Freitag, 05.07.2013

#SIGINT13: Zu Gast bei Hackern

mate.jpg Kistenweise Eistee

WWW: Mate, echt? Aber das muss wohl so. Wenigstens Mate-Cola bekomme ich so gerade eben runter. Kurz weiter im Klischee: Hier sind sie noch in der Mehrheit, die Männer in Schwarz oder Karo, mit Brille oder wenigstens eingezopften Haaren. Frauen: kaum. Auf der WWW: SIGINT in Köln, der quasi Sommerkonferenz des Chaos Computer Clubs, treffen sich Hacker und andere Netzbewohner und auch ein paar Leute mit geringerem Nerdfaktor. Im Vergleich mit der dagegen geradezu hipsteresk anmutenden WWW: re:publica im Mai in Berlin (5.000 Besucher), ist man hier noch eher unter sich. Aber die Partnerveranstaltung ist ohnehin der WWW: Chaos Communication Congress im Winter. Einige Hundert mögen es sein, die es über den Freitag in den Mediapark gezogen hat, ein bisschen verläuft es sich mit den Räumlichkeiten in zwei getrennten Gebäuden. Vielseitig ist das Programm dennoch. Eröffnet hat am Morgen die US-amerikanische Autorin und Hackerin WWW: Meredith L. Patterson mit einem virtuosen Vortrag, betitelt "Nearly everything that matters is a Side-Effect". Es geht um ungeplante Zusammenhänge, Datensicherheit von Angesicht zu Angesicht mit der NSA und besonders um Menschen, die über Hacker reden, "but have now idea, how we think". Dass im Anschluss nur drei Rückfragen kommen, scheint WWW: Patterson dann etwas zu enttäuschen.

Einige der weiteren der Programmpunkte haben sich so oder ähnlich tatsächlich auf der re:publica gefunden: Bezahlung von Online-Journalisten ("Adblocker an, Schranke runter, Paywall hoch?",), die Gefahren von automatisierter Videoüberwachung (Speaker WWW: Benjamin Kees:"Selbst dumme automatisierte Videoüberwachung kann demokratiegefährdende Effekte haben."), die Kritik an der Funkzellenabfrage als Ermittlungsinstrument oder die Frage, wie leicht man eigentlich mithilfe von Onlineshops Briefwahlunterlagen besorgen und dann auch ganz schnell fälschen kann (Speaker WWW: Arnim Rupp: "Unwahrscheinlich, dass das auffliegt."). Vertreter von Freifunk stellen die von ihnen etablierten lokalen Communitys vor (Nomaster von Freifunk Rheinland: "Ein Projekt klappt nicht, wenn nur Nerds mitmachen. Es muss simpel genug sein, dass alle es begreifen.") und Anwalt Hanspeter Schmidt referiert zu aktuellen Trends in der deutschen Rechtsprechung, wenn es um die Kollision von Privatrechten und Informationsfreiheit kommt ("Es geht inzwischen mehr in Richtung Informationsfreiheit.").

hackerspace.jpg In der Makersarea wird ein Hacklace gelötet

Eine Arte Hackerspace ("Makers Area" s. Bild) fehlt auch in den polierten Hallen von Mediapark 6 nicht. Gebastelt wird dort unter anderem ein WWW: Hacklace und etwas bedauere ich, dass ich nicht einer der acht Teilnehmer des Workshops bin. Hier geht es um die ruhige Hand und die richtige Löttechnik, wenn kleine Widerstände in die Platine gesetzt werden. Heraus kommt am Ende mit einem programmierbaren LED-Display, das man sich an zwei Kabeln um den Hals hängen kann, so etwas wie ein Schmuckstück. Ein Vorführmodell gibt es schon zu Anfang, zwei Stunden später haben die meisten ihr Hacklace schon in der Tasche, zwei löten noch etwas gestresst. Ich durfte ein fertiges Objekt testen:

Eine zweite Chance gibt es für Interessierte übrigens am Samstag. Am Wochenende sind mit WDR: Netzneutralität, der Reform der WWW: EU-Datenschutzrichtlinie, der Diskussion um Kopierschutzsysteme à la WWW: DRM, Informationstechnologien im Militär, Datenschutzprobleme in der Cloud auch netzpolitische Diskussionen angesagt, ebenso wie Kernhackerthemen (Wie macht man mit Programmen und ohne Instrumente Musik macht, Cryptoparties veranstalten oder ein Framework, das automatisch maßgeschneiderte Filtertreiber erzeugt etc.) auf dem Plan. Mit Markus Beckedahl, WWW: plomlompom, WWW: ennomane und anderen geben sich auch Szeneprominente die Ehre. Am Sonntagnachmittag ist dann alles vorbei, informiert bleibt ihr hier: WWW: #sigint13.

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