Donnerstag, 30.04.2015

Instagram plus Tinder plus Gaming-App

WWW: Mission: Pic macht aus einer klassischen Foto-App ein Spiel. Jeden Tag geben die Macher eine Aufgabe vor, und zwar ein Motto, zu dem User Fotos machen können. Lautet die Aufgabe "Metal", könnt ihr zum Beispiel die Nahaufnahme einer Getränkedose posten, einen besonders schönen Aufzug oder die Crowd beim AC/DC-Konzert. Anschließend wird per Voting ein Tagessieger ermittelt. Das funktioniert wie bei der Dating-App Tinder: Fotos, die euch gefallen, schiebt ihr nach rechts, alle anderen nach links.

Mission: Pic; Rechte: Mission: Pic, LLC
"Mission: Pic" gibt jeden Tag ein neues Motto für die Fotos vor.

Ob der Ansatz funktioniert? Einerseits wird es mit der Zeit langweilig - schließlich nutze ich Apps und soziale Netzwerke nicht, um irgendwelche Aufgaben ihrer Macher zu erfüllen. Andererseits könnte ab und zu ein kleiner Wettbewerb, organisiert zum Beispiel über Hashtags, auch den Alltag bei Instagram, Facebook oder Twitter auflockern.

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Dienstag, 28.04.2015

Google reicht Verlegern einen Strohhalm

Über die zunächst für drei Jahre finanzierte digitale Nachrichteninitiative kann Google mit lächerlichen 50 Millionen Euro pro Jahr das milliardenschwere Geschäftsmodell von Google News absichern. Neben der „Frankfurter Allgemeinen und der „Zeit" beteiligen sich weitere sechs europäische Zeitungen und mehrere Branchenverbände an der Initiative.


Zeitungen; Rechte: WDR/Peter Welchering
Zeitungen bei News-Initiative

Google ist dabei in erster Linie daran interessiert, sich als freundlicher Geldgeber für Verleger und Journalisten in Szene zu setzen. Der Konzern setzt darauf, dass bei so viel Mildtätigkeit, auch die Berichterstattung über das von der EU-Kommission betriebene Verfahren wegen Wettbewerbsbehinderung etwas milder ablaufen wird.


Recht auf Pressefreiheit; Rechte: WDR/Peter Welchering
Pressefreiheit: Vom Gesetz gesichert und vorgeschrieben

Die Zeitungsverleger nehmen die Brosamen vom Tisch der Mächtigen aus dem Silicon Valley gern, weil sie mit ihrem völlig untauglichen Leistungsschutzrecht gescheitert sind und damit keine nennenswerten Einnahmen generieren konnten. Außerdem hoffen sie, einen starken Verbündeten an ihrer Seite zu haben, der ihnen den Weg in die digitale Zukunft ihrer Zeitungen zeigt.

Verlegerischer Offenbarungseid

Denn den finden sie aus eigener Kraft nicht, weil sie mit dem Rücken zur Zukunft stehen. Im Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger konnte man sich ja nicht einmal auf ein gemeinsames Bezahlmodell für Zeitungen im Internet einigen. Lieber kannibalisierten sie ihre Print-Produkte durch Kostenlos-Angebote im Netz.

Nachrichten Online-Angebote; Rechte: WDR/Peter Welchering
Kannibalisierung der Print-Produkte im Netz

Statt eine zukunftsfähige Digitalstrategie zu entwickeln, springen sie auf jeden angeblichen Online-Trend auf und haben damit Milliarden versenkt. Ihre Renditen sind während der vergangenen Jahre weggeschmolzen, was nicht wenige Verlagshäuser veranlasst hat, lieber auf das Modell des kostensenkenden Barfuss-Journalisten zu setzen.

Job-Angst lässt Journalisten mitmachen

Beide strategischen Ansätze sind erfolglos geblieben. Deshalb machen sich die Verleger auf, neue Geldquellen zu erschließen. Und die hauptamtlichen Funktionäre in den Journalistenverbänden machen kräftig mit. Denn wenn bestimmte Geschäftsmodelle im Journalismus nicht mehr funktionieren, haben nicht nur die Verleger Schaden zu beklagen, sondern die Verbandsfunktionäre den Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Deshalb greifen sie nach dem Strohhalm, den Google ihnen reicht. Dass sie damit mit einem Monopolisten gemeinsame Sache machen, dessen Geschäftsinteressen sich gerade nicht mit Meinungs- und Medienfreiheit decken, sondern eher Big-Data-gestützte Meinungstrends implementieren wollen, darf im totalen Kampf des Strukturwandels doch nun wirklich niemanden interessieren - oder?

"Lächerliche 50 Millionen Euro"? Das steht im Blog eines Senders, dessen Intendant wegen einer "lächerlichen" 100 Millionen Euro Lücke bis 2020, nur noch auf Wiederholungen setzt und die beliebteste Sendung, die Lokalzeit, zusammenstreicht? Sind schon witzige Menschen, die beim WDR arbeiten...

Peter Lustig am 28.04.15 21:30

Und der Artikel kommt vom WDR. Wo der Leser kaum noch Artikel kommentieren darf und wenn sind es nur Themen die sich kaum lohnen zu kommentieren, der sich aber gleichzeitig über die Rundfunkgebühren finanzieren lässt. Es soll ja Kollegen geben die es nicht so gut haben und auch schauen müssen das ihre Artikel verkauft werden und auf die Leser somit angewiesen sind.

Markus am 29.04.15 6:36

Lieber Markus, ich finde dieses Thema schon wichtig. Viele Journalisten arbeiten prekär. Sie müssen sich selber versichern, sie müssen sich alleine um ihre Altersvorsorge kümmern. Kurzum, den Verlegern geht es nicht gut. Dennoch ist Deutschland das Land der Ideen. Man muss unglaubliche Ideen entwickeln, um weiteren Unheil abwenden zu können. "Wir brauchen Ideen, Innovationen und Gründergeist." Ideen und Innovationen mögen vorhanden sein. Der Gründergeist? Derzeit nicht verfügbar!

LiFe am 29.04.15 8:31

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Dienstag, 28.04.2015

Jetzt auch Video-Chats mit Facebook

So langsam wird klar, wieso Facebook seinen Messenger aus der Facebook-App gelöst und zu einer eigenständigen App gemacht hat. Der Messenger bekommt immer mehr zu tun. Ab sofort ist es möglich, seine Kontakte mit dem Facebook Messenger auch per Video anzurufen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man iOS oder Android benutzt - der Video-Chat funktioniert plattformübergreifend und ist kostenlos.

Allerdings startet Facebook mit der neuen Funktion zunächst nur in 18 Ländern. Deutschland ist nicht dabei, dafür Länder wie USA, Frankreich, Belgien oder Polen. Wieso Deutschland beim Launch übergangen wurde, erfährt man auf der WWW: Seite mit der offiziellen Ankündigung leider nicht.

Facebook Messenger: Jetzt auch mit Video-Call; Rechte: Facebook
Facebook Messenger: Jetzt auch mit Video-Call


Facebook macht derzeit allen Konkurrenz
Facebook hat seinen Messenger damit um eine weitere starke Funktion ergänzt. Der Messenger wird zur eigenen Kommunikationszentrale ausgebaut. Und mehr als das: Erst vor kurzem hat Facebook eine Blog: Bezahlfunktion im Messenger eingeführt. Die spielt derzeit noch keine sonderlich große Rolle, doch die Videofunktion wird garantiert genutzt. Mehr als 600 Millionen Menschen weltweit verwenden den Facebook Messenger. Damit ist die App ab sofort eine erhebliche Konkurrenz für Skype von Microsoft und Facetime von Apple.

Berücksichtigt man dann noch, dass auch Whatsapp und Instagram zu Facebook gehören, wird deutlich, wohin die Reise geht: Mark Zuckerbergs Unternehmen kontrolliert immer größere Teile der weltweiten Kommunikation. Das ist nicht nur für Apple, Google und Microsoft bedenklich, sondern auch für uns. Schon jetzt versucht Facebook, seine Macht zu missbrauchen: Das Onlineprojekt internet.org zum Beispiel, das Menschen in ärmeren und entlegeneren Gegenden kostenlos oder kostengünstig im Internet versorgen soll, präsentiert nur von Blog: Facebook ausgewählte Onlinedienste und Webseiten.


Facebook erklärt Video Calls im Messenger in einem PR-Video


Videos im Focus
Vermutlich will Facebook mit der neuen Video-Chat-Funktion auch die Akzeptanz von Videos weiter ausbauen. Denn Videos sind derzeit das große Thema bei Facebook. Bei Facebook hochgeladene Videos werden per Auto-Play in der Timeline direkt angespielt (ohne Ton). Das erhöht die Aufmerksamkeit und die Wahrscheinlichkeit, dass die User neugierig auf das Video klicken. Ein weiterer Vorteil für Facebook: Zu YouTube geht man nur, wenn man sich Videos anschauen will. Im Facebook-Universum gibt es jede Menge Inhalte - und eben auch verstärkt Videos.

Die Zeiten, in denen man die Abenddämmerung für Facebook vorhergesehen hat, sind wohl vorbei. Facebook hat sich konsequent auf den Mobilmarkt gestürzt und mit der Multi-App-Strategie durchaus Erfolg. So wie man bei Google heute nicht mehr nur von einer Suchmaschine sprechen sollte, ist auch Facebook nicht mehr nur ein Soziales Netzwerk. Facebook ist längst größer - und mächtiger. Auf Selbstbeschränkungen darf niemand hoffen. Die amerikanischen Unternehmen machen, was möglich ist - und was wir ihnen erlauben.

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