Donnerstag, 31.07.2014

25 Jahre Microsoft Office

Word, Excel, Powerpoint? Ich wage mal zu behaupten: Diese Programm kennt jeder, egal ob er auf Windows, Mac OS oder Linux schwört. Wer hätte nicht schon mal mit Word einen Text geschrieben oder mit Excel Zahlenkolonnen bearbeitet oder Listen erstellt? Präsentationen ohne Powerpoint? Kaum denkbar - leider! Die Programme aus dem Office-Paket von Microsoft sind zwar nicht ohne Konkurrenz - waren sie nie und sind sie auch jetzt nicht -, aber haben sich als Standard etabliert.

Selbst Konkurrenzprodukte können Word-Text, Excel-Tabellen und Powerpoint-Präsentationen öffnen und bearbeiten. An Microsoft Office geht also irgendwie kein Weg vorbei, selbst wenn man totaler Microsoft-Muffel ist. Es gibt die Software seit einer gefühlten Ewigkeit. Das Gefühl trügt nicht, denn das erste Microsoft Office wurde 1989 vorgestellt - vor genau 25 Jahren.

Diskttenstapel; Rechte: WDR/Jörg Schieb
Mühsame Installation: Das erste Office musste von Disketten installiert werden


Zuerst auf Diskette - heute in der Cloud
Kaum zu glauben. Am 1. August 1989 hat Microsoft zum ersten Mal Word, Excel und Powerpoint zu einem Paket geschnürt und verkauft. Zunächst für den Apple Macintosh. Rund 850 Dollar musste man dafür hinblättern, 630 Euro. Das war aber immer noch günstiger, als alle Programme einzeln zu kaufen, das hätte nämlich 1.000 Dollar gekostet (750 Euro). Privatleute haben sich Office damals nicht gekauft. Im Büro wurde Microsoft Office allerdings fast überall benutzt. Deshalb war Office lange Zeit die Cash-Cow von Microsoft. Damit hat das Unternehmen das meiste Geld gemacht - und Bill Gates konnte der reichste Mann der Welt werden.

Ich benutze Microsoft Office, seitdem es Office gibt. Einzelne Programme wie Word sogar noch länger. Denn mit der Markteinführung von Microsoft Office im Jahr 1989 wurden Word, Excel und Powerpoint nicht erfunden - die gibt es teilweise schon deutlich länger. Microsoft hat die Programme nur zu einem Paket geschnürt. Word habe ich schon unter MS-DOS benutzt, also noch ohne Icons und solche Späße. Damals gab es jede Menge Alternativen, WordStar zum Beispiel, aber auch Wordperfect und einige andere Textprogramme. Ich habe sie alle ausprobiert. Lange Zeit hat mit WordStar am besten gefallen, dann aber irgendwann Word. Wegen der einfacheren Bedienbarkeit.

Bill
Bill Gates stellt 1995 Office 95 auf der Comdex vor


Zuerst auf Diskette - heute in der Cloud
Wer wie ich tagein, tagaus Artikel und sogar Bücher schreibt, die 1000 Seiten und mehr Umfang haben, der ist auf eine effektive Textverarbeitung angewiesen. Word hatte immer ein paar Funktionen mehr zu bieten und ist auch mit umfangreichen Dokumenten klargekommen. Die anderen Programme in Office habe ich nie so richtig gebraucht. Klar, Excel noch, um Kalkulationen durchzuführen - aber ein Freund von Powerpoint war ich nie. Auch nicht von Powerpoint-Präsentationen. Bis heute nicht.

Richtig nervig war aber eigentlich nur Clippy. Alle, die schon länger am PC arbeiten, erinnern sich: Zwischen 1997 und 2003 waren die Programme im Office-Paket mit einem sogenannten "Assistenten" ausgestattet. Die interaktive Büroklammer Clippy hatte immer einen Tipp auf Lager: Wenn Du dies machen willst, dann erreichst Du das so schneller. Nervig deswegen, weil Clippy immer von der Innenseite gegen die Mattscheibe geklopf hat - und das war auch zu höreb. "Tick, tick, tick!" Wieder hatte Clippy irgend etwas zu melden.


Hat uns einige Jahre in Office genervt: Clippy


War Standard - und bleibt es auch
2003 hat sich Microsoft von Clippy getrennt. Was für eine Erleichterung! Mittlerweile kann man Office nicht nur kaufen, sondern auch mieten. Für ein paar Euro im Monat gibt es Office 365 - und Speicherplatz in der Cloud. Das hat zwar den Vorteil, dass man mehrere Geräte benutzen und immer auf seine Daten zugreifen kann. Außerdem ist die Software immer auf dem neuesten Stand, so ist das halt in der Cloud. Andererseits haben viele Magenschmerzen bei dem Gedanken, Programme und Daten einem amerikanischen Onlinedienst anzuvertrauen. Viele Unternehmen laufen vor Office 365 panisch davon - kein Wunder, bedenkt man, was die NSA alles ausspioniert.

Doch Konkurrenz bekommt Microsoft Office derzeit in erster Linie aus dem Netz. Von Google zum Beispiel. Ein Standard ist Microsoft Office aber nach wie vor - ob es einem nun gefällt oder nicht. Und manchmal sind Standards auch gar nicht verkehrt. Da fühlt man sich zu Hause, weil sich alles vertraut anfühlt. Und das jetzt schon seit 25 Jahren.


Ach je-von MS zu Google?Eine Krake gegen die andere austauschen?Welch eine "Verbesserung".Gerade erst hat ein US Gericht entschieden das US Unternehmen US Behoerden Zugriff auch auf server ausserhalb der USA(hier EU\Irland)Zugriff geben muessen!Im uebrigen kann sich jeder mit"OpenCloud"seine eigene"Cloud"erstellen und dies ohne den Zugriff von NSA!Btw. In der Aufzaehlung vermisse ich noch glatt "StarOffice"aus DE.Mittlerweile als OpenOffice oder LibreOffice.Beide suiten sind mehr als genug fuer Private Anwender.Sollten eigendlich auch fuer einen Journalisten gut genug sein ;) Soll "sogar"schon Firmen geben,die damit Arbeiten-produktiv. ;)

Robin am 1.08.14 11:08

In einem irrt der Artikel: "Karl Klammer" - so hiess die Büroklammer, die immer von innen an den Bildschirm geklopft hat auf Deutsch, war bei vielen äußerst beliebt und wurde (bei Nichtinstallation) vermißt und nachgefragt!

Jupps Hund am 1.08.14 18:22

Ach ja,"die Klammer"-die liess sich auch ganz einfach abstellen.Aber wer damit schon ueberfordert ist-der bleibt halt auch bei MS Office... ;)

Robin am 1.08.14 20:34

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag 25 Jahre Microsoft Office

Zum Anfang dieses Eintrags

Donnerstag, 31.07.2014

Hashtag-Phänomene, auf die man verzichten könnte.... NICHT!


#Aufschrei, #Neuland, #GERARG - um Himmelswillen, was würden wir ohne Hashtags tun? Wie haben wir unseren Tweets, Postings und Instagrambildern früher nur Nachdruck verliehen, als es sie noch nicht gab, die Hashtags.
Ach ja, richtig: Die gibt es ja schon seit Rechtsanwalt, Blogger und Netz-Aktivist Chris Messina im Jahr 2007 vorschlug, die Raute zur Verschlagwortung von Begriffen auf Twitter einzuführen.

In den sieben Jahren seines „Lebens" in der sozialen Welt hat es das Hashtag (ja, ein Neutrum) weit gebracht. Die Grenze zwischen seiner Existenz in den sozialen Medien und dem realen Leben ist längst überschritten. Gesellschaftliche Großereignisse (fifa2014) finden quasi kaum noch ohne Hashtags statt. Bei Fernsehsendungen (#Tatort) ebenfalls sehr beliebt, lässt es sich herrlich mit jedermann über Schreckensmomente und Kuriositäten zwitschern.

Hashtags, die auf Twitter, Instagram und auch Facebook regelrechte Wellen auslösen, und bei deren Gebrauch die Grenze zwischen digitaler und realer Welt verschwimmen, widme ich heute dieses kleine „Who-is-Who".

Besonders beliebt innerhalb der Foto- und Video-Sharing App Instagram sind die folgenden Hashtag-Evergreens:

#FromWhereIStand
Habt ihr euch schon mal gefragt, warum Menschen ihre Füße und das was drum herum zu sehen ist, fotografieren? Ein klarer Fall von: #FromWhereIStand

fromwhereistand.png

1.023.783 Bilder findet man (Stand heute, es werden sekündlich mehr) auf Instagram zu diesem Hashtag, das zeigen soll, was es Aufregendes zu sehen gibt - dort, wo wir gerade stehen. Wieso, weshalb, warum man das braucht? Na, ist doch total interessant, wo Menschen so herumstehen: in der U-Bahn mit lecker-klebrigem Kaugummi auf dem Boden, im Park, im See... Nein, aber jetzt mal ehrlich: Für einrichtungs- und modeaffine Menschen macht dieses Hashtag tatsächlich Sinn, um den tollen Parkettboden, oder die neusten Sneaker zu präsentieren.

Stichwort Mode - dazu zählt dann auch folgendes Hashtag: #ootd. Da sollte sich keiner schämen, erst einmal die Suchmaschinen des Vertrauens zu konsultieren, zwecks Bedeutung dieser Buchstabenfolge. #ootd ist die Abkürzung für #OutfitOfTheDay und bündelt unter sich genau das: die Kleiderwahl! Wen das interessiert? Eine ganze Menge Menschen, die auf Instagram Personen nur aus dem Grund folgen, um zu sehen, was sie täglich aus ihrem Kleiderschrank ziehen.

Das Hashtag-Karussell dreht sich weiter und beschert uns ein wahrhaft kurioses Phänomen: Die #thighgap (nicht zu verwechseln mit #hotdogsorhotlegs, da ging es zwar auch um Beine, aber die sind hier nicht gemeint). Die #thighgap bezeichnet eine Lücke zwischen den weiblichen Oberschenkeln. Diese ominöse „Gap" - die, unabhängig von Magerwahn, entweder anatomisch vorhanden ist, oder eben nicht - löste eine derartige Kontroverse aus, dass sich Instagram redlich bemühte, den Hashtag #thighgap zu verbannen. Unter #thighgaps finden sich allerdings noch genügend dünne Beinchen.

Dagegen hält das Hashtag #YouDidNotEatThat. Von zahlreichen Blogs wurde das Phänomen dankbar aufgenommen, um zu konstatieren, dass die ganzen Fashion-Sternchen, die sich mit köstlichem Essen fotografieren, dieses in Anbetracht ihrer Figur wohl kaum gegessen haben. Mittlerweile verfügt der beliebte Hashtag sogar über einen eigenen Instagram-Account und bündelt #YouDidNotEatThat-Bilder.

Erwähnte ich schon, dass es durchaus skurrile Hashtags gibt, die großen Anklang finden? Inwieweit #Riccing uns weiterbringt, wird sich mir wohl nicht mehr erschließen. Es sei denn, ein Einbrecher stürmt die Wohnung und man schafft es, dank ausgeklügelter #Riccing-Praxis, sich in eine Truhe zu zwängen. Aber mal von vorne: #Riccing wurde von der Schauspielerin Christina Ricci ins „Netz" gerufen, die mit ihren 1,55 Metern Körpergröße beweisen wollte, dass sie überall reinpasst. Kühlschränke, Schubladen, Körbe, Truhen - die Netzgemeinde macht es nach. Da wäre doch mal der Hashtag #OhneSinnUndVerstand angebracht, oder?

Sehr viel sinnvoller ist da das Hashtag #BringBackOurGirls und #BringTheChildrenHome. Anlass war die Entführung von 200 nigerianischen Mädchen im April 2014 durch Milizionäre der terroristischen Gruppe Boko Haram. Prominente und Betroffene riefen zur Solidarität auf. So auch WWW: Das Erste

daserste_bringbackourgirls.png

Befreien wollte sich auch Katie Notopoulos und zwar von Männern, die ihr auf die Nerven gingen - auf Twitter. Mit #UnFollowAMan hat sie eine Bewegung ins Leben gerufen, der ich höchstens mit einem lachenden und einem weinenden Auge nachkommen könnte. Alle männlichen Follower entfolgen? Das könnte ich nicht, der Dennis Horn, der würde mir auf Twitter schon irgendwie fehlen ;-) Aber Katie hat teilweise schon recht, wenn sie sagt: "Well, your tweets made me want to run into the server room at Twitter HQ and rip out every cord" Wer Tipps von der Profi-Entfolgerin möchte, bekommt diese detailliert über ihren Twitteraccount @katienotopoulos.

Bei all diesen Hashtag-Phänomenen scheiden sich wohl die Geister. Aber eins steht doch fest: Ohne sie wäre das Social Web ein Stück weit langweiliger...

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Hashtag-Phänomene, auf die man verzichten könnte.... NICHT!

Zum Anfang dieses Eintrags

Donnerstag, 31.07.2014

So hat man in den 80ern Computer gehackt

Manchmal tut es gut, zu wissen, wie weit wir gekommen sind. Wie realistisch es in Serien und Filmen zugeht, wenn Hacker am Werk sind. Das sah in den 80er-Jahren anders aus. Feuer frei für die schlimmsten Hackerszenen aus dem Kino!

Das Video stammt von den Machern des Popblogs "It goes to 11", die auch schon WWW: einen Supercut großartiger T-Shirts aus Filmen veröffentlicht haben.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag So hat man in den 80ern Computer gehackt

Zum Anfang dieses Eintrags

 
 

August 2014

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/