Donnerstag, 13.11.2014

Änderungen in der Wikipedia kann man jetzt auch hören

Wieder ein schönes Kunstprojekt: WWW: "Listen to Wikipedia". Wann immer der Online-Enzyklopädie Informationen hinzugefügt werden, erklingen Glöckchen. Wann immer Informationen entfernt werden, werden Saiten gezupft. Je größer die Änderung, desto tiefer der Ton. Grüne Kreise erscheinen, wenn nicht-registrierte Nutzer Hand anlegen, violette Kreise, wenn Bots Änderungen durchführen, graue Kreise bei allen anderen.

Listen to Wikipedia; Rechte: Stephen LaPorte/Mahmoud Hashemi
Von Greg Rutherford bis zur Libertären Partei in Oregon: je größer der Kreis, desto größer die Änderung.

"Listen to Wikipedia" lässt sich auch auf die Versionen anderer Länder anwenden und ist ein Open-Source-Projekt. Den Code dazu kann man sich frei runterladen und mit ein bisschen Programmierwissen zum Beispiel auch auf andere Dienste als die Wikipedia anwenden - etwa für die nächste eigene Kunstidee fürs Netz.

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Dienstag, 11.11.2014

Videoplattform dbate.de startet

Zwei Frauen filmen die Bombenzerstörungen in ihrer Heimatstadt Donezk, zwei Männer streiten via Skype über Sterbehilfe, ein Himalaja-Bergsteiger hält seine Kamera auf eine sich nähernde Lawine... - eine Auswahl von Videotagebuch-Clips, die seit heute auf WWW: dbate.de zu sehen sind. Das Layout reißt optisch nicht vom Hocker, aber die neue Videoplattform kommt mit einem erfrischenden Ansatz (WWW: "No Pets! No Porn!") und spannenden Inhalten daher.

Screenshot der Plattform dbate.de; WDR/dbate.de
Die Videoplattform dbate.de soll laut seinen Machern ein Gegengewicht werden zu "Katzenvideos, Schmink-Tipps und Pornos".

Anders als bei Streaming-Anbietern wie Netflix oder Watchever gibt es auf dbate.de keine fiktionalen Videos, sondern vor allem journalistisch ausgewählte Inhalte, die besonders authentisch sein sollen. Ein Schwerpunkt sind Video-Tagebücher, beispielsweise vom WWW: Leben im Weltall oder der WWW: Fußball-WM in Brasilien. Zudem werden Clips von Videobloggern und WWW: Skype-Interviews auf dbate.de veröffentlicht und sollen - deshalb der Name - von den Besuchern kommentiert und debattiert werden.

Hinter dbate.de steht der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Stephan Lamby und seine Hamburger WWW: Produktionsfirma ECO Media. Die Videoplattform soll nicht bloß on-demand-Plattform für die eigenen Filme und Bonusmaterial darstellen, sondern zusätzliche, eigens dafür hergestellte Inhalte bieten. Ein spannendes Projekt abseits der Video-Schwergewichte im Netz, für das sich am Ende wohl vor allem die Frage stellen wird: Wieviel Debatte wird es auf dbate.de tatsächlich geben im Wettstreit mit Youtube, Vimeo & Co? Einige Stunden nach dem Start von dbate.de hat jedenfalls nur ein einziger User kommentiert...

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Dienstag, 11.11.2014

Ein bewegendes Kriegsspiel: This War of Mine

Egoshooter wie WWW: Call of Duty sind absolute Umsatzkracher. Sie spülen den Herstellern Unsummen in die Kassen. Mit Call of Duty wurden bereits mehr als drei Milliarden Dollar verdient. Warum? Weil sich Millionen Menschen in aller Welt nur zu gerne in die Heldenrolle begeben. Weil in solchen Spielen Konflikte mit Waffengewalt gelöst werden. Und weil sie das Kriegsgeschehen möglichst realistisch darstellen - in Bild und Sound. Das hier soll kein Blogpost gegen Egoshooter werden. Aber ein paar Gedanken, wieso eigentlich immer nur das Heldenepos dargestellt wird, sind wohl schon erlaubt.


This War of Mine: Ein Kriegsspiel ganz anderer Art


Ein Spiel, das unweigerlich berührt
Denn es geht auch anders. Das Computerspiel "WWW: This War of Mine" zeigt den Krieg aus einer völlig anderen Perspektive, nämlich aus der Perspektive der Opfer. Das Spiel will nicht unterhalten und niedere Instinkte ansprechen, sondern soll berühren. Und das gelingt auch. Wer sich das Video zum Spiel anschaut, das am 14. November erscheinen soll, der kann nicht anders als berührt sein. Wir sehen hier Menschen, die in Kriegsgebieten ums nackte Überleben kämpfen - und leiden. Sie sind es, die hinter den effektvoll dargestellten Staubwolken zurückgelassen werden.

Es gibt keine Levels, kein Highscore - und nur ein Ziel: Die durch den Spieler kontrollierten Figuren müssen überleben. Es geht also nicht um Gut gegen Böse, um wir gegen die. Es geht darum, den nächsten Tag zu erleben - und zwar aus der Sicht von Zivilisten aus den Kriegsgebieten. Dazu müssen die Spieler Ressourcen sichern, Nahrungsmittel vor allem. Nicht einfach, in einem total zerbombten Gebiet, in dem keine Regeln mehr gelten. Die polnischen Entwickler wollen den Spieler zum Nachdenken anregen. Und wer kein Herz aus Stein hat und den Kopf nur auf dem Hals, damit es nicht reinregnet, der wird nachdenken.


Kommentiertes Gameplay


Erinnerungen von Kriegsopfern
This War of Mine stellt kein spezifisches Kriegsszenario nach, doch die Macher des Spiels haben sich an realen Konflikten orientiert, vor allem an den Auseinandersetzungen in Bosnien, im Irak und in Syrien. Doch es wurden auch Erinnerungen von Menschen aus dem Zweiten Weltkriegs ausgewertet, etwa Tagebücher von Juden im Warschauer Ghetto. Vermutlich sind es genau diese authentischen Aspekte, die das Spiel so berührend werden lassen. Und jeder Spieler merkt nach kürzester Zeit, wie aussichtslos der Kampf ums Überleben scheint.

Der Spieler wird Lebensmittel klauen und anderen schaden, er wird Wache stehen und Ressourcen suchen. Immer wieder muss er sich moralische Fragen stellen: Schade ich jemand anderem, um selbst zu überleben? Acht bis zwölf Stunden dauert das Spiel, dann ist im Spiel der Krieg vorbei. Am 14. November erscheint das Spiel und soll rund 20 Dollar kosten (16 EUR).

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