Samstag, 19.01.2013

Kim Dotcom startet neues Mega-Projekt

Eins muss man Kim Schmitz alias Kim Dotcom ja wirklich lassen: Der Mann ist ein absolutes Stehaufmännchen. Es kann passieren was will - Kim lässt sich nicht klein kriegen, macht stets unbeirrt weiter. Als vor genau einem Jahr sein Onlineportal Megaupload geschlossen und er zusammen mit seiner Führungsmannschaft in Haft genommen wurde, hat es nicht lange gedauert, bis er sich wieder zu Wort gemeldet hat. Im Augenblick WWW: twittert er, was das Zeug hält. Vor allem die Musikindustrie kriegt ihr Fett weg, aber auch die Filmbranche sowie grundsätzlich alle, die wollen, dass Urheberrechte eingehalten werden.

Weil sich Schmitz für ein freies Internet einsetzt, ein Internet, in dem man alles frei kopieren und tauschen kann, hat der in Neuseeland lebende Deutsche durchaus eine Menge Sympathisanten. Sein Onlineportal Megaupload war vor allem deswegen so beliebt, weil komfortabel und kostenlos Daten jeder Art ausgetauscht werden konnten, vor allem Musik, Filme und andere begehrte Inhalte. Deshalb war Megaupload aber auch vielen ein Dorn im Auge. Entsprechend vehement und konsequent wurde gegen Megaupload und Schmitz vorgegangen.

kimdotcom.jpg
Kim Schmitz alias Dotcom: Ein Schwergewicht im Filesharing-Business


Neues Megaupload soll Daten verschleiern
Jetzt will Kim Dotcom wieder loslegen. Am Sonntag (20.01.2013) soll sein neuer Filesharing-Dienst an den Start gehen. Ein Tauschportal mit neuem Konzept, deutlich besser abgesichert als in der Vergangenheit. Der Grundgedanke bleibt: Jeder soll die Möglichkeit haben, Daten einfach, komfortabel und kostenlos hochzuladen und weiterzugeben. Zum Beispiel eigene Dateien. Allerdings werden solche Portale erfahrungsgemäß auch intensiv dazu genutzt, urheberrechtlich geschütztes Material auszutauschen - vor allem Musik. Die neue Plattform soll besser abgeschottet werden: Allen Nutzern, die künftig Daten im neuen Portal hochladen, verspricht Kim Dotcom eine Verschlüsselung auf "militärischem Niveau".

Das Ziel ist klar: Die Verschlüsselung soll vor allem Behörden das Leben schwer machen. Wer nicht über den passenden Schlüssel verfügt, kann mit den Daten auf den Mega-Servern nichts anfangen, nicht mal Kim Dotcom selbst, wie er gerne immer wieder betont. Ein beschlagnahmter Server ist deswegen nahezu nutzlos, zumindest wenn es darum gehen soll, Beweise zu sichern. Das Ganze soll legal und rechtlich abgesichert sein. Dotcom habe dazu eine "Armee von IT-Anwälten" angeheuert. Mag sein, allerdings kann sich die Gegenseite auch eine Armee von Anwälten leisten - das allein wird also nicht viel helfen.


Selbst viele Musiker und Künstler haben Megaupload unterstützt


50 GByte Cloud-Speicher kostenlos
Auch aus Sicht der User klingt alles wunderbar: Jeder User soll 50 GByte Speicherplatz in der Cloud erhalten, vollkommen kostenlos. Es gibt keine Beschränkung beim Upload und Download. Von Werbung, Reklame oder Tempobremsen ist derzeit keine Rede. Finanziert werden soll das Projekt offensichtlich mit Premiumdiensten: Wer mehr Speicherplatz will, soll dafür bezahlen. Zu Preisen von 10 bis 30 US-Dollar im Monat bekommt man von 50 GByte und bis zu 4 TByte Cloud-Speicher geboten. Traffic inklusive. Das wäre ausgesprochen günstig. Ich bin deshalb sicher, dass viele das Angebot annehmen werden.

Allerdings sollte man sich über einen Punkt im Klaren sein: Niemand kann wissen, wie lange das neue Onlineangebot am Netz ist. Auch das gelaunchte Megaupload wird die Musik- und Filmbranche erzürnen. Es darf als sicher gelten, dass gleich nach dem Startschuss nach geeigneten Gegenmaßnahmen gesucht wird. Daten, die man dringend benötigt, sollten hier deshalb nicht abgelegt werden. Denn es droht jederzeit eine Abschaltung der Dotcom-Serverparks.

Update: Mittlerweile ist der Cloud-Dienst WWW: Mega an den Start gegangen. Wie vorab gemunkelt, stehen jedem User 50 GB kostenloser Onlinespeicher zur Verfügung. Allerdings sehen die WWW: Nutzungsbedingungen anders aus als bisher: Kim Schmitz Firma speichert "Kommunikations-Logs, Verkehrsdaten, Website-Benutzung und andere Informationen, die wir benötigen, um die Dienste bereitzustellen". Auch das Thema Werbung wird angesprochen: Um passende Anzeigen präsentieren zu können, werden Informationen erhoben und gespeichert. Zu dem laut angekündigten "freien Internet" passt das jedenfalls nicht. Viele stören sich an dem Passus, auch "jede persönliche Information in hochgeladenen Daten" werde von Mega gespeichert. Nur: Was soll das genau bedeuten? Angeblich werden die Daten vor dem Speichern verschlüsselt - ein Speichern solcher Informationen sollte daher nicht möglich sein.

Allerdings werden solche Portale erfahrungsgemäß auch intensiv dazu genutzt, urheberrechtlich geschütztes Material auszutauschen....nicht nur auch, sondern vorwiegend. Software, Musik, Filme, Hörbücher....Der Urheber soll umsonst arbeiten und produzieren. Das hat nichts mit freiem Internet zu tun. Geiz ist eben geil. Diese " im Netz ist alles kostenlos Menthaliät " ist zum erbrechen.

grauer Wolf am 21.01.13 7:46

Wenn es "Herrn Schmitz" wirklich um ein freies Internet ginge, könnte ich dem ganzen ja noch ein paar Sympathie-punkte abgewinnen. Doch Herr Schmitz betreibt jedes seiner Portale einzig und allein um mit dem (geistigen) Eigentum Anderer Millionen zu scheffeln. Und das ist nur eines: Diebstahl.
Freie Meinung im Netz und Zugang für alle? - JA, UNBEDINGT!
Aber alles fuer lau? Nein Danke...

Es Koelner am 21.01.13 8:38

Ja, es ist zum Erbrechen.
Eine Geiz ist Geil Gesellschaft die von einem Makler, von jemandem der nichts eigenes geschaffen hat, gefüttert wird.
Ein Werteverfall.

Riggermoos am 21.01.13 12:20

gibt es echt nichts interessanteres im netz grade?
der typ ist in etwa so lahm wie die dings "aus marzahn"...

ktn am 21.01.13 23:41

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