Mittwoch, 02.09.2015

Das Smartphone von morgen

Der Smartphone-Markt boomt! Die Leute scheuen auch nicht vor richtig teuren Geräten zurück. Die wahren Preise für die Hardware sind oft in den monatlichen Gebühren der Mobilfunkrechnung versteckt - bezahlen muss man die Geräte aber trotzdem. Kein Wunder, dass auch Unternehmen ihr Glück versuchen, die schon lange keine Handys mehr gebaut haben. Unternehmen wie Siemens. Die noch vor dem offiziellen IFA-Start überraschend vorgestellten Gigaset-Modelle mit Android-Betriebssystem, die preislich zwischen 350 und 550 EUR liegen, belegen eindrucksvoll: Wer gute Ideen hat, kann sich noch auf den Markt wagen.

Gigaset Me: Drei Modelle im mittleren bis oberen Preissegment; Rechte: Gigaset
Gigaset Me: Drei Modelle im mittleren bis oberen Preissegment


Ultra-HD auf einem Mini-Display macht kaum Sinn
Gigaset versucht mit Features zu punkten: HD-Display, Fingerabdruck-Sensor, Hifi-Sound - das spricht die anspruchsvollen Käufer an. Andere Hersteller machen es genauso. Vor allem Kamera und Display werden aufgerüstet. Ob Sony, LG oder Samsung: Alle bringen Smartphones mit 4K-Display heraus. Ultra-HD macht auf einem Smartphone zwar nicht wirklich Sinn, denn wer kann schon auf einem Retina-Display mit 5,5 Zoll Diagonale ernsthaft einen Unterschied zwischen HD und UHD ausmachen, aber angeboten wird es trotzdem. Nicht zuletzt, weil auch die Kameras in den Geräten besser werden. Auch hier entwickelt sich 4K als Standard im Luxusbereich.

Damit solche Displays mit Inhalten gefüttert werden können und sich so ein Smartphone auch würdevoll bedienen lässt, sind schnelle Prozessoren erforderlich, solche am oberen Ende der Leistungsskala. Das schraubt die Ansprüche insgesamt nach oben. Apple macht um die IFA einen großen Bogen und will nächste Woche (am 9. September) neue iPhone-Modelle vorstellen. Insider erwarten auch von Apple vor allem eine bessere Kamera mit 12 Megapixel. Das wird die Aufnahme von UHD-Videos erlauben.

Neue Modelle im Highend-Segment bieten 4K-Kameras; Rechte: Sony/xperiaz5sony.com
Neue Modelle im Highend-Segment bieten 4K-Kameras


Fingerabdruck und mehr
Fingerabdruck-Sensoren werden jedenfalls auch immer beliebter. Die Sicherheitsbedenken machen nach und nach dem Pragmatismus Platz. Denn ein Fingerabdruck ist auch nicht unsicherer als ein PIN, möglicherweise sogar sicherer - und auf jeden Fall bequemer. Positiv zu bewerten ist außerdem, dass die Grenzen zwischen den Welten aufweichen. Wer ein iPhone hat, muss jetzt nicht mehr zwingend eine Apple Watch benutzen. Googles Mobil-Betriebssystem Android Wear für Smartwatches ist künftig auch in der Lage, mit einem iPhone oder iPad zu kommunizieren. Bei Apple ist man noch nicht so weit, auch umgekehrte Angebote zu machen. Die Apple Watch spricht nur mit iOS.

Die IFA zeigt: Der Smartphone-Markt ist stark in Bewegung. Kein Hersteller kann sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Jeder muss seine Hausaufgaben machen und versuchen, einen guten Mix aus Hightech und Innovation hinzubekommen - und das bei einem vertretbaren Preis. Für uns Konsumenten ist das gut. Wie haben eine immer größere Auswahl.

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Montag, 31.08.2015

Jetzt geht der Eyeball-War erst richtig los

Am Freitag beginnt in Berlin die IFA. Da dreht sich dann für einige Tage alles um Hightech, Unterhaltungselektronik und natürlich auch um Inhalte. Denn was nützt schon die schönste Technik, wenn es nichts zum Anhören und vor allem Anschauen gibt? HD-Fernseher ohne HD-Filme sind sinnlos. 4K-Fernseher ohne 4K-Inhalte ebenso. Wie wir alle wissen, mischt der Streamingdienst Netflix die Unterhaltungsbranche ganz schön auf. Der Erfolgskurs des US-Unternehmens macht wohl auch andere neugierig. Von Apple munkelt man, das Unternehmen denke auch über eigene Serien und Filme nach. Und YouTube plant offenbar eine Paywall für hochwertige Inhalte.

Apple TV: Der Konzern plant offensichtlich einen Streamingdienst mit eigenen Inhalten; Rechte: Apple
Apple TV: Der Konzern plant offensichtlich einen Streamingdienst mit eigenen Inhalten


Netflix und Amazon bekommen Konkurrenz
Netflix ist nicht der einzige Onlinekonzern, der in eigene TV-Inhalte investiert. Serien wie "House of Cards" oder "Orange is the new black" sind längst weltbekannt. Auch Amazon geht diesen Weg, um seinen Videokanal zu pushen - und das bei uns nicht ganz so bekannte Hulu. Exklusive Inhalte sind gut fürs Geschäft. Nun gesellt sich eines der finanzstärksten Unternehmen der Welt dazu. Wie verschiedene Medien wie WWW: Variety und WWW: andere berichten, führt Apple bereits konkrete Gespräche in Hollywood. Das dürften keine Kaffeekränzchen gewesen sein. Apple will also offensiv einsteigen in den Markt.

So macht Apple das in letzter Zeit häufiger: Andere bereiten einen Markt, dann betritt Apple die Bühne. Spotify hat durch Blog: Apple Music Konkurrenz bekommen - und jetzt erlebt Netflix, wie es ist, einen Megakonzern als Konkurrenten zu haben. Für uns Konsumenten kann das nur gut sein, denn das dürfte das Niveau der Produktionen nur noch weiter anheben - und die Kosten für die Streamingdienste im Zaum halten. Das aber wiederum nur, wenn die Konkurrenz nicht platt gemacht wird. Was im Fall von Netflix wohl kaum zu erwarten ist. Bislang bietet Apple keine eigenen Inhalte an und die übrigen auch nur mit Paywall: Man zahlt für jeden abgerufenen Film. Schon bald ist aber nun wohl mit einem eigenen Streamingdienst zu rechnen.

Youtube Logo; Rechte: dpa/Picture Alliance
Was Youtube kann und was nicht, liegt im Auge des Betrachters


YouTube setzt auf Bezahlinhalte
Aber auch Google will nicht nur auf der Tribüne sitzen und zuschauen, sondern aktiv mitmischen. YouTube ist die Video-Plattform schlechthin: Über eine Milliarde Menschen nutzen YouTube aktiv. Doch die damit erzielten vier Milliarden Dollar Umsatz im Jahr bedeuten noch keine schwarze Null für den Konzern. Also muss etwas passieren. Eine Paywall für Premium-Content wird daher immer wahrscheinlicher: Videoanbieter könnten dann entscheiden, ob sie ihre Inhalte kostenlos und werbefinanziert anbieten wollen oder ob sie lieber konkret Geld nehmen, dafür aber auf Werbung verzichten.

Einen richtigen Schub dürfte so ein Angebot erst dadurch bekommen, dass Google hochwertige Pay-Inhalte vorstellt. Das könnten bereits bekannte Sendungen sein, die man den Fernsehsendern abkauft, später wird es aber zweifellos auch eigene Serien oder Filme geben. YouTube hätte es am leichtesten, für die eigenen Produktionen die Werbetrommel zu rühren. Der Kampf um die Aufmerksamkeit der User, in der Szene schon mal gerne "Eyeball War" genannt, geht also jetzt erst so richtig los.

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Sonntag, 30.08.2015

10.000 Kilometer aus dem Fenster gucken

Foto ist nicht gleich Foto. Es gibt unzählige Techniken: Man kann schwarzweiß oder in Farbe fotografieren, analog oder digital, und dann gibt es auch noch Panoramafotos, 360-Grad-Aufnahmen und WWW: Slitscans. So nennt sich sich eine Aufnahmetechnik, bei der durch einen schmalen Schlitz fotografiert wird. Immer nur ein winziger Ausschnitt der Welt. Wenn man sich dabei bewegt, verschwinden bei Fotos die Konturen, bei einem Film fließen die Farben ineinander. Wer sich schlau machen möchte, wie das funktioniert: Hier gibt es WWW: ein englisches YouTube-Tutorial.

Slitscan: Fotografieren durch einen Schlitz; Rechte: Benjamin Blundel
Slitscan: Fotografieren durch einen Schlitz

Bislang hat man die Slitscan-Technik vor allem in analogen Bereich eingesetzt. Jetzt hat der Künstler Benjamin Blundel digital gesclitscant. Das Ergebnis: Ein ungewöhnliches großes Foto. Denn Blundel hat 10.000 Kilometer Fahrtstrecke mit der transibirischen Eisenbahn in einem (!) Foto festgehalten. Eine fazinierende Aufnahme, in die man beliebig hinein zoomen kann. Spannende Bildeindrücke - und man erfährt immer, wo genau der jeweilige Ausschnitt des Bildes entstanden ist. Die rund 200 Gigabyte an Bilddaten sind zu 10.000 Kilometer in WWW: einem Foto verschmolzen.

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