Montag, 29.09.2014

In Schale geschmissen

Mein Handy sieht aus wie von einem anderen Stern: jede Menge Kratzer im Display - auch unter der Schutzfolie. Der Rand ist verbeult und zum Teil verkokelt (Kochen und Kommunizieren gleichzeitig ist nicht empfehlenswert), und auf der Rückseite löst sich die durchsichtige Schutzschicht auf und bröckelt ab. Ich hätte natürlich von Anfang an eine Handyhülle nutzen und mein Smartphone in Schale schmeißen können, aber ich trage es immer in der vorderen Hosentasche. Mehr Platz als für das Handy selbst ist da einfach nicht.

Am Anfang habe ich das gute Stück behandelt wie ein rohes Ei. Täglich das Display poliert, Staub weggepustet. Heute - zwei Jahre und diverse Flugrunden vom Rennrad-Navihalter Richtung Asphalt später - ist mir die Schönheit des Telefons schnurzegal. Hauptsache, es funktioniert noch. Allerdings vergesse ich dabei einen wichtigen Aspekt: Cool aussehen tut mein Handy nicht (mehr). Dabei legen Smartphone-Besitzer sehr großen Wert darauf, wie ich bei meiner Feldstudie auf der Kölner Domplatte gelernt habe. Wenn schon kaputt, dann wenigstens mit Stil, zum Beispiel in Form einer "Spider-App", aber dafür mit schicker bunter Hülle drum herum.

Handyhüllen; Rechte: WDR/Horn

Bumper wie die von Kornelia und Ramona, die als Gummipuffer rund um den Handyrand das Telefon bei Stürzen schützen sollen, gibt es in diversen Größen und Farben. Hätte ich nehmen können, aber dann rutscht das Handy nicht mehr so gut in meine Hosentasche.

Handyhüllen: Rechte: WDR/Horn

Das Gleiche gilt auch für sogenannte Zweikomponentenhüllen mit Innenschutz und Hard-Case für außen, so wie Alex und Flo sie haben. Dann kann ich ja gleich einen Extra-Rucksack für den Handytransport mitnehmen. Nein, danke.

Handyhülle; Rechte: WDR/Horn

Ob die Hüllen, die vor Strahlen schützen sollen, handlicher und stabiler sind und wirklich was bringen, weiß ich nicht. Das WWW: Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt sie zumindest. Es reicht aber theoretisch auch, wenn das Handy den WWW: SAR-Wert, die sogenannte Spezifische Absorptionsrate, nicht überschreitet, also die Strahlung unter einem festgelegten Wert bleibt. Ich habe eine super Idee: Ich habe meine Macken im Handy selbst kreiert - wieso sollte ich mir also nicht auch ein eigenes Handy bauen? Oder besser gesagt, drucken! Schließlich gibt es 3D-Drucker und entsprechende Vorlagen für gedruckte Handyhüllen auch. Manche Handyhersteller bieten auch individualisierbare 3-D-Druckideen für Schutzhüllen zum Download an. Die nötigen Programme wie zum Beispiel die App Cubify (iOS) oder SketchUp von Google gibt es auch. Und es gibt Werkstätten, in denen ich als Mitglied die vorhandenen 3-D-Drucker nutzen darf.

Polychemy iPhone-Case vs Socke; Rechte: WDR/Horn

Wenn man WWW: Nudeln, Autos und Schminke drucken kann, Kinderspielzeug und sogar Waffen in 3-D drucken kann, dann werde ich wohl auch mein eigenes Handy drucken können. Selbstverständlich stoß- und wasserfest.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Dienstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Echt lustiger Beitrag. Gibt's auch Sommer- und Winterkleidung fuer Handys? Das mit dem Strahlenschutz, naja. Ich finde ohnehin, die Angst vor Handystrahlen ist highly overrated.

Sven am 30.09.14 15:19

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Sonntag, 28.09.2014

Steven Soderberghs Version von Indiana Jones

Regisseure gehen nicht nur auf Partys und geben Schauspielern Anweisungen, was sie zu tun haben. Sie machen sich vor allem sehr konkret Gedanken über den Aufbau ihres Films - und die genaue Komposition jeder einzelnen Filmszene durch die Kamera. So etwas wird in Fachkreisen WWW: Staging genannt. Welchen ungeheuren Effekt Staging hat, das wollte Star-Regisseur Steven Soderbergh zeigen.

Soderbergh hat sich den Film Indiana Jones aus dem Jahr 1981 geschnappt, ein echter Klassiker, und hat ihn der Farbe beraubt. Er hat aus einem Farbfilm einen Schwarzweißfilm gemacht. Danach hat er komplett andere Musik unter den Film gelegt. Indiana Jones wirkt dadurch komplett anders - und man achtet auch viel mehr auf die kameratechnischen Details im Film. Spannendes Projekt. Den kompletten Film, fast zwei Stunden lang, kann man WWW: hier auf der Webseite von Soderbergh anschauen.

Indiana Jones in Schwarzweiß; Rechte: Steven Soderbergh
Indiana Jones in Schwarzweiß: Soderberghs Version des Klassikers

Wieviel Kohle ist geflossen für diese Werbung? Immerhin befinden wir uns auf einer Seite des WDR.

Urs am 28.09.14 14:20

Ach je-windows muss auf einige Menschen eine echt fatale Wirkung haben noech @Urs?Geld fuer den Hinweis auf ein privates Project eines regisseurs=kostenlos anzusehendes Schwarz\Weiss|Stummfilm remake eines alten Films?ROFL der "Arme"Soderberg-dann hat er also auch dem Guardian etwas gezahlt und all den anderen? Pruusst

Robin am 29.09.14 6:30

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Sonntag, 28.09.2014

DAMN YOU AUTOCORRECT


Regelmäßig treibt mich eine Funktion meines Smartphones zur Weißglut: Autocorrect - mit seinen überaus nett gemeinten Vorschlägen zur Rechtschreibung und Wortwahl. Eine Funktion, hinter der ein sinnvoller Hintergedanke steckt, nämlich die Fehlerquote von Vertippern beim SMS und Mail schreiben auf dem Smartphone zu senken. Allerdings sieht das in der Praxis ganz anders aus. "Nicht ganz ausgereift", könnte man es formulieren. Oder aber, was ich meinem Gerät manchmal entgegenschreien möchte: DAMN YOU AUTOCORRECT. Ja, es treibt mich zur Weißglut - und nein, bisher habe ich es noch nicht ausgeschaltet. Aber ich bin tatsächlich kurz davor. Ich setze nun noch eine leise Hoffnung in die "versteckte Lernfähigkeit" des Autocorrect vom iPhone. Bei meiner Suche im Web nach Leidensgenossen bin ich auf folgende Möglichkeit gestoßen, dem kleinen "Rechtschreibe-Ass" in meinem Smartphone noch etwas beizubringen (obwohl es eigentlich gar nichts lernen möchte).

damnyouautocorrect.jpg

Ein gewisse Erica Sadun machte schon im Jahr 2009 (wie gesagt: neu ist das Problem nicht) die Entdeckung, dass das iPhone unter gewissen Umständen bereit ist, neue Wörter zu erlernen - sofern man ein Hintertürchen öffnet.
Zum Beispiel: Das zugegebenermaßen antiquierte Wort "Telefonzelle" möchte mein iPhone mir nicht vorschlagen, ebenso wenig wie das Wort "Spaßbarometer". Dank Erica weiß ich nun, dass - sofern ich mir die Mühe mache diese Worte in die iPhone-Suche einmalig einzutippen (ohne tatsächlich mein iPhone nach diesen Wörtern zu durchsuchen) - ich bei meiner nächsten Textnachricht beim Eintippen des Wortes die Möglichkeit habe dieses über Autocorrect auszuwählen. Kompliziert? Ne, gar nicht...

suche_iphone.png

Leider ändert das immer noch nichts an meinem Problem öfters mal SMS zu verschicken, in denen bei zu schnellem Klick auf "Senden" Worte, wie "Mops" statt "Nope" rausgehen.
So wirklich zufrieden stellen mich die Lösungsansätze (Autocorrect ausstellen oder komplizierte Umwege gehen) nicht. Daher mache ich meinem Ärger nach altbewährtem Muster Luft: #DAMNYOUAUTOCORRECT! Nichts neues - die entsprechende, gleichnamige Plattform gibt es schon ewig, kein Problem wird dadurch gelöst, aber es ist nach wie vor unglaublich befreiend seinen Unmut herauszuposaunen.
Wem es ähnlich geht, der möge mir folgen und nutze den Hashtag #DYA oder #DAMNYOUAUTOCORRECT für seine "Tipp-Ärgernisse". Denn wenn wir das Problem schon nicht aus der Welt schaffen können, sollten wir uns zumindest über die haarsträubenden Vorschläge amüsieren.

aufruf.jpg

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