Dienstag, 11.02.2014

Anti-NSA-Tag und keiner kriegt' s mit?

Eigentlich ist es ganz einfach: WWW: thedaywefightback.org in seinem Browser aufrufen, die eigene Mailadresse und sein Herkunftsland als Zeichen seiner Unterstützung eingeben (JA, natürlich liest das auch die NSA) und zusätzlich den Button seiner Wahl anklicken, um die Botschaft über das gewünschte soziale Netzwerk zu teilen. Und schwups, schon habe ich mich mit allen anderen auf der Welt solidarisch gezeigt, die der Meinung sind, dass eine flächendeckende, verdachtslose Überwachung durch die NSA undemokratisch und gefährlich für jeden Rechtsstaat ist.

Ein internationales Bündnis aus fast 6.000 Unternehmen, Medien, Initiativen und Netzplattformen hat dies bislang getan. Unterstützt den Aufruf, dass man (wortwörtlich übersetzt) "zurückschlagen" werde. Kündigt an, dass man es nicht mehr tatenlos hinnehmen will, ohne Anlass abgehört und beobachtet zu werden. Deshalb soll heute weltweit gegen die illegale Überwachung der NSA protestiert werden.
Aktions-BAnner der 'The Day we fight back'-Initiative

Zu den Unterstützern gehören Greenpeace, die Washington Post, Amnesty International, der Guardian, die Mozilla-Foundation (die den Firefox-Browser vertreibt) sowie große amerikanische Bürgerrechtsbewegungen. In den USA kann über die Webseite der Organisatoren auf Wunsch sogar direkter Kontakt zum zuständigen Abgeordneten aufgenommen werden. Leider fehlen, anders als vor zwei Jahren, als WWW: die Aktion erstmals weltweit für Aufmerksamkeit sorgte, diesmal Google und Wikipedia im Unterstützerkreis. Und auch wer in der Unterstützerliste nach bekannten deutschen Unternehmen oder Medien sucht, wird kaum fündig.

Apropos fündig werden: Wer heute morgen nach „The day we fight back" googelte, bekam nicht einmal zwei Dutzend Nachrichtenseiten im deutschsprachigen Internet aufgelistet. Außer WWW: einem Beitrag auf Spiegel Online fand sich um 10 Uhr kein einziger Beitrag einer größeren deutschen Nachrichtenredaktion, leider auch nichts vom WDR. Der WWW: „Safer Internet Day" hingegen, eine staatlich finanzierte Aufklärungskampagne, die im Grunde nicht viel mehr sagt als „Achtung, auch im Internet wird betrogen und gelogen", liefert weit über 3.000 Treffer. Ich befürchte, viele von uns haben den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt.

Kein Wunder,denn"wir"schnueffeln ja auch und liefern der NSA zu!Keiner "unserer Journalisten"(bis auf einige Wenige)will sich unbeliebt machen,denn schliesslich gehoeren ja die Medien genau den Leuten die dafuer Sorgen das die Regierungen dieser Welt ihre Buerger ueberwachen-unter dem Vorwand der Terrorismus bekaempfung!Ist schon ein Wunder so eine"Aufklaerungs Kampnge wie der"Safer Internet day"-da ja Google,Fratzenbuch &Co. nur eine Art"privater NSA"sind und die Herrschenden kraeftig schmieren.

Robin am 11.02.14 17:18

Unglaublich, diese ständige Naivität: Der Kuchen möchte sich präsentieren und nun sollen alle Krümel sich sammeln. Pah, das kann er vergessen, der Kuchen. Der existiert doch in Wirklichkeit gar nicht. Und gegen die Schnüffelei ist man ja - de facto. Ich habe den Beitrag auf Spiegel-Online heute morgen übrigens auch gelesen. Und ich war erleichtert, dass nicht alle gleich auf diesen Zug aufgesprungen sind. Sonst hätte ich womöglich meine Homepage auch noch schnell umgestalten müssen, um im Einklang mit der "Netzgemeinde" zu sein.

Ich habe mir heute die "Strengsten Eltern der Welt" angeschaut: Ohne Elektronikspielzeug auf dem Balkan. Eine Therapie die ich mir auch für andere Wirrköpfe vorstellen kann. Endlich mal malochen. Sich nützlich machen.
Apropos Nutzen: Das Internet kommt sehr wohl ohne die Spaßgemeinde und ohne die Überwachungsgemeinde aus. Aber so ist halt das Internet: Jeder kommt rein. Jeder. Ob Mörder, Päderast, Stalker, Terrorist oder Spion. Ein Sumpf. "Bin ich schon drin?"

Dominik am 11.02.14 19:07

"Ich befürchte, viele von uns haben den Ernst der Lage noch immer nicht erkannt." Wohl war, Herr Domke. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie sehr mir dieses Thema am Allerwertesten vorbei geht. Ich lebe inzwischen in einer Diktatur, in der jeder, der abweichende Meinungen vertritt, verteufelt und diffamiert wird. Wäre ich ein paar Jahre jünger, würde ich noch heute in die USA auswandern, und meine neue Heimat patriotisch unterstützen.

Hans am 11.02.14 21:13

@Hans-sicher das du nicht doch "Horst"heisst?

Robin am 12.02.14 10:39

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Freitag, 31.01.2014

"Happy" kennt keine Grenzen

Paris, Sydney, Prag, Berlin. Gestern dann Köln und am Freitag München. Täglich werden derzeit neue Videos veröffentlicht, die alle eins gemeinsam haben: Menschen springen darin wild tanzend zum Song "Happy" durch die Straßen ihrer Stadt. WWW: Eine neue Website bündelt die inzwischen über 100 Clip-Versionen des Gute-Laune-Lieds.
Darunter befindet sich natürlich auch die Dom-Variante:

Angefangen hat alles WWW: mit dem fantastischen "24 Hours of happy"-Projekts. Zusammengesetzt aus unzähligen Amateur-Videos, in denen Menschen aus aller Welt (meist allein) vor der Kamera zu dem Song "Happy" von Pharrell Williams tanzen, entstand das längste Musikvideo der Welt: Wer Lust hat, kann sich individuell und interaktiv 24 Stunden lang durch die einzelnen Clips scrollen. [Und das macht richtig Spaß!].

Screenshot der Webseite 'We are Happy'

In den Wochen danach breitete sich das Tanzfieber über alle Grenzen hinweg aus: Tanzbegeisterte zogen durch die Städte, um ihre eigene Happy-Version mit der Kamera aufzuzeichnen. WWW: Zimmermädchen tanzen durch ein arabisches Hotel, WWW: Studenten über einen amerikanischen Campus und WWW: Kellner durch ein südafrikanisches Restaurant: Dass der Song ansteckend wirkt, ist nicht nur den derzeit 125 unterschiedlichen Clips anzusehen. Auch meine Laune war am Ende der Youtube-Session deutlich besser als vorher. Einer meiner Favoriten ist übrigens diese Version aus Lausanne:

Wer sich am Wochenende alle Varianten angucken will, sollte sich allerdings zehn Stunden frei halten. :-)

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Freitag, 24.01.2014

Singende Puppen im Weltall

Nicht nur ich saß fasziniert vor dem Videoclip, als der kanadische WWW: Astronaut Chris Hadfield WWW: im Mai 2013 mit seiner Gitarre durch die ISS-Raumstation schwebte und "Space Oddity" von David Bowie coverte. Über 20 Millionen Mal wurde das Video seitdem abgerufen.

Zwei Internetvideostars, die ebenfalls Millionen Menschen mit Ihren Videos erreichen, haben nun WWW: ein Mashup des Hadfield-Hits veröffentlicht. Aus dem Gesangs-Solo wird dank der WWW: Handpuppen Glove&Boots ein sehr sympathisches Trio.

Und was machte Chris Hadfield, als er das Mashup im Netz entdeckte? Schließlich handelt es sich juristisch betrachtet um eine Urheberrechtsverletzung. Er teilte es über die sozialen Netzwerke mit seinen Fans. :-)
Die im Video zu sehenden Experimente von Chris Hadfield sind übrigens ebenfalls sehr sehenswert und WWW: im Youtube-Channel des Kanadiers zusammengestellt. Eines meiner Highlights: Was passiert, WWW: wenn ein nasser Lappen in der Schwerelosigkeit ausgewrungen wird.

Natürlich kann ich in diesem Beitrag das wohl wichtigste Werk von Glove&Boots nicht unerwähnt lasseb: Ihren höchst amüsanten, dennoch völlig ernst gemeinten Appell gegen die Unsitte vertikal gefilmter Handyvideos:

[Zumindest für iPhone-Besitzer gibt es aber inzwischen Hilfe WWW: in Form einer App, die das schlimmste verhindert.]

jawoll!!!

michel am 25.01.14 14:22

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