Freitag, 01.02.2013
Google macht Zugeständnisse
Wenn ein Unternehmen erst mal eine gewisse Größe erreicht hat, wird es auch argwöhnisch und kritisch beäugt. Das muss so sein. Im Fall von Google ist das sogar wichtig, denn in Deutschland laufen mehr als 90 Prozent aller Anfragen über die Suchmaschine. Das kann man dem Konzern nicht vorwerfen, da die Menschen freiwillig Google benutzen. Aber es bedeutet auch, dass die Suchmaschine eine besondere Verantwortung hat und nicht machen kann, was sie will.
Google muss diverse Kompromisse machen, um Kartellrechtsverfahren zu entgehen
EU-Kommission droht mit Strafen von bis zu vier Millionen
Das hören die Manager in solchen Unternehmen in der Regel nicht gerne. Aber zum Glück haben wir eine streitlustige EU-Kommission, die sich mühelos auch mit den Großen der Branche anlegt, egal ob sie Apple, Microsoft oder eben Google heißen. Bei denen hat sich rumgesprochen, dass mit der EU-Kommission nicht zu spaßen ist. Konkret drohen Google Strafzahlungen von bis zu vier Milliarden Dollar. Darum hat Google auf die Aufforderung von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia reagiert und nicht nur pünktlich diverse Fragen beantwortet, sondern auch Zugeständnisse gemacht.
Die EU-Kommission wirft Google ganz konkret Wettbewerbsmissbrauch vor. Angeblich verdrängt der Konzern die Konkurrenz und verwendet unerlaubt Daten von Dritten, etwa in Google News, Google Maps oder Google+. Nun liegen offensichtlich einige Vorschläge vor, wie sich die Situation in Zukunft entspannen lässt. Wie diese Zugeständnisse konkret aussehen, darüber gibt es derzeit keine Angaben.
Die Wettbewerbskommission der EU hat klare Vorstellungen
Google hat verschiedene Kompromissvorschläge gemacht
In den USA hat Google in einem ähnlich gelagerten Kartellverfahren angeboten, Drittanbietern wie Yelp oder TripAdvisor die Möglichkeit zu geben, ihre Inhalte jederzeit für Google-Suchergebnisse zu sperren. Zudem soll der Werbemarkt offener werden: Kunden sollen leichter in andere Werbenetzwerke wechseln können. Darüber hinaus sollen Wettbewerber die Möglichkeit bekommen, die von Google vor kurzem übernommenen Motorola-Patente zu lizenzieren.
Die grobe Richtung ist klar: Wenn ein Unternehmen wie Google nicht nur die mit Abstand wichtigste Suchmaschine anbietet, sondern auch andere populäre Onlinedienste betreibt, dann geht es nicht an, dass diese alle nahtlos miteinander verzahnt werden und die Konkurrenz verdrängt wird. Dann muss zumindest eine gewisse Durchlässigkeit garantiert werden - dafür sorgt die Wettbewerbskommission der EU. Und das ist gut so.
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