Sonntag, 26.10.2014

Vorsicht, Wanze im Handy

Die meisten von uns haben ihr Smartphone heute immer mit dabei, sie vertrauen dem Hightech-Gerät wie selbstverständlich jede Menge sensibler Daten an: Kontakte, Termine, Chats, E-Mails, Fotos und vieles andere mehr. Es gibt also eine Menge guter Gründe, auf sein Smartphone gut aufzupassen, denn wer möchte schon all seine Geheimnisse teilen?

Die in den Smartphones gespeicherten Daten sind tatsächlich sehr begehrt. Geheimdienste zapfen unsere Smartphones an und bedienen sich ungeniert in der Cloud. Onlinedienste verwerten unsere Daten zu Marketingzwecken. Hacker und Datendiebe nutzen jedes Sicherheitsleck aus, das sich bietet, um sich einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Es gibt viele mögliche Bedrohungen.

Homepage Mspy; Rechte: mspy.com
Schnüffel-Apps wie Mspy spionieren alles aus


Wenn der Freund zum Späher wird
Als wäre das alles noch nicht genug, werden einigen von uns mitunter auch noch gezielt Wanzen-Apps untergejubelt. Das sind Miniprogramme, die, einmal auf dem Smartphone installiert, alles Mögliche auskundschaften - unbemerkt, versteht sich. Die Wanzen-Apps verraten einem Dritten vertrauliche Date: Aufenthaltsort samt Bewegungsprofil, Kontakte, Anruflisten, Chat-Inhalte, E-Mails, Fotos, Videos - lässt sich alles aus der Ferne ausschnüffeln. Ist so eine Wanzen-App erst mal installiert, kann man von jedem Computer oder Tablet aus in das Smartphone hinein schauen, so als hielte man es in der Hand.

Typisches Szenario: Ein eifersüchtiger Mensch möchte seine Partnerin/seinen Partner ausschnüffeln. Wo hält er sich auf, mit wem chattet er oder sie? Oder ein misstrauischer Arbeitsgeber will in Erfahrung bringen, was seine Arbeitnehmer so machen. Dann könnten Wanzen-Apps zum Einsatz kommen. Man kann solche Apps kaufen. Sie kosten ein Vermögen. Die Macher nutzen die Neugierde ihrer potenziellen Kunden voll aus. Eine der populärsten Wanzen-Apps kostet mindestens 30 EUR im Monat(!). Wer alle Funktionen der Schnüffel-Software nutzen möchte, muss für die Premium-Edtition sogar 50 Euro im Monat hinblättern. Wirklich im Monat! Eine Menge Geld für eine Software, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Schnüffeln aus der Ferne
Anruflisten, Kontakte, Chats, E-Mails, Aufenthaltsort - nichts bleibt verborgen


Wenn der Freund zum Späher wird
Denn selbstverständlich ist der Einsatz solcher Überwachungs-Apps bei uns verboten, zumindest wenn der Betroffene davon nichts weiß - was aber die Regel sein dürfte, anderenfalls gäbe es solche Programme nicht. Der einzige möglicherweise überhaupt zu rechtfertigende Einsatz ist der zur Kontrolle der eigenen Kinder, schließlich ist man nicht nur erziehungsberechtigt, sondern hat auch eine Aufsichtspflicht. Mit solchen Wanzen-Apps aber seinen Partner oder seine Mitarbeiter zu überwachen, ist nicht nur verboten, sondern auch ein moralisches Nogo.

Trotzdem gibt es solche Apps. Man bekommt sie nicht im App-Store, sondern muss sie beim Anbieter runterladen. Und: Wer jemanden überwachen will, muss sich das Handy des Opfers schnappen und die App dort in einem unbeobachteten Moment installieren. Die App befindet sich im Tarnkappen-Modus und ist kaum zu entdecken. Wer so etwas macht, der bringt reichlich kriminelle Energie mit und disqualifiziert sich als Mensch. Die App-Anbieter behaupten sogar, dass man die Wanzen-Apps auf iPhones nutzen kann. Was aber Quatsch ist. Im Kleingedruckten liest man, meist nach dem Bezahlen, dass dafür ein iPhone mit Jailbreak nötig ist. So was hat heute kaum noch jemand.

Mir ist es offen gestanden ein Rätsel, wieso solche Apps im deutschsprachigen Raum überhaupt verkauft werden dürfen. Es müsste streng verboten sein. Jeder einzelne Verkauf einer solchen App müsste drakonische Strafen nach sich ziehen. Das Anbieten, Vertreiben und natürlich auch Einsetzen solcher Apps sollte wirklich streng bestraft werden. Dieses Laissez-faire, das Anbieter von einem solchen Unrat nicht nur ungeschoren davon kommen lässt, sondern sie auch noch mit einer vollen Ladenkasse belohnt, ist ein Skandal.

Nur weil das Ding ein de hinter dem com hat wird das noch lange nicht AUS de verkauft!Der server sitzt in F(Paris).Der"Verantwortliche"in Lu und auch einer in Roubaix.WER da TATSAECHLICH dahinter steckt und in welchem Land der lebt,bleibt die Frage.

Oh je am 26.10.14 15:38

Was regen Sie sich denn hier so über diese Schnüffel-Apps auf? Google, Apple & Co. machen doch kaum etwas anderes - und werden hier oft genug (auch von Ihnen) beworben.

Julian am 26.10.14 21:30

Was spielt es denn noch fuer eine Rolle wenn es extra"Schnueffel apps"gibt-es reicht bereits die mit Hintertueren versehene Hardware und die "normalen apps".Dann noch unbedingt auf facebook,twitter und sonstigen spionage pages gemeldet,bei google die mails empfangen,"nackichte selfies"in clauts speichern usw.-mehr "nakich machen"geht doch schon gar nicht mehr!

Schtuemmt am 27.10.14 7:38

Nee, iss' klar. Die Apps wären ja auch völlig unnötig, wenn man bei BND und NSA die globalen Datensammlungen einsehen dürfte. Wen interessiert noch, ob irgendwer irgendwelche vereinzelten Handys ausspäht? Außerdem - der Investor ist unantastbar.

LoGo am 27.10.14 12:49

Diese Art von Artikel finde ich schon 'etwas' verlogen! Da wird uns wöchentlich die schöne bunte Welt des Internets in der AKS propagiert und dann: ACHTUNG, dein Freund bespitzelt dich!

Muss man heute eigentlich 'schizo' sein, um nicht ver-rückt zu sein ...

Aber das Thema 'Bespitzelungs-Partner' ist ein alter Hut - aber seit Snoden immer wieder für einen Artikel 'gut' ... in der Digi-Welt ...

Nur kann heute jeder Dummkopf perfide Technik nutzen!

Und so etwas wird uns dann als Fortschitt verkauft! Fragt sich nur wohin!

Und wo steht, WIE ich solche Maleware als technisch interessierter auf meinem Handy finden kann! Dann wäre der Artikel auch rund! Bloße Empörung ist zuwenig - auch als Journalist!

Schwadralla am 28.10.14 14:08

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Freitag, 24.10.2014

Verschlüsselte Nachrichten verschicken

Wer sicher Nachrichten austauschen möchte, muss seine Mails verschlüsseln oder einen Dienst wie WWW: Burn-Notice verwenden. Der kostenlose, englischsprachige Onlinedienst verschlüsselt Textnachrichten mit einem sicheren Algorithmus. So sollen weder der Seitenbetreiber noch unbefugte Dritte den Inhalt lesen können. Gerade für sensible Informationen wie Kreditkartennummern, PIN-Codes oder Passwörter ist dieses Verfahren gedacht.

Apropos Passwörter: Damit der Empfänger die Nachricht lesen kann, muss er die Antwort auf eine Frage geben, die im Idealfall nur er und der Absender kennen. Technisch gesehen handelt es sich zwar um eine klassische Passwortlösung. Doch muss das Passwort dafür nicht erst weitergegeben werden - was wiederum unsicher sein könnte. Stattdessen beantwortet der Empfänger die Frage und erhält Zugriff auf den Text. Zudem darf der Absender bestimmen, wann der Anbieter die verschlüsselte Nachricht wieder von seinen Servern löscht. Das geschieht nach Angaben des Betreibers entweder sofort nach dem Lesen, nach einer festgelegten Anzahl von Tagen oder nachdem die Nachricht x-mal geöffnet wurde. Das verschafft zusätzliche Sicherheit.

burnnotice.png
Über den Onlinedienst lassen sich verschlüsselte Nachrichten verschicken

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Freitag, 24.10.2014

Anders chatten mit Rooms und Flows

Weil es sich wohl mittlerweile herumgesprochen hat, dass soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ jede Menge Daten sammeln und auch ansonsten nicht sonderlich diskret sind, werden Chats immer beliebter. Facebook versucht, davon zu profitieren: Seit einer Weile gibt es den Facebook Messenger als separate App, auch wenn den Blog: viele nicht mögen. Das hat Facebook nicht davon abgehalten, eine weitere neue Chat-App vorzustellen: WWW: Rooms bietet die Möglichkeit für anonyme Chats. Hier kann jeder unter einem Pseudonym einen Chat-Raum anlegen, andere einladen und dann unbeobachtet chatten und plaudern.

Facebook Rooms; Rechte: Facebook/WDR
Facebook Rooms: Anonyme Chat-Räume möglich


Chatten liegt voll im Trend
Facebook Rooms bedeutet einen Paradigmenwechsel in Mark Zuckerbergs Unternehmen. Denn bislang war Facebook daran gelegen, dass die User möglichst viel online direkt bei Facebook machen - damit viele Daten anfallen. Und vor allem war es Facebook immer wichtig, dass sich die User mit Klarnamen anmelden. Das ist bei Facebook Rooms nun nicht mehr nötig: Hier kann sich jeder mit einem vom Facebook-Konto völlig unabhängigen Pseudonym anmelden und den Dienst nutzen.

Damit will Facebool zweifellos dem Trend zu diskreteren Chat-Diensten Rechnung tragen. Die vielen Blog: Alternativen wie Whatsapp wie Threema werden immer beliebter. Aber auch die Art und Weise des Chats ändert sich, die technischen Hintergründe. Mit Firechat gibt es eine App, die ohne WLAN oder Mobilfunknetz auskommt. Die Smartphones vernetzen sich über Bluetooth oder Peer-to-Peer-WLAN. Man kann mit Leuten chatten, die sich in Reichweite des Funknetzwerks befinden. Deshalb erfreut sich Blog: Firechat bei Demonstranten in Hongkong so großer Beliebtheit.

Flows App; Rechte: Flows
Flows App: Chatten ohne Internet - über Bluetooth oder P2P-WLAN


Flows: Chatten ohne WLAN oder GSM
Der Gedanke des Chattens ohne Internet setzt sich weiter durch. Wer Firechat verwendet, braucht keinen Onlinezugang, um sich mit anderen auszutauschen. Alle, die sich in Funkreichweite befinden, können angesprochen werden - und dank der Peer-to-Peer-Funktion sogar Leute, die sich nicht in der eigenen Funkreichweite aufhalten, aber Mitglied des kleinen Sub-Netzwerks sind. Das funktioniert hervorragend - und mit WWW: Flows gibt es jetzt eine weitere App, die genau nach diesem Konzept funktioniert.

Im Augenblick ist Flows für iPhone und iPad zu haben, doch es sind auch Versionen für andere Betriebssysteme im Planung. Auch bei Flows ist nur ein Nutzername erforderlich, um zu chatten - keine Registrierung. Da die Chats nicht übers Internet abgewickelt werden, kann niemand die Chats belauschen, speichern oder auswerten. Diskreter geht's nicht. Außerdem funktionieren Apps wie Firechat oder Flaws in der U-Bahn oder im Flugzeug. Das macht diese Art der Kommunikation reizvoll - und immer populärer.

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