Mittwoch, 08.07.2015

Minicomputer zum Aufstecken

Intel kennen wir als Hersteller von CPUs. Ohne CPU kann kein Rechner rechnen, er kann keine Texte verarbeiten, keine Spiele präsentieren, keine Webseiten anzeigen, keine Musik abspielen. Die CPU ist das Herz und das Hirn eines jeden Computers. Doch im Augenblick erregt Intel mit etwas anderem Aufmerksamkeit: Der WWW: Compute-Stick ist eine Art Mini-PC, den man auf jede HDMI-Buchse stecken kann. Auf diese Weise bekommt man einen unabhängigen Minirechner, den man zum Beispiel auf einen Fernseher stöpseln kann und der per HDMI mit Strom versorgt wird. Ein Monitor ist überflüssig, da der Bildschirminhalt gleich auf dem Fernseher angezeigt wird.

Compute Stick; Rechte: Intel

Jetzt auch mit Ubuntu
Das Prinzip ist dasselbe wie bei Blog: Chromecast oder dem HDMI-Stick FireTV von Amazon. Auch hier werden Minirechner auf die HDMI-Buchse gesteckt. In diesem Fall Minirechner, die Inhalte aus dem Netz holen und darstellen, etwa YouTube-Videos, Webseiten oder Inhalte aus Mediatheken oder Video-On-Demand-Angeboten. Die Compute-Sticks von Intel sind frei programmierbar. Jeder kann sich seine eigene Lösung basteln, kann am Fernseher einen Computer benutzen.

Jetzt bringt Intel einen solchen Stick mit dem freien Betriebssystem Ubuntu 14.04 LTS auf den Markt. 130 Euro soll der Stick kosten. Auf dem Stick sind 1 GB RAM und 8 GB Flash-Speicher (quasi als Festplatte). Damit kann man keine großen Sachen machen, aber kleinere Aufgaben lassen sich damit durchaus bewältigen. Es gibt auch Sticks mit vorinstalliertem Windows 8.1. Die kosten mit rund 150 Euro etwas mehr, bieten aber mit 2 GB RAM und 32 GB Flash-Speicher auch mehr Speicherplatz (den man bei Windows allerdings auch dringend braucht). Später soll man auch Windows 10 darauf installieren können.

Auch der deutsche Hersteller i.ionik baut HDMI-Sticks; Rechte: i.onik
Auch der deutsche Hersteller i.ionik baut HDMI-Sticks


Verschiedene Hersteller machen mit
Es gibt solche HDMI-Sticks aber nicht nur von Intel, sondern auch von der deutschen Firma i.ionik oder von Lenovo. Sie haben auch WLAN mit an Bord, in der Regel auch Bluetooth sowie einen USB-Anschluss, damit man weitere Geräte anstöpseln kann. Die Rechenleistung der Sticks ist allerdings recht mickrig: In den meisten steckt die veraltete Bay-Trail-Technik von Intel. Da wäre heute mehr möglich - aber es wäre auch teurer.

Noch stecken die Mini-PCs in den Kinderschuhen. Aber die Tatsache, das gleich mehrere Hersteller sich um den Markt bemühen und auch Microsoft versucht, sein Windows für diese Geräte attraktiv zu machen (damit die Microsoft-Dienste darauf genutzt werden und auch die Suchmaschine Bing), macht deutlich: Die Hersteller wittern hier einen interessanten Markt. In der Tat: Es gibt hunderte Millionen Fernsehgeräte in der Welt, alle mit HDMI-Buchse ausgestattet, die auf diese Weise bequem und kostengünstig zu einem mehr oder weniger vollwertigen Rechner aufgerüstet werden können.

"...und der per HDMI mit Strom versorgt wird." - Nein

Watashi am 8.07.15 14:01

" In diesem Fall Minirechner, die Inhalte aus dem Netz holen und darstellen, etwa YouTube-Videos, Webseiten oder Inhalte aus Mediatheken oder Video-On-Demand-Angeboten." - Wäre das 'holen' nicht illegal?

Waechter am 8.07.15 14:21

"Noch stecken die Mini-PCs in den Kinderschuhen. " - Nö. Cirrus7 kühlt den NUC mit i7 CPU passiv. Gigabyte bietet Geräte mit Radeon Grafik die spieletauglich sind. Und Zotac, der erfahrenste Mini-PC-Hersteller den ich kenne, bietet mittlerweile ebenfalls passiv gekühlte Geräte inklusive der, von den ZBoxen gewohnten, Anschlussvielfalt. Aus "den Kinderschuhen" sind diese Gerät längst entwachsen. Anders sieht es tatsächlich bei den Compute-Sticks aus. Und da bieten mir die aktuellen Gerät einfach zu wenig Anschlussmöglichkeiten, auch wenn das Argument "einfach in den Fernseher stecken" im ersten Moment verführerisch ist. Dazu noch eine Funktastatur, eine Funkmaus, ein Micro-USB-Kabel für den Strom und einen USB-Stick mit den Filmen/Bildern/Musik und man stellt fest, dass die Compute-Sticks entweder zu wenig Anschlüsse haben, oder dass man noch einen USB-Hub benötigt. Ich habe einen Laptop mit 32GB HDD, 2GB RAM und Win8.1. Das geht. Hat aber seine Grenzen. Auch unter Ubuntu ist das knapp.

Dominik am 8.07.15 14:53

Mein erster Gedanke war, vielleicht kann ich elgato EyeTV oder aehnlich drauf installieren und den Minirechner als Videorecorder benutzen. Mit Netzwerk kann er dann die Aufnahme auf meiner Netzwerkplatte speichern, wovon ich sie spaeter auf mein Tablet kopieren und dort unterwegs schauen kann.
Hintergrund: Mein Smart-TV laesst mich enttaeuscht zurueck, da soll ich eine speziell formatierte USB-HDD anschliessen, von der ich nur an dem einen Fernseher auf die Inhalte zugreifen kann - anstatt auf meine Netzplatte aufzuzeichnen. Sehr inflexibel und keine alltagstaugliche Loesung - der Minirechner koennte helfen.

Chris26 am 10.07.15 2:47

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Dienstag, 07.07.2015

Dongers sind Emoticons für Profis

:-) ist von gestern. <3 ist genauso durch. Und mit einem einfachen ^^ muss man heute auch niemandem mehr kommen. Die hohe Kunst des Emoticons sieht anders aus. Zum Beispiel so: ¯\_(ツ)_/¯ - was so viel wie ein Schulterzucken ausdrücken soll. Oder: (╯°□°)╯︵ ┻━┻ - wenn man so sauer ist, dass man den Tisch umwerfen könnte. "Dongers" ist einer der Begriffe für diese Form von Emoticons - und es gibt Hunderte davon.

Dongers; Rechte: emot.es
Willkommen in der Welt der Dongers!

Weil man sich natürlich niemals merken kann, wie man diese komplizierten Zeichen über die Tastatur eingibt, gibt es Websites, über die man sie in die Zwischenablage kopieren kann. WWW: emot.es zum Beispiel, wo es zusätzlich auch eine ganze Reihe Facebook-spezifischer Emoticons zu finden gibt. Oder die sehr umfangreiche WWW: Donger List. Oder auch einfach die WWW: Liste der Emoticons in der englischsprachigen Wikipedia.

Viel Spaß damit! ୧༼ʘ̆ںʘ̆༽୨

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Dienstag, 07.07.2015

Die "Willst Du mit mir fahren?"-App

Es gibt wohl kaum einen Bereich, in dem Google gerade nicht investiert. Und wenn Google irgendwo Geld reinsteckt, dann gibt es dort mit Sicherheit auch was zu holen. Niemals würde der Onlinekonzern einfach nur mal schauen. Jede Investition ist mit einem Zweck verbunden. Deshalb sollte es hellhörig machen, wenn man erfährt, dass Google gerade an einer Carpooling-App tüftelt. Die RideWith getaufte App soll es Menschen ermöglichen, Fahrgemeinschaften zu bilden. Ganz spontan, um von A nach B zu kommen. Oder dauerhaft, um den Weg zur Arbeit mit anderen zu teilen.

Die Carpooling-App RideWith bringt Fahrgemeinschaften zusammen; Rechte: Waze
Die Carpooling-App RideWith bringt Fahrgemeinschaften zusammen


RideWith soll Uber Konkurrenz machen
Klar: Solche Apps gibt es längst. Darum ist die Frage erlaubt, warum sich Google für dieses Einsatzgebiet interessiert. Fakt ist: Das zum Google-Konzern gehörende Unternehmen Waze aus Israel testet derzeit in der Region Tel Aviv ein neuartiges Carpool-Konzept. Über die Waze-App WWW: RideWith sollen sich Autofahrer bequem zu Fahrgemeinschaften zusammenschließen können. Der Ansatz ist zwar etwas anders, aber WWW: das Konzept hat durchaus das Potenzial, Uber Konkurrenz zu machen. Was vielleicht ein bisschen überrascht, da Google an Uber beteiligt ist. Aber besser, die eigene Company hat den Erfolg als eine Company, an der man nur beteiligt ist.

Doch RideWith soll mehr können als bislang am Markt erfolgreiche Carpool-Apps: RideWith analysiert (auf Wunsch) selbständig das Fahrverhalten der User. Wer also jeden Tag dieselbe Strecke zur Arbeit fährt und das zu bestimmten Zeiten, von dem weiß die App ganz genau, welches Fahrprofil er hat. Anschließend versuchen die Server hinter der App, die perfekt passenden Fahrpartner zu finden. Eine schlaue Software kann anhand der ermittelten Fahrstrecken und Fahrzeiten sogar genau ermitteln, in welcher Reihenfolge die Fahrgemeinschaft am besten abgeholt wird - und/oder auf welchen öffentlichen Parkplätzen die Fahrzeuge geparkt werden sollen.


Selbstfahrende Autos: Google sucht nach einem Einsatzgebiet


Google weiß, wohin Du fahren willst
Google traue ich zu, einen schlauen Algorithmus zu entwickeln, der schnell die passenden Leute zusammenbringt. Selbstverständlich sollen mit der App auch spontane Gemeinschaften gebildet werden können, etwa um am Wochenende gemeinsam in die Stadt oder zu einem Fussballspiel zu fahren. Natürlich informiert die App die potenziellen Partner der Fahrgemeinschaft über die jeweils anderen. Denn jeder Fahrer und Mitfahrer wird bewertet. Von den anderen.

Geld verdienen sollen die Fahrer der Gemeinschaft nicht. Das soll Uber vorbehalten bleiben. Eine riesige Umsatzquelle scheint die App nicht zu sein. Der Zweck könnte daher auch ein anderer sein: Ein sinnvolles Einsatzgebiet für die Blog: selbstfahrenden Autos finden, die Google entwickelt und baut. Denn die sollen ja in Zukunft nicht immer leer über die Straßen rollen.

Wer nun die Stirn runzelt und sich wegen dem Datenschutz Gedanken macht, ist alles andere als übervorsichtig. Es sind genau solche Apps, die durchaus sinnvoll sein können und die deshalb gerne und bedenkenlos genutzt werden - und einem Onlineriesen wie Google (oder Facebook, Microsoft, Apple...) weitere Daten zuspielen. Google profitiert von der App also auf jeden Fall.

Mir geht dieses ewige Datenschutzgenöhle langsam nur noch auf den Wecker. Jeder, der sich einen Spaß macht, fährt mir hinterher morgens, und schon kennt er meinen Arbeitsweg. JA UND?

RK am 8.07.15 8:41


@RK: Es ist ein Unterschied, ob jemand etwas zufällig mitbekommt. Oder ob jemand gezielt Daten personenbezogen sammelt! Erschreckend ist, dass sich inzwischen Datenschützer rechtfertigen müssen und nicht die Datensammler. Diese Datensammler haben eigene Interessen, die nicht unsere Interessen sind.

Bertram in Mainz am 8.07.15 10:17

Okay, es gibt Interessen von Menschen, wie die von Steve Mahan, die sehr stark an Sehschwächen leiden, beinah blind sind, sie wünschen unabhängig zu sein, sie möchten zu Orten gefahren werden, zu denen sie hin müssen, zu Orten wo sie gerne sein möchten, weil es ihr Wunsch ist. Sie würden eine Unabhängigkeit und Flexibilität genießen, weil Google selbstfahrende Autos entwickelt hat....Look, ma, no hands, no feet!

LiFe am 8.07.15 11:35

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