Samstag, 02.05.2015

Profi-Retuschen im Zeitraffer

Die Models in führenden Hochglanz-Magazinen sehen meist makellos aus. Wir alle wissen: Da wurde in der Regel kräftig nachgeholfen. Nicht nur bei der Maske und dem Licht, sondern in der Regel auch, indem die Bilder nachträglich bearbeitet werden. Profis retuschieren die Aufnahmen und entfernen alles, was störend wirken könnte. Dabei wird ein unfassbarer Aufwand betrieben: Für einzelne Fotos wird stundenlang retuschiert. Auf der WWW: Webseite von PetaPixel zeigt die Profi-Fotografin Elizabeth Moss aus New York, wie sie Bilder nachbearbeitet.

Mit Photoshop wird in einer sechsstündigen Retusche-Session aus einem ohnehin schon guten Bild eins, das man auch aufs Cover einer Vogue holen könnte. Die sechs Stunden Arbeit sind in dem Video auf zwei Minuten runtergedampft. Insgesamt drei solcher Videos gibt es zu sehen. Wer selbst mit Photoshop Bilder nachbearbeitet, kann hier durchaus etwas lernen. Alle anderen können staunen, was sich mit Retuschen alles erreichen lässt.

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Donnerstag, 30.04.2015

Meine Lieblings-App unter Windows 10

Microsoft hat wahrlich noch eine Menge Arbeit vor sich. Immer noch sind die Menschen skeptisch, was Windows anbelangt. Kein Wunder: Windows Vista war ein komplettes Desaster. Windows 7 war zwar technisch deutlich besser, aber trotzdem nicht populär. Windows 8 macht auf Touchscreens eine gute Figur, ist aber auf Tischrechnern gewöhnungsbedürftig. Außerdem vermissen die Menschen das "Start"-Menü. Was man einmal gelernt hat ... Deshalb läuft immer noch auf vielen Rechnern das Dinosaurier-System Windows XP.

Das Blog: für Sommer angekündigte Windows 10 soll es nun richten. Alles soll besser werden. Klar, hört man immer wieder. Doch ich habe tatsächlich das Gefühl, das nahende Windows 10 könnte was ganz Großes werden.

Windows 10 Homescreen; Rechte: Microsoft
Schöne Aussicht: Windows 10 Homescreen

Vorhandene Apps einfach portieren
Allzu bescheiden klingen die Ziele, die sich Microsoft gesteckt hat, nicht gerade: Schon in drei Jahren soll Windows 10 auf einer Milliarde Geräte laufen, das zumindest hat Plattform-Chef Terry Myerson gerade auf der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco angekündigt. Dabei ist es nicht so entscheidend, welche Farben oder Hintergrundbilder Windows 10 künftig bietet und wie die Bedienung aussieht. Entscheidend ist (und wird sein), welche Apps zur Verfügung stehen und wie die sich benutzen lassen. Bislang sieht das in der Microsoft-Mobilwelt nicht so dolle aus: Es gibt zwar Apps für Windows-Tablets und Windows-Smartphones, aber vergleichsweise wenige.

Das soll sich nun ändern. Darum bietet Microsoft Entwicklern schon bald die Möglichkeit, bereits vorhandene Android- und iOS-Apps unter Windows 10 laufen zu lassen. Es sollen dazu nur "wenige bis miniale" Korrekturen nötig sein. Man mag es kaum glauben, denn eine iOS-App zu entwickeln ist etwas völlig anderes als eine Android-App. Und die sollen künftig mit wenigen Handgriffen unter Windows 10 lauffähig gemacht werden? Wenn das klappt, wäre das tatsächlich ein Coup. Denn das größte Problem der meisten App-Entwickler sind mangelnde Ressourcen. Sie entwickeln natürlich immer erst für iOS und Android (oder in der anderen Reihenfolge), weil sie hier mehr User erreichen. Windows wird erst ganz zuletzt in Betracht gezogen.

Universal Apps laufen auf jedem Gerät mit Windows 10; Rechte: Microsoft
Universal Apps sollen auf jedem Gerät mit Windows 10 laufen


Universal App für alle Geräte
Doch damit nicht genug: Da Microsoft künftig das Konzept der Universal App unterstützt, läuft so eine Windows-10-App dann auf jedem Gerät mit Windows 10, egal ob PC, Tablet, Smartphone, Xbox, Raspberry Pi oder sogar Microsofts neuer 3D-Brille Blog: Hololens. Überhaupt soll jede Universal App auf jedem Gerät laufen. Wenn das tatsächlich verlässlich klappt, wäre das ein Vorteil, denn die Bedien-Welten von Apple und Google nicht zu bieten haben. Hier müssen mitunter eigene Versionen für Smartphone und Tablet entwickelt werden, vom Tischrechnern ganz zu schweigen.

Das Problem: Windows hat nur einen Marktanteil von drei Prozent bei den Mobilgeräten. Das ist zu wenig. Niemand entwickelt gerne für Windows. Nicht, weil Windows ein schlechtes Mobil-Betriebssystem wäre. Es ist in vielerlei Hinsicht Android überlegen, vor allem in Sachen Bedienbarkeit und Innovation. Doch es lohnt sich nicht, für einen so kleinen Markt zu entwickeln. Deshalb verkaufen sich auch gute Geräte wie die Lumia-Reihe nicht anständig. Wenn nun plötzlich mehr oder weniger alle relevanten Apps auch für Windows-Geräte verfügbar sind, könnte die Entscheidung anders aussehen. Wenn nahezu alle Apps auch auf einem Windows-Gerät laufen und sich die Daten übernehmen lassen: Wieso dann nicht umsteigen?

Die Frage wird sein, ob das Versprechen eingehalten werden kann und die Entwickler ihre Apps wirklich mit wenig Aufwand werden portieren können. Das wird sich in ein paar Wochen zeigen.

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Donnerstag, 30.04.2015

Woher kommt eigentlich das "@"?

Es kommt nicht nur in jeder E-Mail-Adresse vor - und zwar ohne Ausnahme -, sondern wird auch immer wieder gerne als Symbol fürs Netz ganz allgemein verwendet. Das "@"-Zeichen ist so populär wie kaum ein anderes Sonderzeichen auf der Tastatur. Wahrscheinlich hat sich jeder schon mal gefragt, woher das merkwürdige Kringel-Symbol eigentlich kommt. Denn es war auch schon auf den Tastaturen drauf, bevor man damit E-Mail-Adressen eingetippt hat. Es war aber auch nicht einfach plötzlich da. So viel kann ich schon mal verraten: Das Symbol selbst gibt es schon ziemlich lange, nur wurde es in der Prä-Internet-Zeit kaum verwendet.

Der Klammeraffe hat eine lange Geschichte; Rechte: dpa/Picture Alliance
Der Klammeraffe hat eine lange Geschichte


Zum ersten Mal im Mittelalter verwendet
Meine Recherchen über die Herkunft des Klammeraffens haben mich bis ins Mittelalter verschlagen. Historiker haben das Zeichen in alten Schriften entdeckt und konnten es tatsächlich bis in ein Kloster im Mittelalter zurückverfolgen. Dort war einem faulen Mönch das Wörtchen "WWW: ad" (lateinisch, bedeutet so viel wie "zu" oder "an") zu lang. Deshalb hat er einfach ein neues Zeichen erfunden: Der findige Geistliche hat die beiden Buchstaben "a" und "d" zu einem neuen Zeichen verschmolzen. Ein Zeichen, das dem heute bekannten "@" schon recht ähnlich war.

Wenig später, im 15 Jahrhundert, hat es der Klammeraffe dann aus dem Kloster ins richtige Leben geschafft. Iberische Kaufleute haben das kunstvoll geschwungene Zeichen für sich entdeckt. Die Kaufleute haben die ursprüngliche Bedeutung des Zeichens einfach komplett ignoriert und machten es zur Abkürzung für die damals zum Abwiegen von Stieren und Wein gebräuchliche Gewichtseinheit WWW: Arroba. Ein Arroba sind rund 11,5 Kilogramm oder 16,17 Liter. Wieviel "@" wohl ein ausgewachsener Stier wiegt?

Im Millteralter in einem Kloster
Im Millteralter in einem Kloster "erfunden"


Zum ersten Mal im Mittelalter verwendet
Während der Renaissance wurde das "@" wieder anders benutzt, diesmal als Abkürzung für "zu". Man konnte über den Markt schlendern und Schilder sehen, auf denen geschrieben stand: "2 Äpfel @ 10 Schilling". Gibt's heute auf manchen Märkten immer noch zu sehen. Später, während der industriellen Revolution, ist das "@"-Zeichen dann vor allem in der Buchhaltung populär geworden. Das zumindest war ein logischer Schritt, wenn schon so viele Kaufleute das Zeichen kennen - und verwenden.

Irgendwann schaffte es der Kringel dann auch auf Schreibmaschinentastaturen. Im angelsächsischen Raum wurde das "@" danach vor allem in der Bedeutung von "an" oder "bei" verwendet. Bis das Internet seinen Siegeszug angetreten ist. Als die E-Mail-Adresse erfunden wurde, braucht man ein Bindeglied für Name und Ort - da bot sich das "@"-Zeichen an. Seitdem steht der Klammeraffe symbolisch fürs Internet und ist zu einem der wichtigsten Zeichen der Neuzeit geworden.

Warum wir Klammeraffe dazu sagen? Das machen nur wir Deutschen. Grund sollen die kleinen Plastikäffchen sein, die in den 70er Jahren (der Geburtsstunde der E-Mail) als Modeerscheinung an vielen Gläsern baumelten.

Beim Klammeraffen-Zeichen dachte ich immer an den langen Greifschwanz der (echten) Klammeraffen. Im Inneren des "@" ist gewissermaßen das kleine Äffchen, drumherum der lange Greifschwanz.

Bertram in Mainz am 30.04.15 22:06

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