Freitag, 18.07.2014

Das passiert, wenn man seine Bilddateien im Audioprogramm bearbeitet

Es sieht aus wie ein Fehler, der beim Speichern entsteht. Dabei ist es gewollt - und nicht nur das: Es ist sogar eine eigene Kunstform. Bildstörungen in Fotos nennt man "Glitch-Kunst". Dazu gibt es im Netz lauter Websites und in Chicago sogar ein eigenes Festival. Vor knapp einem Jahr habe ich Blog: über einige Vertreter dieser Kunstform schon gebloggt.

Kater auf Hausdach; Rechte: Jamie Boulton
Glitch-Kunst: Dieses Foto seines Katers Jarvis hat Jamie Boulton erzeugt, indem er es mit einem Audacity geöffnet und mit einem Audioeffekt versehen hat.

Spannend ist vor allem die Frage, wie sich Glitch-Kunst überhaupt erzeugen lässt. Das funktioniert meistens, indem man Bilddateien mit Programmen öffnet, für die sie überhaupt nicht gedacht sind. Eins davon ist das kostenlose Audioprogramm WWW: Audacity. Jamie Boulton hat dazu schon vor zwei Jahren einen Blogeintrag geschrieben, der jetzt die große Runde im Netz macht: WWW: "Databending using Audacity Effects".

Boulton hat ein Foto seines Katers Jarvis mit allen Audioeffekten versehen. Das Ergebnis ist spannend: Legt man zum Beispiel einen Echoeffekt über die angebliche Sounddatei, sieht auch das Bild so aus, als hätte man es mit einem Echo versehen. Andere Effekte lassen die Bilder kontrastreicher und intensiver wirken, wieder andere verzaubern sie in ein absolutes Chaos - auf dem Jarvis aber noch immer genau zu erkennen ist.

Kater auf Hausdach; Rechte: Jamie Boulton Mein persönliches Highlight: der Phaser-Effekt. Wendet man ihn auf Audiodateien an, klingen sie seltsam verfremdet. Es gibt Rockbands aus den späten 60ern, die ihren Songs mit diesem Effekt einen schwingenden, entrückten Sound gegeben haben. Und siehe da: Nichts anderes passiert mit unserem Kater Jarvis, wenn man ihn durch den Phaser jagt. Jamie Boulton hat den Effekt mehrfach mit verschiedenen Einstellungen angewendet - und am Ende ein psychedelisches animiertes GIF daraus erzeugt.

Es macht großen Spaß, sich alle Varianten des Bildes anzusehen - was für ein spannendes und wunderschönes Stück Computerkunst.

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Mittwoch, 16.07.2014

Jazz and rain

Für solche Ideen liebe ich das Internet: Auf der Website WWW: "Jazz and rain" hört ihr das sanfte, angenehme Plätschern des Regens und könnt dazu Jazzmusik starten - um konzentrierter zu arbeiten, euch an einem anstrengenden Tag eine kleine Pause zu geben oder abends besser runterzukommen und einzuschlafen.

Jazz and rain; Rechte: jazzandrain.com
Jazz and rain: Im Hintergrund plätschert der Regen, im Vordergrund der Jazz.

Die Macher hinter "Jazz and rain" wollen damit natürlich vor allem Geld verdienen und suchen auf der Website auch offen nach Werbekunden - aber das stört ja nicht weiter, sobald die Musik läuft und ihr die Augen schließen könnt.

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Dienstag, 15.07.2014

Crowdmapping: interaktive Karten für alle

Großartig finde ich Crowdsourcing-Projekte ja immer dann, wenn sie als interaktive Karte daherkommen. Das nennt sich dann Crowdmapping: Wenn Nutzer zusammen ganze Weltkarten mit Informationen füllen.

MundraubMap; Rechte: mundraub.org
Pflücken erlaubt: Die MundraubMap zeigt über 10.000 Obstbäume oder Sträucher in Deutschland, an denen ihr euch kostenlos bedienen könnt.

Mein großer Favorit im Sommer: die WWW: MundraubMap. Von Kirschen über Äpfel, Brombeeren und Birnen bis zu Walnüssen: Auf dieser Karte findet ihr Obstbäume oder Sträucher, an denen ihr euch bedienen könnt. Es gibt über 10.000 Einträge für Deutschland - und die Karte füllt sich weiter.

Sehr praktisch auch die WWW: WLAN-Map: Wenn ihr unterwegs seid, dringend kostenlos ins Netz müsst und euer Datenvolumen im Mobilfunktarif nicht belasten möchtet, zeigt euch diese Karte an, an welchen Stellen ihr kostenlos ins Netz kommt - zurzeit an rund 4.000 Orten in Deutschland.

Es gibt viele weitere dieser Karten: Da wäre das WWW: Hitchwiki, das euch zeigt, welche Tankstellen tramperfreundlich sind. Die WWW: Wheelmap verzeichnet rollstuhlgerechte Orte. Auf der Weltkarte der WWW: Dead Drops findet ihr Tote Briefkästen in Form von USB-Sticks weltweit. Und der WWW: Streetart Locator zeigt euch Graffitis, Skulpturen oder Malereien - oft inklusive Fotos.

Wheelmap; Rechte: wheelmap.org
Für viel Aufsehen hat zuletzt die Wheelmap gesorgt: Sie verzeichnet rollstuhlgerechte Orte von Cafés über Behörden bis zu Geschäften und macht damit auch aufs Thema Barrierefreiheit aufmerksam.

Hinter einigen dieser Karten gibt es ganze Teams, die zwar nicht jeden Eintrag kontrollieren, aber schon einschreiten, wenn etwas nicht stimmt. Auf Crowdmaps kann man sich also einigermaßen gut verlassen.

Wenn ihr selbst Karten aufsetzen möchtet: Es gibt natürlich die Möglichkeit, eigene Karten über WWW: Google Maps oder WWW: Bing Maps anzulegen. Mit WWW: Crowdmap gibt es aber sogar einen eigenen Dienst, über den sich Karten anlegen lassen, die dann auch andere Nutzer bearbeiten können.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

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