Mittwoch, 06.02.2013
Instagram drängt ins Web
Als Facebook vor einigen Monaten für den mobilen Knips-Dienst
Instagram rund eine Milliarde Dollar hingeblättert hat, konnte nicht jeder begreifen, was Mark Zuckerberg und seine Gefolgsleute damit anstellen wollen. Doch so nach und nach wird klar, was Facebook will: Instagram soll zwar eine mobile Foto-App bleiben, doch die Inhalte sollen verstärkt auch ins Web.
Seit einigen Wochen kann man Instagram-Fotos auch im Web anschauen. Ab jetzt gibt es aber auch einen vollwertigen Feed für neue Bilder im Web. Das bedeutet: Man braucht kein Smartphone mehr, um dem Bilder-Stream eines Benutzers zu folgen - ein Browser reicht völlig. Man bekommt mit, wenn neue Fotos im Stream landen und kann sich dieses Fotos auch direkt anschauen. Im Browser. Nicht zuletzt deswegen hat
Instagram im Januar die Nutzungsbedingungen angepasst.
Instagram im Browser: Ab sofort lassen sich Fotos auch hier anschauen
Es wird einfacher, Fotos von Freunden anzuschauen
Instagram füllt damit gleich zwei Lücken. Zum einen bekommt Instagram mehr und mehr eine gewisse Bedeutung in der Desktop-Welt. Bislang ist niemand auf die Idee gekommen, sich am PC und ohne App Fotos auf Instagram anzuschauen. Ein Fehler: Facebook will jede Menge Traffic. Je mehr, desto besser. Also muss eine Web-Lösung her. Hier hat Facebook sogar die größere Erfahrung, wenn es darum geht, passende Werbeanzeigen zu platzieren.
Wer sich nun zu instagram-com bemüht (und dort registriert), kann im Browser die Fotos aller Leute sehen, denen er/sie folgt. Natürlich lassen sich die Fotos auch "liken" und kommentieren. Das ist durchaus sinnvoll, schließlich will man nicht immer auf sein Smartphone angewisen sein, Fotos nicht immer nur im Smartphone betrachten, bewerten und kommentieren. Die Browser-Lösung ist daher ein echter Fortschritt... Allerdings wird es garantiert nicht lange dauern, bis Facebook auch Kapital daraus schlägt (verständlicherweise). Früher oder später wird es also Werbung auf der Webseite geben. Twitter jedenfalls wird nervös und baut seine
Fotofunktion ständig aus.
Twitter hat seine App aufgebohrt: Sieht fast aus wie Instagram
Instagram will auch auf den Desktop
Was allerdings auch auffällt: So lange Instagram noch eigenständig war, lag der Focus eindeutig und ausschließlich auf Mobilgeräten und der "User Experience", wie das so schön im Englischen heißt, im Mobilbereich. Das hat sich radikal geändert, seitdem Facebook im Hause Instagram die Hosen anhat. Jetzt liegt der Schwerpunkt erstmal auf der Web-Präsenz. Der eingeschlagene Weg ist jedenfalls richtig: Fotos macht man unterwegs und will sie auch schnell und komfortabel teilen. Aber Fotos anschauen - das macht man überall, auch auf dem Desktop oder Tablet. Und dafür will man keine App laden.
Auf der Homepage von Instagram kann man sich allerdings nicht registrieren. Ich brauche also auch einen mobilen Account bzw den App und kann nicht nur den straems von Freunden folgen. Ein echtes Problem für Grufties wie mich die kein Smartphone haben.
Ulli am 8.02.13 9:26
Schön kommentiert das Ganze und schön zu hören, dass die Facebook Übernahme auch Vorteile bringt. Ich habe bisher einen eigenen Fotoblog betrieben und werde ihn nun zugunsten des Instagram Webfeeds abschaffen. Schlecht ist allerdings (noch), dass es nicht möglich ist Alben anzulegen, also User Stream kategorisch zu durchsuchen, was ja für Fotogallerien eine Selbstverständlichkeit ist. Außerdem haben die Bilder auf dem Desktop eine schlechtere Qualität als auf dem Smartphone. Sie sehen nicht nur in der Auflösung hochgerechnet aus, sondern schlimmer noch farblich verfälscht/schlechter.
Gut finde ich, dass es keine Uploadmöglichkeit über den Browser gibt. Damit behalten die Instagram Bilder ihren On the Go Charakter und enden nicht in Photoshop Orgien wie Flickr.
Sebastian am 17.02.13 23:19
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