Dienstag, 19.02.2013

Das Ubuntu-Tablet kommt

Auch Linux kann bunt, komfortabel und einfach zu bedienen sein. Das beweist Ubuntu, eine Blog: populäre Linux-Distribution, die mittlerweile auf vielen PCs läuft - und auf noch mehr Servern. Ubuntu hat eine Menge Vorteile: Es ist kostenlos erhältlich, arbeitet stabil und zuverlässig, ist populär und hat eine große Fangemeinde unter den Entwicklern. Deshalb wagt Canonical, das britische Unternehmen hinter Ubuntu, nun einen weiteren Schritt nach vorne - und hat jetzt ein WWW: Ubuntu für Tablets angekündigt.

ubuntu_tablet.png
Ubuntu fürs Tablet: Einfach zu bedienende Benutzeroberfläche - Apps inklusive


Erste Ubuntu-Tablets sollen 2014 auf den Markt kommen
Das kommt ein bisschen überraschend, denn erst im Januar wurde WWW: Ubuntu für Smartphones gezeigt. Doch jetzt ist es raus: Es wird ein Ubuntu für Tablets geben. Das wird viele freuen, denn das bricht die Dominanz des Tablet-Markts durch Google und Apple auf. Ein drittes, attraktives Tablet-Betriebssystem, mit ganz eigenen Stärken und Ideen, das kann nicht schaden. Und vor allem: Ein Tablet-Betriebssystem, das nicht so kommerziell geprägt ist.

Die ersten Tablets mit Ubuntu sollen zwar erst 2014 auf den Markt kommen, doch ab sofort rollt die Maschinerie. Canonical sucht jetzt nach Herstellern, die sich als Partner anbieten und künftig Ubuntu-Tablets verkaufen wollen. Außerdem sollen Entwickler überzeugt werden, für das neue Ubuntu Apps zu entwickeln. Apps, die auf Smartphones und Tablets mit Ubuntu laufen - und auch auf Desktop-PCs, die mit dem kostenlos erhältlichen Linux betrieben werden. Bereits diese Woche soll Entwicklern eine Vorabversion des Betriebssystems zur Verfügung stehen.


Werbe-Video von Canonical: Das Konzept hinter Ubuntu für Smartphone und Ubuntu


Dominanz von Apple und Google wird gebrochen
Da Ubuntu wie Android von Google auf Linux basiert, sollten die nötigen Anpassungen vom Aufwand her überschaubar bleiben, schließlich ist der Kern derselbe. Canonical hat sich eine Menge interessanter Funktionen einfallen lassen, um Ubuntu gut aussehen zu lassen, vor allem bei der Bedienung. Ein Erklärvideo zeigt, wie man bequem zwischen aktiven Apps hin und her wechseln kann, wie leicht sich Kontakte verwalten oder Informationen abrufen lassen. Von der Bedienung her wirkt Ubuntu mindestens so komfortabel wie das iOS von Apple, eher noch ein bisschen moderner.

Es wird nicht leicht sein, sich gegen Apple und Google durchzusetzen - aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass Ubuntu einen durchaus respektablen Marktanteil ergattern könnte. Denn nicht jeder begibt sich gerne in die streng kontrollierten App-Welten von Apple und Google. Ubuntu ist offener, bietet mehr Freiheit und weniger Kommerz, das wirkt auf viele attraktiv. Das könnte richtig spannend werden, wenn schicke Ubuntu-Tablets zu fairen Preisen auf den Markt kommen.

ubuntutablet.png
Die grafische Benutzeroberfläche ist schick und komfortabel


Aber Canonical hat kapiert, worum es geht: Es braucht Apps - und zwar jede Menge. Wir sind es heute gewohnt, eine riesige Auswahl zu haben. Und wenn die besten und populärsten Apps nicht für Ubuntu zur Verfügung stehen, wird keiner wechseln. Deshalb versucht Canoncal jetzt, möglichst viele Entwickler zu überzeugen.

Für App-Entwickler werden die Zeiten härter. Sie müssen für iOS und Android, womöglich aber auch für Windows und Ubuntu entwickeln. Viel Arbeit! Aber es warten eine Menge User.

Ich gebe Ubuntu auf Tablets dieselben Chancen wie Ubuntu auf PCs und Notebooks. Naja, vielleicht etwas weniger, weil selbst Nerds Tablets hauptsächlich als komfortable Nebenhergeräte nutzen und darauf keine Software entwickeln, Server betreiben oder ähnliches. Und selbst die Linux-Freaks geben sich auch mit Android zufrieden, denn das ist ja auch ein Linux.

Kurz: Das Problem ist, dass Apps fehlen. Einfach Bookmarks im Browser als "Webapps" bezeichnen, wird daran nicht viel ändern.

Ich finde es gut, dass es noch ein OS für Tablets gibt, aber ich glaube nicht, dass das so bald irgend etwas im größeren Maßstab ändern wird.

joh am 19.02.13 20:35

"Das Problem ist, dass Apps fehlen". Das ist Unsinn. Ubuntu/Linux hat für jede Anwendung ein Lösung, heisst vielleicht altmodisch "Programm" oder "Anwendung". Dieser von Apple und Android angefeuerte "Äpp"-Hype erzeugt nichts als eine unübersichtliche Flut von Progrämmchen für jedes Fitzelchen von Aufgabe, von denen aber fast keine genau das macht, was der Anwender will, die meisten "quick and dirty" zusammengebastelt sind, und die - im Fall von Android - den Anwender ausspionieren und mit Werbung überfluten (im günstigsten Fall). Ich sehe mit meiner Erfahrung mit verschiedenen Windows- und Linux-Versionen, mit Psion/Epoc bzw. Symbian und auch proprietären Betriebssystemen jedenfalls keinerlei Vorteil von Millionen "Äpps" bei Android, eher eine dramatische Verschlechterung der Programmqualität.

Herbert Kaiser am 20.02.13 8:20

@herbert: Auf dem Tablet werden Apps laufen, keine Programme -- wir reden nicht von den Programmen, die auf dem PC zur Verfügung stehen, da ist die Auswahl ohne Frage riesig. :) Aber wer ein Tablet kauft, hat andere Bedienkonzepte im Kopf.

Jörg Schieb am 20.02.13 8:46

Armes Mircrosoft, dass ihr neu entwickeltes Windows 8 als keine Alternative gilt und selbst Ubuntu welches anscheinend erst 2014 verfügbar sein soll im Teaser als die dritte Wahlmöglichkeit nach iOS und Android gilt... Merkwürdig, dabei verkauft sich das Surface ja eigentlich nicht so schlecht und die meisten großen Hersteller haben auch schon Windows 8 Tablets.

Birne am 20.02.13 9:29

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