Montag, 01.09.2014

Google Street View - jetzt auch mit Ton

Wenn ihr gerne per Google Street View um die Welt reist, könnte das Projekt WWW: "Sounds of Street View" etwas für euch sein. Dessen Macher haben Orten des virtuell begehbaren Stadtplans Geräuschkulissen verpasst - von Akkordeonklängen und Kirchenglocken in Avignon über spielende Kinder in San Diego bis zum Meeresrauschen auf Hawaii.


Erklärvideo der Firma Amplifon zu "Sounds of Street View"

Eigentlich ist es erstaunlich, dass Google selbst nicht auf die Idee gekommen ist, mit seinen Kameraautos auch gleich die Geräuschkulissen vor Ort aufzunehmen. Mit "Sounds of Street View" setzt die britische Firma Amplifon diese Idee jetzt um und ruft auch gleich Entwickler weltweit zum Mitmachen auf.

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Mittwoch, 27.08.2014

15.000-Dollar-Technik - in einer App

Es gibt eine neue App aus dem Hause Instagram, die für viel Furore sorgen könnte. Sie heißt WWW: Hyperlapse, ist neu für iOS zu haben, und macht aus wackeligen Aufnahmen mit dem Smartphone sanfte Kamerafahrten. Das Gyroskop des Smartphones dient als Bildstabilisator. Als Nutzer können wir noch regeln, ob die Aufnahme mit normaler oder bis zu zwölffacher Geschwindigkeit laufen soll.


Beim Techmagazin WIRED gibt es diese ersten Aufnahmen von Instagram Hyperlapse zu sehen.

Weitere Beispiele gibt es von WWW: Mashable und WWW: The Verge. Wie diese App entstanden ist und wie Instagram es geschafft hat, diese Rechenleistung mit dem Smartphone umzusetzen, WWW: lest ihr bei WIRED - und das Magazin bringt es auf den Punkt: Hyperlapse wirkt wie eine 15.000-Dollar-Technik für Zeitraffer-Videos - verpackt in nur einer App. Auch Microsoft arbeitet an einer solchen Software - hat sich den ersten großen Wurf aber jetzt von Instagram wegschnappen lassen.

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Dienstag, 26.08.2014

Amazon kauft Twitch ... wen!?

Dass es passiert, war lange klar. Dass es so passiert, ist eine Überraschung: Nach all den großen Übernahmen der letzten Zeit von Instagram über Tumblr bis WhatsApp geht der Streamingdienst WWW: Twitch für 970 Millionen US-Dollar an Amazon - WWW: das ist jetzt offiziell. Dabei hatte es wochenlang Spekulationen über Verhandlungen mit Google gegeben. Auch Yahoo! und Microsoft waren interessiert - WWW: und hätten angeblich sogar noch mehr investiert.

Twitch; Rechte: Twitch
Welches Spiel darf's sein? Bei Twitch schaut man anderen Nutzern beim Zocken zu. Zehntausende Fans verfolgen gerade zum Beispiel die Livestreams zu "League of Legends".

Twitch ist einer dieser Dienste, WWW: von dem viele jetzt das erste Mal hören und den es vor etwas über drei Jahren noch nicht einmal gab - und das, obwohl er für fast eine Milliarde US-Dollar über den Tisch geht. Der Dienst ist 2011 aus dem Streamingdienst Justin.tv hervorgegangen und seitdem zum "YouTube für Spiele-Livestreams" geworden. Er erreichte zuletzt jeden Monat weltweit rund 55 Millionen Nutzer.

Wer einen Livestream bei Twitch aufruft, bekommt die Übertragung des Spiels zu sehen, außerdem ein Bild des Nutzers - und ein Chatfenster, über das man sich mit den anderen Fans austauschen kann. Einige Spieler haben Tausende Zuschauer, wenn über Twitch ganze E-Sport-Turnierspiele übertragen werden, sind Hunderttausende live dabei.

Beliebt sind außerdem das Spreedrunning, bei dem Nutzer in Nullkommanix komplette Spiele von vorn bis hinten durchzocken, kreative Experimente, in denen ganze Spielewelten auf den Kopf gestellt werden, oder Übertragungen von Minecraft-Spielen, bei denen Zuschauer die Klötzchenwelten anderer Nutzer kennenlernen - damit ist Gronkh immerhin Blog: der erfolgreichste YouTuber Deutschlands geworden.


Wenn euch Twitch völlig neu ist: Mit diesem Video stellt sich der Streamingdienst zurzeit bei YouTube vor.

Erfolg haben bei Twitch nicht nur die Profizocker, sondern auch Nutzer, die ihre Spiele mit Humor kommentieren. Es geht nicht nur wie beim Sport darum, wer gewinnt und wer verliert. Kreativität und Comedy machen einen großen Teil aus. Viele schauen die Livestreams auch, um an ihrem eigenen Können zu arbeiten. Und wie YouTube bringt auch Twitch ganz neue Stars hervor - WWW: was sich auch hier anfühlt wie eine Parallelwelt.

Twitch ist seit seinem Start auf jeden Fall zu einem Riesen geworden - es gehört heute zu den 15 Onlinediensten, die weltweit den meisten Datenverkehr verursachen. Twitch beeinflusst mit Sicherheit auch viele Nutzer, die sich nach dem Erscheinen neuer Spiele erst einmal per Livestream darüber informieren, ob sich der Kauf auch lohnt. Und Twitch ist vermutlich auch erst der Anfang einer großen Livestream-Ära.

Spannend wird jetzt, was Amazon daraus macht. Twitch soll zwar unabhängig bleiben, mit seinem Namen, mit seinen Mitarbeitern, mit seinen Büros. Es könnte aber gut sein, dass der Dienst zu einer Art Werbeplattform wird: Wer interessiert zuguckt, ist auch schneller dabei, ein Spiel zu kaufen - natürlich über Amazon. Den Verkaufslink dazu könnte es dann in Zukunft direkt neben dem Livestream geben.

Für Amazon könnte Twitch außerdem ein strategischer Schritt sein, wenn es ums Wohnzimmer geht: Google und Apple haben schon lange die Marktführerschaft, was mobile Geräte vom Smartphone bis zum Tablet angeht. WWW: Der Kampf ums Wohnzimmer ist aber noch nicht entschieden. Dort, wo die Zocker mit ihren Konsolen zu Hause sind, nämlich auf dem großen Fernseher, kann sich Amazon noch immer einnisten.

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