Dienstag, 15.01.2013

Facebook: Suchen im sozialen Netzwerk

Facebook hat auf einer Pressekonferenz eine neue, verbesserte Suche angekündigt, mit der es möglich wird, Fotos, Personen, aber auch Orte wie Restaurants im Netzwerk zu finden. Ähnlich wie die WWW: längst von Google ins Spiel gebrachte „soziale Suche", wird die Facebook-Suche bald soziale Faktoren in die Ausspielung der Trefferliste miteinbeziehen. Kooperationspartner ist Microsoft Bing. In den Worten von Mark Zuckerberg: „It's a completely new way for people to find information on Facebook."

„Graph Search" ist die Antwort auf die große Frage, die sich viele seit der Ankündigung einer Pressekonferenz für den 15. Januar stellten: Welche Neuerung wird kommen? Das Facebook-Phone oder Features, die vor allem Unternehmen interessieren könnten, weil sie neue Möglichkeiten der Monetarisierung bieten? Dass an der aktuell noch hakeligen und wenig nutzerfreundlichenen Suchfunktion gearbeitet wird, war bereits bekannt, Gerüchte um eine komplett neue netzwerkeigene Suchmaschine hielten sich seitdem hartnäckig. Anders als bei der letzten großen Produktankündigung im September 2012 gibt es kein Livestreaming aus dem Facebook-Hauptquartier in Palo Alto, Kalifornien. Auf der Einladung hieß es schlicht: „Come and see what we're building" (etwa: "Kommt und seht, woran wir arbeiten"). Ich verfolge ab 19 Uhr deutscher, 10 Uhr morgens kalifornischer Zeit neben Twitter also primär die Liveblogs von WWW: Mashable und WWW: TheVerge.

sograph_new.jpg Facebook präsentiert eine erste Demo zum Graph Search

Um kurz nach sieben gibt es also erstmals Klarheit - um die Suchfunktion geht es also. Nach der Begrüßung von Mark Zuckerberg zeigen Entwickler Anwendungsbeispiele. Um einen neuen Weg der Navigation durch das eigene Beziehungsgeflecht, den Social Graph, soll es gehen. Soziale Suche bedeutet in der Auslegung von Facebook zunächst: auf Basis von Gemeinsamkeiten suchen - nach Personen, Orten oder auch: Fotos. Für die Graph-Suche werden dafür Formulierungen vorgegeben. „Freunde, die in San Francisco leben" oder „Freunde, die Harry Potter und Star Wars mögen", könnten Suchanfragen sein. Facebook liefert ähnlich wie bei der Google-Suche per Autovervollständigung Vorschläge für Suchbegriffe. Die Ergebnisse rekrutieren sich dann aus Content, der auf Facebook geteilt wurde.

Die Privatsphäre der Nutzer habe aber von Beginn der Entwicklung von Graph Search eine entscheidende Rolle gespielt, steht dazu auf dem WWW: parallel veröffentlichten offiziellen Facebook-Unternehmsblogpost. „Es wird einfacher, etwas auf Facebook zu finden, aber du kannst nur sehen, was du schon vorher hättest sehen können", heißt es dort sinngemäß. Ausschlaggebend ist demnach weiterhin, für wen User ihren Content beim Teilen verfügbar gemacht haben - niemand außerhalb des benutzerdefinierten Publikums (ausgewählte Freunde, alle Freunde, Freunde von Freunden etc.) soll private Fotos über die Graph-Suche finden können. Dort ist auch nachzulesen, was die derzeit ausschließlich englischsprachige erste Version von Graph Search suchen bzw. finden kann - etwa „Fotos meiner Familie" oder „Fotos meiner Freunde vor 1999", „Städte, die ich mit meiner Familie besucht habe" oder auch bestimmte Interessen von Freunden. In welcher Reihenfolge und ob Content von Freunden in der Trefferliste ausgespielt wird, soll auch vom „Engagement-Level" abhängen: Hat das Foto viele Likes erhalten und haben es Freunde kommentiert?

Die Bing-basierte Websuche dient als Ergänzung und soll Ergebnisse aus dem Web liefern, wenn die von Usern generierten Informationen nicht ausreichen. Etwa Informationen zum Wetter, die derzeit nicht über eine eigene soziale Facebook-Funktion geteilt werden können, spielt die Bing-Suche in der üblichen, von der Facebook-Suche optisch zu unterscheidenden Trefferliste aus.

Geplant ist nun ein langsamer Roll-out der Beta-Version. WWW: User können sich auf eine Wartelliste setzen lassen. Der Roll-out für die Mehrheit der Nutzer soll ganz nach Facebook-Manier „innerhalb der kommenden Wochen und Monate" ablaufen. Warten ist also angesagt. Während der schrittweisen Einführung soll das Nutzungsverhalten der User mit in in die Weiterentwicklung einfließen, heißt es. Wie lang es dauert, bis die Suche auch in der Mobilversion verfügbar ist, fragt jemand während der Live-Übertragung. Derzeit kaum abzuschätzen, lautet die kurze Antwort von Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Bleibt zu sagen: Das war höchste Zeit. Auch wenn es sicher noch dauern wird, bis die soziale Suche richtig fluppt und auf Deutsch verfügbar wird. Das Facebook-Nutzungserlebnis könnte sich essentiell verändern.

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