Sonntag, 03.03.2013
Die Winz-Chips kommen
Computer stehen längst nicht nur auf dem Schreibtisch. Sie sind mehr oder weniger überall: In Haushaltsgeräten, in Elektrogeräten, in Spielzeug. Jetzt halten Computer auch in Alltagsgegenständen Einzug. Und wenn ich Alltagsgegenstände sage, dann meine ich auch Alltagsgegenstände. Computer in Keksdosen, in Hemden, in Fernbedienungen, in Musikinstrumenten - einfach überall.
Denn Computer werden nicht nur immer kleiner, sie werden auch immer günstiger. Gerade hat der texanische Chip-Hersteller Freescale den kleinstem Chip der Welt vorgestellt. Nur zwei mal 1,9 Millimeter groß ist der
Kinetis KL 02, also nicht viel größer als ein ein Sandkorn und deshalb leicht aus den Augen zu verlieren.
Winz-Chip von Freescale: Nicht größer als ein Sandkorn - viele Einsatzgebiete
Prozessor, Arbeitsspeicher, Flash-Speicher - alles da
Der Winz-Chip kann eine Menge. Neben einem 32-Bit-Hauptprozessor, der mit bis zu 48 MHz getaktet werden kann, gibt es auch noch vier KB Arbeitsspeicher, bei Bedarf auch noch bis zu 32 KB Flash-Speicher (
PDF-Factsheet). Damit ist alles an Bord, was einen Computer ausmacht. Es gibt durchaus sinnvolle Einsatzgebiete für solche Mini-Prozessoren, etwa im medizinischen Bereich. Selbst das Verschlucken eines solchen Prozessors ist möglich. Damit sind Geräte denkbar, die im Inneren des Körpers messen oder agieren. Was nach Science-fiction klingt, wird nun möglich.
Doch was noch wichtiger ist: Solche Chip machen das "Internet der Dinge" möglich. Gemeint ist damit, dass nahezu jeder beliebige Gegenstand mit dem Internet verbunden werden kann, um mit dem Netz zu kommunizieren. Dazu braucht man kostengünstig herzustellende Chips, die aufgeklebt, eingenäht oder eingebaut werden können. Solche Chips müssen winzig sein und dürfen nicht viel kosten. Genau das ist mit der neuen Chip-Generation von Freescale gegeben: Werden mehr als 100.000 Einheiten hergestellt, kostet so ein Winz-Chip nicht mal 75 Cent.
Im Inneren werkelt eine vollwertige CPU mit ARM-Architektur
Spannende Entwicklung und viele mögliche Einsatzgebiete
Man muss kein Fan von Miniaturisierung und Hardware sein, um diese Entwicklung spannend zu finden. Die neuen Mini-Chips eröffnen ungeheure neue Möglichkeiten - nicht nur wegen der nun wirklich geringen Ausmaße, sondern vor allem aufgrund der niedrigen Produktionskosten. Ich bin wirklich gespannt, was sich daraus entwickelt.
Wirklich eine spannende Entwicklung, wobei sie mir auch ein wenig Angst macht. So ein 'Sandkorn', evt. mit GPS, bleibt am Schuh kleben, und man kann mich überall orten... Außerdem ein Aspekt: Was passiert mit Wegwerfprodukten wie Keksdosen, wenn sie leer sind? Dann wandert der Chip in den Hausmüll und nicht, wie heute bei größeren Chips üblich, ins Elektroschrott-Recycling. Mache mir da etwas Sorgen um Ressourcenverbrauch und Schwermetallbelastungen!
Chris26 am 4.03.13 9:26
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