Sonntag, 27.07.2014

Dolmetscher für Audios und Videos

Wer wie ich viel im Web unterwegs ist, der lädt ständig irgendwelche Dateien herunter. Das Problem dabei: Es gibt unzählige unterschiedliche Dateiformate. Vor allem in den Bereichen Audio und Video ist die Chance groß, eine Datei zu haben, mit der man nicht viel anfangen kann - oder eine weitergeben zu wollen, die aber in einem ganz bestimmten Dateiformat vorliegen muss.

In solchen Fällen muss man die Datei konvertieren - in ein anderes Format. Das Angebot an Konvertierungsdiensten im Netz ist riesig. Aber der WWW: Online Video Converter ist ein Bookmark wert. Hier lassen sich Dateien nicht nur vom eigenen Rechner laden, sondern auch Dateien aus Dropbox, Google Drive oder Drive OneDrive laden. Per Knopfdruck entsteht dann das Videoformat, das man möchte. Auch für Mobilgeräte. Und wer ein Audio konvertieren muss: Kann der Onlinedienst auch. Like.

Online Video Converter; Rechte: WDR
Online Audio- und Videodateien konvertieren

Vielleicht ein bisschen aufwendig, nicht wahr? Man hat also diesen 1,7GB Urlaubsfilm als HD Aufnahme vom Mobiltelefon, den man gerne für Oma auf DVD brennen würde. Also 1,7 GB stundenlang hochladen, konvertieren und dann wieder ewig herunter laden? Noch dazu irgendwelchen fremden Betreibern den eigenen Film hochladen? Und was machen die dann damit?

Wie wäre es denn einfach das Programm "avidemux" (kostenlos, Open Source für Windows, Linux, Mac) herunter zu laden, den Film auf dem eigenen Rechner zu konvertieren und gut ist.

Alles andere ist doch Quatsch.

Jan am 28.07.14 10:26

@jan: Keine Frage. Aber manchmal ist sowas auch online praktisch, bei kleinen Filmen und/oder wenn man an einem Rechner sitzt, der eben ohne diese Software ausgestattet ist.

Jörg Schieb am 28.07.14 12:23

Das hört sich erst einmal gut an, den Link habe ich schon einmal als Bookmark in der Leiste. Werde einmal bei Gelegenheit die Sache testen. Hier geht es ja auch noch um andere Dateien als Moviformate die man mit dem empfehlenswerten kostenlosen VLC Player abspielen kann.

MG am 28.07.14 12:25

Ach je-da hat wohl jemand noch nie von dm K-lite codec pack gehoert und auch nicht von Super:
Unterstütze Formate: 3GP/3G2, AMV, ADF, AVI (DivX, H263, H263+, H264, XviD, MPEG4, MSMPEG4), DAT, FLI, FLC, FLV, M2T, MKV, MPG (MPEG-I, MPEG-II, VCD, SVCD), MOV (H263, H264, MPEG4, SVQ), MP4 (H263, H264, MPEG4), NSV, OGG, QT, RM, RAM, RMVB, STR, SWF, TS (HDTV),M2TS (Blu-ray),HD TS, VIV, VOB, WMV, AAC, AC3, AMR, MP2, MP3, MP4, MMF, MPC, OGG, RA, WAV, WMA.Btw. ein Blick in's netz zeigt schon bei der Chip die links zu 100 solcher converter.Aber gut,wer staendig iPhones propagiert den kann man sowieso nur noch als NSA Unterstuetzer Ernst nehmen.

Ach je am 29.07.14 14:28

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Freitag, 25.07.2014

Warum mich Wikipedia frustriert

Früher, da hatten viele ein 20-bändiges Nachschlagewerk zu Hause stehen. Manchmal in Leder, meistens im Wohnzimmer - damit auch alle das Schmuckstück gut sehen können. Besitzerstolz. Etwas nachzuschlagen, das war nicht nur zeitaufwendig, es war vor allem ein Ereignis. Ich habe immer liebend gerne reingeguckt. Denn beim Nachschlagen, da wagt man irgendwie einen Blick ins Wissen der Welt. Spannend. Doch dieses besondere Gefühl ist passé. Gedruckte Lexika sind Geschichte. Dafür gibt es Wikipedia. Kostenlos. Always online. Sich dort schlau zu machen, geht blitzschnell und ist kinderleicht. Einfach die Frage in den Browser tippen - fertig. Wikipedia gibt artig Antwort.

Wikipedia mit Lupe; Rechte: dpa/Picture Alliance
Wikipedia: Nachschlagewerk für alle - aber nicht durch alle


Und (fast) alle dürfen mitmachen
Ich habe mich an Wikipedia als Auskunftei gewöhnt - und ich habe Wikipedia auch schätzen gelernt. So weit, so gut. Mittlerweile stelle ich mir aber immer öfter eine Frage, die mir Wikipedia nicht beantworten kann. Nämlich: Welche Art von Antwort bekommen wir da eigentlich, wenn wir online etwas nachgucken? Natürlich: Wikipedia ist kostenlos. Like. Wikipedia ist meistens aktuell. Wichtige Ereignisse finden oft schon wenige Minuten später Eingang in die Inhalte des Onlinelexikons. Like. Aber wie vertrauenswürdig ist Wikipedia eigentlich? Das kann niemand sagen. Die einen schwören auf die Schwarmintelligenz, überzeugt von der Annahme, dass sich die "Wahrheit" immer durchsetzt. Andere hingegen sind davon überzeugt, genau das könnte niemals funktionieren.

Fest steht: Es gibt keine objektiven Maßstäbe, was ins Onlinelexikon gehört und was nicht. Wie umfangreich ein Artikel sein darf (oder muss). Und vor allem: Welcher Gesichtspunkt wichtig genug ist, um im Onlinelexikon aufzutauchen. Wird alles demokratisch entschieden. Oder besser: pseudo-demokratisch, denn man muss bei Wikipedia mitmachen, um Einfluss zu nehmen. Wer Einfluss nehmen möchte, der macht natürlich mit. Genau darum gibt es so häufig Gerangel um bestimmte Positionen in Wikipedia-Artikeln. Ständig werden Blog: Aspekte manipuliert. Die einen meinen so, die anderen so. Recht hat immer der, der als letzter Wikipedia bearbeiten konnte - zumindest so lange, bis der nächste kommt.

Wikipedia Eingabemaske; Rechte: dpa/Picture Alliance
Wikipedia: Nachschlagewerk für Millionen


US-Kongress darf nicht mitmachen
Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber für mich ist das kein Konzept, das mich auf Dauer überzeugt. Mir kommt es vor, als würde immer mehr WWW: manipuliert und verfremdet. Nicht vertrauensbildend. Und wie reagiert Wikipedia? Indem es Macht ausübt: Gerade erst hat das Wikipedia-Team den US Kongress ausgeschlossen. Zehn Tage lang dürfen die Mitarbeiter keine Artikel in der englischsprachigen Ausgabe bearbeiten. Eine Strafaktion gegen eine Gruppe von Menschen, weil einige Verfehlungen begangen haben. Grund der Sperraktion: WWW: Störendes Editieren. Mitarbeiter des Kongresses hatten in jüngster Zeit mal wieder diverse Artikel "verbessert", anonym.

In letzter Zeit würde ich immer öfter gerne eine Alternative nutzen. Ein anderes Lexikon. Gerne auch eins, an dem nicht alle mitarbeiten (können). Von mir aus auch auf Kosten der Aktualität. Das Problem ist nur: Wikipedia hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Nachschlagewerke gibt es nicht mehr. Wir sind auf Wikipedia angewiesen. Frustrierend.

Herr Schieb da haben sie ein längst fälliges Thema angesprochen was mir persönlich auch am Herzen liegt. Bei zufälligen Suchanfragen bei Winkinpedia bin ich auf Fehler oder Unvollständigkeiten gestoßen über die ich zufällig mit Sicherheit bescheid weiß. Ganz verlässlich ist Winkinpedia nicht. Seit man einen PC hat und Internet hat man sich umgewöhnt. Vielleicht sollte man sich wieder etwas zurück bewegen auf die gute alte Fachliteratur, Handbücher usw. Da muss man nicht einmal den PC starten, nur blättern und systematisch suchen, so wie viele von uns das gelernt haben. Ja ein wenig frustrierend ist das schon wenn man sich nicht mehr sicher sein kann.

MG am 25.07.14 20:47

Meines Wissens gab es mal eine Studie in der Zeitschrift "Nature" wo Wikipedia mit der "Encyclopedia Britannica" verglichen wurde. Im Durchschnitt wurden in Wikipedia-Artikeln etwa 1/3 mehr Fehler entdeckt als im Lexikon. Ich war überrascht, damit ist Wikipedia mit der rennomierten Encyclopedia durchaus vergleichbar. Ich sehe aber das Problem, dass es bei vielen Sachverhalten nicht nur um richtig und falsch geht. Wie z.B. die Frage, ob ein Stichwort überhaupt relevant ist und welche Aspekte wie stark beleuchtet werden. Aber auch ein klassische Lexikon wird nie zu hundert Prozent objektiv sein.

Chris am 25.07.14 21:24

Wäre schön wenn mal Beispiele gepostet werden mir ist noch kein falscher Artikel untergekommen ... ob etwas unvollständig ist kann ich nicht wissen dafür schau ich ja nach...

Horst am 25.07.14 23:09

@ Horst: Es geht oft nicht nur um richtig oder falsch, sondern darum wie ein Artikel gefärbt ist. Gerade bei Artikeln zu Politikern oder gesellschaftlich umstrittenen Themen hängt es sehr davon ab, wer an dem Artikel geschrieben hat. Besonders dann wenn jemand selbst über sich geschrieben hat bzw. schreiben lassen hat.

Chris am 25.07.14 23:29

Das Hauptproblem ist nicht DIE Korrektheit - schließlich kann ja jeder mitarbeiten und Aussagen korrigieren, verbessern, auf den Punkt bringen.
Und Meinungen soll(t)en ja sowieso nicht einfließen, sind also auch einfach zu entfernen.

Die sogenannten "Relevanzkriterien" sind das Wikipedia-Übel an sich: Da werden neue Artikel einfach gelöscht, nur weil irgendein Admin sich mit der Thematik nicht auskennt und ihn deswegen für unwichtig hält! So werden Neueinsteiger wirkungsvoll von der Mitarbeit abgeschreckt...
...und die jetztigen Admins können schön unter sich bleiben und weiter ihre Machtgelüste ausleben. :o(

Jost aus Soest am 26.07.14 0:30

Danke für den klasse Artikel! Bin begeisterter Wiki User der ersten Stunde, aber mittlerweile genauso frustriert wie Hr. Schieb. Mittlerweile sind viele Bereiche Spielwiesen für bizarre Interessengruppen geworden, die Pro Aktiv Meinungsmanipulation betreiben.

Beispiele? Schlagen sie nach:
"Femizid", War mal Hauptartikel - Weltverschwörung der Männer alle Frauen auszurotten (kein Scherz), belegt mit Selbstreferenzen aus der Gender/Rassen Lehre.
"Euromaidan" - Umleitung aus "Maidan Revolution", unterstellt, das die Demokratie Bewegung der Ukrainer einer Verschwörung zwischen Nato, EU und einigen wenigen Ukrainern war.
Und hunderte weiterer Beispiele...

Kuddel am 26.07.14 9:14

Was soll das? Wer beruflich auf Recherche im Netz angewiesen ist - und dazu zähle ich Sie, lieber Herr Schieb - der wird sich doch bitte nicht auf eine einzige Quelle verlassen, sondern eine Fragestellung aus mehrfacher Sicht/Suche angehen und damit auch Ungereimtheiten in der Datensammlung offendecken können. Hat Irgendjemand irgendwann mal verbreitet, die Wiki wäre die allwissende Müllhalde?? Nein. Und dem einfachen Hobbynutzer sei gesagt: Bildung bekommt man in der Schule und mit eigener Energie zum Lernen. Wer das nicht will, dem nützt auch die Wiki nix.

vaikl am 26.07.14 13:07

Ich gebe zu, ich bin Fan von Wikipedia, obwohl ich ein Liebhaber guter alter Bücher und Lexika bin. Zugegebener Maßen kann ich nur Artikel in Wikipedia beurteilen, auf denen ich selbst Expertin bin. Da konnte ich allerdings bisher keinerlei Mängel feststellen. Zudem stehen immer Hinweise da, wenn Beiträge noch nicht überprüft wurden.

Claudia Klug am 26.07.14 14:35

Für mich steht Wikipedia für eine sachliche und schnelle Informationsquelle. Ich recherchiere danach weiter, aber meine guten alten Bücher sind nun einmal veraltet. WIKIPEDIA nicht!

Claudia Klug am 26.07.14 14:40

Wikipedia war mir von Anfang an suspekt, ich habe anfangs einige Male rein geschaut und danach nie wieder. Für mich ist diese Wiki einfach nur eine riesige Müllhalde, in der jeder Hobby-Wissenschaftler oder Pseudo-Experte seinen Mist absondern kann. Mir ist da meine alte dicke Enzyklopädie aus Papier doch deutlich lieber.

Gerd am 26.07.14 18:41

Nach dem lesen der Beiträge eine allgemeine Feststellung, zur schnellen Information ist Winkipedia schon nützlich wenn es dann aber präzise sein soll dann fangen die Defizite an weil sich doch Fehler und Unvolkommenheiten einschleichen. Das wird auch Herr Schieb gemeint haben und nach einem Beitrag wo er seine Informationen beziehen soll, er müsste sich in allen Büchereien von NRW einmieten wenn er sich auf Buchmaterial stützen müsste. Es ist auch so das seit dem Computerzeitalter, dem Internet und Wikipedia so viel Material aufgearbeitet, gescannt, convertiert und publiziert werden müsste. Das wird noch Jahre dauern. Dann könnte es wirklich etwas werden. Heute und Morgen aber noch nicht.

MG am 26.07.14 20:57

Statt zu lamentieren, sollte man sich besser beteiligen. Als erfahrener Autor dürfte das kein Problem sein. Meine Erfahrung ist, einige Themen sind super exakt, so im Bereich Chemie, erschreckend lückenhaft im Bereich Bauwesen oder schwatzhaft, wenn Heimatforscher am Werk sind.

Den Einfluss von Politik halte ich für weniger problematisch. Dafür gibt es etwas, womit die Macher am Anfang nicht gerechnet haben oder nicht rechnen konnten. Es gibt Nutzer, die sich zu Gruppen zusammenschließen und diese Macht zu Manipulationen nutzen. Diese Gruppen sind viel schwerer zu identifizieren als bezahltes Schreiben. Im Bereich Religion soll es eine Kampagne gegeben haben, alle Nutzer mit einer bestimmten Position zu bannen.

Wie Chris schon schrieb stellen die "Lösch"-Admins ein weiteres Problem dar. Denn löschen geht schneller als schreiben. Ich finde, wenn es einen Autor gibt, gibt es auch einen Leser. Hauptsache der Text ist gut.

Die Rettung scheint in den "Redaktionen" zu liegen.

modtiger am 26.07.14 22:53

@vaikl-trifft den Nagel auf den Kopf!Wer meint es reicht sich aus einer Qullle alleine informieren zu koennen,der hat Recherche nicht begriffen und dazu zaehle ich auch die "fans"von gedruckten Lexika.Gibt es da seit Jahren ueberhaupt noch etwas neues?Abgesehen davon-wie kann man nur glauben(ganz uebles Wort im Zusammenhang mit WISSEN!),das eine gedruckte Enziklopaedie die allein seligmachende Wahrheit beinhaltet?

Robin am 27.07.14 10:51

Ich sehe auch die Möglichkeit der Manipulation(@Mg), diese Möglichkeit betrifft aber ALLE, über das Internet verbreiteten Informationen. Wenn man mal kurz in sich geht, ist es DAS Problem unserer Zeit. Informationen, die schnell und überall zugänglich sind, haben auch das Potential schnell und überall manipulierbar zu sein, ob das Gruppen sind, die bestimmte Ziele verfolgen oder Einzelpersonen, die über Insiderwissen (Hacker) gezielt Informationen manipulieren oder ganz austauschen. Wie dem auch sei, wir brauchen eine Kontrollinstanz - zugegeben habe ich da auch noch keine wirklich gute Idee, wie das funktionieren soll.
Trotz alledem spende ich weiter für Wikipedia, da für mich die Kommerzialisierung die Grundvoraussetzung für Manipulierbarkeit ist.

Robert B. am 27.07.14 13:33

Hacker haben bei Wikipedia keine Chance. Denn die Server werden umfangreich gespiegelt. Wikipedia beruht darauf, Versionen zu verwalten. Sicher, ein Hacker könnte ein Programm entwickeln, das sämtliche Versionen und Backups gleichzeitig ändert. Doch zusätzlich gibt es von vielen Artikeln Hardcopies in Druckform oder auf Datenträger.

modtiger am 27.07.14 21:22

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Dienstag, 22.07.2014

Neue Tracking-Technik Canvas Fingerprint

Was WWW: Cookies so können, hat sich wohl mittlerweile herumgesprochen. Cookies können nützlich sein, etwa damit wir uns im Onlineshop einen Warenkorb zusammenstellen können. Sie können aber vor allem auch der Werbeindustrie helfen, uns besser kennenzulernen. Die wissen dann, auf welchen Webseiten wir so waren und wie lange wir uns dort aufgehalten haben.

Immerhin lassen sich Cookies recht gut in den Griff bekommen: Wer mag, kann im Browser oder mit geeigneten Schutzprogrammen einzelne Cookies löschen oder Webseiten sogar verbieten, Cookies zu speichern. Die Cookies werden dann einfach blockiert. Eine wirksame Methode für den User, nicht so schön für all jene, die uns gerne im Netz beobachten.

fingerprints.png
Fingerabdrücke: Auch im Web spielen sie eine große Rolle


Minibilder ersetzen Cookies
Doch die Industrie denkt sich immer neue Methoden aus, wie man dem User auf die Pelle rücken kann, ohne die Möglichkeit, die Beobachtung zu unterbinden. Eine Methode ist Blog: Browser Fingerprinting. Da jeder PC anders aussieht, mit anderer Ausstattung, anderer Software, anderen Geräten liefert jeder Browser eine Art unverwechselbaren Fingerabdruck. Auf diese Weise lassen sich Rechner und damit User unterscheiden, ohne dass der davon etwas mitbekommt. Doch auch diese Methode ist bereits wieder überholt. Die neueste Methode zum User Tracking nennt sich Canvas Fingerprinting und hat es wirklich in sich.

Beim Canvas Fingerprinting wird HTML5 genutzt. Der Browser wird aufgefordert, eine kleine Grafik zu zeichnen, "Canvas" genannt. Beim Zeichnen werden verschiedene Fähigkeiten genutzt, etwa werden Texte in die Grafik "gezeichnet". Das macht jeder Rechner anders, je nachdem, unter welchem Betriebssystem der Browser läuft, welche Fonts installiert sind, welche Bildschirmauflösung zum Einsatz kommt und welchen Browser man verwendet. In Wahrheit fließen noch viel mehr Parameter ein. Am Ende entsteht dann eine kleine Grafik - und die muss nicht mal wirklich zu sehen sein. Diese Grafik (Canvas) ist die individuelle ID des Rechners - auch als Zahlencode.


Deeplink: So funktionieren Cookies


Effektive Methode und nicht zu blocken
Wie gut das funktioniert, zeigt diese WWW: kleine Demo. Blitzschnell wird eine unverwechselbare ID errechnet, die sich in einer Datenbank speichern lässt und dabei hilft, einen Besucher wiederzuerkennen. Das Prinzip dieser Form des Trackings haben Wissenschaftler in Princeton und der KU Leuven Universität aus Belgien erarbeitet, es WWW: wird hier erklärt. Die Methode ist äußerst wirksam. Nur wenn sich etwas Grundlegendes an der Konfiguration ändert, dann ändert sich auch die ID und der Tracking-Prozess ist zu Ende. Aber wer seine Cookies löscht, der wird auch nicht wieder erkannt.

Für die Werbeindustrie ist diese Methode ein Glücksfall, denn sie lässt sich nicht erkennen und auch nicht blocken. Diverse Anbieter wie AddThis, Ligatus oder Plentyoffish setzen die Technik bereits ein. WWW: Hier gibt's eine Liste bereits ertappter Webseiten und Onlinedieste. Vom Weißen Haus bis Youporn sind alle mit dabei. Das Problem: Typische Werbeblocker wie Ad-Blocker sind wirkungslos. Auf diese Weise lassen sich dann Profile von den Usern erstellen, basierend auf den besuchten Webseiten. Je nach Profil bekommt der User dann automatisch passende Anzeigen, Artikel oder andere Inhalte angezeigt. Vollautomatisch.

Canvas Fingerprinting lässt sich nur schwer verhindern. Man könnte dann Javascript abschalten, den WWW: Tor-Browser nutzen, WWW: NoScript-Erweiterungen verwenden oder eine Browser-Erweiterung wie WWW: Chameleon einsetzen. All diese Methode haben allerdings auch ihre Nachteile - und sind für unbedarfte User nur mit Aufwand richtig zu nutzen. Canvas Fingerprinting macht uns also eindeutig besser identifizierbar.

"bewi mode"on:Wie so oft Herr Schieb,schiebt er Zeit hinterher.Canvas tracking verhindert schon seit langem der _einfache_(!)Einsatz von JonDo+JonDoFox!Mann muss halt nur wollen!Aber wenn man immer nur das neueste iPhone und aehnliche gimmicks propagieren muss um zu leben kann einem so etwas schon einmal entgehen.

Robin am 22.07.14 14:53

@robin: Vielen Dank für die freundliche Empfehlung. Ich schreibe ja, dass es Mittel und Wege gibt, aber die sind durchaus tricky - und das ist nicht etwa meine Privatmeinung, sondern auch die der Wissenschaftler, die die aktuellen Trackingmethoden untersucht haben. Aber vermutlich bestehen diese auch nicht.

Jörg Schieb am 22.07.14 15:08

Die Benutzung von JonDoFox und Jondo ist mitnichten"tricky"-die ist simpel!Beides wird nur in den gleichen Pfad entpackt(sind portable) und JonDo wird gestartet-schon kann man sicher sein das die "private eyes"mich nicht mehr tracken koennen.Prinzip ist hier:Verstecke "die Nadel unter anderen Nadeln"und nicht im Heuhaufen!Gegen die 9eyes ist wie beim Tor bundel natuerlich nur ein begrenzter Schutz gegeben.Will ich mich auch gegen die schuetzen-muss ich sehr konsequent sein und mich grundlegender mit der Materie befassen.Die so haeufig propagierten VPNs sind nur reine abzocke und helfen nur den Betreibern.will heissen-das ist wie SoftwarFW und AV soft reines snake oil!

Robin am 22.07.14 15:18

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich dem zu entziehen. Allerdings verstehe ich den WDR nicht. Einerseits wird über Nutzerverfolgung berichtet, andererseits werden Onlineaktivitäten auf Facebook ausgelagert. Was mich übrigens besonders ärgert, da ich als FB-Verweigerer von vielen Feedbackmöglichkeiten ausgeschlossen werde.

jeff am 23.07.14 10:01


Hier werden Methoden üblich, die man vor Kurzem noch als kriminell betrachtet hätte. Verharmlosung ist fehl am Platz. Es kann nicht sein, dass sich der Anwender ein Wettrüsten mit den Schnüfflern liefern muss. Diese "selbst-schuld"-Kommentare sind extrem kontraproduktiv. Sie hätscheln den Betrüger und machen den Betrogenen zum Deppen. Solche Machenschaften wären ganz schnell bei den seriösen Webseiten weg, wenn die User (wir!) protestieren würden. Dass man sich nicht entziehen kann, stimmt nur deshalb, weil dem Normalanwender alles egal ist. Gäbe es Proteste, gäbe es nur ein paar Prozent Besucherrückang, würde keine seriöse Webseite Tracker einbauen. Man testet immer auch, wie weit man gehen kann. Inzwischen kann man sehr weit gehen! Wer anderer Meinung ist, muss dann noch diese verharmlosenden Kommentare ertragen.

Bertram in Mainz am 23.07.14 14:46

Kleine Korrektur: Dass man mal wieder "selbst schuld" ist, stand jetzt nicht so da. Es kommt nur sehr häufig vor bei solchen Themen. Es kann nicht sein, dass man solche böswilligen Angriffe einfach als normal ansieht wie schlechtes Wetter.

Bertram in Mainz am 23.07.14 15:30

Sind das jetzt wieder Tochter-Unternehmen der NSA, diese AddThis usw.? Wenn diese Klitschen sowas wie das Verstecken dieser Datensammel-Maschinen unternehmen, ist Matrix bald nicht mehr so weit weg.

MäckRR am 23.07.14 16:01

Ich weiss ja nicht wie alt du bist und seit wann du dich im Netz bewegst-aber"diese Methoden"gab es schon immer im Netz!Darum benutzte auch niemand mit ein bischen Verstand den IE.Netscape liess sich gegen cookies,referer tracking etc besser "abdichten". Ende der 90ger kam einer der ersten Filterproxys"webwasher"(von Siemens Mitarbeitern entwickelt)heraus,der dann auch u.a. "web bugs"filterteDa gab es auch noch"Junkbuster"(spaeter dann als Privoxy)und Proxomitron.Derartige Ansaetze einer externen(nicht im browser selber)Filterung sind aber gegen die neuesten Techniken wirkungslos.Den browser selber zu"haerten"ist sicherer.@MäckRR diese Unternehmen sind bereits seit den 90gern im Geschaeft und "eigenstaendig".Mann kann aber davon ausgehen das in bestimmten Faellen mit der NSA zusammengearbeitet\zugearbeitet wird.

@Bertram am 24.07.14 7:34

Nachtrag @ Schieb-diese Technik ist im uebrigen nicht"neu"!Bereits im Mai 2012 wurde in der JonDo wicki eine Veroeffentlichung dieser Technik verlinkt:"Pixel Perfect: Fingerprinting Fingerprinting Canvas in HTML5"(12 Seiten, Englisch, veröffentlicht Mai 2012).

Robin am 24.07.14 13:53

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