Dienstag, 16.12.2014

Ebay testet den magischen Spiegel

Sich ins Auto oder in die Bahn setzen, in die Stadt fahren, sich durch Menschenmassen quetschen, in Schaufenster gucken, durch Geschäfte schlängeln, Klamotten rumtragen, in die Umkleidekabine laufen, anprobieren, kombinieren - und dann in die Kassenschlange. Es hat Gründe, warum das Onlineshopping seit Jahren einen Boom erlebt.

Dennis Horn und sein Klamottendoppelgänger; Rechte: WDR
Endlich dasselbe Outfit! Mit der passenden App lassen sich wildfremde Leute in der Stadt fotografieren, um Klamotten mit ähnlichen Farben und Mustern zu finden.

Für die Servicezeit im WDR Fernsehen habe ich zuletzt WDR: einen Blick auf die Zukunft des Einkaufens geworfen. Auf Apps, mit denen ich Leute fotografieren und Klamotten mit ähnlichen Farben und Mustern finden kann. Auf Apps, mit denen ich fast jedes beliebige Produkt scannen und nachkaufen kann. Oder auf den Tante-Emma-Laden, in dem ich Produkte abfotografieren kann, die mir dann nach Hause geschickt werden.

Eine weitere spannende Idee testet Ebay zurzeit in New York: WWW: den "magischen Spiegel". Er befindet sich zum Beispiel in der Umkleidekabine: Betretet ihr sie mit einer Hose, die ihr euch vielleicht kaufen wollt, zeigt der Spiegel nach einem kurzen Scan an, welche Oberteile dazu passen. Ihr könnt an diesem Spiegel aber auch durch fertige Outfitvorschläge browsen. Sind einzelne Klamotten im Geschäft nicht vorhanden, gebt ihr eure Telefonnummer ein und bekommt eine SMS, sobald der Nachschub da ist.

Der Spiegel lässt sich auch außerhalb der Umkleidekabine einsetzen: Kunden können eingeben, was sie gern anprobieren möchten, und die Klamotten liegen in der Kabine, sobald sie betreten wird - inklusive Drinks, denn der lässt sich gleich mit "bestellen".

Magischer Spiegel; Rechte: eBay
Der magische Spiegel wird zurzeit in einem Laden in New York getestet und bringt Funktionen aus Onlineshops in den Laden vor Ort.

Dieses Projekt ist nur eins von vielen, die zeigen, wohin die Zukunft des Einkaufens geht: Online und offline werden eins. Onlineanbieter wie Ebay entern den stationären Handel. Und Geschäfte vor Ort nehmen Ideen auf, die wir bisher nur aus dem Internet kennen. Der magische Spiegel zum Beispiel ist nichts anderes als das Offline-Pendant der Wer-a-gekauft-hat-interessierte-sich-auch-für-b-Funktion, wie wir sie aus Onlineshops kennen.

Diese Ansätze sorgen natürlich dafür, dass in Zukunft auch im Laden vor Ort eine ganze Reihe an Daten über uns erhoben wird. Auch der magische Spiegel soll sich so gut wie möglich auf die Person einstellen, die vor ihm steht - was ohne Personalisierung nicht möglich ist. Datenschutz und Privatsphäre im Tausch für Service und Bequemlichkeit: Dieses Thema wird uns also auch beim Einkauf im Klamottenladen einholen.


Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog, jeden Dienstag in der WWW: WDR 5 LebensArt im Radio und einmal im Monat in der WDR: Servicezeit im WDR Fernsehen.

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Montag, 08.12.2014

Spirograph 2.0

Es gibt diese Websites, die nicht nur ein "Wo zum Teufel bin ich hier gelandet!?", sondern gleichzeitig auch ein "Wie großartig ist das denn!?" erzeugen. Zu dieser Art gehört auf jeden Fall der WWW: Inspirograph des Programmierers Nathan Friend: eine kleine Fingerübung, in der ihr mit Hilfe von zwei Zahnrädern kleine Kunstwerke erstellt. Einige von euch kennen das vielleicht auch noch als Kinderspielzeug aus den 1990ern: den Spirographen.

Inspirograph; Rechte: Nathan Friend
Schritt eins: die beiden Zahnräder. Hier könnt ihr deren Größe und die Farben bestimmen, die sie auf "Papier" bringen sollen.

Inspirograph; Rechte: Nathan Friend
Schritt zwei: eins der fertigen Kunstwerke, die dabei herausspringen.

In einer WWW: Galerie könnt ihr auch die bisherigen Zeichnungen bestaunen, die andere Nutzer mit dem Inspirographen erstellt haben - sie werden automatisch beim Bilderdienst imgur hochgeladen. Und für alle Smartphone-Nutzer unter euch, die genauso süchtig werden wie ich: eine eigene App soll folgen.

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Donnerstag, 04.12.2014

Kickended: fehlgeschlagene Crowdfunding-Kampagnen

Fürs Crowdfunding gebe ich ja nur selten Geld aus, zuletzt für die Idee von Ron Gilbert, ein neues Point-and-Click-Adventure im Stil der 80er zu basteln - dazu WDR: mehr im 1LIVE-Nerdblog. Die Zahl der Crowdfunding-Kampagnen, die fehlschlagen sind, ist tatsächlich auch größer als die erfolgreichen - das zeigt das Projekt WWW: "Kickended" eindrucksvoll.

Kickended; Rechte: kickended.com
Vom Fotoband aus Charlotte, aufgenommen per iPhone, bis zur Idee mit einem "wirklich coolen Bus" das Internet in abgelegene Orte in den USA zu bringen: Kickended ist ein Museum der absoluten Crowdfunding-Flops.

Ein italienischer Künstler sammelt auf "Kickended" die Projekte, die keinen einzigen Unterstützer gefunden haben - möglich ist das über eine Programmierschnittstelle des Crowdfunding-Dienstes Kickstarter. Es gibt Tausende solcher Flopprojekte, und je länger ihr durch die Liste blättert, desto skurriler wird es.

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