Montag, 02.03.2015

Joggingapps gegen den inneren Schweinehund

Es ist und bleibt eine der größten Herausforderungen: joggen zu gehen. Selbst mit allem Zippzapp von App über Pulsmessung bis zur cloudbasierten Analyse bleibt der innere Schweinehund ein Faktor, den man absolut nicht unterschätzen darf. Falls es euch auch so geht: Vielleicht helfen euch ein paar alternative Joggingapps dagegen.


Spätestens seit Jan Böhmermanns Song für Peter Tauber bekannt: "Zombies, Run!"

Da wäre zum Beispiel WWW: "Zombies, Run!" - für einige schon heute ein Klassiker. Die App entführt euch in eine Welt, in der ein gefährliches Virus fast alle Menschen dahingerafft hat. Die wenigen Überlebenden müssen regelmäßig die dicken Mauern ihrer Städte verlassen, um sich etwas zu essen zu suchen - doch draußen lauern Zombies. Deshalb müssen genau die Menschen raus, die eins besonders gut können: laufen.

"Zombies, Run!" ist ein Mix aus Laufapp und Horrorspiel. Die Läufer müssen bestimmte Missionen erledigen, immer auf der Flucht vor den Zombies. Alle Geschichten, die ihr dabei erlebt, lassen sich später auf der Website der App noch einmal nachlesen. Dazu gehört auch die Laufstrecke, die ihr absolviert habt. Dafür müsst ihr natürlich auf eine Tiefenanalyse eurer Vitalfunktionen verzichten, die andere Apps bieten. Außerdem werden für den Zombiespaß knapp 4 Euro fällig - für eine App vergleichsweise teuer.

Sind euch Zombies zu fiktiv, könnt ihr beim Laufen auch etwas Geld für den guten Zweck erwirtschaften. WWW: MovingTwice ist eine moderne Version des Sponsorlaufs. Unternehmen versprechen einen bestimmten Betrag für jeden gelaufenen Kilometer, den die App aufzeichnet. Das Geld geht dann an Organisationen wie "Plant for the Planet" oder die Stiftung Rechnen - im Gegenzug bekommt ihr die Logos der spendenden Unternehmen eingeblendet, was immer auch einen schalen Werbebeigeschmack hinterlässt.

Jogger; Rechte: Runtastic
Runtastic verwandelt eure Joggingrunde in einen Ausbruch aus Alcatraz.

Der Nachteil beim Laufen: Man läuft immer dieselben Orte ab und hat im schlimmsten Fall immer dieselbe Musik auf den Ohren. Runtastic hält mit seiner Erweiterung WWW: "Story Running" dagegen. Es handelt sich dabei um eine Reihe von Hörspielen, für die ihr jeweils 1 Euro als In-App-Kauf hinlegen müsst. Alle sind rund 40 Minuten lang. Eins davon führt euch zum Beispiel ins legendäre Gefängnis Alcatraz.

Die ersten paar Minuten aller Geschichten starten langsam, damit ihr euch entspannt einlaufen könnt. Je spannender die Szenen werden, desto hektischer aber die Musik - sodass ihr im besten Fall auch schneller lauft. Die Geschichten sind also so aufgebaut, dass sie sich für ein Intervalltraining eignen: mit schnellen und mit entspannten Phasen - wie bei allen vorgestellten Apps vorausgesetzt, ihr lasst euch davon mitreißen.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

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Montag, 23.02.2015

House of Gnarf

Am Freitag werde ich wieder aus der Haut fahren - denn dann geht die dritte Staffel von WWW: "House of Cards" online. Niemandem von euch, der auch nur eine Episode dieser Serie gesehen hat, muss ich erklären, wie heiß man auf diesen Tag sein kann. "House of Cards" ist eine Ausnahmeserie. Für mich der Inbegriff des Binge Watchings: eine Serie, wie im Rausch. Aber das allein ist nicht der Grund, um aus der Haut zu fahren.

Kevin Spacey; Rechte: picture-alliance/AP Images/Chris Pizzello
"House of Cards" mit Kevin Spacey ist eins der Argumente für den Streaminganbieter Netflix - nur in Deutschland gehen Kunden mit der neuen Staffel erst einmal leer aus.

"House of Cards" ist eine Produktion des Streaminganbieters Netflix. Deutsche Kunden haben aber nichts davon: Die Rechte liegen bei Sky. Möchte ich nun ab Freitag diese eine neue Staffel mit ihren 13 Episoden in ordentlicher HD-Qualität sehen, muss ich ein Sky-Abo abschließen und zwar für ganze zwei Jahre - für 27 Euro im Monat. Es gibt zwar auch ein reines Onlineabo, das ich nach einem Monat kündigen kann - aber ohne HD.

Dazu bin ich nicht bereit. Stattdessen fühle ich mich, als könnte ich den Tatort nicht sonntags gucken, sondern erst ein paar Tage später: Ich kann nicht mitreden, und wenn ich Pech habe, ist der ganze Spaß eh vorbei, weil ich mich irgendwo versehentlich durch eine Website, einen Tweet oder einen Facebook-Beitrag spoilern lasse. Gnarf!

Die Lizenzpolitik für "House of Cards" ist nur ein Beispiel dafür, warum Nutzer auf illegale Angebote ausweichen. Warum soll ich mir ein teures Abo für eine Serienstaffel leisten? Warum überhaupt sollte ich mehrere Abos gleichzeitig abschließen? Warum soll ich für Downloads zahlen, wo ich doch schon ein Abo habe - mein Anbieter es aber nicht auf die Reihe bekommt, mir meine Lieblingsserie zur Verfügung zu stellen?

Kim Dotcoms sehr wahre Anleitung dazu, wie sich Piraterie im Netz stoppen lässt. Seine Plattform "Megaupload" war lange Zeit die beste Anlaufstelle, wenn es darum ging, an Musik, Filme und Serien zu kommen, ohne dafür zu zahlen.


Es fühlt sich so an, als steckten Film- und Fernsehmacher an derselben Stelle fest wie die Musikindustrie vor vielen Jahren: Ihre Kunden sind bereit zu zahlen, gehen auf die Suche nach legalen Angeboten - doch entweder, es gibt sie nicht, oder man wird monatelang hingehalten, während der Rest der Welt schon alles sehen kann. Wir schreiben das Jahr 2015. Es wäre möglich, Filme oder Serien zeitgleich weltweit zu veröffentlichen.

Der nach wie vor beste Appell übrigens ist der von "House-of-Cards"-Hauptdarsteller Kevin Spacey WWW: beim Edinburgh International Television Festival vor zwei Jahren: "Gib den Menschen was sie wollen, wann sie es wollen, in der Form, in der sie es wollen - zu einem vernünftigen Preis." Genau so ist es. Mehr möchte ich gar nicht.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

Solche Praktiken sollten allen zu denken geben, die meinen, das heutige restriktive Urheberrecht sei doch gerecht, weil die Abgaben den "armen Künstlern" zugute kommen. Wer kassiert, das sind die Rechteverwerter!

Solche Praktiken sollten allen zu denken geben, die meinen, wir sollten ARD, ZDF und die GEZ ganz abschaffen. Statt dessen freier Markt, der für uns Benutzer zusätzliche Restriktionen bringt: Verschlüsselung, noch mehr Werbung, teure Abo-Modelle, Verhinderung des Speicherns usw.

Solche Praktiken sollten allen zu denken geben, die sich von "kostenlosen" Angeboten locken lassen, die dann langfristig richtig kosten. Ich denke z.B. HD+ oder an Streamingdienste.

Freilich geht eine Veralberung auch offline. Man kann z.B. beliebte Songs auf verschiedene Alben (CDs) verteilen. Die muss man dann alle kaufen, obwohl man nur einen Teil des Inhalts will. Aber man hat wenigstens keinen Vertrag am Hals!

Bertram in Mainz am 28.02.15 22:05

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Montag, 23.02.2015

SehLAN statt WLAN

Solche Experimente liebe ich: Charles Lohr hat eine LED an ein WLAN-Funkmodul angeschlossen und so programmiert, dass sie ihre Farbe ändert, je nachdem, wie stark das Funksignal an einzelnen Stellen im Raum ist. Manchmal reichen nur ein paar Millimeter - und schon ändert die LED ihre Farbe von sattem Rot in tiefes Blau.


Eine LED und ein kleines Funkmodul reichen - schon wird ein SehLAN aus dem WLAN.

Mit Kamera und entsprechender Software lassen sich ganze Räume vermessen. Wer sich nicht das komplette, fast sieben Minuten lange Video geben möchte, findet WWW: bei imgur eine gute Zusammenfassung mit animierten GIFs. In den Videoinfos WWW: bei YouTube findet ihr außerdem die Github-Links, mit denen ihr selbst weiterbasteln könnt.

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