacht. Je komplizierter aber der Text, desto unsinniger die Technik. Denn je komplizierter oder schöner ein Text wird, desto eher geht es ja auch darum, die Zeit zu vergessen, sich im Text zu verlieren, mal zurückzublättern und sich mit jedem Satz Gedanken zu machen. Und Zeit für Gedanken bleibt beim Schnelllesen nun gar nicht.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Na ja, schneller geht es ja. Für Nachrichten sicher geeignet. Aber irgendwie ist es seelenlos.

Der Alte am 17.02.15 19:04

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Sonntag, 15.02.2015

Nach Landfläche sortiert

Manchmal fördern kleine Fingerübungen von Programmierern interessante oder auch einfach nur schöne Ergebnisse zu Tage. Jason Davies, ein Programmierer aus London, hat jetzt ein Programm geschrieben, das die Länder dieser Erde nach Größe sortiert. Er hat auch die Antarktis als Land mit einbezogen. Außerdem hat er - und das ist ein Unterschied zu sonst üblichen Größenvergleichen - alle Wasserflächen abgezogen, also Seen, Flüsse, Binnenmeere. Bei einigen Ländern kann sich das ganz schön summieren. Davies hat also die reine Landfläche berechnet - und WWW: zeigt hier das interessante Ergebnis.

countries by area.jpg
Die Länder der Erde nach Größe sortiert

Das kleinste Land ist Luxemburg - das größte: Russland. Das ist so weit nicht überraschend. Trotzdem ist das Projekt interessant. Man kann mit der Maus über die einzelnen Landflächen fahren, die nach Größe sortiert sind und die im passenden Maßstab gezeigt werden. In der Statuszeile am unteren Rand erscheinen Angaben zur Landmasse und wie groß das Land ist.

Zu Kanada wurden also bislang die Wasserflächen hinzu gerechnet?! Ok. Das macht den "Verlust" von 2 Plätzen (im Vergleich zu China und USA) plausibel.
Aber warum ist Luxemburg das kleinste Land? Ich war noch nie dort, kann mich aber auch nicht an riesige Seenlandschaften aus Beschreibungen erinnern. Die haben (z.B.) San Marino und der Vatikan natürlich nicht... und werden deshalb relativ größer?

GeoPhilo am 17.02.15 23:20

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Freitag, 13.02.2015

Barcodes aus Filmen

Wie sieht es aus, wenn man jedes einzelne Frame eines Kinofilms, also jedes dieser vielen Bilder, die pro Sekunde über die Leinwand huschen, in ein einziges Bild packt? Das Tumblr-Blog WWW: "Moviebarcode" gibt die Antwort darauf: wie bunte Barcodes.

Barcode; Rechte: moviebarcode.tumblr.com
Dunkel, aber bunt: der "Moviebarcode" zu "2001: Odyssee im Weltraum"

Die Macher des Blogs (wer auch immer dahinter steckt) haben bisher ganze 1.263 Filme und zum Teil andere Videos zusammengetragen - und damit ein digitales Kunstprojekt auf die Beine gestellt. Barcodes zu Filmen wie WWW: "Ah Pook Is Here", WWW: "Ein Quantum Trost" oder WWW: "Lifted" sind sogar noch einmal extra kunstvoll. Was für eine schöne Idee!

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