Mittwoch, 20.03.2013

Oster-Apps im Test

Das perfekte Osterei zu kochen, das ist mein Plan. Und weil mir das mit Eierkocher und einfacher Eieruhr nie gelingt, versuche ich es diesmal mit vier Gratis-Apps.

Oster-Apps; Rechte: WDR/Horn

Meine Testobjekte: vier rohe Eier. Eins für jede App. App 1 namens "WWW: Ei kochen" möchte zuerst von mir wissen, wie mein Ei-Inneres werden soll. Ich möchte es kernweich haben. Dann kann ich auf einer Skala die Größe angeben und in einem dritten Schritt noch die Ei-Temperatur. In meinem Fall lag das Ei in der kühlen Vorratskammer, also schätze ich es auf 14 Grad und bekomme eine Kochzeit von 07:03 Minuten angezeigt. App 2 heißt "WWW: Mein perfektes Ei". Hier soll ich zusätzlich die Höhe über Null angeben. Je höher, desto länger die Kochzeit, diesmal 04:26 Minuten für das angeblich gleiche Ergebnis. App 3 namens "WWW: Perfekt gekochtes Ei" will die wenigsten Angaben: gewünschte Konsistenz und Ei-Größe von M bis XL. Hier die empfohlene Kochzeit: 04:36 Minuten. App 4 "WWW: CookEgg" inklusive Höhenangabe empfiehlt mir 05:54 Minuten. Ich werfe die Eier also alle gleichzeitig in kochendes Wasser. Das letzte Ei verlässt den Topf und ich mache den Seh- und Esstest.

Ostereier1; Rechte: WDR/Horn
Ostereier2; Rechte: WDR/Horn

Es ist eindeutig: App 1 hat gewonnen - mit dem bekannten 7-Minuten-Ei. Übrigens sollen Eier zu Ostern traditionell eigentlich hart gekocht sein. Vor Ostern ist ja vierzig Tage lang Fastenzeit. Wenn man die ganz streng einhält, darf man nicht nur kein Fleisch essen, sondern auch keine Eier. Sie sind ja quasi flüssiges Fleisch. Im Mittelalter hat man das Fasten sehr ernst genommen. Weil man also 40 Tage lang keine Eier gegessen hat, die Hühner im Stall aber trotzdem Eier gelegt haben und sie zum Wegwerfen zu wertvoll waren, musste man sie eben hart kochen, damit sie haltbar blieben. Gut, dass wir nicht mehr im Mittelalter leben. Ich mag meine Eier cremig.

Die fertig gekochten Eier bekommen jetzt noch einen Anstrich. Allerdings auch per WWW: App. Ganz ohne mir die Finger mit Farbe schmutzig zu machen, kann ich die digitale Ei-Vorlage mit allen erdenklichen Farben bemalen. Meine Finger ersetzen den Pinsel. Erst gibt es eine Grundfarbe, dann folgen künstlerisch mehr oder weniger wertvolle bunte Striche und Punkte. Das fertig bemalte Ei kann ich dann inklusive Grußworte versenden.

Mal-App; Rechte: WDR/Horn

Aber wirklich Spaß bringt die Mal-App nicht, auch wenn sie gratis ist. Da bemale ich doch lieber echte Eier. Schließlich ist auch das eine alte Tradition. Besonders die Eier, die in der letzten Woche vor Ostern gesammelt wurden - man durfte sie ja nicht essen - sollten etwas Besonderes sein. Deshalb wurden sie geweiht und bemalt. Außerdem konnte man die gekochten Eier so auch besser von den frischen unterscheiden.

Eine weitere App macht das WWW: Räppeln ohne Ratsche möglich. Karfreitag wird traditionell in vielen Gegenden mit einer Holzratsche laut geklappert - also geräppelt. So wurden die Leute damals am Karfreitag, dem "stillen Freitag" in die Messe gerufen. Die Kirchenglocken durften an diesem Tag nicht läuten. Um virtuell Krach zu machen, muss man das Handy wild durch die Luft bewegen, so dass die Ratsche anfängt sich zu bewegen. Allerdings ist der Sound sehr blechern und ziemlich nervtötend. Und ich würde früher oder später bestimmt mein Handy fallen lassen. Also weg mit der Räppel-App.

Gut finde ich die WWW: Rezept- und Deko-App für Ostern. Hier gibt es über 100 Rezepte vom Brunch bis zum Abendessen. Die nötigen Zutaten kann man mit einem Klick dem Einkaufszettel zufügen. So muss man nicht noch alles abschreiben, um im Supermarkt festzustellen, dass man den Zettel zu Hause vergessen hat. Egal ob Fischgerichte, Torten oder herzhafte Häppchen - für alle Anlässe gibt es zusätzlich tolle Deko-Ideen mit nützlichen Fotos. So wird Ostern garantiert ei-nmalig. Und wer genau im Blick haben möchte wie viele Eier und Kuchenstücke er noch essen darf, der kann sich mit einer WWW: Kalorien-App helfen.

Hier noch was für Spielkinder: In der WWW: Bubble Blast Easter-App fallen bunte Eier vom Handy-Himmel. Mit den Fingern muss man sie treffen und zerschmettern. Ebenfalls kaputt hauen kann man die Eier mit der WWW: Smash-App. Und für einen Euro gibt es noch die virtuelle WWW: Eiersuch-App. Alle drei Apps sind allerdings Geschmackssache.

Dass Eier in jeglicher Form gerade voll in WWW: Mode sind, hat kürzlich die Sängerin Nil Karaibrahimgil auf der türkischen Fashion Week bewiesen. Wer trotzdem keine Lust auf Eiersuchen hat, der kann es ja mal mit WWW: Geocaching versuchen. Eine Online-Community versteckt hier in mittlerweile vielen Städten geheime Nachrichten oder andere Kleinigkeiten. Mit GPS kommt man den Sachen auf die Spur.

Unsere Blogger Anita Horn und Dennis Horn sind weder verwandt noch verheiratet, aber umso besser vernetzt. Sie entdecken jede Woche digitale Perlen: spannende Webseiten, lustige Links und Angebote, die den Alltag bereichern - hier im Blog und jeden Donnerstag in der WWW: WDR5 LebensArt im Radio.

Die Apps müssen nun antreten gegen das bekannte Verfahren der Intervall-Halbierung. Das konvergiert schon mit wenigen Schritten, die allerdings nur nacheinander möglich sind. Zu wenig gibt Matsch. Fangen wir also mal mit 4 Minuten an. Nach oben ist es nicht so kritisch, also z.B. 10 Minuten. Nächster Schritt: (4+10)/2= 7 Minuten. Wenn zu viel bzw. zu wenig, wäre der nächste Wert 5,5 bzw. 8,5 Minuten, ggf. runden. In diesem Fall hätten wir die 7 Minuten schon mit dem ersten Folgeschritt. Ein Ausmessen des Versuchsaufwands mit der Stoppuhr lohnt sich nicht, der Versuch ist ja nur einmalig. Man könnte allerdings iterativ mit Schritten von -0,5 bzw. +0,5 Minuten experimentieren ;-)

Bertram in Mainz am 20.03.13 14:49

Bild 4 schaffe ich in der Mikrowelle mit 700W in 43 Sekunden. Aber mir zahlt ja auch nicht der WDR den Strom, Wasser in Dorfangermasse zu verdunsten, nur weil ich'n Ei ohne Apple essen will. Aber Ranga Y. könnte ja mal filmen kommen. (Gegen Gebühr bei meiner EiGebZentr)

Pragmaticus am 21.03.13 0:39

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