Donnerstag, 18.12.2014

Die Cyberbrille für jedermann

Die Datenbrille Google Glass kennt mittlerweile wohl jeder. Nicht unbedingt vom Selbsttragen, das machen bei uns in Deutschland immer noch vergleichsweise wenige Menschen, aber doch vom Sehen, Hören, Drüberlesen. Auch Blog: hier bei uns im Digitalistan-Blog. Doch das Image der Google Datenbrille ist angeknackst. Selbst in den USA werden Menschen schief angeguckt, die Googles Hightech-Brille auf der Nase haben. Der Grund liegt auf der Hand: Niemand kann wissen, ob der Brillenträger gerade Fotos oder ob er Videos macht. Und das ist vor allem eins: unangenehm für alle anderen.

Sony macht normale Brillen zu Datenbrillen; Rechte: Sony
Sony macht normale Brillen zu Datenbrillen


Aufsatz für herkömmliche Brillen
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Alternative, die von WWW: Sony jetzt vorgestellt wurde. Denn Sonys Lösung ist keine Datenbrille an sich, sondern eine Art "Plug-in": ein Aufsatz, den man an jede herkömmliche Brille bei Bedarf aufstecken kann. Die Sonnenbrille wird damit zur Cyberbrille - wenn man möchte in wenigen Sekunden. Das OLED-Display hat eine Größe von 0,23 Zoll und bietet 640x400 Pixel. Auf der CES soll man die Brille zum ersten Mal sehen können.

Großer Vorteil von Sonys Lösung: Der Aufsatz lässt sich ganz leicht auch wieder entfernen. Und aus der vermeintlichen Überwachungsbrille wird wieder eine ganz normale, herkömmliche, harmlose Brille. Schwerpunkt bei Sonys Brillenversion ist der Einsatz von Blog: Augmented Reality. Ganz so schick wie Googles Version sieht die Sony-Brille zwar nicht aus, aber sie kann sich trotzdem sehen lassen. Allerdings bietet auch Google mittlerweile die Möglichkeit, WWW: Glass mit einem Brillengestell zu ordern.

Auch Google bietet verschiedene Modelle an; Rechte; Google
Auch Google bietet verschiedene Modelle an

Brillenträger an den Bewegungen erkennen
Wer eine Datenbrille trägt und damit Videoaufnahmen macht, sollte wissen: Allein sein Blick, macht ihn erkennbar. Wissenschaftler haben es jetzt geschafft, Träger eine GoPro-Kamera allein anhand ihrer Kopfbewegungen zu erkennen. Man sieht denjenigen nicht, der die Kamera bedient (oder ihr als lebendiges Stativ dient), kann aber trotzdem mit geeigneter Software anhand seiner Bewegungen identifiziert werden. Jeder bewegt seinen Kopf offensichtlich anders.

So wie Stimme oder Fingerabdruck verraten auch die Wackler beim Halten oder Tragen einer Kamera eine Menge über denjenigen, der filmt. Professor Shmuel Peleg und Yedid Hoshen von der Hebrew University in Jerusalem haben das in WWW: einer Forschungsarbeit herausgefunden. Wer also Videos dreht und sie ins Netz stellt, darf künftig nicht mehr auf Anonymität hoffen. Zwar haben sich die Forscher erst mal mit auf den Kopf montierten Kameras beschäftigt, die Erkenntnisse funktionieren aber auch für alle anderen am Körper getragenen Kameras. Aber vermutlich wird es schon bald Apps geben, die Wackler korrigieren und andere Störungen einfügen, um diese Rückverfolgbarkeit zu unterdrücken.

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Mittwoch, 17.12.2014

Facebook will Fotos aufpimpen

Soll man jubeln oder sich graulen? Facebook hat eine neue Funktion eingeführt. Wie der in diesen Dingen in der Regel bestens informierte Blog Techcrunch schreibt, will Facebook ab sofort schlechte Fotoaufnahmen automatisch optimieren, noch bevor die Bilder in der Timeline landen. Ein zu dunkles Selfie, ein Schnappschuss mit zu wenig Kontrast oder Schärfe wird von den gnadenlosen Filtern des Facebook-Imperiums erkannt - und die Aufnahmefehler werden korrigiert.

Fotofilter machen aus schlechten Fotos gute; Rechte: Google
Fotofilter machen aus schlechten Fotos gute


Automatische Korrektur
Das klingt verlockend. Denn längst nicht jede Aufnahme, die man in der Facebook-Timeline sieht, lässt einen frohlocken. Nicht jeder, der mit seinem Smartphone Fotos machen kann, hat ein Auge für die passende Beleuchtung, geschweige für einen gelungen ausgewählten Bildausschnitt. Doch Facebook will uns vor diesen Zombie-Fotos bewahren - und aus misslungenen Aufnahmen im Handumdrehen und vor allem automatisch gute Aufnahmen machen. Immerhin: Wem die automatische Korrektur nicht gefällt, kann sie per Schieberegler auch relativieren oder komplett zurücknehmen.

Facebook macht das nicht auf den Servern, sondern nimmt die Optimierung direkt in der App vor. In der iOS-Version von Facebook ab heute, die Android-Version und andere Apps sollen bald folgen. Angeblich ist alles im Interesse der User. Denn ein Algorithmus kann ein Bild schneller und technisch gesehen besser optimieren als ein Mensch. Die Frage ist allerdings auch: Muss ein Foto denn wirklich immer aus technischer Sicht perfekt sein? Gerade bei Schnappschüssen sehe ich das nicht unbedingt so.

Neue Filter und Funktionen in Instagram; Rechte: Instagram
Neue Filter und Funktionen in Instagram


In Social Media dreht sich alles ums Foto
Alle Social Media Dienste richten ihr Augenmerk derzeit auf das Thema Foto. Twitter hat gerade erst die Filterfunktion optimiert, die es erlaubt, Fotos einen neuen Anstrich zu geben oder sie mit Effekten zu versehen. Und der vor allem bei Jugendlichen beliebte Chat-Dienst Snapchat hat einen WWW: Dual-Filter eingeführt. Auch Instagram hat gerade erst fünf neue Filter (Slumber, Crema, Ludwig, Aden und Perpetua) an den Start gebracht, die das Nachbearbeiten von Fotos im Smartphone erlauben. Irgendwie wollen sie alle den Spaß am Foto vergrößern.

Eine automatische Korrektur oder Optimierung finde ich trotzdem nicht gut. Optional - gerne. Aber automatisch? Nein. Wo soll das hinführen? Demnächst werden Postings auf Tippfehler überprüft, später auf guten Geschmack oder Witz abgeklopft - und automatisch "angepasst", wenn es Mark Zuckerbergs Konzern nicht passt. Was denkbar ist, sollte nicht für unmöglich gehalten werden.

Na schoen, aber was ist mit Spezialfotografie ? Ich stelle gerne meine Astrofotos auf Facebook ein. Wenn da jetzt ein Algorithmus meint, das Bild sei unterbelichtet, weil die meisten Pixel ja dunkelgrau bis schwarz sind, dann wird das Bild ganz schoen verhunzt. Es ist wie beim alten Fotografengrundsatz: Die beste Automatik ist die, die sich abschalten laesst.

Inglaterra am 18.12.14 11:00

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Montag, 15.12.2014

Die Welt und ich

Sich selbst mit Fitness-Trackern zu vermessen und zu beobachten liegt voll im Trend. Es gibt aber Fragen, die kann auch so ein Fitness-Tracker nicht beantworten. Etwa, wie oft das eigene Herz bereits geschlagen hat - oder um wie viel die Weltbevölkerung seit der eigenen Geburt zugenommen hat. Eine neue Webseite der BBC kann das aber: WWW: Your life on earth verrät genau solche Fakten.

Mein Herz hat übrigens bereits zwei Milliarden Mal geschlagen (unglaublich), das Herz eines Blauwals in derselben Zeit nur 157 Millionen Mal. Die BBC-Seite präsentiert jede Menge interessanter, spannender und verblüffender Fakten über einen selbst, etwa, den wievielten Geburtstag man auf dem Merkur feiern würde, wie viele Milliarden Kilometer man als Erdenbürger bereits zurückgelegt hat (um die Sonne, durch das Weltall) und vieles andere mehr.

Besonders charmant an dem Projekt ist aber: Die BBC-Seite relativiert die eigene Wichtigkeit durch den Blick auf die Welt um einen herum. Man erfährt zum Beispiel, wie viele Tierarten seit der eigenen Geburt ausgestorben sind, in wie vielen Jahren es kein Öl oder keine Kohle mehr gibt, wie stark die Weltmeere angewachsen sind und noch anwachsen werden und vieles andere mehr. Somit regt die wirklich empfehlenswerte Seite auch zum Nachdenken an. Und die Daten lassen sich per Twitter oder Facebook teilen.

myearth.png
BBC-Angebot: Das ganze Leben in Zahlen

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