Sonntag, 23.11.2014

Kein Kommentar ist auch keine Lösung

Wir machen gerade einen großen Fehler. Wir als Medien drehen unseren Nutzern mehr und mehr den Saft ab. Die Süddeutsche Zeitung hat sich im Sommer WWW: viele Gedanken zur Kommentarkultur im Netz gemacht und lässt sie seit September WWW: nur noch ein paar Themen pro Tag kommentieren. tagesschau.de ARD: denkt über ein ähnliches Konzept nach. Und ich darf an dieser Stelle leider schon einmal ankündigen: Ab Dezember wird auch hier auf WDR.de die Zahl der Kommentarspalten gesenkt. Das gefällt mir nicht.


Radiergummi auf Tastatur; Rechte: picture-alliance/Frank Hoermann/Sven Simon
Ab jetzt wird radiert: Deutschlands Journalisten diskutieren seit dem Sommer über Umgangsformen und Inhalte in ihren Kommentarspalten.

Die Kommentarkultur im Netz ist für die Redaktionen in den vergangenen Jahren zu einer großen Herausforderung geworden. Einmal rechtlicher Art: Wenn Nutzer über die Stränge schlagen, sind die Redaktionen WWW: dank der Forenhaftung in Deutschland mit dran. Mit dem einen oder anderen Nazispruch, mit Beleidigungen oder Kommentaren, die zu Gewalt aufrufen, könnten wir uns schnell ein paar saftige Abmahnungen oder Termine beim Anwalt einhandeln. Deshalb wird moderiert - das ist sinnvoll.

Um es aber klar zu sagen: Mit einer Einschränkung der Meinungsfreiheit oder gar Zensur WWW: hat das nichts zu tun. Das Recht auf Meinungsfreiheit bedeutet nicht, seine Meinung überall kundtun zu dürfen - es besagt nur, dass man sie frei äußern und dafür nicht vom Staat verfolgt werden darf. Auch Zensur gilt in Deutschland als staatliches Mittel. Die Moderation von Kommentaren dagegen ist ganz einfach: WDR: Hausrecht.

Die vielen Man-wird-doch-mal-sagen-dürfen-Kommentatoren, die Nutzer mit extremer Gesinnung, die Verschwörungstheoretiker - sie sind die zweite große Herausforderung. Diese Nutzer stören mit ihren Kommentaren immer wieder die Diskussion. Das strahlt wiederum auf unsere Artikel ab: Wer sich ernsthaft mit Themen auseinandersetzen möchte, fühlt sich durch solche Kommentare möglicherweise abgestoßen.


"Was sind Trolle?" Niemand konnte diese Frage bisher besser beantworten als Mario Sixtus und Sascha Lobo.

Trolle und Hater verletzen die Hausordnung und bereiten uns Kopfzerbrechen: Welche Beiträge werden gelöscht? Welche Nutzer gesperrt? Wie viel Stammtisch lassen wir zu? Wo befindet sich die Grenze? Wie machen wir sie täglich aufs Neue transparent? Diese Fragen erzeugen einen immer größeren Haufen Arbeit. Dafür gehen Ressourcen drauf, die man oft lieber für guten Journalismus nutzen würde - und so gehen gerade einige Redaktionen einen Weg, den ich für mindestens problematisch halte.

Die Redaktionsleiterin von tagesschau.de Christiane Krogmann verspricht zwar: "Wir wollen die Kommentarfunktion natürlich nicht abschaffen." Trotzdem hat sie die Nutzer ARD: über neue Konzepte diskutieren lassen und kündigt an: "Wir wollen etwas genauer schauen: Was sind für uns die Themen, die am Tag eine Diskussion wert sind? Und wir denken durchaus auch darüber nach, Themen einzuschränken." Was genau eine Diskussion wert ist, entscheiden dann also nicht mehr deren Teilnehmer.

Genauso verfahren die Kollegen der Süddeutschen Zeitung seit September, verbunden mit WWW: deutlich schärferen Regeln: "Nicht jeder Beitrag wird veröffentlicht - im Gegenteil. Wir wählen die besten Antworten aus." Wer nach welchen Kriterien auswählt, welche Beiträge "die besten" sind, wird nicht klar. Dafür lautete zum Start der neuen Regeln das Versprechen der Süddeutschen Zeitung: "Wir werden uns engagierter als Stimme der Redaktion einbringen. Wir diskutieren mit Ihnen die großen Themen des Tages."

Erfüllt wird dieses Versprechen aus meiner Sicht nicht. Ich habe mir die Mühe gemacht, nachzuzählen: Bei den letzten 50 Diskussionsthemen in der Rubrik WWW: "Ihr Forum" gab es gut 2.100 Kommentare. Davon entfallen knapp 40 (!) auf die Süddeutsche Zeitung, und zwar ausschließlich auf Mitarbeiter aus dem Leserdialog. Das ist keine "engagierte Stimme der Redaktion", das ist homöopathisch - und solange Redakteure und Autoren selbst nicht mitdiskutieren höchstens eine Imitation von Leserdialog. Weniger Kommentarspalten führen also nicht zwingend dazu, dass Redaktionen den Rückkanal ernster nehmen.

Stefan Plöchinger; Rechte: picture-alliance/Erwin Elsner
"Wir hatten immer schon vor, das Kommentarsystem auf unserer Seite radikal neu zu denken, weil wir mit dem Diskussionsniveau zwar weitgehend zufrieden, aber nicht glücklich waren." (Stefan Plöchinger, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, im medium magazin)

Andere Medien halten ihre Kommentarspalten weiter möglichst offen. Jochen Wegner, Chefredakteur von ZEIT ONLINE zum Beispiel WWW: hat seinem Kollegen Stefan Plöchinger von der Süddeutschen Zeitung widersprochen: "Offene Kommentare unter Artikeln abzuschaffen, halte ich für kein gutes Signal." Dem Branchendienst MEEDIA WWW: hat er gesagt: "Wir finden, dass es zu den grundlegenden Aufgaben von Journalisten gehört, einen freien Diskurs zu ermöglichen. Und dass die Vorteile, die offene Kommentare bieten, die Nachteile derzeit noch bei weitem überwiegen."

Ähnlich sehen es die Macher von heise online, in dessen Leserforen es vor schlecht gelaunten Trollen nur so wimmelt. WWW: Einschränkungen kommen auch für sie nicht in Frage: "Wir halten das für eine sehr betrübliche Entwicklung: Offene Foren, in denen User ungeschminkt (und manchmal eben auch über die Stränge schlagend) diskutieren können, halten wir für eine der großen Errungenschaften der digitalen Vernetzung, die ihren Weg aus Usenet und Fidonet in die Weiten des Web gefunden hat."

Und trotzdem: Süddeutsche Zeitung, tagesschau.de und WDR.de werden vielleicht nicht die letzten Redaktionen gewesen sein, die ihren Nutzern weniger Raum geben.

Das fast vollständige Schließen von Kommentarspalten hält Jochen Wegner, Chefredakteur von ZEIT ONLINE, für "nicht ganz so weise" - und sieht auch die Verlagerung der Diskussion in soziale Netzwerke nicht als Lösung.


Nun haben es die Medien zurzeit aber nicht nur mit "Lesern, die zu Tieren werden" zu tun, sondern auch mit einer Glaubwürdigkeitskrise, die mich in ihrer Wucht überrascht und ratlos macht, die aber Gründe hat. Von manipulierten Rankingshows bis zu Fehlern in der Ukraine-Berichterstattung: Auch die ARD hat aus meiner Sicht zu einer Erosion des Vertrauens beigetragen. Und ich kann nachvollziehen, warum der Medienjournalist Stefan Niggemeier WWW: ein stärkeres Problembewusstsein dafür WWW: in den Redaktionen fordert.

Das ARD: tagesschau-Blog wäre ein guter Ort, auf einen Teil der Kritik einzugehen. Ein solches Forum überhaupt bereitzustellen, verdient viel Lob. Wenn die Selbstkritik im Blog aber darin mündet, man könne den ARD: "Korrespondenten überhaupt keinen Vorwurf machen", es gebe ARD: "keinen Grund, sich für Fehler zu entschuldigen" und Kritikern ARD: "Verbohrtheit" vorgeworfen wird, nutzen die offensten Kommentarspalten nichts - zumal sich die Redaktion in den verlinkten Beispielen auch gar nicht mehr zu Wort meldet.

Die Glaubwürdigkeitskrise könnte dazu beitragen, dass sich Nutzer nach Alternativen umschauen, die sie nicht im Lager der sogenannten "Mainstreammedien" verorten. Sie lesen stattdessen das "Enthüllungsbuch" von Udo Ulfkotte, das Stefan Niggemeier für die Krautreporter kürzlich WWW: genüsslich zerlegt hat. Sie glauben den Verschwörungstheorien des Kopp-Verlags. Oder sie besuchen die Deutschen Wirtschafts Nachrichten mit ihren in erster Linie alarmistischen Inhalten. Und nehmen all das für bare Münze.

Russia Today; Rechte: picture-alliance/dpa/ITAR-TASS
Russia Today hat Anfang November ein deutschsprachiges Angebot im Netz gestartet - mit einer halben Stunde pro Tag, die unter dem Titel "Der fehlende Part" läuft. Ein richtiger Fernsehsender könnte im kommenden Jahr an den Start gehen.

Das Internet macht in kürzester Zeit und mit wenig Geld völlig neue Medienangebote möglich - auch solche, die mit unabhängigem Journalismus nicht mehr viel zu tun haben. Ein Beispiel dafür ist das Angebot des Propagandasenders Russia Today, der jetzt auch mit deutschsprachigen Inhalten an den Start gegangen ist. Die Website verspricht, "den fehlenden Part" zu liefern - eine Ansage gegen den Journalismus aus dem Westen.

Ich glaube, wir werden in den kommenden Jahren einen scharfen Konkurrenzkampf zwischen verschiedenen Öffentlichkeiten erleben. Gerade Onlinemedien, von denen wir zurzeit noch gar nichts wissen, die aber mit wenigen Mitteln in kurzer Zeit groß werden können, sehe ich auch als Gefahr. Denn sie könnten auch Nutzern ein Forum bieten, die sich von den etablierten Medien abgestoßen fühlen - unter anderem deshalb, weil wir ausgerechnet jetzt damit beginnen, unsere Kommentarspalten zu schließen.

Was ist, wenn Medien, die wir zurzeit abtun, weil sie aus dem Ausland gelenkt werden, Verschwörungstheorien verbreiten oder politisch extrem gefärbt sind, zum Biotop für Nutzer werden, die bei den "Mainstreammedien" ihre Meinungsfreiheit gefährdet sehen? Das könnte Auswirkungen auf den gesamten gesellschaftlichen Diskurs haben.

Megafon; Rechte: picture-alliance/Mint Images/Simon Potter
20 Jahre predigen wir im Onlinejournalismus den Dialog mit unseren Nutzern, nur um jetzt wieder zur Einbahnstraße zurückzukehren?

Gerade jetzt halte ich es für ein absolut falsches Signal, unsere Kommentarspalten zu schließen und nicht mehr den Nutzern die Entscheidung zu überlassen, welche Themen sie für diskussionswürdig halten. Wir brauchen unsere Nutzer, wir brauchen ihre Kritik, und wir brauchen einen öffentlichen Diskurs mit transparenten Spielregeln - so wie es zurzeit zum Glück in vielen Onlineangeboten noch der Fall ist.

Das gilt WWW: erst recht für unsere öffentlich-rechtlichen Onlineangebote. Wir finanzieren unsere Fernsehsender, unsere Radiosender und auch unsere Onlineangebote durch den Rundfunkbeitrag, den WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn einmal ARD: als "Demokratie-Abgabe" bezeichnet hat. Zu einer Demokratie gehört aber, am öffentlichen Diskurs teilnehmen zu können. Wie wir in den Kommentarspalten bessere Bedingungen für diesen Diskurs schaffen, ist zu klären - auf miese Stimmung durch Trolle und Hater hat niemand Lust. Kommentatoren den Saft abzudrehen, halte ich aber für einen Fehler.

20 Jahre haben wir uns im Onlinejournalismus nun gegenseitig eingetrichtert, dass wir zuhören müssen, uns öffnen müssen. Dass Kritik übers Netz anstrengend ist, uns aber besser macht. Dass sich unter unseren Nutzern lauter Experten befinden, deren Wissen wir nun endlich anzapfen können. Und dass es bei diesem Thema kein Zurück mehr gibt. 20 Jahre lang haben wir uns das gegenseitig eingetrichtert - nur um jetzt zu entscheiden, unsere Medien doch wieder zur Einbahnstraße zu machen?

Mehr zum Thema:
Blog: Blogeintrag von Stefan Moll: Dialog auf Augenhöhe

Ich finde das Filtern von Kommentaren unmöglich auch ihr der Liebe WDR hat dutzende meiner Kommentare gefiltert ohne Angabe von Gründen z.B. (wie ich vemute) weil Worte wie Öko Faschismus nicht Politisch korrekt sind, wenn man sich über das nächste Gesetz zur EEG Umlage aufregt? Machts lieber wie die anderen Anbieter auch Daumen runter, Daumen rauf (lasst die Nutzer selber entscheiden welche Kommentare sie sehen möchten), ab einer gewissen Menge werden solche Kommentare automatisch Ausgeblendet. Werbung oder Links zu bubiosen Seiten kann gerne weiterhin blockiert werden.

Dieter am 24.11.14 14:18

So lange nur strafrechtlich relevante Äußerungen geblockt werden, ist die Moderation von Kommentaren in Ordnung.

Der Alte am 24.11.14 14:39

Alle Online Portale, die mir bekannt sind schränken nach und nach die Kommentarfunktionen ein. Meist "darf" man noch kommentieren so geistreiche Meldungen "H. Fischer" gewinnt einen Bambi oder ähnlich kontroverse Themen. Wenn einmal Kommentarfunktionen in wirklich diskussionswürdigen Beiträgen erlaubt sind, dann werden in der Regel diejenigen "weggefiltert", die dem Betreiber nicht in den Kram passen und nicht nur die, die die Netiquette verletzen. Da wundern sich dann die Medien (Samstag in WDR5) dann, das die Zuschauer eine schlechte Meinung vom Journalismus haben .... ich habe schon längst den Eindruck, das sowohl bei den öffentlich rechtlichen Sendern als auch in der freien Presse nicht mehr nach den Regeln des guten Journalismus berichtet wird. Vielmehr geht es in erster Linie darum, nur um jeden Preis nicht die political correctness zu verletzen. Schade ... ich sehe die Meinungsvielfalt ernsthaft in Gefahr.

Roy Schückel am 24.11.14 15:16

Nur durch strikte Beschränkung auf wirklich diskurs-fördernde Beiträge wird dem teutschen Michel klar, dass Meinungsfreiheit nicht automatisch gleich Zwangsveröffentlichung von illegalen, pöbelnden oder inhaltsfreien "Kommentaren" ist, die einem nur Lebenszeit stehlen. Jeder darf sein eigenes Blog aufmachen und von dort die Menschheit mit seinem Gedankenmüll belästigen.

vaikl am 24.11.14 16:41

Der erste Kommentar von Ihnen Herr Horn,den ich ohne weiteres voellig teile und unterstuetze!Es ist so traurig Typisch Deutsch auf unbequemes mit Verboten und Freiheitsbeschraenkungen zu reagieren.Dabei merkt man nicht das dies genau das nicht gewuenschte nur foerdert.Was hat es denn gebracht das Machwerk des GroeFaz"Mein Krampf"fuer 70 Jahre zu verbieten?Nichts!Naechstes Jahr frei erhaeltlich und seine "Juenger"stehen schon bereit.Btw.zu wessen Vokabular unsaegliches wie"Öko Faschismus"gehoert,der hat einfach nichts begriffen-weder Oekologie,noch den Faschismus.Zu vermuten ist aber das der Betreffende in seinem Denken dem Faschismus naeher steht als der Demokratie!

Wow! am 24.11.14 17:30

Da gefaellt mir das 1st.amendment der USA besser:"Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press;...."Dies beinhaltet ganz selbstverstaendlich auch das geistiger******,wie der von"Gehlen"nicht unterdrueckt wird.Warum soll denn verboten werden das sich jemand selber blamiert und entlarvt?Eine echte Demokratie muss und kann auch solche Menschen aushalten.

@vaikl am 24.11.14 17:43

Onlinemedien die Kommentare nur eingeschränkt oder gar nicht zulassen erledigen sich nach meiner Auffassung über kurz oder lang von selbst. Nachdem ich den Kauf der SZ Printausgaben schon eingestellt habe besuche ich auch deren Onlineseiten nicht mehr. ZON hingegen besuche ich täglich und lese die Kommentare sehr aufmerksam. Deren Leser sind gewiss nicht die Dümmsten und an den Beiträgen lassen sich Stimmungen und Tendenzen ablesen, die von den sogen. Leitmedien schlicht unterschlagen werden. Warum wohl lese ich auch ab und zu die Seiten von Russia Today? Ich vertrete die Auffassung, dass der Journalismus bzw. die Medien die Zeichen der Zeit verschlafen haben.
Wenn der örR seine gesellschaftlichen Aufgaben erfüllen will, sei ihm dringend geraten die Diskussionsforen nicht zu unterbinden.
Übrigens, was Gehlen am 24.11.14 16:51 geschrieben hat ist zwar schwer verdaulich aber für mich als Beitrag durchaus wertvoll. Ist Gehlen jetzt ein Hater oder Forentroll?

Paulus am 24.11.14 18:23

Ich denke, die Gesetzgebung mit der Forenhaftung macht hier viel kaputt. Wenn jemand am Stammtisch ueber die Strenge schlaegt, wird ja auch nicht der Kneipenwirt verklagt, und wenn ich einen Drohbrief zugestellt bekomme, dann kann der Brieftraeger ja auch nichts dafuer. Klar, dass polemische und am Inhalt vorbeigehende Beitraege nicht in die Diskussion gehoeren. Aber das Loeschen kann auch missbraucht werden (auf mich hat sich mal ein WDR-Mensch eingeschossen und in einem Strang alle meine Antworten geloescht, weil ich es gewagt hatte, die FDP mit einigen historischen Fakten zu kritisieren). Auch macht es keinen Spass mehr, einen wirklich guten und ueberlegten Beitrag zu verfassen, wenn er dann nicht veroeffentlicht wird - wie mir es oft bei der BBC passiert ist, wo dann nichtssagende Einzeiler erscheinen, aber nicht mein etwas tiefer gehender Text. Damit graebt sich der Seitenbetreiber das Wasser ab, da die Qualitaet und Vielfalt der Beitreage verloren geht.

Inglaterra am 24.11.14 19:03

Artikel, die nicht erkennbar eine Kommentarfunktion aufweisen, werden von mir nicht mehr angeklickt/gelesen. Das fing mit SPON an und über die SZ und den hier genannten Medien weiter - auch der WDR.

Kritischer Leser am 24.11.14 22:14

Journalismus, ist das eigentlich auch wenn man irgendwelche Leute auf der Straße nach ihrer Meinung fragt und das dann aufnimmt?

Aber wenn die Leute einem die Meinung umsonst vorbei tragen, dann passt das auch wieder nicht.

Und mit der Forenhaftung macht man auch aus einer Mücke einen Elefanten.

marcus05 am 25.11.14 2:39

@WOW, ich wollte jetzt keine Disskussion um den öko faschismus lostreten denn das ist er wenn mir eine höhere instanz z.B. diktiert etwas zu tun was Jahrelang kein Problem war, (Fleisch Essen, Rauchen, Umweltzonen, Windkraftwerke, uvm. z.B.) dann ist das für mich eine Form von Faschismus.

Dieter am 25.11.14 9:39

Passend zum Thema hat der Löschtuppes ja schon energisch eingegriffen. Lieber WDR, berichtet nur noch über Belangloses und spart euch die Kommentarfunktion ganz.

Paulus am 25.11.14 9:41

@Paulus: Wenn Sie den dumpfen Tendenz-Populismus von "RT" mögen und den Gehlen-Gehirnmüll als "wertvoll" bezeichnen, ist Ihre Anwesenheit hier und auf anderen Blogs/in anderen Foren von Normal-Intelligenzlern, die keine Alu-Hüte aufsetzen müssen, durchaus als verzichtbar zu bezeichnen. Wie gesagt -> eigenes Blog aufmachen und dort unzensierbar Unsinn verbreiten, alles andere ist nicht nachvollziehbares Wunschdenken der Trolle und Verschwörungstheoretiker.

vaikl am 25.11.14 13:33

"Verschwörungstheoretiker" ist ein Lieblingswort der Couchpotatoes geworden, mit der sie dringenden Handlungsbedarf als nicht real diffamieren möchten und sich selbst damit ermöglichen wollen, schlaff und untätig auf dem Sofa liegenzubleiben.

Hundert Mal gehört....hundert Mal bestätigt.

Ich kommentiere z.B. bei Herrn Schieb auch nicht mehr, weil da mehrfach Beiträge nach Veröffentlichung irgendwann wieder verschwunden waren.
Ich habe Besseres zu tun, als für anderer Leute Löschtaste zu schreiben.

Die Meinungen der Leute existieren ja weiter, auch wenn ihnen immer weniger Freiraum zur Veröffentlichung geboten wird.
Da werden wir uns noch böse wundern, wenn sich das mal in den hier höchst tabuisierten Themen wie u.a. "USA", "Israel" und "Migration" öffentlich Bahn bricht.

Der Forderung nach Änderung der Forenhaftung schließe ich mich voll und ganz an.
Es müssen für die Betreiber von Plattformen erfüllbare Standards neu definiert werden.
So wie jetzt gehts wirklich nicht.

Gert am 25.11.14 15:01

Also alles was"mainstream"ist-das darf stehen bleiben-und alles was nicht in den Kram passt macht einen eigenen blog auf?Eine Demokratie muss und kann auch hater,trolle und Verschwoerungstheoretiker aushalten und muss sich mit ihnen auseinandersetzen!Dumm nur das uns laengst derartige Demokratische Grundsaetze verloren gegangen sind-sofern sie jemals in Deutschland vorhanden waren.Sollte diese geplante Gedankenschariapolizei hier auf wdr etabliert werden habt ihr nicht nur mich als Leser verloren,sondern auch viele andere Demokraten.

@vaikl am 25.11.14 15:26

Gesucht:Eine selbstlernende Kommentarapp,in die man seinen Text"unzensiert"eingibt und die dann den Text an die Vorstellungen des WDDR anpasst,was erlaubt ist.....

Programmierer gesucht am 25.11.14 16:09

Ergänzend zu @Paulus: Man bedenke auch, welche Korrektiv-Funktion dort verloren geht, wo Kommentare unmöglich sind. Gut zu beobachten an der gestrigen Morgenkolumne bei ZON http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-11/ukraine-putin-voelkerrecht/?commentstart=1#comments: Die Kommentare zum beliebten Thema Ukraine/Putin/Vergleich-mit-USA dokumentieren keine abwegige Trollerei (zumindest auf den ersten vier Seiten), sondern haufenweise bedenkenswerte Gegenargumente - die für den von D. Horn geforderten freien Diskurs sorgen. Ohne Kommentar-Spalten und Resonanzboden wäre ZON einseitig und vorhersehbar.

WDR-5-Hörer am 25.11.14 16:43

Wie man es nicht macht vom WDR:"Studie zur Schulverpflegung: Viel Fleisch, wenig Gemüse - keine Kontrolle"Alleingelassene,vom Alltag in der modernen Welt ueberforderte toben sich mit ihren Frustrationen aus und keiner erklaert ihnen die veraenderten Zeiten.Einfach irgendwelche "Nachrichten"bringen-ohne jegliche Erklaerungen,das bspw. die Zeiten laengst vorbei sind das ein Ernaehrer reicht(auch ohne das die Familie Kredite am laufen hat)und es nicht nur Muslime sind die Gruende haben ein spezielles Essen zu benoetigen.Da gibt es auch Vegetarier,Allergiker und Juden.Warum dies aber nun in Schulen ein Problem sein soll-was in grossen Firmen leangst gaengige Praxis ist?

Korrektiv? am 25.11.14 18:03

Ein bischen versöhnt mich die Zahl und die Erregung der Kommentatoren hier mit dem richtig erfaßten Umstand der zunehmenden Zensur auch in den ÖR Medien.
Es scheint doch noch ein gewisses Problembewußtsein vorhanden zu sein.

Ob das aber reicht, die Welt vor dem finalen Reset zu bewahren?
Wenn ich mir die Geschichte über Bush, Schäuble und Merkel bis heute so ansehe, wohl eher nicht.

Der krankhaft Obrigkeitsgläubigen, Dummen und Faulen sind einfach zu viele.

Herr Säuerlich am 25.11.14 19:24

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Freitag, 21.11.2014

Kohle statt Werbung

Wie kann man mit Internet-Inhalten Geld verdienen? Eine Frage, auf die keiner so recht eine Antwort weiß. Einige Menschen sind bereit, für hochwertige Inhalte zu bezahlen, andere akzeptieren Werbebanner zum Zweck der Finanzierung. Wieder andere gönnen den Betreibern von Webseiten nicht mal diese Einnahmequelle und setzen Blog: Reklamefilter ein, die alle Anzeigen konsequent ausblenden. Wie soll es also weitergehen? Google hat darauf jetzt eine Antwort. Oder besser: Einen Vorschlag, wie man es machen könnte. Wer einen kleinen Betrag bezahlt, dem bleiben die Werbeeinblendungen erspart.

Google Contributor; Rechte: Google


Google Contributor: Geld einsammeln für Webseiten

Höhe des Monatsbeitrags beliebig
WWW: Contributor by Google, so heißt das neue Konzept. Wer mitmachen will, entrichtet einen kleinen monatlichen Obolus. Ob ein, zwei oder drei Dollar monatlich, das entscheidet jeder selbst. Also wirklich keine großen Summen. Wo beim Surfen sonst Google-Anzeigen stehen, sind nun graue Flächen und ein diskretes "Dankeschön" zu sehen. Allerdings werden nur Adsense-Anzeigen von Google ausgeblendet, keine Anzeigen von anderen Netzwerken.

Und es funktioniert auch keineswegs auf allen Webseiten, sondern nur auf Webseiten von Google-Partnern. Es machen durchaus angesehene und populäre Angebote wie wikiHow, The Onion, Mashable oder der Bilderdienst Imgur mit. Sie alle verzichten auf Werbeeinnahmen, wenn ein Contributor-User vorbeikommt. Doch die Betreiber der Webseiten bekommen trotzdem etwas: Sie erhalten einen kleinen Teil aus dem Gebührentopf, der durch die Zahlungen der Contributor-Nutzer zusammenkommt.

Ein, zwei oder drei Dollar im Monat? Rechte: Google
Ein, zwei oder drei Dollar im Monat? Der User bestimmt


Streaming für Content
Das Ganze ist erst mal ein Testbetrieb. Zehn Webseiten machen mit. Google und die Betreiber wollen sehen, ob und wie das Angebot angenommen wird und ob die anteilig auf die Webseiten ausgeschütteten Gebühren ausreichen, um den Ausfall bei den Werbeeinnahmen auszugleichen. Grundsätzlich könnte es funktionieren: Je mehr Menschen mitmachen und eine kleine Gebühr bezahlen, um so besser rechnet sich das. Und um so mehr Webanbieter werden mitmachen wollen.

Eigentlich ein ähnliches Konzept wie die Streamingdienste. Da zahlt man auch einen festen Monatsbetrag und kann dafür zum Beispiel beliebig viel Musik hören. Die Musiker werden an den Einnamen beteiligt. Je öfter ein Song gespielt wird, desto höher die Einnahmen. Ganz ähnlich könnte es bei Contributor funktionieren.

Eins macht mich allerdings stutzig: Google selbst hält sich diskret zurück. Es ist nicht etwa so, dass man als Contributor-Nutzer auch keine Werbung mehr in Google Mail, Google Maps oder bei der Google-Suche vorfinden würde. Das scheint mir inkonsequent.

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Donnerstag, 20.11.2014

Firefox will jetzt lieber mit Yahoo

Nirgendwo auf der Welt ist der kostenlos erhältliche Firefox-Browser so beliebt wie bei uns in Deutschland. Firefox genießt größtes Vertrauen - weil alle denken, der OpenSource-Browser wäre komplett unabhängig. Doch auch Firefox lebt nicht von Luft und Liebe (oder besser Klicks und Likes), sondern braucht etwas Geld, um die Software zu entwickeln und vor allem, um die nötigen Ressourcen bereitzustellen, zum Beispiel Serverkapazitäten oder Juristen. Das Geld dafür kommt nicht etwa aus Spenden (wie bei Wikipedia), sondern - von Google. Hunderte Millionen Dollar hat Google der hinter dem Firefox-Browser stehenden Mozilla Foundation in den vergangenen Jahren bezahlt.

Firefox Logo; Rechte: Mozilla Foundation
Firefox hat sich einen neuen Partner gesucht: Yahoo


Neuer Partner ist Yahoo
Natürlich gibt's die viele Kohle nicht einfach so, sondern dafür, dass in Firefox die Suchmaschine Google als Standard-Suchmaschine eingetragen ist. Suchanfragen, die ein Firefox-User eingibt, landen automatisch bei Google. Da die Suchmaschine eine der wichtigsten Einnahmequellen für Google ist und Firefox Google jede Menge "Traffic" (also Leute) bringt, ist es wohl nur fair, die Firefox-Macher an den Einnahmen zu beteiligen. Es ist ein Geschäft - für beide Seiten. Microsoft hat nicht umsonst einen eigenen Browser am Start. Der Internet Explorer richtet Suchanfragen aber an Microsoft Bing, die Suchmaschine aus Redmond.

Jetzt hat die Mozilla Foundation einen WWW: neuen Partner präsentiert: Künftig will Firefox nicht mehr exklusiv mit Google, sondern auch mit Yahoo kooperieren. Allerdings vorerst nur in den USA. Das lässt sich Yahoo einiges kosten, mutmaßlich im dreistelligen Millionenbereich. Fünf Jahre soll die Kooperation zwischen Mozilla und Yahoo zunächst andauern. Für Yahoo eine gute Chance, Boden gutzumachen, denn Yahoo versucht schon länger mit aller Macht, Google Marktanteile abzuluchsen. Yahoo-Cheffin Marissa Mayer ist da nicht zimperlich. Das kann man sich hier in Deutschland kaum vorstellen, da Yahoo bei uns praktisch keine Rolle spielt - zumindest als Suchmaschine.


Überall andere Partner
Und genau das ist der Punkt: Firefox soll nicht mehr überall auf der Welt eine einzige Partner-Suchmaschine haben, sondern regional unterschiedliche. Während in den USA künftig Yahoo als Suchmaschine eingetragen ist, wird es in Europa Google bleiben - und in China wird es Baidu. Auf diese Weise bekommen Firefox-Nutzer überall auf der Welt andere Suchmaschinen geboten. Das ist sehr wichtig, denn es wäre kaum im Interesse europäischer Nutzer gewesen, Suchanfragen standardmäßig zu Yahoo zu schicken. Zwar kann man die Standard-Suchmaschine im Browser ändern, allerdings machen das die allerwenigsten.

Eine in mehrerlei Hinsicht kluge Entscheidung von Mozilla. Denn zum einen macht sich die Stiftung weniger abhängig von einem Geldgeber, zum anderen bleibt die Freiheit, in jedem Land oder in jeder Region den passenden Partner auszuwählen. Gut für Firefox. Und gut für alle, die Firefox benutzen.

Es ist mir relativ egal, wo Firefox das nötige Geld herbekommt, um die Arbeit von Entwicklern zu bezahlen. Was mir NICHT egal ist, ist die Tatsache, dass die Mozilla Foundation in den letzten drei Jahren jährlich unglaubliche 300 Millionen Dollar von Google dafür bekommen hat, dass Google die Standardsuchmaschine in Firefox ist und dafür eigentlich nur Müll geliefert hat.

OK, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul und so, aber für 300 Millionen Ocken im Jahr kann man verdammt viele verdammt gute Programmierer bezahlen und irgendwie sieht man das Firefox nun wirklich absolut nicht an. Und Thunderbird (der Email-Client) kriegt überhaupt nix mehr davon. Wo bleibt dieses ganze Geld eigentlich?

300 Millionen Dollar im Jahr... was man damit nicht alles machen könnte. Manchmal habe ich das Gefühl, Firefox ist mittlerweile eigentlich nur noch eine geschickte Verarschung der Benutzer für den Profit von einigen wenigen.

joh am 20.11.14 12:27

Zitat:Zwar kann man die Standardsuchmaschine ändern.Zitat Ende
Und ganau das sollte man tun. Firefox bietet auch Startpage an.
Die IP-Adresse wird nicht gespeichert. Keine Cookies und die Suchergebnisse
lassen sich zunächst über Proxy anonym öffnen.
Ich benutze allerdings noch lieber das Linux-Betriebssystem tails.
Da ist der Tor-Browser integriert. Der bietet umfangreichen Schutz.

Torrorist am 26.11.14 15:08

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