Mittwoch, 12.12.2012

Twitter kann jetzt auch bunt

Eigentlich will Twitter ein Nachrichtendienst sein. In 140 Zeichen sagen, was man gerade denkt und meint. Mehr nicht. Aber das war wohl einmal: Twitter bekommt Schritt für Schritt neue Funktionen spendiert, der Plauderdienst kann immer mehr. Ab sofort kann man mit Twitter zum Beispiel nicht mehr nur Fotos verschicken (was ursprünglich auch nicht geplant war), sondern man kann die Fotos auch direkt mit Twitter machen und durch WWW: Filter jagen, damit sie stylisch aussehen.

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Twitter hat seine App aufgebohrt: Jetzt kann man auch Fotos bearbeiten


Instagram schaltet ab - Twitter schaltet ein
Es gibt derzeit ein Gerangel, wer am meisten Aufmerksamkeit in Sachen Online-Fotos bekommt. Erst vor einigen Tagen hatte Instagram die Preview-Funktion von Instagram-Fotos in Twitter-Nachrichten WWW: abgeschaltet. Der von Facebook aufgekaufte Fotodienst Instagram will die Leute bewegen, auf die Plattform des Fotodienstes zu gehen (die für jeden User erreichbare Webseite mit Fotos gibt es allerdings auch erst seit einigen Tagen). Twitter wiederum will das genaue Gegenteil und hat deshalb schneller als erwartet die Fotofunktion in Twitter aufpoliert.

Die nun aktualisierte und im Funktionsumfang deutlich erweitere App für iOS und Android kann jetzt auch Fotos aufhübschen. Dazu hat sich Twitter Hilfe bei auf Fotofunktionen spezialisierten Anbieter Aviary geholt. Twitter-User können nun, ohne eine andere App verwenden zu müssen, Fotos mit der Twitter-App machen und diese durch diverse Filter jagen.

Anspruchsvollen Fotografen gefriert angesichts der zunehmenden Verfremdung der Aufnahmen zwar das Blut in den Adern, doch die Filter sind ungemein populär. Derzeit stellt Twitter acht Filter zur Verfügung. Die Auswahl des passenden Filters ist einfach: Per Wischen können alle Filter durchprobiert werden. Auch gibt es eine Optimierungsfunktion (Zauberstab), um Licht, Farben und Kontrast auf Vordermann zu bringen. Das Zuschneiden der Bilder ist ebenfalls direkt in der App möglich.


Erklärvideo von Twitter


Portale gleichen sich immer mehr an
Twitter entwickelt sich nach und nach zu einem Allrounder. Ich finde das schade. Klar, jeder Onlinedienst versucht, möglichst alle populären Funktionen anzubieten, damit die User nicht zu anderen abwandern. Das ist auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite verlieren die Dienste dadurch aber mitunter auch ihr Gesicht.

Auf Twitter trifft das eindeutig zu: Mittlerweile haben die User eigene Portalseiten, die Twitter-App kann immer mehr, nun sogar Fotos machen und bearbeiten und vieles andere mehr. Andere Anbieter, die bislang mit Twitter kooperiert und dem Plauderdienst interessante Zusatzfunktionen spendiert haben, wenden sich erkennbar ab, einige integrieren ihre Funktionen nicht mehr in Twitter, sondern bieten sie lieber selbst an. Instagram ist ein Beispiel.

Die Frage ist, wer am Ende gewinnt. Statt mehr Verzahnung von Facebook, Twitter, Instagram, Google+ und Co. gibt es immer weniger, weil jeder Anbieter versucht, seine Kundschaft mit allen Mitteln im eigenen Online-Vergnügungspark zu halten. Die User werden sich also für einzelne Anbieter entscheiden und anderen den Rücken kehren. Aus Facebook ist auch so ein "Ich-kann-alles"-Anbieter geworden. Das bringt aber eben nicht nur Vorteile, sondern oft auch Nachteile. Denn irgendwann leidet die Übersicht, der Benutzer ist überfordert - und das Profil der Anbieter leidet sowieso.

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