Mittwoch, 21.01.2015

Windows 10 kommt mit Spartan

Microsofts Internet Explorer hat nicht unbedingt den besten Ruf. Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen, weil Microsoft seinen Browser lange Zeit mit aller Gewalt auf jeden Windows-Rechner gebracht hat. Zum anderen, weil der Internet Explorer ein paar Jahre auch wirklich schlecht war. Andere Browser wie Firefox oder Opera waren zweifellos schneller, flexibler, moderner und vielseitiger. In letzter Zeit ist es Microsoft durchaus gelungen, die Scharten auszuwetzen. Doch der schlechte Ruf hängt auch dem aktuellen Internet Explorer immer noch nach. Das will Microsoft jetzt ändern und hat mit Project Spartan einen völlig neuen Browser angekündigt.

Windows 10: Vor allem die Bedienung soll besser werden; Rechte: Microsoft
Windows 10: Vor allem die Bedienung soll besser werden


Ab Windows 10 serienmäßig
Ein neuer Browser, das ist eine strategisch gute Idee. Microsoft sieht sich bei seinem jetzt (21.01.2015) offiziell angekündigten neuen Betriebssystem Windows 10 vor neuen Herausforderungen. Denn Windows 10, das noch dieses Jahr auf den Markt kommt, soll auf allen möglichen Geräten laufen: auf ganz normalen PCs, auf Notebooks, auf Geräten mit und ohne Touchscreen, auf Tablets und natürlich auch auf Smartphones. Die Benutzeroberfläche und die Bedienung spielen dabei eine besonders große Rolle. Der Internet Explorer, so wie wir ihn kennen, ist da keine gute Lösung. Deshalb hat WWW: Microsoft Project Spartan entwickelt.

Spartan soll auf allen Geräten zügig laufen. Deshalb wurde der neue Browser mit einer neuen "Rendering Engine" ausgestattet. Das ist die Technologie im Hintergrund, die dafür sorgt, dass aus HTML-Befehlen schicke Webseiten werden. Das ist eine nicht zu unterschätzende Aufgabe und sollte möglichst schnell ablaufen. Manche Browser sind da etwas träge. Deshalb eine komplett neue Engine, die auch auf Smartphones mit naturgemäß etwas bescheideneren Prozessoren eine gute Figur macht. Technische Details wollten die Microsoft-Manager auf der Präsentation noch nicht verraten. Schade eigentich.

Spartan Browser erlaubt Notizen in Webseiten; Rechte: Microsoft
Spartan Browser erlaubt Notizen in Webseiten


Neue Funktionen wie Notizblock
Doch Spartan soll nicht nur schneller sein als andere Browser, sondern auch Funktionen bieten, die andere nicht zu bieten haben. Vor allem Funktionen, die für Arbeitsabläufe in Unternehmen interessant sein können. Denn hier verdient Microsoft nach wie vor am meisten Geld. Spartan soll einen Notizenmodus haben. Der Anwender kann direkt auf der geöffneten Website Kommentare hinterlassen, auch mit Stift oder Finger, je nach verwendeter Hardware. Das Entscheidende: Die Notizen lassen sich mit anderen Anwendern teilen. Außerdem ist es möglich, Bereiche der Webseite zu markieren, auszuschneiden und/oder in OneNote zu speichern (und so zu teilen).

Eine weitere gute Idee ist der neue Lesemodus, der Webseiten aufräumt und von Werbung befreit. Derart präparierte Webseiten lassen sich speichern und archivieren. Die so entstehenden Leselisten können ebenfalls weitergegeben und mit anderen Geräten synchronisiert werden. Eine prima Methode, um interessante Fundstellen im Netz zu kuratieren. Der Sprachassistent Cortana soll es möglich machen, den Browser per Sprachkommandos zu steuern und Informationen aus dem Netz zu holen.

Testen werden wir das alles erst etwas später können. Den Internet Explorer wird es auch weiterhin geben. Doch mit Spartan greift Microsoft vor allem Chrome an. Auch Googles Browser ist einmal mit spartanischer Ausstattung gestartet, war aber schnell und sicher. Heute ist Chrome einer der erfolgreichsten Browser überhaupt.

Kostenlose Werbung für Microsoft. Alle sind wieder vollkommen überzeugt vom neuen MSTen. Die Realität entscheidet dann mal wieder. Allein wenn ich das Bild des Desktop sehe weiß ich schon dass es wieder unproduktiv wird. Wann benutzt jemand der arbeiten möchte denn den Desktop ?
Individualisierung im Modus Microsoft. Ein aktuelles Paradoxon.
Gibt es denn dann auch mal eine Version bei der man nicht alles erst einmal abstellen muss (gpedit, hibernate....) um einen einigermaßen nutzbaren und sicheren Computer zu erhalten. Oder eine Version die man ,auch beruflich, risikofrei im Quadboot betreiben kann ohne gleich den Kampf der Versionen zu erleben.

Max Anderson am 22.01.15 8:40

Kostenlose Werbung für Microsoft. Alle sind wieder vollkommen überzeugt vom neuen MSTen. Die Realität entscheidet dann mal wieder. Allein wenn ich das Bild des Desktop sehe weiß ich schon dass es wieder unproduktiv wird. Wann benutzt jemand der arbeiten möchte denn den Desktop ?
Individualisierung im Modus Microsoft. Ein aktuelles Paradoxon.
Gibt es denn dann auch mal eine Version bei der man nicht alles erst einmal abstellen muss (gpedit, hibernate....) um einen einigermaßen nutzbaren und sicheren Computer zu erhalten. Oder eine Version die man ,auch beruflich, risikofrei im Quadboot betreiben kann ohne gleich den Kampf der Versionen zu erleben.

Max Anderson am 22.01.15 8:40

Ich habe jetzt mein neues Notebook mit Win 8.1 von dem Werbemüll des OEM bereit. Und die nächste Neuinstallation ist dann ein 'sauberes' Win aus dem 'MediaCreationTool' von MS. Dann kann das 'kostenlose Update' auf 10 gerne Kommen ... Bin gespannt auf den neuen Browser ...

DollyToll am 22.01.15 16:17

Ich habe jetzt mein neues Notebook mit Win 8.1 von dem Werbemüll des OEM bereit. Und die nächste Neuinstallation ist dann ein 'sauberes' Win aus dem 'MediaCreationTool' von MS. Dann kann das 'kostenlose Update' auf 10 gerne Kommen ... Bin gespannt auf den neuen Browser ...

DollyToll am 22.01.15 16:24

Ich habe jetzt mein neues Notebook mit Win 8.1 von dem Werbemüll des OEM bereit. Und die nächste Neuinstallation ist dann ein 'sauberes' Win aus dem 'MediaCreationTool' von MS. Dann kann das 'kostenlose Update' auf 10 gerne Kommen ... Bin gespannt auf den neuen Browser ...

DollyToll am 22.01.15 16:36

Ich habe jetzt mein neues Notebook mit Win 8.1 von dem Werbemüll des OEM bereit. Und die nächste Neuinstallation ist dann ein 'sauberes' Win aus dem 'MediaCreationTool' von MS. Dann kann das 'kostenlose Update' auf 10 gerne Kommen ... Bin gespannt auf den neuen Browser ...

DollyToll am 22.01.15 16:49

Gut verständliche Dartsellung, vielen dank dem Verfasser; ich bin zwar auch der Ansicht, dass die mit Win8 eingeführte neue Bedienoberfläche zukunftsweisend ist, aber wie es mit grundlegenden Änderungen so ist: man muss den innerern Schweinehund lieb gewordener Gewohnheiten überwinden.

Deshalb hatte ich mit parallel Linux aufgespielt. Das ist zwar recht praktisch, aber wenn ein Nutzer besondere Treiber braucht und in die Programmierung gehen muss ist dieser als Amateur doch überfordert.

Werde mir daher mein derzeitiges System 'spiegeln' und im Laufe der Zeit das Gratis-10 herunterladen.

Frank Kampmann am 24.01.15 11:06

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Dienstag, 20.01.2015

Google investiert ins Weltall

In den 70er Jahren musste James Bond mehrfach dienstlich in den Weltraum, zum Beispiel in WWW: Moonraker mit Roger Moore. Damals schon haben sich die Mächtigen der Welt um die Vormachtstellung im All gekloppt. Doch das war Hollywood. Jetzt passiert es wirklich. Diverse Unternehmen baldowern Lösungen aus, wie man kostengünstig Raketen ins All schicken kann, die dort Satelliten aussetzen. SpaceX ist so ein Unternehmen. Google will sich hier offensichtlich mit einer Milliarde Dollar beteiligen. Der Onlineriese investiert in die Zukunft.

SpaceX schick Satelliten ins All und will die Erde mit Internet versorgen; Rechte: SpaceX
SpaceX schick Satelliten ins All und will die Erde mit Internet versorgen


Fünf Jahre und zehn Milliarden Dollar
Nicht das erste Mal, dass Google Geld für unbescheidene Weltraumpläne ausgibt. Erst Mitte vergangenen Jahres hat Google Blog: 500 Millionen Dollar für das Satelliten-Unternehmen Skybox bezahlt, um schneller über hoch aufgelöste Satellitenaufnahmen zu verfügen. Jetzt die doppelte Summe, um bei SpaceX mitzumischen. Rund zehn Milliarden Dollar soll es kosten, die Welt per Satellit mit Internet zu versorgen. Fünf Jahre wird es laut SpaceX-Gründer Elon Musk dauern, das Ziel zu erreichen. Musk ist kein Spinner, sondern ein Macher. Der Mann hat auch das überaus erfolgreiche Elektro-Auto Tesla gebaut.

Auch Multimilliardär Richard Branson investiert gigantische Summen, um ein Satelliten-Netzwerk zur WWW: Kommunikation im All aufzubauen. Rund zwei Milliarden Dollar will Branson investieren. Doch auch Facebook will die Welt von oben mit Netzzugang versorgen. Mark Zuckerberg hat sich allerdings für Drohnen entschieden. Google wiederum schickt bei seinem WWW: Project Loon übergroße Ballons in die Stratosphäre. Es ist mächtig was los am Himmel - und alles zum Wohle der Menschheit?


Project Loon: Übergroße Ballons versorgen Landstriche mit Internet


Fünf Jahre und zehn Milliarden Dollar
Man mag sich fragen, wieso gleich mehrere Unternehmen vorhaben, völlig neue Wege zu beschreiten, um Menschen mit Internet zu versorgen. Google und Facebook erwecken in diesem Zusammenhang gerne den Eindruck, sie wollten etwas Gutes tun. Menschen mit Onlinezugang versorgen, die sonst keine Hoffnung auf Anschluss an die sich rasant verändernde Gesellschaft haben. Rund eine Milliarde Menschen sind nach wie vor nicht online. Weil sich niemand drum kümmert. Weil es zu teuer ist.

Da könnten Satelliten-Lösungen tatsächlich helfen. Aber letztlich geht es natürlich um Wachstum (= Geld verdienen). Eine Milliarde Menschen, das ist ein interessantes Wachstumspotenzial. Facebook hat gerade damit zu kämpfen, dass die Leute den Dienst weniger nutzen - jedenfalls nicht mehr so aktiv wie früher. Eine Chance für Unternehmen wie Facebook und Google, denn neue Nutzer sind neue Kunden. Sie nutzen die Onlinedienste. Schauen sich Reklame an. Bringen Umsatz. Wer im All die Nase vorn hat, könnte sie auch bei den Nutzerzahlen haben.


"Rund eine Milliarde Menschen sind nach wie vor nicht online. Weil sich niemand drum kümmert. Weil es zu teuer ist." Und weil die Betroffenen wohl grössere Probleme haben, zum Beispiel nichts zu Essen und kein Wasser. Strom dürfte auch fehlen und Tablets mit Solar lassen auf sich warten.

Realist am 21.01.15 11:36

Realist! Nicht von Sachsen Anhalt ausgehen, in Afrika hat das schlichte olle Standardhandy neue Märkte erschlossen.
Und manchen InderInnen, die noch nicht wussten, dass Indien im Weltraum rumgurkt und Flugzeugträger ordert, aber keine Toiletten baut...mit Kläranlage....könnten da auch schlauer werden...Realisten quasi.
Und Strom DARF dort nicht fehlen, gibt es ja solar für lau...wenn man es weiß

Alter Schwede am 22.01.15 23:17

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Dienstag, 20.01.2015

FOMO? - nein: JOMO!

Mittlerweile weiß ich ja gar nicht mehr, welches moderne Internet-Leiden mich am meisten plagt. Wahrscheinlich ist es mein Dasein als Blog: Cyberchonder. Oder ist es Blog: FOMO, meine Angst etwas zu verpassen, sobald der Flugmodus aktiviert ist? Oder noch ein anderes Phänomen, weshalb ich mich stundenlang in Digitalistan verliere?

Dennis Horn mit Smartphone; Rechte: WDR/Frank Dunski
Je öfter am Tag wir das Smartphone aus der Hosentasche ziehen, desto problematischer.

Forscher der Uni Bonn sagen übrigens: Blog: Es ist gar nicht so schlimm, Stunden mit seinem Smartphone zu verbringen. Schlimm ist, wie oft wir dafür den Tag unterbrechen. 17- bis 23-Jährige ziehen ihr Smartphone im Schnitt 130-mal am Tag aus der Hosentasche und schalten es ein. Geht man von 16 Wachstunden aus, unterbricht man damit alle sieben bis acht Minuten seinen Tagesablauf. Man kommt also nie wirklich dazu, einen klaren Gedanken zu Ende zu führen, weil ständig irgendetwas bimmelt.

Wer nicht abschalten kann, findet an seinem Smartphone zwar zwei einfache Funktionen dagegen: die Einstellung "lautlos" und den Aus-Knopf. Wenn ich mein Smartphone auf "lautlos" stelle, laufen aber noch immer alle Benachrichtigungen auf. Wer die neueste Version von Android installiert hat, kann außerdem nicht einmal mehr die Vibration abstellen. Und der Aus-Knopf verhindert, dass ich das Smartphone schnell in die Hand nehmen kann, wenn ich es doch einmal brauche. Was ja öfter passiert.

Unter iOS habe ich in den vergangenen Monaten die Funktion "Nicht stören" geschätzt. Mein Smartphone ist sowieso in der Regel auf "lautlos" gestellt. "Nicht stören" geht aber noch einen Schritt weiter und stellt eingehende Anrufe und Mitteilungen ganz stumm - außer, sie kommen von Kontakten, die ich als "Favorit" gespeichert habe oder solchen, die mehrfach hintereinander anrufen, weil es vielleicht dringend ist.

Offtime; Rechte: Offtime
"Offtime" sperrt für eine vorgegebene Zeit gewünschte Funktionen des Smartphones.

Unter Android schätze ich die kostenlose App WWW: "Offtime" mittlerweile sehr - weil ich mit ihr erreicht habe, das Smartphone nicht mehr dauernd in die Hand zu nehmen. Auch mit ihr lassen sich Anrufe und Mitteilungen komplett stumm schalten. Sie lässt sich aber auch gezielter einsetzen, um nur den Internetzugang oder einzelne Apps zu sperren - am besten genau die Apps, von denen man sonst nicht die Finger lassen kann. Ist "Offtime" einmal in Betrieb, gibt es kein Zurück; Anrufe für den Notfall sind aber weiter möglich.

Für Nutzer, die sich selbst nicht am Riemen reißen können, ist das eine gute Lösung. Aus FOMO, "Fear of Missing Out", wird dann vielleicht JOMO: "Joy of Missing Out".


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Es ist doch schlimm!!!
Warum reden wir hier drum herum mit FOMO und JOMO.
Wir sind süchtig danach. Da hilft nur: ausmachen...
Ende der Durchsage

asaph am 20.01.15 13:56

Hallo.

Warum sollte man bei Android noch nicht mal Vibration ausschalten können.
Ich glaube da habt ihr was nicht verstanden.
Wenn ihr Hilfe braucht einfach melden.

pr0j3ctx am 24.01.15 20:06

@pr0j3ctx: Richtig gelesen. Es gibt in der neuen Version von Android (Lollipop) bisher keine Möglichkeit, das Handy im Standardbetrieb komplett lautlos zu stellen, so dass es auch nicht mehr vibriert. Wenn du die Lösung hast, nach der alle anderen noch suchen: gern her damit.

Dennis Horn am 24.01.15 20:14

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