Donnerstag, 29.01.2015

Nintendo will Gameprofis abkassieren

Gronkh, Simon Unge und andere sind bekannt dafür, dass sie auf Youtube oder Twitch zeigen, wie sie angesagte Spiele spielen. Sie zocken populäre Games und kommentieren das Spielgeschehen und ihre Strategien. Das lockt Tausende von Zuschauern an, denn es macht Spaß, erfahrenen Gamern über die Schulter zu schauen. Blog: twitch.tv ist ein Onlineangebot, wo es um nichts anderes geht.

Let's Player - so nennen sich die Leute, die sich beim Spielen und Zocken drehen und die Videos online herzeigen. Und die - das muss der Vollständigkeit halber auch gesagt werden - damit ordentlich Geld verdienen. Viele Let's-Play-Zocker sind regelrechte Stars, die ein Vermögen verdienen.

Nintendo hat viele bekannte Figuren; Rechte: Nintendo
Nintendo hat viele bekannte Figuren


Abgreifen der Werbeeinnahmen
Jetzt will Nintendo ein ordentliches Stück vom Kuchen abhaben. Youtuber, die ein Let's-Play-Video online stellen, in denen es sich in erster Linie um Spiele wie Mario, Zelda oder Kirby von Nintendo dreht, sollen Nintendo künftig an den Werbeeinnahmen auf Youtube beteiligen. Dazu hat WWW: Nintendo eigens ein Creator Programm gestartet. Das Unternehmen will 30 bis 40 Prozent der über Werbung erzielten Umsätze haben. Ohne etwas dafür zu tun. Allein, dass die Spieler die Spiele von Nintendo nutzen, soll den alles andere als bescheidenen Obolus rechtfertigen.

Für Insider kommt der Vorstoß keineswegs überraschend, denn Nintendo hat schon mehrfach versucht, mit dieser WWW: Methode Geld zu verdienen. Nintendo wollte vergangenes Jahr sogar Youtube-Videos sperren (lassen), in denen Spiele aus dem Hause Nintendo zu sehen sind. Nach Protesten war Nintendo dann zurückgerudert. Jetzt versucht es der japanische Konzern erneut und meint es offensichtlich ernst. Außerdem sollen nicht die Spieler Nintendo bezahlen, es soll sogar umgekehrt laufen: Nintendo kassiert erst mal das Geld von Youtube - und zahlt später dann an den Gamer aus.


Solche Videos wird es künftiger wohl seltener geben


Die Rechnung wird nicht aufgehen
Darauf wird sich kein Gamer mit Rang und Namen einlassen, so viel ist sicher. Auch wenn Nintendo keineswegs bei allen Spielen kassieren will (WWW: hier eine Liste der Titel): Wenn Nintendo wirklich ernst macht, werden die Let's-Play-Profis künftig einfach einen großen Bogen um Nintendo-Spiele machen. Ich kann das sogar verstehen: Man sieht zwar Figuren über den Bildschirm zuckeln, an denen Nintendo die Urheberrechte hat. Doch die eigentliche Leistung ist das Kommentierende, das Spielgeschehen.

Wenn Nintendo hier Geld verlangt, wäre das so, als ob der Hersteller des Fußballs Geld dafür haben will, wenn damit eine WM bestritten wird. Oder der Hersteller des Rollrasens. Oder der Hersteller der Kreide, mit denen die Markierungen gezogen werden. Die Gameplays auf Youtube und Co. sind im Gegenteil exzellente Werbung für die Spiele. Die meisten Hersteller sind heilfroh, wenn die Gamer die Titel zocken und ins Netz stellen. Je früher und je mehr, um so besser. Nur Nintendo hat da eine andere Sicht.

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Nintendo will Gameprofis abkassieren

Zum Anfang dieses Eintrags

Mittwoch, 28.01.2015

Twitter macht seine Videos länger

Die Generation Youtube ist Videos gewöhnt. Darum setzen alle Onlinedienste verstärkt aufs Bewegtbild. Viel braucht man schließlich nicht, um ein Video zu drehen und später online zu stellen: Jedes Smartphone fungiert heute auch als Videokamera. Selbst Schneiden, Nachvertonen und Optimieren der Bilder ist auf den Mobilgeräten kein Problem.

Entsprechend viele Videos landen im Netz, egal ob bei Youtube, Instagram, Twitter oder wo auch immer. Was Twitter allerdings stört: Allzu oft verlinken Twitter-User auf Youtube. Also zur Konkurrenz. Deshalb hat Twitter seine Videofunktion nun ausgebaut. Ab sofort lassen sich bis zu 30 Sekunden lange Videos in Tweets integrieren. Die iOS-App kann es schon, die Android-App soll es sehr bald auch können.

Neue Twitter-App: Videos drehen und im Mobilgerät bearbeiten; Rechte: Twitter
Neue Twitter-App: Videos drehen und im Mobilgerät bearbeiten


Quadratische 30 Sekunden
Die neue WWW: Video-Funktion in Twitter ist nativ, also direkt in den Dienst integriert. Man kann die Videos direkt zu Twitter hochladen (die Apps für iPhone und Android wurden entsprechend erweitert), braucht also keine Links und auch keine zusätzliche App wie bei Blog: Vine. Und während bei Vine (das auch zu Twitter gehört) die Videos maximal 6 Sekunden lang sein dürfen, gewährt Twitter uns bei den neuen Videos bis zu 30 Sekunden Zeit. Allerdings sind auch die neuen Twitter-Videos quadratisch - warum auch immer.

Die Videos erscheinen direkt in der Web oder auf der Webseite, sind fest integriert. Pluspunkt: Die Videos starten nicht von alleine, also automatisch, sondern erst, nachdem man sie angeklickt hat. Die Bildqualität scheint etwas besser zu sein als bei Instagram-Videos. HD-Qualität ist es allerdings auch bei Twitter nicht - man will wohl die Bandbreiten schonen, schließlich wird Twitter vor allem auf Mobilgeräten genutzt. Wieso es auch bei der neuen Twitter-Funktion quadratische Videos sein müssen, ist mir allerdings ein Rätsel. Ich persönlich bin kein Freund davon.


Twitter sucht händeringend nach Durchbruch


Quadratische 30 Sekunden
WWW: Gruppen-Chats hat Twitter heute auch noch eingeführt. Twitter will nichts verpassen, alles anbieten, was andere auch können. Der Durchbruch will dem Dienst aber dennoch nicht gelingen, schon gar nicht hier bei uns in Deutschland. 30 Sekunden lange Videos sind ein erneuter Versuch, die Bedürfnisse der User zu bedienen und sie nicht ständig an andere Dienste zu verlieren. Das ist verständlich, wirkt aber trotzdem mitunter etwas hilflos. Wirtschaftlicher Erfolg will sich bei Twitter jedoch ARD: immer noch nicht einstellen, während Apple, Microsoft, Google und sogar Yahoo ordentlich Kasse machen.

Videos nahtlos in Tweets zu integrieren scheint mir ein konsequenter Schritt zu sein. Die Aufgabe ist auch gut gelöst, macht einen guten Eindruck. Allerdings wird sie Twitter nicht den nötigen Schub geben, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Denn Geld verdienen lässt sich auf diese Weise nicht. Ich wüsste zumindest nicht, wie.




Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Twitter macht seine Videos länger

Zum Anfang dieses Eintrags

Dienstag, 27.01.2015

Trojaner "Regin" vermutlich von NSA entwickelt

Ich bin mal gespannt, wie die Bundesregierung die jüngsten Erkenntnisse von IT-Experten herunterspielen will. Denn es scheint einen erneuten Fall von Cyber-Spionage in Deutschland gegeben zu haben. Anscheinend wurde ein von der NSA entwickelter Trojaner eingesetzt, um EU-Mitglieder und Mitarbeiter des Europareferats im Bundeskanzleramt auszuspionieren. Eine Cyberwaffe, die gezielt und konkret gegen befreundete Staaten eingesetzt wird - wie will man das erklären?

Spätestens seit Blog: Edward Snowdens Enthüllungen ist bekannt, dass die NSA gemeinsam mit ihren befreundeten Geheimdiensten in Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland andere Staaten ausspionieren und Daten im großen Stil einsammeln. Moralische Bedenken scheint es keine zu geben. Zum Einsatz kommen dabei offenbar auch Trojaner.

obama.png
Yes, we scan: Was technisch geht, das wird auch gemacht


QWERTY steckt in Regin
Auf IT-Sicherheit spezialisierte Fachleute haben von Journalisten einen "QWERTY" getauften Programmcode erhalten, der aus den umfangreichen Dokumenten von Whistleblower Edward Snowden stammt und von der NSA entwickelt wurde. Weil der Programmcode teilweise im Klartext vorliegt, konnten sich die IT-Experten auf die Suche begeben, ob irgendein bekannter Wurm oder Trojaner diesen Code enthält oder benutzt. Und siehe da: Die Fachleute sind fündig geworden. Ein offiziell als gefährliche Cyberwaffe eingestufter, gefährlicher und aggressiver Trojaner namens "Regin" (WWW: hier mehr Infos) enthält diesen Programmcode. Das haben die WWW: Experten hier minutiös belegt.

Die russische IT-Sicherheitsfirma Kasperky und auch die amerikanische Firma Symantec kennen den Trojaner seit zehn Jahren. Bislang war der Urheber unbekannt. Jetzt weiß man mit großer Wahrscheinlichkeit, dass die NSA dahinter steckt. Laut den Experten bei Kaspersky wurde Regin bereits gegen Ziele in 14 Ländern eingesetzt, darunter auch in Deutschland und Belgien. Regin wurde bislang vor allem gegen Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, Energie und Verkehr eingesetzt. Regin sei die gefährlichste Cyberwaffe seit Stuxnet, sagen die Experten. Wir erinnern uns: Stuxnet wurde mit großem Aufwand entwickelt, um ganz gezielt die Atomanlagen im Iran zu infiltrieren und zu stören.

Konkreter Vergleich des Programmcodes; Rechte: securelist.com
Konkreter Vergleich des Programmcodes


NSA schnüffelt auch ungeniert Freunde aus
Eine Unterscheidung zwischen Freund und Feind findet bei der NSA offensichtlich nicht statt. Die NSA betreibt einen riesigen Aufwand, um hochgradig gefährliche, aber auch effektive Trojaner zu entwickeln. Trojaner, die schwierig zu entdecken sind und leise ihren Dienst verrichten. Regin ist ein Keylogger. Eine Software, die Tastatureingaben aufzeichnet, speichert und an den Auftraggeber verrät. Das Programm spioniert ganz gezielt. Die NSA erfährt so Login-Daten und Passwörter und kann auf diese Weise E-Mails lesen, Onlinedienste knacken oder Server manipulieren. Und das offenbar auch in befreundeten Staaten. Regin wurde zum Beispiel beim belgischen Kommunikationsunternehmen Belgacon eingesetzt, um die EU auszuspionieren. Auch einer Mitarbeiterin des Europareferats im Kanzleramt soll der Trojaner gezielt untergejubelt worden sein.


Das Schlimmste an all der Schnüffelei: Sie ist inzwischen akzeptiert. Die Diskussion ist versickert. Die Schnüffelei geht einfach weiter. Früher waren Spione die Verbrecher. Heute gilt als Verbrecher, wer die Spionage aufdeckt. Verkehrte Welt!

Bertram in Mainz am 29.01.15 23:08

Schon ulkig-gegen und fuer Unfug gehen Haufenweise Leute auf die Strasse und die Politik ruehrt sich ansatzweise(Pegidia).Aber gegen den endgueltigen Verlust von Demokratie und Rechtsstaat ruehrt sich noch nicht einmal ein laues Lueftchen?Nur noch Schafe in diesem Land?

Nun ja am 30.01.15 15:21

Kommentieren



Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.


Angaben speichern (Cookie)?


Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage:


Trackbacks zum Eintrag Trojaner "Regin" vermutlich von NSA entwickelt

Zum Anfang dieses Eintrags

 
 

März 2015

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31

Über das Blog

Digitalistan: Heimatkundliches aus dem Land der Einsen und Nullen

Suche im Blog

Aktuelle Einträge

Autoren

Blogregeln und Glossar

Newsreader-Feeds (XML/RSS)


Permanente URL dieser Seite: http://wdrblog.de/digitalistan/